Ausgabe 
3.7.1939
 
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Montag,3.ZUIN9ZY

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Hr.152 Zweites Blatt

fügung ju stellen.

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Am Samstag gegen 14.45 Uhr ereignete sich im Bahnhof Butzbach ein Eisenbahnunglück, dem lei­der ein Menschenleben zum Opfer fiel und das auch erheblichen Sachschaden zur Folge hatte. Von einem Güterzug, der gegen 14.45 Uhr den Bahnhof Butz­bach passierte, sprang ein Wagen aus dem Gleis und stü-rzte um. Dadurch wurden drei weitere Wagen des Zuges ebenfalls zum Ent- gleifen gebracht, die auch umstürzten und mit ihrer Ladung einen wüsten Trümmerhaufen bildeten. Die Ladung der Wagen wurde zum Teil auf den Bahn­körper geschleudert. Ein Schaffner des Zug - b e g l e i t p e r s o n a l s, der aus Dillenburg stammt, wurde bei dem Umstürzen der Wagen so schwer ver­letzt, daß leider der Tod des bedauernswerten Mannes alsbald eintrat.

schon bald nach dem Unglücksfall zu langen Aufent­halten der gerade in den Nachnlittagsstunden zahl­reich fälligen Züge. Einige Züge wurden von Gießen aus über jungen-Friedberg in Richtung Frankfurt umgeleitet. Die übrigen Züge _ erlitten große Verspätung, insbesondere die Züge in Rich­tung Kassel, wobei auch D- und Ellzüge in Betracht kamen.

Die Ermittlungen über die Ursache des Unglucks­falles sind noch nicht abgeschlossen. Wahrscheinlich wurde der Unfall dadurch verursacht, daß sich au einem Güterwagen die Ladung während der Fahrt seitwärts verschoben hatte.

Monatsappell der alten Artilleristen.

Eisenbahnunglück im Bahnhof Buhbach

Ein Toter. - Vier Güterwagen zertrümmert. - Längere Betriebsstörung.

Kreises Gießen im Druck begriffen ist. Ge­druckt werden demnächst die Arbeiten über die Melsunger Aemter, die Grafschaft Henneberg, sowie über die Straßen und den Verkehr in O b e r h e s s e n. Die Untersuchungen der Kreise Rotenburg und Alsfeld, der Fürstentümer Waldeck und Nassau-Dillenburg und des Fürstbistums Fulda. Im Manuskript fertig oder noch in Arbeit sind die Monographien über die Kreise Marburg und Wetz­lar, die Grafschaft^Diez, den Kreis Hofgeismar mit dem Reinhardswald, die Aemter Schotten, Nidda, die Grafschaften Solms-Braunfels und Hanau mit dem Fiskus Frankfurt, die Herrschaften Riedesel-Schlitz, die Territorien der Wetterau und des westlichen Westerwaldes.

Bezüglich der geschichtlichen Fluraufnahme der Provinz Hessen-Nassau sind Katasterkarten auf Meß­tischblättern von 42 Gemarkungen mit 3271 Flur­namen gezeichnet. Die Flurnamensamm­lung macht weitere gute Fortschritte, ebenso die dem Atlas angeglicderte neue kultur­landschaftliche Abteilung. Dr. Görich fetzte seine Untersuchung karolingischer Straßen­kastelle planmäßig fopt, auch die Arbeit am Hessischen Münzwerk" wurde gefördert. Mit einem Neudruck des Hessischen Klosterbuches wurde begonnen. In Aussicht genommen wurde die Herausgabe vonQuellen zur Geschichte der Aus­wanderung aus Hessen-Nassau".

Zum Schluß der Tagung gab der seitherige Vor­sitzende Professor Stengel sein Amt an Professor Mayer, der den stellvertretenden Vorsitzenden, Staatsarchivdirektor Dr. D a u p e l begrüßte und die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen Staatsarchiv und der Universität hervorhob. Er dankte dem scheidenden Vorsitzenden weiter im Auf­trage des Landeshauptmannes für seine langjährige verdienstvolle Arbeit.

Marburger Festspiele.

Don Gil mit den grünen Hosen."

Unter den deutschen Freilichtbühnen, deren Zahl noch ständig im Wachsen begriffen ist, nimmt Die Marburger eine besondere Stellung ein und erfüllt eine nur ihr zukommende Sonderausgabe. Mag in einigen begünstigten Fällen historisch gewordener Raum als' Traditionsträger den Hintergrund für das Bühnengeschehen abgeben (Heidelberg, Frank­furt), mag an anderen Stellen das Dolksspiel aus der geschichtlichen Vergangenheit des Ortes und oft gar des Bühnenplatzes herauswachsen, hier in Mar­burg wird die Brücke geschlagen zwischen den Ge­gebenheiten der Natur und dem bedingenden dar­stellenden Willen. In die Landschaft mit den Rahmenbogen hineingestellt, die den Blick aus den Himmel und den Schloßhintergrund richten, wird auf dem Schloßparkspielplatz ebenso das Gefühl der Verbundenheit mit der umgebenden Natur gesichert, wie anderseits bewußte Straffheit, die vor dem romantischen Sich-Derlieren im Raum schützt, den Geist in bestimmte Bahnen lenkt. Damit ist hier jener Sonderfall gegeben, der frei vom Kulissen- staub das Spiel aus der Enge des Raumes in die freie Atmosphäre versetzt. Die szenischen Möglich­keiten können ungehindert sich dem Willen des Werkes angleichen, und so ist die Spielleitung in der Auswahl des Gebotenen an keine einschränken-

Dornotizen.

Tageskalender für Montag.

Gloriapalast (Seltersweg):Die Heilige und ihr Narr."

USD., Ortsgruppe Gießen-Tlord.

In der Zeit vom Dienstag, 4., bis Donnerstag, 6. d. M. wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen- Nord die Pfundsammlung für den Monat Juli 1939 durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, an Stelle der Pfundpäckchen Geld zu geben.

71SD., Ortsgruppe Gießen-Ost.

In der Zeit vom 3. bis 6. d. M. wird im Bereiche unsere Ortsgruppe die Sammlung zum Lebens­mittel-Opferring durch die NS.-Frauenschaft durch­geführt. Die Volksgenossen werden gebeten, wäh­rend der Sommermonate ihre Geldspenden der NSV. zum Zwecke der Volksgesundheit zur Ver­fügung zu stellen.

7!SV., Ortsgruppe Gießen-Süd.

Von Montag, 3. Juli, bis Mittwoch, 5. Juli, findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd die Lebens­mittel-Opferringsammlung für den Monat Juli durch die NS.'-Frauenschaft statt. Die Einwohner­schaft der Ortsgruppe wird gebeten, für Lebens­mittel einen entsprechenden Geldbetrag zur Der-

örtert wurden.

Der für den Sommer vorgesehene Ausflug an diü Lahnquelle wurde zu Gunsten eines Familirnaus« fluges zu Kamerad von Speicher, Gießen-Wieieck, zurückgestellt. In Verbindung mit dem Familienfest soll die Ueberreichung der neuen, vom NS.-Reichs- kriegerbund verliehenen Fahne und die Auszeich­nung einer größeren Anzahl verdienter Kameraden vorgenommen werden.

Wichtig für Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen.

NSG. Nach dem Gesetz über die Krankenpflege vom 28. September 1938 ist die Ausübung des Pflegeberufes ab Oktober 1939 nur noch zulässig, wenn Der Pfleger bzw. die Pflegerin im Besitz der staatlichen Anerkennung ist. Wir weisen darauf hin. daß alle Pfleger und Pflegerinnen, hierunter fallen auch die Betriebssanitäter, die noch nicht im Besitze der staatlichen Anerkennung sind, umgehend Antrag auf staatliche Anerkennung bei der nächsten Dienst­stelle der Deutschen Arbeitsfront, Fachabteilung Gesundheit", stellen müssen.

traulichen Makatesel überhaupt nicht: später aber wurde es so zahm, daß es dem Esel im Freien auf Schritt und Tritt folgte, selbst ruhig an Herden von wilden Zebras vorbei, die es lebhaft anwieher- ten. Jungaufgezogene Schakale vertrugen sich gut mit zahmen Hunden und Hundsaffen, kehrten aber nie wieder zu ihren früheren wilden Genossen zu­rück, sondern fuhren wütend auf sie los und schlugen sie in die Flucht. Die zahmen Hunde wur­den von Wildhunden sehr feindselig behandelt und verfolgt. Er hatte auch einen gezähmten Hunds­affen, und als er diesen eines Tages mit sich nahm, begegnete er einer Herde wilder Hundsaffen. Der gezähmte setzte auch zusammen mit den Doggen, die dabei waren, den Affen nach, aber er kam schneller, als er fortgelaufen war mit allen Zeichen des Schreckens wieder zu seinem Herrn zurückgesprun- gen und klammerte sich so sest an seinen Hals, daß dieser Atembeschwerden bekam. Offensichtlich hatten ihn seine Kameraden sehr, feindlich behandelt. Von da an ging der zahme Affe den wilden immer in weitem Bogen aus dem Wege.

Dieses feindselige Verhalten wilder und gezähm­ter Tiere zueinander läßt sich daraus erklären, daß die wilden Tiere, die ihre Artgenossen bis in alle Einzelheiten genau kennen, schon durch kleinste Ab­weichungen, wie sie im gezähmten Zustand leicht entstehen, abgeschreckt und mißtrauisch gemacht wer­den. Das gezähmte Tier merkt sofort bei der ersten Begegnung, daß es den wilden Verwandten Abnei­gung einflößt und flieht entsetzt. Nähert sich aber ein Wildling dem zahmen Tier in der Nähe seiner Behausung,' so wittert das gezähmte sofort einen Angriff auf sein Besitztum; es glaubt sich durch den Neuankömmling in seinen Rechten bedroht. Das zeigt sich auch bei den wilden Hunden in Arabien, die dem Zeltlager der Beduinen meilenweit folgen. Jeder Hund ist' soweit gezähmt, daß er die Küchen« abfälle eines bestimmten Zeltes für sich beansprucht, und er verteidigt dieses Besitztum gegen jeden an­deren Hund. Das zahme Tier sieht tn seinem Herrn den Spender des Futters und will daher nicht dulden, daß ein anderes Tier ihm diesen Nahrungsgeber abspenstig macht. Deshalb begegnet es dem wilden Tier, in dem es einen Nebenbuhler wittert, mit Feindseligkeit.

Hochschulnachrichten.

Dozent Dr. Heinrich Springmeyer wurde zum Professor für Philosophie an der Universität Halle ernannt, unter gleichzeitiger Berufung zum Direktor des dortigen Philosophischen Seminars und des Pädagagijchkk SLNUML

Oberheffen im Ächte geschichtlicher Forschung

Iahrestagung der Historischen Kommission für Heffen und Waldeck.

Dona Clara. Besorgte Daterwürde erfüllte S e p p l Litsch als Don Pedro. In Eifersucht erglühte Gert Fröbe als Don Mendo. Den Dien-errollen als Trä­ger Der Intrige fällt in Dem Spiel gewichtiger An­teil zu In situatiansgewachsener Verschlagenheit und trefflicher Charakterisierungskunst wetteiferten Helmut Pein als Lombardo und Martin H e l d als Tristan und Sprecher des Epilogs.

Das Ganze vollzog sich unter der Spielleitung von Dr. Fritz Budde in aufgelockerter Gelöstheit, m Beschwingtheit und situationsbedingter Akzentuie­rung, oft die vielen Einzelpersonen organisch ein- fügenD, als ein Sommerabendspiel, das dem Hörer Entspannung, Anregung und geistige Erholung gab. Die von Franz Mertz geschaffenen malerischen Bühnenbilder betonten stilvoll Die Lokalfarbe. Die Milieukraft fand durch die Tanzgruppe Gunther Heß bewegtes Ausschwingen, die Sphäre des Spiels durch tänzerischen Eingang und Ausklang unter­streichend. Die Aufführung folgte einer deutschen Nachdichtung von Hans Schlegel, dessen Bearbeitun­gen spanischer Bühnenwerke auch in Gießen beson­dere Pflege erfahren haben. Der Eröffnungsabend wurde so zum vielverheißenden Auftakt des Kom­menden. Dr. Hermann Hering.

Am Samstagabend hielt die Artilleristenkamerad­schaft 1895 Gießen ihren üblichen Monatsappell im KameradschaftsheimHessischer Hof" ab. Kamerad- schaftsführer Müller machte zunächst Mitteilun- aen über eine kürzlich statgehabte Besprechung der Kameradschaftsführer unter Leitung des Kreiskrie­gerführers Dr. M o n n a r d und gab sodann eine Anzahl Befehle des Kreiskriegerführers bekannt. U. a. ist als besonders bedeutsam zu erwähnen, daß die Artilleristenkameradschaft nunmehr auch Die für Die NS. - Kriegskameradschaften vorgeschriebene Fahne erhalten wird, daneben aber ihre bisherige Fahne als Traditionsfahne beibehält. Ferner wurde Die große Wichtigkeit des regelmäßigen Schieß- dienstes betont. Der Sozialwart Kamerad Dolk- m an n hielt anschließend einen kurzen Vortrag über die Fürsorgeeinrichtungen und das Unterstützungs­wesen im NS.-Reichskriegerbund, wobei er beson- 1 ders auf Die Erholungsheime unD die Waisenhäuser

hinwies. Der Schießwart Kamerad Röder machtö die Kameraden mit den Einzelheiten der Schießvar­schriften näher bekannt und teilte dabei mit, daß der seit kurzer Zeit wieder aufgenommene Schieß­betrieb eifrig im Gange ist und künftighin noch wei­ter ausgebaut werden soll. Im weiteren Verlaufe! des Appells wurden noch verschiedene geplante Ver­anstaltungen besprochen; für Juli ober August ist ein Gartenfest vorgesehen, für Mitte September eine Kameradschaftsfahrt in den Taunus. Nach Erledi­gung der dienstlichen Angelegenheiten verblieben dis Kameraden noch längere Zeit in gewohnter kame­radschaftlicher Geselligkeit beieinander.

Monatsappell der alten Kavalleristen.

Die Kameradschaft ehemaliger Kavalleristen hielt am Samstag imBayerischen Hof" ihren Monais- appell ab, bei dem Kameradschaftsführer Ernst Hartmann den Kameraden Zugführer H e d - r i ch, einem ehemaligen 13er Husaren, zum 60. und Gastwirt Ludwig Ger lach, Rodheim a. d. B., einem ehemaligen 14er Dragoner aus Colmar, zum 75. Geburtstag die besten Glückwünsche übermitteln kannte. Kamerad ©er lad), der seit einer langens Reihe van Jahren der Kavallerie-Kameradschaft an« gehört und dem anläßlich seines 70. Geburtstages bereits ein Bild des Generalfeldmarschalls von Mackensen überreicht worden war, wurde jetzt mit der Ehrennadel des NS.-Reichskriegerbundcs rüc 25jährige treue Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Kameradschaftsführer Hartmann berichtetS bann über Das jüngste Kreiswettschießen, an dem die Kameradschaft sehr zahlreich beteiligt war und gute Erfolge erzielen konnte. Weiterhin gäb ev einen Bericht von einer Tagung der Kreis-Fecht« warte. Der Fechtwart der Kameradschaft, Kamerad' Valentin, berichtete über die Aufgaben deS Fechtwartes, der Sozialwart, Kamerad Georg Strauß, über die für zwei Kameraden ein­geleitete Hilfe. Das Schießwesen soll nach den Er« fahrungen des letzten Wettkampfes ausgebaut und alle Kameraden dazu herangezogen werden. Kame­radschaftsführer Hartmann berichtete weite« über eine Besprechung mit dem Kreiskriegersührer, bei dem die neuen Richtlinien für die Ausgestaltung des Dienstes innerhalb der Kameradschaften, die soldatisch einheitlich ausgerichtet werden sollen, er­

den Grenzen gebunden.

Gar manches, was im Rampenlicht des geschlos­senen Theaters vor dem Zusck>auer noch zu bestehen vermag und ihn vielleicht blendet, muß hier in Der freien Luft verblassen. Die Umgebung Der Natur, Die Weite Des inneren unD äußeren Blickes lassen hier nur Das Echte, Wahre gelten. In Der EinDringlichkeit Der WieDergabe kann sich Die Marburger Bühne im Vorteil wissen. Die Zusam­menhänge Des Geschehens treten unmittelbar hervor Durch ein pausenloses Vorüberziehen Der HanDlung, die je nach Dem Maße Der Bedeutsamkeit die ein­zelnen Szenen in den Bereich der drei symbol­haften gotischen Bogen einordnet. Haupt- und Nebenhandlung, entscheidende Aktion und Episode werden sinnfällig je nach ihrem Anteil am Ganzen durch die örtliche Zuweisung des Spielplatzes.

Die Weite des für die Handlung verfügbaren Entwicklungsraumes läßt ebenso die Entfaltung einer großen Spielerschar zu, wie sich in dem Ab­geschlossenen des Fürsichseins der Reiz des Intimen verinnerlicht und den Blick auf sich lenkt. Im Nah­men solcher Bedingtheit entwickelte sich in Marburg ein eigener, dem Baum solgenher LarMung?stil,

der Gebärde und Bewegung mit dem Wort zu an- ' schaulicher Kraft bindet, der die Tiefe der Szene : und ihre Rhythmische Aufteilung durch Die Bogen im Tänzerischen sich ausstrahlen läßt.

Nach einer vornehmlichen Shakespeare-Pflege der vergangenen Jahre bezieht Der Spiel plan der Mar­burger Freilichtbühne Diesmal auch das spanische Lustspiel in seinen Bereich. Grillparzers Ausspruch: Dem Deutschen ist die Poesie ein Haus, in Dem er wohnen möchte, dem Spanier ein Garten, in dem er sich ergeht", kennzeichnet treffend den Charakter der spanischen Bühnendichtung. Ohne Beschwerthett durch eine bindende Leitidee hat der Spanier Freude an verwicklungsreiä)em Ablauf des Spieles, oft gar mit unerwarteter Lösung Der geknüpften Faden. Die Liebe als treibendes Motiv tritt weniger in ihrer sittlich veredelnden Kraft hervor; stets schwingt das sinnliche Moment merkbar mit. .

Ti r jo De Molina (Pseudonym für Gabriel Tellez), Der übrigens vermutlich auch als der erste dramatische Bearbeiter derDon-Iuan"-Sage gilt (15711648), zuletzt als Klosterprior m Soria), will mit seinemDon Gil in den grünen 5) o U n" in der Buntheit 5er Bilder, in der be­absichtigten Zufälligkeit Der Verwicklungen der Freude am Spiel Dienen und in ihr die Erfüllung finden. Maskierung und Vertauschung, verlorene Briefe, Die an den unrechten Empfänger gelangen, ja, vermeintliche Gespenster geben Dem Geschehen überraschende Wendungen. Jedes Mittel, die Hand­lung vorwärts zu treiben erscheint unbekümmert gerechtfertigt, selbst Geburt und Tod werden ihres tragischen Akzentes entkleidet; ja manches mochte in Der Lockerung Der Anordnung und Abfolge an Das Marionettenhafte, an Das Stegreifspiel erinnern. Am Rande dieses oft gar bunten Wirbelns im Geschehen fällt manche treffende witzig-geistreiche Wendung mit schärfster Pointierung.

Don Gil, ein junges Mädchen, das in der Ver­kleidung mit grünen Hofen eine anderweitige Ver­bindung ihres Verlobten vereiteln will, wird durch ihre zweifache Erscheinungsform als Mann und Mädchen Ausgang und Mittelpunkt des Geschehens Lila Dietrich war in dieser Doppelrolle voll prickelnder Keckheit Des Kavaliers wie von Teil­nahme geroinnenDer fraulicher Anmut, als Dona Elvira bzw. Dona Juana, stets in ihrer Zentralen Stellung die Fäden in Der Hand haltend. Die Un- besorgtheit der spielerischen Tendenz im Werke laßt es allein begreiflich erscheinen, daß Don Martin (Hans C o s s y) trotz seines Wankelmutes in der Liebe von Don Juana zum Gatten erwählt wird. Als eine in Gebärde und Haltung typische Spa­nierin zeigte sick) Brigitte Blell als Dona

Grete B ist er .war eme empfinDlame

Unter Vorsitz von Professor Dr. Stengel, jetzt Präsident des Reichsinstitutes für ältere deutsche Geschichtskunde in Berlin, trat Die Historische Kom­mission für Hessen und Waldeck im Senatssaal der Philippsuniverfität Marburg zu ihrer 4 2. Jah­restagung zusammen. Ein einleitender Vortrag von Archiorat Dr. Uhlborn überDie We11erau und das Reich" ließ die territoriale Entwicklung dieses wichtigen Durchgangslandes zwischen dem Süden und Norden klar erkennen.

Aus demBericht des Vorsitzenden über Die wissen­schaftlichen Unternehmungen Der Kommission ist hervorzuheben, daß im letzten Jahre keine Ver­öffentlichungen erschienen sind. Eine ganze Reihe von geschichts-wissenschaftlichen Arbeiten steht jebod) vor dem Abschluß. Erwähnt seien hier dieRechts- quellen der Stadt Fulda", der zweite Band des Urkundenbuchs der Stadt Wetzlar", DieLebensbilder aus Kurhessen und Waldeck", das Fuldaer Urkundenbuch und Der Dritte Band der Klosterarchive". In Bearbeitung befinden sich die Rechtsguellen der Stadt Korbach, Eschwege und Allendorf-Sooden. DieQuellen zur kurmainzischen Verwaltungsgeschichte" harren eines neuen, abschlie­ßenden Bearbeiters. Was denGeschichtlichen Atlas von Hessen und Nassau anbetrifft, so hat Professor Stengel Das von ihm zur För­derung des Atlas gegründete Institut für geschicht­liche Landeskunde feinem Amtsnachfolger Professor Mayer übergeben. Gemeinsam mit diesem wird Professor Stengel aber auch in Zukunft Heraus­geber des Atlas und Der Schriften Des Jnftittits bleiben.

Neu erschienen sind die Arbeiten . übprDie Reichsabtei Hersfeld",Das Fürstentum Nassau- Siegen", während Die Ausgabe DerTerritorial- geschichte des Oberlahnkreises (Weilburg)" bevor- steht und dieTerritorialgeschichte des

Oie Zahmen und die Wilden.

Es findet sich nur selten Gelegenheit, Begeg­nungen zwischen wilden und gezähmten Tieren in der freien Natur zu beobachten, so daß die Frage, wie sich die beiden im Umgang miteinander ver­halten, noch nicht oft behandelt worden ist. Unter den Erlebnissen, Die Rückschlüsse zulassen, ist Die Erfahrung eines Deutschen in Guinea bemerkens­wert, Der einen gefangenen Papagei und einen zahmen weißen Kakadu besaß. Er nahm beide häufig bei seinen Streifereien im Buschwald nut und konnte immer wieder feststellen, wie sehr sich die zahmen Vögel vor dem Zusammentreffen mit ihren wilden Artgenossen sträubten. Einmal kamen zehn bis zwölf wilde Kakadus mit lautem Geschrei auf den zahmen zugeslagen, der in feiner Angst alles zum Besten gab, was er zu sprechen gelernt hatte Das aber mißfiel den wilden Kakadus so sehr, daß sie mit drohendem Gekrächz dem zahmen Artgenossen immer näher rückten und ihn angriffen; sie hätten ihn gewiß getötet, wenn ihm nicht fern Herr mit einem Schreckschuß zu Hilfe gekommen (Ein guter Beobachter in Ostafrika berichtet über Das Zusammentreffen von Zebra, Schakal, Wild- hund und Affen mit gezähmten Verwandten. Gin von ihm gefangenes Zebra beachtete eim ZU-

** Beförderungen bei Dem Kultur- fcauamt Oberheffen Gießen. Zu Obersekre­tären befördert wurden Die technischen Sekretäre Jo­sef Jakob und Georg H e ß (Leihgestern) beim Kulturbauamt Oberhessen in Gießen.

** Ehern. Res.-Inf. - Regt. 221 Der TraditionsverbanD veranstaltet am 12./13. August in Darmstadt eine Wiedersehensfeier, verbunden mit der Uebergabe der Erinnerungspflege an das Il./Jnf.-Regt. 115. Das Regiment wurde vor 25 Jahren 'im August 1914 aus den Ersatzbataillo­nen der Regimenter 115 in Darmstadt, 118 in Worms und 168 in Offenbach a. M. zusammen- gestellt. Im Laufe der Kriegsjahre empfing Das Regiment auch Ersatz u. a. aus Hessen-Nassau. Rheinland-Westfalen und den Hansestädten Das Regiment war in den vier Kriegsjahren an allen Fronten eingesetzt, in Flandern, Polen, Karpathen,

Aus der Stadt Gießen.

Professor Or. Seifer nach Hatte berufen

Der Ordinarius für Hygiene an der Universität Gießen Professor Dr. med. Adolf Seiser wurde tn gleicher Diensteigenschoft zum 1. Oktober an die Universität Halle a. ö. S. berufen und zum Direktor des Dortigen Hygienischen Instituts ernannt. Pro­fessor Dr. ©eiter wurde 1927 zum Dozent für Hygiene und Bakteriologie in Halle und 1929 zum Dozent in München ernannt, wo er 1933 eine Er­nennung zum außerordentlichen Professor erhielt. 1935 wurde er als Ordinarius und Direktor Des Hygienischen Instituts her Universität Gießen be­rufen. Seit 1. April 1938 steht er als Nachfolger des früheren Rektors Professor Dr. B a a D e r als Rek­tor an Der Spitze Der Universität Gießen.

Abgelehnter 2RuL

Der Inhaber des Lehrstuhls für Dermatologie und Direktor der Hautklinik Der Universität Gießen Pro­fessor Dr. med. Schultze hat einen Ruf auf den Lehrstuhl für Dermatologie unD Leiter der Haut­klinik an der Universität Würzburg abgelehnt.

Ernennungen bei der Gendarmerie.

Durch Verfügung Des Reichsftattfjalters in Hessen wurde her Gen da rmerievbermeister Gunkel- m a n n von Oppenheim als Führer der Gendarme­rie-Inspektion Gießen nach Gießen versetzt. Gen­darmerieobermeister Schumacher in Gießen wurde nad) Bingen zur Führung der Gendarmerie- Inspektion Bingen versetzt. Beide Versetzungen er­folgten mit sofortiger Wirkung.

Gendarmerieobermeister Schumacher kam vor 1V2 Jahren von Bingerbrück nach Gießen. Hier hat er sich im Verlaufe seines nur IV-jährigen Wirkens durch seine hervorragenden Eigenschaften als Beam­ter und als Mensch nicht nur hohe Wertschätzung bei seinen Vorgesetzten und Berusskameraden, sondern auch in weiten Bevölkerungskreisen in Stadt und Land erworben. Man sieht daher den vortrefflichen Beamten nur mit Bedauern von hier schieden.

Durch die Entgleisung Der vier Güterwagen wur­den beide Hauptgleise der MainWeser-Strecke mit Wagentrümmern zugedeckt, Daß Der Verkehr in Richtung ButzbachGießen bzw. ButzbachFrank- jurt a.M. gesperrt war. Ein sofort von Gießen herbeibeorderter Gerätezug traf in kurzer Zeit ein, so Daß mit Den Aufräumungsarbeiten schnell begon­nen werden konnte. Ebenso.wurde ein Gerätezug aus Friedberg innerhalb kurzer Zeit für den glei­chen Zweck eingesetzt. Der eifrigen Arbeit aller Män­ner gelang es, ein Hauptgleis nach etwa zwei Stunden für Den Fährverkehr wieder frei zu machen, so daß Der Zugverkehr gegen 17 Uhr zunächst ein­gleisig wieder ausgenommen werden konnte. Nach weiteren zwei Stunden, etwa gegen 19 Uhr, war auch Das zweite Hauptgleis wieder frei. Sodann wurden die Jnstandsetzungsarbeiten und Die wei­tere Aufräumung sofort in Angriff genommen. ------

Im Bahnhof Gießen kam es natürlich < ders auf Die Erholungshe