Nr. 2 Erstes Blati
189. Jahrgang
Dienstag, 3. Januar 1939
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I
EF. Paris, 2. Januar.
in unserem Geiste ruht.'
be- der an- auf die um
begrüßte. Er betonte den „Loyalisrnus der Kinder Korsikas", von denen keines für eine andere Sache als diejenige Frankreichs gestorben sei. „Korsika hat sich für immer Frankreich hingegeben". Frankreich habe Korsika in den letzten zwei Jahrhunderten Gelegenheit gegeben, seinen tausendjährigen Rückstand wieder aufzuholen.
Ministerpräsident D a l a d i e r betonte in seiner Antwort, Korsika sei französisches Gebiet. „Welcher Provinz wir auch angehören", erklärte der Ministerpräsident, „so sind wir in erster Linie Franzosen. Welcher politischen Meinung wir auch sind, so gehören wir in erster Linie zu Frankreich. Trotz der notwendigen Unterschiede sind und bleiben wir Franzosen. Ich begrüße das Andenken von 40 000 Korsen, die nicht nur für Frankreich, sondern für die Freiheit der alliierten • Mächte gestorben sind. Ihr die ihr darum gebeten habt, daß wir über das' Schicksal eurer Insel wachen, könnt auf uns zählen. Ihr könnt versichert sein, daß die Regierung Frankreichs euch mit besonderer Liebe betrachtet. Denn die Geschichte Frankreichs, so reich sie auch sein mag, hat sich noch durch eure eigene Geschichte
zu erwarten, worauf seine Bemerkung schließen läßt, er wolle Chiles Gesandtschaften in Europa auflösen und durch Konsulate ersetzen, dafür aber alle chilenischen diplomatischen Vertretungen in Amerika verstärken ...
Die Konferenz von Lima ist zweifellos das politische Ereignis, das, bei Jahresausgang, die Staatsmänner und die öffentliche Meinung beider Amerika am meisten beschäftigt.Um die Jahresmitte konnte die Chaco-Friedenskonfe- r e n z von Buenos Aires, als Lohn jahrelanger Bemühungen, an denen vor allem die beiden argentinischen Außenminister Dr. Saavedra Lamas (der Regierung Justo) und Dr. Jose M. C a n t i l o (der gegenwärtigen Regierung Ortiz) hervorragenden Anteil hatten, den Erfolg endlicher Emigung der beiden streitenden Parteien, Paraguays und Boliviens, buchen und die endgültige Grenzlinie im Chaco festlegen. Damals gingen die Wochen panamerikanischer Begeisterung hoch, obwohl kurz vorher der noch heute nicht beigelegte neue Grenz st reit zwischen Peru und Ecuador — der übrigens, wäre kein starker nord-, amerikanischer Druck eingesetzt worden, beinahe in letzter Stunde die Teilnahme Ecuadors an der Panamerikanischen Konferenz von Lima verhindert hätte — bewies, daß diese Solidarität immer nur solange andauert, als keine Einzelinteressen dieses ober jenen Landes auf dem Spiele stehen. Die Konferenz von Lima hat die panamerikanische Einheitsfront jedenfalls in der Form, wie sie Washington aus sehr eindeutigen politischen und wirtschaftlichen Gründen anstrebte, nicht gebracht. Nachdem der kürzlich erst mühsam überbrückte nordamerikanischargentinische Weizenkonflikt um den brasilianischen Markt wieder einmal gezeigt hat, wie stark nicht nur die politischen, sondern auch die wirtschaftlichen und handelspolitischen Gegensätze zwischen Buenos Aires und Washington sind, haben die ^Bereinigten Staaten sich mit einem Prestigeerfolg begnügen müssen, aber das „Gesicht soll gewahrt werden", und auch das wohl vorwiegend aus innerpolitischen Erwägungen der USA. ...
dem eingefunden, um über die am Dienstag zu erwartenden Kundgebungen zu berichten. Der fint-
bereichert."
Zu der nach Taufenden zählenden Menge, die die Marseillaise sang, sprach Ministerpräsident Da- laöier vom Balkon aus. „Das Meer trennt euch nicht von uns, euer Korsika ist eine Insel: aber es ist auch ein französisches Departement. Gewiß seid ihr Korsen gewesen, ehe ihr Franzosen geworden seid. Aber auch die Normannen waren Normannen, ehe sie Franzosen wurden. Aus der freiwilligen Einigung der französischen Provinzen ist das Vaterland gebildet worden. Ihr habt Bonaparte Frankreich gegeben: Frankreich hat euch Napoleon zurückgegeben. Ihr habt dem Vaterland während des Krieges 40 000 Mann gegeben. Unsere Freundschaft beruht auf ebenso
Südamerika ohne Revolutionen
AE. Buenos Aires, im Dezember 1938.
Das Jahr 1938 gehört zu den wenigen Jahren, die, seitdem es selbständige Staaten in Südamerika gibt, aus diesem Erdteil ohne Revolutionen vergangen sind. Zwar mußte im Mai 1938 in R i o de Janeiro ein Jntegralisten-Aufstand
sprach bann von der militärischen Macht Frankreichs und schloß seine Rede mit den Worten: „Kehrt auf die Scholle zurück mit dem Vertrauen derjenigen, die gewiß sind, daß sie nichts zu befürchten und alles zu erhoffen haben."
Der Ministerpräsident begab sich darauf wieder an Bord des Kreuzers „Fach". Neben dem „Fach" lagen die beiden Kreuzer „Suffren" und „Colbert" sowie die Torpedobootszerstörer „Valmy", „Verdun" und „Guepard". Kurz darauf lichteten die Schiffe die Anker und fuhren nach Bastia, wo sie kurz nach 2 Uhr eintrafen. Hier spielten sich ungefähr die gleichen Zeremonien wie in Ajaccio ab. Der Ministerpräsident wurde von den lokalen Behörden empfangen, während ein Flugzeug; ge schwader über dem Hafen kreiste. Die Garnison der Stadt erwies die militärischen Ehren, und Tausende von Menschen brachen immer wieder in Hochrufe auf Frankreich und den Ministerpräsidenten aus. Dieser dankte für die Begrüßungsworte des Bürgermeisters von Bastia, der die Treue der korsischen Bevölkerung zu Frankreich versichert und erklärt hatte, Daladier habe in München die nationale Würde gerettet und anderseits durch seine Amtsführung den Frieden und die Freiheit gesichert. Daladier sagte, die Stimme Korsikas werde in Frankreich, in Europa und in der ganzen Welt gehört werden. So wie die alten Frontkämpfer ihren Treueschwur gehalten hätten, so würde auch die Bevölkerung von Korsika, wenn es nötig sein würde, wiederum ihrem Schwur gehorsam sein, aber um ben Frieben zu sichern, bazu gehöre vor allem b i e Einigkeit. Er reise jetzt nach Nordafrika, das zu Frankreich gehöre. Tunis gehöre zu dem französischen Imperium, das die Größe Frankreichs ausmache. So wie das französische Mutterland, so wollten auch seine überseeischen Besitzungen frei bleiben und würden den Tod der.Knechtschaft oorziehen. Für ihn sei es eine Gewißheit, daß Frankreichs Volk ben Weg des Mutes und der Ehre geben werde.
Wie in Aj-accio stand auch in Bastia die Feier im Zeichen einer temperamentvollen Kundgebung. Die Teilnehmer an der Begrüßungsfeier brachen immer wieder in Sprechchöre „Vive Daladier", „Dive la France" aus. Nach der Rede Daladiers wurde die Marseillaise intoniert und von den Anwesenden mitgefungen. In ben frühen Abenbstun- ben verließen ber Kreuzer „Fach" und die Begleitschiffe den Hafen von Bastia zur Weiterreise nach B i 3 e r t a , dem Kriegshafen von Tunis, wo er morgen früh' erwartet wird. In Tunis haben sich etwa 80 Journalisten aus allen Län-
Die Vereinigten Staaten im Kamps um Den Renen Kurs.
o. V. N e u y 0 r k, im Dezember 1938.
Politisch denkende Kreise tn ben USA. — zu benen man den Durchschnittsamerikaner keineswegs ohne weiteres rechnen kann — blicken auf bas Jahr 1938 mit stark gemischten Gefühlen zurück. Macht man einen Versuch, innen- unb außenpolitisch für dieses Jahr eine Bilanz zu ziehen, so kommt als Ergebnis nur eine „Verwirrung der Gefühle" heraus. Weder nach der einen noch nach der anderen Richtung hin hat sich irgendeine Klärung ergeben. So war in gewißer Beziehung nichts bezeichnender für den innerpolitischen Verlauf des Jahres als die Tatsache, daß auf den mit großem Pomp angefünbigten ausgeglichenen Staatshaushalt wieder verzichtet wurde. Charakteristisch ist ferner der Wirrwarr im Parteiwesen: kein Mensch weiß mehr, wer eigentlich Demokrat oder Republikaner ist. Der Versuch des Präsidenten, ben obersten Staatsgerichtshof in bie Hanb feiner Vertrauensleute zu bekommen, zeigte in fchlagenber Weise auf, baß in ben Reihen ber Partei Roosevelts wichtige Männer grunb- süßliche Gegner des Präsidenten in dieser Frage waren. Andererseits hat der Präsident selbst gelegentlich Männer des gegnerischen Lagers bei Wahlen begünstigt und dem Publikum zur Wahl empfohlen. Der Prüfstein war in allen solchen Fällen die Anhängerschaft oder Gegnerschaft gegenüber dem New Deal, dem Neuen Kurs.
Es müßte also wenigstens insoweit eine Klarheit bestehen, als gesagt werden könnte, was das New Deal eigentlich ist. Auch hierbei fehlt die Antwort. Das New Deal kann so, es kann aber auch im Notfall ganz anders. Dies stellen alle Artikel der amerikanischen Presse fest, die die Stellung Roosevelts und die Rolle des Neuen Kurses zu erläutern suchen. Und es ist sehr bemerkenswert, daß
sichtigung der Befestigungen von Bizerta wird Daladier um die Mittagszeit in Tunis eintreffen, wo nach dem feierlichen Einzug am Nachmittag eine große T-r uppenparade abgehalten wird. Am Abend wird Daladier in einem Hotel von Tunis auf einem Eßen eine Rede h-alten, der man große politische Bedeutung zuschreibt. Dem Mittwoch ist die Besichtigung ber neuen Befestigungsanlagen von Gabes unb in Süd-Tunis, der sogenannten tunesischen Maginotlinie, vorbehalten. Am Donnerstag tritt Daladier von Bizerta aus über Algier die Heimreise an. *
Die Pariser Blätter berichten in überschwenglichen Worten über den herzlichen Empfang, die dem Ministerpräsidenten und seiner Begleitung in Korsika zuteil geworden ist. Da das Parlament in den Ferien und der Montag noch gesetzlicher Feiertag ist, also auch das politische Leben ruht, zumal Außenminister Bonnet von Paris abwesend ist, wendet sich die ganze Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit dieser Reise zu. Neben der aktuellen Berichterstattung über die Reise Daladiers verstärken bie Pariser Blätter ihre Bemühungen, bem französischen Leser durch Sonderaufsätze ein Bild über Tunis und das französische Kolonialreich ganz allgemein 3U geben. Der „Paris Soir" schreibt: diese gänze Reise fei, das müsse man vor allem verstehen, ein „Gang des Eigentümers durch sein Besitztum". Sie sei eine Freundschaftsgeste und eine „Gegenwartsbezeigung". dazu bestimmt, die französische Einheit zu stärken.
Das Echo in Rom.
Rom, 2. Jan. (Europapreß). Die römischen Blätter behandeln .die Reise des ftanzösischen Ministerpräsidenten Daladier nach Korsika und Tunis vorläufig nebensächlich. Die Landung des Ministerpräsidenten in Ajaccio, die Erklärungen, bie er bort gegeben hat, und die sonstigen Begleitumstände werden in verhältnismäßig kurzen Berichten der Pariser Pressevertreter wiedergegeben. Die Versicherungen Daladiers, Frankreich werde mit größter Sorgfalt über Korsika wachen, die Korsen könnten auf die französische Regierung zählen, die ihren Bedürfnissen und Notwendigkeiten in weitestem Maße Rechnung tragen werde, wer, den ahne Kommentar zur Kenntnis genommen. Offenbar will man die Franzosen nicht noch in bem Bestreben unterstützen, ,chie Bedeutung der Demonstration' von Korsika, Tunis und Algier zu übertreiben", wie sich der Pariser Vertreter des halbamtlichen „Giornale d'Jtalia" ausdrückt. Ein Teil ber ftanzösischen Presse entfalte eine neue Kampagne, um die Beziehungen zu Italien schwierig zu gestalten. Der Pariser Vertreter der „Tribuna" sieht in Daladiers Reise auch innen* j politische Gründe.
niedergeworfen werden; zwar gab es anfangs September, mehrere Wochen vor den chilenischen Präsidentenwahlen, einen Putschversuch in Chile, sowie kurz darauf, im Zusammenhang mit einer unzufriedenen Stimmung der Polizei von Quito, einige unangenehme Stunden in der Hauptstadt Ecuadors, die inzwischen sogar zur Parlamentsauflösung und Festsetzung von Neuwahlen im Mai nächsten Jahres geführt haben, und vor wenigen Tagen einen Putschversuch der Militärkreise, die als Anhänger des vor einem Jahr ge- ' stürzten Präsidenten-Obersten Toro in Bolivien zu bezeichnen sind. Aber alle diese Aufstands- oder Putschversuche konnten von den Regierungen im Keime erstickt oder sehr rasch niedergeworfen werden. In keinem südamerikanischen Lande ist es in diesem Jahr zu einem gewaltsamen Umsturz der bestehenden politischen Verhältnisse und zu einer Beseitigung ber Regierung gekommen. Die Zukunft muß lehren, ob diese Tatsache als ein Beweis für die fortschreitende politische Konsolidierung der süd- amerikanischen Staaten betrachtet werden kann.
In Argentinien, dem politisch und wirtschaftlich führenden Staate des Kontinents, war das bedeutsamste Ereignis dieses Jahres zweifellos der Wechsel in der Präsidentschaft, der sich, wie vorgesehen, am 20. Februar vollzog. Dr. Rv- berto M. Ortiz, der neue Präsident, regierte das Land mit neuen Männern, aber im alten Geist, dem Geist der Regierung Justo und der konservativen Kräfte, die durch die September-Revolution 1930 sozusagen kampflos an die Herrschaft tarnen, da das Land der unfähigen radikalen Machthaber seit langem müde war. Die Regierung Ortiz hatte sich namentlich auf wirtschaftlichem Gebiet mit schwierigen Problemen auseinanberzusetzen: denn sic kam in eine Zeit niedergehender Konjunktur hinein, was durch die schlechten diesjährigen Ernten und die ungünstigen Weltmarktpreise für Argentiniens Stapelprodukte bedingt war. Da sich zudem der argentinische Import nur zögernd der rückläufigen Bewegung der Exporte anpaßte (während der ersten zehn Monate 1938 haben die Importe nur unwesentlich nachgelassen, indes die Exporte um fast 46 v. H. zurückgegangen sind, und zum erstenmal .feit Jahren ist Argentiniens Außenhandelsbilanz passiv), entschloß sich die Regierung im November dieses Jahres zur Herabsetzung des amtlichen Peso- Kurses für die an bie Importeure abzugebenben Devisen. Gleichzeitig erhöhte die Regierung durch diese Maßnahme die Gewinne, welche sie bei der Devisenbewirtschaftung macht, und vermochte dadurch auch die Getreidemindestpreispolitik wieder einzuführen, die aus den Gewinnen der argentinischen Devisenwirtschaft finanziert wird. Damit sind den Pflanzern auch bei schlechten Weltmarktpreisen wenigstens Erträge garantiert, bie ihre Probuktions- toften und noch einen kleinen Gewinn sicherstellen.
Brasiliens innere Politik ist, auch nach der siegreichen Niederwerfung des Jntegralistenputsches vom 11. Mai, am Jahresende kaum übersichtlicher als bei Jahresbeginn. Ob der Jntegralismus, immerhin eine Bewegung, die einmal 1,6 Millionen Mitglieder zählte, wirklich tot ist, wie die gegenwärtigen Machthaber behaupten, muß noch bezweifelt werden, und auch in Heer und Marine, den Mächten, auf die sich das Dargassche Regime hauptsächlich stützt, scheinen gerade bie unteren und mittleren Offizieren nicht vollkommen mit der Regierung einig zu gehen. Ueberraschungen sind also auch im .neuen Staate", „estado novo“, wie sich das Regime nennt, durchaus möglich, unb es ist wohl fein Zufall daß Vargas bie neue Verfassung, bie eigentlich" erst nach einer sich für sie erklärenden Volksabstimmung in Kraft gesetzt werben soll, bisher mehr als ein Jahr nach ihrer Verkündigung, dem Volk immer noch nicht zur Abstimmung unterbreitet hat. In weiten Kreisen Brasiliens ist man vor allem mit dem nordamerika-freundlichen Kurse der Regierung Vargas unzufrieden, für den in erster Linie der Außenminister Osvaldo A r a n h a verantwortlich fein dürfte und der u. a. auch in den verschiedenen gegen die kulturellen 3nterenen des brasilianischen Deutschtums gerichteten Dekreten der Regierung zum Ausdruck kam. ....
In Chile standen in diesem Jahre die Präsidentenwahlen im Vordergrund des Interesses. Sie endigten mit einer Niederlage des Regierungskandi- baten Roß, und damit ber Regierung Alesiandn, unb mit einem Siege ber "D o l k s f r o n t , bie freilich in Chile ein politisches Gebilde ist, das mit den „Volksfronten" europäischer Provenienz nur den Namen gemeinsam hat. Denn bie Hauvtgruppe der chilenischen Volksfront, bie Rabikalen, fmb eme Partei, die sich aus den verschiedensten, nur durch ihr Streben nach der Macht geeinigten Elementen von rechts bis links zusammenletzt: und der neu- gewählte chilenische Präsident, Aguirre Cerda ein Professor und reicher Weingutsbesitzer, der gleich nach seiner Wahl recht gemäßigte und beruhigende Erklärungen abgab, ist auch nur dem Namen nach als „Volkssrontler" zu bezeichnen. Immerhin ist möglicherweise von ihm eine bewußte Politik im Sinne der Rooseveltschen panamerikanischen Ideen
Die beiden Amerika an der Jahreswende
Die Ausländskorrespondenten des Gießener Anzeigers berichten.
ein Derartiger Artikel bie Ueberzeugung ausspricht, Roosevelt wolle ganz sicher als erster Präsident der USA. eine dritte Amtsperiode, unb er würbe, so meinen alle Beurteiler, auch noch ein drittes Mal gewählt werden, wenn er von dieser seiner Elastizität und Anpassungsfähigkeit entsprechenden Gebrauch machte.
Auch dem Amerikaner fällt dabei auf, in welchem Maße sich mit der Zahl der Jahre, die Präsident Roosevelt im Weißen Haus verbringt, die Zahl der jüdischen Persönlichkeiten in seiner Umgebung sich vermehrt hat, und im gleichen Maße, wie in Washington solche Namen in den Vordergrund treten, entwickeln sich auch anderswo die von Juden besetzten Machtpositionen. Nicht nur im Rahmen Ses Komitees für industrielle Organisation, der Gründung von Lewis, ist die Zahl jüdischer Persönlichkeiten außerordentlich groß. Gerade im letzten Jahr ist eine Erscheinung eigener Art auf den Plan getreten, bie von vornherein unter ihren Führern eine überwiegende Mehrzahl von Juden gesehen hat. Diese Organisation, deren Mitgliederzahl als nicht fern von einer halben Million eingefchätzt wird, führt einen verhältnismäßig unscheinbaren Titel, hinter bem man zunächst eine Art Gewerkschaftsorganisa- tion vermutet. Tatsächlich sind es bie amerikanischen Erwerbslosen, die in dieser Gewerkschaft organisiert werden sollen, und die Führerpersönlichkeiten sind nicht nur Juden, sondern solche Juden, die einwandfrei entweder vom Kommunismus Herkommen ober sich ganz unverhüllt zum- Kommunismus bekennen.
Wenn von einer Abwehr überhaupt gesprochen werben kann, so ist diese Abwehr jedenfalls in der Oeffentlichkeit noch höchst lendenlahm, und nichts ist bezeichnender dafür als die Tatsache, daß man im großen Publikum geradezu verblüfft war, als die alte amerikanische Gewerkschaftsorganisation, bie American Federation of Labour, den Versuch zu einem Feldzug gegen Lewis machte. Die Regierung — was in diesem Falle das Weiße Haus heißt — liebäugelt in solchen Konfliktsfällen bald mit dieser, bald mit jener Seite, wie es Augenblick am besten zu den Plänen des Neuen Kurses zu passen scheint.
Es wäre verwunderlich, ließe sich gegenüber einer solchen Unklarheit in der Innenpolitik eine klare außenpolitische Linie feststellen. Es ergibt sich vielmehr als logische Folge, daß die Außenpolitik der USA. darauf ausgeht, Pre-
Daladiers Besuch in Korsika.
Der Empfang des Ministerpräsidenten in Ajaccio und Bastia — Zwei Reden Daladiers Kundgebungen der Bevölkerung. - Weiterfahrt nach Bizerta. —
Ministerpräsident Daladier und fein Gefolge haben am Montagvormittag korsischen Boden treten. Der Kreuzer „F o ch", auf bem in Sonntagnacht der Ministerpräsident bie Reise getreten hatte, traf bereits gegen 7.30 Uhr ber Höhe von Ajaccio ein. Mit Rücksicht auf frühe Morgenstunbe ging Dalabier jedoch erst neun Uhr an Land. Er wurde von den Vertretern der Behörden und einer großen Menschenmenge empfangen. Der Ministerpräsident begab sich sofort zum Gefallenendenkmal, wo er ein Blumengebinde nieberlegte. ^Darauf marschierten die Truppen der Garnison Ajaccio an ihm vorbei. Der offizielle Empfang fand anschließend im Rathaus statt, wo der Vorsitzende des Generalrats und Abgeordneter de Roca Serra den Ministerpräsidenten
großen Hoffnungen wie Anbeuten. Sie braucht nicht flutartige Regem der noch vor kurzem nieberging, aggressiv zu sein. Sie ist sicher unb unausrottbar, hat aufgehört. Ministervrasibent Dalabier wirb bei mie un^törba? weil i- in unserem herzen und seinem Einir-ssen in Bizerta und Tunis e,neu - -t.-.L. ra-m- " Der Ministerpräsibent strahlenb blauen Himmel vorftnden. Nach der Be-


