Ausgabe 
6.6.1939
 
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Der Führer auf dem Neichskriegertag in Kassel.

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Unser Bild rechts zeigt den Vorbeimarsch der 300000 alten Soldaten vor dem Führer in Kassel. Das Bild links wurde auf dem Kameradschaftsabend im qroßen Festzelt gemacht. Man sieht von links: den spanischen General Queipo de Llano, Reichskrieaerführer General der Infanterie Reinhard und den z italienischen General Rossi. - (Scherl-Bilderdienst-M.)

großen Bühnen, die eigentlich richtunggebend sein ollten, keineswegs zur Ehre. Daß oer deutsche Sprelplan im vergangenen Jahre viel sog.leichte Kost" ausgewiesen habe, sei kein Fehler gewesen, im übrigen habe sich leichtere und schwerere Kost ungefähr die Waage gehalten, und auch die an- pruchs volleren Werke seien in Deutschland hinrei­chend zu Wort gekommen. Mit sehr deutlichen Wor­ten wandte sich Dr. Goebbels dann gegen die bürgerliche Bequemlichkeit" mancher Bühnenleiter, die nur das Erprobte zur Aufführung brächten, um ich nicht der Gefahr des Mißerfolges oder nur dem Risiko auszusetzen. Unseren jungen Dichtern aber muß nur wenig der Mut zu dramatischen Neuschöpfungen kommen, wenn sie vornherein wis- en, daß nur wenige Theaterleiter ihrerseits wieder den Mat haben, die Kinder ihrer Muse auch der Oeffentlichkeit zu Gesicht und zu Gehör zu brin- enl Weiter behandelte Dr. Goebbels die Frage der Aufnahme ausländischer Stücke in den deutschen Spielplan. Er wandte sich dagegen, daß man etwa einer geistigen und kulturellen Autarkie das Wort reden solle, und be­tonte, selbst die schlimmsten Exzesse politischer Art auf der Gegenseite hätten uns nicht zu bewegen vermocht, den deutschen Spielplan gänzlich von Stücken englischen oder französischen Ursprungs zu reinigen.

Zur Frage der Uraufführungen, deren wesentlichste Voraussetzung selbstverständlich im­mer das Können des Dichters, seine Theater­erfahrung und sein Verlrautsein mit den bestim­menden Kräfte der Bühne sein müsse, äußerte Dr. Goebbels den Wunsch, daß wenigstens die Leiter der großen Theater sich mehr und mehr der Praxis der Auftraggebung zuwenden sollten. Wenigstens einen namhaften Betrag müßten sie jährlich zur Auftragsertei­lung für ein wirksames Bühnenstück an einen jungen bekannten oder auch noch unbekannten Schriftsteller auswerfen können.

Mr Deutsche sind das theaterbesessenste Volk der Erde.

Reichsminisier Or. Goebbels spricht zur Reichstheaierfestwoche in Wien.

Wien, 5.Juni. (DNB.) Die Kundgebung der Reichstheaterkammer im Rahmen der 6. Reichstheaterfestwoche fand in der Wiener Staatsoper statt. Generalmusikdirektor Cle­mens Kraus intonierte die Kundgebung mit der Ouvertüre zu SchubertsRosamunde". Biorica U r s u l e a c sang zwei Hymnen von Hölderlin, vertont von Richard Strauß. Der 1. Satz der Bruck- nerschen Vierten Sinfonie beendete die musikalischen Darbietungen. Dann begrüßte der Präsident der Reichstheaterkammer, K ö r n e r, die Festgäste.

Reichsminister Dr. Goebbels

betrat hierauf das Rednerpult. Er begrüßte Minister Alfieri und führte dann u. a. folgendes aus:

Das deutsche Volk ist das theaterliebendste und theaterbesessenste Volk der Welt. Dr. Goebbels erinnerte daran, wie in einer Zeit, in där die übrige Welt kaum einen nennswerten Beitrag zur Entwicklung des Theaters zugesteuert habe, Les­sing mit seiner hamburgischen Dramaturgie dem Weltrheater überhaupt erst festes theoretisches Ge­füge gab. Er wies nach, wie Deutsche mit den Dramen der Klassik die große bis in unsere Zeit hinwirkende neue Bühnenentwicklung begründeten und einleiteten. In Deutschland habe sich auch zu­erst die Vorstellung von einem stehenden The­ater durchgesetzt. Welch einen Weg hat das deutsche Theater durchschreiten müssen vom Anfangsstadium des wandernden Tespiskarrens bis zu seinem Stand von heute, in dem jede größere Stadt es für ihre selbstverständliche Ehrenpflicht hält, ein eige­nes Theater nicht nur zu besitzen, sondern es auch zu unterhalten und zum Kulturmittelpunkt des kom­munalen und prooinzlichen Lebens zu erheben. Des­halb ist auch die Stellung des deutschen Volkes zum Bühnendichter und zum'Bühnendarsteller seit jeher eine ganz andere gewesen als sie bei anderen Völ­kern überhaupt nur denkbar war. Für uns Deutsche war das Theater niemals eine Stätte billiger Unterhaltung oder frivolen Amüse­ments. Dr. Goebbels schilderte, wie nach dem großen Kriege das deutsche Theater unter der Füh­rung art- und blutfremder Juden einen tragischen Niedergang erlebt habe, wie es jetzt aber in die Zeit seiner glanzvoll st en Wiedergeburt eingetreten sei.

Wir waren nicht nur die Lehrmeister in der edlen Kunst des Theaters, wir find es auch noch und werden es immer bleiben. Denn der Spieltrieb, das Urelement der Theaterleiden, fchaft, steckt uns Deutschen im Blute. Das Thea­ter ist für uns kein bloßer Unter- haltungsgegenstand. Es war und ist und bleibt ein Streitgegenstand, das Objekt hitzigster geistiger Polemik. Denn Theater ohne Besessenheit und Leidenschaft ist kein Theater, sondern nur Schaubühne oder llnterhaltungs- anstatt.

Dr. Goebbels ging auch auf das Verhältnis zwi­schen Film und Theater ein: Es sei nicht anzunehmen, daß der Einbruch des Films tn die Sphäre des Theaters der Bühne auf die Dauer Schaden zufügen könne.Denn das Theater ist noch immer der Zentralpunkt der darstellenden Kunst und wird das auch für die Zukunft bleiben. Wenn der Film mehr in die Weite wirkt, so wirkt das Theater mehr in die Tiefe; und wenn das Theater zeitweilig durch die niederdrückende Kon­kurrenz des Films gezwungen wurde, Irrwege ein­zuschlagen, so kann man schon aus seiner Geschichte mit Beruhigung feststellen, daß es oft Umwege ge­gangen ist, daß es aber auch immer wieder von diesen Umwegen auf den richtigen Weg gefunden ^Auf der großen Tradition der Geschichte des deut­schen Theaters fußend habe das national­sozialistische Reich den neuen Weg in d i e Zukunft gesucht: So lasse der national­sozialistische Staat dem deutschen Theater groß­zügige finanzielle Hilfe angedechen, und so habe er kurz nach der Machtübernahme die hel­fende Hand geboten, als es damals um seine nackte Existenz rang. Damit habe der Staat das Theater aus seiner ideellen Vereinsamung wieder heraus­geführt und es aufs neue mitten hinein i n d a s flutende Leben unseres Volkes gestellt, so habe er aber auch die Menschen des Theaters, die abseits der breiten Millionenmassen standen, wieder in das Volk zurückgeführt und ihnen ihre

heutige soziale und gesellschaftliche Stellung ein­geräumt.

Dr.Goebbels sprach dann von Sinn und Zweck der Reichstheaterfestwoche, die der Oeffentlichkeit einen lleberblick über die Leistungen des deutschen Theaters vermitteln soll und auf der die großen Richtlinien aus- gegeben würden. Wit Stolz und Freude könn­ten wir auf 6 Jahre Arbeit, Leistung und Erfolg zurückschauen.

In den materiellen Ergebnissen der Theaterarbeit seien die ideellen Inhalte des großen Strebens nach einem deutschen Nationaltheater mit enthalten. So sei eine der vornehmsten Sorgen der kulturpoliti­schen Führung des Reiches seit Beginn des national- sozicckistischen Regimes der großzügige Ausbau der Altersversorgung unserer deutschen Kunstschaffenden gewesen. Mit tiefer Be­friedigung könne er feststellen, daß auf dem Gebiet des deutschen Theaterlebens die 5 - P f g. - A b g a b e für jede Theaterkarte allein im Altreich seit ihrem Bestehen schon rund 21 /< Millionen Reichs­mark eingebracht habe. Damit fei die Altersver­sorgung der Bühnenschaffenden hinreichend gesichert. Auch die im letzten Jahr auf gestellte Forderung nach einem jährlichen bezahlten Urlaub für die Bühnenschaffenden sei durch die Urlaubsordnung für das deutsche Theaterleben vom 8. Oktober 1938 erfüllt worden. Ebenso seien die Vorbereitungs­arbeiten für die Reichstheaterakademie, deren Errichtung er im vergangenen Jahre gefor­dert habe, schon so weit fortgeschritten, daß man

Wien, 5. Juni. (DNB.) Reichsminister. Dr. Goebbels hatte für Montagmittag die Leiter der Reichs Propaganda ämter sämt­licher Gaue des Großdeutschen Rei­ches und die Amtsleiter der Reichspropaganda­leitung zu einer Arbeitstagüng nach Wien berufen. Diese Tagung gewann dadurch besondere Bedeu­tung, daß an ihr der als Gast des Ministers in Wien weilende italienische Minister für Volkskultur, Dino Alfieri, gemeinsam mit den Herren seiner Begleitung teilnahm.

Reichsmimsler Dr. Goebbels richtete zunächst herzliche Worte der Begrüßung an Minister Alfieri, der schon seit dem Jahre 1933 mit ihm durch kameradschaftliche Freundschaft ver­bunden sei. Dr. Goebbels sprach dann über den Zweck des diesmaligen Besuches des italienischen Freundes in Wien und die damit eingeleitete noch engere Koordinierung der kulturel­len und propagandistischen Politik Deutschlands und Italiens. Für die Zu­kunft seien in regelmäßigen Abständen ähnliche Be­suche vorgesehen, die abwechselnd einmal auf deut­schem und einmal auf italienischem Boden stattfinden sollen. Im einzelnen wies er nach, welch außer­ordentlichen Wert eine derart enge Zusammenarbeit nicht nur für die beiden befreundeten Völker, son­dern darüber hinaus für den Frieden und für die Sicherheit haben müsse. Er zeigte weiter, wie Faschismus und Nationalsozialis­mus über die Notwendigkeit und über das Wesen sowie die Ziele der Propaganda völlig über­einstimmender Auffassung seien.

Der Minister zeigte dann im einzelnen, wie außerordentlich eng Deutschland und Italien auf allen Gebieten verbunden sind. Die dummdreisten Versuche, die vor allem die Engländer und Fran­zosen immer wieder machten, um auf eine Trennung der Anschauung zu spekulieren, seien deshalb von vornherein zu völliger Aussichtslosigkeit verdammt.

Die beiden Völker wüßten, daß sie gemeinsam unüberwindlich seien, daß sie ideologisch und interessenmäßig auf Gedeih und Verderb Zusam­mengehen mühten, und gemeinsam sähen sie deshalb in überlegener Sicherheit und Ruhe den Gefahren entgegen, die aus einem nervösen und unruhigen Europa erwachsen könnten.

in absehbarer Zeit mit der endgültigen Verwirk­lichung dieses großzügigen Projektes rechnen könne.

Deutschland ist heute wirklich mit weitem Ab- stand das t h e a t e r r e i ch-st e Land der W e l t". Dr. Goebbels erinnerte an die Er­öffnung der neuen Theater in Saarbrücken, Dessau und Zittau; er erwähnte das fast gänzlich neuge­baute Schillercheater in Berlin, er rief die Theater­umbauten und baulichen Ueberholungen yns Ge­dächtnis zurück, die im Lauf der letzten Jahre in Berlin, München, Köln, Bochum, Osnabrück, Lieg- mtz, Greifswald und in Wien durchgeführt worden seien. Er erwähnte die Gründung von bisher 39 Wanderbühnen mit insgesamt 57 Ensembles, mit denen die theaterlosen Städte bespielt werden. Dr. Goebbels hob die Verlängerung derSpiel- 3 c-kt e n für die deutschen Theater hervor. Wäh­rend andere europäische Großmächte zum Teil nicht ein einziges vom Staat geführtes oder wenigstens subventioniertes Theater zu verzeichnen hätten, hät­ten wir in Deutschland alleiä 200 Theater, die vom Reich, von den Ländern oder von den Gemeinden unterhalten würden. Außerdem verzeichneten mir 39 Gaubühnen, 38 Privattheater, 21 Gastspielunter, nehmen, 16 Bauerntheater, 89 Freilichtveranstalter mit Berufsschauspielern, 30 niederdeutsche Bühnen und etwa 90 kleine reisende Privatunternehmen.

Ernste Worte fand Dr. Goebbels zur Frage der Spielplange st a l t u n g. Lobend hob er die aktive und verantwortungsfreu­dige S u ch t ä t i g k e i t der sog.Provinz" hervor, die sich vielfach durch eine besondere künst­lerische Betriebssamkeit und Unternehmungslust auszeichne. Dieser Zustand gereiche freilich manchen

Wir wissen", so rief Dr. Goebbels aus,daß in diesem Verhältnis zwischen Deutschland und Ita­lien zum Glück beider Völker und zum Frieden dieses schwergeprüften Erdteiles die Stabilität Europas ruht. Wir tragen das Schicksal dieses Erdteiles heute in unseren Händen. Ein ungeheurer geistiger Prozeß vollzieht sich heute in Europa, dessen Grundelemente wir zwar kennen, dessen Ent­wicklung wir aber nicht in allen einzelnen Phasen oorausbestimmen können. In dieser Entwicklung stehen mir Nationalsozialisten und F a - schiften nicht nur als die Diener unserer Völker, sondern als die Pioniere einer neuen europäischen Epoche."

Spontan grüßte stürmischer Beifall im Anschluß an die Rede von Dr. Goebbels Minister Alfieri.

Minister Alfieri

betonte in seiner Ansprache, mie sehr die besondere Herzlichkeit der Kundgebungen, die chm bargeboten wurden, ihn erfreut habe. Sehr freundliche und herzliche Worte fand er dann für die Arbeit von Dr. Goebbels.

Das Treffen in Wien, fuhr Exz. Alfieri. fort, soll getragen sein von dem festen Willen, neben den Beziehungen zwischen den beiden Völkern vor allem auch die Zusammenarbeit zwischen den beiden Mi­nisterien zu fördern. Die beiden haben auf den ihnen zugewiesenen Gebieten wichtige Arbeit zu leisten. Mussolini und Hitler haben mit dem Volke und aus dem Volke heraus gekämpft. Deshalb versteht das deutsche Volk so gut Mussolini und das italienische fo gut Adolf Hitler. Der Physiognomie der beiderseitigen Politik entspreche die Propaganda. Sie verfolge ein großes gemeinsames Ziel:

Einheitlich sei der Führungswille, und einheit­lich schlage das Herz der beiden Rationen.

Es sei eine beglückende Tatsache, daß die Mit­arbeiter von Dr. Goebbels in Deutschland ebenso wie die seinen in Rom nichts anderes wollten, als sich würdig zu erweisen des Vertrauens des Füh­rers und des Duce.

Die Anwesenden standen völlig unter dem Ein­druck der mitreißenden Ausführungen des Ministers, und als er geschlossen hatte, zeigte chm stürmischer, nicht endenwollender Beifall, mie sehr er nicht nur die Köpfe, sondern auch die Herzen aller gewonnen hatte.

Weiter griff Dr. Goebbels die Frage des Büh* nennachwuchses auf. Auch hier ist nicht das Lebensalter, sondern das Können entscheidend. Sehr deutlich zog Dr. Goebbels den Trennungsstrich zwischen dem wirklichen Genie, das sich immer wie-

Morgens a/s Erstes

Chlorodont

abends als Letztes

der mit einer großen Summe von Fleiß paaren müsse, und der Sorte junger Leute, die sich nur genialisch gäben, denen aber der innere Dämon, die Kraft der Konzeption und die Stärke des visionär sicheren Einfühlungsvermögens fehlten.

Dann formulierte Dr. Goebbels die Forde­rungen, deren Verwirklichung ihm für das kommende Arbeitsjahr des deutschen Theaters als erstrebenswert und durchführbar er­schienen:Es soll sichergestellt werden, daß dem Bühnenschaffenden, die viele Jahre an derselben Bühne tätig waren, wenn eine Verlängerung ihres Vertrages künstlerisch nicht mehr vertretbar er­scheint, in einer angemessenen Frist ihnen dies vor­her mitgeteilt wird. Es soll zweitens sichergestellt werden, daß den Bühnenschaffenden, die sich zur Erfüllung der Aufgaben der Reichstheaterkammer dem Betriebe ehrenamtlich zur Verfügung stellen, daraus keine Nachteile entstehen. Unbeschadet die­ser Sicherstellung sind die bereits laufenden Vor­arbeiten für die Neuordnungdes gesamten Arbeitsrechtes der Bühne im kommenden Iahte durch neue tarifliche Regelungen durchzufüh­ren.

Damit richte ich neben diesen Forderungen noch folgende Bitten an die Theaterleiter selbst. Ich bitte Sie, in Zukunft nicht nur Ein- und Zweijahresverträae abzuschließen, sondern den Ver­such zu machen, Ihre künstlerischen Mitarbeiter auf längere Zeit an Ihr Institut zu binden. Ich bitte Sie weiterhin, sich eine umfassende Mitar­beit unserer deutschen Dichter und Komponisten zu sichern, deren Förderung und Betreuung nicht allein Sache des Staates sein kann. Es ist das auch Ihre Sache, für die Sie schon des­halb mitverantwortlich sind, da Sie ja auch in den Genuß der Ergebnisse dieser Arbeit kommen. Und ich bitte Sie. weiterhin, die von uns in Angriff ge­nommenen Umschulungsarbeiten für engagements- los gewordene Bühnenkünstler weitestgehend zu un­terstützen, da nur auf diese Weise die Ausheilung sozial sonst unheilbarer Schäden gefunden werden kann."

Zum Schluß kam Dr. Goebbels noch einmal auf das Verhältnis zwischen Volk und Theater zu sprechen.

Es gelle auch, die Wttlionenschichlen unseres

Volkes in die Thealer hineinzuführen, die es bisher nur vom Hörensagen kennten. Wenn un­sere Theater heule zu klein würden, um diese Willionenmassen zu fassen, dann würde in den neuen Theatern der Zukunft das Theaterbedürf­nis des ganzen Volkes befriedigt werden kön­nen.

In einem zündenden Appell wandte sich Dr. Goebbels an alle Bühnenschaffenden im ganzen Reich: Schenken Sie diesem Volke Ihre ganze große Leidenschaft. Es ist des Schweißes seiner Besten wert. Das Leben gebiert die menschlichen Leiden­schaften, und nur aus ihnen kann die wahre Kunst entspringen. Sehen Sie im Leben die große Lehr­meisterin der Kunst und geben Sie sich seinen For­derungen mit der ganzen Inbrunst Ihres Herzens hin. Sie wollen das Leben auf die Bretter bannen, die die Welt bedeuten, auf daß der Zuschauer er­schüttert und erhoben erkenne, wie dieses allmäch­tige Leben durch Sie in neuer Gestalt vor seinen Augen erscheint und ihm einen Abglanz dessen ver­mittelt, was groß und mächtig in uns allen wirkt. Das ist der Weg der deutschen Bühne. An seinem Ende steht das Ziel, ewig gleich und ewig groß: Das deutsche Volks- und National­theater!

Die Erklärungen des Ministers lösten stürmischen Beifall aus.

Pioniere einer neuen Epoche.

Neben die verbündeten Heere tritt die verbündete Propaganda.