Ausgabe 
6.5.1939
 
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Ministerium General Dolle angenommen. Dieser erklärte: Die faschistische Luftwaffe stelle mit der größten Entschlossenheit und im vollen Bewußtsein ihrer in zwei Kriegen erprobten Stärke sich die Hauptaufgabe, den italienischen Luftraum bis zum Letzten zu verteidigen. Der Bau der italienischen Flugzeug« werde heute bereits bis auf einen ver­schwindenden Prozentsatz t m L a n de durchgeführt. Außerdem sei die italienische Industrie heute bereits in der Lage, einen idealen Betriebs st off zu liefern, der auch die Anlage von Reserven für Kriegszeiten ermögliche. Die Lieferverträge über ausländisches Benzin seien daher von der Luftwaffe seit Dezember vorigen Jahres ausge­setzt worden. Die letzte Benzinladung aus Nord­amerika fei Anfang Januar in Italien einaetroffen. Die Sprengstoffe der italienischen Luftwaffe seien hundertprozentig heimische Erzeugnisse. General Valle schloß mit einem ehrenden Gedenken an die 174 in Spanien gefallenen italienischen Flieger. Der Geist der italienischen Jagdflieger zeige sich am schönsten in der Tatsache, daß in Spanien 943 feindliche Flugzeuge vernichtet wurden, denen nur der Verlust von 86 italienischen Flugzeugen gegenüberstehe.

Irland und die Wehrpflicht.

Der britische Ministerpräsident Chamberlain hat Nordirland von der Einführung der eben in England beschlossenen Wehrpflicht f r e i g e - stellt. Nordirland ist englisches Saatsge­biet und gehört nicht zum Freistaat Irland. Seine Bewohner sind zum Teil englische und schot­tische Einwanderer, die mit der Zähigkeit von Kolo­nisten ihre Sonderstellung gegenüber dem irischen Freistaat vertreten. Ein scharfer konfessioneller Gegensatz zwischen diesen ausgeprägt protestanti­schen Einwanderern und den katholischen Iren kommt hinzu. Die Regierung des irischen Freistaa­tes stützt sich bei ihrer Forderung nach Eingliede­rung Nordirlands. m das selbständige Gesamtirland auf die geschichtlich beglaubtigte Tatsache, daß die alteingesessene irische Bevölkerung von den zuge­wanderten Engländern und Schotten verdrängt wurde. Wenn nun Chamberlain dem irischen Ver­langen nach Freistellung der sechs Grafschaften Nordirlands von der Wehrpflicht entspricht, so an­erkennt er tatsächlich in einem sehr erheblichen Um­fang den irischen Anspruch. Und zwar hat diest Anerkennung durchaus nicht nur moralische, sondern auch rechtliche Bedeutung; denn gerade England hat seine ganze Rechtsentwickluna auf sog. Präze­denzfälle aufgebaut.Präzedenzfall" läßt sich am besten mit einem Ausdruck unserer Behördensprache wiedergeben, mit dem belieüt-gefürchteten Wort: Vorgang". Es ist deshalb verständlich, daß die Er­klärung Chamberlains im Unterhaus als Sensation empfunden wurde.

Oie Amerikareise

des englischen Königspaares.

London, 6. Mai. (Europapreß.) Am Vorabend der Abreise nach Amerika gaben König Georg und Königin Elisabeth im Buckingham-Palast ein Abend­essen für die königliche Familie. An dem Essen nah­men neben der Königinmutter Mary die Herzogs­paare von Gloucester und Kent teil. Die Presse sucht der Reise des Königspaares eine besondere Bedeutung für die Beziehungen Englands zu Ka­nada und den Vereinigten Staaten zu geben. König Georg hat einen Staats rat ernannt, der die Funktionen des Königs während seiner Abwesen­heit übernimmt. Der Staatsrat setzt sich aus der Königinmutter, dem Herzog von Gloucester, dem Herzog von Kent, Prinzessin Viktoria Alexandra und Prinz Arthur von Connaught zusammen. Wenn der Staatsrat auch weitreichende Vollmachten besitzt, so sind ihm doch gewisse Beschränkungen auferlegt. Er hat z. B. nicht das Recht, das Parlament aufzu­lösen, es sei denn, daß der König persönlich die Anweisung hierzu gibt.

Verschärfung der Kohlenkrise in den Vereinigten Staaten.

Neuyork, 6.Mai. (Europapreß.) Die durch den tBraun kohlen arbeiter st reit verursachten 'Derkehrseinschränkungen bei den Neuyorker Hoch- lund Untergrundbahnen führten in den Hauptver- lkehrsstunden am Freitag zu erheblichen Stö­rungen. Auf vielen Stationen mußte die Polizei unter den sich um die wenigen Züge drängenden Menschen die Ordnung wiederherstellen. Störungen ernsterer Art werden für den Fall befürchtet, daß auch der Wochenendverkehr noch unter Ren Einschränkungsmaßnahmen stehen sollte. Es ist -nicht ausgeschlossen, daß auch die Arbeiter der Steinkohlenbergwerke in den Streik (treten. Damit wäre dann b i e gesamte ame­rikanische Bergwerksindustrie still- pelegt. Schon jetzt beschlagnahmen die Eisen- vahngesellschaften die ihnen zur Beförderung zu- iflefübrten Steinkohlenmengen, um wenigstens ihre Betriebe aufrechterhalten zu können. Die Zahl der ttreikenden Kohlenarbeiter in den verschiedenen Ge­rieten des Staates Pennsylvanien beträgt bereits ine halbe Million.

Kleine politische Nachrichten.

In Kassel führten deutsch-italienische Hndustriebesprechungen im Rahmen einer llrbeitstaguna der industriellen Spitzenorganisatio- ten beider Länder zu sehr befriedigenden Ergeb- lissen. Besprechungen weiterer Industriezweige wur­den für die nächste Arbeitstagung, die in Italien > tattfinden wird, vorbereitet.

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Seit Anfang 1937 haben auf Initiative der , Deutsch-Niederländischen Gesellschaft verschiedene Male in Deutschland und den Niederlanden Zusam­menkünfte zwischen führenden Persönlichkeiten der ieutschen und der niederländischen Wirtschaft stattgefunden, um die Kenntnis des Wirtschaftslebens beider Länder zu erweitern und fmanzielle und wirtschaftliche Fragen zu erörtern. (Soeben schloß eine solche Tagung in Amsterdam mit < nem Frühstück ab, das die Handelskammer Amster- iam den Teilnehmern gab, und einem Besuche des

I Meringermeerpolders.

Reichsarbeitsminister Seihte hat nach weiteren : Besprechungen mit führenden Persönlichkeiten der j Korporationen und des faschistischen Dersicherungs- ricfens den offiziellen Teil seines Besuches in Jta- I hen abgeschlossen. Er wird am Sonntagabend die ».Rückreise nach Deutschland antreten.

Höchstgeschwindigkeiten für Kraftfahrzeuge.

B erlitt, 5. Mai. (DNB.) Der Chef der Ord­nungspolizei, ^-Obergruppenführer General der Polizei Daluege, erklärte der Presse, innerhalb der letzten Woche hat sich eine große Zahl schwerer Verkehrsunfälle mit zahlreichen Toten und Schwerverletzten ereignet. Angesichts dieser Tatsache und bei der Unvernunft so vieler Kraftfahrzeugführer waren einschneidende Maßnah­men erforderlich. Der Führer hat daher eine B e - grenzung d e r Fahrgeschwindigkeiten für Kraftfahrzeuge befohlen. Eine Aenderung der Straßenverkehrsordnung fetzt vom 7. Mai 1939 ab für den Kraftfahrzeugverkehr folgende h ö ch st - zulässige Fahrtgeschwindigkeiten fest:

Innerhalb geschloffener Orf- schäften: für Personenkraftwagen sowie Krafträder mit und ohne Beiwagen 60 km je Stunde; für Lastwagen, Omnibusse und alle übrigen Kraftfahrzeuge 40 km je Stunde.

Außerhalb gefchlofsener Ort- schoflen und auf allen Reichs aulo- bahnen: für Personenkraftwagen sowie für Krafträder mit und ohne Beiwagen 100 km je Stunde; für Lastkraftwagen, Omnibusse und alle übrigen Kraftfahrzeuge 70 km je Stunde. Die Polizeibehörden sind angewiesen worden, die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeiten durch

motorisierte Streifen auch in Zivil und mit Kraftfahrzeugen ohne Polizei-Männer wirk- fam 3_u Überwachen. Die Partei, besonders das NSKK., werden bei der Ueberwachung mit­wirken. Ueberschreitung der Höchstgeschwindigkeiten wird in der Regel mit Polizeistrafen nicht unter 20 Reichsmark, in schweren Fällen darüber hinaus mit Entziehung des Führerscheines geahndet werden. Die Polizei wird jedoch keines­wegs kleinlich verfahren. Sie wird berücksichtigen, daß in gewissen Derkehrslagen eine vorübergehende Ueberschreitung der höchstzulässigen Fahrtgeschwm- digkeit zur Umgehung drohender Der- kehrsgefahren sogar'notwendig sein kann.

Bei den Kontrollen werden die Polizeistreifen auch dem vorschriftsmäßigen Rechtsfahren und Ueberholen ihre besondere Aufmerksamkeit zu­wenden; beides läßt, namentlich auf den großen Durchgangsstraßen, noch sehr zu wünschen übrig. Verstöße gegen die Vorschrift des Rechtsfahrens haben in den letzten Wochen wiederholt zu schweren Verkehrsunfällen geführt. Der Volksgenosse muß endlich einsehen, daß scharfes Rechtsfahren die un­bedingte Voraussetzung für einen geordneten, rei­bungslosen und damit sicheren Straßenverkehr ist. Die Maßnahme der Geschwindigkeitsbegrenzung trifft nicht den vernünftigen, d. h. rücksichtsvollen und einsichtigen Volksgenossen, der auch schon bisher nicht schneller gefahren ist.

Buernhochtied" zeugen von seiner tiefen Kenntnis her heimischen Volksseele. Auch das Riesenwerk des M ecklenburgischen Wörterbuche s", bei dessen Herausgabe Professor Dr. Teuchert mit einem ganzen Stab von Mitarbeitern die Wossid- losche Zettelsammlung auswertete, wäre ohne die umfassende Vorarbeit desVolksprofessors" undenk­bar und wurde so zum bleibendenWossidlo-Denk- mal". Die Landesuniversität Rostock ernannte ihn zum Ehrendoktor. Zweimal bekam er denJohn- Brinckmann-Preis". Die Preußische Akademie der Wissenschaften ehrte ihn durch die silberne Medaille.

3nfernaHona(er Kongreß für Mililärmedizin und Arzneikunde in Washington.

Am 7. Mai beginnt in Washington der 10. In­ternationale Kongreß für Militär- Medizin und Arzneikunde. Deutschland ist durch eine Abordnung von Sanitätsoffizieren der drei Wehrmachtsteile unter Führung des Heeres- Sanitätsinspekteurs, Generaloberstabsarzt Professor Dr. Waldmann vertreten. Verhandlungsgegen­stände sind Organisation und Aufgaben des Sanit tätsdienftes bei kolonialen Unternehmungen; Schätzung der Kriegsverluste uub Methoden zu ihrer Errechnung; Praktisches Verfahren der Schmerz­betäubung im Kriegssanitätsdienst; Behelfsmäßige Behandlung von Unterkieferbrüchen.

Aus aller Wett.

Hundert Menschenleben fielen denVersicherungsmördern" in Philadelphia zum Opfer.

In Philadelphia führte die schon seit Wochen andauernde Untersuchung der grauenhaftenGe­schäftsmethoden" einer organisierten Bande von sogenannten Versicherungsmördern, de- nen nach vorsichtigen Schätzungen der Staatsanwalt-

Auf dem Gelände des bisherigen Sendegebäudes vollzog Reichsintendant Dr. Glasmeier in Gegenwart zahlreicher Ehrengäste den ersten Spa­tenstich für den Neubau des Reichssenders Breslau.

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Die französische Regierung hat den Beamten des italienischen Konsulats in Toulon, Carlo Vatteroni, ausgewiesen. Die gleiche Maßnahme war be­reits gegen die Sekretärin des italienischen Konsuls in Toulon ergriffen worden.

Oie Gaukuliurwoche.

Am Samstag.

Frankfurt, Kleiner Saat Sa al bau, 17 Uhr: Gründungsfeier der Gauarbeitsgemein- schäft für Fest- und Feiergestattung. Es sprechen: Gaukulturwart Conrad, Reichsamts­leiter Kaiser (München), Gauleiter und Reichsstatt- haLter Sprenger. Großer Saal Saalbau, 20 Uhr: Eröffnung der Gaukulturwoche Hessen-Nassau. Es sprechen: Gaupropagandaleiter und Landeskul- turmalter Stöhr, Gauleiter ' und Reichsstatthalter Sprenger, Reichshauptamtsleiter Professor Dr. Groß über das ThemaRasse und Kultur". Verkündung des Trägers des Gaukulturpreises Hessen-Nassau.

Am Sonntag.

Frankfurt, Reichssender, 10 Uhr: Morgen­feier der HI. Es spricht Gebietsführer Brandt.

Kunstausstellungshaus, Bockenheimer Landstr. 8, 11.30 Uhr: Eröffnung derG a u au sste l lu n g für bildende Künste". Werke der Malerei, Bildhauerei, Graphik, des Kunsthandwerks und Kunsthandels aus dem Gau Hessen-Nassau. Durch­geführt vom Landesleiter für bildende Künste und der Stadt Frankfurt a. M.

Großer Saal Saalbau, 20 Uhr: Dichter der SA. lesen. Es liest SA.-Standartenführer Ger­hard Schumann aus eigenen Werken.

Reichs send er, 20.10 bis 22 Uhr: Festkonzert. Werke von Beethoven, Wagner, Lürmann, Reger und Frickhöffer. Ausgeführt vom großen Orchester des Reichssenders unter Mitwirkung von Frankfurter Solisten und unter Leitung von Otto Frickhöffer.

Wiesbaden, Paulinenschlößchen, 11 Uhr: Er­öffnung der AusstellungLebendiges Theater im Gau Hessen-Nassa u".

Kuichaus, 20.30 Uhr: Großes Mais est. Ge­selliger Abend mit Tanz. Festgestaltung: Die Ge­bietsführung der HI. und der Obergau des BDM.

Darmstadt, Hessisches Staatsarchiv, 9.30 Uhr: Eröffnung der AusstellungSchule und Volks­tum". Es spricht Ministerialrat Ringshausen.

Gießen, Stadttheater, 11 Uhr: Uraufführung des SpielesDer Prinz Eugen" von E. W. Möller, verbunden mit einer Feierstunde der Partei. Der deutschen Frau und Mutter.

Weihe der Gaubräute- und Gauheimmütterschule in Weilburg.

NSG. Auf dem Webersberg in Weilburg an der Lahn weihte Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger die erfte Gaubräute- und Gauheirnrnütterschule des Gaues Hessen- Nassau ein. Der Bürgermeister übergab der Gau- frauenschastswalterin, Frau Westernacher, den Schlüssel zum Heim. Diese dankte bann allen, bie burch ihren Einsatz an her Errichtung der Schule m'itge- holfen haben. Die Schule solle nicht nur bie Bräute für bie Ehe vorbereiten, fonbern auch zweimal im Jahr Mütter aufnehmen, um sich ,5u erholen und das Wissen über hauswirtschaftliche und gesund­heitliche Fragen zu vertiefen. Die Grüße der Reichs­frauenführerin überbrachte bie Hauptabteilungs­leiterin für ben Mütterdienst in her Reichsfrauen­führung, Fräulein Röpke. Sie wünschte, baß die neue Schule ein Mahn stein sei an eine große Zeit, in her deutsche Männer bereit waren, sich für die Ehre, Größe und Stärke des Deutschen Reiches einzusetzen. Mit Freude stellte sie fest, daß die Schule für die Erstellung von Stätten zur Er­ziehung tünftiger deutscher Mütter bahnbrechend für ben Gau Hessen-Nassau sei, eine weitere der­artige Schule werbe nun auch in Gießen er­richtet werben. *

Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger dankte her Reichsfrauenführung unb der Gaufrauen­schaft, ben deutschen Bräuten ein so schönes Heim erstellt zu haben. In ben Mittelpunkt seiner wei­teren Ausführungen stellte er bann bie Forderung, daß die zukünftigen Frauen ihr Heim so gestalten unb ihre Pflichten in her Familie so erfüllen sollen, wie es bie nationalsozialistische Weltanschauung ver­langt. Zur Erfüllung dieser Aufgaben würden bie Bräute in der neuen Schule das notwendige Rüst­zeug erhalten. Mit diesen praktischen Werten, wie sie die neue Schule darstelle. zerstörten wir auch ben Geist der Vergangenheit. Mit ben Worten:Diese Schule sei geweiht her deutschen Frau und Mutter und damit dem deutschen Kinde unb dem deutschen Volk" über gab her Gau­

leiter die Schule ihrer Bestimmung. Nach her Feier besichtigten der Gauleiter unb bie Gäste die Schule, die vollste Anerkennung fand.

Mechtswahrer-Lehrgang auf der Gauschule Vogelsberg.

NSG. Auf der GauschuleVogelsberg" in B a d Selters (Oberhessen) veranstaltete das Gaitzrechts- amt HessenMasiau der NSDAP, einen Lehrgang, an dem rund 40 Rechtswahrer aus dem Gau Hessen-Nassau teilnahmen. Im Verlaufe der Schu­lungswoche, bei deren Eröffnung der Stellvertre­tende Gauleiter Linder über die Aufgabe her Rechtswahrer in Bewegung und Staat sprach, hör­ten die Teilnehmer zahlreiche bedeutsame Vorträge über weltanschauliche, geschichtliche, politische und rechtliche Themen. Die behandelten Fragen wurden jeweils in eingehender Erörterung verarbeitet. Zur Vertiefung der geschichtlichen Vorträge wurden bie Ausgrabungen auf der Glauburg besichtigt. Der Lehrgang schloß mit einer Ansprache des stellver­tretenden Gauführers des NSRB., Dr. Hecker.

Hilgenfeldt dankt

den ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Berlin, 5. Mai. (DNB.) Hauptamtsleiter Hil­genfeld hat nach Beendigung des letzten WHW. an die ehrenamtlichen Helferdes Winter- h i l f s w e r k e s des deutschen Volkes folgenden Aufruf erlassen:

Meine Mitarbeiter unb Mitarbeiterinnen! Das erste Winterhilfswerk des Großdeutschen Reiches liegt hinter uns. Es ist im Hinblick auf die großen geschichtlichen Ereignisse ein st o lz e r Erfolg ge­worden. Dieses Ergebnis war nur möglich durch Eure unermüdliche treue Mit­arbeit. Ihr habt als Gefolgsmänner des Führers Eure Pflicht getan. Euer Dank ist her Er­folg der Arbeit. Ich weiß, baß Ihr ebenso in den kommenden Wochen und Monaten Euch für die großen Aufgaben der Nationalsozialistischen Volks­wohlfahrt einsetzen werdet."

' Kunst und Wissenschaft.

Frankfurt ehrt Hans pfihner.

Hans P s i tz n e r weilte an seinem 70. Geburts­tage in Frankfurt a. M., der Stadt, in der er zwei Jahrzehnte lebte, seine elften Werke schrieb und der er sich besonders verbunden fühlt, um am Abend seines Geburtstages der Premiere herRose vom Liebesgarten" belzuwohnen, bie er neu bearbeitet und deren Inszenierung er selbst überwacht hat. In einer Fei erstünde ehrte die Stadt den 70jährigen Meister. Bürgermeister Bremmer würdigte seine Verdienste um das deutsche Musikleben, insbesondere auch um das Musikleben der Stadt Frankfurt a. M., die sich glücklich schätze, in der Gaukultur- woche des Gaues Hessen-Nassau eine Reihe seiner Werke aufführen zu können. In Anerkennung der hohen Verdienste des Meisters überreichte Bürger­meister Kremmer Hans Pfitzner die Goethe- Plakette, die höchste Auszeichnung, bie bie Stadt Frankfurt neben dem Goethepreis, ben Pfitzner bereits 1934 erhielt, zu vergeben hat. Generalintendant Meißner grüßte Hans Pfitzner als wegweisenden Kämpfer, als Musikschöpfer und als Dirigenten. Um Pfitzner die Dankbarkeit der Städtischen Bühnen zum Ausdruck-- zu bringen, er­nannte ihn der Generalintendant zum Ehrenmit­glied der Frankfurter Bühnen. In bewegten Worten dankte der 70jährige Meister für bie Ehrungen. Es gereiche ihm zur besonderen Freude, Ehrenmitglied her Bühne zu sein, an der sein Vater lange Jahre gewirkt hat. Das schönste Geschenk zu seinem 70. Geburtstag aber sei die Aufführung seines Lebens­werks, die nun zum ersten Male in Frankfurt am Main stattfinden werde. 40 Jahre habe er gewartet, bis er nun an seinem 70. Geburtstag bas Werk zum ersten Male auf der Bühne sehe. Sein Dank an bie Stadt Frankfurt für dieses schönste Geschenk möge der sein, daß sie es nie bereue, feine Werke auf­geführt zu haben. Anschließend trug sich Pfitzner in das Goldene Buch her Stadt ein.

Mecklenburg trauert um seinenBolksprofesfor".

In Waren (Müritz) starb der weit über Mecklen- burgs Grenzen hinaus bekannte mecklenburgische Heimatforscher Professor e. h. Richard Wossiblo im 81. Lebensjahre. Professor Wossidlo, der einer alten mecklenburgischen Landwirtsfamilie entstammt und am 26. Januar 1859 in Friedrichshof bei Tessin geboren wurde, war der bedeutendste volkskundliche Sammler Deutschlands, dem zahlreiche Ehrungen aus her wissenschaftlichen Welt zuteil wurden. In ben Herzen der Mecklenburger war und bleibt er derProfessor des Volkes". Das Kernstück seiner Lebensarbeit ist seine Sammlung mecklen­burgischer V o l k s f a g e n , in der er in 54 Jahren in unermüdlicher Arbeit alles erreichbare Material auf diesem Gebiete zusammentrug. Seine beiden oft gespielten VolksstückeEin Winterabend in einem mecklenburgischen Bauernhause" und

schäft rund 10 0 Menschenleben zum Opfer fielen, zur Verhaftung eines Mannes, der beschuldigt wird, im Juli 1934 einen gewissen Rafael Caruso ertränkt zu haben. Die Zahl der Verhafteten ist hiermit auf 17 gestiegen. Einer der bereits schuldig befundenen Rädelsführer namens Petrillo wies unter dem Namen Hermann Ca­ruso bie Versicherungspolice zur Einlösung vor, bie ebenso wie viele andere ausbezahlt würbe. Aus den Aussagen geht hervor, baß die meisten Opfer ver­giftet wurden; andere wurden durch Automobile überfahren, wieder andere erschlagen. Der Lieferung des Giftes verdächtig ist der jüdische Arzt Perl- man, dessen Vernehmung andauert.

Schrecklicher Tob eines zehnjährigen Jungen.

Auf furchtbare Weise kam in Koblenz ein zehn­jähriger Junge zu Tode. Einige Kinder spielten mit einem Handkarren, ben sie als Schaukel benutzten. Der Karren setzte sich plötzlich in Bewegung und geriet gegen zwei Spiegelglasscheiben, bie in Trüm­mer gingen. Ein zehnjähriger Junge, der auf dem Holmen faß, wurde buchstäblich unter den scharfen Glasscherben begraben. Mit stark blutenden Ver­letzungen und einem Schädelbruch, ben er sich beim Aufschlagen auf ben Rahmen der Scheiben zuge­zogen hatte, wurde er ins Krankenhaus gebracht, wo er nach einer halben Stunde ft a r b.

Feuer auf einer Walchensee-Insel.

Dieser Tage mietete ein Mann aus Augsburg in einem Urfelder Hotel einen Kahn und fuhr gegen bie im Walchensee gelegene Insel Sassau. Bald barauf stiegen von her Insel mächtige Rauchwolken auf. Die Nachforschungen ergaben, baß bas einzige auf der Insel befindliche Landhaus in hellen Flammen stand. Trotz rascher Hilfe der Feuer­wehr brannte das Gebäude bis auf bie Grund­mauern nieder. Während man den Kahn am Ufer fand, fehlt von dem Mann selbst, der in Urfeld einen Abschiedsbrief hinterließ, jede Spur.

Französische Wollspinnerei eingeäscherl.

In der nordfranzösischen Industriestadt Tourcoing brach in der großen Wollspinnerei Synave eine riesige Feuersbrunst aus, die trotz der an­gestrengten Bemühungen der Feuerwehr bie Fabrik mit ihren großen Vorräten in Schutt und Asche legte. Der Schaben wirb auf mehrere Millionen Franken beziffert.

Wetterbericht

Während sich vom Westen her Störungsfronten mit Regen bis nach Ostfrankreich und von Osten her nach Deutschland bis in bas Wesergebiet vorge­schoben haben, liegt unser Bezirk im Bereich eines Zwischengebietes mit verhältnismäßig freundlichem Wetter. Die Gesamtentwicklung läßt jedoch auch bei uns das Aufkommen unbeständigen Wetters er­warten.

Vorhersage für Sonntag : Veränderlich, zeitweise auch stärker bewölkt und Regenneigung bei in Richtung veränderlichen Winden, für bie Jahreszeit etwas zu kühl.

Vorhersage für Montag: Wechselhaftes, zu einzelnen Niederschlägen geneigtes Wetter.

Lufttemperaturen am 5. Mai: mittags 14,3 Grab Celsius, abends 7,9 Grad; am 6. Mai: morgens 5,6 Grad. Maximum 14,8 Grad, Minimum heute nacht 3,5 Grad. Erdbodentemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Mai: abenbs 13,7 Grad; am 6. Mai: morgens 10,2 Grad. Sonnenscheindauer 8,4 Stunden.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik unb bie Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 39: 9530. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts­druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis­liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.