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Dienstag, 4-)uli 1939
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Ur. 153 Zweites Blatt
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mehr, bist du denn
Strecken, und Marder Landes - Heil- Pfleqeanstalt bis Waldkaserne und Waldrand bis kurz
Dolomiten, war unser Preis. Und
von und zur vom vor
die Tiefe, „weiter, es hohl zurück, „ich
zum E.
Steinbach wird er bereits befahren. Unser Bild zeigt rechts den neuen Nad- fahrerweg, und links die Straße, die nun bald ausschließlich dem Kraftfahrzeug- und dem Fuhrwerksverkehr vorbehalten sein wird.
(Aufnahme: Neuner, Gietzener Anzeiger.)
Rache an Thorak.
Von Luis Trenker.
Copyright 1939 by Jnterpreß.
Beobachter sichtbar wird.
Von dem langgestreckten Dreieck Deneb, Wega, Atair ausgehend, lassen sich die übrigen Sternbilder leicht auffinden. Im Westen folgen Herkules, Krone und Bootes mit dem Hellen Arkturus. Darunter
weiter!"
„Ich kann nicht mehr", klang muß zurück!"
„Gibts nicht!"
„Aber ich hab ja keine Luft
Aus der Stadt Gießen.
Zehn Gebote für den Koffer.
1. Nimm lieber zwei kleine als einen großen Koffer. Es verteilt sich nicht nur beim Tragen die Last leichter, sondern du kannst auch alles geord-
stellung. Dabei fiel mir ein Kaiserjägerleutnant auf, der mich einige Male ansah. Vor dem gewaltigen, erschütternden Bilde, das den g efallenen Kaiserjägern in Rußland gewidmet war, trafen wir uns wieder und sprachen miteinander." Der Leutnant hieß Hans Piffrader und war von Beruf Bildhauer. Er verehrte den großen Tiroler Meister so wie ich, und wir unterhielten uns lange über Malerei, Plastik und Architektur, sprachen über gemeinsame Bekannte aus dem Regiment, aus der Heimat und aus Wien.
Bald wurden wir gute Freunde. Einmal lud mich Piffrader ein, in die Akademie hinüberzukommen, er modelliere gerade an einem großen Kaiserjäger- denkmal für den Berg Jsel und ich solle ihm Modell stehen. Ich ging hin und fand im Atelier zwei Bildhauer statt 'einen. Der eine hieß Josef Thorak und arbeitete an einer Mädchenbüste. So wurden wir alle drei gute Freunde und sind es bis heute geblieben. Der Josef Thorak ist Professor geworden und einer der erfolgreichsten Bildhauer des Deutschen Reiches überhaupt. Hans Piffrader, damals der talentierteste Schüler der Wiener Akademie, lebt in Bozen und arbeitet dort in seinem Beruf. Piffraders Denkmal für die gefallenen Kaiserjager sollte ein überlebensgroßes Relief, das eine aufrecht- stehende Mittelfigur'zeigte, an deren beiden gelten verwundete, gefallene oder sich aufrichtende Krieger befanden, werden. . .
„Du geh,' sei so gut", sagte er nur zu mir, „sei so gut und steh mir Modell für die Mittelfigur, ich brauche einen guten Akt."
Anfangs wollte ich nicht recht, weil mir wohl auch die'Zeit fehlte, aber Thorak legte gleich scharf los:
„Dann fahr ab, du blöder Kerl, du scheinst es nicht würdigen zu können, was es heißt,, für das Denkmal der Tiroler Kaiserjäger Modell stehen zu dürfen! Noch dazu für die Mittelfigur! Na, so was! Schämst du dich denn nicht?"
„Lieber Josef, dich geht das überhaupt nix an, knet du an deiner Madonna weiter, das andere mache ich mir schon mit dem Piffrader selber aus/
„Schäm dich und koch uns einen Kaffee", brummte Thorak nun aus seiner Ecke her, „hast ja sowieso keine brauchbare Gestalt."
Sofort zog ich meine Uniformbluse aus und das Hemd dazu und protzte mit meinem braungebrannten Brustkasten, dann zog ich alles wieder an und
baues zu lenken.
Als Reserveoberleutnant hatte ich einen Studienurlaub von sechs Wochen und kostete diese Zeit des Freiseins möglichst aus. Ich sagte ja schon oben, daß ich schlenderte. Also schlendernd entschloß ich mich, der Kunst meines Landsmannes Egger-Lienz den Vorzug zu geben, und stand lange vor seinen schönen Bildern. Ob es nun „Der Sämann und der Teufel", „Das Mittagessen", „Die Familie" oder „Der Totentanz" war, mir gefielen die Gemälde, und ich verweilte lange in den Räumen der Aus-
Am 1. Juli 1939 wurde der neue Kommandeur der Schutzpolizei Wien, Oberst Dr. R e tz l a f s, vom Polizeipräsidenten im Beisein des Staatssekretärsund Höheren j-- und Polizeiführers, des Jnfpek- teure der Ordnungspolizei, sowie Vertretern von Partei, Staat und Wehrmacht feierlich auf dem Heldenplatz in Wien in sein Amt eingeführt. Hierzu
Der Juli 1939 bringt ein von allen Sternfreunden ' mit großer Spannung erwartetes astronomisches < Ereignis: die M a r's o p p o s i t i o n. Bei den äußeren Planeten, deren Bahn um die Sonne ' außerhalb der Erdbahn liegt, fällt bekanntlich die , Opposition, d. h. die Stellung genau gegenüber der (Sonnet mit der größten Annäherung an die Erde zusammen. Nun treten Marsoppositionen durch- chnittlich alle zwei Jahre auf, sie sind also durchaus nichts Seltenes. Aber da sowohl die Erdbahn als noch mehr die Marsbahn von elliptischer Gestalt ind, schwankt die Entfernung des Mars bei den einzelnen Oppositionen beträchtlich. Am geringsten ist der Abstand, wenn die Sonnennähe des Mars mit der Sonnenferne der Erde zeitlich zusammen- fällt; dann kann sich der Mars der Erde bis auf 56 Millionen Kilometer nähern, während er in ungünstigen Oppositionen 100 Millionen Kilometer entfernt bleibt. Man nennt solche Oppositionen, die zur Zeit der Sonnennähe (Perihel) des Mars ftatt- finden, „Periheloppositionen". Diese treten nur alle 15 bis 17 Jahre auf. Diele werden sich noch der eindrucksvollen Marsopposition vom August 1924 erinnern. Eine ähnlich günstige Perihelopposlt'.on wird erst wieder im August 1956 stattfinden.
In diesem Jahre fällt die Marsopposition aus den 2 3. I u l i, und am 2 8. I u l i befindet sich der Planet in größter Erdnähe (Abstand 58 Millionen Kilometer)'. Mit dieser starken Annäherung ist eine sehr beträchtliche Helligkeitssteigerung verbunden. Mars übertrifft im Juli sogar den mächtigen Jupiter an Leuchtkraft und wird vorübergehend zwölfmal so hell als Arkturus, der einer der hellsten- Sterne des Sommerhimmels ist. Wie eine rote Feuerkugel zieht Mars am südlichen Himmel entlang. Kurz nach 22 Uhr erscheint der Planet über dem südöstlichen Horizont, steigt aber wegen seiner sehr südlichen Stellung nur zu geringer Höhe empor. Dem raschen Anstieg der Helligkeit im Juni und Juli folgt eine ebenso schnelle Abnahme im August und September. Es gilt also, die wenigen Wochen vor und nach der Mars- opposition für die Beobachtungen auszunutzen.
Ein Feldstecher zeigt zwar schon deutlich den , Planeten als runde Scheibe, im Gegensatz zu den : punktförmigen Fixsternen, aber erst ein Fernrohr : mit 75facher Vergrößerung zeigt Mars so groß, ; wie das bloße Auge den Vollmond sieht. Um aber . die Einzelheiten der Marsoberfläche so deutlich zu 1 sehen wie den Mond im Feldstecher, bedarf es einer
waren Abordnungen aller Gruppen der Schutzpolizei Wien ausgeruckt. Oberst Dr. Retz la ff wurde im Jahre 1890 in Gießen geboren. Im Jahre 1913 trat er als Fahnenjunker in das ehemalige Feldartill^rieregiment Nx. 9 in Itzehoe ein und machte den Weltkrieg als Offizier an der Oft- und Westfront mit. Nach dem Weltkrieg trat Dr. Retz- laff als Freikorpskämpfer den Spartakisten entgegen. Im Oktober 1919 wurde er als Hauptmann zur neuaufgestellten Schutzpolizei Hamburg übernommen, wo er zuletzt die Stelle des Kommandeurs bekleidete.
Altersversorgung des Handwerkers.
Eine Richtigstellung.
Fwd. Durch die Tageszeitungen wurde kürzlich eine auf die Altersversorgung des Handwerkers bezügliche Notiz veröffentlicht, in der es wörtlich hieß: „Jeder selbständige Handwerker, der durch eine Lebensversicherung von der Dersicherungspflicht befreit ist, muß sich die Versicherungskarte und die zu klebenden Beitragsmarken selbst besorgen." Diese den Tatsachen widersprechende Darstellung ist — wie die Fachgruppe 5 (Lebensversicherungen, Pen- sions- und Sterbekassen) der Wirtschaftsgruppe Versicherungen mitteilt — die Folge eines Druckfehlers. Bekanntlich befreit die Lebensversicherung den selbständigen Handwerker von der Zugehörigkeitspflicht zur Ängestelltenverficherung, so daß sich die Besorgung einer Versicherungskarte und das Kleben von Beitragsmarken erübrigt. Das ergibt sich auch aus dem obenerwähnten Satz, wenn man das in ihm fehlende Wörtchen „nicht" zwischen das Diene und fünfte Wort einschiebt. Richtig heißt cs dann:
wollte gehen. t ,, .
Piffrader bat mich eindringlich und schmeichelnd zu bleiben, so gab ich nach, und er stellte mich pudelnackt auf eine Kiste und gab mir eine wuchtige Fahnenstange in die Hand. Fleißig knetete Piffrader an feinen Lehmmassen, und Thorak korrigierte des öfteren. Fast täglich besuchte ich die beiden, trank mit ihnen selbstgebrauten Kaffee und stand bis zwei Stunden Modell, bis die Arbeit fast fertig war.
Da kam eines Tages, eilig und ernst, der Herr Professor ins Atelier. Er betrachtete die Arbeit eingehend und sachverständig, verglich zurucktretend und mit einem Auge zwinkernd das Modell mit dem Leben, das Original mit dem Kunstwerk — Thorak und Piffrader schwiegen respektvollst — ich in meiner Nacktheit und Unschuld auch. Dann sagte der Professor, mich streng musternd, „ganz gut , und auf mich weisend, „wo haben Sie den Kerl her? Wirklich ganz gut".
Schon wollte ich etwas sagen, mich vorstelUn, wartete aber, bis einer meiner illustren Kameraden die.Vorstellung besorge. Aber noch immer schwiegen ^e„ÄerPI"^b°ente ich mir, Kerl, was heißt Kerl ich bin doch'kein dahergelaufener Kerl, ich bin doch der k. u. k. Oberleutnant in der Reserve Luis Trenker, aber da sagt Thorak ganz einfach:
„Den haben wir gestern auf dem Modellmarkt ^Ausgezeichnet", antwortet der Professor, nickt wohlwollend und geht. Aus dem Hintergrund sehe ich das Teufelsgesicht Thoraks grinsen, er freut sich wie ein Schneekönig, ich bin platt über die Frechheit. Ich sage gar nichts, lasse die beiden grinsen und schwöre den Zierbüstenknetern Rache... Aber vergebens, der Professor kam nicht mehr, ich mußte fort, das Denkmal wurde fertig und steht fett Jahren am Berge Jfel bei Innsbruck.
Radfahrerweg Gießen-Steinbach.
Der Radfahrerweg von Gießen nach Steinbach ist, wenn auch noch nicht durchgehend benützbar, so doch zii großen Teilen fertiggestellt. Auf zwei
Es war in der schönen Wienerstadt. Ich . , dcrte die Wiedener Hauptstraße hinunter gegen den Karlsplatz zu und überlegte, was ich nun eigentlich vorziehen solle: die Egger-Lienz-Ausstellung zu besuchen oder meine Schritte in die Technische Hochschule zu einer Vorlesung über Statik des Hoch-
500fachen Vergrößerung. Ein kleines Fernrohr mit , 50- bis 70facher Vergrößerung läßt die weißen , Polkappen, die hellen, gelb bis orangerot gefärbten < Regionen und die dunkelgrauen, als „Meere" be- zeichneten Regionen erkennen, die aber keine Meere in unserem Sinne sind, sondern Niederungen. Ihre Temperatur liegt 20 bis 30 Grad höher als die der hellen roten Wüstenflächen, die sich schätzungsweise 1000 bis 2000 Meter über die dunklen Niederungen erheben. Von den dünnen, feinen Linien, die scheinbar schnurgerade die hellen Gebiete durchziehen und die ihr Entdecker, der italienische Marsforscher Schiaparelli „Kanäle" genannt hat, wissen wir heute daß sie auf optischen Täuschungen beruhen. Uebrigcns hat sich bereits Schiaparelli dagegen verwahrt, die seinen dunklen Linien einfach als wirkliche, wasserführenden Kanäle anzusehen, da er bald erkannte, daß sie sehr veränderliche Gebilde sind.
Außer dem Mars sind am-Nachthimmel noch Jupiter und Saturn sichtbar. Jupiter geht zu Beginn des Monats um Mitternacht, Ende Juli gegen 22 Uhr auf. Seine Entfernung verringert sich vom 1 bis zum 31. Juli von 724 Millionen auf 656 Millionen Kilometer; feine Helligkeit steigt dementsprechend merklich an. Eine knappe Stunde nach Jupiters Aufgang erscheint auch der Saturn. In der hellen Morgendämmerung wird Venus kurze Zeit über dem Osthorizont sichtbar.
Die Betrachtung des abendlichen Fixsternhimmels wird im ersten Julidrittel sowohl durch Mondschein als durch die lange Dämmerung stark beeinträchtigt. Günstiger sind die Abende vom 10. bis 20. Juli. Um die Mitte des Monats steht gegen 22 Uhr das von den Hellen Sternen Wega, Deneb und Atair gebildete Sommerdreieck bereits hoch am Südhimmel. Die bläulich funkelnde Wega m der - Leier, der Hellste Fixstern des Sommerhimmels, nähert sich dem Zenit. Links von der Wega fliegt der Schwan gen Süden. In dem schönen, kreuz- - förmigen Sternbild bezeichnet Deneb den Schwanz, der Doppelstern Albireo den Kopf des Schwans. ' Wie dieses Sternbild, so erscheint auch der Adler auf dem Hellen Grunde der Milchstraße, die in der i zweiten Iulihälfte, wenn die Hellen Nachte vorüber i sind, wieder als reichgegliedertes Lichtband dem
Es kam, daß ich im vergangenen Jahre mit Thorak vor dem Denkmal stand und mich der schönen Stunden an der Akademie in Wien erinnerte. Unter den Bronzefiguren lasen wir die unvergänglichen Worte des Tiroler Dichters Willrams:
Gerungen wie die Helden, Gefallen Mann für Mann. Nur Lieder werden melden Was Großes sie getan.
ncter einpacken.
2. Lege in jeden Koffer, wie du es auch bei Postpaketen machen sollst, einen Zettel mit deiner Anschrift. Schicksale von Koffern sind manchmal wunderlich; sie können verloren gehen und doch ehrlichen Menschen in die Hände fallen.
3. Hast du viel Inhalt und wenig Raum zum Packen, dann quäle deine Koffer nicht, sondern schicke ein Postpaket mit Sachen, die einen Knuff vertragen — Schuhe, Wäsche usw. — voraus.
4. Packe nicht im letzten Augenblick, stolz darauf, kein Reisefieber zu haben, sondern hole wenigstens schon zwei Tage vorher die benötigten Koffer aus ihrem Versteck. Es könnte fein, daß Schloß oder Bezug einer Ausbesserung bedürften.
5. Es ist ein beliebter Trick, sich auf fernen Koffer zu setzen, wenn er nicht schließen will. Dringend aber ist Reisenden von mehr als anderthalb Zentner Gewicht von diesem Verfahren abzuraten, das schon mehr als einem Koffer das Leben kostete.
6 Wenn du schon in dem überfüllten Abteil deine zahlreichen Gepäckstücke auf fremdes Eigentum in den Netzen verteilen mußt, dann achte wenigstens darauf daß du den Hut deines freundlichen Nachbarn nicht plattdrückst, der gerade im Begriff war, dir seinen Platz anzubieten. _ .
7 Andrer Leute Koffer sind nicht deine Fußbank. Was du nicht willst, daß man deinem Koffer tu, das füg auch keinem andern zu.
8. Ein Koffer ist kein Safe. Gib' irrt Hotel also Wertpapiere und Schmuck bei der Geschäftsstelle ab.
9. Glaube nicht, daß du viel Ansehen gewinnen kannst, wenn dein Koffer bunt beklebt mit Hotel- marken aus aller Herren Länder ist. Solche Marken gibt es in jeder gewünschten Menge zu kaufen. Was sich auch schon herumgesprochen hat.
10. Statte deinem hilfreichen Koffer nach der Heimkehr den gebührenden Dank ab. Bürste ihn gut aus reibe ihn ab, öle sein Schloß und stecke ihn in einen Ueberzug. Keinesfalls aber laß ihn je---
Aufbewahren von schmutziger Wäsche dienen.
„Bist ein ganz gemeiner Kerl, weißt du, mein ganzer Brustkasten ist hin, furchtbar, und so was nennt sich Freund. Schöne Freundschaft, ein Mörder bist du, jawohl, wo geht's denn weiter? Dort hinauf? Du bist ja wahnsinnig, aber schön ist's. Nicht? Schön ist's. Weißt du, ich finde das herrlich!"
Wir kamen auf den Gipfel, das war eine Freude und Leistung nicht nur für den großen Meister der Plastik, sondern auch für mich. Er war hingerissen von der eigenen Kraft und nebenbei auch ein bißchen von der Aussicht.
„Schön roär's schon, wenn ich nur nicht wieder hinunter müßt'!" wiederholte er immer wieder und schaute in das gewaltige Rund des Langkofelkars, hinaus zu den grünen Matten der Seifer Almen und zum Schiern hinüber, der sich über dem weinfrohen Etschland breit hinlagerte.
Die schöne junge Dame kam mit ihrem Führer über den Gipfelgrat auf uns zu:
„Bergheil!"
„Bergheil!" grüßten wir zurück, bann hielten sie mit uns Rast. Nach einer Weile frug mich die dunkle Bergsee, ob mein Seilgefährte vorhin im Kamm unten so herzzerreißend geflucht und getobt, und ob ich ihn denn absichtlich so lange hätte am Seil baumeln lassen. , P1„ v
Joses spitzte die Ohren, tat aber, als verstünde er kein Wort. .
„Jawohl", sagte ich, „das war er, jawohl! Kennen Sie ihn denn nicht? Es ist der berühmte Professor Josef Thorak, der berühmte Bildhauer." •
Die Schöne und ihr Begleiter mußten furchtbar lachen. Dann bevor sie gingen, sagte sie zu mir:
„Ich habe gar nicht gewußt, daß der Herr Pro- sessor so gut klettern kann", und dann weggehend wendete sie sich noch einmal um: „Und viel Glück, Herr Professor, kommen Sie nur recht gut wieder hinunter —!" Und bann gingen sie.
Josef aber bückte mich drohend und grinsend zugleich lange, fremd und traurig an. Dann schüttelte er den Kopf und begann:
„Mußtest du denen ausgerechnet meinen Namen auf die Nase binden, mußt du mich so blamieren? Ich bin doch zum Erholen hier und nicht zum Abstürzen, — was glauben denn die eigentlich von mir, ich bin doch fein Gamsbock, ausgerechmt meinen Namen hast du ihnen auf die Nasen binden müssen, der Teufel soll dich holen!"
„Ehre wem Ehre gebührt, schau, lieber Josef, in Wien auf der Akademie hast du meinen Namen verschwiegen, siehst du, und bas ging mir damals so zu Herzen, daß ich schwor, immer die Wahrheit zu sagen!" v
„Fahr in die Hölle!" sagte er und trank, der Sonne zugewendet, einen Gipfelschnaps.
Mars in größter Erdnähe
Der Sternenhimmel im Juli.
Don Dr. Erwin Kofsinna.
5ri$cher, reiner «Atetn
gründliche, schonende Reinigung, verhindert den Ansatz von Zahnstein. Große Tube 40 TL, kleine Tube 25 TL
Weiter führte uns die Fahrt in die Eine Ersteigung der Fünffingerspitze Ziel. Thorak wollte klettern. Um jeden ,
nur mit mir. Bis zum Sellajochhaus im Auto ging s ausgezeichnet. Von der Hütte bis zum Einstieg ging s auch aber etwas langsamer. Vom Einstieg durch die Felswände ging es dann noch langsamer. Bis wir an eine Stelle kamen, wo es langsam auch nicht mehr ging. Thorak hing an einer überhängenden Kaminstelle, er hatte kaum mehr Halt, drohte jeden Augenblick zu stürzen. Ich rauchte eine Tabakspfeife und sicherte.
„Weiterklettern", rief ich in
verrückt geworden?"
„Nein! Weiterklettern!"
„Sag einmal, bist du wahnsinnig geworden? Du bringst mich ja um, ich kann ja nimmer!
Mein Freund hing am letzten Schnaufer, jeden Augenblick mußte er ins Seil stürzen.
„Hilfe!"
Da pendelte er schon wie ein Christkindl inJ)en Abgrund hinaus und hielt sich verzweifelt am Seil.
,'Bist ein ganz gemeiner Kerl, mich so hangen zu 'lasfen, furchtbar — und so was will ein Bergführer sein!" . r ., . ,...
Probier nur, es geht schon", rief ich dem hilflos baumelnden Josef zu, der alle Anstrengungen machte, um irgendwie Griff und Tritt zu saßen.
Eine andere Seilschaft tarn nach. Ein nettes junges Mädchen mit einem Führer. Als die beiden wegen Thorak nicht mehr weiter konnten, wei ihnen der hilflos Hängende den Weg versperrte, ne die junge Schönheit zu mir hinauf:
„So ziehen Sie doch diesen Kerl endlich hinauf, er "hängt ja im Ueberljang wie ein Mehlsack!"
Sofort ergriff ich Partei für meinen Freund: „Beleidigen Sie meinen Touristen nicht", rief ich h'Nm/erst half ich ihm aus der Verlegenheit, und bald stand er schweißtriefend und schwer schnaufend ‘ bei mir.
Hitler-Jugend Bann 116.
Fliegergefolgschasl 1/116.
Der Dienst in dieser Woche: Dienstag (4.7.39): Bauen der Schar 1. Das Bauen am Mittwoch findet in den Ferien nicht statt. Daher bauen die Schüler am Dienstag bzw. Donnerstag. Diese Einteilung beginnt schon in dieser Woche. Der Baudienst der Schar 2 wird von jetzt ab auf Donnerstag verlegt. Es ist also am 6.7.39 Baudienst der Schar 2 mit den Schülern. Freitag, 7.7. theoretische Schulung, 20.15 Uhr, Kirchstraße (Gewerbeschule), Beitragsappell! Samstag, 8.7., Bauen der Modellbaukame- rad schäft.
Stamm 111/116.
Am Mittwoch, 5. Juli, finden im Stamm III/116 folgende Fahrtenappelle in vorschriftsmäßiger Uniform und Tornister statt:
Gefolgschaft 11/116, 21 Uhr, in Hungen.
Gefolgschaft 14/116, 21.30 Uhr, in Rodheim/Horloff.
Die Liebig-Stadt Gießen.
In dem Bestreben, die Bedeutung Justus von Liebigs für die Stadt Gießen herauszustellen, veranstaltet die Ortsgruppe Gießen-Süd der NSDAP- eine Vortragsreihe über Justus von Liebigs Wirken in Gießen". Die Vorträge, die im Horfaal des Liebig-Museums ftattfinben, werden von dem Vorstandsmitglied der Liebig-Gesellschaft und Abtei- lungsvorsteher des Chemischen Instituts der Universität Professor Dr. B e h a g h e l gehalten. Der erste Vortrag am 19. Juli ist für drei Zellen bestimmt.
bemerken wir die Schlange und den Schlangen« träger und, schon ziemlich tief am südlichen Himmel, die'beidcn Hellen Sterne der Waage und das schöne Sternbild des Skorpions, in welchem der rote Riesenstern Antares leuchtet.
Heber dem östlichen Horizont sind die Sternbilder Wassermann, Pegasus und Andromeda erschienen. Im Nordwesten zeichnen die fünf Hellen Sterne der Kassiopeia ein lateinisches W an den Himmel. Darunter finden wir den Perseus und dicht am Nordhorizont die Kapella im Fuhrmann. Um den Nordpol gruppieren sich ferner die Sternbilder Großer und Kleiner Bär, Drache und Kepheus..Die Deichsel des abwärts rollenden Himmelswagens im Großen Bären, der jetzt westlich, also links vom Polarstern steht, ist nach oben gerichtet. Seine sieben Hellen Sterne senden uns ihr Licht aus einer Entfernung von 70 bis 150 Lichtjahren zu.
Der Mond zeigt folgende Lichtgestalten: Vollmond am 1., letztes Viertel am 9., Neumond am 16., erstes Viertel am 23., Vollmond am 31. Juli. Wir haben also im Juli zweimal Vollmond.
Dornotizen.
Tageskalender für Dienstag.
Gloriapalast (Seltersweg): „Die Heilige und ihr Narr".
Ein Sohn Gießens Kommandeur der WienerSchuhpolizei.


