Ur. 153 Erstes Blatt
189. Jahrgang
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Eichener Anzeiger
General-Anzeiger sür Oberhessen
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Ausklang der pariser Saison.
Von unserem H.B.-Korrespondenten.
Dienstag. 4-Juli 1939
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Paris, 2. Juli 1939.
„Sie Kommunisten ließen mit einer erstaunlichen Maesttia die Pultdeckel klappern. Und unter diesem Lärm trennte sich die Kammer." Dies sind die Schlußsätze eines französischen Berichtes über die letzte Kammersitzung vor den großen Ferren. Sie geben ungefähr ein Bild von dem, wozu die französische Kammer in der letzten Frühjahrssaison fähig war: ein bißchen Lärm machen, der manchmal sich zum Sturm steigerte, einige Resolutionen fassen, die zum größten Teil nicht verwirklicht wurden, Debatten, die jedoch nicht zum praktischen Abschluß -gebracht wurden. Für all dies zeigte die breite Oeffentlichkeit kaum noch Interesse, und die Kammertribünen waren nur gefüllt, wenn Mlnister- präsident Daladier zu allgemeinen Erklärungen das Wort ergriff. Und auch Daladier ließ das Parlament oft beifeite und wandte sich über den Rundfunk direkt an das französische Volks, wenn er ihm in innen- oder außenpolitisckzer Hinsicht etwas zu sagen hatte. Die Dekadenz des Parlamentarismus in Frankreich wird durch diese Arbeitsmethoden des französischen Ministerpräsidenten am besten illu- striert. ...
Früher war es üblich, daß die französischen Blatter nach Schluß einer Parlamentssession die „Bilanz" der parlamentarischen Arbeiten veröffentlichten. Sie brachten eine mehr oder weniger lange Lifte von Gesetzen, die verabschiedet worden waren, von großen innen- und außerpolitischen Debatten, die Klärung über diese oder jene Frage gebracht hatten, von Regierungskrisen, die durch mehr oder weniger langwierige Verhandlungen beigelegt werden konnten. Heute ist das anders. Ministerpräsident Daladier regiert mit Vollmachten, und das Ende seiner Herrschaft ist gegenwärtig noch nicht abzusehen. Das Kapitel „Regierungskrise" ist seit über einem Jahr — die Regierung Daladier ist seit dem 10. April 1938 am Ruder — aus den Zeitungen verschwunden. Wenn sich doch einmal einige Risse in dem Regierungsgebäude zeigten, dann wurde nicht mehr, wie früher, das ganze Gebäude abgerissen, sondern Daladier wechselte innerhalb einiger Stunden die in Frage kommenden Minister aus.
Gegenüber dem Parlament hatte Daladier einen Grundsatz: es möglichst wenig tagen zu lassen, um desto ungestörter regieren zu können. Das französische Parlament tagt gegenwärtig nur noch genau so lange, wie es durch die Verfassung vorgeschrieben ist, d. h. vier bis fünf Monate im Jahr. In der nunmehr zu Ende gegangenen Früh- jahrssession hat die französische Kammer wohl den Rekord an unfruchtbarer Arbeit aufgestellt. An Gesetzesprojekten ist nur eines verabschiedet worden, ein Projekt, das im großen und ganzen nur die Abgeordneten und Wahlstrategen im Lande, also einige tausend Leute, interessiert: die W a h l - Reform, Ob die nächsten Wahlen nach dem Kreis- und Zweiwahlgangsystem wie bisher oder nach dem Verhältniswahlsystem, wie es die Kammer schließlich beschlossen hat, stattfinden, interessiert die französische Oeffentlichkeit im gegenwärtigen Augenblick herzlich wenig, und es ist überdies sehr fraglich, ob die Wahlen im nächsten Mai überhaupt stattfinden werden.
Die Kammer hat es nicht einmal fertig gebracht, das Amnestiegesetz, dos anläßlich der Wiederwahl des Staatspräsidenten Albert Lebrun erlassen werden sollte, zu verabschieden, diese Frage wird, wie viele anderen Probleme, ebenfalls durch die Notverordnungsmaschine gelöst werden. Der Plan der Gewährung einer Altersrente konnte ebenfalls nicht verwirklicht werden; die Kammer war nicht imstande, darüber in eine tiefere Aussprache einzutreten, und Ministerpräsident Daladier hat die Illusionen der Linksextremisten zerstreut, indem er erklärte, daß für die Erteilung einer Altersrente gegenwärtig kein Geld vorhanden sei.
Es ist noch nie vorgekommen, daß dem Srnat während einer Parlamentssaison auch nicht ein einziges größeres Projekt zur Beratung zuging, denn selbst die Wahlreform wurde erst in letzter Minute von der Kammer angenommen, so daß die Vorlage erst im Spätherbst dem Senat zur Beratung zu- gehen kann. Die Parlamentsberichterstattung ist daher selbst in den französischen Blättern arg zusammengeschrumpft, und es ist bezeichnend für die ge- gegenwärtige innerpolitische Lage m Frankreich, daß selbst in dem sozialistischen „Populaire" öfters Klage über die Dekadenz der parlamentarischen Einrichtungen in Frankreich geführt wurde. So hat außer den Kommunisten kaum jemand in Frankreich den frühen Schluß der Parlamentssession bedauert.
Die Pariser „S a i s 0 n" ist auch früher als fonst zu Ende gegangen. Die Theater beginnen ihre Sommerferien jetzt bereits Mitte Juni. Die Theaterkrise hält an. Sie hat zwei Ursachen: es fehlt an zugkräftigen Stücken, und wirkliche Theatererfolge werden "immer seltener. Der Film ist anderseits eine immer stärkere Konkurrenz für das Theater. Es ist noch nie vorgekommen, daß am Vorabend der „Großen Woche", die den Höhepunkt der Pariser Saison bildet, nicht weniger als sechs Pariser Theater ihre Pforten geschlossen haben. Früher haben sie in dieser Woche die größten Einnahmen erzielt, heute schließen sie. Die „Große Woche" brachte, wie üblich, für die Volksmassen die berühmten rennsportlichen Deranstaltun- g e n in Auteuil und Longchamps mit dem „G r a n i> Prix" als Abschluß, für die „oberen Zehntausend" einige Nachtfeste, die in diesem Jahr durch die Feier des fünfzigjährigen Bestehens des Eiffelturms eine Bereicherung erhielten. Das Herzogspaar von Windsor beteiligte sich an den meisten dieser Feste und war sicherlich das meAphotographierte Paar der
„Großen Woche". Der Sultan von Marokko und der Kaiser von Annam, die gegenwärtig hier weilen, endeten in diesem Rennen um die Volkstümlichkeit auf den Ehrenplätzen.
Inzwischen haben sich die Pariser auf die Ferien vorbereitet. Das erste Kontingent hat am 1. Juli Paris verlassen. Die Badeorte des Aermel- kanals, der Normandie, der Bretagne und des Atlantischen Ozeans sind bereits voll besetzt. Die Mieten sind stark gestiegen, da viele Pariser immer noch in der Furcht eines baldigen' Konflikts leben und deshalb ihr Haus oder ihre Wohnung am Meer nicht, wie früher, nur für die Ferienzeit sondern fürs ganze Fahr gemietet haben. Nur die Vermieter sind mit diesem Zustand ganz zufrieden.
Die Arbeiter werden in diesem Jahr nicht wie im letzten Jahr ihren Urlaub alle zum gleichen Zeitpunkt erhalten. Es heißt, daß zum mindesten die für die nationale Verteidigung arbeitenden Fabriken
Danzig. 3. Juli. wie die Bank
von Danzig mitteill. hat sie den Transfer für den Zins- und Zahlungsdienst der Danziger Ausländsanleihen bis auf weiteres e i n g e st e l l t. Desgleichen werden freie Devisen für Zahlung des Kapitalverkehrs nach dem Ausland, d. h. für Zahlungen, die nicht den Warenverkehr und feine Nebenkosten sowie den Reiseverkehr betreffen, bis auf weiteres nicht wehr zur Verfügung gestellt. Die nicht transferierten Guldenzahlungen an Ausländer werden auf gefperrlen Ausländerguldenkonten gutgeschrieben.
Dazu wird erklärt, daß das Devisenaufkommen der Danziger Wirtschaft sowohl aus dem yasenum- schlog als auch aus dem Export nach Polen i m - mer geringer wurde. Der Danziger hafenum- schlag, der noch 1928 einen wert von 1476 Millionen Gulden hatte, sank im Jahre 1938 auf 375 Millionen. In der gleichen Zeit st i c g der U m - schlag des Warenwertes über ©hingen von 133 Millionen im Jahre 1929 auf 1183 Millionen im Jahre 1938. Das Danziger Devisen-
B ad- Wildungen, 3. Juli. (DNB.) Unter Leitung des Inspekteurs der Nachrichtentruppen findet vom 2. bis 7. Juli im Raum von Bad Pyrmont — Paderborn — Siegen — Bad Kissingen — Sondershausen eine Rahmenübung der Heeresnach- richtenverbände Generalmajor H e l l gi e b e l statt. Diese Hebung ist das bisher größte Manöver dieser modernen technischen Truppe. Eingesetzt werden etwa 10 000 Mann. Die beiden Fronten Rot und Blau stehen sich in der Stärke von mehreren Armeen gegenüber. Der Zweck der Uebung ist es, den Nachrichtenapparat zu überprüfen und in ganz großen Räumen zu erproben.
Zwei nebeneinander herlaufende Handlungen machen diese Nachrichtenübung interessant und für den Beobachter besonders reizvoll. Die eine Handlung ist das kriegsmäßige Spiel der beiden Parteien Rot und Blau, die andere Handlung ist der technische Aufbau des Nachrichtennetzes für die Manöverleitung, also die Erstellung des neutralen Nachrichtenapparates. Die Manöverleitung hat ihren Sitz in Kassel, wo eine große Schule die vielseitige Organisation beherbergt. Für das neutrale Nachrichtennetz, das bis zu den Divisionsstaben beider Fronten reicht, und das, da es friedens- mäßiq aufgebaut ist, zum Teil auch auf die Leitungen der Reichspost zurückgreifen kann, wurden von der Truppe allein Leitungen von fast 400 Kilo-
im Gegensatz zum letzten Jahr, wo sie ganz geschlossen wurden, geöffnet bleiben, und daß die Arbeiter schichtweise in die Ferien geschickt werden sollen. Auch eine andere Volksfronterrungenschaft wird demnächst zu Grabe getragen werden: Die Geschäfte werden wieder an allen Wochentagen, also auch am Montag, geöffnet werden.
Die finnischenAeichsiagswahlen
Helsinki, 4. Juli. (DNB. Funkspruch.) Heute früh lag folgendes Ergebnis der finnischen Reichs- tagswayl vor, das sich jedoch vielleicht noch um je ein bis zwei Sitze nach oben oder unten verschieben kann: Vaterländische Volksbewegung 7 (1936: 14), Finnische Sammlungspartei 24 (20), Fortschrittspartei 8 (7), Bauernpartei 55 (53), Kleinbauernpartei 3 (2), Sozialdemokraten 85 (83), Schweden 18 (21). Die Grundlage der jetzigen Regierungsmehrheit (Fortschrittler, Agrarier und Sozialdemokraten) b e st e h t f 0 m i t w e i t e r. Diese Mehrheit kann wahrscheinlich im neuen Reichstag über 148 (bisher 143) Sitze von insgesamt 200 verfügen.
aufkommen aus der Kommisfious-, Speditions- und Maklertätigkeit im Hafenumschlag und im Transit- Handel wurde entsprechend geringer. Andererseits verschlechterte sich die Danziger Handels- und Zahlungsbilanz gegenüber Plolen, die feit Jahr und Tag infolge der Mehrabnahme polnischer waren durch Danzig für Danzig passiv war, immer mehr. Jatte schon in früheren Jahren Danzig für die Warenbezüge aus Polen jährlich etwa 25 bis 30 Millionen Zloty in freien Devisen zur Verfügung zu stellen, so ist infolge des Boykotts Danziger waren in Polen dieses Verhältnis katastrophal verschlechtert worden. Ferner mußte Danzig seine Einfuhr steigern, um feine Industrie zu modernisieren und eine erhöhte Ausfuhr zu ermöglichen, damit der Ausfall von Einnahmen im Hafenumschlag und im Export nach Polen.wenigstens einigermaßen ausgeglichen wurde. Diese drei Faktoren hatten zur Folge, daß die Lücke in der Danziger Devisenbilanz immer größer wurde und so sah sich die Bank von Danzig im Interesse der Danziger Wirtschaft zur Linstellungdes Transfers genötigt.
meter Länge gebaut, die alle ihre Zentrale bei der Hebungsleitung haben. Dazu kommt noch die Funktelegraphie. lieber Draht und Funk dirigert und überprüft von Kassel aus die Manöverleitung die Operationen, die schon in vollem Gange sind.
Am Montagabend gab der Inspektor der Nachrichtentruppe, Generalmajor H e l l g i e b e l, den Gästen, die an dem Manöver teilnehmen, einen Empfang im Fürstenhof, bei dem auch der Che der italienischen Genietruppe, Giuliano, führende Männer von Partei und Behörden sowie der Wehrwissenschaft und der Wehrwirtschaft zugegen waren. Der General erklärte, daß das Manöver nicht etrocfige großartige Gefechtsbilder mit viel Soldaten, Knall und Rauch bringen werde, daß aber trotzdem die Nachrichtentruppe im heutigen Krieg non besonders hoher Bedeutung sei. Die straffere Führung der Verbände sei im modernen Krieg besonders wichtig. Die Motorisierung und die Ausbildung der technischen Waffen habe auch die große Veränderung in der Führung der modernen Wehrmacht gebracht und damit auch ein ganz neuartiges und modernes Nachrichtenwesen gefordert. Ziel der Ausbildung in der Nachrichtentrup ie sei es daher, alle Voraussetzungen für die restlose Erfüllung der dem Nachrichtenwesen gestellten Aufgaben zu schaffen.
OieNervenkrisisderEinkreiser
Wer Danzig kennt, liebt es. Und auch für die Binnendeutschen, die Danzig noch nicht ge= eh en haben, ist diese alte Hafenstadt umwittert mit der Glorie der Deutschen Hansa und eines wagemutigen Geistes, der sich seine Denkmäler in Schiffen, Bauten und in einer rührigen Industrie gesetzt hat. Aber daß von Danzig Glück und Wehe des englischen Weltreiches abhängt, daß Danzig der Nabel der Welt ist, das hat noch kein Deutscher behauptet. Allein, in dem Londoner „Observer" lesen wir: „Für die ganze Derteidi- gungsfront (gemeint ist: Einkreisungsfront) ist Danzig die Probe der Säurefestig- keit. Warum das? Ist Danzig nicht nach Ansicht ununterrichteter Menschen eine kleine und örtliche Angelegenheit? Das ist falsch. Danzig ist der Schlüs- el zu fernen und weiten Entwicklungen; zweifellos chließt es das Schicksal von ganz Polen und noch mehr ein, das Britische Reich nicht ausgenommen. Denn Danzig ist der P r ü f st ei n für all unsere Verpflichtungen, das Maß unseres Mutes und unserer Anständigkeit in allen Beziehungen, der kritische Punkt in unserem ganzen diplomatischen System. Ein Versagen oder ein Zusammenbruch in bezug auf Danzig würde die Friedensfront (Einkreisung) erschüttern. Die Folge wäre die Vereinzelung Englands und nicht bloß das, sondern die Vereinzelung mit Schmach und Schande. Der Kapitulation (Englands) in Europa würde seine Kapitulation in der ganzen Welt folgen."
Hier spricht der Wahnsinn! Ein gemeingefährlicher Wahnsinn! Es heißt die Wichtigkeit Danzigs nicht schmälern, wenn die Gleichsetzung zwischen dem Bestand des englischen Weltreichs und dem Verbleiben Danzigs im polnischen Zollbereich als glatter Wahnsinn abgelehnt wird. Die englische Presse ist ihrer Nerven nicht mehr Herr. Sie schlägt mit Mammut-Heberschriften los. Die Korrespondenten in Warschau, Danzig, Berlin, Paris und weiß der Himmel noch, in welchen anderen Städten, werden auf Trab gesetzt und müssen Sensationen melden. Sa weilt ein „Kraft-durch- Freude"- Schiff im Danziger Hafen zum Beginn eines Putsches. Und ein „diplomatischer" Korrespondent erörtert die Frage, ob die augenblickliche Verfassung Savzigs einen Besuch des Führers in Danzig erlaube oder ausschließe. Würde aber ein Gendarmerie-Hauptmann beruflich aus der Fülle dieser Nachrichten und Gerüchte an seine vorgesetzte Behörde einen Bericht machen müssen, der Hand und Fuß hat, so käme er in. tödlichste Verlegenheit. Dieser Gendarmerie-Hauptmann könnte seiner Behörde nicht melden: „Das und das liegt vor", sondern er müßte jeden Satz mit den fatalen Worten beginnen: „Es heißt..." oder „Es wird vermutet ..." oder „Man darf erwarten ..." Irgendwie muß auch der tollste Journalismus im Rahmen eines „Berichtes" bleiben. Wenn sich der Journalismus nur in Vermutungen, Unterstellungen, Kombinationen ergeht, so ist er nicht mehr Journalismus, sondern ganz einfaches Geschwätz. Und weil dieses Geschwätz die Absicht der Friedensstörung hat, so ist es ein gemeingefährliches Geschwätz.
Die Franzosen leisten sich in ihrer Berichterstattung auch manchen Bocksprung. Aber es ist doch bezeichnend, daß der Berliner Berichterstatter des „Journal" ausdrücklich englische Nachrichten erwähnt und als falsch bezeichnet, nach denen der Verkehr „Unter den Linden" in Berlin lahmgelegt fei, weil dauernd Truppen durchmarschierten. Dieser Franzose ist gewissenhaft genug, seine Landsleute vor diesem krassen Humbug zu warnen. Er weiß genau, wie gefährlich die Massensuggestion jedem werden kann, der sich ihr widersetzt. Er beruft sich daher ausdrücklich darauf, daß die Botschaften Frankreichs und Englands „Unter den Linden" gelegen seien, und daß man auch in diesen Botschaften von den fabelhaften Verkehrsstockungen infolge der Durchmärsche riesiger üruppenmertgen nichts bemerkt habe.
Bei einer solchen Raserei eines losgelasienen Journalismus' fehlt — selbstverständlich! — der Versuch nicht, zwischen das deutsche Volk und seine Führung einen Keil zu treiben. Rudolf Heß hat sich mit diesem Anschlag in seiner Rede auf dem „Gautag am Westwall" beschäftigt, an die Schalmeientöne von 1918
auf das modernste ausgerichtete vollkommen motorisierte Truppe geschaffen wurde, die jederzeit auch für die schwersten Aufgaben einsatzbereit ist. Der Führer bei der Lusiwaffe.
Besichtigung der neuesten Flugzeuge der Luftwaffe.
Berlin, 3. Juli. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber besichtigte am Montag in Gegenwart des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Generalfeldmarschall G ö r i n g die Lrprobungsstelle der Luftwaffe Rechlin. Der Generallustzeugmei- ster der Luftwaffe, Generalleutnant Ude t, unter- richtete den Führer über den neuesten Entwicklungs- und Erprobungsstand der deutschen Luftwaffentechnik. Zahlreiche neueste Flugzeuge wurden am Boden vorgesührt und zeigten ebenso in der Luft Spitzenleistungen an Schnelligkeit, technischer Leistungsfähigkeit und fliegerischem Schneid ihrer Ve- sahungen. Der Führer gab wiederholt seiner höchsten Bewunderung und Anerkennung über den hohen Leistungsstand der deutschen F l u g z e u g t e ch n i k und das fliegerische Können der deutschen Luftwaffe Ausdruck.
Seim Gsenbahn-Lehr- und Versuchsbaiaillon
Berlin, 4. Juli (DNB. Funkspruch.) Nach dem Diktat von Versailles wurden mit der Lust- und Panzerwaffe und der schweren Artillerie auch die Eisenbahn-Regimenter verboten. Mit diesem Verbot bewies die Entente, wie sehr sie vom Wert dieser Truppe überzeugt war, die die Ausgabe hat, die zerstörten Verkehrswege, Straßen- unb Eisenbahnbrücken wieder herzustellen und damit das gesamte Nachschub- und Transportwesen zu sichern Nachdem im November vergangenen Jahres die neu aufgestellten Eisenbahn-Kompanien und Bataillone zum Eisenbahn-Regiment Nr 6 8 zusammengefaßt worden waren und seitdem der weitere Ausbau der Eisenbahntruppe tatkräftig vorangetrieben wurde, fand am Montag auf dem Truppenübungsplatz des Eisenbahn-Lehr- und Versuchs-Bataillons in Fürstenwalde an der Spree zum erstenmal eine B e s ich 11 g u n g der neuerstandenen Truppe durch den Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst vonBrauch lisch statt.
Hervorragende Leistungen einer wiedererstandenen technischen Truppe.
Sie vermittelte ein eindrucksvolles Bild non der hervorragenden Ausbildung der Truppe, ganz gleich, ob es sich um den Bau einer leichten Straßenbrücke oder um die Wiederherstellung einer gesprengten Eisenbahnbrücke für schwerste Lasten handelte. Neben deutschem Material nahm man auch übernommene tschechische B e st ä n d e.
Eine andere Kompanie führte mit Exaktheit den ®au einer Feldbahn vor, deren Schienenstrang schon nach wenigen Minuten eine Länge von 100 Meter erreicht hatte. Auch die Besichtigung des großen Kraftwagenparks, der Lagerbestande und Werkzeuge vorn modernen Rammgerät bis zu den Elektromaschinen für Holz- und Eisenarbeit "und der Brückenbaumaterialien zeigte, daß es für die neuerstandene Truppe in der Praxis kein Hindernis gibt, das nicht zu überwältigen wäre. Alle Hebungen der Eisenbahn-Pioniere, die im Kriege dem Chef des Transportwesens unterstellt sind, bewiesen, daß in einer verhältnismäßig kurzen Aufbauzeit eine
Danzig stellt den Transfer für den Dienst von Ausländsanleihen ein.
Eine Folge der polnischen Wirtschaftspolitik und des Boykotts Danziger Waren
Eine Mmenüdnng der Heeresnachrichlentruppe


