Berlin, 1. Febr. (DNB.) Der bisherige stellvertretende Präsident des Werberates der deutschen Wirtschaft, Ministerialrat Professor Dr. Heinrich Hunke, der schon an den Vorarbeiten zur Errichtung des Werberates und an der Reorganisation des gesamten Werbewesens maßgebend beteiligt war und als ein hervorragender Fachmann auf diesem Gebiete gilt, ist nach dem Ausscheiden von Ministerialdirektor i. e. R. Reichard zum Präsidenten des Werberates der deutschen Wirtschaft ernannt worden. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Bei der Uebernahme der spanischen Gesandtschaft in Prag durch den nationalspanischen Geschäftsträger wurde festgestellt, daß sämtliche Einrichtungsgegenstände von der bisherigen rotspanischen Vertretung weggeschafft worden waren. Der Abtransport muß bereits vor längerer Zeit erfolgt fein.
Wie geht's den Kindern?
Im Sommer haben sie Sonne, Luft und Freiheit in Fülle, aber jetzt sehen sie doch etwas mitgenommen aus. Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Blutarmut sind die deutlichen Merkmale der Stubenluft.
Geben Sie Ihren Kindern das blutbildende Bio- ferrin, damit sie kräftig und widerstandsfähig werden.
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Neuer Präsident
des Werberates der deutschenWirtschast
P r e s s e b a l l 1939 als letzten Schrei der Mode den — — Unterrock brachte. Große Ereignisse werden ihren Schatten voraus. So auch der Unterrock! Als man im Dezember 1938 auf einem vom Deutschen Werberat veranstalteten Tee-Empfang im Hotel Espanade erfuhr, daß unter anderem auch das Fremdwort „Supon" modeamtlich mit „Unterrock" verdeutscht worden sei, fragte man sich etwas erstaunt: Warum eigentlich? Wer trägt noch einen Unterrock? Jetzt wissen wir es, warum es geschah: man trägt wieder Unterrock! Und so sah man denn auch aus dem Presseball einen Jupon — Verzeihung! — einen Unterrock in Fuchsiarot zu einem elfcnbeinfarbigen Seidenkleid; sah man Unterröcke mit Plissee und Volants in Rot zu Schwarz und Lila zu Altrosa! Mehr, mein verehrter Herr Leser, der du doch weitergelesen hast, wollen wir nicht verraten. Denn ein mit Plissee und Volants behafteter Unterrock ist nicht dazu da, in der Öffentlichkeit besprochen oder beschrieben zu werden, sondern er ist nur dazu da, um durch sein bezauberndes Frou- Frou zu wirken. Indessen: was heißt Frou-Frou? Die Jugend eines unterrocklosen Zeitalters wird dieses Wort im Sprach-Brockhaus von 1926 vergebens suchen. Rur in den älteren Jahrgängen des Brock- kaum übersehbare „Literatur" von „Frou-Frou"- „Knittern, Rauschen von Seide usw"! Wie armselig, wo es doch um die Jahrhundertwende eine kaum übersehbare „Literatur" von „Foru-Frou"- Schlagern gab! Aber wie das Rauschen seidener Unterröcke wiederkam, wird auch der Schlager wiederkommen, der von „Supons voller Plis" zu erzählen weiß, wie einstmals der Metropoltheater- Schlager: „Es war in der Leipziger Straße, in einem Modewarengeschäft ..."
Am Vorabend der Konstituierung des Großdeutschen Reichstages hatte Reichsminister Dr. Frick sämtliche Abgeordneten zu einem Kameradschaftsabend in das Haus der Flieger eingeladen, vor dem auch um die Mitternachtsstunde der Große Zapfenstreich anläßlich des „Tages der Deutschen Polizei" stattfand. Viele Gndanken wanderten an diesem Abend in die Vergangenheit zurück, ist doch das in der Prinz-Albrecht- Straße gelegene „Haus der Flieger" einst das Preußische Abgeordnetenhaus gerne« en, in dem sich zumal im Frühsommer 1932 die heftigsten Kämpfe abspielten, als die Fraktion der NSDAP, zur stärksten Fraktion dieses Hauses angewachsen war. Welch anderer Geist herrscht heute in diesem Hause! Wer die „Preußische Schwatzbude" noch miterlebt hat und nun mitunter Gelegenheit nehmen kann, im „Haus der Flieger" 3U weilen, dem wird diese Wandlung ganz besonders bewußt. Sowohl die Fassade als auch die Säle, Wandelgänge, die großen und kleinen Räume wurden von allem überladenen Stückwerk befreit, so daß sich jetzt das Haus, auch dank der künstlerischen Inneneinrichtung, als ein wahrhaft würdiges Heim der Flieger darbietet. Die größte und schönste Wandlung vollzog sich aber wohl auf der Galerie, die das breitausladende, in weißem Marmor schimmernde Treppenhaus umläuft: ihre Wände sind geschmückt mit den Bildern der deutschen Flieger, die im Weltkrieg den Heldentod starben. Steht man sinnend vor diesen Bildern, in deren Mitte sich die fast lebensgroßen Porträts Boelckes, Jmmelmanns und des Freiherrn von Richthofen befinden, so kann man kaum noch verstehen, daß es einmal eine Zeit in Deutschland gegeben hat, in der das Wort mehr gegolten hat als die Tat.
In aller Stille und Abgeschiedenheit wächst in Berlin ein Wald von 1OOOO Bäumen heran. Es ist ein wundervoller Wald, in dem die besten und schönsten Linden, Platanen, Kastanien und Ahorne stehen. Wer im vergangenen Winter diesen Wald hätte aufsuchen wollen, hätte ihn nirgendswo in Berlin gefunden. Und auch heute noch bedarf es mancher Wanderung zu den verschiedensten Berliner — — Baumschulen, um diesen „Wald" zu finden. Was hat es mit diesem „Wald" auf sich? Diese 10 000 Bäume, die im Frühjahr 1938 aus dem Reich, ja, wie die 1000 holländischen Linden, sogar aus dem Auslande nach Berlin „einwanderten", sollen in sechs bis acht Jahren die neuen Pracht st raß en der Reichshauptstadt zieren. Begreiflich daher, daß auch wahre Prachtbäume ausgesucht wurden. Die Bäume, deren Stammumfang in 1 Meter Höhe jetzt 12 bis 14 Zentimeter beträgt, werden beim Verlassen der Baumschulen, in denen sie für das „Berliner Leben" erzogen werden, einen Stammumfang von ungefähr 40 Zentimeter haben. Dann sind sie also schon ganz
stattliche Bäume, die sogar etwas Schatten spenden können. Wer alsdann noch bemängeln will, daß Berlin keinen Wald besitzt, dem kann geantwortet werden: sogar mitten in der Stadt, nur — —* man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht!
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Was im folgenden an Neuestem aus Berlin berichtet wird, ist nur fürdie verehrtenLese- rinnen bestimmt! Die Herren Leser mögen diesen Abschnitt getrost überschlagen, denn es wird sie kaum interessieren, daß der soeben verklungene
Frankreich will seine Handelsflotte modernisieren.
Paris, 1. Febr. (Europapreß). Der französische Handelsminister de Chappedelaine erklärte Pressevertretern, die französische Handels- flotte sei gegenüber den Flotten anderer Länder überaltert. Sie sei vom fünften auf den siebenten Platz zurückgefallen. Von der französischen Regierung werde jedoch nichts unterlassen, um diesen Zustand zu beseiti- <gen. Innerhalb der letzten zehn Monate seien 52 000 Tonnen für die französische Handelsflotte neu gebaut worden.
Segen undeutsche Tänze.
Heidelberg, 1. Febr. Der badische Gau- studentenfüyrer und Heidelberger Studenten- sührer, Dr. Scherberger, hat einen Aufruf an die Heidelberger Studentenschaft erlassen, in dem es heißt: „Aus gegebener Veranlassung verbiete ich mit sofortiger Wirkung das Tanzen und Aufspielen von „Swina" und „Lambeth Walk" bei sämtlichen studentischen Veranstaltungen. Das Tanzen und Spielen solcher und ähnlicher dem deutschen Wesen fremder Tänze ist mit der nationalsozialisti- schem Haltung eines deutschen Studenten und einer deutschen Studentin nicht zu vereinbaren. Ich erwarte deshalb, daß die Studenten und Studentinnen auch bei nichtstudentischen Veranstaltungen sich in ihrer nationalsozialistischer Gesinnung und Haltung dadurch auszeichnen, daß sie sich an solchen Tänzen nicht beteiligen."
„Der deutsche Student", so schreibt „Die Beweg u n g", das Zentralorgan des NS.-Studen- tcnbundes dazu, „hat seine Haltung, die nicht vor dem privaten Leben Haltmacht. In diesem Sinne ist die Anordnung des badischen Gaustudentenführers zu verstehen, die nichts gemein hat mit irgendwelcher gesellschaftlicher Bevormundung. Die Geschlossenheit der einmütigen Ablehnung dieser Art Unterhaltung durch die Heidelberger Studentenschaft ist die Bestätigung der Notwendigkeit dieser Maßnahme." ,
Kleine politische Nachrichten.
Der Führer und Reichskanzler übermittelte dem General der Infanterie a. D. Freiherrn von L ü t t w i tz-Breslau anläßlich feines 80. Geburtstages telegraphisch seine besten Glückwünsche.
Woher st am men die Berliner? Eine Frage, so scheint es, die mit der Antwort „Natürlich aus Berlin!" leicht abgetan sein müßte. Dem ist aber nicht so, wie die Le h r.sch a u de s R e i ch s- nährstandes auf der „Grünen Woche 193 9" beweist. Diese Lehrschau, die sich eingehend mit dem aktuellen Problem der Landflucht beschäftigt — wir berichteten schon kurz darüber —, verrät ihren Besuchern, daß im Jahre 1907 von 1 995 146 Einwohnern Berlins in Berlin selbst nur 812 133 (40,7), außerhalb Berlins aber 1 183 013 (59,3 v. H.) geboren waren. So stammten, um nur die hauptsächlichsten Zahlen zu nennen, aus Brandenburg 361 412 (30,6 o. H.), aus Schlesien 142 213 (12 v. H), aus Pommern 127 033 (10,8 v. H.), aus Posen 103 793 (8,9 v.H.), aus Ostpreußen 98 205 (8,3 v. H), aus der Provinz Sachsen 84 394 (7,13 v. H.), aus Westpreußen 80359 (6,8 v.H.), aus dem Rheinland 17 429 (1,47 v. H.), aus Westfalen 8953 (0,76 v. H.) und aus dem Ausland 47 308 (4,07 v. H.). Die restlichen 9,17 v. H. der außerhalb Berlins geborenen „Berliner" verteilen sich auf die übrigen Gebiete unseres deutschen Vaterlandes. Jetzt, wo Berlin nach dem Stande des 1. 10. 1938 genau 4 310101 Einwohner hat, wird der Anteil der Auswärtigen noch beträchtlich höher sein, da Berlin — wie die Lehrschau ebenfalls zeigt — seit 1907 bis zur Machtergreifung des Nationalsozialismus einen ständig steigenden Geburtenunterschuß hatte, Berlin sich also immer weniger aus sich selbst heraus erhalten konnte. „Demnach", bemerkte ein auswärtiger Be- ucher der Grünen Woche, der sich in diese Zahlenreihen sehr vertieft hatte, „sind die meisten Berliner gar keine Berliner und Berlin wäre ein Nichts ohne den Zustrom aus dem Reich!" „Richtig!" antwortete ein danebenstehender geborener Berliner. „Und daher kommt es auch, daß man uns Berliner überall so sehr liebt!"
Die Zukunft einer Nation steht und fällt mit ihren Kindern. Es war ein schöner Gedanke, daß der Führer am Jahresschluß die Verordnung be- kannt gab, daß alle Mütter mit mehr als vier Kmdern ein besonderes Ehrenzeichen erhalten Zu der Verordnung des Führers hat nun der Reichsinnenminister im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers Ausführungs- anweisungen erlassen. Insbesondere enthalten sie ein Merkblatt für die Auslese der Mütter, die für die Verleihung vorgeschlagen werden sollen. Unwürdig der Ehrung ist die Mutter, die mit Zuchthaus oder wegen verwerflicher, besonders dem Sinne des Ehrenkreuzes widersprechender Handlungen, z. B. Abtreibung, bestraft worden ist. Unwürdig ist auch die Mutter, die — ohne auf Grund gesetzlicher Bestimmungen bestraft worden zu sein — das Ansehen der deutschen Mutter chwer geschädigt hat, z. B. durch gewerbliche Unzucht oder nichtstrafbare Rassenschande. Weiter kommen Mütter von erbkranken und a s o z i a le n Familien für die Verleihung nicht in Frage. Während beim Vorkommen vereinzelter Erbkrankheiten in sonst tüchtigen, fleißigen und anständigen Familien großzügig verfahren werden soll, ist streng darauf zu achten, daß keine Mütter asozialer G r o ß f a m i l i e n für die Verleihung des Ehrenkreuzes gemeldet werden.
In Chile wurde ein Banken- und Handelsmoratorium bis zum 24. Februar erklärt, weil viele angesehene chilenische Firmen durch die Erdbebenkatastrophe solche Schäden erlitten haben, daß sie gegenwärtig ihre Derpslich- tungen nicht mehr einhalten können.
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Der rumänische Außenminister Gafencu traf in Belgrad ein. Er wurde von Außenminister Dr. S t o j a d i n o w i t s ch begrüßt. Außerdem hatten sich noch die Gesandten und Militärattaches der Staaten des Balkanbundes sowie der tschechoslowakische Gesandte eingefunden.
Kunst und Wissenschaft.
Vierte Reichsmusiktage der f)3. in Leipzig.
Die vierten Reichsmusiktage der Hitler-Jugend werden vom 9. bis 12. Februar in Leipzig durchgeführt. Den Reichsmusiktagen geht vom 2. bis 8. Februar wie alljährlich ein Reichsmusikschulungslager voraus, an dem die junge Musikerzieherschaft des Reiches, die Musikreferenten der Gebiete und Obergaue, die musikalischen Mitarbeiter im HI.- und Schulrundfunk der deutschen Sender, die Leiter von Jugendmusikschulen, die Gebietsmusikzugführer und zahlreiche andere Mitarbeiter teilnahmen. Im Vordergrund der Arbeit stehen Sondertagungen für Jugendmusikschulleiter, der Orgelarbeitsgemeinschaft der Hitler-Jugend und der Musikzugführer. Eine Kundgebung mit dem Ju- gcndführer des Deutschen Reichs beschließt die Reichsmusiktage der HI.
Aus aller Welt.
Chinesische lleberfälle in Schanghai.
Schanghai, 1. Febr. (Europapreß-Funkspruch.) Sn Schanghai wurde auf einen Spielklub im Ausländer viertel im Westen der Stadt von zwölf Männern ein verwegener lleberfaü ausgeführt, der einen politischen Hintergrund hatte. Die Männer drangen mit vorgehaltenen Revolvern in oas Gebäude ein und vertrieben die Anwesenden. Wahrend der Besetzung des Klubhauses streuten sie m den Raumen antijapanische Flugblät- t e r aus. Beim Verlassen des Gebäudes wurden die Eindringlinge von der Polizei gestellt. Bei dem Zu- sammenstoß wurde ein Polizist getötet und sechs Banditen verletzt. Ein weiterer UebcrfaU wurde in der Nacht von Chinesen auf das Privathaus eines Ausländers im Zentrum Schanghais ausgeführt. Die Chinesen entführten die in dem Hause anwesenden zwei Ausländerinnen und raubten Wertgegenstände für etwa 2000 China- dollar.
Brief aus der Reichshaupistadi.
Berliner, die keine sind. - Ein Wald wächst heran. - Oer fuchsiaroie Unierrock.
Don unserer berliner Schriffleiiung.
Das Ehrenkreuz der Mutter.
Erstmalige Verleihung am diesjährigen Muttertag vorwiegend an alte Mütter.
Don unserer Berliner Schristleiiung.
Zwei Deutsche am Matterhorn tödlich abgestürzt.
Zwei junge Deutsche, Erich Hickel und Karl Eckes, beide aus Saarbrücken, sind beim Abstieg vorn Matterhorn über die etwa 800 Meter hohe Ostwand auf den Furg-Gletfcher abgestürzt, wo sie zerschmettert liegenblieben. Die beiden waren vor drei Wochen in Zermatt eingetroffen und zur ^chönbühlhütte aufgestiegen. Sie waren mit Proviant für längere Zeit versehen und hatten die Absicht, im Matterhorngebiet verschiedene Besteigungen auszuführen und Filmaufnahmen zu. machen. Dieser Tage wurden sie von Zermatt aus beobachtet, wie re den Aufstieg zum Matterhorn unternahmen. Nach chwerer Schneearbeit gelangten sie bis zur Solvay- Hutte, die etwa auf halbem Wege zum Gipfel liegt. Sie übernachteten dort. Dann unternahmen sie die Besteigung des Gipfels, wo sie nach schwerer Ar- beit anlangten. Der Abstieg ging ziemlich langsam vonstatten. Die beiden wurden beobachtet, wie sie ns zur sogenannten Schulter abstiegen. Dort kamen ie ins Rutschen und stürzten über die Wand in die Tiefe. Eine Rettungskolonne zur Bergung der Leichen wird aufbrechen.
Vier Todesopfer eines Explosionsunglücks.
Londoner (lastend im Mieierstreik.
London, 1. Febr. (Europapreß.) Die Bevölkerung des Londoner Castendes revoltiert gegen die unverhältnismäßig hohen Mietsätze,die ihnen von den Besitzern der Slumwohnungen abgefordert werden. Am Montag ist das betroffene Gebiet in einen a h l u n g s st r e i k" getreten und weigert sich, die Miete zu entrichten, wenn nicht Aenderun- gen in den Mietsätzen vorgenoipmen werden. Don diesem „Streik" wird ein Gesamtbetrag von etwa 4800 Pfund Sterling erfaßt. Am Montag kam es in den verwahrlosten Straßen des Castendes zu De m o nftrationen. Arbeitslose und Frauen mit Säuglingen auf den Armen forderten in Sprechchören die Herabsetzung der „W ucher- mieten" und gleichzeitig die Ausbesserung der zum größten Teil menschenunwürdigen Wohnungen. Es ist angekündigt worden, daß man im Falle einer Ablehnung ihrer Forderungen vor den Privatwohnungen der Hausbesitzer im Londoner Westend demonstrieren werde.
Der Erlaß bestimmt, daß die Vorschläge auf Verleihung des Ehrenkreuzes vom Bürgermei- st e r von Amts wegen ober auf Antrag des Ortsgruppenleiters der NSDAP, oder des Kreiswartes des Reichsbundes der Kinderreichen aufzustellen sind. Auch von anderer Seite, insbesondere von den mündigen Kindern der Mutter, können Anregungen auf Erteilung des Ehrenkreuzes eingebracht werden. Zuständig ist in allen Fällen der Bürgermeister, in dessen Bezirk die betreffende Mutter ihren ständigen Wohnsitz hat. Nach der Satzung müssen minöe« ft en s vierlebend geborene Kinder zu verzeichnen sein, wenn die Mutter ein Ehrenkreuz (3. Stufe) erhalten soll. Angenommene Kinder, Pflegekinder usw. scheiden für die Einreichung aus.
Wie ferner mitgeteilt wird, soll die.Verleihung erstmals am 21. Mai, dem diesjährigen Muttertag, stattfinden. Da bei der Kürze der Zeit die erforderliche Zahl der Ehrenkreuze noch nicht her- gestellt werden konnte, wird in diesem Sahre die Verleihung an die alten Mütter erfolgen. Es ist daran gedacht, dis Mütter von über 70 Fahren zuerst auszuzeichnen. Auch Vorschläge für Mütter von 60 bis 70 Sahren werden drin- lich behandelt. Sm Jahre 1940 erfolgt dann die Verleihung an die niedrigeren Altersstufen.
Auch in England ein jüdischer Kilmskandal?
London,!. Febr. (Europapreß.) Die undurchsichtigen Finanzverhältnisse der großen englischen Film-Gesellschaft „Gaumont British Pic - t u r e s C y.", auf die ein gewisser Teil der englischen Presse schon seit Jahren hingewiesen hat, werden auf Beschluß der Aktionäre der Gesellschaft vom Handelsministerium einer genauen Prüfung unterzogen. Die Gesellschaft, die u. a. rund 350 Lichtspieltheater kontrolliert, wird von dem jüdischen Bruderpaar O st res geleitet, gegen das schon feit langem bas schärfste Mißtrauen bei den Aktionären besteht. Die Aktionäre, an die feit 1935 keine Dividende mehr gezahlt wurden, vermochten bisher keinen Einblick in ihre Finanzoperationen zu erlangen. Die Aktien mit einem Nominalwert von 10 Schillingen werden bezeichnenderweise an der Londoner Börse mit vier Schillingen gehandelt. Die Reserven der Gesellschaften betrugen im Jahre 1931 2,5 Millionen Pfund, im Jahre 1937 nur noch 85 000 Pfund. Doch war cs den Aktionären nicht möglich, von den Gebrüdern Ostres den Grund für das rätselhafte Verschwinden der enormen Summen von über 2,4 Millionen Pfund zu erfahren. Es heißt, daß die Geschäfte der Gesellschaft augenblicklich in einem katastrophalen Zustand sind. Dem Drängen der Aktionäre hat das Handelsministerium jetzt endlich nachgegeben und eine Untersuchung eingeleitet.
Regierungsumbildung in Rumänien.
Bukarest, 1. Febr. (Europapreß.) Am Mittwochabend wurde die feit langem angekündigte Umbildung der rumänischen Regierung durchgeführt. Innenminister C a l i n e s c u wurde zum stell- vert re lenden Ministerpräsidenten ernannt und vorläufig auch mit der Leitung des Kriegsministeriums betraut. Den Posten des Finanzministers übernimmt der bisherige Wirt- fwaftsminister Mitita Constantinescu, der gleichzeitig Gouverneur der rumänischen Nationalbank bleibt. Mit der Leitung des Wirtschaftsministe- riums wurde der Generaldirektor der Bergwerke von Petrosen, Ingenieur B u j o i, beauftragt. Landwirtschaftsminister wurde Unioersitätsprofessor Cornateanu, der bisher im politischen Leben nicht hervorgetreten ist. Vor einiger Zeit wurde er mit einem der Generalsekretär-Posten der Front der nationalen Wiedergeburt betraut. Das Kultusministerium übernimmt Rechtsanwalt Dr. Nikolaus Z i g r e, Großwardein. Der ehemalige liberale Minister Victor Slavescu wurde zum Minister der Rüstungen ernannt.
Als Minister ohne Geschäftsbereich wurden der Regierungskommissar der Minderheiten, Silviu D r a g o m i r, und der Klausenburger Universitätsprofessor, Dr. Trajan Pop, in das Kabinett berufen. Außerdem wurden drei neue Staatssekretäre ernannt. Auch die königlichen Statthalter wurden teilweise ausaewechselt. Von den zehn Statthaltern wurden fünf durch neue ersetzt. Alle neuernannten Persönlichkeiten wurden bereits am Mittwochabend auf den König vereidigt.
Die Ernennung des Innenministers Cannes c u zum stellvertretenden Ministerpräsidenten soll in der Praxis die Uebernahme der Leitung der Staatsgeschäfte durch Calinescu bedeuten, weil der Gesundheitszustand des Ministerpräsidenten Christen erschüttert fein soll. Der bisher schon äußerst einflußreiche Calinescu bekommt nun die gesamte Exekutive in die Hand, da ihm ja auch das Heeresministerium untersteht. Bemerkenswert ist ferner die Tatsache, daß die Generale aus der Regierung ausgeschieden sind und die beiden Militärministerien nunmehr durch zivile Politiker verwaltet werden. Aufgabe des neuen Finanzministers Constantinescu wird es sein, zu bestimmen, ob die feit einiger Zeit erwogene Abwertung des rumänischen Leu durchgeführt werden soll, da sich gewisse Finanzkreise aus handelspolitischen Gründen dafür einsetzen.
Die umaebilbete rumänische Regierung wird als das KabineN der Jugend bezeichnet, da nur einige Mitglieder der neuen Regierung das 50. Lebensjahr überschritten haben. Der jüngste Minister ist sogar erst 34 Jahre alt. Im Zusammenhang mit der Neubildung der Regierung wurden auch in der Leitung der rumänischen Armee wichtige Aenderungen oorgenommen. Der bisherige Generalstabschef, Geyeral I o n e s c u , wurde zum Kommandanten des 4. Armeekorps . ernannt. Zum neuen General st abschef wurde General lanescu ernannt. General Iliasevici wurde Chef der Militärkanzlei des Königs. In eingeweih- ten Kreisen will mpn in diesen Aenderungen die Absicht der Regierung erblicken, die mit der Eisernen Garde sympathisierenden Generäle zu entfernen.
Eine Explosion in der Zündkvhlenfabrik auf )er „Segen-Gottes-Grube" in Waldenburg (Schief.) orderte vier Todesopfer. Zwei Schwer- und ünf leichter Verletzte kamen ins Krankenhaus. Die Leichtverletzten wurden in ihre Wohnung entlassen. Im Werk beschäfttgte bemerkten eine kurze Detonation, die mit außerordentlicher Kraft wie ein Erd- beben das gesamte Gebäude erschütterte. Sm Augen- blirf herrschte in sämtlichen Räumen, auf die sich die Explosion ausgedehnt hatte, völlige Dunkelheit, aus der einzelne Flammengarben hervorzuckten. Die Räume sind, ausgebrannt, die Wände auseinandergedrückt und die Maschinen zerstört worden.
Der fünfte Eifenbahnräuber von Halle festgenommen.
Sn Weißenfels wurde der fünfte der Eisen - bahn räuber verhaftet, die, wie berichtet, in Halle den Postwagen eines Güterzuges zu he-


