ltt. 251 Zweites Blatt
Dienstag, 3. Oktober 1939
Gießener Anzeiger tSeneral-Anzetger für Oberhessen)
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(Genaue Anschrift des Bestellers)
Für den Ausflugsverkehr gesperrt.
„flüssige Obst", besonders zu schätzen. Schon viele
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llhöre: Richard Doeck, TanMtung: Thea Maaß. noch bekannt gegeben.
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(Feldpostanschrist genau angebm) Oie Dezugsrechnung zahlt:
rnteM nge. 1 d Most- ch. Sie: Gummi l. Wein- >rm und iißmost, 00 Liter i.,Korke ebör k Irog^y
Die Post weist darauf hin, daß die Einlieferung von Feld Postsendungen, die mehr als 250 Gramm wiegen, vorerst zwecklos ist. Die Sendungen müssen den Absendern zurückgegeben werden, weil ihre Beförderung zur Zeit noch nicht möglich ist. Die Behandlung solcher Sendungen Hemmt stark den Dienst der ohnedies stark belasteten Postsammelstellen. Der Zeitpunkt, von dem ab schwerere Feldpostsendungen eingeliefert werden können, wird
abgeliefert.
Der Apfelsaft, der in Tausenden von Litern im Laufe eines Jahres aus den Gießener Obstsaftkeltereien hervorgeht, ist ein Getränk geworden, das heute kaum mehr zu missen ist. Der Wert liegt dabei nicht nur in der erfrischenden Wirkung, vielmehr ist der Apfelsaft auch ein Nahrungsmittel, das die reichen Schätze der diesjährigen Obsternte auf günstigste Weise verwertet.
Der Inhalt der Feldpostbriefsendungen bis 250 Gramm besteht vielfach aus verderblichen Gegenständen, z. B. frischen Früchten (Weintrauben, Pflaumen, Birnen, Tomaten usw.), oder auch aus feuchtem Obstkuchen, was zur Folge hat, daß die Briefe sich schon bald nach Beginn der Beförderung auflösen. Auch Streichhölzer sind in diesen Sendungen öfter enti)alten. Wenn auch die Absender bei 'Versendung von Früchten usw. sich von dem GefühK leiten lassen, ihren Angehörigen jm Felde eine Freude zu machen, so verkennen sie doch dabei, daß die Sendungen während der Beförderung Mit anderen in Beuteln zusammengepackt werden müssen, wodurch die Früchte usw. verderben. Abgesehen davon, daß der Empfänger von der Sendung, wenn sie ihn überhaupt erreicht, keinen Nutzen hat, tritt noch der weitere Nachteil ein, daß durch die zerdrückten Früchte andere Sendungen durchnäßt werden. Bei Streichhölzern bedenken die Msender nicht, daß Streichhölzer in Postsendungen überhaupt nicht verschickt werden dürfen, da sie sich entzünden und dadurch unter Umständen größeren Schaden verursachen können. Der Absender macht sich g. F. nicht nur ersatzpflichtig, sondern auch strafbar. Die Deutsche Reichspost richtet daher an alle Absender von Feldpostbriefen die dringende Bitte, leicht verderbliche Gegenstände, insbesondere Früchte, ferner Streichhölzer und andere leicht entzündliche Gegenstände nicht zu senden._____________
schau, Schleiden, Pruem, Bitburg, Trier-Land und Saarburg gesperrt ist. Insbesondere ist der Besuch von Truppenformationen, die in diesen Kreisen liegen, durch Angehörige verboten. Personen von auswärts, die trotz dieses Verbotes versuchen, in die genannten Kreise einzureisen, werden unnach- sichtlich zurückgewiesea. Lediglich der normale Reise- und Geschäftsverkehr ist erlaubt. Es wird aber darauf hingewiesen, daß einreisende Personen jederzeit sich durch einen amtlichen Lichtbild ausweis über ihre Person auszuweisen haben.
NSG. Der Chef der Zivilverwaltung in Bad Godesberg gibt bekannt, daß der Ausflugsverkehr
Das Obstjahr 1939 bringt in unserer engeren Heimat eine gute Mittelernte an Aepfeln, Birnen und Zwetschen. Nach dem außerordentlich obstarmen Vorjahre kommt uns der reichliche Segen an diesen Früchten in diesem Jahre besonders zu Nutzen. Neben einer ausreichenden Versorgung der Haushaltungen mit Obst bleibt eine reichliche Menge für die gewerbliche Verwendung in den Keltereien, Marmelade- und Konservenfabriken übrig. Auch die Herstellung von Apfelsaft wird in diesem Jahre in umfangreichem Maße möglich sein und damit für den Konsum ein erfrischendes Getränk in reichem Maße bereitstellen.
Wir haben dieser Tage eine Apfelsaftkelterei in Gießen besucht, in der aus Aepfeln das fo genormte „Flüssige Obst" bereitet wird. Die Obstsaftkelterei geschieht in Gießen in mehreren Betrieben, zum Teil auf eigene Rechnung, zum Teil aber auch in der Form der Lohnmosterei, d. h. im letzteren Falle, jeder Gartenbesitzer fährt mit seinem Wagen bei der Lohnmosterei vor, bringt möglichst noch Flaschen für den Saft mit, überläßt alles weitere dem Mostereibetrieb und holt — gegen Entrichtung eines bestimmten Entgeltes (dessen Höhe reichseinheitlich festgelegt ist) — nach acht Tagen seinen Most ab. Diele Gartenbesitzer aus Gießen und Umgegend machen von dieser Möglichkeit, sich ein herrliches Getränk zu verschaffen, Gebrauch. Dabei Hai sich schon ein geschickter Modus eingebürgert. In vielen Orten kommen die Bauern überein, daß an dem und jenem Tage der eine oder der andere Bauer anspannt, bei verschiedenen Hösen vorfährt, die Apfelsäcke auflädt und sie in die Mosterei bringt, um nach der ausgemachten Zeit den fertigen Saft wieder abzuholen.'
Den Most kann man auf verschiedene Weise haben: gewissermaßen ganz naturell, d. h. trübe,
?n in jeder Menschenbrust lebt.
Dornotizen.
Tageskalender für Dienstag.
Tz
DtrSelöponoerfanö des Gießener Wioets hält die ersehnte Derbinduna unserer Soldaten und unserer Arbeitsmänner mit ihrer oberhessischen Heimat täglich aufrecht! — Senden Sie an uns die Anschrift Ihres Familienangehörigen oder Ihres Freundes ein; alles übrige wird von hier aus pünktlich erledigt.
An den
Betrag des Siebener Anzeigers. Sieben
Versenden Sie den Gießener Anzeiger zum Bezugspreis von RM. 1.80 für den Monat unter folgender Anschrift:
Die Gießener Universitätskliniken stehen zur Verfügung.
Don der Pressestelle b-er Ludwig s - Universität Gießen wird uns mitgeteilt:
Trotz Errichtung des Reserve-Lazaretts II innerhalb der Univerfitäts-Kliniken bleiben für die fachärztliche Versorgung noch ausreichende Betten zur stationären Behandlung der Zivilbevölkerung Gießens und Umgebung zur Verfügung. Ebenso stehen bie Polikliniken für die ratsuchende kranke Bevölkerung im gewohnten Umfange mit fachärztlichen Kräften bereit.
Oie Regelung der Gierversorgung.
Auf den Abschnitt L 48 der Lebensmittelkarte wird, wie das Landesernährungsamt mitteilt, fuv die laufende Woche ein Ei je Versorgungsberechtigtem abgegeben. Der Abschnitt L 48 wird vom Eierhändler abgeschnitten. Gleichzeitig wird auf der Rückseite des Stammabschnitts der Lebensmittelkarte durch Firmenaufdruck oder Aufschrift die Abgabe des Abschnitts bestätigt. Damit bindet sich der Vorsorgungsberechtigte bis auf weiteres an seinen Eierlieferanten. Im Interesse einer reibungslosen Weiterbelieferung der Lieferanten mit Eiern wird die Bevölkerung dringend gebeten, in den Geschäften Eier zu kaufen, aus denen sie diese bisher bezogen hat.
Heber 5500 BOM -MSdel in der Erntehilfe.
NSG. Nach den letzten Wochenmeldungen der Untergaue beläuft sich die Gesamtzahl der zur Zeit im Gau Hessen-Nassau für die Erntehilfcaktion der Partei eingesetzten BDM.-Angehörigen des Obergaues 13 auf 5501. Darunter sind allein 1202 Frankfurterinnen, die in Oberhessen, der Wetterau, dem Kreis Wetzlar, in Taunus, Rheinhessen und Westerwald beim Bauern arbeiten. Die meisten Mädel sind für längere Zeit aufs Land gegangen. So führt der Untergau Wiesbaden dreiwöchige Lager durch. Wie von allen Meldestellen berichtet wird, gingen die Anmeldungen so zahlreich ein, daß beim Änlaufen der Aktion verschiedene Einsatztermine festgelegt werden mußten.
1*011 der Feldpost.
9.30^1 Mittel
Aus Aepfeln wird „flüssiges Obst
Besuch in einer Gießener Apfelsastkelterei.
Präsidenten des Kathetenquadrats wählen, und statt irgendwelcher Kanäle würde uns wenige Wochen später der vollkommene Pythagoras vom Himmel leuchten. Dann würden auch wir unsererseits das Kathetenquadrat ergänzen und dann endlich wüßten wir voneinander, daß es uns gibt.
Was immer auch einer sich ausdenken könnte, den Marsbewohnern ein Zeichen zu geben, ich glaube nicht, daß jemand eine einfachere und zwingendere Idee haben könnte, als Professor Littrow aus Wien sie hatte. Das heißt man, der Natur einen mathematischen Handstreich spielen. Aber leider, die einfachen und zwingenden Ideen fallen den Menschen nur selten ein, und wenn sie ihnen einfallen, lassen sie hundert Jahre darüber vergehen, ehe sie sie ausführen. Wer vielleicht lassen die Marsmenschen, weil sie dreihundert Jahre alt wer- den, über einer guten Idee fünfhundert verstreichen, ehe sie sie ausführen. So bleibt der Menschheit bis zum wahren Marsgeplauder noch ein, zwei Säkula Zeit. Bis dahin heißt's halt von der Stange plaudern — zitzerlweis.
1 Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Die Freier". — Sloria-Palast (Seltersweg): „Roman eines Arztes". - Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „In letzter Mimte". — Wirtschafts gruppe Gaststätten- und Be- , erbergung&gemerbe: 15 Uhr Saalbau, Liebigstraße, ^reisversammlung.
„Die Freier", Erstaufführung im Stadttheater.
Am heutigen Dienstag, 3. Oktober, kommt im ötadttheater Gießen das romantische Lustspiel „Die {freier" von Joseph von Eichendorff zur Auffüh- iung. Dieses erfolgreiche Bühnenwerk tritt damit erstmalig vor das Gießener Publikum. Die Spielleitung hat Hans Geißler. Die Musik stellte Richard Ortung hat Hans Geißler. Die Musik stellt Richard tzoeck, der neue Kapellmeister, zusammen. Die Vorstellung findet gleichzeitig als Erstvorstellung der -ienstag-Mete statt.
3m Zeichen des Mars.
Von Peter Bamm.
(Nachdruck verboten.)
Der Chronist hat von je den geneigten Leser pfleglich behandelt. Aber wenn er in diesen belli- bfen Zeiten die Feder ergreift, kommt ihm aus, daß der geneigte Leser unterdessen ein Sold ar geworden sein könnte oder gar ein Held. Für Helden p schreiben ist keine leichte Ausgabe. Immerhin erinnert sich der Chronist aus der Ä^t, da er selber roch ein Held war, was für eine wahrhaft nützliche Sache eine Zeitung war.
Mit einer Zeitung konnte man Feuer machen, euch wenn das Brennholz noch so naß war. Itcan- d*er brillante literarische Einfall hat schon einem Soldaten die Hände gewärmt. Aber noch besser liefen sich die Füße damit warmhalten. Wenn man zwischen Socke und Sohle eine Lage Zeitungs- ppier einschob und sich solchermaßen durch die Neuesten Nachrichten von Mutter Erde isolierte, finnte man auf den kältesten Steinplatten stun- tertlang stehen, ohne kalte Füße zu bekommen. Kalte Füße sind für einen Helden ebenso unange- rchm wie für jeden gewöhnlichen Menschen. Doch und) damit ist die kriegerische Leistungsfähigkeit der Leitung noch nicht erschöpft. Es gibt noch eine Möglichkeit, die Zeitung zu verwenden, die von ollen Soldaten aufs höchste geschätzt wird. Und d it, wenn er sie zitzerlweis verwenden kann. un her endlich tritt auch die Möglichkeit aus, daß die Rettung gelesen wird. Wenn der Soldat fneo- lch wie ein Huhn — auf der Stange hockt, so r?mmt er gerne teil an den literarischen Möglich- k iten, die die Heimat hervorbringt. Natürlich gibt l be zitzerlweise Verwendung auch der Literatur de
Charakter des Fragmentarischen. Für den Chron - fsn aber ergibt sich daraus die neuartige uno shwierige Ausgabe, auch in vier gleiche Teile zer- rsien noch lesbar zu sein. Nirgends sonst werden s° viele Autoren in der Luft zerrssen, als da, wo br Soldat friedlich, menschlich, der Hieras des langes entrückt und Mit sich selbst beschäftigt f •
Hinblick auf diese seine militärische Zwang tage versucht der Autor, fein möglichstes zu tun.
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Der erste, dessen wir gedenken müssen ist der ^ars. Das liegt insofern nahe, als der Mars un fit Jahrzehnten Nicht so nahe gestanden Hatz Fr l'ch hat auch diese Annäherung immer noch nicht M Klärung der Frage geführt, ob der Mars nun k-wohnt ist oder Nicht. Wenn man es annchmen sollte, so träte alsbald der Wunsch m Erscheinung, ten fernen Bewohnern dieses Sterns ein 3ei(b d-i geben, auf das sie antworten konnten, ine parstanäle, die man solange mit soviel Auftne IcmHett beobachtet hat, können auch Naturevschei
nungen sein. Aber wenn die Marskanäle nun auch einmal eine sinnvolle Figur zeigten, würde dann Nicht die Frage geklärt sein?
Wenn die Marsbewohner hervorragend gute Fernrohre hätten, dann könnten sie zur Zeit auf ihrem Nachbarstern, der Erde, sehr merkwürdige Erscheinungen wahrnehmen. Sie würden nämlich feststellen müssen, daß dasjenige Stück Land,, das wir Europa nennen, eine Veränderung durchgemacht hat. Während es bisher nachts ziemlich gleichmäßig erhellt war, liegen jetzt große Gebiete iw Dunkel. Nun stelle man sich einen Marsgelehrten vor, der diese Erscheinungen beobachtet hat und nun eine Erklärung dafür geben soll, und man wird erkennen, welche Schwierigkeiten die Aufstellung wissenschaftlicher Hypothesen bietet. Was für ein Genie wäre der Mann, der aus feiner Phantasie heraus die richtige Erklärung für diese Erscheinung fände. Aber man sieht auch, wie furchtbar Hypothesen sein können, wenn sie richtig sind. Unversehens nämlich würde unser Marsgenie auch noch <zu einer ganz brauchbaren politischen Karte Europas gekommen sein. Aber natürlich wurde der geniale Einfall unseres Marsgelehrten von allen Marsfachmännern für vollkommen verrückt erklärt werden, bis der gelehrte Mann in feinem hohen 2fiter — Marsmenschen werden dreihundert Jahre alt — glänzend gerechtfertigt werden wurde durch den Einfall eines Wiener Gelehrten. Dieser Einfall ist jetzt hundert Jahre alt» und wir haben alfo noch einmal gut hundert Jahre Zeit, ihn auszufuhren.
Dieser Wiener Gelehrte, ein Astronom namens Littrow, hatte sich vorgenommen, die Fachgenossen vom Ma'rs auf eine Methode, sich bemerkbar zu machen, hinzuweisen, die die Möglichkeit, daß es sich bei den gegebenen Zeichen uni Naturerscheinungen handeln könne, ausschlosse. Damals wurde Diel ber Gedanke diskutiert, etwas Mittelmeer in die Sahara fließen zu lassen, eine Sache, die unterdessen als durchführbar berechnet worden ist. Ab unser Wiener Freuub der °n fernen Murs. kolleqen dachte, überlegte sich, daß auch diese Sache dem Mann im Mars nichts nutzen wurde Denn er würde seine Gegner, die dieses gewaltige technische Werk für eine Naturerfchemung erklären würden, nicht widerlegen können.
So kam er auf folgenden wahrhaft wunderbaren Gedanken. Er schlug vor, man solle m der Wüste Sahara in einer Größe, die für gute Fernrohre vom Mars aus erkennbar fein mußte, die Figur des pythagoräischen Lehrsatzes in Licht darstellen unter Weglassung des Quadrats über der kleinen Kathete.
Man stelle sich die Freude des greisen Marsgeheimrats vor, der schon Anno 39 die Verdunklungs- Äinunaen in Europa richtig deutete, wenn eines Taaes di/Marsjournale die Nachricht brächten von dem Aufleuchten des unvollkommenen Pythagoras in der Wüste. Alsbald würbe man chn zum Ehren-
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n alter Pracht.
Wie schnell vergehen die Rosen in den heißen Sommertagen! Arn Morgen sind es noch Knospen, tm Abend fallen schon die Blütenblätter ab. Die ätzten Herbstrosen aber sind gehärtet durch die Uhlen Nächte, sie bleiben lange in der Knospe und trfreuen uns noch für Wochen mit ihren herrlichen Blüten und ihrem Wohlgeruch. Es ist, als ob sie sie Schönheit des Sommers in sich aufgesogen tätten.
Diese letzten Rosen bringen uns die schönsten Er- nnerungen und zeigen mit ihren Blüten zugleich inüber, nach dem kommenden Frühling. Sie sind in Sinnbild des Abschieds, aber auch Träger einer reuen Hoffnung, die gerade in diesen ernsten Zei-
Zeitschriften.
— Jm Septemberheft der vielbeachteten Zeitschrift „Aus der Natur" (Der Naturforscher) des Verlags Hugo Bermühler, Berlin-Lichterfelde, berichten in zwei Aufsätzen über die biologischen Forschungen von zwei deutschen Gelehrten, deren Ergebnisse den Menschen selbst und damit seine Weltanschauung angehen: Prof. Gustav Brandes (Dresden) stellt auf Grund seiner langjährigen Beobachtungen Vergleiche zwischen Mensch und Drang an. Den wesentlichen Inhalt des Buches „Die Seele" des deutschen Chirurgen Prof. Aua. Bier (Berlin) gibt Dr. Richard Rein in seinem Berichte „Philosophie und Medizin" wieder. Forschungen zweier deutscher Zoologen führen uns in die Tierwelt fremder Länder: Professor Dr. A. Jacobi (Dresden) erzählt Merkwürdiges vom Seeotter des Nordpazifik, und Professor Dr. W. Goetsch (Breslau) schildert feine Untersuchungen über die „Gründung oon Termiten-Staaten". Die Botaniker Dr. H. Iven und Dr. W. Lindenbein (Bonn) haben die Verbänderung beim Roten Fingerhut beobachtet. Der Astronom Prof. Dr. I. Plaßmann (Münster in Westfalen) weist auf die Veränderlichkeit des Sterntages hin. Divl.-Jng. Dr. W. Flemming (Düsseldorf) führt an drei Beispielen aus deutschen Betrieben Errungenschaften der neuzeitlichen Eisen- hüttentechnik vor Augen. Studienrat Hennig (Berlin) macht in seiner Anregung zur Naturbeobachtung im Pilzmonat September auf die Bedeutung des Geruches zur Bestimmung von Pilzen aufmerksam. Die kleinen Beiträge aus allen naturwissenschaftlichen Gebieten, die Forschungsergebnisse, die Bücherschau und die Preisfrage beschließen das Septemberheft.
Mittwoch, 4. Oktober, Anfang 19.30 Uhr, Ende Hegen 22.15 Uhr: „Agnes Bernauer", Schauspiel ton Friedrich Hebbel. 1. Vorstellung der Mittwoch- Wete.
Freitag, 6. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Hr: „Bezauberndes Fräulein", Operette von Ralph Benatzky. Spielleitung: Harry Grüneke. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt.
Sonntag, 8. Oktober, Anfang 19 Uhr, Ende 21,45 Uhr: 'Neueinstudierung „Der Zigeunerbaron , Operette von Johann Strauß. Spielleitung: Harry ikünete. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt.
Presse in Bewegung gesetzt wurde, beginnt der Saft zu fließen, goldgelb und duftend, gehaltvoll und süß und sofort zu genießen. Da aber der Saft haftbar und auf Flaschen gezogen werden muß, wird er in einer besonderen Glocke sterilisiert und damit für die Aufbewahrung geeignet gemacht. Je nachdem der Besteller es haben will, kann er den Saft naturell ________o a._. ............. , . .
verlangen, oder aber auch filtern lassen. Dann wird i ,n hi? Kreise Kleve, Geldern, Kempen, Krefeld, Er- umnittelbar auf Flaschen abgezogen, verkorkt, der kelenz, Geilenkirchen, Heinberg, Aachen-Land, Mon- Kork noch mit einem Schutzmittel überzogen und — f*n.t snntpm sRilfrura Trier-Land unt
aber auch in jenem hellen und klaren Glanz, wie , er sich ergibt, wenn der Saft durch ein besonderes r^Kilter getrieben wird und dabei, ohne jegliche
„Schönung" durch chemische Mittel, leuchtend in die Flaschen fließt. Der Bauer weiß das Getränk, das
Chopin und die deutsche Musik.
In einer Untersuchung „Vom deutschen Geist in der polnischen Musik" im Septemberheft der Zeitschrift „Die Musi k" streift Kurt Hennemeyer auch das Verhältnis Chopins zur deutschen Musik: „Es hieße in die Fehler des blinden polnischen Chauvinismus verfallen, wollten wir die nationalpolnischen Elemente übersehen ober verkennen, die in der neueren polnischen Musik zur Entfaltung kamen. So wird Frederico Chopin, der seine stärksten künstlerischen und schöpferischen Anregungen aus den Nationa-lmelodien seiner polnischen Heimat empfing, stets als einer der meniaen großen Repräsentanten echter nationalpolnischer Musik in Deutschland angesprochen werden. Es ist aber vielleicht für viele Polen selbst nicht uninteressant zu erfahren, wie innig sich auch ihr großer Sohn Chopin mit dem deutschen Geist verbunden fühlle und welch gewaltige Impulse er neben der Stimme seiner völkischen Seele der deutschen Schöpferkraft verdankte. Mit rührender Liebe hing Chopin an feinem Lehrer Elsner. Dieser Liebe entsprossen vielleicht bereits jene reizenden, völlig deutschen Variationen über b e n „Schweizerbube n" („Variations ... sur un air allemand“). Es handelt sich bei den Kompositionen, die wahrscheinlich aus dem Jahre 1824 stammen, um eines der frühesten Werke des damals noch gänzlich unter deutschem Einfluß stehenden angehenden, jungen Meisters. Aber auch in den späteren Jahren wird die innere Verbundenheit Chopins mit dem mufi- kantischem Geiste des Deutschtums immer wieder offenbar. Einer der besten Kenner des Chopinschen Kunstwerkes und zugleich einer der tiefgründigsten und sachlichsten Musikkritiker aller Zeiten, Robert Schumann, hat diese Bindungen häufig aufgezeigt und u. a. darauf hingewiesen, daß Beethoven seinen (Chopins) Geist in Kühnheit, Schubert sein Herz in Zartheit und Field feine Hand in Fertigkeit" bildeten ... Auch Frederick Nieck, der zum Engländer gewordene Düsseldorfer Musiker, weist in seiner Chopin-Biographie „Frederic Chopin as a man and musican“ auf die inneren Beziehungen zum Deutschtum hin und betont, daß „M ozart und Bach die Götter Chopins" gewesen seien. Wie eng diese geistigen Beziehungen zwischen Chopin und diesen beiden Großmeistern der deut- schen Musik, vielleicht der deutschesten aller deutschen Musiker, gewesen sind, hat Chopin selbst mehr- ach erkennen lassen. Es geht aus jenem aufschluß- reichen Brief hervor, den Robert Schumann am 31. Januar 1840 von Leipzig an Dr. Keferstein schrieb und in dem es u. a. heißt: .....Wenn Cho
pin sich auf einen öffentlichen Vortrag vorzubereiten hatte, spielte er niemals das Stück, das er vorzutragen gedachte, sondern Bach, — und seiner Schülerin Me. Dubois empfahl er, „de toujours travailler Bach“.
bäuerliche Familien sind dazu übergegangen, für die heißen Erntetage solchen Obstsaft mit ins Feld zu nehmen, weil er eine ausgezeichnete Erfrischung ist.
Es ist interessant, einmal zuzusehen, wie sich die Aepfel in flüssiges Obst verwandeln. Einige maschinelle Einrichtungen sind dazu notwendig. Dor allem werden die Aepfel, um von vornherein reinen Saft zu sichern, gründlich gewaschen und mit modernen Anlagen sogar gebürstet. Dann werden die Früchte einer Maschine überantwortet, in der sie durch Stifte, die auf einer rasch routierenben Platte aufgebracht sind, in viele kleine Teile zerrissen werden. Eine solche Maschine vermag in einer Stunde bis zu 40 Zentner Aepfel aufzulösen und in eine lockere, flockige, saftige Masse zu verwandeln. Diese Masse wird in Tücher aus italienischem Langhanf eingelegt, auf glattbehobelte Bretterroste aus schmalen Latten aufgelegt und mehrere solcher Maischelagen aufeinandergeb'racht. Diese Lagen werden auf einem besonderen Schlitten unter eine hydraulische Presse aefahren, die zunächst mit dem Druck der Wasserleitung, dann aber zur stärkeren Druckausübung mit Motor betrieben wird. Und schon kurz nachdem die
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Aus der Stadl Gießen.
Oie letzten Rosen.
Die letzten kalten Nächte haben in vielen Gärten Der Sommerherrlichkeit ein Ende gemacht. Dahlien unb andere Blumen sind erfroren. Traurig lassen sie hre Blätter hängen. Sie sind schwarz und werden oohl bald abfallen. Mit leiser Wehmut im Herzen Dolen wir die noch gut erhaltenen Blüten. Morgens liegen Wiesen und Aecker schon weiß vom Reif vor uns. Der Winter sendet seine Vorboten.
Auf dem Rosenbeet aber stehen noch einige schöne Nosenknospen. Sie haben der Kälte getrotzt. Vor- jjchtig schneiden' wir sie ab und stellen sie in unser Zimmer, in dem schon seit einigen Tagen der Ösen äne wohlige Wärme ausstrahlt. Die letzten Rosen!
In der Wärme entfalten sie sich schnell und senden (inen köstlichen Duft aus. Das ganze Zimmer ist erfüllt davon. Nun grüßen sie uns als Zeichen des vergangenen Sommers, sind uns eine Erinnerung m sonnige Tage. Sie täuschen'uns noch eine Som- nerherrlichkeit vor, lassen uns für Augenblicke vergessen, daß die kalten Tage kommen. Ihre Blätter nd noch dunkelgrün und glänzend, von keinem Jn- rkt benagt, fest und straff. Die Farben der Blüten ber, das dunkle Rot und das goldne Gelb, leuchten
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