im Zacken beS Westwalls. Wie gut dieser Panzer ist, den Deutschland sich im Westen zugclcgt hat, da» wissen nicht zuletzt viele von Euch aus eigener 9lnschauung, die Ihr an diesem gigantischen Werk gearbeitet habt. Mit Euch haben gearbeitet Hunderttausende aus allen Gauen Deutschlands. Sie haben zu Hause berichtet von dem, was hier im Westen entstanden ist. Und jeder, der mit eigenen Augen diese Betonbunker, diese Tankklaucn und Fanggräben gescheit hat, jeder, der in dem größten Festungswerk, "das es jemals in der Welt gab, selbst stand, der weiß: hier kommt keiner durch. Sic können tun, was sic wollen, sic kommen nicht durch. Und das wissen ebenso ausländische Offiziere, das wissen fremde Festungsbauer, das wissen fremde Journalisten. Das wissen die Politiker der ausländischen Mächte. Und sic wissen cs nicht nur, sie haben es auch schon offen zugegeben. Ja sie mußten erkennen:
Deutschland hat auf dem Gebiet des Festungs- baues dicLPitzccr reicht. Wie könnte cs auch anders fein. Ist doch der Führer selbst der Vater dieses Werkes. Ob eS sich um die Festungen unseres Volles handelt, um Werke der Kultur unseres Voltes, nm die Einigkeit nnd den Geist unseres Volkes: was vom Führer ist, wird durch nichts in der Welt / überboten.
Der Westwall Adolf Hitlers ist nicht eine Festungslinie schlechthin. Dieser Grenzpanzer ist ein breiter Festungsraum, ausgefüllt mit hintereinander-
Oer Gtapellauf
Bremen, 2. Juli. (DNB.) In Anwesenheit des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine Großadmiral Dr. h. c. Racder lief am Samstag um 14.47 Uhr auf der Werft A. G. Weser sDcschimag) der schwere Kreuzer „Lützow" glücklich vom Stapel. Die Taufrede hielt Admiral z. V. Prcntzcl. Den Taufakt vollzog die Witlvc des Kriegskommandanten des Schlachtkreuzers „Lützow", Frau Fanny Harder. Auf dem Wcrftgcländc der Dcschimag hatten sich die Teilnehmer des Stapellaufs viele Stunden vor dem Beginn des festlichen Aktes cingefunden. Den Kameradschaften des ehemaligen Schlachtkreuzers „Lützow" und der Abordnung des Freikorps „Lützow" sowie den mit Sondcrzügen eingetroffcnen KdF.-Tcilnehmern waren Ehrenplätze Vorbehalten. Etwa zwei Stunden vor dem Taufakt ging ein schweres Gewitter nieder, so daß sich der Stapellauf unter Donner und Blitz und strömendem Regen vollzog.
Admiral z. B. P r e n tz e l sagte in seiner Tauf- redc: Ein neuer, schlanker Kreuzer steht vor uns, bereit, seinem Element übergeben zu werden. Erdacht und entworfen von erfahrenen, klugen Konstrukteuren und Fachleuten, zusammengefügt von fleißigen, geschickten Arbeiterhänden dieser Werft, soll er heute den Namen erhalten, den er in der Reihe der Schiffe der Kriegsmarine künftig führen wird. Als schwerer Kreuzer gehört er zu der Klasse, in der die Namen Seydlitz, Blücher, Prinz Eugen und Admiral Hipper sowohl ay große Heerführer der deutschen Geschichte, wie
liegenden, n sich tief gestaffelten Verteidigung?- zoncn, übcrsät von einem sinnvollen Gewirr unzerstörbarer Einzelwcrke. Jeder Frontsoldat, der einst auch nur mit einem einzelnen Bunker Bekanntschaft machte, weiß, was das bedeutet! Diese breite Festuugszone unterscheidet sich von einer Festungslinie wie die in die Tiefe gestaffelten Formationen modernen Taktik heutiger Infanterie sich unterscheidet von der Schützenlinie von einst.
Und weil man draußen weiß, was der Westwall bedeutet, weil man weiß, daß jeder Soldat die Heber» zcugung hat, ein Anrennen gegen diesen Bcton- panzcr ist gleichbedeutend mit einem Anrennen gegen den Tod, deshalb versucht man neuerdings die Völker zu belügen über die Stärke dieses Werkes. Ihr wißt, daß man dabei die naive Behauptung ausgestellt hat, die Bunker seien wertlos, weil sie „durch die Wasser des Rheins überschwemmt würden". Da können wir nur sagen: Was man wünscht, das glaubt man gern. Mögen sie es nur glauben, mögen die anderen nur versuchen, den Gedanken eines Angriffes auf unseren Westwall ihren Soldaten durch Märchen etwas schmackhafter zu machen: um so furchtbarer würde einst das Erwachen sein. Um so furchtbarer mürbe das Erwachen sein, wenn statt, daß das Wasser in die Bunker hineinläuft, Maschinengewehr- und Gcschütztfeuer nach allen Seiten herausspritzt. Um so furchtbarer würde das Erwachen sein, wenn sich erweist, daß die Hebcrzeu- gung des Soldaten doch richtig war, nämlich, daß
selbst eln Versuch,durchzufommen, gkelchbedentenb mit Selbstmord ist.
Aber trotz allem Geschrei hysterischer Blätter: wir sehen keinen Grund, weshalb ein Volk wirklich seine Soldaten hineinhetzen sollte in einen solchen Selbstmord. Wir sehen keinen Grund, weshalb ein Volk seine besten Söhne hinopfern wollte an solchem Grenzwall. Ein Unternehmen im großen Stil würde eine unvorstellbare Katastrophe für den Angreifer sein. Es würde auf fernere Sicht das Ausbluten eines Volkes bedeuten und damit sogar den Selbstmord eines ganzen Volkes. Es wäre ein hoher Preis, den dieses Volk zu zahlen hätte, wenn es sich endgültig zum Büttel des Judentums in seinem Kampfe gegen Deutschland machen ließe. Mögen sie aber draußen tun, was sie nicht lassen-können, mögen sie tun, wozu die internationalen Auftraggeber sie aufhetzen. Wir sehen gelassen in die Zukunft. Warten wir ab! Wir können abwarten, denn wir sind geschützt durch des Führers Wälle aus Beton und Stahl! Wir sind geschützt durch des Führers unvergleichliche Wehrmacht. Wir sind geschützt durch den geeinten Willen zur Selbstachtung unseres Volkes. Wir tun unsere tägliche Pflicht in unserer wunderbaren nationalsozialistischen Lebensgemeinschaft, unbeirrt und unbeirrbar! Jeder an seinem Platze und alle gemeinsam für Deutschland und Adolf Hitler! Wir grüßen den Führer! Adolf Hitler Sieg Heil!
des schweren Kreuzers „Lützow".
an den ritterlichen, unvergeßlichen Kreuzer- Admiral des Weltkrieges erinnern. Mit Seydlitz und Blücher sind zugleich die Namen zweier Schlachtkreuzer der alten Marine wieder aufgelebt. Auch der jüngste Kreuzer der Kriegsmarine soll die Erinnerung wachhalten an einen Schlachtkreuzer des Weltkrieges, an jenen, der in der großen Schlacht vor dem Skagerrak mit der Flagge des Admirals Hipper an der Spitze der Flotte dem schärfsten feindlichen Feuer standhielt, der allen voran vorwärts stürmte, würdig des großen Helden der Befreiungskriege, dessen Namen er trug. Wie damals die im Liede besungene wilde verwegene Jagd des Freikorps Lützow den Gegner nicht zur Ruhe kommen ließ, so blieb der Schlachtkreuzer „Lützow" unter seinem tapferen Kommandanten Kapitän zur See Harder am Skagerrak immer am Gegner, dem er mit seiner Artillerie schwere Schläge versetzte, ungeachtet des feindlichen Geschoßhagels, der ihn überschüttete und manch' tapferen Kämpfer dahinraffte. Dieser neue Kreuzer soll der jungen Besatzung ein Mahnmal sein, jenen Kämpfern vom Skagerrak nachzucifem, die ungeachtet der ihnen entgegenstehenden Ueber- macht in Hingebung und Aufopferung unverzagt sich einsetzten für Deutschlands Ehre und Freiheit. Möge es künden von dem in hartem Ringen erstrit- tenen Anspruch auf deutsche Seegeltung ynd Deutschlands Gleichberechtigung unter den Weltvölkern, sei es*in friedlicher Mission im In- und Auslande, sei es mit den Waffen, wenn das Vaterland in Gefahr.
Wir wünschen dem jüngsten Kreuzer der Kriegsmarine alle Zeit glückliche Fahrt!
Dann trat die Taufpatin, Frau Harder, an den Rand der Taufkanzel, um den Taufakt mit den Worten zu vollziehen: Auf Befehl des Führers taufe ich dich auf den Namen „Lützow". Im gleichen Augenblick fielen die Hüllen von Namen und Wappen des Schiffes. Das Wappen zeigt eine Leiter auf goldenem Grunde. Die Bremsklötze wurden gelöst. Langsam glitt der schlank?, stolze Leib des Schiffes in sein Element.
Der schwere Kreuzer „*Lützow" hat eine Wasser- verdränguna von 10000 Tonnen und gehört zur gleichen Klasse wie der am 19. Januar auf der gleichen Werft vom Stapel gelaufene Kreuzer „Seydlitz", der gegenwärtig für die Indienststellung ausgerüstet wird. Der Kreuzer wird eine Geschwindigkeit von 32 Knoten entwickeln können. Er ist mit acht 20,3-cm- Geschützen, zwölf 10,5-cm-Geschützen und zwölf 3,7-cm-Geschützen, die zugleich der Flugabwehr dienen, sowie zwölf Torpedorohren armiert, die in schwenkbaren Drillingsgruppen an Deck aufgestellt sind. Ferner wird der Kreuzer mit einem Flugzeug- katqpult versehen sein und drei Wasserflugzeuge aufnehmen können. Diese Armierung zusammen mit der hohen Geschwindigkeit, verleiht dem schweren Kreuzer trotz des nicht sehr hohen Tonnengehalts eine verhältnismäßig große Kampfkraft.
Abschied von General Knochenhauer.
OerKührerbeimGtaatsbegräbnis für den kommandierenden General des X.A.K. in Hamburg
Die Trauerparade.
Hamburg, 2. Juli. (DNB.) Am Sonntag, dem Tage des feierlichen Staatsaktes für den so plötzlich zur großen Armee abberufenen Kotnn andieren- den General des X. Armeekorps und Befehlshabers im Wehrkreis 10, General der Artillerie Knochenhauer, flattern über Hamburg und im ganzen Bereich des Armeekorps die Fahnen auf halbmast. An den Straßen, durch die der Trauerzug seinen Weg nehmen wird, stehen hinter dem von Gliederungen der Partei gebildeten Ehrenspalier in dichten Reihen Zehntausende von Hamburger Volksgenossen, um ihrem toten General den letzten Gruß zu entbieten.
Vor dem Generalkommando ist die Trauerparade angetreten. Die Spitze hat das Musikkorps eines Infanterie-Regiments. Hinter dem Kommandeur der Trauerparade, Generalmajor Roettig, haben die Fahnen der Traditionstruppenteile Aufstellung genommen. Dann folgen ein Bataillon Infanterie, eine Schwadron Reiter, ein Jnfanterie- Musikkorps, wiederum ein Bataillon Infanterie und zum Schluß eine Geschütz-Batterie. Kurz nach 11 Uhr wird von acht Offizieren der mit der Reichskriegsflagge bedeckte Sarg, auf dem Helm und Säbel des toten Generals liegen, aus dem Dienstgebäude auf die Lafette getragen. Die Trauerparade präsentiert. Feierlich ertönen die Klänge eines Chorals. Die Offiziere nehmen rechts und links der Lafette Aufstellung, vor der ein Offizier das Kissen mit den Orden des Verstorbenen trägt. Dann marschiert unter dumpfem Trommelwirbel und feierlichen Chorälen der Trauerparade an der Lafette mit dem Sarge des toten Kommandierenden Generals vorbei. Nach dem Vorbeimarsch schließt sich die Lafette dem Zuge an, während dahinter, geführt von einem Unteroffizier, das Reitpferd des verstorbenen folgt. Das Trauergefolge, unter dem man zahlreiche Generale des X. Armeekorps und das gesamte Ofsi- zierkorps des Generalkommandos sieht, beschließt den Zug.
Der Staatsakt.
Der Adolf-Hitler-Platz ist zu einer würdevollen Trauerstätte gestaltet. Mächtige Pylonen, von Opfer- schalen gefrönt, geben dem weiten Platz ein weihevolles Gepräge. Von hohen Masten wehen die Fahnen des Reiches und Hamburgs auf halbmast. Trauerflor umschließt die Kriegsflagge am Palkon des Nafhauses. Mitten auf dem Platz erhebt sich der Katafalk, umgeben von einer Fülle von Kränzen und Blumen. Kurz nach 12 Uhr hat die Spitze des Trauerzuges den Adolf-Hitler-Platz erreicht. Als der Sorg auf den Katafalk gehoben wird, recken sich die Arme zum Gruß. Vier Stabsoffiziere des Ge- neralkommandos halten die Ehrenwache. Der Führer und Ober sie Befehlshaber der Wehrmacht betritt, aus dem Rathaus kommend, den Platz. Mit dem Führer erscheinen der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von B r auch i t s ch , der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht Generaloberst Keitel, der Reichsführer jj und Chef der deutschen Polizei Himmler, Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann, Generaladmiral Albrecht, Generaloberst Milch, zahlreiche Kommandierende Generäle des deutschen Heeres und weitere führende Persönlichkeiten der Wehrmacht, der Partei und des Staates. Der Führer schreitet auf den Katafalk zu, neben dem rechts und links in weitem Flügel di." Fahnen sämtlicher Truppenteile des X. Armeekorps Aufstellung genommen haben,
und grüßt seinen toten General, der sich beim Aufbau der vom Führer neugeschaffenen Wehrmacht so hohe Verdienste erworben hat. Generalmajor Roettig, der die Trauerparade kommandiert, erstattet dann dem Führer Meldung. Der Staatsakt beginnt, eingeleitet mit den feierlichen Klängen des „Deutschen Gebet" von Hackenberger. Dann nimmt der Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst von Brauchitsch das Wort zu seiner Gedenkrede, bei der er folgendes aus führte:
Generaloberst von Brauchitsch spricht am Sarge.
In tiefer Trauer stehen wir und insonderheit has deutsche Heer an der Bahre des ersten Kommandierenden Generals des X. Armeekorps. Nur zu früh hat ihn der Tod mitten in harter, selbstloser und doch so dankbarer und erfolgreicher Arbeit für Führer, Volk und Vaterland von uns genommen. Sein ganzes Leben war der Armee geweiht, sein Denken und Handeln und sein unermüdliches Sorgen galt bis zum letzten Atemzuge seinen Soldaten. Ein Vorbild soldatischen Führer- tum s, aber auch ein Vorbild menschlicher Charaktergröße! Fußend auf den reichen Erfahrungen in Front und Generalstab, auf den schweren Jahren des Weltkrieges und seiner vielseitigen Tätigkeit in der Nachkriegszeit und ausgestattet mit offenem klaren Blick, der die Dinge und Menschen so zu erkennen weiß, wie sie in Wirklichkeit sind, hat er über vier Jahre lang das X. Armeekorps gradlinig und großzügig, aber doch mit fester Hand geführt. Wie selten einer bat er es verstanden, anfeuernd und schöpferisch aus allen Gebieten zu wirken. In seinem Glauben an Deutschland und in seiner Arbeit für dieses Deutschland hat er schon frühzeitig im Nationalsozialismus den einzigen Weg zur Rettung feines Volkes und Vaterlandes erkannt. So ist es kein Wunder, daß es ihm schon kurz nach Beginn seines Wirkens nn der Spitze des X. Armeekorps gelingt, ein besonders gutes und herzliches Verhält- n i s zwischen Weh rtn a ch t und Partei herzustellen. Mit dem Reichsstatthalter und Gauleiter verband ihn enge gegenseitige Kameradschaft. Darüber hinaus hat er sich in seinem Wehrkreis und besonders hier in Hamburg die Achtung und Liebe weiter Kreise der Bevölkerung gesichert. So steht General Knochenhauer vor uns als ein deutscher Mann von echtem Schrot und Korn, als ritterlicher, vornehmer Soldat und vorbildlicher Mensch, der Herz und Verstand auf dem rechten Fleck hatte, dessen innere Heberzeugung und dessen Glauben an die Sendung des Führers und das Dritte Reich und seine Zukunft ihn den Mut finden ließen, um an seinem Teil erfolgreich beizutragen zum Aufbau des deutschen Heeres und damit des deutschen Vaterlandes. Seine Lebensarbeit ist hiermit gefrönt. Wir aber senken vor diesem ritterlichen Mann und Soldaten in Ehrfurcht und Trauer die Fahnen. Karl Wilhelm Knochenhauer, Dein Name wird in der Geschichte des deutschen Heeres unvergessen bleiben.
Der Oberbefehlshaber des Heeres hat geendet. Das Lied vom guten Kameraden erklingt. Die Fahnen senken sich. Während die Trauerparabe präsentiert und die Salutbatterie den Trauersalut feuert, schreitet der Führer zum Sarge, um einen prächtigen, mit Orchideen geschmückten Lorbeerkranz niederzulegen. In soldatischer Trabitton erklingt
dann der Präsentiermarsch des ehemaligen IR 97, in das General Knochenhauer einst als junger Leutnant eintrat, und der Präsentiermarsch des ehemaligen Reiter-Regiments 10, dessen Regimentskommandeur der Verstorbene war. Der Führer schreitet jetzt auf die Hinterbliebenen zu und spricht ihnen sein Beileid aus. Nochmals grüßt der Führer seinen toten General, um dann ins Rathaus zurückzukeh- ren und sich durch die überfüllten Straßen der Stadt, von den Zehntausenden schweigend gegrüßt, zum Hotel „Atlantik" zu begeben. Die Trauerparade marschiert vom Adolf-Hitler-Platz zum Gebäude des Generalkommandos zurück, von wo die sterblichen Heberreste des Generals nach dem Ohlsdor- fer Friedhof übergeführt wurden.
Auf dem Ohlsdorfer Friedhof.
Auf diesem letzten Wege wird General Knochenhauer von einer motorisierten Schwadron der Aufklärungsabteilung 20 geleitet. Auf dem Friedhof übernimmt bann ein Bataillon der 20. Division bas Ehrengeleit. Durch bas Spalier der Soldaten wird der tote General in die große Halle des Krematoriums getragen, wo Offiziere die Ehrenwache antreten. An der Trauerfeier nimmt neben den F a mi l i e n an geh örigen ein kleiner Kreis führender Persönlichkeiten teil, an ihrer Spitze der Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst von Brauchitsch, der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht Generaloberst Keitel und Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann. Feierlich erklingt, vom Musikkorps des Infanterie- Regiments 69 gespielt, das Niederländische Dankgebet. Nach dem Largo von Händel, gesungen vom Tenor der hamburgischen Staatsoper Julius Ka- tona, nimmt Heeresoberpfarrer Hunzinger bas Wort. Als er geendet, tritt draußen die Truppe unter Gewehr, und unter den Klänaen des Liedes „Ich bete an die Macht der Liebe" sinkt der Sarg langsam in die Tief«. Machtvoll hallen die Schüsse des Ehrensaluts von draußen herein, und ein letztes Halali, bas Jäger aus Munster ihrem toten General zum Abschied blasen, klingt leise auf. Die Asche des verstorbenen Generals wirb nach Meiningen übergeführt werben, wo sie im Erbbegräbnis ber Familie beigesetzt wirb.
„Wir wollen zu Oeuischland."
Keine polnische Drohung kann Danzig schrecken.
Danzig, 2. Juli. (DNB.) Gauleiter Forster sprach auf einer Kundgebung in dem Danziger Stäbtchen Tiegenhos. -Der Gauleiter stellte ber aus Mißgunst unb Furcht geborenen Einkreisungspoli- tit bie Idee des ewigen Deutschland entgegen. Die Einkreisungsmächte seien eher bereit, Danzig an Polen auszuliefern, als der Erfüllung des Wunsches ber geschlossenen Danziger Bevölkerung nach ber ersehnten Heimkehr ins Reich zuzu- stimmen. „Wir in Danzig stellen fest", so rief der Gauleiter unter bem braufenben Beifall seiner Zuhörer aus, „mir wollen zu Deutschlanb!" In Danzig brauche sich kein Mensch aus ber Ruhe bringen zu lassen, so versicherte der Gauleiter unter der zuversichtlichen Zustimmung ber deutschen Grenzbauern im Danziger Land. Keine Drohung Postens könne Danzig schrecken. _/
«in neuer schwerer Kreuzer.
Von Konteradmiral z. V. Gabow.
Mit dem Stapellauf am 1. Juli wirb der fünfte schwere Kreuzer der Kriegsmarine seinem Element übergeben. Die Vorgänger sind „Admiral Hipper" (fertig und im Dienst), „Blücher", „Prinz Eugen" (von Reichsverweser Admiral Horthy getauft) unb „Seydlitz". Der neue Name reiht sich würdig dieser Folge stolzer Erinnerungen an, und besonders derjenigen, die den Blick zurücklenkt auf bie große Feuerprobe am Skagerrak. Aus solcher Tradition konnte man getrost die neue Flotte aufbauen, die jetzt Schiff für Schiff in die Front unserer Seeverteibigung eintritt.
Würde man einen dieser Kreuzer neben den ersten der Tirpitzschen Bauperiode legen, so wäre bie Entwicklung einbrucksvoll fest- zustellen. Jene „Gazelle" hatte 2645 Tonnen Konstruktionsverdrängung ober etwa 3000 Tonnen voll ausgerüstet, lief 19,5 Knoten unb führte zehn 10,5 Zentimeter nebst etwas leichter Artillerie unb 2 Torpeborohren. Heute rechnet man die schweren Kreuzer zu 10 000 Tonnen, voll ausgerüstet ca. 13 000 Tonnen, sie laufen 32 bis 33 Knoten unb sichren acht bis zehn 20,3 Zentimeter neben starker Leichtartillerie unb bis, zu 12 Torpedorohren, sind dabei gepanzert. Hiermit haben sie den „Panzerkreuzer" begrifflich ersetzt, ber zu Beginn bcs Weltkrieges noch seine Rolle spielte, aber schon burch den Schlachtkreuzer verbrängt war. Unfere bei Coronel bestens bewährten Panzerkreuzer „Scharnhorst" und „Gneisenau" mußten bas bei den Falklandinseln erfahren, ebenso eine lange Reihe englischer Panzerkreuzer im Verlauf des Krieges. Die jetzigen „schwe- ren Kreuzer" sind viel stärker als alle jene Panzerkreuzer. Also ist es festzuhalten: von Panzerkreuzern wird nicht mehr gesprochen, nur noch von schweren und leichten Kreuzern.
Diese Hnterscheidung geht zurück auf das hartnäckige englische Bestreben, den Flottenbau ber Welt in Verträge unb Kategorien ein» zufangen, jeber Schlfssklasse eine Wachstums- unb Stärkegrenze zu setzen und nach Möglichkeit auch jeder Marine eine beftimmte Schifsszahl innerhalb der Klasse bzw. eine Pauschaltonnage je Klasse zuzuteilen. Der Vater dieses Gedankens ist natürlich ber Wunsch, jeberzeit eine klare Hebersicht über biese Stärkeverhältnisse zu besitzen, um danach bie eigenen zu bemessen. Wenn bie übrigen Seemächte darauf eingingen, so geschah cs teils unter Druck, teils erst nach hartnäckigen Kämpfen, wenigstens was die zugeteilten Quoten betraf. Williger war man in der Frage der „qualitativen Begrenzung", da sie allen gerecht wurde, obgleich auch hier englischer Eigennutz bas Wort fiihrte. So entstanden 1922 die schweren Kreuzer zu 10 000 Tonnen (Washington-Kreuzer) als vertragliche Klasse, weil England zur Zeit einige dieser Art besaß (,,Hawkins"-Klasse).
Als dann alle Marinen in dieser vorläufig zahlenmäßig nicht begrenzten Klasse eifrig zu bauen begannen, regte sich das enAische Bedürfnis, Halt zu gebieten. Nach heftigen Auseinandersetzungen mit den USA. von 1928 bis 1930 gelang dann ein Flottenvsrtrag, der die Menge „leichter Streitkräfte" begrenzte, jedoch nur für England, USA. und Japan, für letzteres auch nur unter heftigem Protest der Nation. Hieraus verblieben für England 15 schwere Kreuzer, USA. 18 und Japan 12, darunter 4 kleinere, während Frankreich und Italien, die je 7 gebaut hatten, nicht unterschrieben und sich Freiheit vorbehielten. Nachdem Japan mit Wirkung vom Ende 1936 alle Verträge gekündigt hatte, blieb nur übrig, die künftige Entwicklung größenmäßig in Grenzen zu halten, was mit dem Flottenvertrag von 1936/37 geschah.
Inzwischen aber hatte England den Geschmack an den schweren Kreuzern verloren, weil die meisten dieser Art — darunter alle englischen — sich als zu wenig geschützt herausstellten und von den später und moderner gebauten in den Schatten gestellt und entwertet wurden. Die französische „Alge- rie", bie amerikanische „Indianapolis" u. a. fielen stanbhafter aus, besonders aber störten bie deutschen Panzerschiffe ber „Deutschland- Klasse" mit ihrer weit überlegenen Stärke. Somit enthielt der Vertrag von 1936/37 ein Bauverbot bis 1942 für schwere Kampf schiffe zwischen 8000 und 17 500 Tonnen, also für schwere Kreuzer und Panzerschiffe deutscher Art. Deutschland, das erst drei schwere Kreuzer im Programm hatte, trat unter dem Vorbehalt bei, daß es bie Entwicklung bei ben anderen ab warten müsse, ber dann feine Erledigung gefunden hat. Es wird also 5 schwere Kreuzer neben den drei Panzerschiffen besitzen. Auch Sowjetrußland behielt sich den Bau von 7 schweren Kreuzern vor. Es sind heute in den Marinen an schweren Kreuzern vorhanden:
im Bau fertig ober geplant England 15 —
USA. ' 18 —
Japan 12 —
Frankreich 7 —
Italien 7 —
Deutschland (3 Panzerschiffe) 1 4
Spanien 1 —
Sowjetrußland 1 6
Argentinien 2 —
Neben den schweren Kreuzern, denen man in erster Linie eine Rolle im Hanbelsschutz unb Han- belkrieg sowie im Auslandbienst zuschreibt, hat der leichte Kreuzer eine etwas schwankenbe Entwicklung durchgemacht. Als Aufklärer und schneller Fühlungshalter sowie Führer von Torpedo streit- fräften bei ber Flotte gedacht, hatte bei ihm bie Geschwindigkeit der Gefechtsstärke und Wi- berstandskraft voranzustehen. Nach jener ersten ,,®a« zelle" war man auch bei uns schon zu Kriegsende fast bei 6000 Tonnen angelangt, fuhr bann fort mit ber „Emben" unb verbesserte sich über „Karlsruhe", „Königsberg", „Köln" zu „Leipzig unb „Nürnberg" mit ihren neun 15 Zentimeter, 32 Knoten und 12 Torpedorohren nebst Flak unb Flugzeugen, jedoch ohne bie Größengrenze zu überschreiten. Der weitere Plan weist auf 4 Schiffe zu 7000 Tonnen. In Englanb war man zuerst ganz weit zurückgefallen auf 4000 bis 5000 Tonnen mit fünf bis sechs 15 Zentimeter, legte bann abwechselnd größere und kleinere Klassen ein, um schließlich, japanischen unb amerikanischen Vorbildern folgend, bis zu 9000 unb 10 000 Tonnen mit 12 Zentimeter, Panzerung und starker Fläkdewaffnung achzusteigen. Hier war bei Begriff „leichter Kreuzer" offenbar ad absurdum geführt, nur bie Rivalität wirkte sich aus.
Dieser Entwicklung würbe bann mit dem gleichen Flottenverttag von 1936/37 ein Halt geboten unb bie Grenze wieder auf 8000 Tonnen gesenkt, bet ber sie bis 1942 stehenbleiben soll. Es war jedoch in den verschiedenen Marinen ein bMlscheMges LllL


