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Nr. 32 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzetger für Gberhefjen)
Dienstag, 7. gebruar 1939
die
Zwei Männer und zwei Pistolen
frb, folgerichtig auf den Film übertragen. Entschei- dmd ist dabei, daß er auch hier die drei wesent-
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aus des
„Ramayana", wird der sanfte Glanz ihres Feuers und die Harmonie ihrer Form geschildert, und ,n einem anderen indischen Epos, der „Mahabharata, ist die Perle der schönste Schmuck der Gottheit. Die Elemente bringen ihr Geschenke dar: die Luft den Regenbogen, das Feuer einen Meteor, die« Erde einen Rubin und das Meer eine Perle. Der Regenbogen dient dem göttlichen Wesen als Heiligenschein, der Meteor verleiht ihm Licht, der Rubin schmückt seine Stirn, und die Perle ruht auf seinem Herzen.
Seither dient die Perle überall im Orient als erlesener Schmuck der Götterbilder, der Altäre und Tempel. Im alten China fand sie sogar als Geld Verwendung und diente zum Bezahlender Steuern. Altpersische Münzen zeigen die Perle als Hoheitszeichen, vom linken Ohr des Herrschers herabhängend. Homer vergleicht sie in der Ilias mit einem Tautropfen und erwähnt sie als Schmuck der Juno. Die Phönizier brachten die Perle nach Griechenland und Rom, wo sie zu den begehrtesten Schmuckstücken gehörte. In einem Gleichnis des Reuen Testaments wird das Himmelreich mit einer Perle verglichen.
In der neueren Zeit kam die Perle mit den Kreuzzügen nach dem Abendland und ist seitdem mit einem besonderen Schimmer von Poesie und Geheimnis umgeben. Man hielt sie für die gehärteten Tränen der Engel schrieb ihr zauberhafte Wirkungen zu.
DDAC.-Koslümfest.
A»n nächsten Samstagabend veranstaltet der Deutsche Automobil-Club in den Räumen des Klubs ;Hn alljährliches DDAC.-Kostümfest..
Eine Szene aus dem Tobis-Film „Napoleon ist an allem schuld" mit Curt Goetz (rechts) und Paul Henckels. Der Film läuft jetzt im Gießener Gloria-Palast.
'Goetz hat den Stil seiner Theaterstücke, die 1 r alle lieben, und die ja großenteils auch bei itis in Gießen gastspielweise bekannt geworden
etwa V12 des gesamten einschlägigen Jahresbedarfs aus, so daß also auch hier noch ein weites Feld für Lieferungen von außen her zur Verfügung steht. -Nicht berücksichtigt sind bei allen diesen Aufwendungen die Kosten für die fortlaufende bauliche Unterhaltung und für Erweiterungen der Gebäude, da diese Ausgaben vom Staat als Eigentümer der Kliniken über das Hessische Hochbauamt verrechnet werden. Auch hierbei kommen den Geschäftsleuten von Gießen und Umgebung alljährlich erhebliche Beträge zugute.
Neben den direkten wirtschaftlichen Auswirkungen des Kliniksbetriebs auf unser heimisches Wirtschaftsleben stehen aber auch noch erhebliche indirekte Vorteile insofern, als die großen Bcsucherscharen, die an den wöchentlichen Besuchstagen und an den Sonntagen zum Besuch ihrer Angehörigen in den Kliniken von auswärts hierherkommen, vielerlei Einkäufe machen, durch die unsere Geschäftswelt beachtenswerte Einnahmemöglichke'ten besitzt In dieser Hinsicht sind auch unsere Hotel- und Gast-
Vornotizen.
Tageskalender für Dienstag.
NSD.-Dozentenbund und Volksbildungsstätte Gieren: 20.30 Uhr im Hörsaal des Tierseucheninstituts, Frankfurter Straße 85, Vortrag von Professor Dr. Beller: „Tierseuchen und ihre Bekämpfung". — Stadtheater Gießen: 20 Uhr „Flitterwochen". — »Gloria-Palast, Seltersweg: „Napoleon ist an allem Ichuld". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „DieKa- ineliendame".
Stabtttjeater Gießen.
Heute abend findet eine Wiederholung des-Lustspiels „Flitterwochen" von Paul Helwig statt. Spielleitung Günter Winkel, Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 19. Vorstellung der Dienstag-Miete statt.
Tierseuchen und ihre Bekämpfung."
Die Volksbildungsstätte Gießen setzt heute, Diens- lag, 7. Februar, 20.30 Uhr, im Hörsaal des Tier- ! l s'eucheninstituts, Frankfurter Straße 85, ihre Vor- dragsreihe „Wissenschaft im Dienst am Volke" fort. Professor Dr. Beller spricht über „Tierseuchen und , chre Bekämpfung"
Alte deutsche Straßen. -r
Am Donnerstag, 20.15 Uhr, spricht in der Aula ; >»es Gymnasiums der Direktor unseres Museums, Dr H. Krüger, über seine Forschungen zur Gerichte der alten deutschen Straßen. Ein Stück un- । bekanntes Deutschland, auf das gerade in unserer ! * Heimat die Reichsautobahn den Blick lenkt, wird dmrch den Vortrag und die begleitenden Lichtbilder ; t'er Vergessenheit entrissen. Der Oberhessische Ge- Ichichtsverein gibt, wie immer, freien Eintritt.
Hochschulnachrichten.
Professor Dr. Eduard K o h l r a u s ch, Ordinarius für Strafrecht an der Universität Berlin, vollendete sein 6 5. Lebensjahr. Kohlrausch stammt aus Darmstadt; er begann seine akademische Laufbahn 1902 in Heidelberg, wurde 1906 Ordinarius in Köiigsberg, ging 1913 in gleicher Eigenschaft nach Straßburg und 1919 als Nachfolger feines Lehrers Professor von Liszt nach Berlin. Kohlrausch ist Herausgeber der Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft und hat zahlreiche Arbeiten über Strafrecht und Strafrechtsreformen veröffentlicht. Seit 1934 ist Professor Kohlrausch auch Mitglied der Akademie für Deutsches Recht.
Professor Dr. Hermann M. Flasdieck, Ordinarius für englische Philologie an der Universität 3e n a, hat einen an ihn ergangenen Ruf nach Münster abgelehnt. Flasdieck habilitierte sich 1923 m Göttingen für englische Philologie, ging als Extraordinarius 1925 nach Jena und wurde dort schon im nächsten Jahre zum o. ö. Professor ernannt.
Der ao. Professor Dr med. vet. Paul Hofmann ift zum Ordinarius für Hygiene an der Technischen Hochschule Dresden ernannt worden.
linsten künstlerischen Funktionen in feiner Person Einigt: er schrieb, mit Karl Peter G i l l m a n n stsammen, das Drehbuch, er führte Regie und er ipelte die Hauptrolle. Diese Hauptrolle ist Lord ilithur Cavershott, eine typisch Goetzsche Lustspiel- ittmr, gleicherweise aus seiner Phantasie wie dxm klassischen Lande der Sonderlinge und ükAelsächsischen Spleens hervorgegangen.
Großbetrieb Llniversttätskliniken Gießen
Für Gießen und Umgegend von großer wirischastlicher Bedeutung.
Wenn man in Gießen von Großbetrieben spricht, so denkt jedermann nur an die industriellen Unternehmungen in unserem Gemeinwesen Und doch gibt es hier einen Großbetrieb, der n'cht nur für unsere ötabt, sondern auch weit darüber hinaus große Bedeutung besitzt. Bei diesem Großbetrieb handelt es sich um eine Einrichtung, die im Dienste der leidenden Menschheit steht, die aber auch in wirtschaftlicher Hinsicht weitreichende Wirkungen auslöst: nämlich um unsere Universitätskliniken.
In diesem Großbetrieb der Kliniken, der Heil- und Lehrbetrieb ist und neun Kliniken sowie vier L?reti.sche Institute umfaßt, werden alltäglich 1000 bis 1100 Patienten betreut In deren Dienst stehen ständig nahezu 700 bezahlte Kräfte, daneben werden aber noch etwa 200 Volontäre und Volon- tarmnen im Rahmen ihrer Aus- und Fortbildung m den verschiedenen Kliniken beschäftigt. Nicht zu diesem Großbetrieb gehören drei andere, auf der gleichen Linie wirkende Institute, nämlich die Heilstätte Seltersberg, die Lupusheilstätte und die Orthopädische Klinik, die sich sämtlich im Besitze von gemeinnützigen Organisationen befinden und nur durch ihre ärztlichen Leiter in Personalunion mit einigen anderen Kliniken der Universität stehen, im übrigen aber völlig selbständige Verwaltungen haben.
Die wirtschaftliche, Bedeutung der zum Großbetrieb „Universitätskliniken" gehörenden neun Kliniken und vier theoretischen Institute wird besonders erfennbar, wenn man sich an einige Zahlen hält, uür die Beschaffung von allen wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Bedarfsartikeln dieser Kliniken wurde im Jahre 1937 ein Betrag von über eine Million Mark ausgegeben; an diesem Betrage ist allein die Kliniksapotheke mit 122 000 Mark beteiligt. Die Bedürfnisse der sachlichen Verwaltung erforderten im Jahre 1937 eine Ausgabe von rund
Lord Cavershott hegt eine übrigens ziemlich nglische Napoleon-Verehrung, die auf eine aller-
lir gs englische Weife in Schrulligkeit ausgeartet ist. Ir seinem Arbeitszimmer gibt es nicht nur Büsten 15 Bilder Bonapartes, nicht nur die berühmte iritiale N und Schlachtenlandkarten mit Fähnchen, em, frühmorgens hört man aus der Spieluhr die DbrfeiUaife, und Caverfhotts Kammerdiener Rustan i'ckt feinen Gebieter am Tage der Schlacht bei ZUerloo mit einem Pistolenschuß, am Geburtstage t: Kaisers hingegen sänftlicher, aber nicht minder nuig mit dem melodischen Geräusch einer Kinderoper. So ein Mann ist das. so eine Rolle. Dies
Aus der Stadt Gießen.
Stille Vorfreuden.
Mit der Vorfreude ist es eine eigentümliche Sache. Sie ist da, ehe überhaupt ein Ereignis zur Wirklichkeit wird, und häufig erweist sich ihr Gemütswert so groß, wie er später nicht wieder erreicht wird, wenn der erwartete Zustand eingetreten ist. Auch jetzt geht mancher mit einer Vorfreude um, ohne kaum davon zu reden. Vielleicht spricht er nicht darüber, weil es sozusagen ein Vorschuß auf spätere Freuden ist, und von einem Vorschuß macht man bekanntlich Jjein Aufheben. Indessen, wer aufmerksam seine Umgebung betrachtet, wird finden, daß diese Vorschußnehmer oder Genießer der stillen Vorfreuden zahlreich sind. Ja, man kann sie beinahe in jedem Hause finden.
Da wohnt beispielsweise in meinem Nachbarhaus eine alte Dame, die während des Sommers ihren Balkon mit den schönsten Blumen schmückt. Jetzt zeigt er sich zwar kahl und nüchtern. Nur vor den benachbarten Fenstern steht dicht gereiht Glas an Glas, und jedes Glas trägt eine Papiertüte. Die Sache sieht ein bißchen merkwürdig aus, der Eingeweihte weiß jedoch, daß unter diesen Papiertüten ; die zarten Knospen von Hyazinthen keimen. Aus den mit Wasser gefüllten Gläsern holen sich die langen Saugfäden der Zwiebeln die Kraft zu ihrer : Entwicklung, bis sich eines Tages das Wunder der , buntesten Farben an den Fenstern zeigt. Um diesen ; erfreulichen Anblick zu genießen, ehe der Balkon < wieder geschmückt werden kann, läßt die alte Dame j ihren Pfleglingen alle Sorgfalt angedeihen. So bereitet sie sich ihre stille Vorfreude auf den Früh- | Ung. Es gibt Leute, die um diese Zeit Kirschenzweige | ins Wasser stellen und von einem Tag zum andern « warten, daß sich die Knospen öffnen. Es ist W-eifel- j los ein reizvolles Spiel, auf diese Weise ein Stück- i chen Frühlingsseligkeit vorab zu kosten. ,
Aber die stille Vorfreude sprint aus allen Bemü- 5 Hungen, schon jetzt ein Stückchen Frühling im Zim- < mer lebendig werden zu lassen. Und offenbart sich t darin nicht eine tiefe Sehnsucht des Menschen, den < Dingen der Natur, unter deren ewigen Gesetzen er steht, immer nahe zu fein? H. W. Sch.
„Napoleon ist an allem schuld."
Gloria-Palast.
Schon als Curt G o e tz e n s Name zum ersten Male, noch ziemlich schüchtern und versteckt, in t-ilmprogrammen auftauchte, mar eine äußerst an- lygenbe und wohltuende Wirkung zu verspüren und t ii sehr merklicher Unterschied gegen Filme ähn- lodjer Art ohne seine Mitwirkung Er hat, wie tnan sich vielleicht erinnern wird, seinerzeit die 5 ialoge zu den „Sieben Ohrfeigen" und zu den „Glückskindern" geschrieben, und ein beträchtlicher Anteil am heiteren Erfolge war seinem knappen, toaren und witzig pointierten Text zuzuschreiben Achon damals wurden Stimmen laut, die auf die unbestreitbare Bereicherung hinwiesen — gerade unsere Operetten- und Lustspiel-Filmbücher litten Md leiden ja vielfach unter den Nachlässigkeiten und Banalitäten des gesprochenen oder gesungenen Tex- 1(3 — und empfahlen, Curt Goetz in der künftigen Produktion zu noch umfangreicherer Mitarbeit verpflichten. Die Tobis hat sich das nicht zwei- mal.fagen lassen, und dies ist nun der erste richtige, Zusagen abendfüllende Curt-Goetz-Film.
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ftättenbetriebe nicht zu vergessen, die aus der Beherbergung und Bewirtung solcher Krankenbesucher, die sich mehrere Tage lang hier aufhalten, mancherlei annehmbare Einnahmen erzielen. Und auch hier wieder ist die Stadt Gießen selbft in der Rolle einer guten Nutznießerin des Kliniks-Großbetriebs, denn durch diese Einrichtung wird unserer Stadt die Schaffung und Unterhaltung eines eigenen Krankenhauses erspart, das sie beim Nichtvorhandensein der Kliniken mit erheblichen Aufwendungen schon längst hafte schaffen und Jahr für Jahr unterhalten müssen. Wenn also unsere Stadt non Zeit zu Zeit Aufwendungen für Zwecke der Universitätskliniken macht, so ist darin ein Beitrag zu erblicken, der sich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten für die Stadt als solche durchaus vertreten läßt
Mit seinen 44 Gebäuden mit vier Hauptküchen und einer modernen, entsprechend geleiteten Diätküche, einem großen Maschinenhaus mit Fernheizung, Lichtversorgung und Warmwasser-Bereitung, eigener entsprechend großer Waschanstalt, ferner mit gut gepflegten Garten- und Parkanlagen, die den Patienten schöne Spaziergänge ermöglichen, bildet der Bereich der Universitätskliniken gewissermaßen ein Stadtviertel für sich. In Gießen wird denn auch nur vom .Lliniksviertel" gesprochen. Die Einrichtungen in.den Kliniken sind nach jeder Richtung hin mustergültig und werden auf dem modernen Stande der Wissenschaft und Kliniks- praxis gehalten. Der Staat als Eigentümer wendet alljährlich erhebliche Mittel für die Universitätskliniken auf und vollbringt damit ein dankenswertes Werk zum Besten dieser Einrichtung, die der Allgemeinheit nicht nur durch Heilung von Krankheiten, sondern auch durch die Heranbildung eines tüchtigen ärztlichen Nachwuchses zugute kommt Daß nach mancherlei Richtung hin noch Wünsche und Erfordernisse auf bauliche Erweiterung ufro. bestehen, ist verständlich und erklärlich durch die Tatsache, daß die Benutzung unserer Universitätskliniken eine tanöig aufwärtsstrebeyde Tendenz aufweist, wodurch sich die baulichen Erfordernisse usw. von selbst ergeben.
Es ist außerordentlich erfreulich, auf diese Entwicklung der Frequenz Hinweisen und dabei mitteilen zu können, daß unsere Kliniken nicht nur aus Oie-
kriegerisch intoniertes Chanson; und dann die schönste, die feinste, die völlig unnachahmliche Szene des halblauten Zwiegespräches zwischen Lord und Lady Cavershott, die natürlich mit Vornamen Josephine heißt.
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Da ist das Ehepaar Curt Goetz und Valerie von M a r t e»n s ganz unter sich, und in diesem Zwiegespräch ist aller Scharm, alle Eleganz, aller Witz und auch der sehr zarte erotische Zauber spürbar, der von den besten Szenen in Goetzens Theater ausstrahlt. Hier erlebt man wieder, was das für ein ungewöhnlich begabter und kultivierter Schauspieler ist, und auch Valerie gibt sich hier, wie im ganzen Film, mit der sozusagen minutiösen Anmut und Liebenswürdigkeit, die sie zur Partnerin ihres Gemahls so wunderbar geeignet mach^.
Neben beiden taucht das sehr muntere und sehr kleinmädchenhafte Pünktchen auf, das im bürgerlichen Leben Else von M ö 11 e n d o r f f heißt; Pauk Henckels als der pomadige Lord Cunningham; Max G ü l ft o r f f als quecksilbriger Pariser Professor Meunier; Hermann Pfeiffer als der düstere Bühnenbonaparte; Kirsten Hei berg, die, auf den Spuren ihrer Landsmännin Zarah Leander wandelnd, hier als Revuesängerin zum ersten Male herausgestellt wurde. — (Tobis.)
Die Wochenschau bringt Bilder von der Reichstagssitzung am 30. Januar. Ein farbiger Kulturfilm berichtet erstaunliche Dinge von Hauswirten und Mietern auf dem Meeresgründe. Dazu eine originelle akrobatische Szene.als Bühnenschau.
Hans Thyriot.
Die perle als ältester Schmuck.
Der Zauber, der die Perle zum begehrten Besitz bet' Frauen macht, wirkt befreite feit unvordenklichen Zeiten auf das Gemüt des Menschen. Daß auch schon der vorgeschichtliche Mensch die Schönheit der Perle kannte und schätzte, kann man aus den Funden in Gräbern der späten Steinzeit schließen, in denen man Kügelchen aus Gold und sogar aus Ton fand, die offensichtlich die Form und sogar den Glanz der Perle nad)aj)men sollten. Man kann sich also vorstellen, daß die' Küstenbevölkerung des Persischen Golfes, die hauptsächlich von Fischen lebte, schon vor vielen tausend Jahren den wundervollen Inhalt der Perlenauster entdeckt hatte.
Soweit schriftliche Ueberlieferung einen Rückschluß gestattet, finden wir die Perle gefeiert und gepriesen. In dem großen indischen 'Nationalepos, dem .
ist aber nur die Einleitung; die eigentliche Handlung kommt erst in Gang, als Cavershott zu einem Napoleon-Kongreß nach Paris fährt, wo sich die Ereignisse und Verwicklungen auf eine lustspiel- mäßige Weise zu häufen und zu überstürzen beginnen.
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Wenn mir finden, daß Goetz hier den Stil und die Wirkungselemente seiner Theaterstücke auf die andersartigen Methoden des Films übertragen habe,' so bedeutet dies einmal und vor allem, dnß das Endprodukt in allen Teilen die Einheit des schöpferischen Willens spüren läßt, indem sich die Wirkungen des Autors, des Spielleiters und des Hauptdarstellers in einer, feiner Person begegnen und zurückstrahlen; hier ist alles aus Goetzens G^ist und lockerer Phantasie gestaltet, alles auf Heiterkeit, Leichtigkeit, Witz und Ironie aufgebaut. Es bedeutet aber ferner, daß man den Inhalt kaum der Reihe nach erzählen kann, ohne dem Film seine Eigenart zu nehmen: eben die Elemente nämlich, welche ihn unverwechselbar als Goetzens Erfindung ausweisen.
Es ist kein Zweifel, daß. umfangreiche Partien etwas von jenem heiteren Kammerspielton mitbringen, der feine Stücke auszeichnet, und der nicht geradezu für die Filmwiedergabe gemacht ist; es wird hier ein Dialog gesprochen, der in jedem Satz genau ausbalanciert und scharf pointiert ist, und während es in vielen Lustspielen kaum darauf an- kommt alles wortwörtlich zu verstehen, ist es hier um jedes Wort schade, das unter den Tisch fällt. Dieser Dialog erhält ein überaus anmutiges Gegengewicht in den ebenso präzise ausgerichteten und taktierten Szenen einer Napoleon-Revue in Paris und in einer Fülle von witzigen und übrigens auch filmisch wirksamen Einfällen.
Die Sensation der Revue ist ein großes Napoleon-dl, das aus lauter hübschen Mädchenköpfen gebildet wird. Den (leider unhistorischen) Punkt hinter dem N macht der hübsche Kops des Mädchens Madeleine, das dieser Rolle wegen auch Pünktchen genannt wird und des Pünktchens wegen sich und Lord Cavershott^ in die verblüffendsten Abenteuer und Konflikte stürzt Zuvor gibt es einen Kongreß, n>o auf die scharmanteste Art über die Auslegung des berühmten Ausspruchs „voila un homme!“ (bei der Begegnung Napoleons mit Goethe) disputiert wird; es gibt auch eine spuk- und traumhafte Fortsetzung des Disputes in Caverfhotts Gespräch mit Napoleons Geist; es gibt ein hanebüchenes Duell in Morgenröcken und Zylinderhüten; das Pünktchen wird adoptiert; Cavershott singt ein herrlich
410 000 Mark. Durch das ständige Anwachsen der Patientenzahl im Verlaufe der letzten Jahre, insbesondere des Jahres 1938, ist natürlich auch eine Steigerung der Wirtschaftsbedürfnisfe eingetreten, fo daß allein in den ersten acht Monaten des zur Zeit noch bis 31 März laufenden Verwaltungs- jahres 1938 bereite eine Summe von rund einer Million Mark ausgegeben wurde Natürlich stehen diesen Ausgaben aud) entsprechend hohe Einnahmen gegenüber. Diese Zahlen find em Gradmesser für den Umfang der wirtschaftlichen Bedeutung dieses Großbetriebes.
Viele Geschäftsleute in Gießen und auch unsere Stadt selbst können den Großbetrieb „Kliniken" zu ihren guten Kunden zählen. Bei der Beschaffung der Lebensrnittel und vieler anderer Materialien kommen weite Geschäftskreise in Gießen, aber aud) darüber hinaus in Oberhessen und in manchen anderen Gegenden unseres Reiches als Lieferanten in Betracht. Die Stadt Gießen besitzt, da die Kliniken viel Wasser brauchen und ihren elektrischen Strom nur zum Teil im eigenen Betrieb erzeugen können, sowohl bei der Wasserversorgung, als auch bei der Elektrizitätsabgabe in den Kliniken einen Großabnehmer. Daß die Landwirtschaft als Lieferant dieses Großbetriebes gleichfalls an hervorragender Stelle steht, ist wohl ohne weiteres einleuchtend. Denn wenn auch die Kliniken ein eigenes Gelände (Zier- und Nutzgelände) von etwa 10 Hektar Umfang besitzen, so ergeben sich doch immer noch erhebliche Liefermöglichkeiten für weite Kreise der landwirtschaftlichen Versorgung. Auch die im Kliniksbetrieb — entsprechend den Anforderungen des Vierjahresplans zur bestmöglichen Verwendung allex Abfallstoffe — unter Verwendung des nicht verkauften Gespüls durchgeführte Mast von Schweinen und die Fütterung der Versuchstiere macht wertmäßig nur


