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5.8.1939
 
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Vor 25 Jahren im August.

Ser Kriegsbeginn zur See.

Von Korvetien-Kapitan a. D.

G. <S. Irhr. v. Iorstner.

Nicht blumengeschmückt und unter Abschieds- grüßen der Bevölkerung waren die Schiffe unserer Flotte bei Kriegsausbruch ausgezogen. Still und unbemert hatten unsere Hochsee-Streitkräfte schon in den letzten Spannungstagen Ende Juli ihre Hei­mathäfen zum Marsch in die Nordsee verlassen. In der Ostsee blieben nur wenige, meist ältere leichte Streitkräfte zum Schutz der Küste, unter dem Oberbefehl von Großadmiral Heinrich Prinz von Preußen zurück.

Unsere Ostsee-Flotte bekam sofort nach Eröffnung der Feindseligkeiten mit Rußland freie Hand. Um die Russen einzuschüchtern, ließ Prinz Heinrich gleich am 1. Mobilmachungstug, dem 2. August, den russischen Kriegshafen Lrbau durch die Kreuzer Augsburg" undMagdeburg" beschießen. Bei ihkem Erscheinen hatten die Russen aber Libau be­reits geräumt, ave Magazine und Vorräte in Brand gesteckt, und die Hafeneinfahrten durch ver­senkte Dampfer blockiert. Dieses ließ ein nur defen­sives Verhalten der russischen Ostsee-Flotte ver­muten.

In der Nordsee blieben unseren Hochsee-Streit­kräften unter Admiral v. Jngenohl, in den ersten Kriegslagen die Hände gebunden. Sie wurden zu­rückgehalten, da der Reichskanzler von Bethmann- Hollweg immer noch in dem Glauben lebte, daß England neutral bleiben würde. Gleich nach der am 4. August abends erfolgten Kriegserklärung Eng­lands setzten auch in der Nordsee die ersten Kriegs­maßnahmen ein.

Der als Hilfskreuzer ausgerüstete Schnelldampfer Kaiser Wilhelm der Große" lief in der Nacht zum 5. August zur Handelskrieasführung in den Atlan­tischen Ozean aus. Das Schiff erreichte, nördlich um die britischen Inseln herumfahrend, glücklich sein Operationsgebiet.

Der kleine Bäderdampfer Königin Luise" lag, mit 200 Minen an Bord, auf der Ems auslaufbe­reit. Bei der Eile der Ausrüstung konnte das Schiff leider nur mit zwei alten 3,7-cm-Reoolver-Kanonen >mit 2000 Meter Maximal-Schußweite armiert wer- iden. In der Nacht vom 4. zum 5. August lief .Königin Luise" mit dem Befehl aus, ihre Minen wor der Themsemündung zu werfen. Ihr Auslau­fen war von Helgoland nach England gemeldet vordem

Am Vormittag des 5. August kamen kurz vor

Die Kriegswissenschaslliche Abteilung des Generalstabs des Heeres legt eine gerade in diesen Tagen besonders bedeutsame Ver­öffentlichung vor, die denHandstreich gegen Lüttich vom 3. bis 7. August 1914" behandelt. Diese Darstellung enthält eine eingehende Schilderung des deutschen Angriffs auf Lüttich und die belgischen Derteidigungs- maßnahmen zum Schutze der Festung. Neu und kühn ist der Plan, eine starke Festung im Handstreich zu nehmen. Ungewohnt und schwer sind die taktischen und seelischen Belastungen dieses Kampfes. In dieser Dar- stellung zeigen sich die Irrungen und Wir­rungen der ersten Schlacht in ihrem ganzen Umfang. Das heldenhafte Verhalten von Führer und Truppe vor dem Feind sowie der-ungestüme Angriffsgeist vermitteln einen lebendigen Eindruck von der Größe unseres Heeres von 1914. Dabei werden dem tapferen Verteidiger vollste Anerkennung und Lob gezollt.

General Ludendorff schritt in der stock- iLmtlen Nacht an einer haltenden Marschkolonne nsch nach vorwärts, bis er glaubte, den Anfang rreicht zu haben. Es war jedoch nur ein durch -n Aufenthalt in Micheroux abgerissener Teil des ttos. Generalmajor Ludendorff befahl den Weiter- Marsch und blieb selbst an der Spitze. Im nächsten '.rt, in Sur Fosse, verfehlte er den Weg und nahm !i:e Richtung auf Evegnöe. Schon nach wenigen chritten erhielt die Spitze Gewehrfeuer, blieb aber "otz der Verluste im Vorgehen. Generalmajor -udendqrff erkannte bald, daß er sich geirrt hatte, ioocf) im feindlichen Feuer zurück und schlug dann, jon nur wenigen Leuten begleitet, den Weg nach '"Ery ein. Am Ausgang von Sur Fosse erfuhr r den Tod des Generalmajors von W u f s o w. lmbkkümmert um das von vorn und aus den Fel- tarn, von rechts und links kommende Gewehrfeuer etlte er nach vorwärts. Die ersten Häuser von Liöry viaren gerade erreicht, als ein Kartätschschuß die ttrage entlang fuhr. Noch einige Schritte, da lag en Haufen toter und verwundeter deutscher Sol- Mhtn, unter ihnen Generalmajor von Wussow. Generalmajor Ludendorff entschloß sich, die Füh- lwlg zu übernehmen. Von der Truppe war in der Lmnkelheit zunächst nichts zu sehen. Aus dem an­haltenden starken Gefechtslärm im Umkreis war Pr SU entnehmen, daß auch die nachfolgenden Teile Vt- Marschkolonne tn den Kamps eingetreten sein mißten.

I Generalmajor Ludendorff beobachtete von einer H-He südwestlich von Queue du Bois eine Kolonne, [bi: auf dem Rücken nordostwärts Jupille nach Süd- ^"sten marschierte. Er hielt sie zuerst für die Infanterie-Brigade, stellte aber dann fest, daß es ittziehender Feind war. Beiderseits von Sdlaire, das anscheinend vom Feind besetzt war, man einzelne Gruppen nach Westen zurück- :?<en. Ein unverzügliches Vorgehen der 14. Brigade rire erwünscht gewesen. Aber die nach den harten «rnpfen eingetretene Erschöpfung und das not» »mdige Ordnen der Verbände forderte einen Halt. bOie Brigade rastete auf der erreichten Höhe. Für ofpflegung wurde durch Beitreibung gesorgt. v'irouiHen wurden auf die Chartreuse und gegen u^ick) entsandt. Sie erhielten zwar da und dort

Hecken und Häusern Feuer, fanden aber das

Erreichen des Operationsgebietes entgegengesandte englische Streitkräfte in Sicht. Schnell konnten noch unbemerkt vom Feind, alle Minen geworfen wer­den. Dann verlegten 16 moderne Zerstörer mit je drei 10,2-cw-Geschützen, geführt von dem Kreuzer Amphion", mit zehn 10,2-em- und vier 4 7-cm- Geschutzen, den Rückweg zur Heimat. In ungleichem rZeuergefecht, bei demKönigin Luise" sich auch mit Handwaffen zu verteidigen suchte, litt das Schiff bei starken Personalverlusten bald schwer Mittags mußte der Kommandant, Korvettenkapitän Bier- mann, sein brennendes und steuerlos gewordenes Schiff sprengen lassen. Unter Hurras der Besatzung sankKönigin Luise" mit wehender Kriegsflagge.

Englische Seeoffiziere sprachen dem geretteten Kommandanten ihre Bewunderung über die Hal- tung seiner Besatzung aus. Sie konnten es nicht verstehen, daß das Schiff der gewaltigen Heber- maty gegenüber nicht die Flagge gestrichen hätte, lvtolz entgegnete Korvettenkapitän Biermann, daß niemand von einem deutschen Kommandanten das -streichen der Flagge erwarten dürfte. 4 Offiziere und 73 Mann waren die ersten Opfer in der Nordsee.

Auf dem Rückmarsch sankAmphion" auf Minen derKönigin Luise". Leider gingen mit ihr auch 18 gerettete deutsche Seeleute in die Tiefe. Keiner von ihnen hatte, obwohl sie wußten, daß auch ihnen der Tod drohte, die Sperre verraten.

Durch die Vernichtung des 3440 Tonnen großen KreuzersAmphion" mit rund 150 Mann Perso­nalverlust, war der Untergang der kleinen .Königin Luise" gerächt.

Dom 6. bis 11 August suchten zehn deutsche U-Boote die englischegrand fleet" in der nörd­lichen Nordsee. Das Sichten deutscher U-Boote dicht vor ihrem Hauptstützpunkt Scapa Flow bestärkte den englischen Flottenführer, Admiral Sir John Jellicoe, sehr in seiner Zurückhaltung. Offensivvor­stoße deutscher Kreuzer, U-Boote und Minenleger bis vor die englische Ostküste, zeigten im ersten Kriegsmonat weiter Angriffsgeist auf deutscher Seite. Durch diese Mittel des Kleinkrieges wurde gemäß Operationsbefehl ein Kräfteausgleich mit der englischen Flotte erhofft. Bis dahin sollte die deutsche Flotte nur unter günstigen Bedingungen eine offene Seeschlacht annehmen.

Prinz Heinrich ließ sofort nach der Kriegserklä­rung Englands den Großen und Kleinen Belt durch Minen sperren. So blieb die westliche Ostsee wäh­rend des ganzen Krieges frei vom Feind und un­gestörtes Hebungsgebiet für Flottenverbände sowie Neubauten.

Werk und den ostwärts der Maas gelegenen Stadt­teil frei vom Feind. Etwa 14 Uhr erschien auf der Zitadelle eine weiße Flagge. Zahlreiche Versprengte fanden sich ein, so daß sich die Kampf­kraft der durch die Verluste ziemlich geschwächten Brigade wieder erhöhte. Von Zeit zu Zeit wurden belgische Gefangene eingebracht. In zuversichtlicher Stimmung begrüßte Generalmajor Ludendorff den um 15 Uhr bei der Brigade eintreffenben General oon Emmich.

Während man auf einen belgischen Parlamentär wartete, meioeten die zu den Nachbarbrigaden ent­sandten Offiziere, daß sie weder die 27. noch die 11. Infanterie - Brigade gefunden, dagegen bei Wandre und bei Beyne Heusay Feuer erhalten Nachricht ein. Bald konnte darüber kein Zweifel bestehen, daß sich die 14. (gern.) Infanterie-Brigade allein inmitten der feindlichen Festung befand.

Etwa um 19 Uhr kehrte der Generalstabsoffizier aus Lüttich zurück. Er meldete, daß er erst nach längerem Warten vom Kommandanten der Zitadelle empfangen worden sei. Dieser habe erklärt, daß die weiße Flagge ohne seinen Befehl gehißt sei. Die Besatzung werde sich bis zum letzten Mann verteidigen. Daraufhin wurde die unterbrochene Artilleriebeschießung auf bie Stabt unb die Zitabelle wieder ausgenommen unb, soweit es der geringe Munttionsbestanb ge­stattete, die ganze Nacht fortgesetzt.

Die feste Haltung bes belgischen Kommandanten ließ barauf schließen, baß bie anberen Brigaden keine ausschlaggebenden Erfolge erzielt haben konn­ten. Lebhafter Zugverkehr in und um Lüttich schien darauf hinzudeuten, daß Verstärkungen in der Festung eintrafen. Mit der Möglichkeit eines Gegen­angriffes mußte daher gerechnet werden. Die Ver­bindung nach rückwärts war abgerissen. D i e Brigade war auf s i ch allein ange­wiesen. Die Ablehnung der Uebergabe der Zita­delle hatte die Stimmung merklich gedrückt. Die Dunkelheit war angebrochen. General Ludendorff ging die Stellungen ab unb ermunterte bie Leute mit bem Hinweis, daß bie Brigabe morgen in Lüttich sein werde. Um auch nach rückwärts eine Sicherung zu haben, ließ er bie Gefechtsbagage hinter der Brigade mit der Front nach Osten auf» stellen. Gegen 22 Uhr befahl er dem Chef der 3./Jäger-Batl. 4, mit IV» Kompanien bie Maas- brürfen zu nehmen unb bei einem feindlichen An­griff zu halten. Da die Belgier diese nicht besetzt hatten, war anzunehmen, daß sie durch bie voran­gegangenen Kämpfe stark mitgenommen sein muß­ten. Auch wenn bies zutraf, befand sich bie 14. (gern.) Infanterie - Brigabe abgeschnitten von ben übrigen beutschen Truppen, vor ben Toren einer vom Feinb besetzten Großstadt,in einer in ber Geschichte noch nicht bagewesenen Lage".

Die kühle Nacht zum 7. August war bei ber 14. (gern.) Jnfanterie-Brigabe auf den Höhen bei unb ostwärts von La Chartreuse ohne Stö­rung verlaufen. Der anbrechenbe Morgen brachte keine Klärung über bas Schicksal der anderen Bri­gaden. Die Angriffsziele hatten sie zweifellos nicht erreicht. Selbst zu den Nachbarbrigaden konnte keine Verbindung hergestellt werden. Daß die Belgier, bie noch im Besitze aller Forts waren, keinen Versuch machten, bie von ber 3./Jäger-Batl. 4 gesicherten Maasbrücken in Lüttich wieberzugewin»

nen unb die 14. (gern.) Infanterie-Brigade in ihrer die Stabt bebrohenben Stellung anzugreifen, konnte als ein Nachlassen bes Kampfwillens gewertet wer­den. Ein Anzeichen für ben Verzicht auf weiteren Wiberstanb war bamit jeboch nicht gegeben. Das Hinabsteigen von den Höhen ostwärts der Maas und der Einmarsch in bie große Jnbustriestabt mußte als kühnes Wagnis angesehen werden. General von E m m i ch wollte aber nicht auf halbem Wege stehenbleiben. Nur entschlossenes Han­deln konnte die nebelhafte Ungewißheit aufhellen und zum Siege führen. Um 6.30 Uhr befahl er den Einmarsch in die Stadt.

Gegen 7 Uhr rückte das Infanterie-Regi­ment 165 mit sechs Kompanien, einem Maschi­nengewehrzug, einem Geschützzug und Pionieren über die Booeriebrücke in die Innenstadt ein. Es fand keinen Widerstand. Von den belgischen Feld­truppen, deren letzte Teile eben Lüttich verlassen wollten, waren noch zahlreiche einzelne Soldaten anzutreffen. Etwa neun Kompanien streckten auf kurze Aufforderung die Waffen, als die Deutschen unvermutet auftauchten. Inzwischen fuhr General­major Ludendorff im Kraftwagen zur Zita­delle, bei ber er schon Teile bes Infanterie-Regi­ments 165 vermutete. Die belgische Besatzung ergab sich ihm unb seinen wenigen Begleitern. Das kurz danach anrückende Infanterie - Regiment 2 7 setzte sich auf ber Zitabelle fest, währenb bas

London, 4. Aug. (DNB.) In der City, dicht neben der St. Pauls-Kathedrale, ereignete sich am Freitagnachmittag wieder edne folgenschwere Ex- plosion. Ein unmittelbar neben bem Telephon­amt gelegenes großes Gebäude, in dem die Explo­sion erfolgte, stand in kurzer Zett in Flammen. Die Fenster von Hunderten von Geschäften in der Queen-Viktoria-Straße, in ber vor einigen Wochen bereits ein großer Brand wütete, den man auf ein irisches Attentat zurückführte, wurden zertrümmert. Bisher weiß man noch nichts über die Ursache ber Explosion. Es scheint sich aber um fein Born - benattentatzu hanbeln. Nach ben letzten Berich­ten hat man etwa eine halbe Stunbe vor ber Ex­plosion beobachtet, wie Arbeiter versuchten, ein Feuer zu löschen, das anscheinend durch Bruch einer Gasleitung entstanden war. Das Haus, in bem sich bie Explosion ereignete, ist v ö 11 i g zer­trümmert. Sämtliche Häuser in der Umgegend sind in Nothospitäler umgewandelt worden, um bie Verwundeten aufzunehmen, und die Polizei hat

Infanterie-Regiment 165 im Vororte Ans an ber großen Straße nach Brüssel eine Verteidigungs- stellung bezog. Die II. / F e l b a r t i 11 e r i e Regiment 4 schob eine Batterie nach Ans vor, eine ging auf ber Zitabelle in Stellung, unb eine würbe dem Gros des Jäger-Bataillons 4 zugeteilt. Dieses versuchte vormittags gegen das Forts be FlSron einen Hanbstreich, ber aber nicht gelang. Die Jäger bezogen bann in ber Stabt in ber Nähe ber Maasbrücken Unterkunft. General­major Lubendorff übergab am Adenb bas Kom- manbo ber 14. (gern.) Infanterie-Brigade an Oberst von Oven unb fuhr nach Aachen zur Bericht­erstattung an ben Oberbefehlshaber ber 2. Armee.

Der Plan, eine starke Festung burch Hanbstreich zu nehmen, bebeutete ein Abweichen von gewohnten Dahnen, einen kühnen Schritt ins Dunkle. Das war bas Große an bem Entschluß, das war auch ber Grunb für die Reibungen, die eintreten, wenn man Neuland betritt.

_ Bei der Durchführung des auf Ueberraschung unb Schnelligkeit aufgebauten Hanbstreichs kam es bar­auf an, militärischbas Präveniere zu spielen". Die deutsche Staatsführung handelte jeboch im Gegensatz hierzu infolge ihrer Zurückhaltung poli­tisch im Nachzuge. Der Einklang zwischen Politik unb Kriegsführung wäre aber bei ber Einleitung des Krieges burch ein solches Unternehmen er­wünscht gewesen.

sämtliche in der Nähe befindliche Privatwagen be­schlagnahmt, um Verwundete abtransportieren zu können. Das in unmittelbarer Nähe ber Unglücks- stelle liegenbe Telephonamt ist von dem Unglück nicht mitbetroffen worden.

Rund 150. Personen wurden nach den letzten Funkmeldungen mehr ober weniger schwer ver­letzt. Eine Reihe von Leuten erlitt durch Stich­flammen lebensgefährliche Branbwunden. Bisher sind jedoch keine Todesopfer zu verzeichnen. Polizei und Feuerwehr waren bis in bie späten Nachtstunben mit Aufräumungsarbetten beschäftigt. Trümmer und Glassplitter haben die Straßen in der Umgebung des Unglücksortes für jeglichen Der» kehr unpassierbar gemacht. Mehr als 200 Häuser wurden zum Teil schwer in Milleidenschaft ge­zogen. Glücklicherweise ist die bekannte St. Pauls- Kathedrale nicht so schwer beschädigt worden, wie man ursprünglich annahm. Nur wenige ihrer kost­baren Fenster gingen in Trümmer.

Aus aller

elf.

Schweres Autounglück in der Eifel.

Lpd. Br um, 4. Aug. In der Nacht zum Don­nerstag ereignete sich auf der Straße zwischen Arz­feld und Irrhausen ein furchtbares Autoun - g l ü ck. 14 junge Männer aus Arzfeld, alle im Alter von 20 Jahren, befanden sich auf fröhlicher Fahrt mit einem Lastkraftwagen in Richtung Da­leiden. Das Auto wurde von einem gleichaltrigen Arzfelder gesteuert, das in einer scharfen Kurve zu weit an die Straßenseite geriet, einige Bäume um- riß und in hoher Geschwindigkeit in den Stra­ßengraben fuhr, wobei sich das Fahrzeug meh­rere Male Überschlug. Sck^m beim Anprall an die Bäume wurden die meisten Insassen vom Wagen geschleudert; sie flogen gegen andere Bäume, auf die Straße und ins nahe Feld. Einer der jun­gen Leute erlitt mehrere Schädelbrüche und war auf der Stelle t o t. Zwei weitere Mitfahrer wur­den so erheblich verletzt, baß sie auf dem Transport ins Krankenhaus starben. Außerdem wurden sieben junge Männer verletzt, davon einige so erheblich, daß sie ins Krankenhaus eingeliefert wer­den mußten. Der Autolenker selbst wurde verhält­nismäßig wenig in Mitleidenschaft gezogen, da er sich am Steuer festhielt und dadurch nicht aus dem Wagen stürzte. Gegen ihn hat die Staatsanwalt­schaft im Laufe der Untersuchung Haftbefehl erlassen.

^/-Tibet-Expedition wieder in der Heimat.

Die erste deutsche ^-Tibet-Expedition Dr. S ch ä f e r ist nach 1 ^jähriger Abwesenheit wie­der in Deutschland eingetroffen. Von Wien kommend trafen bie Teilnehmer auf bem Münchner Flughafen zu einer Zwischenlandung ein. Sie würben hier von Reichsführer fj Heinrich Himmler herzlich be­grüßt. Die aus fünf ^-Führern bestehende Expedi­tion ist die erste deutsche Expedition, die eine Ein­ladung nach Lhasa erhalten hat. Die Teilnehmer sind auch die ersten Deutschen, die nach Jnnertibet ge­langen konnten.

2Hif Maschinengewehren durch die Fleischbank-Oslwand.

Unsere Gebirgstruppen haben eine neue Glanz­leistung vollbracht. Am 3. August erstieg eine Ab­teilung ber Brannenburger Gebirgsjäger unter Führung ihres Bataillonskommandeurs, Oberst­leutnant Rom eder, bie Fleischbank im W i lden Kaiser über die schwierige Ostwand mit Maschinengewehren und Geweh­ren. Die Stärke ber Abteilung betrug sechs Offi­ziere, ein Sanitätsoffizier, ein Oberfeldwebel, elf Unteroffiziere und Mannschaften. Die Hebung, bei ber aus ber Wand und vom Gipfel gefeuert wurde, dauerte 21 Stunden. Die Zeit für die Durchsteigung ber Wanb betrug 8 bis 10 Stunden. Die Hebung verlief ohne jeden Hnfall. Wer die Fleischbank-Ost- wand im Wilden Kaiser kennt, der weiß, daß sie nur für die besten und erfahrensten Bergsteiger überhaupt in Frage kommt.

Schwere Bluttat in Köln.

In Köln ereignete sich in einer im dritten Stock gelegenen Wohnung eine schwere Bluttat. Der 39jäyrige Fritz Thelen war mit feiner 32jäh- rigen Braut in eine heftige Auseinandersetzung ge­raten, da das Mädchen die seit Jahren bestehenden

Beziehungen zu chm wegen feiner Faulheit und seines unsoliden Lebenswandels lösen wollte. Plötz­lich stach Thelen mit einem Küchenmesser auf feine Braut ein und verletzte sie schwer durch einen Lungenstich. Der Täter stürzte sich dann in selbst­mörderischer Absicht aus dem Fenster auf die Straße. Beide wurden dem Krankenhaus zugeführt, wo Thelen inzwischen g e ft o r b e n ist. Aus einem Vorgefundenen Brief geht hervor, daß Thelen bie Tat geplant hat.

3m kleinen Segelboot über den Atlantik.

Die Besatzungen von zwei Dampfern, die aus Amsterdam und Vancouver in Genua eingetroffen sind, berichteten, daß sie auf ihrer Fahrt etwas abseits ihres Kurses ein kleines Segelboot angetroffen hätten, das nach einer mehr als zwei Monate dauernden Heberquerung des Atlantik und des Mittelmeeres Genua ansteuere. Es handelt sich um das kaum elf Meter lange BootIris" des italienischen Ingenieurs Martucci aus Brook- kyn (USA.), der mit seiner Gattin sowie mit zwei italienischen unb zwei amerikanischen Begleitern am 2. Juni Amerika verlassen unb am 30. Juli Gibraltar erreicht hatte. DieSris" wird in Kürze in Genua eintreffen.

Kälte in Brasilien bedroht die Kaffee-Lrnte.

In Mittelbrasilien, wo jetzt Winter ist, herrscht in diesem Jahre ungewöhnlich strenge Kälte. Im Staate Sao Paulo sank bie Temperatur auf minus 2 Grab, währenb im Staate Minas Geraes sogar 5 Gräd Kälte gemessen würben. Für die Kaffee- Ernte, bie schon burch starke Regenfälle gelitten hatte, hegt man ernste Befürchtungen.

Wetterbericht

Nachbem es am Freitag zu einzelnen, teilweise gewittrigen Schauem gekommen war, brachte bie Nacht im größten Teil bes Frankfurter Bezirks Regen. Die Entwicklung ber Großwetterlage Der» spricht fortschreitenbe Besserung, aber vorerst noch kein burchweg nieberschlagsfreies Wetter.

Vorhersage für Sonntag: Morgens vielfach bunftig ober neblig, sonst häufig aufheiternd, doch vereinzelt auftretenbe unb teilweise gewittrige Schauer noch nicht ausgeschlossen. lagestempera- turen anfteigenb, wechselnbe Winbe.

Vorhersage für Montag: Im wesent­lichen freunbliches unb warmes Wetter.

Hauptschriftleiter Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bes Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i. V.: Ernst Blum­schein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 1939: 8855. Druck und Verlag: Brühlsche Hnioersitätsbruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs, preis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkauss» preis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illu­strierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vorn!. September 1937 gültig.

Der Handstreich gegen Mich

Der erste große Sieg.

Wieder ein schweres Explosionsunglück in London.

Dis jetzt 150 Verletzte. Diesmal kein Bombenattentat.

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FOr RM 198/" ein Tag- und Nocht-Femompfänger, möheloe trennscharf einzustellen und auch Im Kurzwellenfeil klar und rein In der Musikwiedergabe. Ihn einmal hören, heißt Ihn förJmmer wählen I