Ausgabe 
2.4.1939
 
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Nr. 78 Erstes Blatt

I89.)ahrgang

Samstag, z./8onntag, 2. April 1959

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Goldflucht aus England.

Interpress Copyrighu:8erid)t.

London, im März.

Goldsicher" wohl in (einem Wort offenbart sich deutlicher der Wandel der Zeiten, als in diesem. Das blanke Goldstück, oder ein Wertpapier, das voll mit Gold gedeckt war, war die einzige Anlage, die unsere Väter für ihr erarbeitetes und erspartes Ver­mögen als sicher ansahen. Dann konnten sie ruhig schlafen heute kann man aber sagen, daß von allen Kapitalisten die Gold-Besitzer dieärmsten" der Reichen geworden sind. Gold ist eine Materie, sie muß aufbewahrt werden aber wo? Den Verzicht auf die Verzinsung nimmt man hin, wenn man dafür nur die absolute Sicherheit ein­tauscht. Aber die Gefahren, die dem Goldhort heute drohen, sind zu groß geworden. Wird der Staat, in dessen Banktresors man seine Goldschätze ausbe­wahrt, morgen in eine kriegerische Verwicklung hin- etngezogen, oder verwirrt sich die Politik dieses Staates so ist die Sicherheit von gestern für den Goldbesitzer heute zu einer Chimäre geworden. Diese seltsame Wandlung erklärt, daß der Goldbe­sitzer zu einem Ahasver geworden ist. Das ist das tiefste Moment, das der nüchternen Mel­dung zugrunde liegt, die wir in diesen Tagen häufig lesen konnten:30 Millionen Pfund St. sind von der Bank von England nach den USA. verschifft worden."

Wer in London aus der Underground-Station Bank" aussteigt, erreicht in ein paar Schritten den imposanten Gebäudekomplex, der nicht nur sym­bolisch, sondern rein tatsächlich eine Festung dar­stellt:The Bank of Eugland". Aber nicht nur die Krise der letzten Tage, sondern die Gold­ausweise dieses mächtigen Institutes im vergange­nen Fahr zeigen, daß diese Festung wenigstens nach Ansicht der internationalen Goldbesitzer nicht mehr sicher wie die Bank von England" scheint. Dieses Mißtrauen richtet sich vielleicht gar nicht so sehr gegen die uneinnehmbaren Stahltresors in Londons Citys, wie gegen die englifcye Politik überhaupt. Tatsache ist allerdings, daß seit Monaten England mehr Gold a b g i o t, als in das Land fließt. Ein normaler Grund dafür ist allerdings die Tatsache, daß das reiche England immer mehr in andern Ländern gekauft als dorthin expor­tiert hat. Aber normalerweise wurde der Ausgleich, richtiger, der Ueberschuß in den Beteiligungen des angelsächsischen Hochkapitals in allen fünf Erdteilen gesunden. Und schließlich wurde seit geraumer Zeit der größte Teil der Goldproduktion nicht mehr in Mexiko, Kalifornien oder Peru gefördert, sondern in Gebieten, die zum britischen Empire ge­hören. Allein die Goldproduktion Südafrikas kommt auf monatlich fast 8 Millionen Pfund Ster­ling. Alle oiefe Goldschätze wanderten nach England, ihr traditioneller Käufer war die Bank von England. Nicht eine Veränderung der Besitzverhältnisse an den Goldvorkommen, nicht eine Verschlechterung der Ex­portbilanz ist es, die seit vielen Monaten die Gold- bilanz der Bank von England passiv stellt sondern das erschütterte Vertrauen der großen und kleinen Goldbesitzer der Welt, deren Interessen Eng­land zu vertreten vorgibt.

Bekanntlich wandert der größte Teil dieses aus England abgezogenen Goldes nach den USA., dem Lande, das durch Gesetz gezwungen ist, jedes ihm angebotene Gold zu einem bestimmten Preise zu kaufen. Amerikas Goldbestände sind deshalb im Laufe des verflossenen Jahres ungeheuer gestiegen, zumal es nicht nur Englands Gold ist, das hierin flüchtet. Heute besitzt Amerika über 50 v. H. des ge­samten Goldbesitzes der Erde.

Ein sehr interessanter Faktor bei dem akuten Pro­blem der Golbverschiebung von Europa nach lieber- see ist S ü d a f r i k a. Man hat in diesem Dominion schon seit langem erwogen, ob es nicht praktischer wäre, das Gold nicht wie bisher erst nach London, sondern direkt nach Amerika zu verkaufen. Die Südafrikanische Centtalbank hat bereits vor einigen Monaten mitgeteilt, daß ausländischen Ka­pitalisten bei ihr Gold erwerben und horten könn­ten. Trotzdem ist die Bank von.England nach wie vor als Käufer in Südafrika aufgetreten, aber man behauptet, daß verschiedene der erworbenen Gold­vorräte nicht nach London verschifft, sondern i n Südafrika im Depot belassen wurden. Es ist ferner bekannt, daß auch Holland einen großen Teil feiner Goldvorräte nicht mehr m der Verwahrung seiner Nationalbank beließ, sondern an anderen,sicherer" erscheinenden Plätzen deponierte. Und die Meldung, daß auch die Schweiz und Frankreich sich der Goldslucht aus den Tresors her offiziellen National-Bcmken angefchlossen haben, ist heute kein Bankgeheimnis mehr.

Die USA. bieten allerdings nur für das offizielle Gold, nicht für den privaten Goldbesitzer ein Do­rado; denn laut Bundesgesetz ist in den Vereinigten Staaten Privatleuten der Besitz blinkender Gold­barren verboten, aber dafür bieten die USA. dem privaten Kapitalisten Anlagemöglichkeiten, die nach heutigen Begriffen nicht weniger sicher sind, als Barrengold. Wer sich aber von seinemGold im Strumpf" absolut nicht trennen will, dem bleibt in her Hauptsache Indien und Kanada, wo er neben einer ziemlich freien Goldbesitz-Gesetzgebung, die in Kanada allerdings nicht ganz uneingeschränkt ist, den Vorzug des GefühlsFern von Europa" vereint. . v

Aber auch heute noch gibt es in Londons City ein Bürozimmer, das man als den Goldmarkt der Welt bezeichnen kann. Man kann hier Gold kaufen und verkaufen, wie man will die Gesetze dieser Goldbörse sind nicht romantischer und verzwickter, als die jedes Gemüse- oder Fleischmarktes. Die Ge­setze dieser Goldbürse sind die Gesetze der kapitalisti­

schen Wirtschaftsform: Angebot und Nach­frage bestimmen mit diktatorischer Vollmacht den Preis der Unze Gold. Ein Regulativ ist geschaffen, um nervöse Schwankungen zu verhindern, die auch für die Stabilität der Währung bedenklich sein könn­ten: der englische Währungsausgleichs­fonds. Die Männer, die für die Millionentrans­aktionen dieses Ausgleichsfonds verantwortlich zeich­nen, sind Sir Richard Hopkins, Sir Frederic P h i l i p s, Sir Frederic Light Roß und nicht zuletzt Montagne Norman, der Gewaltige der Bank von England. Wird Gold in übermäßigem Maße angefordert, so daß die Gefahr einer unbe­rechtigten Steigerung des Goldpreises besteht, so verkauft dieser Ausgleichsfonds, wird von der Spe­kulation Gold in einem zu starkem Maße auf den Markt geworfen, so sind der Ausgleichsfonds und die hinter ihm stehende Bank von England die Käufer, um das notwendige Regulativ zu schaffen, das Währungsschwankungen vermeidet. Die Bedeu­tung dieses Ausgleichsfonds wird dadurch ersichtlich, daß er in kürzester Zeit Transaktionen von nicht weniger als 400 Millionen Pfund Sterling bewegt ohne mit der Wimper zu zucken.

Wer bestimmt nun aber in Wirklichkeit den Kaufpreis dieses gelben Metalles, das die Men­schen Tag und Nacht lischt schlafen läßt? An jedem Vormittag um 11 Uhr finden sich die Vertreter des Bankhauses Rothschild, ihrer Konzernfirma John­son, Matthey & Co. Shapers und Wilkins, Mocatta und Guldsmith, Samuel Montagne & Co., Pickley & Abell in einem Bürozimmer in der City zusam­men, sechs Juden und Judengnofsen, die den Gold­preis der Welt bestimmen. Ihr Hauptrequisit ist das Telephon, das jeder dieser sechs Herren auf dem

Berlin. 31.März. (DHB.) Die deutsche Luft­fahrt konnte am Donnerstagabend einen ihrer stol­zesten Erfolge erringen. Ein Jagdflugzeug der heinkelwerke, ein weiterentwickeller Typ des Re­kordflugzeuges He-112-U, mit dem Generalleut­nant Adel Pfingsten 1938 feinen Geschwindig­keitsrekord über 100 Kilometer aufstellen konnte, hat den absoluten Geschwindigkeits- Weltrekord für Deutschland erobert. Flugführer war der Flugkapitän Hans Die­le r l e, der über die vorgefchriebene Drei-Kito- meter-Meßstrecke in der Rahe des Merkflugplahes Oranienburg mit dem einsitzigen Flugzeug 7 4 6,6 6 Stundenkilometer erreichte und damit den feit dem 23. Oktober 1934 von dem Italiener Fran­cesco Agello mit 709,209 Kilometerstunden ge­haltenen Weltrekord um rund 37 Kilometer über­bot. Das Flugzeug ist ein mit einem Mercedes- Benz-Flugmotor DB 601 von 1175 PS. Leistung ausgerüstetes einmotoriges Jagdflugzeug.

Gin stolzer Erfolg der deutschen Luftfahrt.

Staatssekretär Generaloberst Milch gab einige Erläuterungen zu dem neuen stolzen Er­folg der deutschen Luftfahrt. Der erst24Jahre alte Flieger Dieterle, der auf Grund seiner her­vorragenden Leistungen von Generalfeldmarschall Göring sofort bevorzugt zum Flugkapitän beför­dert worden ist, hat einen Rekord aufgestellt, der wohl allgemein in her Luftfahrt der Welt als der größte Rekord gilt: den her absoluten G e - schwindigkeit über 3 Kilometer. Dieser Re­kord, her früher mit demS ch n e i d e r p o k a l" verbunden war, ist bereits vor dem Weltkriege aus- getragen worden. In den Jahren nach dem Kriege konnte sich Deutschland zunächst an diesem Wett­bewerb leider niemals beteiligen, weil es auf Grund des Versailler Diktates so schnelle Flugzeuge nicht bauen durfte. Die Hauptgegner in dem Pokalkampf waren in den letzten Jahren hauptsächlich Eng­land und Italien. Während zunächst die Eng­länder etwas voranlagen, gelang es dem Italiener Agello am 23. Oktober 1934 mit einem Wasser­flugzeug auf dem Gardasee mit einer Geschwindig­keit von 709 Kilometer den Rekord für Italien zu sichern. Man wählte zu den Rekordversuchen bisher stets Wasserflugzeuge, weil die hohe Fluggeschwin­digkeit eine entsprechend hohe Landegeschwindigkeit und eine lange Startstrecke bedingt.

Zum erstenmal ist der Rekord jetzt von einem Landflugzeug auf einem Flugplatz von ganz normalen Ausmaßen aufgestellt worden, und zwar in Oranienburg. Der internationale Rekord für Landflugzeuge wurde von Dr. Wurster auf einer Messerschmitt-Maschine 109 mit 610 Kilometer ge­halten. Der absolute Rekord des Italieners Agello ist nunmehr um rund 37 Kilometer auf 746,5 Kilo- meterftunöen verbessert worden, wobei berücksichtigt ist, daß das Wasserflugzeug Agellos hinsichtlich der Start- und Landestrecken keinen Beschränkungen un­terworfen war. Trotzdem bleibt der Rekord des Ita­lieners Agello eine ganz außerordentliche Leistung. Der hervorragende italienische Flieger hat bereits 1934 hie gewaltige Geschwindigkeit von 709 Kilo-

Schreibtisch hat: per Kabel unb Radio teilen ihnen die Goldinteressenten her Welt ihre Nachfrage und ihr Angebot an hem gelben Metall mit. Der Unter­schied zu dem Gemüse- und Fleischmarkt besteht eigentlich nur darin, daß sie die Ware, deren Preis sie bestimmen, nicht sehen. Sie sind zwar keine Dikta- tore des Goldpreises, aber aus den Verkaufsoders unb Kaufanträgen, bie in biefem City-Büro zu­sammenlaufen, resultiert täglich ein Golbpreis, her für bie Börsen her Welt biktatorische Bebeutung hat. Diesen sechs Männern ist auch bie Politik nur ein Mittel zum Zweck. Auch bas Schicksal Eng­lands ist ihnen letzten Endes gleichgültig, für sie gibt es nur einen Wertmaßstab auf her Welt: Gold, Gold, Gold! Unb sie merken nicht, baß für bie künf­tige Gestaltung des Schicksals der Welt schon längst nicht mehr das Gold ausschlaggebend ist, sondern daß es nichts mehr ist als das fluchbeladene Gut der deutschen Sagen.

Amerika hortet bereits 60 v. H. des Goldbestandes der Welt.

Neuyork, 31.März. (DRV.) Die Gold- Iransporle aus England sind am Freilag in Reuyork eingetroffen. In Wirljchafls- freifen wird darauf hingewiesen, daß dieMan­hattan", eines der fünf Schiffe, auf denen das Weltkapital fein Geld in Sicherheit brachte, den bisher größten Gotdvorrat befördert habe, der je verschifft worden fei. Es handele sich um 60 Millionen Dollar. Gleichzeitig habe die Normandie" für 28 Millionen Dollar Gold aus- geladen. Damit ist Amerikas Goldschatz auf über 16 Milliarden Dollar angewachsen, so daß es bereits 60 v. H. der Goldbestände der Welt hortet.

meter erzielt unb diesen seinerzeit kaum vorstell­baren Rekord über vier Jahre lang behauptet. Seine Leistung wirb in der Geschichte her Luftfahrt unver­gessen bleiben.

Zu der Leistung des Flugkapitäns Dieterle betonte Staatssekretär Milch, daß der Rekord über die Meßstrecke m Höhen von über 75 Metern geflogen werden muß unb daß auch beim Wenden nicht über 400 Meter Höhe gegangen wer­den darf. Dies ist rein fliegerisch eine besondere Leistung, weil Bruchteile von Sekunden für das gute Einhalten der Höhe unb Flugrichtung entscheidend sind. Der Rekord wirb zweifellos i n ber ganzen Welt erhebliches Aufse­hen erregen, unb zwar gerade bei den Nationen, die bisher auf diesem Gebiete stark gearbeitet ha­ben: bei Italien, das bei den Gefchwinbigkeits- rekorben ja bisher an der Spitze lag unb fliegerisch überhaupt auf sehr großer Höhe steht, sowie bei England und den Vereinigten Staaten. Deutsch- lanb muß daher natürlich gewappnet sein, den soeben errungenen Rekord zu verteidigen. Die deutsche Luftfahrt hat den festen Willen, ihre führende Position auch in Zukunft beizubehalten. Dafür bürgen das hohe Können und die vorbild­liche Einsatzbereitschaft der deutschen Konstrukteure und Piloten.

Anschließend machte ein Vertreter des Reichs­luftfahrtministeriums noch einige ergänzende An­gaben über das Rekorbflugze u g. Das Flug­zeug war mit einem Mercedes-Benz-Flugmotor DB 601 ausgerüstet, der 1175 PS entwickelt. Die Meßgeräte für die Zeitaufnahmen haben bie As- kaniawerke zur Verfügung gestellt, es handelt sich dabei um die Askania-Renn-Meßkamera, bie eine Meßgenauigkeit von lOOOftel Sekunde ermöglicht. Die 3-Kilometer-Meßstrecke mußte viermal, zweimal in jeher Richtung, durchflogen werden. Besonders

Ohne Einsicht.

Francos Truppen sind in die Hauptstadt Spaniens einmarschiert, als Befreier jubelnd begrüßt von einer Bevölkerung, die länger als zwei Jahre hin­durch bie unmenschlichen Qualen eines ebenso raffi­niert ersonnenen wie bestialisch burchgeführten roten Terrors hat erbulben müssen. Unb schier ebenso schnell hat unter dem Eindruck der Kapitulation Madrids das rote Restgebiet, vorwiegend die histo­rischen Mittelmeerlandschaften Andalusien, Aturcia unb Valencia unb Teile Neu-Kastiliens, bie bolsche­wistische Herrschaft abgeschüttelt. Franco hat jenen kompromißlosen Sieg errungen, ben er als Grund­lage des Wiederaufbaus eines neuen nationalen, im Innern geeinten und nach außen starken Spa­niens anstrebte und von dem er sich auch durch bie Sirenenklänge der auf eine Vermittlung und einen faulen Frieden" mit den Roten hinarbeitenden Westmächte nach ber Eroberung Kataloniens nicht hat abbringen lassen. Die Entwicklung hat ihm recht- gegeben. Sobalb Madrid energisch in die Zange genommen wurde, kam es im roten Heerlager zu blutiger Selbstzerfleischung zwischen dem von der Hoffnungslosigkeit weiterer Anstrengungen über­zeugten und daher zur Uebcrgabe neigenden Ver­teidigungsrat der Miaja, Cassado, Besceiro unb Prada und den Kommunisten, die es aus einen Ver­zweiflungskampf ankommen lassen wollten. Franco hat den Ausgang dieses in erbitterten Straßen- schlachten ausgetragenen Zwistes zwischen den roten Gewalthabern gelassen abgewartet unb inzwischen alles für den letzten Sturm auf die Hauptstadt ge­rüstet. Der Sieg des Verteidigungsrats über bie Kommunisten hat der schwer geprüften Bevölkerung Madrids bie Schrecken eines Bombardements er­spart. Miaja unb seine Genossen haben es vorge­zogen, mit dem Flugzeug nach Valencia und von dort nach Algerien auf französischen Boden zu fliehen, nachdem Franco es abgelehnt hatte, sich von

heroorzuheben ist, daß ber Rekord mit einem i/o r- malen einmotorigen Jagdflugzeug er­rungen wurde, nicht etwa mit einem besonders kon­struierten Renngebilde, das keinerlei praktischen Nutzen hätte. Mit dem Flug Dieterles find zwei Rekorde gebrochen worden: Der absolute Ge- schwindigkeitsweltrekorb des Italieners Agello, bei dem es gleichgültig ist, ob es sich um Land­oder Wasserflugzeuge handelt, und der internatio­nale Geschwindigkeitsrekord für Landflugzeuge, ber im November 1937 von dem Flugzeugführer Dr. Wurster mit einer Messerschmitt ME 109, einem serienmäßigen Jagdflugzeug, mit 610,950 st/km auf­gestellt wurde. Dieterle ist damit berschnellste Mann der Welt" geworden. Die Stundenge- schwindigkeit von 746,660, die er bei seinem Rekord­flug erreichte, bedeutet eine Geschwindigkeit von 20 7 Metern in ber Sekunde, bie für nor­male Begriffe beinahe unfaßbar erscheint. Flugkapitän Dieterle schilderte sympathisch und humorvoll mit einer angesichts seiner hervorragen­den Leistung besonders anerkennenswerten Be­scheidenheit seine Vorbereitungen unb die Durchfüh­rung des Rekordfluges.

Die Anerkennung des Führers und <Heneralfett>marschall Aönnas. Der Führer hat zu ber großartigen Leistung des Heinkel-Jagdflugzeuges Professor Heinkel, Flugkapitän Dieterle und Generaldirektor Kis­sel der Daimler-Benz-Werke telegraphisch seine Glückwünsche übermittelt, ebenfalls Generalfeld- marschall Göring, der außerdem Flugzeugführer Dieterle zum Flugkapitän ernannt hat.

Flugkapitän Dieterle der schnellste Mann der Welt.

Absoluter Geschwindigkeits-Weltrekord mit 746 Stundenkilometer für Deutschland erobert!

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Unser Bild zeigt, wie glugtapitän "Dieterle (mit Fliegerkappe) nach dem Rekordflug von feinen Familienangehörigen unb feinen Mitarbeitern ber Heinkel-Werke jubelnb begrüßt wirb. (Scherl-Bilberbienst-M.)