Ausgabe 
6.1.1939
 
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Nr. 5 Erstes Blatt

189. Jahrgang

Freitag, b. Januar 1939

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HIS igeW1

Italienischer Protestschritt in Tunis.

Oer Generalkonsul verwahrt sich gegen die Schändung der italienischen Nationalflagge bei italienfeindlichen Ausschreitungen in Tunis.

R. G. Rom, im Januar.

Die Anerkennung des italienischen Imperiums, die im vergangenen Jahr durch saft alle Staaten vollzogen worden ift, hat die Souveränität Ita­liens über Aethiopien, die tatsächlich mit der ab­geschlossenen Eroberung des Landes feststand, auch völkerrechtlich untermauert. Italien kann nunmehr in größerer Ruhe und Sicherheit an den inne« Ten Ausbau seines ost afrikanischen Reiches und insbesondere an die Ausgestaltung Ler Wirtschaftsbeziehungen zu den an­grenzenden englischen Kolonialgebie­ten Herangehen. Daß in der Entwicklung des Imperiums auch das Jahr 1938 zu der lieber- gangsperiode zählt, erscheint selbstverständlich, -wenn man bedenkt, daß dieses Gebiet, das fünf­mal so groß ist wie das Mutterland, erst seit «wenigen Jahren unter italienischer Verwaltung steht. Gewisse Schwierigkeiten, die sich daraus er­geben, konnten auch im letzten Jahr noch nicht völlig beseitigt werden. In der Verwaltung des riesigen Landes macht sich immer noch der Man­gel an erfahrenen und geschulten Kolonialbeamten bemerkbar. Das Ban­ditenunwesen macht auch heute noch den Militärbehörden in einzelnen Gegenden zu schas­sen; jedoch handelt es sich bei den hin und wieder vusbrechenden Unruhen keineswegs umErhe­bungen" der Eingeborenen gegen die italienische Herrschaft, sondern meist um Streitigkeiten zwi­schen einzelnen Stämmen, die dann durch Polizei­aktionen der italienischen Truppen niedergeschlagen werden müssen. Die allgemeine Befriedung und öffentliche Sicherheit im größten Teil Abessiniens sind soweit fortgeschritten, daß die Regierung daran denkt, das Land im Laufe des nächsten

Rom, 6. Jan. (DRV. Funkfpruch.) Rach Mel­dungen der römischen Morgenpresse hat der ita­lienische Generalkonsul in Tunis am Donnerstag beim französischen General­residenten vorgesprochen, um gegen die anti­italienischen Kundgebungen anläßlich der Reise Da- ladiers Verwahrung einzulegen und der Em­pörung der italienischen Bevölkerung von Tunis übex die wiederholte Schändung der italienischen Rationalflagge Ausdruck zu geben.

Lebhafte Gnttüftung in Italien.

verwerflichen Sprache der Pariser Presse und mit den aufreizenden Reden verantwortlicher Persönlich­keiten vergleiche, sofort erkenne, daß es sich um ein wohlvorbereitetes und vorbedachtes Provoka- tionsmanöver handele Die Hetz- und Ver­leumdungskampagne richte sich sowohl gegen die Ehre des «talienischen Soldaten wie gegen die Achse, von der man in Frankreich jeden Tag ver­geblich eine Schwächung prophezeie. Diese grotesken Unternehmungen und vergeblichen Versuche zeigten am besten, auf welch tiefem moralischen Niveau die jüdisch-freimaurerische Demokratie im Gegensatz zu der Kultur- und Gerechtigkeitsmission der sich für ein Ideal einsetzenden Völker stehe

*

DieS tamp a" erklärt, der Lärm der in Scher­ben gehenden Fensterscheiben von italienischen Ein­richtungen habe an die Ohren des fvanzösischen Mi­nisterpräsidenten dringen müssen, während er am Schluß des Banketts versicherte, daß die Franzosen Ordnung und Disziplin nach Tunis gebracht hätten. Von der Geste mit dem Dolche in Ajaccio, von den Sittenpredigten der als Funktionäre der GPU. tä­tigen Logenbrüder bis zu der Verbrennung der ita­lienischen Flagge und der Plünderung eines ita­lienischen Geschäftes sei die ganze Atmosphäre, die die Reise des französischen Ministerpräsidenten um­gebe, von Dunkelheit und Erregung er­füllt Aber dies alles sei nicht im Stande, das italienische Volk auch nur um einen Millimeter von seinem Standpunkt zu bringen. Tunis werde mit seinen 120 000 Italienern das bleiben was es sei Das Konto bleibe o'ffen und werde weder durch Pfiffe, noch durch Gebrüll, noch durch Drohun­gen zum Abschluß gebracht

Resto del Carlino" schreibt, es sei leicht voraus­zusehen gewesen, daß die Reise Daladiers nach Kor­sika und' Tunis in eine schwere Provokation «ygcn Italien ausklingen würde Daladier hielt in A,accio eine wahrhaft italienfeindliche Rede. Er fügte in jener durch und durch italienischen Stadt die nicht zu beschreibende Geste des Kopfabschneidens hinzu. Die ganze Reise sei ei ne schamlose Heraus­forderung. Während sich die italienische Kolonie, die die Mehrheit in Tunis bilde, jeder Kundgebung enthielt und die arabischen Rationalisten mit dem RufeNieder mit Frankreich!" durch die Straßen zogen, bereiteten die französischen Behörden ihre I Rache vor, die in dem schamlosen antiitalienischen

und einer großen Menschenmenge begrüßt, wobei ihm zum Zeichen der Einheit und des Friedens ein silberner Oelzweig überreicht wurde. Daladier dankte für diese symbolischen Geschenke und erklärte, daß sie auch die Devise Frankreichs sei. Frankreich wünsche die Einigkeit aller seiner Söhne und wünsche den Frieden in allen Ländern, die im Schatten der französischen Fahne lebten. In Sousse übergab Daladier dem dort stationierten Kolonial- Artillerie-Regiment eine Fahne. Das Mittagessen nahm der Ministerpräsident in der aus der Römer­zeit stammenden Ruinenstadt El-Djem, dem antike«« Thystrus. zwischen Sfax und Sousse, ein.

Am Mittwoch hatte Daladier noch die militäri­schen Verteidigungsanlagen in Süd t uni s besich­tigt; die internationalen Pressevertreter waren zu dieser Fahrt nicht zugelassen worden. Der Minister­präsident besichtigte den äußersten französischen Grenzposten von Ben Gerlani, am Beginn der Sandwüste zwischen Südtunis und Tripolis. Ben ©erlam liegt der italienischen Grenzstadt Pizilla gegenüber, wo vor zwei Jahren Mussolini die ,',Straße des Imperiums" einweihte. Diese Straße führt über Tripolis längs des Mittelländischen Mee­res bis an die Grenze' von Aegypten. Der Besuch des französischen Ministerpräsidenten in Ben Ger­lani dürfte daher als eine symbolische Geste zu dem Aufenthalt Mussolinis in Pizilla vor zwei Jahren zu deuten fein. Daladier hat sich dann nach Bi- zerta begeben, wo er sich um 17 Uhr an Bord des KreuzersFoch" nach Algier einschisste.

Die Presse spricht von einem wohlvorbereiteten Provokationsmanöver.

Rom, 5. Ian. (DNB.) Die Reise des französi­schen Ministerpräsidenten nach Tunis wird nach den jüngsten Zwischenfällen, bei denen auch eine ita­lienische Trikolore durch den dortigen marxistischen Mob verbrannt wurde, in der italienischen Presse in steigendem Maße als Provokation emp­funden. Die Vertreter sämtlicher italienischer Verbände und Organisationen in Tunis haben dem dortigen italienischen Generalkonsul eine Ent­schließung überreicht, die an das italienische Außenministerium weitergeleitet worden ist. Im Namen aller Tunis-Italiener wird dann d i e Unantastbarkeit der unanfechtbaren, durch die Verträge und eine Jahrtausende alte Tradition verbrieften' Rechte gefordert Die Entschließung bringt ferner die Entrüstung wegen der fortge­setzten Gewalttätigkeiten und Provo­kationen, denen die italienische Bevölkerung aus­gesetzt ist, und die Empörung wegen der uner­hörten Beschimpfung der italieni­schen Fahne zum Ausdruck. Weiter wird dann die hinterlistige und künstlich entfachte Hetz - und Verleumdung skampagne gebrandmarkt, die ein friedliches Zusammenleben der einzelnen Bevölkerungsgruppen störe. Abschließend wird dem König und Kaiser sowie dem Duce, dem Begründer des Imperiums und Wiederhersteller des itallem- schen Prestiges in ds» Welt, unverbrüchliche Treue gelobt

,Tribuna" betont, daß man, wenn man dieses Dokument eines leidenschaftlichen Glaubens mit der

pien roerben noch Versuche große«« Maßstabes durchgeführt, um festzustellen, welche landwirtschaft­lichen Erzeugnisse den verschiedenartigen Boden- und Klimaverhältnissen am besten entsprechen Einst­weilen suchen die Behörden mit allen Mitteln den Getreideanbau durch die Eingeborenen zu fördern und die Viehzucht quantitativ und qua­litativ zu heben. Italien steht also noch am An­fänge einer ungeheuren Aufbauarbeit, die not­wendig ist um die i«^ ihrer Ausdehnung nicht ein­mal zu überfehenden'wirtschaftlichen AusnutzundS- möglichkeiten feines riesigen Imperiums auszuschöp­fen; es wird diese Arbeit ohne Ueberstürzung, aber mit faschistischer Energie und Disziplin leisten, um seinem unablässig anwachsenden Volke Brot und Existenz zu sichern

Laiadler beschließt seinen Tunis-Besuch. Paris, 5. Jan. (Europapreß.) Ministerpräsident

Daladier beendigte am Donnerstag seine Reise durch Südtums mit jroej kurzen Besuchen in den zwischen Gabes und Tunis liegenden bedeutendsten Oasen­städten Sfax und Sousse. In Sfax wurde der Mi­nisterpräsident von den Militär- und Zivilbehörden

Jahres für den Fremdenverkehr sreizuyeden.

Der Straßenbau, der die unerläßliche Vor- Bebingung für die vollständige, Beherrschung auch , tber abgelegeneren Gebiete ift, wurde im verflos­senen Jahr unermüdlich vorwärtsgetrieben. Viele 1 kaufend Kilometer Asphalt- oder Makadamstraßen ' sind fertiggestellt worden; ausgedehnte Straßen- I abschnitte sind noch im Bau; Hunderte von 5 Drücken, Tunnels und sonstige Kunstbauten wur- , den erstellt. Ausländische Pressevertreter, die das , Land bereisten, konnten nicht umhin, ihrer Be­wunderung für die gewaltigen Leistungen der .Italiener auf diesem Gebiet Ausdruck zu ver­leihen. Der Ausbau der'Häfen geht eben- salls weiter. In Masiaua, Afsab, Mogadischo, Merka und Kisimajo sind Erweiterungen der rHasenanlagen teils im Gange, teils in Vorberei­tung. In der Frage des Eifenbahnbaues B)ält man sich vorläufig zurück, offenbar will man zunächst die Ergebnisse der intensiv betriebenen Feststellung der Bodenschätze abwarten. Die Auffindung von Steinkohlenlagern würde wohl zum Bau von Eisenbahnlinien ermutigen, während die Entdeckung von Petroleumvorkornmen Len Ausschlag zugunsten eines weiteren Ausbaues ides Straßennetzes für den Kraftwagenverkehr ge­lben würde Die Suche nach Erdöl hat bisher Sein greifbares Ergebnis gezeitigt: Braun- ik o h 1 e wurde hier und da gefunden. Das Vor­kommen von Eisenerzen konnte in verschie- Lenen Teilen des Landes mit Sicherheit ermittelt noeröen Die Goldgewinnung wurde soweit »gesteigert, daß man damit rechnet, den italienischen Goldbedarf in Kürze völlig aus dem Imperium Decken zu können. Auch feinen gesamten Glim- rmerfd)ief erbebarf hofft Italien in zwei bis drei Jahren aus den reichhaltigen abessinischen 'Vorkommen zu befriedigen .

Die S i e d 1 u n g s p o l i t i k ist ebenfalls iw letz­ten Jahr aus dem Abschnitt der Vorbereitungen nicht herausgekommen Da die faschistische Regie- runfl jede Gefahr etwaiger Rückschläge von vorn- herein ausschalten will, wird sicherlich noch einige Zeit vergehen, bevor italienische Siedler in größerer Zahl nach Aethiopien hineingelassen werden. Mitt­lerweile ist denn auch der Strom der landwirtschaft­lichen Auswanderung zielbewußt nach den libyschen Küstengebieten gelenkt worden, die Ende des Jah­res aus dem Imperium ausgeschieden und dem Mutterlande angegliedert worden sind. In Aethio

Die Erschließung des ostafrikanischen Imperiums

(Eigener Bericht des Gießener Anzeigers

. e. 9fnfhnimrbeit burdiaeführt. Der Fremde, der nach der Hauptstadt Addis Abeba kommt,

ans

10 Sabre Reichsführer ff.

Am 6. Januar 1929 wurde Heinrich Himmler vom Führer zum Reichsführer ff ernannt, nachdem er bereits 1927 Stellvertretender Reichsführer der Schutzstaffeln gewesen war. Die allererste Keimzelle der Schutzstaffeln, deren ursprüngliche und vor­nehmste Aufgabe es ist, für den Schutz des Führers zu sorgen, darf man wohl in jener kleinen ersten Stabswache des Führers erblicken, die nach einem bekannten Photo aus der Zeit der Anfänge der Bewegung in den Parteigenossen Schaub und Schreck bestand. Durch den Auftrag des Führers ist das Aufgabengebiet der Schutzstaffeln, die be­kanntlich eine selbständige Gliederung in der Partei sind, dahin erweitert worden, das Reich im Innern zu sichern.

Beide Aufgaben hat die ff stets mit restlosem Einsatz erfüllt. Heinrich Himmler, ber^ den kurz vor dem Parteitag 1926 gegründeten Schutzstaffeln von Anfang an angehörte, hat sie in eiserner Ar­beit, bei der er sich selbst am wenigsten schonte, zu einem unbedingt schlagkräftigen Instrument der Staatssicherung gegen jeden Feind gemacht. Es gab zu Anfang nur rund 150 ff-Männer im ganzen Reich, heute rund 200 000 Mann. Der Führer selbst gab ihnen den Wahlspruch:ff-Mann, bei ne Ehre heißt Treue." Jrn Juli 1934 würben bann bie Schutz» staffeln eine selbständige Gliederung der. NSDAP. Nachdem in der Zeit vom März 1933 bis April 1934 der Reichsführer ff Chef aller außerpreußt- fen Staatspolizeien geworben war, ernannte ihn ber Führer am 17. Juni 1936 zumReichsführer ff unb Chef ber beutfchen Polizei". Damit war zu­gleich bie Ausrichtung der gesamten deutschen Poli­zei nach den Grundgesetzen der ff gesichert.

Zu diesen Grundgesetzen gehört neben dem selbst­verständlichen bedingungslosen Gehorsam eine im­mer schärfer werdende Auslese, die aus ber Erkennt­nis vom Wet bes Blutes unb von ber Bebeutung der nordisch bestimmten Sippe ausgeht. Die Aus­lese wird durch die jährlich abzulegenden Leistungs­prüfungen gewissermaßen ständig nachkontrolliert; ferner gehört zu ber Auslesemaßnahme bas schon aus bem Jahre 1931 ftammenbe Gesetz, baß ieber ff-Mann bie Verlobungs- unb Heiratsgenehmigung einzuholen hat. Ein weiteres Gesetz vom 9. Novem­ber 1935 stellt fest, baß jeher ff-Mann berechtigt unb verpflichtet ift, feine Ehre zu oerteibtgen. So hat ber Reichsführer ff mit zielbewußter Energie unb Tatkraft bie ff in harter Arbeit zu jener bis zum Aeußersten entschlossenen, auserlesenen Truppe gemacht, bie durch ihre innere Haltung, ihren mu­tigen Einsatz für die Bewegung und ihre unerschüt­terliche Treue zum Führer sich zu einem feftumrif« jenen Begriff in der Vorstellung der Gegner wie der Anhänger der nationalsozialistischen Weltanschau­ung ausprägt

Geheul und ber Vernichtung einer italienischen Flagge gipfelte. Das faschistische Italien habe zu starke Nerven, um biefe Episoben ber Hysterie tra­gisch zu nehmen. Rom habe noch kein Wort gespro­chen. Alle aber seien daran zu erinnern, daß sich seit dem 28. Oktober 1922 (dem Tage der faschisti­schen Machtergreifung) noch kein einziger Fall einer Beleidigung Italiens zugetragen habe, ber nicht m ber richtigen Zeit eine gebuhrenbe Ant « w or t erhalten hätte. Die Brüber in Korsika und Tunis mögen wissen, baß sich das Vaterland ber großen Stunde bewußt sei, bie Gott für bie Er­lösung aller Söhne Roms oorbereite

Das Mailänber AbenbblattLa Sera" schreibt, bie Kunbgebungen in Tunis zu Ehren Dalabiers hätten sich in einer Atmosphäre eisiger Kühle abgespielt, bie nur durch den Eiithusiasmus von einigen tausend französischen Beamten und von ber Masse ber Juden übertüncht worden fei. Kein Italiener und kein Araber habe bei dem Zug bes Ministerpräsibenten und bei ber Militär« parabe Spalier geftanben. Die Abwesenheit ber ara­bischen Volksmenge sei symbolisch gewesen. Mit großem Wortschwall solle aber bie Weltöffentlichkeit getäuscht werben, .damit sie den Eindruck erhalte, daß Tunis französisch sei.