und Wiesbaden. Die Deutsch-Italienische (Befette
Arbeitsamtes erteilt worden ist.
des
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Hofen erhalten.
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, Mir fällt ein- nehmen Sie heute einen Kasten
Ihren Schnaps!" rief sie hinter ihm her.
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N U°n?°n>" meint- -r.aber-r kam lang. Lier mehr al- fonft;
Bruno Taut f.
Berliner Architekt Professor
die ge-
Nachwuchszuteilung nach Dringlichkeit?
Von unserer Berliner Schriftleitung.
m u s i k st u n d e vom senders Frankfurt.
Professor
boren, besuchte die Etonschule und studierte in Oxford. Seine diplomatische Lausbahn begann er als Attache in Konstantinopel im Jahre 1904. Er war später nacheinander in Teheran, Rom, Peking und Paris. 1929 wurde er Oberkommissar für Aegypt, und den Sudan. Nach vierjähriger Tätigkeit a
... ____ , , , _ ätigkeit auf
diesem Posten wurde er britischer Botschafter in der Türkei. Vor seinem Eintritt in den diplomatischen Dienst diente Sir Percy Loraine in der Armee, in deren Reihen er auch den südafrikanischen Krieg mitgemacht hat.
Zum Präsidenten der Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost in Berlin ist der Ministerialrat im Reichspostministerium Dipl.-Jng. Friedrich Gladenbeck ernannt worden.
* ।
Der schwedische Ministerrat hat beschlossen, im Herbst 1939 zum erstenmal große gemeinsame Manöver der Armee, der Flugwaffe und der Flotte durchzuführen. Der Chef des schwedischen Der- teidigungsstabes, General Thörnell, hat den Auftrag erhalten, die entsprechenden Vorbereitungen zu treffen. Die Entscheidung der Regierung wird von der Presse begrüßt.
Der französische Staatspräsident Albert L e - brun empfing am Samstagmittag das Diplome tische Korps zur N e u j a h r s g r a t u l a t i o n. Der Empfang vollzog sich im Elysse-Palast in den üblichen Formen. Der Doyen des Diplomatischen Korps, der Päpstliche Nuntius, Msgr. Valerio V a - l e r i, überbrachte die Wünsche für einen friedlichen Verlauf des kommenden Jahres.
Wegen Vorbereitung zum Hochverrat vor dem Volksgerichtshof.
über.
„Na, sie meinte Er biß in feine Stulle und kaute bedächtig. Er wollte hier keinen Aeraer machen. Darum schwieg er, und Anna setzte ihre Arbeit fort. Emsig rieb sie mit dem Lappen. Die Beschläge blitzten bald. Christoph sah ihr zu. „Sie und nicht tüchtig!" meinte, er kopfschüttelnd. „Was gabs denn damals bloß?"
Nichts Besonderes!" wiederholte Anna. Ihre Stimme zitterte. Und ihr Gesicht war rot. Aber Christoph sah es nicht, denn sie beugte sich über den Schanktisch. Er fragte auch nicht mehr. Sie hörte das Butterbrotpapier knistern. Dann kam er an Büfett. „Zahlen!" sagte er. Er brummte es fast und warf ein Markstück auf den Tisch.
„Aber den Schnaps zahlen Sie doch nie. Um sicher sah sie ihn an. „Dann zahle ich ihn jetzt! brummte er. Er nahm das Wechselgeld, grüßte kurz und ging zu seinen Pferden. Er wollte gerade auf den Kutscherbock steigen, da erschien sie tn der Tur.
„Was vergessen?" fragte er. Sie nickte. Und er „Christoph!" rief sie leise. x
ging zurück. „Uebermorgen ist doch schon der Erste , sagte sie. „Da bin ich nicht mehr hier."
,2lch so", meinte er verlegen und gab chr me Hand, „ich vergaß es — alles Gute/ ,
„Danke!" flüsterte sie. Es sah aus, als ob sie noch etwas sagen wollte, und auch Christoph stand noch unschlüssig da, als hätte er doch etwas vergessen. Da klingelte im Lokal das Telephon. „Also, noch einmal, alles Gute!" erwachte da Christoph aus seiner Unschlüssigkeit und ging zum Wagen. Und
„Der Viermann ist schon durch!" antwortete Anna tonlos und hängte den Hörer an.
Als Christoph beim nächsten Mal in das Lokal der Witwe Uhlemann kam, war Anna nicht mehr da. Ein neues Mädchen wirtschaftete in der Küche. Frau Uhlemann aber flötete noch immer und goß ihm einen Schnaps ein. Und Christoph zahlte. „Aber Christoph!" wollte sie abwehren, „unter alten Freun« den!"
„Wenn wirs bleiben wollen, muß es so sein", meinte er und ging. Dan nun an war sie nicht mehr so rasch dabei, ihm einen Schnaps oder eine Zigarre anzubieten, denn er zahlte dann stets. Sie hatte auch inzwischen eingesehen, daß aus ihr und Christoph doch kein Paar werden würde. Dielleicht hatte sie es gar nicht mal ernstlich gewollt. Jedenfalls interessierte sie sich jetzt für einen älteren, wohlhabenderen Mann. Einmal hörte Christoph sie wie- der in der Küche schelten. „Ja, ja Christoph", fing sie nachher an, „man hat so seinen Aeraer mit dem Personal. Anna war doch die beste. Wenn ich sie bloß nicht hätte gehen lassen. Dieser dumme Zank damals. Die Neue schafft nicht halb so viel wie Anna."
„So, so", meinte er nachdenklich. Sie blickte ihn an, dann entfuhr es ihr: „Eigentlich sind Sie schuld an Annas Fortgehen!" Er war doch verwundert. Sie lächelte. „Ist Ihnen nicht aufgefallen, daß Anna immer aus der Küche herüberkam, wenn Sie da waren? Sie war in Sie verschossen. Und ich, ich schäm' mich direkt, Christoph, sehen Sie mich bloß nicht an, ich war damals ein bißchen eifersüchtig und hab ihr damals in meinem Aerger verboten, ins Gastzimmer zu kommen. Ich hab natürlich getan, als wärs nur wegen der Arbeit. Ein Wort gab das andere. Heute tut es mir leid." Weil er so vor sich hinstierte, stieß sie ihn an. „Na, Christoph, woran denken Sie? Einen Schnaps?" Er nickte. „Und wo ist sie denn jetzt?" fragte er.
„Irgendwo im Rheinland. Ausgerechnet die entfernteste Stelle nahm sie an." Er trank seinen Korn in einem Zuge aus, grüßte und ging hinaus. Er vergaß diesmal zu zahlen. Schwerfällig stieg er auf seinen Kutscherbock. Wie er dort oben saß, in der braunen Lederschürze, breit, kompakt, mit Fäusten wie Hämmer, hätte ihm niemand angesehen, daß er sich in diesem Augenblick einen Schlappschwanz । schalt. Dann wurde er zuversichtlicher. Die Adresse । sollte herauszubekommen sein, fiel ihm ein, und an den Rhein wollte er eigenttich schon längst mal i fahren
sam zurück. „Was war denn neulich los? Die Chefin hat ja so angegeben!"
Anna putzte schon wieder die Nickelbeschlage. „Es war nichts Besonderes."
„Und dann sagt sie gleich. Sie könnten gehen?
„Ich gehe auch. Am Ersten."
Er war ein wenig betroffen. „Geben Sie mir einen Schnaps, Anna!" Er setzte sich nun doch und zog seine Brotstullen aus der Tasche. Anna brachte ihm das Glas. „Ich kann mir nicht denken, daß die Frau mit Ihnen nicht zufrieden sein sollte. Wie lange sind Sie schon hier?"
„Zwei Jahre!"
„Da war sie doch bisher mit Ihnen zufrieden.
„Es geht ja auch nicht um meine Arbeit", sagte Anna, und ging zum Büfett zurück.
„Ich denke. Frau Uhlemann sagte doch zu mir — „Was sagte sie ...?" Anna sah gespannt her-
Iahren 1918 und 1919 führend beteiligt und wurde deshalb schon damals wegen Hochverrats verurteilt. Auch in der folgenden Zeit gehörte er linksgerichteten Parteien an und gab etwa seit dem Jahre 1926 die Zeitschrift „Wider- tand" heraus. Schon lange vor 1933 trat er in Gegensatz zum Nationalsozialismus und bekämpfte auch nach der Machtübernahme bis zu seiner Festnahme die politischen und wirtschaftlichen Ziele des nationalsozialistischen Staates in hetzerischer Weise, wobei er die führenden Persönlichkeiten des Dritten Reiches in übelster Form beschimpfte.
Kunst und Wissenschaft.
Eine Zweigstelle Hessen-Nassau der Deutsch-Italienischen Gesellschaft.
Berlin, 2.Jan. (DNB.) Dienstag beginnt vor dem Ersten Senat des Volksgerichtshofes ein Verfahren wegen Vorbereitung zum Hochverrat gegen den Schriftsteller Ernst Nie k i sch und zwei weitere Angeklagte. Niekisch, ein früherer Volksschullehrer, mar bereits bei der Aufrichtung.-.....------ , „ ,
der Räterepublik in M ü n ch e n ' in den 1 nuar d.J. in Darmstadt und spater in M a i n z
Ausdehnung des weiblichen pflichljahres
Zur Behebung des Mangels an weiblichen Arbeitskräften in der Land- und Hauswirtschaft. *
ÄtttitÄWSB täSSja-te
In Istanbul ist der _ , ....
Bruno Taut im Alter von 58 Jahren gestor -
Liebe und ein paar Zigarren
Von K. :R. Aeubert.
ter aufsteigenden Sitzreihen finden die weniger ein- lußreichen Abgeordneten ihren Platz. Frontbenchers ind also führende Persönlichkeiten, backbenchers ind im allgemeinen Neulinge des Parlaments.
Neuer englischer Botschafter in Nom.
London, 2. Jan. (Europapreß.) Der König hat mit Wirkung vom 1. April 19 3 9 an den britischen Botschafter in der Türkei, Sir Percy Loraine, zum Nachfolger des aus dem Amte scheidenden Botschafters m Rom, Lord Perth, ernannt. Der Rücktritt von Lord Perth bedeutet keine Ueberraschung. Es war schon seit langem bekannt, daß er mit Rücksicht auf fein Alter in den Ruhestand zu treten wünschte. Lediglich der Wunsch Chamberlains, daß er bis zum Inkrafttreten des englisch-italienischen Abkommens im Amte bleiben möge, hatte ihn so lange auf seinem Posten ausharren lassen. Lord Perth war vor feiner Ernennung zum Botschafter in Rom als Sir Eric Drummond erster Generalsekretär des Völkerbundes in Genf gewesen. Der neue britisch? Botschafter in Rom, S i r Percy Loraine, wurde 1880 ge«
^'An^^iesem^ Punkt" seiner Zukunftsbilder begann Christoph stets zu seufzen. Natürlich wäre es besser, wenn Anna stolz und lächelnd durch das Lokm gehen würde, um die Gäste zu begrüßen und ihm, Christoph, einen zärtlichen Blick zuzuwerfen. Dafu hätte die Witwe Uhlemann ruhig aus der Küche schauen können. Aber so war es nun einmal auf der Welt: alles war nicht beisammen.
Wieder einmal hielt der Bierwagen mit Sen bei- d°n G-°uschimm°ln °°r dem L°k°l b-r W,tw-Uhl.-
Die Witwe Uhlemann bemerkte das mit steigendem Mißvergnügen. Sie hatte selber etwas für Christoph übrig. Und sie hielt mit diesem Wohlwollen nicht zurück. Sie goß ihm einen Schnaps ein, gab i-hkn hin und wieder eine Zigarre, und mit der Zeit war es gekommen, daß Christoph bei Frau Uhlemann seine Frühstückspause machte Frau Uhlemann war fünf Jahre älter als er und auch mehr als- vollschlank, aber ihre Schnapse und Zigarren versöhnten mit dieser Tatsache.
Wenn Christoph daheim nach Feierabend die Ublemannfche Zigarre rauchte und dem blauen Rauch nachsanm gabelten Zukunftsbilder vor seinem Auge; er sah sich hinter dem uf^e^..a”n^eü Schanktisch stehen, der Laden war voll Gaste, und stolz und lächelnd ging die vollschlanke Wittve, d e nun keine Witwe mehr war, durch das Lokal, die Gäste grüßend und ihm, Christoph, einen zartttchen Blick zuwerfend. Und aus der Küche sah manchmal
Am Donnerstag findet im Kaisersaal des Frankfurter Römers die Gründung der Zweigstelle Hessen-Nassau der Deutsch-Italienischen Gesellschaft durch Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger statt. Das Präsidium übernimmt Universitätsrektor Prof. Dr. P l a tz h o f s, dem ein Ehrenbeirat zur Seite steht. An der Feier werden die Spitzen der Partei, des Staates, der Wehrmacht und des gesamten öffentlichen Lebens teilnehmen, darunter als Vertreter des Reichspropagandaministeriums der Referent für Italien, Dr. Stock. Außer dem Gauleiter, der den Ehrenvorsitz der Gesellschaft übernimmt, werden der Königlich Italienische Generalkonsul Marchese Agosttno Ferrante di Ruffan o und der Zonenleiter des Fascio für Süddeutschland, Jvi gli a.'das Wort ergreifen. Die Zweigstelle Hessen-Nasiau ist als eine Rahmenorganisation gedacht, in deren Bereich weitere Gruppen ins Leben gerufen werden sollen, so zunächst am 6. Ja-
* mtnr d 51 in D a r m st a d t und später i)
schäft will alle Volkskreise umfassen und ihre Mitglieder besonders mit dem kulturellen Leben der befreundeten italienischen Nation vertraut machen. So sind z. B. allmonatlich musikalische Veranstaltungen vorgesehen, die auch vom Reichssender Frankfurt übertragen werden. Am 5. Januar d. I., 20 Uhr, veranstaltet der Reichssender Frankfurt im großen Saal des Saalbaues zusammen mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ein festliches Konzert „Italiens ewige Melodien". bei dem namhafte italienische Künstler Mitwirken. Weiter überträgt der Reichssender Frankfurt am 6. Januar, um 21 Uhr, aus dem Hause des italienischen Generalkonsuls eine Sammer« Streichquartett des Reichs-
Berlin, 2. Jan. (DNB.) Durch Anordnung ! des Beauftragten für den Vierjahresplan ist das i weibliche Pflichtjahr mit Wirkung vom 1. März । 1938 ein geführt worden. Es verlangt v o n j e d e m । Mädchen unter 25 Jahren, das in der gewerblichen Wirtschaft oder in der öffentlichen Verwaltung als Arbeiterin oder Angestellte tätig werden will, den Nachweis einer mindestens einjährigen Tätigkeit in der Land- oder Hauswirtschaft Das weibliche Pflichtjahr soll der Land- und Hauswirtschaft, besonders derüberla steten Bauersfrau und den kinderreichen Familien, die notwendigen Hilfskräfte zuführen. Daneben soll es allgemein das Interesse der weiblichen Jugend für die Land- und Hauswirtschaft wecken.
Aus Gründen des Arbeitseinsatzes war die Ableistung zunächst nur für solche ledigen weiblichen Arbeitskräfte unter 25 Jahren, die vor dem 1. März 1938 noch nicht als Arbeiterinnen oder Angestellte beschäftigt waren und nach diesem Zeitpunkt im Bekleidungsgewerbe, in der Textilindustrie, der Tabakindustrie ober in einem kaufmännischen oder Büroberuf tätig werden wollten, gefordert.
Der ständig zunehmende Mangel an weiblichen Arbeitskräften in der Land- und Hauswirtschaft macht es notwendig, den Kreis zu erweitern. Nunmehr ist die Ableistung des Pflichtjahres von allen ledigen weib 1 ichen A r - beitskräften unter 25 Jahren zu fordern, die vor dem 1. März 1938 noch nicht als Arbeiterinnen oder Angestellte beschäftigt waren und eine solche Beschäftigung annehmen wollen. Die bisherige Beschränkung auf einzelne Berufsgruppen ist damit gefallen. Voraussetzung für die Anerkennung des weiblichen Pflichtjahres ist weiterhin, daß die einjährige Tätigkeit in der Landoder Hauswirtschaft mit Zustimmung des Arbeitsamtes ausgeübt worden ist. Die Zustimmung ist vor 21 n tri ft der Arbeits- stelle beim zuständigen Arbeitsamt einzuholen. Sie wird nur erteilt, wenn die Beschäftigung nach
b e n. Er stammte aus Königsberg, war 1921 bis 1924 Stadtbaurat in Magdeburg, später Privatarchitekt in Berlin. Nachdem er eine Zeitlang in Japan gewirkt hatte, wurde er Chef der Architekturabteilung der Akademie der Schönen Künste in Istanbul und Generalchef des Architekturbüros des türkischen Unterrichtsministeriums. In dieser Eigen- chaft hat Prof. Taut u. a. die Entwürfe für die Universität in Ankara und mehrere Schulbauten geschaffen. In Berlin hat er große Siedlungskomplexe in Vorosten gebaut. Taut, der eine sehr achliche, moderne Baustoffe und Konstrukttonen levorzugende Bauweise vertrat, hat sich auch schriftstellerisch um eine neuzeitliche Wohnkultur bemüht; er schrieb u. a. „Die Stadtkrone", „Alpine Architektur" und „Die neue Wohnung". — Prof. Taut- Beisetzung erfolgte durch ein Staatsbegräbnis in Istanbul.
dann können Sie ja gehen", rief die Witwe m schrillem Diskant. Donnerwetter, die hat ein Organ, dachte Christoph. Er hatte sie nie so schelten gehört. Zu ihm konnte sie geradezu flöten.
Was war denn da mit Anna? Er setzte das Bierfaß auf den Boden, Dieses Geräusch hatte man wohl nebenan vernommen, die scheltende Stimme verstummte, und im nächsten Augenblick kam Frau Uhlemann in den Schankraum. Ihr eben noch böses Gesicht verwandelte sich im Nu. Das alte Lächeln erschien auf ihren Zügen. „Guten Morgen, Christoph", flötete sie und strahlte ihn an. Er war heute etwas sonderbar, spürte sie und goß ihm einen doppelten Schnaps ein. Und er konnte ihn vertragen. Die kreischende (Stimme der Witwe Uhlemann hatte ihn erschüttert.
„Man hat so seinen Aerger mit dem Personal , erklärte sie seufzend.
Mit der Anna?" fragte er. — „Natürlich die Anna. Die hat die Gedanken überall, nur nicht bei
In seiner braunen Lederschürze, wenn er ein Bierfaß spielend vom Wagen hob, war Christoph wie ein Bild der Kraft. Breit und kompakt, mit Fäusten wie Hämmer. Und noch jung, achtundzwanzig war er jetzt, und noch ledig. Üeberall, wohin er kam, war er gern gesehen. Die größten Sympathien aber fand er wohl in dem kleinen, gutgehenden Lokal der Witwe Uhlemann. Wenn der Bierwagen mit den beiden wohlgenährten Grauschimmeln vor der Kneipe hielt und Christoph mit munterem Gruß das Lokal betrat, sah die hübsche, freundliche Stütze Anna rasch mal aus der Küche in den Schankraum.
Das Panzerschiff „Admiral Graf S p e e", das bisher in Kiel stationiert war, hat mit dem 1. Januar Wilhelmshaven als Hauptliege-
Peking, 3. Jan. (DNB. Funkspruch.) In der französischen Niederlassung von Tientsin wurde der 83jährige Präsident der Handelskammer von Tientsin, Wangtschulin, der sich stark für enge wirtschaftliche B e - Ziehungen zwischen China und Japan eingesetzt hatte , ermordet. Der Mörder konnte unerkannt entkommen. Das japanische Generalkonsulat forderte von den französischen Verwal- ttmgsbehörden eine genaue Untersuchung des Vorfalls und für die Zukunft eine strengere lieber» wachung aller japanfeindlichen Elemente. Infolge dieses Attentats ist die Spannung um die ausländischen Konzessionen in Tientsin, die in der letzten Zeit abgeflaut war, wieder heftiger geworden.
Kleine politische Nachrichten.
Der Stellvertreter des Führers dankt durch, eine Veröffentlichung in der NSK. allen, die aus Anlaß des Weihnachtsfestes und des Jahreswechsels seiner Familie und seiner gedachten, herzlich für die Grüße und Glückwünsche.
Die japanisch-russische Spannung
Die Verhandlungen über die Fischereirechte noch ohne Ergebnis.
Tokio, 2. Ian. (Europapreß.) Die japanisch- fowjetrussischen Beziehungen sind in der letzten Zeit durch sowjetrussische Grenzverletzungen und Angriffe auf japanisches Leben und Eigentum überaus gespannt geworden, zumal es bisher noch nicht gelungen ist, die Frage der Fischereirechte in den sibirischen Gewässern zu regeln. Japan legt auf diese Regelung großen Wert, da der Fischfang in den sowjetrussischen Gewässern etwa 10 v.H. des gesamten japanischen Fischfanges ausmacht und dieser wiederum 23 v.H. der Weltgewinnung beträgt. Seit 1926 werden die in Frage kommenden Fischereirechte durch japanisch-sowjetrussische Ein- jahres-Verträge geregelt. Der letzte dieser Verträge ist am 21. Dezember 1938 abgelaufen. Die in Moskau geführten Verhandlungen haben in den letzten zehn Tagen noch zu keinem Erfolg geführt, doch hofft man in Tokio möglichst bald eine Einigung erzielen zu können, wenngleich man auch durchblicken läßt, daß die Bereinigung dieser wirtschaftlichen Fragen durch die Entwicklung des politischen Verhältnisses zwischen Tokio und Moskau erschwert wird.
Attentat in der französischen Niederlassung von Tientsin.
mann. Cyrlstopy ram mu ukih ‘
mar früh am Morgen. N,-mani> war im Raum. Aus den Hinteren Räumen horte eine scheltend. Stimme. „Und wenn es Ihnen nicht paßt, Anna,
Art und Bedeutung dem Zweck des Pflichtjahres entspricht und der Antritt der betreffenden Stelle arbeitseinsatzrnähig erwünscht ist. Künftig wird auch die im Landjahr verbrachte Zeit bis zur Dauer eines halben Jahres auf das Pflichtjahr angerechnet. Ebenso können land- und hauswirtschaftliche Ausbildungen in staatlich anerkannten Lehranstalten bis zur Dauer eines halben Jahres auf das Pflichtjahr angerechnet werden, wenn vor Beginn der Ausbildung die Zustimmung
Salzburger Festspiele 1939.
Die Salzburger Festspiele 1939 finden vom 30. Juli bis 6. September statt. Das Programm der Oper sieht vor: Mozart: „Die Zauberflöte", „Don Juan", „Die Entführung aus dem Serail"; Strauß: „Der Rosenkavalier"; Weber: „Der Freischütz". Außerdem finden Aufführungen in italienischer Sprache von Verdis „Falstaff und Rossinis „Der Barbier von Sevilla" statt. Die musikalische Leitung der Oper haben Karl Böhm, Dittorio Guy, Hans Knapperts dusch und Gino M a • rinuzzi. — Im Schauspiel gelangt Shakespeares „Viel Lärm um nichts" und Molieres „Der Bürger als Edelmann" mit der Musik von Richard Strauß in der Regie von Heinz Hilpert zur Aufführung. Außerdem ficht der Spielplan Konzerte der Wiener Philharmoniker vor.
Englisch-amerikanischer Geographenstrelt um die Erforschung des Weddell-lNeeres.
Ein Angriff des amerikanischen Professors William Hobbs auf den Nachruhm des englischen Südpolarforschers James Weddell, nach dem das Weddell-Meer in der Antarktis genannt ist, hat zu einem hitzigen „Geographen-Krieg" geführt. Hobbs hat vor dem Kongreß amerikanischer Geographen behauptet, Weddell habe ich Jahre 1823 gar nicht dasjenige Gebiet mit seinem Segler befahren können, das heute seinen Namen trägt. Es fei mit ewigem Packeis bedeckt. Gegen diese Behauptung wendet sich nunmehr der Leiter des wissenschaftlichen Stabes der S h a ck l e t o n - Expedition von 1914 bis 1917, I. M. Wordie. Shackle- ton fei mit der „Endurance" 250 Meilen tiefer in die Weddell-See eingedrungen als Weddell selber. Commander Bernacchi, der ebenfalls in der Antarktis war, erklärte, daß neben Engländern viele Deutsche und Skandinavier — Forscher und Robbenfänger — das umstrittene Meer befahren hätten. Bei wärmerer Witterung schmelze dort das Packeis und lege eine offene Wasserwüste frei. Am meisten nimmt man Professor Hobbs in England seine Behauptung übel, das englische Hydrographische Amt bei der Admiralität habe eine alte Seekarte, die Weddell zu seiner angeblichen Irreführung benutzt haben soll, 115 Jahre lang bewußt unterdrückt. Es wird darauf hingewiesen, daß Hobbs bei seinem Londoner Besuch im Jahre 1937 Zugang zu dem gesamten kartographischen Material des Amtes gehabt habe und sich von der Haltlosigkeit , feiner Argumente habe überzeugen können.
Neben der Ausdehnung des Pflichtjahres auf gesamte weibliche Jugend, die bereits in Kraft „ treten ist, werden allem Anschein nach noch weitere Entlastungsmaßnahmen für die Wirtschaft angesichts des zunehmenden Mangels an Arbeitskräften geplant. Nach einem Artikel von H. B u b i a n in der Zeitschrift „Deutsche Volkswirtschaft" erscheint die Einteilung der Berufe entsprechend ihrer Dringlichkeit in der Gegenwart und die prozentuale Zuweisung des Nachwuchses je nach dem Grad der Dringlichkeit möglich. Eine völlige Sperre der Nachwuchszuteilung für weniger wichtige Berufe will man vermeiden. Dafür sollen solche Berufe eine vorübergehende Unterbrechung der Nachwuchszuführung für ein Jahr, höchstens für zwei Jahre auf sich nehmen. Man glaubt schätzungsweise 88 000 junge Leute aus dem männlichen Nachwuchs für ausgesprochene Mangelberufe freimachen zu können. Der Referent des Amtes für Berufserziehung und Betriebsführung der DAF. trennt unter den Berufen, die für eine solche vorübergehende Kürzung der Zuteilung des Nachwuchses in Frage kommen könnten, die Bäcker, Konditoren, Fleischer, Schneider, Friseure, Tapezierer, Buchbinder, Tischler und Kellner..
der Arbeit." , . ...
Es wurmte ihn auf einmal, einen Tadel zu Horen, der Anna galt. Sie ließ sich heute auch nicht sehen. Sie hat ein schlechtes Gewissen, dachte er. Frau : Uhlemann sprach immer noch von der leidigen Per- 1 sonalfraqe. „Ich bin eben nur eine schwache Frau. ’ Hier gehört ein Mann her." Und dabei lächelte sie 1 Christoph an. „Noch einen Schnaps, Christoph?
' Er dankte. Er ging bald zu seinen Pferden.
> Als er eine Woche später einen Kasten Flaschen- i hier vor dem Uhlemannschen Ecklokal ablaben mußte, traf er Anna in der Wirtsstube. Sie putzte die Nickelbeschläge am Büfett. Es marniemanb weiter im Raum. Anna hatte em hübsche Bluse an. Wie oft er ihr etwas Nettes hatte sagen wollen. Nun waren sie allein, und er sagte nichts Nettes sondern fragte wie ein Tolpatsch nach der Chesm „Sie mußte weg, etwas zu besorgen!" antwortete Anna, ohne ihre Arbeit zu unterbrechen. „Ganz plötzlich. Früh hat sie einen Brief bekommen.
Sonst hatte sich Christoph nur für em.Weilchen hingesetzt und seine Butterbrote hervorgeholt. Und Anna war schnell mal aus der Küche herudergekom-


