Kr. 284 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger lGeneral-Anzetger für Oberhessen)
Montag, 4. Dezember 1939
Eine Fünfundachtzigjährige.
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Abend der alten Soldaten in Gießen
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Klassischer Humor
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Der bessere Soldat
Von Werner Schumann.
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König aufgebracht los. „Auf der Stelle!" Der Zügel in seiner trockenen, sehnigen Hand bebte. Doch Zieten, dessen Unterlippe mit der alten Narbe nun auch zitterte, schien einen Augenblick wie vom Donner gerührt, und ehe er, noch immer zögernd, sein Roß Herumriß und davontrabte, reckte sich sein hagerer, feingliederiger Retterleib empört über soviel Undank kurz im Sattel auf. In dieser Sekunde fiel Friedrichs Mick auf die Adlerflügel an der Zobelmütze seines alten Kampfgenossen, er sah die blinkenden Orden auf Zielens Brust und das offene, hochgemute und beschämte Antlitz. Und wäre er jetzt nicht Preußens König, sondern irgendein Regimentskamerad dieses Tapferen da gewesen, so hätte er wohl die Hand ausgestreckt: „Laß gut sein, Kamerad, wir sind allesamt Menschen und gehen wohl einmal in die Irre!" So aber blieb sein Stolz Herr, Zieten ritt davon und ließ dem König noch selbigen Tages seine Indisposition melden, was — ganz nach Wunsch — zur Folge hatte, daß im Manöver General v. Winterfeldt und jener unfähige Nadytsch die zwei feindlichen Parteien befehligten, in die man seine geliebten Husaren aufgeteilt hatte. Scheinbar sich vom öffentlichen Schauplatze zurückziehend, entwarf Zieten noch am Abend mit seinen Offizieren, die alle seinem Herzen nahestanden und den Nadytsch haßten, einen eigenen Kriegsplan.
Anderen Tages mußte der König es erleben, daß sein Nadytsch als Armeeführer ein völliger Versager war. Er hatte den Ueberblick verloren und fand sich plötzlich allein auf weiter Flur. Zn diesem unbewachten Augenblick wurde er von einem Ritt- I
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Da schmetterten die Winterfeldtschen ihr „Viktoria!" in den Hellen Tag. Tausend Hufe und mehr stampften trommelnd über die Erde. „Majestät!" meldete der Flügeladjutant näherreitend, „Herr Oberst von Zieten bittet untertänigst um eine Audienz." Ein Leuchten schien über des alten Königs faltige Züge zu gehen. „Ich werde Euch pardon- nieren, mein lieber Zieten", ging es ihm fröhlich durch den Sinn, ,m>eil ihr der bessere Soldat seid!", und er sprengte aufgeräumt mit seinem Gefolge noch Spanbau zurück.
Artilleristen- Kameradschaft 1895 Gießen.
Der Monatsappell der in der Artilleristen-Kame- radschaft 1895 Gießen vereinigten ehemaligen Artilleristen am vorigen Samstagabend im Kameradschaftsheim „Hessischer Hof" stand besonders im Zeichen der engen Kameradschaft zwischen Front und Heimat, zwischen den Aktiven und den ehemaligen Waffenkameraden.
J8ei diesem Monatsappell konnte Kameradschaftsführer Müller nicht nur eine stattliche Reihe von Briefen und Feldpostkarten von Angehörigen unserer Gießener Artillerie-Abteilung, die sämtlich neue eindrucksvolle Beweise der engen Verbundenheit der aktiven Soldaten mit der Kameradschaft der Alten waren, zur Kenntnis bringen, sondern er konnte auch die Feststellung machen, daß die Gedanken der Kameradschaft ebenso wie die der Karneradschasts- führung mit aller Herzlichkeit bei den Waffenbrü-
Wie steht es um die Sojabohne?
Erster populär-wiffenschastlicher Vortrag der Landbauwiffenschaff in Gießen.
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* Großen-Buseck, 4. Dez. Am morgigett Dienstag kann eine der ältesten Einwohnerinnen un|erer Gemeinde, Frau Katharine Schmidt Wwe., geb. Schmidt, Schloßgasse 41, in körperlicher und geistiger Frische ihren 85. Geburtstag feiern. Drei Kinder, vier Enkelkinder und vier Urenkelkinder feiern mit. Die hochbetagte Frau ent- tammt einer alten, angesehenen Familie, die nicht nur in Großen-Buseck, sondern auch in Gießen gut bekannt ist. Die Jubilarin, die den Ereignissen unserer Zeit noch mit aller Aufgeschlossenheit folgt, betätigt sich noch am Spinnrad, und es ist eine Freude, sehen, wie unter ihren geschickten Fingern der Wollfaden entsteht. Die Familie Schmidt gehört seit nahezu 50 Jahren zum freuen Leserkreis des Gießener Anzeigers. Wir beglückwünschen die Jubilarin herzlich zum Geburtstag.
Aus der Stad« Gießen »Der gestiefelte Kater "
l ihm schafft Freunde und Feinde zugleich. Das Wfe auch der brave Zieten Wer erfahren. Der m.rglejchliche Ritt seiner tollkühnen Husaren durch »eindlichen Stellungen in Oberschlesien hatte ihn Ito volkstümlichsten Soldaten in ganz Preußen jjadjt, was den östereichischen Obersten von Na- l'Zander, einen eitlen Günstling des großen Wirich, in feinem krankhaften Ehrgeiz wurmte, verstand, dem Monarchen einzuflüstern, daß Zie- «s Reiterschar in der Garnison verlottere, schob Irlich in das Husaren-Regiment allerlei rohe und Mi-nutzige Burschen ab und hoffte so auf nichts .Wigeres, als daß der König ihm selbst eines •wjis die berühmte Kavallerietruppe unterstellen
Ann Tizia Leitich: Die Wienerin. •J?1* 3n Leinen gebunden 5,80 RM.
»rankh fche Verlagshandlung, Stuttgart. — (323)__
Sie Wienerin nimmt als ein geschichtlich, geistig und landschaftlich ausgeprägter Typus eine besondere OteUung ein. Der Versuch, diesen Typus abzugrenzen und im Wandel der Zeiten zu verfolgen, ergibt ein nächst reizvolles Bild wienerischen' Lebens. Die Fülle der Erscheinungen verdichtet sich immer wie- oer zu einem lebendigen Schicksal, ob es sich in Maria Theresia, in Fanny Elßler, Kachi Fröhlich, Anna Sacher oder einer der weniger bekannten Frauen erfüllt, die Ruf und Ruhm der Wienerin begründet und gefesttgt haben.
— Marine-Geschichisfibel. Von Vize, adnnral a. 3. Dr. e. h. Eberhard von Manien
»Uene Worte", Berlin V 35. Kart. 1,30 ~ ®" sehr interessantes Buch mit 75 Bildern und Zeichnungen sowie 6 Karten. Diese Ausgabe ist durch die Hinzufügung der Geschichte der früheren österreichischen Kriegsmarine erweitert worden. Von der Wikingerzeit bis in untere Tage enthält dieses interessante Buch alles, was mit der deutschen Marinegeschichte aller Zeiten zusammenhangt. Das Büchlein kann allen Freunden der Seefahrt, insbesondere unseren jungen Män- nern, die zur See gehen wollen, nur warm emp< pfohlen werden^
Kameradschaft der alten Kavalleristen.
Am Samstag fand im „Bayerischen Hof" der Monatsappell der Kameradschaft ehemaliger Kavalleristen statt. Propagandawarf Karl Storck brachte einige geschäftliche Angelegenheiten zur Erledigung und las aus der Fronfzeitung der Soldaten, dem „Westwall-Boten", einen Beitrag vor. Kameradschaftsführer Ernst Hartmann kam dann auf das tägliche Geschehen zu sprechen und ries die letzten politischen Ereignisse in die ©rinne- ^uug zurück Damit verband er in interessanter ^eise Schilderungen aus seinem Wirkungsbereich. Er las weiterhin die eingegangene Feldpost vor. Da die zur kämpfenden Truppe einberufenen Ka- geraden vom Beitrag befreit find, find neue Er- Hebungen notwendig, mit denen Kassenwart Kam.
Unser Stadtfheater macht es sich aüiöhrG* s Zeit vor Weihnachten zu fd)önen unh h?n h?er Aufgabe, den Kindern mit einem Märchenspiel eine Freude zu machen. Diesmal ist es Ser aeitLbrt» ^ater , der zur Aufführung gelangt und drei Stunden lang (fast etwas zu lang!) die Kinder in hält. Die Kinder gewinnen ihn rasch li b den staunlich großen Kater Münz, mit einen roten Stiefeln, — schon deshalb, weil er so bubkh mimt!" und auch menschlich sprechen kann, Lu erlr^ zürn br-wen Fn-der halt, weil er bem Frieder keiftet in allen Gefahren gegen Hexe und Zauber hm zum Rang eines chofgeiehrten beim fiPoniq Runke! nill und Zum Schluß sogar zur Prinzessin Binsebill als Frau verhilft. Auch dem Weihnachtsmann dem der böse Zauberer Dullerdopp den Schlüssel' 2 Weihnachtsberg mit den vielen Spielsachen nicht geben will, wird geholfen und schlick ick ist , ,™ Schluß alles lautere Weihnachtsfreude
K'nder gab es in diesem Märchenspiel unendlich viel zu sehen Schon im ersten Bttd gmq 65 «Hi b°wegt her, als der Büttel alle Katzen in einen Käsig sperrte als sich Frieder und Kat r Münz verbargen und Nicht gefunden mürben- wie 3er reiche Zauberer Dullerdopp dem Frieder die Muhle nahm und Frieder und sein l^ber Kater aü >ie Wanderschaft mußten. Im Konigsschloß ging es >ann auch sehr lustig zu und es gab für die Kinder "el ZU lachen. Das dritte Bild spielte im Zauber- Daü> in dem es zwar etwas gruselig zuging, um Llu^lser>.'?,2r Ea dann aber in Dullerdopps Zaüber- chloß und schließlich vor dem Weihnachtsberg unter i«m Weihnachtsbaum. Alles bot sich bunt und arbenprachtig bar; König und Prinzessin, Zauberer md chosgelehrter, Hofdamen und Diener und sechst- । verständlich auch Frieder hatten die schönsten Kleider ; in, tue Musik spielte, es wurde mancher Reigen
Ijetanzt, es wurde gesungen und die kleinen Zu- ihauer hatten gar nicht Augen und Ohren genug im alles in sich aufzunehmen
Die Künstlerinnen und Künstler führten bas Mär- öenfpiel mit aller Hingabe auf, sodaß den ange= rgten Besuchern alles zur unnennbaren Wirklich- l'it wurde. Ueber 40 Mifwirkende waren aufge- Wi und machten die Bühne zum Märchenreich ks wäre unmöglich, sie alle nennen zu wollen. Die stegie führte der gute Märchenonkel Volck Jnge- brg Riehl war der hübsche Frieder und Anne- lch ®arb e ließ sich als Kater Münz prächtig an fins AMrt Schewe stellte den gütigen König Sunkemll dar, und EkisabeH L e i p r e ch f war die v'nzessin. Herr Gröndahl mimte den super- ftge • Hofgelehrten und Walter Erler war der ge- «Mche Hofbarbier. Hilmar Manders hatte in ton Zauberer Dullerdopp gerade die richtige Rolle hns Seitz, Hilde Kneip, Frau Rose Stirl vd ihr Töchterchen Antonie (als Mohrenknabe) nrffen auch mit und noch viele andere verhalfen dem Drchenspiel zum großen Erfolg. Aber auch die linder im Zuschauerraum selbst spielten lebhaft irt und waren mit ganzem Herzen bei der Sache, fi;geregt und ganz erfüllt von dem reichen (£rteb=
machten sich die Kinder an der Hand der Mutter «r den Heimweg. Heinrich Ludwig Neuner.
Weil eine rechte Fröhlichkeit des Herzens das beste Nervenpulver in ernster, spannungsreicher Zeit ist, war die gestrige Morgenoeransfaltung des Stadtfheaters unter das Motto „Klafft, scher Humor" gestellt. Manche aus der leider nicht sehr zahlreich sich eingefundenen Theafergemeinde mögen wohl überrascht gewesen sein, zu hören, wie sehr auch die Großen im Reich deutscher Musik und Poesie dem Humor als Moment des Ausgleichs und der Entspannung in ihrem künstlerischen Schaffen gehuldigt haben. Wir erinnern uns der melodischen Deutschen Tänze von Schubert, die das Quartett des Städtischen Orchesters (Jost, Einbrodt, Mürrle und Schneider) anmutig beschwingt zum Vortrag brachten. Des großen Johann Sebasttan Bach humorvoll behagliche Epopöe auf die Tabakspfeife und Haydns Lob der Faulheit wurden von Max Schneider-Oe st sehr fein charakterisiert, ebenso wie Goethes bissig-satirisches Flohlied in der prägnanten Vertonung von Beethoven und die „Schneidercourage", die Zelter in Musik gesetzt hat. Später hörten wir noch Marsch- ners „Kuriose Geschichten" und den „Reigen" von E. M. von Weber, beide von Max Schneider-Oest "mit guter Akzentuierung wirkungsvoll vorgetragen, wobei es überraschte, wie sich die Eigenart des musikalischen Stils auch in diesen Kleinigkeiten eindeutig durchgesetzt hat. (Am Flügel: Richard B o e ck.) G e l - lerts treuherziges Sinngedicht von der Brücke, die Lügenbolden und Aufschneidern gefährlich wird, und weitere kleine Kostbarkeiten des Humors von Lessing, Schiller und M ö r i Le, von Körner : „Des Feldpredigers Kriegstatei^, das heitere Spottgedicht vom ewigen Prahlhans „auf dem Bagagewagen", las Viktor von Gfchmeidler ebenso wie ein paar besonders hübsche Anekdoten von Heinrich von Kleist. Seine gepflegte Sprache und packende Gestaltung setzten die Dichtungen in unfeint)es Licht. Hilde Heinrich trug klangvoll und formsicher sarkastisch-ironische Gedichte von Goethe und Grillparzer vor und eine köst- lich-nawe Fabel von Simrock. Elisabeth Lei- p.recht erzählte — ein ganz wenig zu schnell — em lustiges Geschichtchen des phantasiereichen Jean
dem an der Front weilen. Aus dieser Verbundenheit heraus ergab sich im Verlaufe einer Aussprache aud) allseitiges volles Einverständnis mit der Ab- sicht der Kameradschastsführung, zu Weihnachten den im Verbände unserer Gießener Artillerie-Abteilung im Felde stehenden Kameraden und Kameradensöhnen, sowie der Abteilung in ihrer Gesamt- jeit wieder eine Freude zu bereiten, wie dies durch die bisherige Päckchensendung bereits geschehen ist. Zur Durchführung dieses Gedankens sagten die Kameraden ihre volle Unterstützung zu. Als Vorläufer dazu wurde den im Felde stehenden Kameraden vom Monatsappell aus ein herzlicher Kartengruß übermittelt, mit dem die zahlreichen Grüße aus dem Felde erwidert wurden.
Im übrigen brachte der Verlauf des Appells die Bekanntgabe einiger Befehle der Reichskriegerfüh- rung für den Sienftbetrieb innerhalb der Kameradschaften. Ferner empfahl der Kameradschaftsführer, einer Anregung der Reichskriegerführung entfpre-
Eine Anzahl Kostproben von der Soja in Mehl- und Grießform ermöglichte den Besuchern, sich auch em Urteil über den Geschmack dieses Nahrungsmittels zu bilden, das in jeder Hinsicht positiv war und den hohen Wert dieser Pflanze auch dem Laien erkennbar machte. Der lehrreiche Vortrag sand durch wohlverdienten starken Beifall die gebührende dankbare Anerkennung.
meister, der zur Partei Winterfeldt gehörte, so heftig attackiert, daß er kopfüber vom Gaule purzelte und als Gefangener inmitten eines Hufaren- Kommandos ab geführt wurde. Wütend protestierte er gegen diese Schmach — aber es hals ihm fein Weh und Ach. Dann werde er beim Könige selbst Klage führen! Ausgezeichnet, ward ihm mit schallendem Gelächter erwidert, gerade dahin ginge ja die Reise ...!
Fridericus, hoch zu Roß, als er den räsonnieren- den Schlachtenlenker also auf sich zutraben sah, schnitt ein gar böses Gesicht, um nicht laut heraus- zulachen.
„Nun, wie steht die Schlacht? Will er mir eine siegreiche Bataille melden, Oberst?" Ganz zugekniffen ist sein linkes Auge. Sein Hohn war entwaffnend. Und als der Nadytsch zuerst fassungslos, gerade zu einer großen Anklage wider den Zielen ansetzen will, fährt auch schon gebieterisch und endgültig des Alten Rechte durch die Lust. Wie anders würde der Zieten vor ihm stehen, unbeugsam, voller Würde und Männlichkeit! Der König erschrak — über sich selbst. So also konnte man sich täuschen. Immerhin, sann er, was der Zielen, der tolle Kerl, ba nut einem Offizier an gestellt hat, war auch nicht recht, nein, das war es nicht, und man müßte es ihm unter die lange Nase reihen!
Kend, den am kommenden Mittwoch stattfindenden Lichtbilder-Vortrag von Dr. Supf über das Thema „Werdezeit der deutschen Fliegerei" der Ausinerk- amfeit der Kameraden. Die in stattlicher Zahl versammelten alten Waffenbrüder hörten dann noch mit großer Spannung einen Bericht, den Kamerad August Schmidt, der zur Zeit für einige Tage hier auf Urlaub weilt, über seine Erlebnisse bei dem Feldzug in Polen gab und in dem in außerordent- "ch anschaulicher Weise von den glänzenden Lei- ftungen unserer Truppen erzählt wurde. Der Kame- radschaftsfuhrer erinnerte sodann noch an den 90. Geburtstag des Generalfeldmarschalls von Mackenfen am 6. Dezember, dem der soldatische Gruß der alten Artilleristen galt.
Der offizielle Teil des Appells wurde dann mit öem ubtirfjen Gruß an den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht geschlossen. Gute kameradschaftliche Unterhaltung hielt die Teilnehmer des Appells aber noch längere Zeit beisammen.
Eintopfgerichte am 10. Dezember.
2er Leiter der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und flse-erbergungsgewerbe hat angeordnet, daß am imnrenibenten Opfersonntag, 10. Dezember, in der M von 10 bis 17 Uhr in allen deutschen Gast- Wen folgende Eintopfgerichte angeboten und ab- jeceben werden dürfen: Kohlsuppe mit Kartoffeln rul Fleischeinlage, Pichelsteiner Fleisch, Mohrrüben- eiropf mit Rindfleischeinlage, Gemüsegericht nach Achl ober vegetarisch, letzteres als landsmann- iMstliches Gericht.
In den Kreis der populärwissenschaftlichen Dor- ragsoeranstaltungen in Gießen ist nunmehr auch a-stri^n^"bwirtschaftswis enschaft eingetretem Am ST -anntagnormittag eröffnete si- im Hör- saat üer Landmirtfchafttichen Institute ihr Wirken -egrüßenswerte Tätigkeit wirb vom Institut sur Pflanzenbau und 1(5^^611= der'NSG^" in Gemeinschaft mit
itätte Fr°ud-", Vatksb.Idunqs-
Itafte Gießen durchgefuhrt, und sie ist geeignet der ben Blick auf ein wifsenfchaft. uches Arbeitsfeld zu erschließen, das heute mehr «" baunjiffenfcfjafi behandeln soll, wurde am gestrigen Sonntag vor einer zahlreichen Zuhörerschaft von
be5 Znstituts für Pflanzenbau und Pflanzenzuchtung Professor Dr. Sessous mit ?or~a9. ub,er das Thema „Wie steht es r^Lnh e ® 0 ! a b 0 e?" eingeleitet. Der Vor-
' bS u3U bem "einen Kreise der ersten Pio- Snfnhnhn 2Inu-Öll= #unb Zuchtungsversuche mit der Sojabohne gehört, konnte im Verlaufe seiner auher- aenben 1 Inb,en Darlegungen den gespannt fol- m->erin£et] unb Hörern ein klares Bild non dem Weg dieser Pflanze aus dem fernen Oft- ?,„!n r?m ujVere Rutsche Heimat geb-m. Dabei unterstrich er die große wirtschaftliche Bedeutung der Sojabohne, die nicht nur in Deutschland, son- Ä(in ^nxUbrk9en europäischen Ländern in Interesses der einschlägigen xer Ernährungswirtschaft getreten btinrn bie Entwicklung der wissenschaftlichen Anbauversuche und ging dabei vor allem von dem stand von 1932 und 1933 aus. An Hand nou instruktiven Zahlenvergleichen mit verwandten Pflanzenarten konnte er in überzeugender SBeife die große Bedeutung der Sojabohne nach- welsen, die neben Eiweiß noch andere/vertvolle Sub- Uenzen, z. B. das Lezithin und die Vitamine A und B embalt, und die vom ernährungswirtschaftlichen Standpunkt aus als ein hochwertiges vegetabiles Nahrungsmittel anzusehen ist. In diesem Zusammenhang empfahl der Vortragende den Hausfrauen eine bessere Kombination von animalischen und vegetabilen Eiweißen bei ihrer Küchenführung, wo- bei der Sojabohne eine hervorragende Bedeutung zukomme. Auch in der Diabetikerküche und in der
Kinderkost spielt diese Pflanze eine große Rolle, da oie von ihr stammenden Nährstoffe keine Säuren bilden.
Die Hochwertigkeit dieses Nahrungsmittels kommt ferner dann zum Ausdruck, daß die Soja eine Ersparnis an Fett ermöglicht und alle Erwartungen hinsichtlich ihrer Vollwertigkeit in Erfüllung gegangen sind. Die Soja findet in verschiedenen Formen Verwendung, z. B. als Mehl, Grieß, in Suppenwürzen ufw. Auch die chemische Industrie hat sich der Erforschung dieser Pflanze in steigendem Maße zugewandt und bereits hervorragende Ergebnisse erzielt. Nach allen bisherigen Erfahrungen kann man also mit vollem Recht der Soja als wertvolles Nahrungsmittel einen hervorragenden Platz in unserer Ernährungswirtschast einräumen.
Professor Dr Sessous zeigte dann in zahlreichen guten Lichtbildern die Standorte und die technische Anlage der verschiedenen Anbauflächen, die im Rahmen der bisherigen wissenschaftlichen Der- uche m den verschiedensten Teilen unseres Vaterlandes geschaffen wurden. Bei dieser Gelegenheit kam er auch zu einer Besprechung der Zuchtziele, die der großen Aufgabe dienen, aus der Masse der Anbauversuche die leistungsfähigsten Pflanzen her- auszuflnden und sie zu immer größerer Steigerung ihrer Erträge zu entwickeln. Auch in unserer engeren Heimat sind derartige Anbauoersuche im Gange, weitere Anlagen dieser Art sind hier in Aussicht genommen.
"Aus den sehr interessanten und in hohem Maße aufschlußreichen Darlegungen des Vortragenden über die Arbeiten und Erfolge auf den verschiedensten Anbaufeldern konnten die Hörer entnehmen, daß auch hier unsere Landbauwissenschaft eine außerordentlich fruchtbare und für unsere Volksgemeinschaft segensreiche Tätigkeit entfaltet, bie aller Anerkennung wert ist. Die guten Bilder auch im Farbfilm, waren ein wertvolles Anschauungsmaterial, das eine gute Ergänzung zu dem Vorttag war.
äWn' 'A Vergebung, Majestät!" fuhr Zieten in das !'U?u8liche Schweigen zwischen ihnen, den ein» rltel^ FW sreunben, „aber ich bin Soldat, ich bin Sol- Majestät! Ich stehe hier für meine Husa- Kartätsche, die ihnen einst die Knochen 4.U;'^ber riß, traf auch mich. Jeder Schimpf, der l/Tr.ingetan wird, brennt mir die Scham auf AH bitte Majestät um den Abschied." t" W Er mir aus den Augen!" schrie da der
Paul. Den bunten Kranz klassischen deutschen Hu- mors hatte Frans Schneider-Facius mit Diel Geschmack und Spürsinn zusammengestellt und em paar anregende Worte zur Einführung mit auf Öen Weg gegeben. Fr. W. Lange.
Bücheriisch.
-Eine Frau fliegt mit ... Von Inge Stoltmg. (Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg. Gebunden 680 RM.) - (189) - Die Verfasserin berichtet m dem außerordentlich fesselnd geschriebenen Buch über einen 44 000-lcm-Flug von Rio de Janeiro über den ganzen amerikanischen Kontinent bis nach Neuyork. Der Flug über Urwald, Wüste, ^oro^ere, Anden, Pampa und Ozeane wurde von der Verfasserin in Gemeinschaft mit zwei Fliegern in einem deutschen Reiseflugzeug, die Messer- schmitt-„Taifun", ttotz mancherlei Hemmungen in einem beispiellosen Zeitmaß zurückgelegt. Das Trio (Horst von Salomon, genannt „Hörstchen", als Expeditionsleiter, der Pilot Otto Brindlinger genannt „Rintintin", und die Verfasserin als 'fliegende Berichterstatterin") erlebt auf diesem Flieger- „Tramp" eine Unmenge Interessantes. Darüber be- richtet ,Fnge" außerordentlich fesselnd, und mit Dielen herrlichen Leica-Aufnahmen gibt sie dem Lllche eine wertvolle Bereicherung. Unseren Frau- en und Mädchen sei das frisch und flott geschriebene Buch besonders empfehlen. Ernst Blumschein
den.
Strom; f errt, jtfobet 1!»
■ro'-' vn wiuyimc jvuvuuciiKiiuppt: uiuci ficuvn n 3U WE. In Spandau endlich, auf einem Manöver, , öie bald unerträgliche Spannung zwischen
i K' Tief) und Zieten jäh zur Entladung.
IllJfc taugt zu nichts!" fuhr der alte König bei l«e zornig den vorauftrabenden Pauker an, : cto>(5)I dessen schöne, silberne Pauke ein Beutestück L - r»e. Und dann begann er weiter furchtbar zu nig 16Stornieren, da ihn bei dem Regenwetter die Gicht r»T plagte, schalt die Husaren plumpe Tölpel i Niitsh^Ü^otterjane, die den langen Frieden nicht wohl i-" MvM.
gen, und ließ unterm ausgefahlten Dreispitz Lichtblauen Augen funkeln, daß den verdutzten jjtei ty?9 angst und bange wurde.
?r a,Lß*varen aber alles verdiente Krieger, die ihrem en manche Bataille hatten gewinnen an Und so ging es denn ihrem Zieten doch
b*e Ehre und über die Hutschnur, er griff
1 bie Zvbelmütze, ritt schnurstracks auf die
e' - ;^at zu, stieß mit Wucht — man hätte das "^inen Hand gar nicht zugetraut! — feinen iei tii' nJif n türkischen Säbel in die Scheide und rief eiter’. Dor Erregung seltsam rauher Stimme: rtolltMajestät! Wenn wir auch jetzt nichts mehr h°ben wir doch vormals unsere volle
1 k^M-gkeit getan. Und als Ew. Majestät uns 4firie|ii da waren Zietens Husaren gut genug!" dec R,« Oberst! Er vergißt sich!" Der König sagte ®°6 -rt: ^lter, halblauter Stimme. Seine schmalen jd)6i169 | j';r waren zusammengepreßt. Er sah starr ge- uerts- über Zieten hinweg, als wäre der gar
nic^t3rhanben.


