Oie Gaukulturwoche im Kreis
Wetterau
»Feierstunden deutscher Meister.^
Im Rahmen der Gaukulturwoche im Kreis Wetterau werden in verschiedenen Orten Feierstunden veranstaltet, denen besondere Bedeutung zukommt. Diese Feierstunden, die unter dem Titel „Feierstunden deutscher Meister" stehen, sollen den Zweck erfüllen, den Volksgenossen, insbesondere aus dem Lande, die bedeutendsten Männer unserer deutschen Geschichte (seien es nun Freiheitskämpfer, Dichter, Maler usw.) nahezu- bringen, nachdem sie sie bisher kaum vom Hörensagen kannten. Die Feierstunden werden beweisen, daß die großen Männer unserer Geschichte nicht nur für einen kleinen Kreis gewirkt haben, sondern von allen verstanden werden können, die offenen Herzens sind.
So findet im Rahmen der Gaukulturwoche am 12. Mai in Annerod eine solche Feierstunde statt, die Ulrich von Hutten gewidmet sein wird. Chor und Orchester wirken mit, Sprecher rufen aus, Gausachbearbeiter Alwin R ü f f e r wird sprechen, und-sein Vortrag wird unter dem Worte stehen „Laßt Hutten nicht verderben". Gedichte von Hutten werden zu hören sein, und ein Dreigespräch zwischen Hutten, Sickingen und Busche wird uns die Nöte einer vergangenen Zeit wissen lassen. Im
reichen Wechsel von Musik, Gesang und gesprochenem Wort wird die Feierstunde die Aufmerksamkelt aller Zuhörer in Anspruch nehmen. Eine dem Dichter Hermann Löns gewidmete Feierstunde wird in Harheim stattfinden.
Das Dorf- und Hausbuch.
Eine weitere Veranstaltung im Rahmen der Gaukulturwoche wird die große Ausstellung im Oberhes- fischen Museum zu G i e ß e n sein, in der das große Dorf- und Hausbuch des Ortsgruppenleiters Link von Harheim gezeigt wird. Das Dorf- urtb Hausbuch von Harheim wird als Beispiel gezeigt, das Anregungen geben soll für gleiches Schaffen in anderen Orten. Das Dorf- und Hausbuch von Harheim, ein umfangreiches und mit großer Liebe zufammenaetragenes Werk, in dem sich das Wesen eines Dorfes der Wetterau über Jahrtausende spiegelt, ist das derzeit beste deutsche D o r f - und Hausbuch. Durch die Ausstellung des Dvrf- und Hausbuches in der Stadt soll gleichzeitig in der Stadtbevölkerung das Verständnis für das Leben des Dorfes geweckt ynd eine Brücke geschlagen werden, die Stadt- und Landbevölkerung einander näherdringt.
Vurg Mnzenberg als Feierställe.
NSG. Als bedeutendes geschichtliches Bauwerk be- herrscht die Burg Münzenberg die Wetterau. Ihre beiden festen Türme haben mit anderen Mauern die Jahrhunderte überdauert. Wer im Zug oder auf der Reichsautvbahn die Wetterau durchfährt, wird immer die Burg Münzenberg sehen. Sie ist ein Symbol der Kraft und der geschichtlichen Größe unseres Volkes. In dem hügeligen Gelände der Wetterau sind ihre Türme die höchsten Erhebungen.
Wir achten die geschichtliche Vergangenheit unseres Volkes. Uns bedeuten nicht allein die großen Männer, die unser Schicksal gestaltet haben, Vorbild, auch die Stätten, in denen Geschichte gemacht wurde, zwingen uns zur Einkehr. So sind uns die Steckelburg, die Geburtsstätte Ulrichs von Hutten, und die Kaiserpfalz zu Gelnhausen keine toten Ruinen. Wenn wir zwischen diesen Steinen stehen, dann fühlen wir uns am stärksten dem Werke jener Großen verbunden, die hier gelebt haben.
Die Burg Münzenberg hat besondere baugeschichtliche Bedeutung. Sie ist eine der schönsten Ruinen unseres Gaues. Hier werden am 14. M a i die Volksgenossen aus der gesamten Wetterau zusammenkommen, um eine Feier zu erleben. Diese dient der Gemeinschaftsbildung. Wenn eine Burg als Feierstätte gewählt wurde, dann soll damit zum Ausdruck kommen, daß unsere Gemeinschaft fest gefügt sein muß, damit sie ewig bestehen bleibt. Das Leitwort der Feier heißt „U e b e r allem steht das Reich". Daß wir diesen Gedanken mit in unseren Alltag nehmen und damit die Bereitschaft 3ifin weiteren Einsatz, ist .der politische Sinn der Feier. Die Dorsgemeinschaft Münzenberg ist seit Tagen bei der Arbeit. Es werden Lieder gelernt, die, von allen gesungen, die stärksten Bekenntnisse zur Gemeinschaft sind. Auch die Werk-
scharen von Butzbach bereiten sich aus die Feier vor, die den Abschluß der Gaukulturwoche bilden soll. Die Kreisleitung Wetterau der NSDAP, wird sie m Verbindung mit der Gaudienststelle der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Abteilung Deutsches Volksbildungswerk, als Gauveran- st a l t u n g durchführen. Die musikalische Ausgestaltung erfolgt durch die Kreiskapelle unter Leitung von Albert Schleuse. Die Gesamtleitung hat Alwin Ruff er. Es spricht Kreisleiter Backhaus.
In einem symbolischen Spiel wird der Reichsgedanke zum Ausdruck kommen. Albrecht Dürer hat ■ein Bild in Kupfer eingegraben und unterschrieben „Ritter, Tod und Teufel". Ein Reiter zieht durch eine wüste Felsenfchlucht, zur Seite klappert ihm der Tod auf einem krummen Schimmel und hinterher kreucht das Gespenst des Teufels. Die Schlucht ist wirr von Spuk, aus Felsenriffen, kahlen Aesten grinsen fremde Fratzen den Hengst des Reiters und den Hund schreckt hier ein Totenschädel, dort ein Molch.'Der Tod hält seine Sanduhr hoch, sie ist zur Hälfte ausgelaufen. Den Reiter kümmert nichts, mit einem Lanzenstoß hat er den Wurm auf seinem Pfad durchbohrt, gelassen sieht er geradeaus, und hoch im Licht rufen die Türme seiner Burg.
Nach diesem Bild schrieb Georg Basner sein Spiel „Der Ritter", das im flackernden Licht der Fackeln aufgeführt wird. Hierfür bietet die Burg eine ideale Spielfläche. Im gemeinsamen Schlußlied „Deutschland, heiliges Wort" werden sich die Herzen vereinigen.
Nach der Feier fährt ein Sonderzug der Butzbach—Licher Bahn nach Butzbach, der Anschluß nach Gießen und Friedberg hat.
Die Feier wird zu jenen Erlebnissen zählen, die uns ollen seelische Kraft geben für unsere Arbeit.
Die Ursache der Maikälle ist die gleiche wie bei allen frühlingsmäßigen Temperaturschwankungen. Infolge Erhitzung des Festlandes, der die Atmosphäre des Meeres nicht im gleichen Maße folgt, bilden sich atmosphärische Spannungen zwischen Nordostatlantik und Kontinent. Sie finden schließlich in einem Wettersturz, der manchmal „trocken", also lediglich in Form von plötzlicher Abkühlung oder Niederschlägen erfolgt, ihre Entladung. In anderen Fällen beginnt die Maikälte mit Gewittern und endet in Schneeschauern und Nachtstösten. Je nachdem, ob die Blütezeit schon vorbei ist, noch bevorsteht oder gerade in vollem Gange ist, können sich ungeheure Schäden damit verbinden. Neuerdings will man den außerordentlichen Einbußen, die diese Frühlingsfröste für die Landwirtschaft und damit für die Erzeugungssteigerung und Ernährungswirtschaft bedeuten, durch sorgfältigen Frost- warnungs- und Beratungsdienst und umfassende Schutzmaßnahmen gefährdeter Kulturen entgegenzutreten wissen.
Vornotizen.
Tageskalender für Freitag.
Stadttheater: 20 bis 23.30 Uhr „Die Königin Isabella". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein hoffnungsloser Fall." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Männer müssen so sein." — Hotel Kobel von 19 bis 22 Uhr Beratungsabend über „Statt Mietwohnung — ein eigenes Haus".
Stadtthealer Gießen.
Heute abend findet die erste Wiederholung von Hans Rehbergs Schauspiel „Die Königin Isabella" statt. Spielleitung Hannes Razum, Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 30. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Beginn 20 Uhr, Ende 23.30 Uhr.
DOM.-Untergau 116 Gießen.
Dienstbefehl.
Zu der Uebermeifung der BDM.-Mädel in das BDM.-Werk am 5. Mai um 20.15 Uhr, Schillerschule, treten an: Don den Mädelgruppen die Führerinnenschaft mit dem Gruppenwimpel, von der BDM.-Werkgruppe alle Einheiten.
Iugendherbergs. Sammlung.
Am kommenden Samstag und Sonntag sammeln alle Einheiten des Untergaues 116 für die deutschen Jugendherbergen.. Die Gruppenführerinnen bzw. Schar- oder Schaftssührerinnen setzen sich zwecks Durchführung mit den zuständigen NSD.-Orts- amtsleitsrn in Verbindung und erhalten von dort die Abzeichen.
BDrN.-Derkgruppe 4a, Werkschar.
Am Freitag, 5. Mai, treten alle Mädel der Werkschar um 20.15 Uhr an der Schillerschule zur BDM.- Werk-Ueberweisung an. Der Dienst fällt infolgedessen für diesen Abend aus. Der nächste Dienst ist am 12. Mai 1939.
Jahresfeier der Universität.
Im Rohmen der Gaukulturwoche findet am kommenden Mittwochvormittag in der Neuen Aula die 332. Jahresfeier der Ludwigs-Universität Gießen statt. Nach dem Einmarsch des Senats und des Lehrkörpers sowie dem Einbringen d^r Fahnen wird Chorgesang des Akademischen Gesangvereins die Feier einleiten. Anschließend spricht der Rektor. Hierauf folgt der Festvortrag von Professor Dr. Schmidt über „Die Lehre vom zelligen Aufbau des Tierkörpers einst und jetzt". Nach einer Darbietung des Collegium musicum folgt die Ansprache des Studentenführers. Hierauf nimmt der Rektor die Preisverteilung für die Preisarbeiten vor. Mit dem Ausbringen der Fahnen und dem Ausmarsch des Senats und des Lehrkörpers findet die Feier ihren Abschluß.
Wohnungsbau in her Schwarzlach.
Im Schwarzlachgebiet sollen, wie wirfrüher bereits berichteten, weitere umfangreiche Wohnungsbauten errichtet werden. Die Inangriffnahme dieses Wohnungsbauprogramms steht nun unmittelbar bevor. Das Stadtbauamt schreibt heute die Der-
Hine Frau mit Herz
Roman von Hedda Lindner
Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin
19. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Ich — ich kannte nämlich den Herrn", stotterte sie.
„Das nehme ich an, da er Sie duzte", war die ruhige Antwort.
Wie ungeschickt von ihr und wie töricht, sich so aus der Fassung bringen zu lassen. „Es war mein geschiedener Mann", sagte sie halb trotzig, halb verlegen.
Er antwortete nicht gleich, nur sein Stock klirrte hart auf den vereisten Boden der Straße. Erst nach einer Weile fragte er: „Wußten Sie, daß er hier ist?"
„Seit gestern nachmittag. Ich traf ihn zufällig in der Konditorei. Es — es war mir nicht angenehm", fügte sie noch hinzu.
„Das kann ich verstehen", sagte er kurz. Dann mußten sie wieder hintereinandergehen und sprachen nicht mehr, bis das Hotel erreicht war. Um so lebhafter arbeiteten seine Gedanken: also das war es, was sie heute morgen so verändert hatte! Heftig stieß er bei jedem Schritt seine Stöcke auf, um das unbehagliche Gefühl abzulenken, das ihn bei dieser Mitteilung erfaßt hatte. Mußte dieser Kerl ausgerechnet hierherkommen — und tat so vertraulich, als ob er noch mit ihr verheiratet wäre. Das hatte ihn am meisten geärgert.
Im Hotel fand Dina einen Bries mit deutscher Marke. „Auch das noch", sagte sie entgeistert, als sie ihn durchflogen hatte.
„Noch etwas Unangenehmes?" fragte Holk besorgt.
„Meine Cousine meldet ihre Ankunft für morgen an."
„Das scheint Sie nicht sonderlich zu erfreuen!"
„Tut es auch nicht", gab sie ehrlich zu. „Meine Cousine hat sich die ganzen letzten Jahre überhaupt nicht um mich gekümmert, und das kann ich doch nicht so ohne weiteres vergessen."
„Dann verstehe ich nicht, warum sie jetzt hierher- kommt."
„Ich kann es mir denken. Sie reift nicht gern allein und schätzt es, jemanden um sich zu haben, der nicht weiter stört und doch da ist, wenn er gebraucht wird."
„Dafür dürfte eine Gesellschafterin das Richtige sein", sagte er grollend.
Dina lachte. „Die kostet Geld, und Margit ist nur großzügig, wenn es sich um ihre eigene holde Per-
gebung einer Reihe von Arbeiten für den Bau von weiteren 96 Wohnungen aus.
Leistungsschreiben auf der Schreibmaschine.
Die Schreibmaschine gehört zum alltäglichen Arbeitsgerät vieler schaffender Volksgenossen. Ohne sie wäre ein moderner Betrieb einfach nicht denkbar. Welcher Volksgenosse jedoch, der täglich die Schreibmaschine bedienen muß, hat sich schon einmal Rechenschaft über sein Leistungsmaß abgelegt? Es werden
fon handelt. Da sie nicht mehr Gefahr läuft, für mich etwas bezahlen zu müssen, hat sie mir vermutlich für ihren Winteraufenthalt diese ehrenvolle Rolle zugedacht."
„Sie nehmen es mit Humor, das beruhigt mich; denn eigentlich ist es doch 'ne Frechheit."
„Das ist es schon", gab Dina zu, „aber was soll ich machen, wenn ich keinen Bruch will? Wir haben ja nie Streit gehabt; sie war einfach für Jahre von der Bildfläche verschwunden und hat sich jetzt erst wieder erinnert, daß sie meine einzige nähere Verwandte ist. Im übrigen kann sie sehr nett sein."
„Das fehlte noch, daß Sie sich schlecht behandeln ließen."
„Bestimmt nicht. Aber es ist wieder so ein Augenblick, in dem ich meiner Großtante von Herzen dankbar bin für die Unabhängigkeit, die sie mir mit ihrem Geld vermacht hat."
„Ich bin ihr auch dankbar", sagte Holk ernsthaft, „ohne dieses Testament hätte ich Sie nicht kennengelernt."
„Das ist hübsch, daß Sie das sagen", ihre Stimme war weich, „ich habe auch noch nie einen Menschen gehabt, mit dem ich so offen über alles sprechen konnte wie mit Ihnen."
„Und Ihr — Ihr Mann?"
Sie dachte einen Augenblick nach, dann schüttelte sie den Kopf. „Mit meinem Manne — das war alles ganz anders."
Holk fühlte einen Druck in der Herzgegend, als er den träumerischen Klang ihrer letzten Worte vernahm. Nun der frühere Mann sich aus einem unbestimmten Begriff in ein Wesen von Fleisch und Blut verwandelt hatte, empfanb er ihn als störend; er wurde eifersüchtig. Also lieber von etwas anberm reden. „Was wollen wir heute nachmittag unternehmen?"
„Ich bin eigentlich zu faul für. eine größere Tour", gestand Dina. „Vielleicht ein bißchen am Uebungshang Herumrutschen?"
„Gut! Und nachher können wir ins „Claridge" tanzen gehen. Von morgen ab spielt übrigens der berühmte Mikeny dort. Ich kenne ihn zwar nicht, aber er soll ausgezeichnet sein."
Er sah erstaunt, daß ihr Gesicht sich mit brennender Röte überzog. Noch ehe er fragen konnte, lc0te fje leise: „Der Herr, den wir vorher trafen, war Mikeny — mein Mann."
„Ach!"
„Das überrascht Sie?"
„Ehrlich gesagt, ja."
„Er ist ein großer Künstler."
„2ch zweifle nicht daran., Dennoch bleibt es eine ungewöhnliche Verbindung. Sie schilderten mir Ihren Herrn Vater als den Typ des alten preußi- schen Offiziers."
nur wenige fein. Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung, führt jährlich in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stenografenschaft ein großes Reichsleistungsschreiben durch, um hierdurch den schaffenden Volksgenossen Gelegenheit zu geben, ihre Leistungen zu überprüfen und sich neuen Ansporn für eine weitere Leistungssteigerung auf dem Gebiete des.Maschinenschreibens zu holen.
In der Wirtschaft werden heute gute Fachkräfte dringend benötigt und laufend gesucht. Es muß daher Pflicht aller Schaffenden fein, die beruflichen
„Ja, Vater war sehr dagegen. Er hat ja auch schließlich recht behalten", sagte sie bedrückt.
„Darf ich etwas anderes vorschlagen?" fragte er, um sie abzulenken. „Ich bin ein leiblicher Bobfahrer, wir können mit dem Boblet nach Litzi Rüti hinunterfahren; nachher lasten wir uns von der Bergbahn wieder hinaufziehen." Mit diesem Vorschlag war Dina einverstanden.
Als Margit v. Roeder am nächsten Nachmittag mit einem Riesenaufgebot von Koffern erschien, brachte sie es fertig, binnen zehn Minuten das wohlgeschulte Hotelpersonal wie einen aufgescheuchten Spatzenschwarm durcheincmderzujagen. Dann aber fand sie endlich ein Zimmer, das ihr zusagte, stellte sämtliche Einrichtungsgegenstände ihrem Geschmack entsprechend und erklärte daraufhin, völlig erschöpft zu sein und den Tee in ihrem Zimmer trinken zu wollen.
„Schön", sagte Dina ruhig, „soll ich bestellen?"
„Du bleibst doch bei mir. Warum bestellst du denn nur einmal?" .
„Ich trinke unten in der Halle mit einem Bekannten, der nachher wegfährt."
„Ach! Wer ist denn das?"
„Eie Herr Holk. Nicht aus Berlin."
„Hast du den hier kennengelernt?" ging die Inquisition weiter.
„Nein", sagte Dina etwas ungeduldig und stand auf. „Also auf heute abend!"
Kaum war Dina eine Viertelstunde mit Holk in der Halle, sie hatte ihre wundervolle Schilderung von Margits Einzug soeben beendet, da erschien diese in höchsteigener Person, tadellos zurechtgemacht wie immer und nicht das leiseste Zeichen von Erschöpfung verratend.
„Es war mir zu langweilig allein", erklärte sie strahlend. Außerdem habe ich auf diese Weise noch das Vergnügen, Sie kennenzulernen." Sie fand Holk nach rascher Musterung durchaus annehmbar, und das bedeutete, daß er nunmehr ausschließlich für sie da zu sein hatte. Aber fie mußte zu ihrer lieber- raschuna erleben, daß die Beschlagnahme dieses neuen Kavaliers auf Schwierigkeiten stieß, denn er zog mit selbstverständlicher Sicherheit Dina immer wieder mit ins Gespräch und fing zuletzt sogar eine direkte Unterhaltung mit ihr an, ,cha er gleich weg müsse", wie er mit einer kleinen Verbeugung zu Margit sagte.
Wenn Margit nicht Mittelpunkt war, langweilte sie sich, und dementsprechend lautete ihr Urteil über Holk, nachdem er sich veralstchiedet hatte. Es irritierte sie entschieden, daß Dina als Antwort darauf nur ein spöttisches Lächeln hatte.
Sie quittierte prompt dafür. „Wollen wir nicht heute abend ein bißchen ins .Claridge' gehen?" fragte sie liebenswürdig.
Leistungen einer laufenden Kontrolle zu unterziehen um auf den Leistungsstand zu kommen, der den größtmöglichen Nutzen für die Gemeinschaft gewahr, leistet.
An dem diesjährigen Reichsleistungsschreiben auf der Schreibmaschine können alle Volksgenossen die Maschinenschreiber sind, teilnehmen. Hierin kommt es nicht darauf an, daß schon eine bestimmte Leistung nachgewiesen wird, sondern sowohl der Anfänger als auch der perfekte Meisterschreiber sind berechtigt, sich durch die kostenlose Teilnahme eine Leistungsbescheinigung zu erwerben, und haben darüber hinaus die Möglichkeit, wertvolle Preise zu gewinnen.
Derkehrskontrolle im Kreise Gießen.
Am gestrigen Donnerstagabend nahm die Gendarmerie im Kreise Gießen wieder eine umfassende Verkehrskontrolle vor. Dabei ergaben sich leider wieder mancherlei Beanstandungen. Es wurde, zahlreiche Radfahrer festgestellt, deren Fahrradloni. pen nicht vorschriftsmäßig befestigt waren, so dch der Lichtschein der Lampen nicht in der erforber. lichen Richtung fiel. Die angehaltenen Radler muh. ten mit einer gebührenpflichtigen Verwarnung für ihr Versäumnis bezahlen. Ferner wurden zahl, reiche Motorradler angehalten, die immer noch nicht den Führerschein der Klasse IV besitzen, dennoq aber mit ihren Maschinen losgefahren sind. Diese Kraftfahrer mußten ihre Motorräder auf die nächst, gelegenen Bürgermeistereien bringen, wo die SDta schinen von der Gendarmerie sichergestellt wurden. Dann durften die Motorradler ihren Heimweg yc Fuß fortsetzen, außerdem haben sie noch ein dicke-! Strafmandat zu gewärtigen. Zur Aufklärung hier bemerkt, daß ein Motorrad auch nach 6t. standen er Führerscheinprüfung noch nicht gefahren werden darf, wenn der Fahrer den vorgeschriebeneii Führerschein noch nicht besitzt. Bei den revidierte Personenkraftwagen haben sich im allgemeine» keine Anlässe zu Beanstandungen ergeben.
Kraftfahrer, vermeidet lleberladungm von Lastkrastfahrzeugen!
Polizeiliche Kontrollen haben immer wieder Heber« ladungen von Lastkraftfahrzeugen ergeben. Häufig, wurde festgestellt, daß die Schuld dieser lieber- ladungen bei den Kraftfahrzeughaltern zu suchen i|L Es wurde festgestellt, daß Kraftfahrzeugführer — sogar unter Androhung von Entlassung — von ihren Arbeitgebern gezwungen wurden, Ueberlabungen den Fahrzeuge vorzunehmen, um die Wirtschaftlichkeit der Fuhren zu erhöhen, oder aber absichtlich üben die unzulässige Höye des Ladegewichts im unklaren gelassen wurden.
Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß überladene Fahrzeuge eine erhebliche Gefahr für bis Sicherheit des Verkehrs bilden. Die Polizei schreitet! deshalb gegen jeden Kraftfahrzeughalter und Kraft-. fahrzeugführer mit größter Schärfe ein, der sich gegen das Gesetz stellt und nicht die zulässige Höhe des Ladegewichts einhält! Dabei werden diejenige?.« unsozialen Halter von Kraftfahrzeugen besonder hart bestraft werden, die ihre Kraftfahrzeugführer: zu ungesetzlichen Handlungen veranlassen ober bereu; Duldung erzwingen.
75 Jahre Spar- und Vorschußverei» Wieseck.
Der Spar- und Vorschußverein e. G. m. b. h. Gießen - Wieseck, der im Jahre 1863 gegrünM würbe, hielt bei sehr starker Beteiligung feine Generalversammlung ab, die das 75. Geschäfts^ abschloß. Mit einem Hinweis auf die großen aufeen« politischen Erfolge im Jahre 1938 eröffnete der Dor-
<us neue
............... -g
„Du weißt, daß Mikeny im .Claridge' spielt" „Natürlich."
„Woher?"
,Hch — ich sah fin Dorüberfahren die große Marne."
„So?" Dina verstummte. „Woher wußtest bi eigentlich damals, daß er in Berlin spielen ryürde?' fragte sie plötzlich.
Einen Augenblick war die gewandte Frau git in Bedrängnis, aber sie ftmd rasch genug eint Ausflucht.
„Gott, aus irgendeiner Zeitung, eine DorankM bigung", sagte Margit mit gemachter Gleichgültig feit, um dann ablenkend fortzuf-ahre-n: „Wollen wö nicht heute abend gehen? Es wird sicher alles da sein, was übeichaupt zu treffen lohnt."
„Ich möchte nicht gern."
„Warum? Hast du Angst?" „Dor Mikeny? Unsinn."
„Aber vielleicht vor dir selbst."
Dina richtete sich kerzengerade auf. „Wie fiwh? du bas?" fragte sie scharf. Margit lächelte Honigs^
„Nun, es kommt öfter vor, daß der Dersta^ verurteilt, ohne bas Herz zu fragen. Du hast M scheiden lassen, weil er dich betrog; das heißt aW immer noch nicht, daß du innerlich mit ihm fern? bist."
„Ich bin fertig mit ihm!" Es klang fast wie e® Aufschrei.
„Um so besser. Dann sehe ich aber nicht «JJ: warum du ihn nicht spielen hören willst." „Wenn W; es so auffaßt, komme ich natürlich mit", sagte $inC tonlos. Sie fühlte, wie ihre Hände zitterten.
„Aber reg dich doch nicht auf, es zwingt dich I11 keiner." Margit war ganz Sanftmut.
„Also, wir gehen!" —
Speisesaal und Halle des Claridge waren W auf den letzten Platz gefüllt, als Margit und Dm" eintraten. Um so verwunderlicher war es, daß 1'^ dennoch und wie hingezaubert, in der Nähe der M' sikkapelle ein freies Tischchen für fie fand. Margit von ihrem Zimmer aus mit einem des „Claridge" eingehend telefoniert hatte, und cmsk dieses Tischchen das Ergebnis dieses Gespräches wau auf den Gedanken kam Dina nicht. Leider — ^n. bei dem leisesten Verdacht hätte fie Arosa verrim- lieh mit dem nächsten Zug verlassen, statt nunme^ ahnungslos die Rolle zu übernehmen, die 2^9 ihr zuteilte. Es war gerade Pause, als sie ei "trät e und die Tanzfläche in der Mitte war leer. Din warf einen scheuen Blick nach dem Podium ""Sy/p, dann angestrengt nach einer anderen Richtung. gtt lächelte unbefangen, freute sich über bie merks amkeit, die ihr Erscheinen und her respektoo Gruß des berühmten Geigers im Saal erregten.
(Fortsetzung folgt)


