Aus -er Wett des Ulms.
„Aufruhr in Damaskus/'
Gerhard dienert ist einer der Darsteller des Terra-Films „Aufruhr in Damasku s", der demnächst auch in Gießen gezeigt werden wird. — (Photo: Terra.)
Gute Zdeen.
Ein brennendes Film-Problem.
Das kluge Wort „Lehre ist trockenes Brot — aber Beispiel ist Muttermilch" sei hier befolgt. Stellen wir uns daher einen Tuchfabrikanten vor, dessen Geschäft blüht, weil er seine Groß-Abnehmer mit Tuchen beliefert, deren Muster von jedermann sehr begeht werden. Während nun eine Lieferung nach der anderen die Fabrik verläßt, zerbricht sich der Tuchfabrikant den Kopf darüber, woher er immer wieder neue Muster nehmen soll. Er selbst, der den allerbesten Blick für gute neue Muster besitzt, kann unmöglich die täglich zu Hunderten angebotenen Muster durchsehen, denn die Herstellung seiner Tuche nimmt ihn von morgens bis abends in Anspruch. Selbstverständlich hat der Tuchfabrikant Angestellte, die nach neuen Mustern ausschauen sollen. Allein diese Angestellten haben wegen vieler anderer Aufgaben auch nicht viel Zeit, nach neuen Mustern zu fahnden. Könnte der Fabrikant nicht einfach weitere „Muster-Sucher" einstellen? Er täte es gern. Aber gute Muster-Sucher sind selten. Nicht ohne Grund. Sobald sich nämlich ein Muster-Sucher bewährt hat, packt ihn der Ehrgeiz, und er strebt entweder danach, innerhalb des Betriebes einen höheren Posten bekommen, oder aher er macht ein eigenes Geschäft aus. Wer hätte nicht mit diesem Tuchfabrikanten Mitleid? Denn — beim Zeus! — er sitzt in einer argen Zwickmühle, weil er neuer Muster dringend bedarf, sie aber weder selbst noch durch seine Angestellten beschaffen kann!
In einer solchen Zwickmühle befindet sich heute auch der Film. Weder die maßgeblichen Leiter der Filmgesellschaften, die den besten Blick und Spürsinn für gute Ideen haben, noch die Filmdramaturgen (das sind die „Muster-Sucher") haben Zeit, aus der Fülle des täglichen Angebots die guten Filmideen herauszufinden, obwohl die Filmgesellschaften ihrer dringend bedürfen, um den Groß-Ab- nehmern (das sind die Kinobesitzer) laufend neue Filme zu liefern. Als Zeuge dafür, daß die Filmdramaturgen mit zuviel Filmüberwachungen belastet sind, als daß sie auf die Pirsch nach neuen, Original-Filmstoffen gehen könnten, wie auch dafür, daß ein Mangel an Film-Dramaturgen besteht, kann der neue Produktionsleiter der Tobis, Ewald von Demandowfky, angeführt werden, der vor kurzem — noch als Reichsfilmdramaturg — in einem sehr beachteten Aufsatz „Der Film von gestern und morgen" über diese als auch über viele andere „verzwickte" Fragen des Films geschrieben hüt.
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dem Schiller seine „Räuber" zugeschickt hatte, das Stück „brühwarm" dem Leiter des Mannheimer Nationaltheaters, Freiherrn von Dalberg, vorgelesen hätte. Wie, wenn Schiller sein Erstlingswerk dem Theater direkt zugeschickt hätte, wenn es dort von dem zuständigen Dramaturgen zwar registriert, aber wegen anderweitiger Ueberlastung nicht gelesen worden wäre? Oder wenn der Dramaturg das Genie Schillers nicht erspürt hätte, weil ihm weder der
Wie könnte nun die Zwickmühle des Films, was das Finden neuer Filmideen anbelangt, umgangen werden? Bei dem Tuchfabrikanten können wir keinen Rat holen. Er weiß selbst keinen Rat, Aber es gibt eine „Branche", die dem Film viel näher steht als die Tuchfabrikation: das Theater. Auch beim Theater laufen täglich Hunderte von Theaterstücken ein, die weder der Intendant noch der Theaterdramaturg prüfen kann. Das Theater kennt aber eine Zwischeninstanz zwischen dem Bühnenautor und dem Intendanten. Es ist der Bühne n o e r l eg e r. Er nimmt dem Theater ein gut Teil, oft die meiste Arbeit ab. Er kann dies, weil er fachlich geschult ist und einen vorzüglichen lieber« blick über die Bühnen hat.
Der Gedanke liegt deshalb nahe, eine solche Instanz, den Filmoerleger, auch zwischen den Filmautor und der Filmgesellschaft einzuschalten. Das Wort Instanz darf nicht schrecken. Am allgemeinen pflegen zwar Instanzen den Weg von unten nach oben zu verlängern. Beim Bühnenoerleger ist dies nicht der Fall. Vielmehr sind sehr viele dramatische Talente erst durch den Bühnenverleger auf den richtigen Weg geführt und dem Theater gewonnen worden. Dieselbe pflegliche Behandlung aufkeimender Begabung stünde dem Filmoerleger zu, sieht doch auch Ewald von Dernandowsky die Notwendigkeit, den jungen Filmautor zunächst einmal filmisch zu schulen.'
Jeder könnte die Frage einwerfen: Was geht uns Zeitungsleser die Zwickmühle des Film an? Das ist eine' interne Angelegenheit der Filmgesellschaften. Weit gefehlt! Im vergangenen Jahr füllten in Großdeutschland rund 500 Millionen Besucher die deutschen Lichtspielhäuser. Diese 500 Millionen Besucher, zu allermeist-deutsche Volksgenossen, haben ein Recht auf das Beste vom Besten! Nochmals ein Beispiel als „Muttermilch": Es ist durchaus denkbar, daß Schillers „Räuber" in den deutschen Thea- terarchioen verstaubt, d. h. niemals aufgeführt worden wären, wenn nicht der Mannheimer Buchhändler und Bühnenoerleger, der Hofkammerrat Schwan,
Blick Schwans noch Dalberas eigen war? Falsch das Wort, daß jedes Genie sich selbst Bahn bricht! Rudolf D i e s e l, der Erfinder des Dieselmotors, hat es einmal ausgesprochen: „Von 100 Genies gehen 99 unentdeckt zugrunde!"
Demnach: fünfhundert Millionen Besucher deutscher Lichtspielhäuser dürfen fordern, daß alle einlaufenden Filrnideen von den Allerbesten der Filmgesellschaften gesichtet und geprüft werden, damit kein „Schiller des Films", der uns so nottut, zugrunde geht. Wie diese schwierige Aufgabe zu bewältigen ist? Vielleicht hilft der kommende Filmoerleger den Filmgesellschaften aus der verzweifelten Zwickmühle des Films, indem er den maßgeblichen „Dalbergs" des Films die besten Filmideen ... brühwarm oorlieft? Dr. F. B.
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Theodor Fontanes „W Briest" im Mm.
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Fotos Gründgens-ProcL / Terra
Eine Szene aus dem Terra-Film „Der Schritt vom Wege", den Gustaf Gründgens nach Theodor Fontanes Meister-Roman „Effi B r i e st" «gedreht hat. Unser Bild zeigt Marianne Hoppe als Effi und Carl Ludwig Diehl als Inftetten. Der Film wird in den nächsten Tagen auch in Gießen laufen.
„Die Hochzeitsreise
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Angela Salloker und Matthias Wieman in dem neuen Ufa-Film „Die Hochzeitsreife".
(Scherl-Bilderdienft-M.)
Kartenspiel im Kulturfilm.
Die Erfinder des Kartenspiels sollen die Chinesen sein. Im 14. Jahrhundert wurde in Europa das Spiel mit bebilderten Karten eingeführt. Seitdem hat die Spielkarte eine vielfältige Wandlung durchmachen müssen. Das Prinzip der Spiele ändert sich indessen nicht, nur die Bilder der Karten wechselten je nach Geschmack und Laune Die Spielkarte war der Mode unterworfen. Besondere geschichtliche Ereignisse fanden in der Bebilderung des Kartenspiels ihren Niederschlag. Insofern bildet heute die alte Spielkarte ein für den Sammler überaus interessantes Kulturdokument.
Wenn wir das Spiel mit den bunten Karten auch von den Chinesen übernommen haben sollen, so ist der beliebte „Skat" doch ein urdeutsches Spiel. Mit ihm erfreuen sich „66", Romms und Bridge in Deutschland besonderer Beliebtheit. Es soll auch neben dem Spiel jene „Spielerei" nicht ohne Erwähnung bleiben, die wir als Kartenkunststück bezeichnen. Wir lachen, wenn Herrn Schulze ein ganzes Kartenspiel aus der Nase gezogen wird, oder Herr Müller aus 32 Blatt die „richtige" Karte zieht. Geschwindigkeit ist keine Hexerei, — aber Kartenkunststücke am Spieltisch sollte man sich entschieden verbitten.
Wenn unter dichten Tabakwolken drei oder vier Männer das bunte Spiel kräftig auf den Tisch hauen, kernige Randbemerkungen dazu machen und nach dem Spiel genau wissen, wie eigentlich hätte gespielt werden müssen, dann können mir davon überzeugt sein, daß es noch nie gemütlicher war, und vorläufig kein Ende dieser Stimmung abzusehen ist.
Nicht nur unsere wackeren Skatspieler und — nota bene ihre Hausehren — wird ein Kulturfilm „Spielkarten — Kartenspieler" interessieren, der unter der Produktionsleitung der Ufa vom Kulturfilminstitut hergestellt und von der Terra-Filmkunst herausgebracht wird, sondern über den diesem Thema nahestehenden Kreis hinaus dürfte sich ein breites Publikum finden, das hier mit Freude einmal die Entwicklung des Kartenspiels nach der kulturellen Seite hin aufgeblättert sieht. Da gibt es manche Ueberraschungen. Denn dieses volkstümlichste aller Spiele, das Spiel mit den Karten, ist durch die Jahrhunderte hindurch ein Spiegel der Geschehnisse gewesen, da die verschiedenen Epochen immer wieder auf den Kartenblättern das im Bilde festhielten, was ihr Dasein bewegte.
Sudermann, verfi'.mt.
Nach der „Heimat" die „Meise nach Tilsit".
In der Kälte des späten oftpreußischen Winters, in dem weltverlorenen Fischerdorf Pillkoppen am Kurischen Haff, hat Veit Harlan mit den Aufnahmen zu seinem neuen Film „Die Reise nach Tilsit" begonnen. Die Hauptrollen spielen Kristina Söderbaum, Anna Dam mann (aus dem Deutschen Theater in Berlin neu für die Kamera entdeckt) und Frits van Dangen.
Ursprünglich ist „Die Reise nach Tilsit" eine Novelle des ostpreußischen Dichters Hermann Sudermann. Sie gehört — wen nicht zeitlich, so doch geistig — zu dem Schaffensabschnitt, in dem er den „Tollen Professor" schrieb Der Film muß sich seine Stoffe — da er sie ja doch nicht Dialog um Dmlog Gesicht um Gesicht und Kapitel uni Kapitel übernehmen kann — nach anderen Blickpunkten aussuchen als nach denen der Literaturgeschichte Der Film übernimmt von der dichterischen Vorlage im allgemeinen nie mehr als das Gerüst, das Gerüst der Handlung und das Problem. Die „Reise nach Tilsit" ist dafür ein besonders anschauliches Beispiel. Von dieser Grundlage ging unser Gespräch mit Veit Harlan aus
Die Novelle schildert, wie eine fremde Frau in den Frieden einer dreiköpfigen Familie einbricht rote sie den Mann aus der Stille seines Dcyeins hervorlockt, wie sie ihn mit ihrer wilden Triebhaftigkeit ansteckt und wie er sich an sie verliert. Während einer Schiffskatastrophe auf dem Haff erreicht auch, denn Sudermann war Naturalist, die seelische Katastrophe ihren Höhepunkt Sudermann hat diese fremde Frau — primitives Gegenstück zu dem geistvollen „tollen Professor" — als eine besessene, im Grunde abstoßende Magd gezeichnet.
Später griff der Stummfilmregisseur Murn au diesen Stoff noch einmal auf Er drehte in Hollywood den Film „Sunrise“ („Sonnenaufgang"). Er war trotz seines verheißungsvollen Titels eine kalte und etwas grausame Paraphrase über das Thema der menschlichen Bösartigkeit. Murnau begnügte sich nicht mit Tilsit. 'Er baute Wolkenkratzer auf, vdn Hochbahnbrücken überzogene Straßenschluchten und blechglitzernde Lasterhöhlen. Er entdeckte für
diesen Film die Schauspielerin Janet Sopor. Und damit ging vermutlich der erste Vamp der Kinogeschichte über die Leinwand. Murnau hatte — den Wolkenkratzern entsprechend — die triebhafte Mckgd in ein ebenso kaltschnäuziges, wie elegantes Geschöpf aus der Gosse der Weltstadt umgewandelt. Es ist deutlich zu erkennen, was er an Sudermann geändert hat. Und es ist typisch für die Nachkriegszeit, in der dieser Film entstand
Harlan hat nun, in unserer Zeit, von Sudermann nicht mehr übernommen als den rein sachlichen Bericht: Eine Ehe droht einer zweiten Frau wegen in die Brüche zu gehen. Murnaus Wolkenkratzer sind wieder auf die in Tilsit üblichen zwei Stockwerke abgetragen. Harlan will auch die Echtheit des Milieus beibehalten. Nur die Schiffskatastrophe hat er gestrichen und hat sie in eine Schlittenfahrt über das zugefrorene Haff adgeänderl. Der Film hat sich seit Murnaus Zeiten so entwickelt, daß ein Schiffsuntergang auf der Leinc'wand nichts sonderlich Neues mehr ist. Zudem hat Harlan eine solche Szene gerade in seinem letzten Film („Das unsterbliche Herz") zu inszenieren gehabt. Das im allgemeinen unbekannte Erlebnis einer Schlittenreise in Ostpreußen bietet filmisch jüngere und stärkere Reize.
Entscheidend ist die Wandlung, die das Bild der fremden Frau — gegen Sudermann und auch gegen Murnau — bei Harlan erfahren hat In Harlans Fassung ist die Fremde — mit einem kleinen Schuß ins Ausländische — eine durchaus vollendete Dame. Sie ist charakterlich im Grunde der Ehefrau gleichwertig. Ihre Liebe ist von der Gewalt und Unfaßbarkeit eines Naturereignisses. Es ist nichts Schmutziges in ihr.
Um so schärfer wird das Problem Es wird einmal aus der naturalistischen Schicksalsergebenheit weggerückt. Und es wird anderseits auf den Nenner keiner anderen Tendenz gebracht. Es muß, sich in diesem Film fast alles aus der Intensität der schauspielerischen Leistung entwickeln. E^ müssen drei gleichwertige Kräfte miteinander ringen Harlan läßt den Film darin ausklingen, daß die Ehe der jungen Leute (Frits van Dangen und Kristina Söder bäum) sich nach dieser ungeheuren Krise um so fester fügt.
Damit ist Sudermann nicht weiter gedient: aber er wird in seinem Dichterhimmel lächelnd darauf verzichten Und der Stoff erhält den Sinn und den Ausklang, der dem Wesen unserer Zeit gemäß ist.
fb.
Das erste Km.
Eine Erinnerung zum Film-Bolkstag.
Wenn man die gewaltige Entwicklung des heutigen Filmwesens sieht, das einer der wichtigsten Kulturfaktoren geworden ist und mit Milliardenwerten rechnet, das Hunderttausenden von Menschen Beschäftigung gibt, so erscheint es kaum begreiflich, daß der Anfang erst 40 Jahre zurückliegt. Die ersten „Laufbilder" wurden zwar schon etwas früher gezeigt: Edison hatte 1693 sein „Kinetoskvp" konstruiert, und im Jahre 1895 meldeten die Brüder Lu miere am 13. Februar einen Apparat zum Patent an, der bewegliche Bilder aufnehmen, kopieren und vorführen konnte und mit dem sie im März darauf die „Uraufführung" ihres ersten Films veranstalteten, während bei uns Mar Hklada- n o w s k i) bereite 1892 ein Filmaufnahmegerät entwickelt hatte, mit dem er im November 1895 die erste „Wochenschau" im Berliner Wintergarten öffentlich vorfuhren konnte. Aber zunächst waren dies alles Vorführungen, die im Rahmen anderer Veranstaltungen gegeben wurden, das eigentliche Lichtspieltheater kam erst vier Jahre später in die Welt, um aus den bescheidensten Anfängen schnell zu seiner heutigen Bedeutung aufzusteigen.
Anfang der neunziger Jahre kam ein junger Mann namens Blackton, der aus Sheffield aus« gewandert war, und der einige Zeit als Zimmermann gearbeitet hatte, auf den Gedanken, sich journalistisch zu betätigen und erlangte eine Unterredung mit Edison, der ihm von seiner neuesten Erfindung erzählte. Er zeigte dem jungen Berichterstatter einen 50 Fuß langen Film, der den Titel ,,D e r schwarze Diamanten-Expreßzug" führte Es mar nicht viel mehr als das Bild eines Eisenbahnzuges, der sich bewegte. Aber diese neue Form der Vorführung machte auf den jungen Blackton einen unvergeßlichen Eindruck, und er hatte sofort die dunkle Ahnung, daß mit dieser neuen Erfindung ein Geschäft zu machen sein müsse. Blackton teilte seine Ahnungen einem Freunde namens A E. Smith mit, der sich als Taschenspieler sein Brot verdiente und mit den Wesen der herumziehenden Schaubudenleute vertraut war. Smith, der besonders gern elektrische Experimente vorführte, steuerte einiges Geld zu dem Unternehmen bei und brachte ein gewisses Verständnis dafür mit.
Mit einem Kapital von 600 Dollar tauften nun
die beiden eine Kinoausrüstung und zogen im Lands herum, um kurze Szenen im Film auf Jahrmärkten und Rummelplätzen vorzuführen. Zum ersten Male traten sie mit ihrem Kino, das als die Urform der Lichtspieltheater gelten kann, am 10. März 1899 vor das Publikum Obwohl die Unvollkommenheit der Instrumente und Materialien viele Unfälle und Schwierigkeiten bereitete, fanden sie doch vielen Beifall und natürlich auch Nachahmung. Ein Mann namens Rock machte ihnen mit einem „Biofkop- Apparat" scharfe Konkurrenz, so daß sie schließlich, um den lästigen Nebenbuhler zu beseitigen, sich mit ihm vereinigten
Rock, der 1914 mit einem Vermögen von zehn Millionen Dollar gestorben ist, gründete nun mit Blackton und Smith die „ V i t a g r a p h - Filmgesellschaft", die erste Filmgesellschaft, die die Welt gesehen. Man ging bald dazu über, nicht nur einfache ebenen vorzuführen, sondern kleine aufregende Dramen herauszubringen, und das erste Filmdrama, das sie zeigten, schilderte einen Mann, der in seinem Zimmer von einem Geist besucht wird untF dadurch in das größte Entsetzen gerät. Dieser erste Film, „Das Sputhaus ‘, wie er genannt wurde, war ein ungeheurer Erfolg und der Vorläufer einer großen Reihe solcher kurzen schauerlichen und spannenden Geschichten
Bald begnügten sich Smith und Blackton nicht mehr mit einaktigen Dramen, sondern es wurden lange Geschichten in mehreren Akten bargeftellt Die Schauspieler, zunächst von der Straße herbeigeholte Komödianten, deren Namen nicht einmal erhalte:: sind, traten mehr und mehr in den Vordergrund, und das Starsystem begann sich auszubilden. Eine Sensation der neuen Filmindustrie war im Jahre 1904 der Film „Das Leben von George Washington" dem ein nicht minder beliebter Fünfakter .Das Leben von Moses" folgte, dessen Ausführung eine volle halbe Stunde dauerte. Die Kinobesitzer, deren es damals schon eine ganze Menge gab, hielten den Film zwar für viel zu lang, aber man fand Gefallen daran.
Die Vitagraph-Gesellschaft brachte auch 1907 die ersten Starfilms, und zwar entstand diese Gattung durch den Einfall Blacktons, die Namen der Schauspieler auf der Leinwand groß anzuzeigen Nicht lange danach war die Filmgesellschaft von Smith und Blackton zu einem großen Unternehmen heran« gewachsen, das ein jährliches Budget von fünf Millionen Dollar hatte.


