Ausgabe 
5.6.1939
 
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Glanzvolle Eröffnung

-er Fieichstheaterfestwoche in"

U:

ich.

men, dann pflegen ihre Gedanken und ihre Ge­spräche zurückzugreifen in die Zeit gemein]am er­lebter Jahre, und die Erinnerung an sie läßt ihnen im Geiste das wieder auferstehen, was einst gemein­samer Inhalt ihres Lebens war. Wie in den (Spodjen langer Friedensjahre der alltägliche Dienst mit seinen harten 'Anforderungen an Pflichtbewußt­sein und körperliche Leistungsfähigkeit die Summe der Erinnerungen wird, die bei einem solchen Zu­sammentreffen^ dann wieder lebendig werden, so ist es bei uns vor allem die Erinnerung an die größte Zeit, die menschlichen Wesen jemals in der Welt gestellt worden war. Ein Vierteljahrhundert beginnt dann vor unseren Augen zu verblassen, und die Allgewalt des schwersten, aber auch größten Zeitalters unserer Ge­schichte zwingt uns wieder in ihren Bann. Was immer nun die Einzelnen au$ dem sorgsam be­hüteten Schatz dieser ihrer teuren Erinnerungen untereinander auszutaufchen vermögen, es wird übertroffen von dem, was diese Zeit im Gesamten für unser Volk bedeutete, so schicksalhaft sie sonst auch für unser eigenes Leben gewesen sein mag. Für mich als Führer der Nation ergibt sich nun beim prüfenden Nachsinnen vor allem immer wieder eine Frage, die ich als unendlich wichtig nicht nur für unser damaliges Geschick, sondern auch für die richtige Gestaltung unserer Zukunft ansehe, nämlich die Frage der Vermeid - oder Unvermeid­barkeit des damaligen Geschehens.

Vor 20 Jahren wurde eine erbärmliche Staats- führung veranlaßt, unter einem wie sie wohl glaubte unwiderstehlichen Zwang ihre Unter­schrift unter ein Dokument zu sehen, das Deutschland die Schuld am Kriege als endgültig erwiesen aufzubürden versuchte. Wissenschaftliche historische Untersuchungen haben unterdes diese Behauptungen längst als Lüge und Fälschung erwiesen. Ich selbst habe diese wider besseres Wissen geleistete Unterschrift unter das Versailler Diktat feier­lich gelöscht und damit auch rein formell der Wahrheit die Ehre gegeben. (Brausender Beifall, stürmische Heilrufe branden empor.) Allein, unabhängig davon muß uns allen eines bewußt sein: Die Schuld am Kriege ist unlösbar verbunden mit der Aufstellung des Kriegszieles. Kein Volk und keine Regierung werden Krieg führen bloß um des Krieges willen. Rur im Gehirn perverser jüdischer Literalen kann die Vorstellung Platz greifen, daß irgend jemand aus reiner Lust am Töten oder Blutvergießen zum finge schreiten kann. Es war aber nun entscheidend, daß die deutsche Regie­rung nicht nur vor dem Jahre 19 14 kein Kriegsziel besah, sondern daß sie sogar im Kriege selb st zu keiner irgendwie vernünftigen oder gar präzisen firiegszielführung zu kommen vermochte. Der Friedensvertrag von Versailles hat demgegen- , über aber erkennen lassen, welches die wirklichen Kriegs ziele der damaligen brili- schen und französischen Einkrei- sungspolitiker gewesen waren. Der Raub der deutschen Kolonien, die Vernichtung des deutschen Handels, die Zerstörung aller deut­schen Existenz- und damit Lebensgrundlagen, die Beseitigung der deutschen politischen Geltung und Machtstellung, mithin also die gleiche Zielsetzung, wie sie die britischen und sran- zösischen Linkreifungspolitiker auch heute besitzen. (Stürmische Pfui-Rufe.)

Es gab damals in Deutschland leider Menschen, die den extremen Anschuldigungen englischer Zeitungen und englischer Politiker über die notwendige Weg­nahme der deutschen Kolonien, die Vernichtung des deutschen Handels, die bereits im Frieden bekannt­gegeben worden waren, Glauben schenken zu müssen vermeinten. Der Weltkrieg und das Friedensdiktat von Versailles haben die deutsche Nation nun eines anderen belehrt. Was früher scheinbar unverant­wortliche Politiker als Ausgeburt ihrer eigenen Phantasie oder ihres Hasses verkündet hatten, war eben doch das Ziel der britischen Politik gewesen, nämlich der Raub der deutschen Kolo­nien, die Vernichtung des deutschen Handels, die Zerstörung der deutschen Handelsflotte, machtpolitische Entnervung und Zerstörung des Reiches, mithin die politische und körperliche Ausrottung des deutschen Volkes. Dies waren die Ziele der britischen Einkreisungspolitik vor dem Jahre 1914.

Und es ist gut, wenn wir uns nun daran er­innern, daß diesen durch das spätere Friedensdiktat von Versailles erhärteten Absichten und Kriegs­zielen unserer Gegner die damalige deutsche Staatsführung gänzlich ziellos und leider auch willenlos gegenüberstand. So konnte es geschehen, daß nicht nur keine deutsche Kriegszielsetzung vorhanden war, sondern daß auch nicht die notwendigen deutschen Kriegsoorbereitun­gen selbst im Sinne einer wirkungsvollen Abwehr getroffen worden waren. Und hier liegt meUeidjt die schlimmste Schuld Deutschlands am Weltkrieg, nämlich die Schuld, durch eine sträfliche Ver­nachlässigung der deutschen Rüstung es einer Umwelt geradezu erleichtert zu haben, den Gedanken einer deutschen Vernichtung zu propa­gieren und am Ende dann ja auch zu verwirklichen.

Unter für uns heute gänzlich unverständlichen Einwänden wurde noch im Jahre 1912 an den so notwendigen Rüstungen abgestrichen, mit lächer­lichen Beträgen gespart, dem widerstre­bende aufrechte Soldaten in die Wüste geschickt und dadurch die Ueberzeugung der Gegner gestärkt, einen erfolgreichen Waffengang mit Deutschland vielleicht doch wagen zu können. Daß darüber hin­aus auch die reine wehrmäßige Erfas­sung der deutschen Menschen nur in un> genügendem Ausmaß geschah und damit viele hunderttausende tauglicher Männer einer Ausbil­dung verlustig gingen, und später in einer kritischen Stunde, als sie doch eingezogen wurden, zu einem hohen Prozentsatz dies mit ihrem Tode büßen mußten, verstärkt nur dieses Bild einer unzu­länglichen Staatsführung und damit der einzigen wahrhaften Schuld nicht nur am Beginn dieses Krieges, sondern vor allem auch am Aus­gang des Kampfes. Wenn nun trotzdem gerade der Weltkrieg für uns Deutsche zur Quelle deutschester Erinnerungen wird, dann nicht im Hinblick auf die viel zu schwache Rüstung, auf die unzulängliche Staatsführung usw., sondern ausschließlich im Hin­blick auf das in ihrem inneren Werte so einzig­artige Instrument der damaligen deutschen Wehrmacht, des Heeres, der Marine und der späteren Luftwaffe, die zahlenmäßig oft um ein Vielfaches vom Gegner übertroffen, wertmäßig

Die 6. Reichstheaterfestwoche ist am Sonntagabend in Anwesenheit ihres Schirmherrn, Reichsminister Dr. Goebbels, und seines Gastes aus Italien, Minister Alfieri, mit einer Fest­vorstellung der händelschen Oper Julius C ä - s a r" eröffnet worden. Die festliche Gemeinde, die Vertreter der Partei, des Staates und der Wehr­macht mit namhaften Repräsentanten des deutschen Theaterschaffens und des Kunftlebens vereinte, er­hob sich zum Gruß, als Reichsminister Dr. Goeb­bels und Minister Alfieri, der durch feine Anwesenheit das deutsch-italienische Bündnis auch in seiner kulturellen Bedeutung unterstrich, in der Ehrenloge sichtbar wurden. Die glanzvolle Auf­führung der Hamburger Staatsoper unter der musikalischen Leitung von Hans S ch m i b t - 3 f f e r ft e b t mit prachtvollen Bühnenbildern (In­szenierung Rudolf Z i n d l e r ) fesselte bis zum letzten Augenblick Auge und Ohr der Besucher. End-

London, 5. Juni. (Europapreß.) Eine Erklä­rung über den Untergang des Unterseebootes T h e t i s" und den 23 e r Lu ft von 99 Men- d) e n 1 e b e n wird am Montagnachmittaa im Un­terhaus durch den Finanzsekretär in der Admirali­tät, Geoffrey Shakespeare, abgegeben wer­den. Shakespeare wird in Vertretung des Ersten Seelords Lord Stanhope sprechen, der als Mitglied des Oberhauses keinen Sitz im Unterhaus hat. Die Admiralität wird in dieser Erklärung bereits Be­zug nehmen auf die von der Oeffentlichkeit und in der Presse erhobenen Kritiken und Anschauungen.

Die Kritik an den erfolglosen Re11ungs- arbeiten beschäftigt weiterhin die Presse vom Montagmorgen und wird zweifellos unter amt­lichem Einfluß im großen und ganzen als unstatt­haft zurückgewiesen, wenn auch einzelne Blätter ich der Berechtigung gewisser Beanstandungen nicht verschließen und Vorbeugungs- und Verhütungs­vorschlägen Raum gewähren. Die Pressekommentare legen vor allem Nachdruck auf die Forderung nach einer öffentlichen Untersuchungsfüh­rung. Dies tut z. B. derDaily Telegraph", der überdies trotz einer scharfen Ablehnung desKri- tikastertums" bereits die Linie aufzeigt, auf der die Presse ihre zu erwartenden Angriffe gegen die Admiralität und die Erbauerfirma führen dürfte. Die Beanstandungen beziehen sich datauf, daß keine T e 1 e p h o n k a b e l bei dem Bojen- au flössen in der englischen Unterseebootswaffe benutzt werden, ferner auf die Wahl eines als un- icher geltenden Uebungsgewässers zu Probefahrten, auf die geringe Anzahl der die Unterseeboote bei ihren Versuchsfahrten begleiten- »en Bergungsschiffe und auf die Ueberbe- etzung des Unterseebootes bei der Ab­nahmefahrt.

In derDaily Mail" findet sich bereits in Frage- ormDie übliche Praxis?" eine heftige Anklage gegen b i e Admiralität, sowohl was die Unterrichtung der Presse angeht, als auch hinsichtlich der technischen Vorgänge bei den Ret- tungs- und Bergungsversuchen. Mit der Befürch­tung, die Untersuchung werde geheim geführt, etzt sich dieNews Chronicle" auseinander, das außerdem eine Liste von 22wichtigen Fra - g e n" aufmacht.

aber niemals erreicht worden waren. (Wieder brauft minutenlang stürmischer Beifall empor.)

Der Rückblick und die Erinnerung an diese große Zeit muß in uns allen, meine Kame­raden, aber eine Ueberzeugung und einen Ent­schluß festigen:

1. die Ueberzeugung, daß das deutsche Volk nur mit größtem Stotz auf seine Vergangenheit zurückbticken kann, und insbesondere auf die Jahre des Weltkrieges. Als Führer der deutschen Ration kann ich daher als ehemaliger Kämpfer in keiner Sekunde zugebeu, daß irgend jemand in den Reihen unserer w e st l i ch e n Gegner das Recht haben könnte, sich als etwas besseres zu fühlen oder anzusehen, als wir Deutsche es sind! (Stürmische Heil-Rufe und jubelnder Beifall bekräftigen die Worte des Führers.) Ich leide daher auch nicht im ge­ringsten unter irgend einem Minderwertigkeits­komplex. (Der Sturm des Beifalls wiederholt sich aufs neue.)

Ich sehe im Gegenteil in der Erinnerung an die vier Jahre Krieg, die ich selber, dank einer gnädigen Vorsehung, das Glück hatte mit­machen zu dürfen, nur einen Grund zum st o l- zelsten Vertrauen auf mein deut­sches Volk, und als Soldat auch auf meine eigene Person. (Immer tosender werden die Kundgebungen der alten Soldaten für den Führer.) Diese Jahre machen mich in tiefstem Innern ebenso friedenswill ig in der Erkenntnis der furchtbarenSchrek- ken des Krieges, als aber auch ent­schlossen in der Ueberzeugung vom Wert des deutschen Soldaten zur Verteidigung unserer Rechte. Es imponieren mir daher Drohungen von gar keiner Seite. (Minutenlang huldigen die hun­derttausende dem Führer.)

2. Ich und wir alle haben aus dieser Zeit aber auch den Entschluß zu fassen, die Inter­essen unseres Reiches und der Ration nicht mehr so sträflich leichtsinnig zu übersehen, wie dies vor dem Jahre 1914 der Fall war. (Die Beifallskundgebungen erneuern und verstärken sich)

Und das will ich Ihnen, meine alten Kame­raden, nun hier versichern: Wenn schon die britische E i n k r e i s u n g s p o l i t i k die gleiche geblieb en ist wie vor dem Kriege, dann hat sich aber dafür die deutsche Abwehrpolitik gründ­lich geändert! (Tosender Beifall und mi­nutenlange Heilrufe begleiten die Worte des Führers.) Sie hat sich schon geändert dadurch,

loser Beifall dankte den Künstlern. Die Wahl des Werkes bedeutete nicht nur einen Hinweis auf bie unvergänglichen Werte unserer deutschen Meister, sondern auch eine Huldigung an die italienischen Gäste. Wenn am Schluß die Feldzeichen der alten Weltmacht Rom auf die Bühne gepflanzt sind, wenn Cäsar die Macht des römischen Imperiums preist, dann wird die Festaufführung auch zu einer politischen Demonstration. Nach der Vorstellung gab Dr. Goebbels einen Abendempfang, dem neben Minister Alfieri Reichsminister Dr. Seyß- Jnquart, Gauleiter Dr. Jury, der Oberbe­fehlshaber der Heeresgruppe 5, Generaloberst List, der Bürgermeister von Wien, Dr. N e u b a ch e r, und eine große Anzahl namhafter Künstlerinnen und Künstler sowie leitende Männer des deutschen Theaterwesens mit dem Präsidenten der Reichs- theaterkammer, Körner, teilnahmen.

DerDaily Expreß" legt dem leitenden Direktor der Erbauerwerst, Johnson, die Worte in den Mund:E s kann zwei Tage oder zwei Wochen dauern bis wir dieThetis" heben. Vielleicht werden wir sie über­haupt nicht bergen können!

Unter den in dem Unterseeboot Umgekommenen befinden sich, wie die Schiffswert am Sonntag­abend mitteilte, vier Offiziere der U-BooteTaku" und Trident", die gegenwärtig als Schwesterschiffe der .Thetis" von der gleichen Werft fertiggestellt werden. Zwei dieser Offiziere waren zu Komman­danten der genannten U-Boote ausersehen.

Die englischen Sonntagblätter geben auch ameri­kanische Zeitungsstimmen in großer Aufmachung wieder. U. a. werfen die amerikanischen Blätter der Werftleitung vor, dieThetis" bei der ersten Tauch- übung auf offenem Wasser ü b er 1 a ft e t zu haben. Bei einer Belastung des U-Boytes mit nur fünf­zig Personen wäre eine solche Katastrophe, so mei­nen amerikanische Fachleute, nicht eingetreten. Wei­ter wird die Frage aufgeworfen, warum das U- Boot gerade inder Bucht von Liverpool zu einer Tauchübung ausgelaufen sei, die doch nur eine 2Baffer tiefe von 132 Fuß habe, wäh­rend dieThetis" selbst eine Länge von 265 Fuß auf weise.

Einer der vier Ueberlebenben derThetis" soll der englischen SonntagszeitungNews of World" mit. geteilt haben, eine Torpedoöffnung s e i versehentlich" nicht verschlossen wor­den. Deshalb sei beim Tauchen das Vorderteil des Schiffes sofort mit Wasser angefüllt worden, und die Schiffsnase habe sich bei der geringen Wasser- tiefe in den Grund gebohrt.

Das Beileid des Führers.

Berlin, 4. Juni. (DNB.) Der Führer hat dem König von England telegraphisch seine und des deutschen Volkes Anteilnahme an dem schweren Unglück des U-BootesThetis" zum Ausdruck gebracht.

Sämtliche Londoner Blätter berichten unter ent­sprechenden Ueberschriften über die Tatsache, daß der Führer an den englischen König ein Beileidstele­gramm gerichtet hat.

daß heule an der Spitze des Reiches nicht mehr ein als Major verkleideler Zivilist die Geschäfte führt, sondern ein vielleicht manchmal auch Zivilkleider tragender Soldat! (Wieder bricht tosender Beifall los.) Belhmannholl- wegs gibt es in der deutschen Staatsführung heute nicht mehr. (Der Beifall schwillt immer mehr an.) Ich habe dafür Sorge getragen, daß alles das, was irgendwie mit der Staalsführung etwas zu tun hat, nur ein IVOprozentiger Mann und Soldat sein kann.

Sollte ich aber bemerken, daß die Haltung irgend einer Persönlichkeit einer kritischen Belastung nicht standhält, dann werde ich eine solche Erscheinung von ihrer Stellung augenblicklich entfernen, mag dies sein, wer immer. (Die Kundgebungen steigern sich wieder zu einer großartigen Ovation.)

Das Friedens diktat von Versailles entstand nicht zufällig. Es war das Ziel jener, die feit Jahren Deutschland einzukreisen ver­suchten, und die endlich ihr Ziel erreicht hatten. Wir haben nun kein Recht, daran zu zweifeln, daß die gleiche Politik heute nur zum Zweck der Erreichung des gleichen Hie - 1 e s betrieben wird. Wir haben daher die Pflicht, diese Wahrheit der Nation ungeschminkt zu sagen und sie auf das äußerste in ihrem Abwehrwillen und in ihrer Abwehrkraft zu fördern. Ich glaube, daß ich damit auch im Sinne jener Kameraden han­dele, die einst, und damals leider scheinbar zweck­los, für Deutschland ihr Leben hingeben mußten. Wie ich überhaupt glaube, daß nunmehr 25 Jahre nach Ausbruch des Weltkrieges, 20 Jahre nach dem Vertrag und Diktat von Versailles die beutfdje Staatsführung und hinter ihr das ganze deutsche Volk zum ersten Male wieder mit erhobenem Haupt an die Gräber unserer Helden treten können. (Stür­mischer Beifall.) Es ist wenigstens etwas von dem wieder gutgemacht worden, was Schwäche, Ziel­losigkeit und Uneinigkeit einst verbrochen hatten.

Ich erwarte daher, daß diese Politik der Stärkung der deutschen Abwehr- kraft gerade von den alten Soldaten nicht nur begrüßt, sondern auf das fana­tischste unter st ü h t wird. (Die Hundert­lausende stimmen dem Führer auf das freudigste zu.) Diese Politik aber darf nun ihr Ziel nicht darin sehen, vorübergehend einen Jahrgang der Zivilisten in Militäruniformen zu kleiden, son­dern grundsätzlich die ganze Ration soldatisch zu erziehen und zu einer soldatischen Haltung zu bringen, (wieder unterbrechen minutenlange Zustimmungskund- gebungen die Rede des Führers.)

Es ist kein Zufall, daß der Nationalsozialismus »m großen Kriege gezeuat wurde. Denn er ist nichts anderes als die Durchdringung unseres gesamten Lebens mit dem Geist eines wahrhaften Kämpfer- tumes für Volk und Reid).

Das englische Ll-BooiThetis" verloren.

99 Menschen in dem U-Boot gestorben.

An einem aber wollen wir alle nicht zweifeln: So wie das deutsche Volk erst im gesamten hero­ische Führung besitzt, wird es in feiner eigenen Haltung dieser Führung gleichen. Es ist mein un- oerrüdbarer Entschluß, dafür zu sorgen, daß die obersten politischen und militärischen Führer der Nation genau so tapfer denken und han­deln, wie es der brave Musketier tun muß, der bedingungslos fein Leben hinzugeben hat und hin­gibt, wenn der Befehl oder die Not dies erfor­dern. (Immer aufs neue Jubeln die alten Soldaten dem Führer zu.) Die heroische Führung einer Na­tion liegt stets in jenem Gewissen begründet, bgs durch die Frage des Seins oder Nichtseins eines Volkes seinen Befehl erhält.

Wenn nun gerade i ch so zu Ihnen, meine Kameraden, spreche, dann kann ich schon heute vor der deutschen Geschichte jene Berechtigung in Anspruch nehmen, die dem zuteil wird, der nicht nur in Worten redet, sondern sich auch in seinen Handlungen zum gleichen Gei st und zur gleichen Gesinnung bekennt. Deshalb aber kann ich auck) mehr als irgendein anderer Teil haben an unserer großen Kameradschaft des ewigen deutschen Soldatentums. And deshalb bin ich glücklich, Sie an diesem Reichskrieger­tag hier in Kassel als die Repräsentanten dieses Soldatentums begrüßen zu können. (Minuten­lang brausen die Heilrufe zum Führer empor.) lleber uns allen liegt die Verklärung der Er­innerung an die größte Zeit unseres Volkes und unseres eigenen Daseins, vor uns allen aber liegt die Erfüllung dessen, um was auch diese Zeit einst, wenn auch unbewußt, strikt: Groß- d e u t s ch t a n d !

Mit ungeheurem Jubel nehmen die Hundert- tausende der alten Soldaten die Worte des Führers auf und bereiten ihm am Schluß eine eindrucksvolle Huldigung.

Reichskriegersührer General Reinhard

findet begeisterten Widerhall bei den Massen, als er dem Führer und Obersten Befehlshaber mit fol­genden Worten dankt: Ick) danke Ihnen, mein Führer, von Herzen für die Worte, die Sie soeben an uns gerichtet haben. Diese Worte werden uns Ziel und.Richtung bleiben für unsere weitere Arbeit im NS.-Reichskriegerbund. Ich bitte Sie, mein Führer, von den Männern, die heute geschmückt mit dem Zeichen des Dritten Rei­ches vor Ihnen stehen, das Gelöbnis treue­ster Gefolgschaft entgegenzunehmen. Unserem Wunsche, daß es Ihnen, ' mein Führer, gelingen möge, Deutschland in Verbindung mit unserem Bundesgenossen Italien immer mehr zur stäh» lernen Achse auszubauen, bitte ich mit meinen Kameraden Ausdruck geben zu dürfen in dem Rufe: Unser Führer, Adolf Hitler, der Gründer des Groß­deutschen Reiches: Siegheil!

Der Gesang der Lieder, der Deutschen beendet die eindrucksvolle Kundgebung.

Der Kührer im Kasseler Rathaus.

Nach der Großkundgebung begab sich der Führer, überall begeistert begrüßt, zum Rathaus, wo ihm Oberbürgermeister Dr. Lahmeyer ein Bild über­reichte, das den Tempel Girgenti darstellt. Der von August Bromeis dargestellte Tempel von Girgenti gilt als der schönste Tempel Siziliens. Es handelt sich um ein Bauwerk des alten Agrigent, jener sagen­haft reichen Stadt, die in ihrer Blüte etwa 1 Mil­lion Einwohner hatte. Der Tempel wurde im 5. Jahrhundert v. d. Z. errichtet und bereits 450 v. d. Z. durch die Karthager zerstört.

Dann begab sich der Führer in den aroßen Fest­saal des Rathauses, wo ihm der Reichskriegerführer die Gaukriegerführer des NS.-Reichskriegerbundes vorstellte. Anschließend nahm der Führer mit den Ehrengästen, den Männern des NS.-Reichskrieger- bundes und seiner Begleitung an einem vom Reichskriegerführer gegebenen Imbiß teil. Dann besichtigte der Führer in den an den Rachaussaal angrenzenden Räumen gemeinsam mit dem Gau­leiter Staatsrat W e i n r i ch und Oberbürgermeister Dr. Lahmeyer Modelle eines Aufmarschgeländes und sonstiger Bauten in Kassel.

Der Vorbeimarsch.

Nach der Ehrung des Führers im Rathaus nahm der Führer auf dem Friedrichsplatz den Vorbei» m a r s ch der Hunderttausende des Reichskrieger­bundes und der Ehrenformationen ab. Auf dem Podium nahmen neben dem Führer u. a. der Reichskriegerführer, der (Bauleiter Staatsrat Weinrich und der Kommandierende General des IX. AK., General Dollmann, Aufstellung.

Marschmusik erklingt, die Ehrenkompanien der Wehrmacht mit Musikkorps und Spielmannszug rücken an. In exaktem Paradeschritt eröffnet die Ehrenkompanie des Heeres mit dey Traditions­fahnen den Vorbeimarsch. Es folgt je eine Ehren­kompanie des Heeres, der Marine, der Luftwaffe und der Schutzpolizei. Dann zieht eine Ehrenabord­nung des Reichsarbeitsdienstes mit im Sonnenlicht blinkenden Spaten am Führer vorbei. In tadel­loser Marschordnung folgen je ein Ehrensturm der SA., des NSKK., des NSFK., Ehrenabordnungen der Politischen Leiter, der Technischen Nothilse, des Reichsluftschutzbundes und ein Ehrensturm der ff.

Der 3000 Mann starke Marschblock der NS.» Kriegsopferoerforgung mit dem Reichskriegsopfer- sichrer Oberlindober an der Spitze wird von den Zuschauern mit Sonderbeifall bedacht.

Die begeisterten Kundgebungen steigern sich, als nun die gewaltigen Marschblöcke des Reichskrieger­bundes mit den alten Traditionsfahnen folgen, in ihrer Mitte die Stammfahne des NS.-Reichskrieger­bundes, der ersten Fahne der ältesten von frieberi» zianischen Füselieren im Jahre 1781 in Wangerin in Pommern begründeten Kriegerkameradschaft. An ihrer Spitze marschiert der Reichskriegerführer Reinhard.

Lebhaft begrüßt werden die Abordnungen der Gaukriegerverbände Alpenland, der Gruppe Donau und Nordost, sowie Sudetenland in ihren schmucken Trachten.

Die Abordnung des Reichskolonialbundes wird von dem Bundesführer General Ritter von Epp geführt.

Dann will das bunte Bild der Abordnungen der Gaukriegerverbände mit ihren Fahnen und ihrer Musik kein Ende nehmen. Voll Stolz leuchten die Augen der Männer, als sie den Führer sehen, der sie mit erhobener Rechten grüßt. Den-Abschluß des mehr als drei Stunden dauernden Vorbeimar­sches bildet die ff-Dersügungstruppe.