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Don unserer Berliner Schristleitung.
Ev. $ erlitt, 8, April 1939.
unb über ihm eine Galerie, die zusammen etwa tausend Personen fassen. Die Damen überwiegen bei weitem unter den Zuschauern. Die eleganten Frühjahrs-Toiletten und bie duftigen Hutgebilde unterstreichen den betont gesellschaftlichen Charakter bcs Bildes. Die Diplomatenloge ist dicht besetzt. Schon vor 14 Uhr sind die Ränge mit den rotgepolsterten Ledersitzen der Abgeordneten und Senatoren besetzt. Punkt 14 Uhr erscheint Kammerpräsident cherriot, dem die gesamte Linke bis zur Mitte einhellig Beifall klatscht, -erriot setzt sich auf eine rückwärtige Bank der Linken. Unmittelbar vor ihm sitzt Paul-Boncour, der im parlamentarischen Leben wenig heroortritt, seitdem er dem Senat angehört. Richt weit von ihm sitzt auch Leon Blum. Die Mitglieder des Kabinetts sitzen aus
der Marseillaise.
In politischen Kreisen hatte man mit etwa 500 Stimmen für Lebrun gerechnet. Aus dem Wahlergebnis geht einwandfrei hervor, daß die Intrigen, die in letzter Stunde gegen Lebrun gesponnen worden waren, ihre Wirkung nicht verfehlt hatten. Außer den Kommunisten und Sozialisten, deren Stimmenzahl in Kamüier und Senat auf etwa 260 zu veranschlagen ist, hat sich eine starke Opposition von rund 140 Volkstretern nicht bereitfinden können Lebrun als nationalen Einheitskandidaten ihre Stimme zu geben. Diese Oppositionsstimmen durften vor allem bei der Sozialistisch-Republikanischen Union, zu einem großen Teil aber auch bei den Radikalsozialisten zu suchen sein, also bei der Partei des Ministerpräsidenten Daladier, obwohl sich dieser stark für die Kandidatur Lebruns eingesetzt hat. Die letzte Fraktionssitzung dieser Partei unmittelbar vor der Wahl war stürmisch und ergebnislos verlausen. Der lärmende Ausgang der Korn
greß-Sitzung mochte in den Wandelgangen einen schlechten Eindruck und wurde lebhaft bedauert. Programmgemäß begaben sich SenHtspräsident und Kammerpräsident in den Elysee-Palast, um dem Präsidenten Lebrun das Wahlergebnis mitzuteilen und ihn zu seiner Wiederwahl zu beglückwünschen.
Verwendung erfordert keinerlei / Nachbehandlung. ;
Die deutschen Hochschulen veranstalten Ende Juni in Graz den Tag der Wissenschaft. Der Reichserziehungsminister hat die Hochschulen von Graz mit der Durchführung dieses Tages beauftragt. *
Der Reichsverkehrsminister und Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn hat den Nachgeordneten Stellen der Deutschen Reichsbahn die 3ufam« menarbeitmitderDeutschen Arbeitsfront nochmals besonders nahegelegt und die zur Leistungsfärderung bereits ergriffenen und noch in Aussicht genommenen Maßnahmen zusammenfassend dargestellt. *
Paris. 5.April. (Europapreß.) Der bisherige Präsident der Republik. Albert Lebrun, ist von der Nationalversammlung in Versailles am Mittwoch mit 506 Stimmen im ersten Wahlgang wiedergewählt worden. Das endgültige Ergebnis der Wahl, das kurz vor 18 Uhr bekannlgegeben wurde, zeigt folgendes Bild:. 910 Stimmen wurden abgegeben, davon waren 6 ungültig. Die absolute Mehrheit betrug 453. Von den 904 gültigen Stimmen entfielen 506 auf Lebrun. 151 auf den Sozialisten Bedouze. 75 auf den Kommunisten Marcel Eachin, 57 auf den Senator <5o- dard. 53 auf Kammerpräsident Herr) ot, 15 auf den früheren Kammerpräsidenten Voulsson, 10 auf den Abgeordneten Pietri und 3 auf den früheren Minister Oueuille. 35 Stimmen waren zersplittert.
Ein großer Tag in Versailles.
Don unserem E J -Korrespondenten.
Paris, 5.April.
DOPPELPACKUNG
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INHALT ■ >• 2 eturtl FÜR *WH HAARWISCI
den ersten Bänken.
Im selben Augenblick, als Ministerpräsident Da- > lädier zusammen mit Finanzminister Paul ■ Reynaud sich neben die anderen Minister setzten, hat Senatspräsident Ieanneney, der die Nationalversammlung leitet, den Vorsitz übernommen. Er verliest das Dekret über die Einberufung der Nationalversammlung zur Wahl des Präsidenten der Republik. Sodann werden durch das Los die 36 Stimmenzähler bestimmt. Schließlich öffnet Präsident Jeanneney ein Buch. Der erste Buchstabe auf der von ihm aufgeschlagenen Seite ist em „L und dementsprechend beginnen die Senatoren und Abgeordneten, deren Namen mit „L" an fängt, mit der Abstimmung. Als Erster gibt der Abgeordnete Labbe von der Republikanisch-Sozialistischen Union seine Stimme ab. Nacheinander werden die anderen Mitglieder der Nationalversammlung zur Stimmabgabe aufgerufen. Als der Buchstabe ,,M an die Reihe kam, wurde der kommunistische Abgeordnete Marty, der wegen seiner Tätigkeit in Spanien lebhaften Angriffen ausgesetzt ist, von den Pfiffen seiner politischen Gegner empfangen, auf die die Kommunisten mit Beifallsrufen antworten.
Der Wahlakt dauerte nur zwei Stunden. Die aufgerufenen Parlamentarier bestiegen die Tribüne und übergaben ihre weiße Kontrollkugel dem Quaestor, um dann den Stimmzettel in die Urne zu werfen. Die sofort vorgenommene Stimmenzählung ergab bereits kurz vor 17 Uhr eine einfache Stimmenmehrheit für den bisherigen Präsidenten Lebrun. Als Präsident Jeanneney nach der Zählung die Wiederwahl Lebruns zum Staatsoberhaupt bekanntgab, erhob sich auf der einen Seite des Hauses Beifall, während die Linke in laute Ruse „Demission Lebruns Demission Lebruns!" ausbrach. Die Rechte und die Mitte erwiderte die Rufe der Linken mit
breitet worden feien, Panik in anderen Ländern zu schaffen. Wohl könne keine vorsichtige Person und auch nicht der Erste Lord der Admiralität derartige Gerüchte offen ignorieren. Aber könnte eine Regierung nicht selbst den Weg inben, um eine übertriebene Auslegung derartiger Gerüchte zu verhindern, bevor man ihnen in der ganzen Welt Glauben schenke?
EntschiedeneAbsageHottands
h Diese und ähnliche Lügen, dazu bestimmt, die Einkreisungspolitik Englands zu fördern, sollten eigentlich jene kalt lassen, die sie erfinden um damit bestimmte Ziele zu erreichen. Stattdessen werden sie von ihren Erfindern zum Ausgangspunkt panikartiger Mobilmachungsbefehle gemacht. Kem Wunder, wenn ein paar Vernünftige, wie Sir Oswald Mosley, mehrere tausend Anhänger demonstrativ durch die Straßen Londons führten und durch Transparente zu erkennen gaben, daß sie keinen Krieg wegen Polen wünschen. Wenn Mosley der Dolksvergiftung und Panikmache auf diese Weise entgegen zu arbeiten versucht, dann kann man sich vorstellen, wie groß die Verwirrung drüben bereits ist. Beim Marineminister Lord Stanhope führte sie indessen schon zu Erscheinungen, die zur Kriegspsychose zählen.
Oie presse fordert
den Rücktritt Stanhopes.
London, 6. April. (Europapreß.) Seit vielen Jahren dürfte es nicht vorgekommen fein, daß die englische Presse vor dem Karfreitag ein Bild der Zerrissenheit, der politischen Unsicherheit und der Richtungslosigkeit bot, wie heute. Am Gründonnerstag pflegten die Blätter mit Osterbe- trachtungen angefüllt zu sein; die Schriftleitungen bemühten sich, in ihren redaktionellen Ausführungen die Stimmung der Freube und des Frühlings- erwachens auf ihre Leserschaft zu übertragen. Der diesjährige Gründonnerstag macht eine vollkommene Ausnahme. Als einziges großes Blatt widmet die
Times" zwar ihren Hauptartikel Osterbetrachungen, aber schon der zweite Aufsatz befaßt sich mit den Auseinandersetzungen, die durch die Rede des Marineministers Lord Stanhope entfacht worden
Der Korpsführer des NSFK., General der Flieger Christiansen, hat mit Genehmigung des Generalfeldmarschalls Göring den bisherigen Führer der NSFK.-Gruppe III (Nordwest), NSFK- Gruppenführer von Bülow, zum Inspekteur des NSFK. ernannt. Der Dienstsitz des Inspekteurs ist bei der Korpsführung des NS.-Fliegerkorps m Berlin.
In Beirut wurde unter Nasscuh Voukhari als Ministerpräsident das neue syrische Kabinett gebildet, dem in politischen Kreisen keine lange Lebensdauer vorausgesagt wird, da der syrische Nationalblock sich bereits offen als Gegner dieser Regierung bekannt* hat.
Dem König Zogu von Albanien und seiner Gattin Geraldine geborene Gräfin Apponyi wurde das erste Kind, ein Knabe, geboren. Die Geburt des Thronerben wurde mit dem üb» lichen Salut von 101 Schuß bekanntgegeben.
Wetterbericht
Heber Südwesteuropa beginnt sich ein Hochdruckgebiet aufzubauen, das die Verfrachtung kälterer Luftmassen über die Nordsee hinweg auf das europäische Festland aufnimmt. Da zudem von Südwest und Südost her noch immer müde Luft dem Festland zuströmt, ist das Aufkommen beständigen Wetters noch nicht zu erwarten, wenn auch zwischendurch mit Aufheiterungen gerechnet werden
Mobilgemachte Flakartillerie! Wo? In England natürlich. Hier hat die systematische von London ausgehende Panikmache bereits die größten Erfolge erzielt, so daß man sich über nichts mehr zu wundern braucht, was sich jenseits des Kanals ablvielt Auch nicht über die plötzliche Mobilmachung der Flakartillerie der Marine, die der breiteren Öffentlichkeit durch eine Bemerkung des Kriegsmarineministers Lord Stanhope bekannt geworden ist, der die Abwesenheit zahlreicher Marineangehöriger anläßlich eines Vortrages, den er auf dem Flugzeugmutterschiff „Arc Royal" halten wollte, damit entschuldigte, daß in letzter Minute der Befehl ausqegeben worden sei, sämtliche Flakgeschütze der Flotte zu bemannen.
Darob natürlich allgemeine Bestürzung. Mit Windeseile liefen die Worte um, sie waren trotz aller Anstrengungen der Admiralität nicht mehr emzu- fanqen, sie kamen auch allen Verboten und Hinweisen auf das „nationale Interesse" zum Trotz in die Londoner Presse. Die englischen Zei- tungsleser, auf deren Nerven wieder einmal ohne Not herumgetrampelt wird, mögen beim Lesen der entsprechenden Nachricht nicht nur eine bestürzte Miene zur Schau getragen, sondern.^erlich ent- sekt überlegt haben, was sie nun eigentlich alles rasch ins Handköfferchen verstauen mußten, wenn die Flaks wirklich zu bellen anfangem
Soweit ist man ja ohnehin schon m England, daß man genau wie im September auf den Ausbruch eines Krieges schwört. Aber damals irr t e m a n sich, die Panikmacher mußten blamiert abziehen, diesmal zappeln die Panikmacher schon im erften Teil ihres traurigen Spiels in ihren eigenen Netzen. Wir wissen nicht genau, ob Lord Stanhope mit seinem an die Flakartillerie ergangenen Befehl zeigen wollte, wie tüchtig er ist, ober ob er und mit chm die Admiralität die faustdicken Lugen von Angrifssabsichten als Wahrheit hmgenommen
Oie Wiederwahl Lebruns.
506 Stimmen der Nationalversammlung bereits im ersten Wahlgang für den bisherigen Präsidenten der Republik.
Persönlichkeiten. . „ . ;tl
In dem großen rechteckigen Saal im Versailler
Schloß, in dem die Nationalversammlung am 'Nachmittag zusammentrat, hatte sich schon
Beginn der Sitzung ein glänzendes gesellschaftliches Bild entfaltet. Heber der Präsidententribune prangt ein großes repräsentatives Bild, das den Zusarm mentritt der französischen Generalstände am 5. Mai 1789 darstellt. Rings um den Saal läuft ein Rang
Wie nicht anders zu erwarten war, wird Stan- . Hope der so voreilig aus'der Schule plauderte, i in der'gesamten Presse mit scharfen Angriffen be- dacht. Der „Evening Standard" erklärt, der Ma- '1 rineminifter sei der Oeffentichkeit wahrend ferner Karriere hauptsächlich durch Taktlosigkeiten ausgefallen Das Blatt befürwortet die Entlassung Stanhopes und empfiehlt als Nachfolger Winston Churchill. In parlamentarischen Kreisen wird allerdings bezweifelt, ob Churchill für eine Neubesetzung der Admiralität in Frage kommt, weil man an nimmt, daß ein erheblicher Teil des Kabinetts in ihm den geeignetsten Anwärter für das Waffen- und Munitions-Beschaffungs-Mimsterium steht, das, wie man annimmt, nach den Osterferien errichtet werden wird.
Die Blätter berichten, daß Chamberlain wahrend der Kabinettssitzung sämtliche Minister verwarnt und sie versucht habe, m Zukunft vorsichtiger in ihren Äußerungen zu fern. Die Opposition fordert jedoch unumwunden den sofortigen Rücktritt Stanhopes. Cm Mann, der so wenig Verantwortungsbewußtsem besitze, sei fein geeigneter Marineminister für Großbritannien. Man werde jetzt im Auslande erklären daß Eng- land in einem hysterischen 2^13^1^10 lebe unb in der ständigen Furcht vor Luftangriffen Wenn man daran denke, daß ein Mann wie Lord Stanhope Marineminister sei, dann könne man wahrlich Sorgen um die Fähigkeit gewisser britischer Mimster heqen. Zu was für Gerüchten die erstaunliche Erklärung Stanhopes geführt hat, geht aus emer Schilderung der News Chronicle hervor. In Nordengland, so berichtet bas JBlatt, 'fjabe manL^ere t davon gesprochen, daß b i e b r 111 f cf) e F l o mobilisiert worden sei, was größte Beun ruhigung bei der Bevölkerung ausgelost habe. -ü „Times" schreibt, Dienstag fei e i n Ta g o e r tollsten Gerüchte gewesen. In gewissen Fallen habe es sich um Gerüchte gehandelt, die ohne Zweifel mit der g e wollten Absicht ver -
Oer Dank des Großadmirals.
Berlin, 5. April. (DNB.) Großadmiral Dr. h. c. Raeder teilt mit: „Zu meiner Beförderung zum Großadmiral und zu meinem 45jährigen Dienstjubiläum sind mir von Kameraden der alten und der neuen Wehrmacht, von Parteistellen, staatlichen und städtischen Behörden, Werkleitungen, zahlreichen Verbänden und Einzelpersonen schriftliche und telegraphische Glückwünsche in so großer Zahl zu gegangen, daß ich meine Absicht, jedem einzelnen zu banken, zu meinem großen Bedauern nicht verwirklichen kann. Ich bitte daher alle, die meiner in so freundlicher Weise gedacht und damit auch die Kriegsmarine geehrt haben, auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank entgegenzunehmen."
Kleine politische Nachrichten.
Der Reichsminister des Auswärtigen o. Ribbentrop empfing im Beisein des slowakischen Ministers des Aeußern Durcanskyund des neu» ernannten Gesandten Cernak den slowakischen Ministerpräsidenten Dr. Tis o. Während der Unter« rebung wurden die laufenden, beide Länder interessierenden Fragen besprochen. Anschließend gab der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, von Weizsäcker, zu Ehren des slowakischen Ministerpräsidenten ein Frühstock im Hotel Esplanade.
König Faruk von Aegypten empfing den Gesandten in besonderer Mission, v. Heutig, in Ab- schiedsaudienz. Der König ließ sich eingehend über die Verhältnisse in Deutschland unterrichten und erkannte besonders die Geste des Führers an, der durch die Entsendung eines Vertreters zur Hochzeit der Schwester des Königs ihm eine besondere Ehrung habe zuteil werden lassen.
Der Führer hat den Minister Dr. Franz Hueber unter Verabschieduna aus dem Amte eines Mitgliedes der österreichischen Landesregierung z u m Unter st aatssekretär im Reichsjustizministerium ernannt unb ihm für seine als Minister des Landes Oesterreich dem deutschen Volke geleisteten treuen Dienste den.Dank ausgesprochen.
Oer britische Marineminister schwer entgleist
Falscher Alarm verursacht Panik in der englischen Oeffentlichkeii.
Für einen Tag ist Versailles von seinem beschaulichen provinziellen Leben durch die Präsidentenwahl aufgeschreckt. Ein strahlender Frühlingstag läßt die Zahl der Neugierigen noch großer werden, als dies auch sonst der Fall wäre. Neben den 900 Mitgliedern von Kammer und Senat, die nach der Verfassung als Nationalversammlung im alten Königsschloß zur Wahl des Präsidenten zusammentreten, sind mehrere hundert Journalisten, eine große Anzahl von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens im Kraftwagen und mit der Bahn nach Versailles gekommen. Die Cisenbahnstrecken mit ihren zahlreichen Kunstbauten und die nach Versailles führenden Straßen sind von einem starken Aufgebot von Militär mit aufgepflanztem Bajonett gesichert. Die Garnisonen von Versailles und Rambouillet, Mobilgarbe in Stahlhelm sowie 400 Mann Staatspolizei sinb zur Absperrung und zur Erweisung der militärischen Ehrenbezeigung tn der Nahe des Schlosses zusammengezogen.
Schon in der Mittagszeit waren die Journalisten im Südslügel des Versailler Schloßes, wo die Wahl stattfinbet, eifrig bei der Arbeit. Eine gesellschaftliche Sehenswürdigkeit war das Fr u h - tück in dem Hotel Trianon »Palast, bei dem ich die Minister und Träger bekannter Namen aus der Diplomatie usw. zusammen'fanden. Alle -üycye in dem Restaurant waren seit Wochen Dorbejtellt. Ministerpräsident Daladier speiste mit zwölf em- qelabenen Gäste in einem Nebensalon. Auch Senator , Caillaux hielt seine Tafelrunbe getrennt. Sonst । sah man noch den englischen Botschafter Sir C-nc i Phipps und den belgischen Botschafter, die meisten i Mitglieder des Kabinetts, den Polizeiprafekten Langeron, den früheren Polizeipräfekten Chiappe, den Comte be Castellane, ber auch dem Comite France-Allernagne angehört, den Generaldirektor ber französischen Eisenbahn, Guinand, den bekannten Verjüngungsarzt Dr. Woronoff unb viele sonstige
Guy la Chambre erstattet Daladier Bericht.
Paris, 6. April. (Europapreß.) Ministerpräsident Daladier empfing am Mittwochabend den aus London zurückgekehrten französischen Luftfahrtminister Guy la Chambre. Man ist der Ansicht, in London seien wichtige Vereinbarungen über die Zusammenarbeit der Flugzeugindustrien beider Länder zustandegekommen. Auch die Frage eines gemeinsamen Oberbefehls für die englische und die französische Luftwaffe in Kriegszeiten sei geklärt worden. Französischerseits habe man sich bereiterklärt, die zum Angriff bestimmten Flugzeuge der eigenen Luftwaffe im Ernstfälle dem englischen Oberkommando zu unterstellen.
Albanien.
Verstärkung des italienisch-albanischen Verteidigungsbündnisses.
Rom, 5.April. (DNB.) Die „Gazzetta bei Mez- zogiorno" veröffentlicht unter ber Heberschrift „Verstärkung des italienisch-albanischen Bündnisses" folgende Mitteilung des Rundfunksenders Bari: „Die im Auslande über die Lage und die Beziehungen zwischen Italien und Albanien verbreiteten Nachrichten sind tendenziös und unbegründet. Auf ausdrücklichen Antrag des Königs von Albanien sind Besprechungen über eine Verstärkung des Verteidigungsbündnisses zwischen den beiden Ländern im Gange. Die Sympathie, die Italien zum albanischen Volk hat, unb von der das albanische Volk wiederholt konkrete Be- • weise erhalten hat, ist bekannt. Es liegt nicht in , den Absichten der italienischen Regierung, bie U n - > abhängigkeit unb H n v e r s e h r t h e 11 Albaniens anzutasten."
kann.
Vorhersage für Freitag (Karfreitag): Morgens vielfach dunstig, sonst zeitweise aufheiternb, doch immer noch unbeständig unb zu einzelnen Niederschlägen geneigt, im ganzen kühler als seither, veränberliche Winbe.
Vorhersage für Samstag: Wechselhaftes unb zu einzelnen Nieberschlägen neigenbes Wetter, aber nicht burchweg unfreundlich.
Lufttemperaturen am 5. April: mittags 12,9 Grab Celsius, abends 8,7 Grab; am 6. April: morgens 5,1 Grab. Maximum 14,9 Grab, Minimum heute nacht 3,7 Grab.
Hauptschriftleiter Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bes Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik unb die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stabt Gießen, Provinz unb Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Lubwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D A. HI-39: 10 200. Druck unb Verlag: Brühlsche UniDerfttats- brucferei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 2t> Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis- liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.
Amsterbam, 5.April. (DNB.) Im Zusammenhang mit einer im englischen Hnterhaus geäußerten Anfrage, ob nicht auch Hollanb, Belgien unb bie Schweiz durch England zur Frontbildung gegen Deutschland hinzugezogen werben sollten, erteilt bas Amsterdamer „Handels- blab" den Londoner Kriegshetzern eine spürbare Abfuhr. Holland — so heißt es u. a. — werde s i ch durch niemanden mißbrauchen lassen, gegen einen dritten Staat als Angreifer aufzutreten. Daher werde es auch niemanden bas Durchmarschrecht einräumen und an keinerlei Abmachungen teilnehmen, die den Anschein ber Umzingelung eines anberen Staates zum Ziele haben. Holland denke gar nicht daran, als Anhänger einer Großmacht aufzutreten, sondern wolle auch weiterhin seiner selbständi - gen Neutralitätspolitik treu bleiben. Das Blatt schreibt weiter: „Wir hoffen, daß das Ausland sich solcher Einladungen enthalten wird. Die holländische Antwort müßte nach allen Seiten abweisend sein. Nicht, weil mir nicht an einer Förderung des wirklichen Friedens aus vollem Herzen mitwirken wollten, sondern weil wir glauben, daß unser bester Beitrag gerade darin besteht, die Sicherheit au geben, daß unsere Nachbarn uns nicht gegeneinander mißbrauchen können und daß keiner bie Hand nach unserem Gebiet ausstrecken kann, mit ihm ohne den äußersten Widerstand des ganzen Volkes deutschen zu finden."


