Ausgabe 
2.4.1939
 
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Reichswehr zuzuführen und gegen die vielerlei Ver­fallserscheinungen anzukämpfen.

Außer dieser politischen Betätigung widmete er sich dem Reitspdrt, dem er als langjährigerMaster" des 4. Garde-Reats. besonders zugetan war. Als Sohn eines Gutsbesitzers war er nicht nur mit dem Umgang mit Pferden vertraut, sondern auch unter Jägern groß gemprden. So galt seine freie Zeit der Jagd, der er heute noch als weidgerechter Jäger huldigt und dem Hundesport. Als Hundezüchter hat er sich viele Auszeichnungen erworben und aner­kannte Erfolge errungen

Die ehemaligen Angehörigen des 4. Garde-Rgts. verehren Oberst Kock, der Mitbegründer ihres Regi­mentsverbandes und jetzt Führer des Bezirks Fulda- Werra I des Traditionsverbandes ehem. Ange­höriger des 4. Garde-Rgts. im Bereich von Hessen- Nassau und Kurhessen ist. Oberst Kock steht in per­sönlicher Verbindung mit dem Reichskriegerführer General der Infanterie Reinhardt, einem Nach­barssohn, mit dem er aufgewachsen ist Dem auf­rechten deutschen Manne werden anläßlich seines Ehrentages viele herzliche Glückwünsche zugedacht sein.

Gießener Schaufensterwettbewerb im NBWK. 1939.

Heber 70 Anmeldungen liegen bereits vor.

Zum letztenmal richten wir an alle Einzelhändler den Appell:Beteiligt Euch am Schaufensterwett­bewerb" unter der ParoleDer deutsche Handel dankt durch Leistung", der vom 20. bis 30. April 1939 stattfindet. Letzter Anmeldetermin ist der 1. April 1939.

Fs wird erwartet, daß sich der gesamte Einzel­handel restlos daran beteiligt. Wir weisen ausdrück­lich darauf hin, daß, wer aus Anlgß des Führer- Geburtstages etwas Besonderes tun will, sich des­halb am Schaufensterwettbewerb beteiligt. Aus diesem Ant- heraus müssen alle Schaufenster be­reits am 20. April fertiggestellt fein. Alle Arbeits­kameraden, Betriebsführer und Gefolgschaftsmit­glieder können am Schaufensterwettbewerb teilneh­men. Der deutsche Einzelhandel wird durch diese Aktion einen weithin sichtbaren Nachweis seiner Ge-

Groß-Gießen."

Eine launige Eingemeindungsbetrachtung.

Von Hermann Elle, früher in Gießen, jetzt in Halle (Saales.

Als ich im Jahre 1875 meinen Fuß auf das harte Straßenpflaster der Stadt Gießen setzte, um in der Brühlschen Druckerei, Ecke Schloßgasse - Kanzleiberg, meitte Arbeitskraft als Schriftsetzer in Gulden und Kreuzer umzumünzen, hatte die Stadt knapp 14 000 Einwohner, einschließlich 1100 Mann Militär (das 116. Regiment hatte damals als ein­ziges im Reiche nur zwei, meist in Bürgerhäusern kasernierte Bataillone). Ob auch die etwa 600 Stu­denten mit zu denEinwohnern" zählten, weiß ich nicht, sie spielten aber in der Bürgerschaft und nicht zuletzt bei deren Töchtern eine große Rolle.

Große Ansprüche an Vergnügungen stellte die Einwohnerschaft nicht, obwohl der damalige Besitzer vonWenzels Garten", Wilhelm Wenzel, genannt Aschanti, durch Heranziehung von auswär­tigen Militär- und Zivilkapellen, Sommertheater- Gesellschaften, Ballonaufstiegen usw. Leben in die Bude zu bringen wußte. Als Wenzel einmal selbst in einem mit Heißluft gefüllten Ballon aufstieg, landete er unsanft auf einem hinter dem Nahrungs­berg gelegenen Kartoffelfelde. Als man ihn darüber frozzelte, antwortete er den Spöttern gewöhnlich mitGötz von Berlichingen". Wenn Meister Krauße mit seiner 116er-Kapelle sonntäglich Konzerte veranstaltete, gab esBier im Glas"; bei den Konzerten auswärtiger Kapellen, darunter sogar ein Neuyorker Militär-Musikkorps, wurde nur Wein aufgetragen. Wer sich diesen Genuß nicht leisten konnte, suchte ein anderes Vergnügungslokal auf, z. B. Lonys Bierkeller (später Gewerkschafts­haus), oder denLahnstein" an Oswalds Garten, den Philosophenwald u. a.

Wiederholt gab in Lonys Bierkeller die Frank­furter Singspielgesellschaft Simmedinger Gastspiele. Als eines Abends ein Komiker, der gern die Gie­ßener Begebenheiten in den Kreis seiner Couplets einfügte, sang:

Wie wird es in 100 Jahren in Gießen ausschau'n, da werden sie die Häuser bis Wieseck 'naus bau'n" hielten die Zuhörer dies für eine recht gewagte

Stunden braucht, um die ganze Welt zu umsegeln und dabei sich in vier Weltteilen neu einkleiden kann, indem man den Rock in Amerika, die Hose in Asien, die Weste in Afrika und die Schuhe in Australien kauft oder pumpt, liegt (vielleicht das Pumpen ausgenommen) nicht mehr weit in der Zukunft (siehe Flugzeuge).

Und wer dann recht pfiffig ist und das Pumpen recht kann, der pumpt gleich vier Weltteile auf einmal an."

So saug damals der alte Komiker.

Hoffentlich sorgen jetzige und spätere Stadtverwal­tungen, auch die Bürgerschaft, dafür, daß die Stadt Nahe an das heranrückt, was sie zu werden beab­sichtigt:Groß-Gießen".

Meinem Wunsche, daß es cseschieht, gebe ich in den nachstehenden Zeilen Ausdruck:

Man wird in Zukunft unsere Stadt Nur noch als Groß-Gießen finden Weil sie sich eingemeindet hat Wieseck und auch Klein-Linden Auch Schiffenberg wird eingefügt Mit Wirtschaft, Wald und Wiesen Und was sonst noch dahinter liegt Gehört nunmehr zu Groß-Gießen Wer dann einmal durch Gießen geht Wird schwer zurecht sich finden Weil der Nordbahnhof in Wieseck steht Und der Hauptbahnhof in Klein-Linden AuchSachsenhausen" rechts der Lahn Wird gewaltig sich ausdehnen Entlang der Bieberlieschenbahn An Heuchelheim anlehnen Auch Heuchelheim wird bald darauf Der Stadt auf die Pelle rücken Zumal wenn man den Unterlauf Der Lahn wird überbrücken Ist erst die Lahn kanalisiert Vertieft und auch verbreitert

burtenüberschuß aufweisen können, deren Cetfhings« fähigkeit und Schöpferkraft die Führer in Wirt­schaft, Handel, in der Wissenschaft und in der Wehr­macht und in der Staatsführung stellen.

Der erbbiologische Aufbau des Volkes nimmt die. Form einer Pyramide an. Die unterste Grenze stel­len diejenigen Schichten dar, die gerade noch vege­tieren, darüber breiten sich die Lebenstüchtigen aus und so türmen sich die Leistungstüchtigen, die Kul­turträger, die Erfinder und schließlich in ganz ge­ringer Zahl die Führer auf allen Lebensc^bieten und erst ganz zum Schluß die Gruppe jener ganz Weniger auf, wie sie einem Volke nur selten beschie- ben sind. Die Ursachen einer solchen Gliederung sind in der Biologie eines Volkes zu suchen. Wenn einem Volke die Führer in Wirtschaft, Kultur und Heer fehlen, dann wäre es um die Zukunn eines solchen Volkes sehr ernst bestellt.

Für unser Volk ist es wichtig, daß wir ein gut ausgebautes Schulwesen, eine Berufserziehung und den Reichsberufswettkampf als eine Heerschau der Kräfte haben, aus denen noch solche für verant­wortungsvolle Tätigkeiten ausgelesen werden kön­nen. In sehr eingehender Weise schilderte Dr. Mül­ler, wie Erziehung und Ausbildung nur in begrenz­tem Ausmaße einen Menschen fähiger zu' machen vermögen, sondern daß die Summe der erblichen Anlage die entscheidende Rolle spielt. Der Redner begründete diesen Erfahrungssatz von der rein wissenschaftlichen Seite her.

An Hand von schematischen Darstellungen machte der Vortragende verständlich, . daß unsere heutige Arbeiterschaft nach der Herkunft und nach der sitt­lichen und sozialen Bewertung aus zwei verschiede­nen, gegensätzlichen Schichten zusammengesetzt ist, aus den ungelernten Arbeitern und den Tage­löhnern auf der einen, und auf der anderen Seite

Möbelhaus ßuhl

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. 29/30 -ßa&nfafab-. 2/4.

Prophezeiung. Heute, nach 63 Jahren, geht diese

von dem Komiker besungene

Möglichkeit, daß man in hundert Jahren nur noch

Halle (Saale).

Hermann Elle.

Pennalerinnerungen

Vor 60 Jahren

Mit dem neuen Jahr 1879 hatte der Unterricht

im

Als

Verwirklichung entgegen; die zwischen Wieseck und Gießen dem bezeichneten Jahrhundert

Prophezeiung ihrer Gemarkungsgrenzen werden lange vor verschwinden.

Auch die weiter

hieß, begonnen. Der Umzug war aus dem alten Gymnasium amBrand" vor Beginn der Weih-

Wird Gießen, wie schon projektiert

Zur Hafenstadt erweitert

Die Eltern werden's dann verstehn

Und sich nicht daran stoßen

Wenn die Töchter sich im Tanze drehn Mit Pionieren und Matrosen.

scheine der Serie F am Dienstag, dem 4. April 1939, 20,30 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle (Zi­garrenhaus Moeser), Eingang Löwengasse, einzu-

aes Händlers auch die Unterschrift des Empfängers, dessen Wohnung, Straße und Hausnummer und bi? genaue Bezeichnung der Kohlensorte tragen muß. Nach dem . 4. April 1939 ein gereichte Scheine sind wertlos.

Zeichen. Es wird hiermit darauf hingewiesen, daß jn dem neuen Gymnasium an derNeuen-" oder Rückseite der Kohlenscheine außer der UnterschriftSüd-" oderSchönen-Anlage", wie sie damals

nachtsferien 1879 erfolgt. Das alte Pennal, später umgebaut und erweitert zum Regierungsgebäude am Landgraf-Philipp-Platz, lag bekanntlich der alten Kaserne des damals nur aus zwei Bataillonen be­stehenden 2. Hess. Jnf.-Rgt. 116 gegenüber. Vor dem Gymnasium wurde von Morgen bis Abend lebhaft exerziert und kommandiert, und die Unteroffiziere verfügten über eine stärkere Lungenkraft als selbst die stimmbegabtesten Magister, z. B. der hünenhafte Dr. Curschmann, dessen Zorn manchmal die Schulwände erzittern ließ. In der guten Jahreszeit kehrten um 11 Uhr unter schmetternder Musik die Soldaten von ihren Uebungsmärschen zurück. Ein Gaudium der Schüler und 'willkommene Unterbre­chung des Unterrichts! Als gelegentlich einmal nach einer Heimkehr der Truppe an einem heißen Som­mertag von 11.30 bis 12 Uhr eine einzelne, schrille Klarinette an einem offenen Kasernenfenster ihre Läufe übte und alle Pennäler (damals gab es noch nicht hitzefrei) während des Latein- oder Mathe­matik- oder Religions-Unterrichts andächtig diesen Tönen lauschten, sagte endlich der kleine, rundliche Professor Hainebach, genanntDie Katz", indem er den Schweiß von seiner Stirne strich, zu seinen Ober-Sekundanern, die damals noch mit dem bie­derenDu" angeredet wurden:Das sage ich euch. Wenn das der Oberst wüßte ..Darauf ließ er den Livius schließen.

Nun wurde der stattliche Neubau bezogen. Jahre­lang hatte der Bauplatz dagelegen, gegenüber der alten Turnhalle an der anderen Ecke der Bismarck­straße, in der der alte Rübsamen die Tätigkeit des Turnvaters Jahn mit großem Erfolg fortsetzte, an der Stelle des jetzigen Töpelmannschen Hauses. Bummelte nun der Gymnasiast um dieSchur", so sagte er sich wohl mit Genugtuung:Da kommt das neue Pennal hin" Endlich war es da! Der Hessische Baumeister, spätere Baurat, Eduard Holzapfel hatte den Bau erstellt. Charakteri­stisch für die Gesamtkonstruktion ist, und auch in der feinen Front angedeutet, daß der große Fest- fqal, die Aula, nicht, wie sonst meist, im 2. Stock, der sogenanntenBeletage", gelegen ist, sondern im 3. unter dem hochragenden Dach.

Aus schultechnischen und schulhygienischen Grün­den hätte der Bäu an die Wieseck gehört, an die Stelle, wo dick Dienstwohnung des Direktors und die Turnhalle stehen, aber das damalige ästhetische Gefühl der Stadtverwaltung, auch das des verdien­ten Baumeisters, ließ nur die in die Augen sprin­gende Lage in der Straßenzeile zu. An Störungen durch Straßenverkehr dachte damals niemand! Wie selten fuhr eine Chaise vorbei! Höchstens klingelt- der Milchwagen.

D a steht er nun, ein Schmuck des Hindenburg- walls, aber zur Dauergual der unterrichtenden Leh­rer bei den oorüdersausenden, mehr oder weniger fürchterlich brummenden, früher sogar hupenden Autos in der Richtung von und nach Frankfurt und auch um die Ecke herum ins lateinische Viertel

BOM.-Llntergau 116 Gießen.

BDM.-Werk-Gruppe 4 A.

unserer Vaterstadt. Fenster müssen selbstverständlich bei diesem Lärm, selbst im Hochsommer, geschlossen bleiben. Trotzdem fallen zur Freude der Schüler, namentlich im großen Eckzimmer des Erdgeschosses, den lieben, langen Vormittag vor dem Straßenspek- takel oft Fragen und Antworten unter den Tisch.

Die kleine Pedellenwohnnng in der Bismarck­straße entstand viele Jahre später, als der Wohn­raum der Amtsgehilfenfamilie in dem Gymnasium selbst für Schulzwecke gebraucht wurde. So entstand der Zwerg neben dem Riesen:Hundehütte" nennt ihn die Pennälersprache.

Die neue Schule sollte vor den Weihnachtsferien 1878 feierlich eingeweiht werden. Alles war gut vorbereitet. Musikdarbietungen unter der Leitung des Musikdirektors F e l ch n e r und Festreden des Direktors, des bekannten Schulmannes und Pro­fessors der Pädagogik, Hermann Schiller, des hochgeschätzten Religionslehrers, Pros. Wilhelm Stamm und eines Ober-Primaners standen in Aussicht. Da ließ die Landestrauer über den Tod der jungen Großherzogin Alice, Mitte Dezem­ber, das ganze Festprogramm ins Wasser fallen. Der Primaner kam um seine Jungfernrede!

Einzig wurden die Elternschaft und alle inter­essierten Einwohner der Stadt eingeladen, an einem freien Tag die neue Schule zu besichtigen, neben der es damals nur noch die in der heutigen Bür­germeisterei an der Ecke der Gartenstraße, gegen­über dem Theater, bis zur Unter-Sekunda reichende Realschule gab. Primaner führten die zahlreichen Besucher und erklärten alles mit der beredten Lie­benswürdigkeithöherer Schüler". Da gab es ganz neue zweisitzige Schulbänke, die sich freilich später als viel zu eng erwiesen. Vor allen Dingen aber staunte man die modernste Heißluftheizung an, später durch ihre Trockenheit für so manche Lehrer der Anlaß zu dauernder Berufskrankheit, dem chro­nischen Hals-Rachen-Katarrh.

Am 2. April 1 879 fand das erste Abi­tur i e n t e n - E x a m e n , wie man damals die Reifeprüfung des humanistischen Gymnasiums noch meist nannte, in einem kleinen Lehrzimmer der neuen Schule statt. Den Vorsitz führte derGroß- herzogl. Geh. Oberschulrath" Herr Th. Becker aus Darmstadt. Von sechs Ober-Primanern bestanden vier. 33 Prozent fielen also durch. Schwer ist zu beantworten, was an dieser Katastrophe schuld war, ob zu hohe Anforderungen des Examens (noch mußte in der schriftlichen Reifeprüfung eine Ueder- setzung ins Griechische angefertigt werden, und Be­freiung von der mündlichen Prüfung gab es über­haupt nicht), ob die strengen Herren Lehrer und der sonst gar nicht so sehr gefürchtete Darmstädter Vorsitzende oder gar die faulen, vielleicht minder begabten Schüler, wie sie wenigstens von ihren Prüfern wohl taxiert wurden.

Von den damaligen Abiturienten sind Otto W i e ß n e r, als Kreisarzt in Schotten, vor vielen Jahrzehnten, und August Zimmermann, als Oberlandesgerichtsrat in Darmstadt, vor wenigen Jahren, gestorben. Die beiden anderen, Professor Ludwig Hüter und Kommerzienrat Heinrich Schirmer, leben noch, 78jährig, als Mitbürger unserer Stadt. A. B.

Wir treten am Sonntag, dem 2. April, 8 Uhr vor- am Ludwigrplatz mit Sportzeug an..

Entschuldigung gelten nur ärztliche Atteste.

HZ., Bann und Zungbann 116.

Sozialslelle.

Es besteht noch Aussicht, einige Kameraden in den Anfang April beginnenden ordentlichen zweijährigen Lehrgang des Reichsseminars der NSV. in Bad Saaxvw em zuweisen. Etwaige Bewerbungen sind schriftlich innerhalb drei Tagen hierherzugeben. Es kommen nu; solche Jg. in Frage, die bereits Ar­beitsdienst und Wehrpflicht erfüllt haben und ein­

jährige soziale Dorpraxis nachweisen können. Darauf kann in Anrechnung kommen: Führertätigkeit "" FAD., RAD. und in der HI.

schlossenheit und Einsatzbereitschaft für den Kampf um die Freiheit der deutschen Nation liefern.

Gez.: E. Steine!

Wettbewerbsleiter für den Schaufensterwettbewerb.

NSA., Ortsgruppe Mitte.

Betr.: Kohlenabrechnung am 4. April 1939.

Die Kohlenhändler werden ersucht, die Kohlen-

BDIN.-Werk-Gruppe 3 A.

Wir treten am Sonntag, dem 2. April, 8 Uhr vor­mittags, am Universitätssportplatz mit Sportzeug an.

Gießener HZ.-Heim-Bau wird begonnen.

Wie aus einer Bekanntmachung des Oberbürger­meisters und des Stadtbauamtes hervorgeht, werden gegenwärtig die Erd- und Maurerarbeiten, die Zimmer-, die Dachdecker- und die Spenglerarbeiten für den Neubau eines HJ.-Heimes für die Gießener Hitler-Jugend ausgeschrieben. Die Vordrucke für die Angebote sind vom 3. April ab beim Stadtbau­amt abzuholen. Die Pläne können dort eingesehen werden.

Wie wir auf Anfrage hören, wird mit dem Bau des Hitler-Jugend-Heimes voraussichtlich schon kurz nach Ostern begonnen werden können. Die Pläne für das Heim stammen von dem Architekten Mül - l e r (Offenbach a. M.), der bei dem Wettbewerb für die Erlangung eines Entwurfs für das HJ.-Heim Gießen mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde. Das Heim wird auf dem Gelände der ehemaligen Schönen Aussicht" am Wartweg erstellt. Mit dem Bau des eigenen Heimes der Hitler-Jugend dürfte ein langgehegter Wunsch der Gießener Jugend feiner Erfüllung näherkommen.

Neue Arbeiten Giehener Künstler.

Der Oberhessische Kun st verein veran­staltet in der Zeit vom 2. bis 23/April in seinem Ausstellungsraum im Turmhaus am Brandplatz eine Schau neuer Arbeiten Gießener Künstler. In der Ausstellung werden insbesondere Arbeiten von Hans Hagenau er, von Lotte D r o e s e und Hellmuth Mu eller-Leutert gezeigt.

Äermeffungsämter und -dienststellen der Landesregierung unterstellt.

Nach einer Verordnung des Reichsstatthalters in Hessen Landesregierung werden die Verrnes- sungsämter und Vermessungsdienststellen nach Auf­hebung des § 2 der Verordnung, die Kreisvermes­sungsämter betreffend, vom 23. März 1921 und der Abschnitt IA der 5. Verordnung zur Vereinfachung der Staatsverwaltung auf dem Gebiete des Ver­messungswesens vom 30. Dezember 1933 unmittel­bar der Landesregierung (Finanzverwaltung) unter­stellt. Die Verordnung tritt am 1. April 1939 in Kraft. Mit ihrer Durchführung ist die Landesregie­rung (Finanzverwaltung) beauftragt.

Zndustriearbeiterschast und rassische Erneuerung.

Die außerordentlich interessante Vortragsreihe über Gegenwarts- uni) Zukunftsfragen der deutschen Wirtschaft, die die Abteilung für Berufserziehung und Berufsführung der DAF. durchführt, wurde Estrigen Freitag imBurghof" fortgesetzt. Dr. , .;Ier vom Sächsischen Ministerium für

Volksbildung, Dresden«sprach über das Thema ,Jn- dustriearbeiterschaft und rassische (Erneuerung".

Der Vortragende gab einen Ueberblick über die Entwicklungsmöglichkeiten des deutschen Volkes, die

geradezu einen Betätigungsdrang jeder einzelnen Kraft uuslösen. Er schilderte die vielfältigen Aus­gaben, deren Lösung die Sicherung des Bestandes des Volkes bedeuten und die einer zielbewußten Staatsführung schon heute die Frage nach dem Nachwuchs aufdrängen. Der Vortragende erläuterte, wie nach einer rein schematischen Scheidung der lebenstüchtigen von den lebensuntüchtigen Volks­schichten, die Masse der Lebenstüchtigen einen star­ken Nachwuchs von feiten jener Volksgenossen auf­zuweisen hat, die gerade noch den notwendigsten Ansprüchen genügen, um nicht unfruchtbar gemacht zu werden. Wir werden aber erst dann ein Volk der Zukunft sein, wenn jene Volksschichten einen Ge­

ben durch die aufkommende Industrie im vorigen Jahrhundert zur Ausgabe ihrer Betriebe gezwunge­nen Handwerkern und dem.nicht zur Führung des Bauernhofes gekommenen Bauernnachwuchs. An Hand von Tatsachen schilderte er, wie die besten Kräfte unter ihnen ihren Kindern den Aufstieg er­möglichten und damit ihre Selbstbehauptung be­wiesen. Unter diesen Schichten hat der Staat von heute einen Bestand von Leistungsmenschen zu sehen, denen er seine Förderung angedeihen lassen muß, um feinen Nachwuchs zu sichern. Die Reichs-. regierung hat für erbpflegerische Maßnahmen volles Verständnis durch die Steuergesetzgebung gezeigt. Nun gilt es, wie der Vortragende sagte, die Reichs­regierung zu unterstützen, und zu diesem Zwecke rief er die Betriebsführer auf, durch aufklärende Worte und durch das Vorbild die Gefolgschaft im Entschluß zu beeinflussen, die Zukunft unseres Volkes zu sichern. Der Vortrag fand reichen Beifall.

Tödlicher Verkehrsunfall am Windhof.

Gestern vormittag gegen 10 Uhr ereignete «sich unmittelbar am Windhof ein schwerer Verkehrs­unfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel. Der Unfall ereignete sich am Abzweig der Straße nach Heuchelheim. Der Lenker eines Last­kraftwagens wollte mit seinem Fahrzeug nach Heu­chelheim einbiegen, wobei er im gleichen Augenblick einen Radfahrer über­holte, der vom Kasten des Lastkraftwagens an­gestoßen und vom Rade geschleudert wurde. Der bedauernswerte Mann, der 27jährige Installateur Georg Müller aus Wommelshausen (Kreis Bie­denkopf) geriet dabei so unglücklich zu Fall, daß er mit dem Kops unter die Räder kam, überfahren wurde und auf der Stelle tot liegen blieb. Der Verunglückte hinterläßt Frau und zwei Kinder. Staatsanwaltschaft und Gendarmerie leiteten sofort an Ort und Stelle die Ermittlungen über die Schuld­frage ein. Dabei stellte sich u. a. heraus, daß der' Lenker des Lastkraftwagens erst vor kurzer Zeit die Prüfung für den Führerschein abgelegt und einen Tag vor dem Unglücksfall die Stellung bei dem Jndustriewerk, dem der Lastkrafwagen gehört, angetreten hatte. Der Lastkraftwagenlenker, der aus Waldgirmes stammt, mußte in Haft genommen und dem Amtsgerichtsgefängnis in Gießen zugeführt werden.

Gießener Wochenmarktprelfe.

* Gießen, 1. April. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse S 11, A 10%, B 10, C 9%, D 8%, (Enteneier 9%, 10%, Wirsing, % kg 20, Weißkraut 13 bis 14, Rotkraut 17 bis 18, Karotten 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 35 bis 40, Uifterkohlrabi 9 bis 10, Rosenkohl 45, Feldsalat, Vio 15, Tomaten, % kg 35 bis 45, Zwiebeln 15 bis 16, Meerrettich 40 bis 70, Schwarzwurzeln 30 bis 40, Rhabarber 50, Kartoffeln, % kg 5 bis 7 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,95 Mark, Rüste, % kg 45 Pf., Hähne 1 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl, das Stück 40 bis 50 Pf., Salat 25 bis 55, Salatgurken 80 Pf. bis 1,30 Mark, Lauch 5 bis 15 Pf., Rettich 10 bis 15, Sellerie, % kg 40 bis 50, Radieschen, das Bündel 20 bis 25 Pf.

*

** M i t dem Treudienstehrenzeichen bedacht. Der Führer und Reichskanzler hat dem Justizoberwachtmeister Georg Bormuth in Gie­ßen für 40jährige Dienstzeit das goldene Treudienst­ehrenzeichen verliehen.

** Treue Mitarbeiterin. Die kaufmän­nische Angestellte Frau Ottilie Wieder kann am heutigen 1. April auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Groß-WäschereiEdelweiß" zurückblicken.

** Der Frühjahrsmarkt auf O s - waldsgarten wurde, wie wir schon berichteten, bis zum morgigen Sonntag verlängert. Heute Samstag und morgen Sonntag ist also noch einmal Gelegenheit gegeben, die Messe zu besuchen.

** Schwere r Sturz vom Fahrrad. Eine 22jährige Hausangestellte aus der Stephan- straße stürzte rtiit ihrem Fahrrad so heftig, daß sie einen Schädelbasisbxuch und eine schwere Gehirn­erschütterung erlitt. Das Mädchen wurde der Chirur­gischen Klinik zugeführt und liegt sehr schwer dar­nieder.