Neujahrenacht auf dem Obersalzberg.
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Die Berchtesgadener Weihnachtsschützen veranstalteten in der Neujahrsnacht im dichten Schneegestöber zu Ehren des Führers wieder ihr traditionelles Böllerschießen auf dem Obersalzberg. Adolf Hitler drückte jedem zum Dank die Hand und wünschte ihnen ein gutes neues Jahr. — (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.)
zweiten Ausspähungsreise wieder die Reichsgrenze übertrat, gelang es der Wachsamkeit eines deutschen Grenzbeamten, ihn als Landesverräter zu entlarven.
Aus aller Wett.
Sühne für einen Raubmord: Ehepaar Schönewald hingerichtet.
'Berlin,3. San. (DNB.) Am 3. Januar 1939 sind der 31jährige Otto Schönewald und seine 28jah- rige Ehefrau Gerda Schönewald aus Köln hin g e • richtet worden, die am 24. Juni 1938 vom Schwurgericht in Köln wegen gemeinschaftlichen M or ö es in zwei Fällen und wegen schweren Raubes zum To^e und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden waren. Die Verurtellten haben am 2. November 1932 in Köln den Geldbrief, träger Körner, einen Familienvater von fünf Kindern, erschossen und beraubt. Wenige Minuten vorher hatten sie die 61 Jahre alte Zimmervexmiete- rin K o r t e, bei der sich der Ehemann zwecks Ausführung des Ueberfalles auf den Geldbrieftra^er kurz zuvor eingemietet hatte, durch einen Schuß m den Kopf ermordet, weil sie ihnen bei dem geplanten Raubmord im Wege stand.
Todesurteil im Mordprozeh Bondorf rechtskräftig.
Das Reichsgericht in Leipzig hat die von der 59 Jahre alten Johannette B o n d o r f aus Wiesbaden gegen das Urteil des Schwurgerichts Wiesbaden vom 25 Oktober 1938 eingelegte Revision als unbegründet verworfen. Nunmehr ist die Beschwerdeführerin wegen Mordes zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit rechtskräftig verurteilt. Die Angeklagte hatte am 29. Au^stst v. I. die 61jährige pensionierte Lehrerin Valeria Fischer, bei der sie in Untermiete wohnte, durch 17 Beilhiebe getötet. Als Grund für die Mordtat gab sie Verärgerung an. Die Ermordete wurde von zahlreichen Zeugen als eine gütige und kluge alte Dame geschildert. Das Gericht hielt die Angeklagte für eine mo- ralisch defekte, aber für ihre Tat voll verantwortliche Person, die sich schon seit Jahren in ihrer erbitterten Stimmung mit dem Gedanken der Ermordung ihrer Wirtin getragen hatte.
Katholischer Pfarrer als Sittlichkeitsverbrecher verurteilt.
Wie das Deutsche Nachrichtenbüro mitteilt, hat ein Schöifensenat des Landesgerichtes Wiener-Neustadt den Pfarrer von Weikersdorf Peter Lutz wegen Verbrechens der Verführung zur Unzucht zu sechs Monaten schweren Kerkers verurteilt. Lutz hatte sich an seine? 15jähriaen Hausgehilfin wiederholt in der gemeinsten Weise vergangen. Gegen den verbrecherischen Pfarrer läuft noch ein zweites Verfahren, da er Abonnementsgebühren für das Kirchenblatt und Gelder, die ihm zur Renovierung und Ausschmückung der Kirche zur Verfügung gestellt worden waren, in einer Gesamthöhe von 5000 bis 10 000 Schilling unters chlagen hat. Peter Lutz gibt diese Unterschlagungen zu und verantwortet sich damit, dlkß er durch ein von ihm im Eigenverlag herausgegebenes Buch „Das Ständebuch" in eine schwierige finanzielle Lage gebracht worden sei. Dieses Buch, das für das Schuschnigg- System werben sollte, sei von niemanden gelesen worden und habe einen großen Fehlbetrag ergeben.
Orkan über dem Schwarzen Itteer fordert zahlreiche Todesopfer.
Im Schwarzmeergebiet wütete ein Schnee- ortan, der die Schiffahrt schwer heimgesucht hat. Zehn türkische Dampfer, die in der offenen Reede des Kohlenhafens Eregli vor Anker lagen sowie zwei griechische Kohlendampfer strandeten. Der Dampfer ^.Millet" wurde mit solcher Wucht auf das Wrack eines früher gesunkenen Dampfers geworfen, daß er zerbrach und sofort u n t e r g i n g. Von der 24 Mann starken Besatzung konnten sich nur zwei Mann retten. Die Katastrophe wurde von zahlreichen Menschen beobachtet, ohne daß Hilfeleistung möalich gewesen wäre. Vier kleinere türkische Damp
fer sind abgetrieben worden. Von ihnen fehlt jede Nachricht, da sie keine Funkanlagen besitzen. Nach den noch unvollständig vorliegenden Meldungen sind über 100 Segelschiffe vom Sturm überrascht worden und gesunken oder an der Küste zerschellt. Man rechnet mit größeren Verlusten an Menschenleben. — Aus Anatolien werden zahlreiche Todesfälle durch Erfrieren gemeldet. Mehrere Häuser sind durch die Schneelasten eingedrückt worden und zusammengebrochen.
Der Tod in der Lawine.
lieber die Feiertage weilte die Jugendabteilung des Alpenvereinszweiges Lindau auf der 1100 Meter hoch gelegenen Ernst-Rieger-Hütte fh Montafon in Vorarlberg. Von dort aus unternahmen fünf Schiläufer einen Ausflug nach der Alp Nova. Im sog. Gatter wurden sie von einer verhältnismäßig kleinen Lawine jiberrascht, die alle fünf begrub. Zwei konnten sich' selbst aus den Schneemassen befreien, während die übrigen drei von der Rettungskolonne nur noch als Leichen geborgen werden konnten.
Bluffer und Kind erstickt.
Durch einen Unglücksfall, der wahrscheinlich durch Fahrlässigkeit verursacht wurde, haben zwei Menschen ihr Leben eingebüßt/ Die Feuerlöschpolizei in Wiesbaden fand in einem Hause die Wohnungsinhaberin mit ihrem vierjährigen Kind bewußtlos am Boden liegen. Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. Es wird angenommen, daß das Kind in feinem Bett mit Streichhölzern gespielt und die Matratze in Brand gesteckt hat. Die Mutter merkte die Gefahr nicht und fand so mit dem Kind den Erstickungstod.
Auch kleine wunden soll man beachten.
In der Ortschaft Seelbach (Kreis Siegen) hatte sich eine junge Frau beim Schneiden von Gemüse im Garten eine kleine Schnittwunde zugezogen, die sie aber nicht weiter beachtete. Es stellte sich eine Blutvergiftung ein. Man brachte die Frau in das Krankenhaus, wo sie trotz aller ärztlichen Bemühungen starb.
Vier Todesopfer eines Verkehrsunfalles.
Bei Linz stieß ein Triebwagen mit einer Motordraisine zusammen. Von den fünf Insassen der Motordraisine wurden vier getötet und einer lebensgefährlich verletzt.
Eine Familie durch Kohlenoxydgas vergiftet.
Von einem Unglücksfall wurde die Familie L ü k e in Saarbrücken betroffen. Das Ehepaar wurde in seiner Wohnung mit dem 12jährigen Sohn mit Vergiftungserscheinungen aufgefunden. Den Bemühün- gen eines Arztes gelang es nur, das Leben der Frau und des Sohnes zu erhalten, während bei dem Ehemann der Tod schon eingetreten war. Die Ermittlungen ergaben, daß der Unfall auf ausgeströmtes Kohlenöxydgas zurückzuführen ist.
Ein merkwürdiger Unfall.
Eine 70jähnge alleinstehende Witwe in Oberdiebach bei Bacharach wollte abends die Wasserleitung im Keller abstellen. Sie hob die zum Keller führende Falltür aus, bekam dabei das Uebergewicht und stürzte in die Oesfnung. Die enge Oefsnung ließ aber zum Glück nicht zu, daß die Frau durchfiel. Sie hing mit dem Kopf nach unten fest in der Oeffnung und mußte mehrere Stunden in dieser Lage zubringen, bis sie von einer heimkehrenden Familie befreit werden konnte.
40 Arbeiter gasvergiflet.
Als ein Omnibus, der täglich Grubenarbeiter von Bach (Oberwesterwald) nach dem Siegerland fährt, in Altenseelbach ankam, mußte man feststellen, daß die Insassen sämtlich eine Gasvergiftung davongetragen hatte, die auf vom Motor ausströmende Gase zurückzuführen ist. Vier Arbeiter mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Lebensgefahr besteht bei keinem der Erkrankten.
Zwei Todesopfer sträflichen Leichtsinns in der Silvesternacht.
In Oberhausen-Osterfeld ereignete sich am Silvesterabend ein Familiendrama. Mann, Frau und siebenjähriger Sohn waren unter dem brennen-1
den Weihnachtsbaum versammelt, um den Geburts» tag des Mannes zu feiern, der auf Silvester fiel. Da kam dem Mann der Gedanke, eine alte Flobert- büchse zum Neujahrsschießen zu benutzen. Er gab zunächst auf dem Hofe einige Probeschüsse ab. In der Wohnung lud er dann die Büchse wieder und legte in leichtsinnigem Scherz auf seine Frau an, die auf dem Sofa lag. Das Gewehr ging los, und die Kugel traf die Frau Im Krankenhaus ist sie bald darauf ihren schweren Verletzungen erlegen. Unter dem Eindruck der Nachricht erschoß sich der unglückliche Schütze vor den Augen seines Sohnes.
Die Autofalle der Reparaturwerkstatt.
Die beiden Besitzer einer Dülkanisierwerkstatt an der Chaussee Ostrowo—Kalifch in Westpolen waren nicht davor zurückgeschreckt, das Leben ihrer Mitmenschen aufs Spiel zu setzen, um ihre Einnahmen zu erhöhen. Sie hatten auf der Landstraße, die stark von Autos, und Autobussen befahren wird, Nägel, scharfkantige Glasfplitter und Eisenstäbe ausgestreut, um bei den vorbeifahrenden Autos Reisenschäden hervorzurufen, die nachher in ihrer Werkstatt ausgebessert werden mußten. Die gewissenlosen Geschäftsleute, die noch die Frechheit besaßen, gegen eine durch das Kreisgericht in Ostrowo über sie verhängte Gefängnisstrafe Berufung einzulegen, wurden durch das Posener Appellationsgericht zu je sieben Monaten schweren Kerkers verurteilt.
Wetterbericht
In einem Zwischenhoch setzte in der Nacht zum Mittwoch verbreitete Aufheiterung ein, die mit starker Abkühlung und leichten bis mäßigen Strahlungsfrösten verbunden war. Inzwischen ist dieser Wirbel nach Südengland vorgestoßen und wird im Laufe des Mittwoch seinen Einfluß auf unser Wetter aufnehmen und verstärkte Unbeständigkeit, aber auch einen Temperaturanstieg bringen. Anschließend ist bei den nach Norden drehenden Winden neue Abkühlung wahrscheinlich.
Vorhersage für Donnerstag: Nach wieder bewölktem Wetter mit schauerartigen Niederschlägen bei nach Nord drehenden Winden neue Abkühlung.
Vorhersage für Freitag: Unbeständiges und kälteres Wetter.
Lufttemperaturen am 3. Januar: mittags 1,8 Grad Celsius, abends 1,3 Grad; am 4. Januar: morgens 0,2 Grad. Maximum 2 Grad, Minimum heute nacht 0,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Januar: abends —0,2 Grad; am 4. Januar: morgens'0 Grad.
Wintersport-Wetterbericht.
Vogelsberg, Herchenhainer Höhe und Hohe- rodskopf: Sportmöglichkeiten gut.
Rhön, Wasserkuppe: Nebel, —5 Grad, Gesamtschneehöhe 36 cm, Neuschnee 1 cm, Schneebeschaffenheit: verweht; Schi und Rodel gut.
Sauerland, Winterberg: Schneefall, —2 Grad, Gesamtschneehöhe 40 cm, Neuschnee 15 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut.
Schwarzwald. Feldberg: Heiter, —6 Grad, Gcsamtschneehöhe 80 cm, Neuschnee 5 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel gut.
Hauptschrlstleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange.. Stellvertreter des Hauptschriftlelters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil:ErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 38: 10718. Druck und Verlag: Brühlsche Umversitätsdruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.
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