Ausgabe 
6.3.1939
 
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Nr. 55 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Montag. 6. Mrz (939

Eindrucksvolle Kundgebungen der Partei in Stadt und Land.

Der Krühjahrsfeldzug im Kreise Wetterau.

In 162 Kundgebungen sprachen am Samstag und am gestrigen Sonntag 54 Reichs- und Gauredner im Rahmen des großen Frühjahrsfeldzuges der Partei in allen Orten des Kreises Wetterau über das GeneralthemaVorwärts! Wirgreifen an!" Ueberall fanden die Redner in den stark be­suchten Versammlungen gespannt lauschende Zu­hörer. die mit lebhaftem Beifall ihre Zustimmung zu den Darlegungen der Vortragenden bekundeten. Bei dem gleichartigen Verlauf aller Versammlungen in Stadt und Land beschränken wir uns auf die Berichte über die Kundgebungen in Gießen, die als maßgebliches Beispiel für den Verlauf aller übrigen Versammlungen angesehen werden können.

Ortsgruppe (Sießen-Süd.

Der Saal und ein großes Nebenzimmer im Stu­dentenhaus am Leihgesterner Weg waren bis zum letzten Plätzchen gefüllt, als der Propagandaleiter der Ortsgruppe Gießen-Süd Pg. Kirchner die Kundgebung der Ortsgruppe eröffnete. Nach dem gemeinsamen Gesang des LiedesVolk ans Gewehr" sprach

SA.-Brigadeführer pg. Lorsch (Westerburg).

Er betonte einleitend die Notwendigkeit, sich bei der Betrachtung aller Geschehnisse in Deutschland nicht von kleinen Schwierigkeiten des Alltags leiten zu lassen, sondern immer nur die großen Gesichts­punkte im Auge zu behalten. Dann stellte er der vom marxistischen und liberalistischen Geist der frü­heren Zeit bewirkten Auseinanderreißung unseres Volkes in viele einander bekämpfende Teile die vom Nationalsozialismus geschaffene Volksgemein­schaft mit ihren reichen Segnungen für die Gesamt­heit des Volkes, aber auch für den einzelnen gegen­über. Die im nationalsozialistischen Geist aufgebaute und wirkende deutsche Volks- und Blutsgemeinschaft entspreche der innigen Verbundenheit, die man in­nerhalb der Familie findet, sie sei aber auch begrün­det auf dem Leben und den Opfern unserer Ahnen in der mehr als tausendjährigen Geschichte unseres Volkes.

Dann bezeichnete der Redner den deutschen Sol­daten als Vorbild der Gemeinschaft für alle Glieder unseres Volkes, und er stellte dabei eindringlich die Pflichtverbundenheit und die Verantwortung jedes einzelnen deutschen Menschen gegenüber der Volks­gemeinschaft klar heraus. Bei diesem Dienst für die Gemeinschaft müsse für jeden Deutschen immer das Beispiel der größten deutschen Menschen richtung­gebend sein; jeder Volksgenosse habe sich den ande­ren Volksgenossen gegenüber immer nur als Helfer rund Förderer innerhalb der Volks- und Blutsge- uneinfchaft zu fühlen, wie auch stets unsere großen Männer und vor allem unser Führer Adolf Hitler nhre ganze Lebensarbeit einzig und allein dem Dienst für die Gemeinschaft widmen. Wenn alle - Volksgenossen sich in dieser Weise im täglichen Leben in ihrem Handeln unter den großen Gesichtspunkt der Gemeinschaft stellen, so werde unser Volk im- I mer an Körper und Geist stark sein und gesund für den Aufbau unserer Gemeinschaft arbeiten.

Sodann gab der Redner in großen Zügen einen Ueberblick über das Aufbauwerk des Führers feit »er Machtübernahme, wobei er besonders an die großen Ereignisse des verflossenen Jahres erinnerte. Hierauf sprach er kurz über die Stellung der Wirt- ichaft im Dritten Reich und über die Verpflichtung Her deutschen Menschen zur Leistungssteigerung im Dienste der Volksgemeinschaft. Allen wertvollen und schöpferischen deutschen Menschen seit auch im Wirt- ichaftsleben beste Aufstiegsmöglichkeit eröffnet, wa­ll u. a. auch der Reichsberufswettkampf die erfor­derlichen Grundlagen vermittle. Weiter wies der -iebner darauf hin, daß die großartigen Erfolge des ationalfozialiftifchen Aufbaues im Ausland und be- ionbers bei ben bärtigen Arbeitern, den Wunsch usgelöst habe, doch auch für ihr Land einen Hitler IjU haben.

Am Schlüsse seiner Darlegungen forderte der Red- r er alle Volksgenossen auf, sich stets nach dem gro- tien Vorbild des Führers auszurichten, in allen Le- isenslagen Selbstdisziplin zu bekunden, charakterfest im sein und sich immer unter das große Gesetz des ^erpflichtetseins für die Gemeinschaft zu stellen.

Die Versammlung dankte dem Redner für seine s- sselnden Darlegungen mit starkem Beifall.

Ortsgruppe Gießen-Ost.

Bei außerordentlich starker Beteiligung fand die Zmndgebung der Ortsgruppe Gießen-Oft im Saale d-'S Gesellschaftsvereins statt. Nach der Eröffnung durch Ortsgruppenleiter K r e u d e r sprach

Gauredner pg. Vogt (Frankfurt a. ZU.)

ti »er die Aufgaben unsrer deutschen Volksgemeinschaft ür die Zukunft. Der Redner ging von der Neujahrs- i tfchaft des*Fiihrers aus und erinnerte an die großen ZLfichtspunkte, die dabei durch den Führer heraus- zjstellt wurden: die Erziehung des Voltes zur natio- n: lfozialistifchen Gemeinschaft, den Aufbau der Wehrmacht zur größten Stärke und die Durch- iüjrung des Vierjahresplanes.

Der Redner hielt feinen Zuhörern eindringlich vor Ungen, daß es ohne den Führer Adolf Hitler heute lcin Deutschland mehr gebe. Er wies darauf hin, dH wir in Deutschland trotz aller Erfolge keine vÄnute zu verlieren hätten und nach äußerster Lei- l'hing streben müßten, wenn der Vorsprung, den 2iutschland auf dem Gebiet der Volkseinheit, der Wirtschaft und der Wehrmacht errungen hat, ge= gelten werden soll.

In seinen weiteren Darlegungen gab er einen irifaffenben Ueberblitf über die Zielsetzungen der nZernationalen überstaatlichen Mächte, die Deutsch- i b mit ausgeklügelten Fünfjahresplänen und mit i)t|fe der internationalen jüdischen Hochfinanz an teil Abgrund bringen wollten. Man hörte von dem LiTnichtungszug des Bolschewismus, der über unser Ickerland Hinwegbrausen sollte, und von der An- ii$tung des Judentums, die Welt beherrschen zu Billen."

Dem allen stellte der Redner die überragenden Leistungen des Führers, seinen nimmermüden Ein- i! für das deutsche Volk, seine politische Genialität, ine Friedensliebe, seine großen außenpolitischen ino-ge und seine Großtat der Heimführung von üu Millionen Deutschen in das Reich gegenüber, -n großzügiger Zusammenfassung und oft nur in ZtLhworten roiebergegeben, rief ber Rebner bie taien des Führers in bas Gebächtnis zurück, bie .mittelbar im Interesse bes Volksganzen unb in- tchalb ber Reichsgrenzen vollbracht wurden.

"in klaren Darlegungen setzte sich ber Rebner Beßlich mit denjenigen kirchlichen Kreisen ausein­

ander, die sich nicht bereitfinden könnten, der Sache des Volkes und des Staates zu bienen, lieber alle Konfession stellte ber Redner die Forderung des Deutschbewußtsein, er stellte die Notwendigkeit der konsequenten Lösung der Judenfrage heraüs, be­gründete ben Totalitätsanspruch der nationalsozia­listischen Idee und erhob den Dienst an der Gemein­schaft des Volkes zum heiligen Gesetz.

Mit dem Bekenntnis bes unerschütterlichen Glau­bens an ben Führer,, mit bem Gelöbnis ber un­verbrüchlichen Gefolgschaft unb mit bem Wunsche, daß Gott uns den Führer noch lange erhalten möge, schloß Gaurebner Vogt seine mit stürmischem unb anhaltenbcm Beifall aufgenommenen Ausfüh­rungen.

Die Ortsgruppe Sießen-Nord

hielt im vollbesetzten Cafe Leib ihre Kundgebung ab, die von Ortsgruppenleiter Thomas geleitet wurde. Hier sprach an Stelle des erkrankten Pg. Holzkämper (Frankfurt a. M. der

Pg. Professor Ebner (München).

der auf die Notwendigkeiten hinwies, die sich aus der Arbeit für bie große Sache ergeben. Der Reb­ner beutete bie Aufgaben an, die der Führer dem .Volke für dieses Jahr gegeben hat und kennzeichnete bie überlebte Denkart jener Volksgenossen, bie sich von falschen Voraussetzungen nicht frei zu machen vermögen. Er schilberte an ben bedeutsamen Ereig­nissen des vergangenen Jahres die Erfordernisse für eine intensivere Erziehung des Volkes zur Gemein­schaft unb ging auf viele Fragen ein, die er, viel­fach von lebhaftem Beifall begleitet, verständlich machte.

Seine Ausführungen galten bann bem immer wie­her unternommenen Versuch ber Feinbe bes Natio­nalsozialismus, unsere Aufbauarbeiten zu stören. So zeigte er u. a. die Absichten bes Jubentums in USA., bie Waffen in jübische Hänbe zu bekommen, und sprach in humorvoller Art von ben Arbeiten an ber Westfront, die jenen Hetzern die Antwort darauf l geben, daß die Grenze der Demokratien nicht am Rhein liegt.

In überzeugender Weise unterstrich der Rebner I

Dem Winterhilfswerk hatten sich vom Freitag- abenb bis zum gestrigen Sonntag bie Beamten, Hanbwerker unb bie Männer unb Frauen bes Luft­schutzes im Rahmen ber 5. Reichsstraßensammlung mit besonberer Einsatzfreubigkeit zur Verfügung ge­stellt. Man sah es den Sammlern und Sammle­rinnen dieser friedlichen Kampfgruppe an, mit wel­cher Begeisterung sie bei ihrem Dienst waren. Da wurde mit vorbildlichem Eifer alle Kraft eingesetzt, um den bestmöglichen Erfolg für das WHW. her­auszuholen. Unb die Arbeit wurde ben unermüd­lichen Helfern in doppelter Hinsicht leicht gemacht: erstens waren die reizenden Spendeabzeichen der hübschen Porzellanfigürchen, die schaffende Menschen des Werktags zeigten, an sich schon eine herzliche Einladung zum Kaufen, anderseits bekundete sich die Spendefreudigkeit unserer Volksgenossen wieder in so reichem Ausmaße, daß man nur seine helle Freude daran haben konnte. Die hübschen Abzeichen fanden geradezu reißenden Absatz, so daß die meisten Sammler ihren Vorrat schon in kurzer Zeit ver­kauft hatten. Dennoch wurde den Sammlern immer noch und immer wieder ein Groschen oder ein Fünfer in die eifrig herumgereichten Sammelbüchsen gegeben. Man darf hiernach mit Gewißheit an­nehmen, daß auch diesmal wieder das Ergebnis der Reichsstraßenfammlung außerordentlich zufrieden- tellend sein wird.

Lokomotiven als Werber.

Die Beamten der Reichsbahn hatten als besonde­res Werbemittel für ihre Sammeltätigkeit Loko­motiven eingesetzt. Auf einem Abstellgleis des Ober- hessischen Bahnhofs hinter bem Hotel Lenz konnte man eine große Schnellzuglokomotive des mobern- ten Typs eingehend besichtigen. Der Zutritt kostete 20 Pfennig, und wer auf dem Führerstand der Lo­komotive den Wunsch hatte, einmal ben starken Ton ber Dampfpfeife der Lokomotive aufheulen zu lassen, der tat dafür einen Groschen in eine WHW.-Sam­melbüchse, bie im Führerstanb aufgestellt war. Außerorbentlich viele Volksgenossen machten von ber Möglichkeit, eine derart moderne Lokomotive aus nächster Nähe zu besichtigen und ihr gewissermaßen bis ins Herz gucken zu können, gerne Gebrauch; Diele hatten auch einen weiteren Groschen locker, um einmal auf ben Hebel zu brücken, der ben starken Ton der Dampfpfeife auslöfte; viele Erwachsene wurden hier wieder einmal zum Kinde, denn sie mußten unbedingt diesen Hebel drücken nach dem MottoJeder Pfiff einen Groschen". Und die Eisen­bahner schmunzelten vergnügt mit einem frohen

die Wahrheit, daß nur Adolf Hitler Deutschland gerettet habe. Ohne Adolf Hitler gebe es auch keinen Ausstieg, und darum gebe es nur die einzige Pflicht, mit Adolf Hitler für Deutschlands Zukunft und Größe einzutreten unb für ihn zu arbeiten.

Diejenigen, die sich mit der Lösung ber Juben- frage nicht abfiriben können, wies er auf die Vor­gänge in anderen Staaten, in Spanien, Arabien und Indien, hin und erinnerte vor allem an die Jahre des wirtschaftlichen und völkischen Verfalls in Deutschland selbst, die die übrigen Völker un­berührt ließen, um die Notwendigkeit zu unter­streichen, daß das deutsche Volk zunächst an sich selbst zu denken hat. In diesem Zusammenhang be­rührte ber Redner auch kirchliche Fragen und gab über manche Kurzsichtigkeit zu denken auf.

Wenn jetzt die Parole ausgegeben fei:Wir greifen an!", so bedeute das keine kriegerische Ab­sicht. Was das deutsche Volk in erster Linie zu tun habe, sei Arbeit zur Sicherung unb zur Festigung des Vorsprungs, ben es vor den anderen Völkern habe. Singegriffen .aber werde jeder einzelne Volks­genosse, der noch nicht seine Vorurteile abgelegt habe, damit er mit sich selbst endlich ins Reine komme. Nur wenn die Volksgemeinschaft das ganze Volk umfasse unb jeber einzelne durchbrungen fein werbe von dem nationalsozialistischen Wollen, bann werde Deutschland der Block sein, an dem alle feind­lichen Absichten zerschellen müßten.

Ortsgruppenleiter Thomas dankte dem Redner für seine Ausführungen, die starken Beifall fanden, unb gab bem Wunsche Ausbruck, daß Pg. Ebner halb roieber in ber Ortsgruppe Gießen-Norb sprechen möge. Im Anschluß an bie Versammlung blieben noch viele Besucher bei Musik unb gemeinsamem Gesang in bester kamerabschastlicher Unterhaltung beisammen.

Ortsgruppe Gießen-Mitte.

In ber Neuen Aula ber Universität versammelte sich bie Ortsgruppe Gießen-Mitte zu ihrer Kunb- gebung. Ortsgruppenleiter Weber begrüßte bie Parteigenossen und Parteigenossinnen, besonders den Rebner, Pg. Hollänber, Frankfurt a. M., der in Gießen kein Unbekannter sei.

Blick auf ihre Sammelbüchse. Der Andrang bei die­sem Schauobjekt war am Samstag und auch am gestrigen Sonntag sehr rege, unb immer hörte man in Abständen von einigen Minuten die Lokomotiv- pseife als Quittung für einen Groschen aufheulen.

Eine Klein-Lokomotive, die aus einem Elektro- Gepäckkarren ber Reichsbahn mit entsprechenbem Holzaufbau bestand, unb ein Reichsbahn-Lastauto mobernster Bauart fuhren währendessen durch die Straßen der Stadt, um hier als Werbemittel un­serer Eisenbahner für das WHW. zu wirken. Auch dieser Einsatz erwies sich als sehr vorteilhaft unb bedeutete einen wesentlichen Faktor für ben starken Erfolg unserer Männer vom Flügelrad.

Zusammenfassenb kann man jebenfalls feststellen, daß unsere Gießener Eisenbahner vortrefflich auf ber Scheibe waren und in wirkungsvoller Art dem Sammelwerk förderlich gewesen sind.

Tintenfaß und Etadtpoliziffen.

Die Beamten und Angestellten ber Stadtverwal­tung hatten es an Witz und Originalität ihres Ein­satzes für bas WHW. ebenfalls nicht fehlen lassen. Auf einem großen Planwagen hatten sie ein Riesen­tintenfaß mit einem gewaltigen Feberkiel und dar­über das Gießener Stadttvappen aufgebaut, um dergestalt zu zeigen, daß auch bei unserer Stadt­verwaltungStröme von Tinte" ausgewaltigen Federn" fließen, damit der Gemeinschaft in rechter Weise gebient werben kann. Wie sehr unsere stäbti- schen Beamten und Angestellten sich mit bem WHW. verbunden fühlen, konnte man erneut daran feftfteüen, daß auch hier Beamte in origineller Ko­stümierung mit der Sammelbüchse in ber Hand den Wagen ber Stadt begleiteten. Da traten zwei Be­amte als stilgerecht ausstaffierte Stabtpolizisten von Anno bazumal auf, zwei anbere wanbelten gemesse­nen Schrittes als Stabtväter aus der Biedermeier­zeit neben dem Wagen her. Die Aufmachung dieser Sammler war so originell, daß sie bei jung und alt starken Anklang fanden, der sich in Spendegroschen für die Sammelbüchsen klingelnd bemerkbar machte^, Diese Gruppe verdient gleichfalls die Feststellung, daß sie durch ihre Originalität ein guter Wegbereiter bes Sammelwerkes gewesen ist.

Oer Wald kam in die Stadt.

pg. Holländer

führte ben Zuhörern zunächst vor Augen, wie bei deutsche Mensch seit 1933 eine wunderbare Wand­lung erfahren habe, die ja auch unbedingte Voraus­setzung gewesen sei für alle Erfolge seit 1933 und besonders derjenigen des Jahres 1938. Wer ge­glaubt hätte ober gar heute noch glaube, baß im neuen Deutschland ber Gottlosigkeit Vorschub ge­leistet werbe, ber sei bis heute in falscher Richtung marschiert. Im Gegenteil, zum Aufbau eines mäch­tigen, starken Reiches gehöre auch ein fester, unum­stößlicher Glaube, unb aus dieser Erkenntnis heraus habe bas neue Deutschland eine starke Gottes­erkenntnis, wie sie früher nie bestanden habe.

Sodann sprach er ausführlich über die Erziehung unserer Jugend, die durch systernathische, stufenweise Schulung unb Ausrichtung schon früh ben Wert ber schwieligen Faust kennen unb achten lerne, ohne Unterschieb ihrer Herkunft. Daß diese Art der Jugenderziehung richtig sei, hätten die Herbsttage von 1938 klar bewiesen.

Sodann beleuchtete der Redner die Außenpolitik unb wies daraus hin, wie das Ausland anfänglich verächtlich über die Durchführung des Vierjahres­planes geschrieben habe, wie anders dies aber heute sei, nachdem die deutsche Wissenschaft unter Beweis gestellt habe, was sie zu leisten imstande ist. Er wies an Hand statistischer Aufzeichnungen nach, mit wel­cher Geschwindigkeit die deutsche Produktion steigt unb wie sich deutsche Wertarbeit immer mehr ben Platz auf dem Weltmarkt erringt.

Trotzdem gebe es heute noch Menschen, bie nicht nur nichts sehen wollten, fonbern fief) noch berufen fühlten, zu kritisieren unb zu nörgeln. Diesen ewigen Kritikastern, Nörglern unb Miesmachern unb allen anberen Volksschäblingen gelte biefer Frühjahrsselb- zug 1939; sie würben angegriffen von allen anstän­digen Deutschen, sie würben aber nicht nur anget griffen, fonbern auch vernichtet werben.

Weiter gab ber Rebner Richtlinien für die welt­anschauliche Arbeit, damit auch der letzte Deutschs begreifen lerne, um was es in Deutschland gehe. Zum Schluß feiner Ausführungen entwarf Pg. Hol­länder ein Bild der engen Verbundenheit von Füh­rer unb Volk. Kein Land ber Erbe, bas glaube, Deutfchlanb mit Schmutz bewerfen zu müssen, könne eine solche Volkskraft, geboren aus Liebe unb Treue zum Führer, getragen von Opfermut unb Selbst­losigkeit, aufweisen wie das deutsche Volk. Diese unlösliche Verbundenheit sei auch bie größte Stärke von Führer unb Volk.

Langanhaltenber Beifall dankte bem Rebner füü seine Ausführungen.

arbeiterinnen, währenb weitere Grünröcke mit ben Hörnern Jagbsignale bliesen, unb burch bereu fchrnet- ternbe Töne bie stimmungsvolle Gruppe inmitten ber grünen Tannen den Straßenpassanten so nach­drücklich zur Aufmerksamkeit empfahlen, wie es im Interesse der Sammlung erforderlich war. Daß auch bei diesen tatfreudigen Helfern mit ihrem reizvollen Waldbild die Abzeichen, soweit überhaupt noch welche vorhanden waren, flotten Absatz fanden und dann immer wieder die Groschensolo" in die Büch­sen spazierten, versteht sich von selbst.

Postauto und Sliegermufif.

Die Reichspost setzte ein Postauto mit eifrig bla­senden Postillonen in Bewegung, um damit ber Sammlung für das WHW. zu dienen. Auch auf diesem Teil der Sammelfront war tatkräftiger Ein­satz zu bemerken. Die gleiche Feststellung gilt für bas

Abends als Letztes

Chlorodont

- dann erst ins Bett!

Mufikkorps unseres Fliegerhorstes, bas am gestrigen Sonntagvormittag mit einem Konzert vor dem Stadttheater bas Sammelwerk in guter Weise unter­stützte.

So war benn biefe Reichsstraßensammlung auf ber ganzen Linie ein neuer starker Einsatz für bas WHW., bei bem Sammler unb Spenber sich roieber* um in gleicher Weise bewährt haben.

WHW. Ortsgruppe Gießen-Mitte.

Die Forstbeamten zeigten auf einem Wagen mit frischen Tannen ein hübsches Bilb aus ihrem Ar­beitsbereich. Da sah man ben Forstmann mit feinem Jagbhunb am Waldranb sietzen, in nächster Nachbar­schaft rasteten anbere Forstbeflissene unb Walb-

Vetr.: Kohlenabrechnung am 7. März.

Die Kohlenhändler werden ersucht, bie Kohlen­scheine ber Serien E und S am Dienstag, 7. März, 20.30 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle (Zigarrenhaus Moeser), Eingang Löwengasse, einzureichen. Es wirb hiermit darauf hingewiesen, daß die Rückseite der Kohlenscheine außer der Unterschrift des Händ­lers auch die Unterschrift bes Empfängers, dessen Wohnung, Straße und Hausnummer und bie ge­naue Bezeichnung der Kohlensorte tragen muß. Nach dem 7. März 1939 eingereichte Scheine sind wertlos.

Links: Konkurrenz für die Straßenbahn: Die Lokomotive im Seltersweg. Rechts: Biedermeier und Gießener Bürgergardist sammeln füe das WHW. (Aufnahmen s2ft Neunes Gießener Anzeiger.) '

Neuer großer Einsatz für das Winierhilfswerk.

Beamte, Handwerker und Lustschutz als tatsrohe Helfer bei der großen Sammlung.