Ausgabe 
2.2.1939
 
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Berlin, 1. Febr. (DNB.) Der bisherige stellver­tretende Präsident des Werberates der deutschen Wirtschaft, Ministerialrat Professor Dr. Heinrich Hunke, der schon an den Vorarbeiten zur Er­richtung des Werberates und an der Reorganisation des gesamten Werbewesens maßgebend beteiligt war und als ein hervorragender Fachmann auf diesem Gebiete gilt, ist nach dem Ausscheiden von Ministe­rialdirektor i. e. R. Reichard zum Präsiden­ten des Werberates der deutschen Wirtschaft er­nannt worden. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Bei der Uebernahme der spanischen Ge­sandtschaft in Prag durch den national­spanischen Geschäftsträger wurde festgestellt, daß sämtliche Einrichtungsgegenstände von der bis­herigen rotspanischen Vertretung weggeschafft worden waren. Der Abtransport muß bereits vor längerer Zeit erfolgt fein.

Wie geht's den Kindern?

Im Sommer haben sie Sonne, Luft und Freiheit in Fülle, aber jetzt sehen sie doch etwas mitgenom­men aus. Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Blutarmut sind die deutlichen Merkmale der Stubenluft.

Geben Sie Ihren Kindern das blutbildende Bio- ferrin, damit sie kräftig und widerstandsfähig werden.

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Neuer Präsident

des Werberates der deutschenWirtschast

P r e s s e b a l l 1939 als letzten Schrei der Mode den Unterrock brachte. Große Ereignisse werden ihren Schatten voraus. So auch der Unter­rock! Als man im Dezember 1938 auf einem vom Deutschen Werberat veranstalteten Tee-Empfang im Hotel Espanade erfuhr, daß unter anderem auch das FremdwortSupon" modeamtlich mitUnterrock" verdeutscht worden sei, fragte man sich etwas er­staunt: Warum eigentlich? Wer trägt noch einen Unterrock? Jetzt wissen wir es, warum es geschah: man trägt wieder Unterrock! Und so sah man denn auch aus dem Presseball einen Jupon Ver­zeihung! einen Unterrock in Fuchsiarot zu einem elfcnbeinfarbigen Seidenkleid; sah man Unterröcke mit Plissee und Volants in Rot zu Schwarz und Lila zu Altrosa! Mehr, mein verehrter Herr Leser, der du doch weitergelesen hast, wollen wir nicht ver­raten. Denn ein mit Plissee und Volants behafteter Unterrock ist nicht dazu da, in der Öffentlichkeit besprochen oder beschrieben zu werden, sondern er ist nur dazu da, um durch sein bezauberndes Frou- Frou zu wirken. Indessen: was heißt Frou-Frou? Die Jugend eines unterrocklosen Zeitalters wird die­ses Wort im Sprach-Brockhaus von 1926 vergebens suchen. Rur in den älteren Jahrgängen des Brock- kaum übersehbareLiteratur" vonFrou-Frou"- Knittern, Rauschen von Seide usw"! Wie arm­selig, wo es doch um die Jahrhundertwende eine kaum übersehbareLiteratur" vonForu-Frou"- Schlagern gab! Aber wie das Rauschen seidener Unterröcke wiederkam, wird auch der Schlager wie­derkommen, der vonSupons voller Plis" zu er­zählen weiß, wie einstmals der Metropoltheater- Schlager:Es war in der Leipziger Straße, in einem Modewarengeschäft ..."

Am Vorabend der Konstituierung des Groß­deutschen Reichstages hatte Reichsminister Dr. Frick sämtliche Abgeordneten zu einem Kamerad­schaftsabend in das Haus der Flieger ein­geladen, vor dem auch um die Mitternachtsstunde der Große Zapfenstreich anläßlich desTages der Deutschen Polizei" stattfand. Viele Gndanken wan­derten an diesem Abend in die Vergangenheit zurück, ist doch das in der Prinz-Albrecht- Straße gelegeneHaus der Flieger" einst das Preußische Abgeordnetenhaus gerne« en, in dem sich zumal im Frühsommer 1932 die heftigsten Kämpfe abspielten, als die Fraktion der NSDAP, zur stärksten Fraktion dieses Hauses an­gewachsen war. Welch anderer Geist herrscht heute in diesem Hause! Wer diePreußische Schwatz­bude" noch miterlebt hat und nun mitunter Ge­legenheit nehmen kann, imHaus der Flieger" 3U weilen, dem wird diese Wandlung ganz be­sonders bewußt. Sowohl die Fassade als auch die Säle, Wandelgänge, die großen und kleinen Räu­me wurden von allem überladenen Stückwerk be­freit, so daß sich jetzt das Haus, auch dank der künstlerischen Inneneinrichtung, als ein wahrhaft würdiges Heim der Flieger darbietet. Die größte und schönste Wandlung vollzog sich aber wohl auf der Galerie, die das breitausladende, in weißem Marmor schimmernde Treppenhaus umläuft: ihre Wände sind geschmückt mit den Bildern der deut­schen Flieger, die im Weltkrieg den Heldentod starben. Steht man sinnend vor diesen Bildern, in deren Mitte sich die fast lebensgroßen Porträts Boelckes, Jmmelmanns und des Freiherrn von Richthofen befinden, so kann man kaum noch ver­stehen, daß es einmal eine Zeit in Deutschland gegeben hat, in der das Wort mehr gegolten hat als die Tat.

In aller Stille und Abgeschiedenheit wächst in Berlin ein Wald von 1OOOO Bäumen heran. Es ist ein wundervoller Wald, in dem die besten und schönsten Linden, Platanen, Kastanien und Ahorne stehen. Wer im vergangenen Winter diesen Wald hätte aufsuchen wollen, hätte ihn nir­gendswo in Berlin gefunden. Und auch heute noch bedarf es mancher Wanderung zu den verschiedensten Berliner Baumschulen, um diesen Wald" zu finden. Was hat es mit diesemWald" auf sich? Diese 10 000 Bäume, die im Frühjahr 1938 aus dem Reich, ja, wie die 1000 holländischen Linden, sogar aus dem Auslande nach Berlineinwander­ten", sollen in sechs bis acht Jahren die neuen Pracht st raß en der Reichshauptstadt zieren. Begreiflich daher, daß auch wahre Pracht­bäume ausgesucht wurden. Die Bäume, deren Stammumfang in 1 Meter Höhe jetzt 12 bis 14 Zentimeter beträgt, werden beim Verlassen der Baumschulen, in denen sie für dasBerliner Leben" erzogen werden, einen Stammumfang von ungefähr 40 Zentimeter haben. Dann sind sie also schon ganz

stattliche Bäume, die sogar etwas Schatten spenden können. Wer alsdann noch bemängeln will, daß Berlin keinen Wald besitzt, dem kann geantwortet werden: sogar mitten in der Stadt, nur* man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht!

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Was im folgenden an Neuestem aus Berlin be­richtet wird, ist nur fürdie verehrtenLese- rinnen bestimmt! Die Herren Leser mögen diesen Abschnitt getrost überschlagen, denn es wird sie kaum interessieren, daß der soeben verklungene

Frankreich will seine Handelsflotte modernisieren.

Paris, 1. Febr. (Europapreß). Der französi­sche Handelsminister de Chappedelaine er­klärte Pressevertretern, die französische Handels- flotte sei gegenüber den Flotten anderer Länder überaltert. Sie sei vom fünften auf den siebenten Platz zurückgefallen. Von der französischen Regierung werde jedoch nichts unterlassen, um diesen Zustand zu beseiti- <gen. Innerhalb der letzten zehn Monate seien 52 000 Tonnen für die französische Handels­flotte neu gebaut worden.

Segen undeutsche Tänze.

Heidelberg, 1. Febr. Der badische Gau- studentenfüyrer und Heidelberger Studenten- sührer, Dr. Scherberger, hat einen Aufruf an die Heidelberger Studentenschaft er­lassen, in dem es heißt:Aus gegebener Veranlas­sung verbiete ich mit sofortiger Wirkung das Tanzen und Aufspielen vonSwina" undLambeth Walk" bei sämtlichen studen­tischen Veranstaltungen. Das Tanzen und Spielen solcher und ähnlicher dem deutschen Wesen fremder Tänze ist mit der nationalsozialisti- schem Haltung eines deutschen Studenten und einer deutschen Studentin nicht zu vereinbaren. Ich er­warte deshalb, daß die Studenten und Studentin­nen auch bei nichtstudentischen Veranstaltungen sich in ihrer nationalsozialistischer Gesinnung und Hal­tung dadurch auszeichnen, daß sie sich an solchen Tänzen nicht beteiligen."

Der deutsche Student", so schreibtDie Be­weg u n g", das Zentralorgan des NS.-Studen- tcnbundes dazu,hat seine Haltung, die nicht vor dem privaten Leben Haltmacht. In diesem Sinne ist die Anordnung des badischen Gaustudenten­führers zu verstehen, die nichts gemein hat mit irgendwelcher gesellschaftlicher Bevormundung. Die Geschlossenheit der einmütigen Ablehnung dieser Art Unterhaltung durch die Heidelberger Studen­tenschaft ist die Bestätigung der Notwendigkeit die­ser Maßnahme." ,

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer und Reichskanzler übermittelte dem General der Infanterie a. D. Freiherrn von L ü t t w i tz-Breslau anläßlich feines 80. Geburts­tages telegraphisch seine besten Glückwünsche.

Woher st am men die Berliner? Eine Frage, so scheint es, die mit der AntwortNatürlich aus Berlin!" leicht abgetan sein müßte. Dem ist aber nicht so, wie die Le h r.sch a u de s R e i ch s- nährstandes auf derGrünen Woche 193 9" beweist. Diese Lehrschau, die sich eingehend mit dem aktuellen Problem der Landflucht be­schäftigt wir berichteten schon kurz darüber, verrät ihren Besuchern, daß im Jahre 1907 von 1 995 146 Einwohnern Berlins in Berlin selbst nur 812 133 (40,7), außerhalb Berlins aber 1 183 013 (59,3 v. H.) geboren waren. So stammten, um nur die hauptsächlichsten Zahlen zu nennen, aus Bran­denburg 361 412 (30,6 o. H.), aus Schlesien 142 213 (12 v. H), aus Pommern 127 033 (10,8 v. H.), aus Posen 103 793 (8,9 v.H.), aus Ostpreußen 98 205 (8,3 v. H), aus der Provinz Sachsen 84 394 (7,13 v. H.), aus Westpreußen 80359 (6,8 v.H.), aus dem Rheinland 17 429 (1,47 v. H.), aus Westfalen 8953 (0,76 v. H.) und aus dem Ausland 47 308 (4,07 v. H.). Die restlichen 9,17 v. H. der außerhalb Berlins geborenenBerliner" ver­teilen sich auf die übrigen Gebiete unseres deutschen Vaterlandes. Jetzt, wo Berlin nach dem Stande des 1. 10. 1938 genau 4 310101 Einwohner hat, wird der Anteil der Auswärtigen noch beträchtlich höher sein, da Berlin wie die Lehrschau ebenfalls zeigt seit 1907 bis zur Machtergreifung des National­sozialismus einen ständig steigenden Ge­burtenunterschuß hatte, Berlin sich also immer weniger aus sich selbst heraus erhalten konnte.Demnach", bemerkte ein auswärtiger Be- ucher der Grünen Woche, der sich in diese Zahlen­reihen sehr vertieft hatte,sind die meisten Berliner gar keine Berliner und Berlin wäre ein Nichts ohne den Zustrom aus dem Reich!"Richtig!" ant­wortete ein danebenstehender geborener Berliner. Und daher kommt es auch, daß man uns Berliner überall so sehr liebt!"

Die Zukunft einer Nation steht und fällt mit ihren Kindern. Es war ein schöner Gedanke, daß der Führer am Jahresschluß die Verordnung be- kannt gab, daß alle Mütter mit mehr als vier Kmdern ein besonderes Ehrenzeichen er­halten Zu der Verordnung des Führers hat nun der Reichsinnenminister im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers Ausführungs- anweisungen erlassen. Insbesondere enthalten sie ein Merkblatt für die Auslese der Müt­ter, die für die Verleihung vorgeschlagen werden sollen. Unwürdig der Ehrung ist die Mutter, die mit Zuchthaus oder wegen verwerflicher, be­sonders dem Sinne des Ehrenkreuzes widersprechen­der Handlungen, z. B. Abtreibung, bestraft worden ist. Unwürdig ist auch die Mutter, die ohne auf Grund gesetzlicher Bestimmungen bestraft wor­den zu sein das Ansehen der deutschen Mutter chwer geschädigt hat, z. B. durch gewerb­liche Unzucht oder nichtstrafbare Rassenschande. Weiter kommen Mütter von erbkranken und a s o z i a le n Familien für die Verlei­hung nicht in Frage. Während beim Vorkommen vereinzelter Erbkrankheiten in sonst tüchtigen, fleißigen und anständigen Familien großzügig verfahren werden soll, ist streng darauf zu achten, daß keine Mütter asozialer G r o ß f a m i l i e n für die Verleihung des Ehren­kreuzes gemeldet werden.

In Chile wurde ein Banken- und Han­delsmoratorium bis zum 24. Februar er­klärt, weil viele angesehene chilenische Firmen durch die Erdbebenkatastrophe solche Schäden er­litten haben, daß sie gegenwärtig ihre Derpslich- tungen nicht mehr einhalten können.

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Der rumänische Außenminister Gafencu traf in Belgrad ein. Er wurde von Außenminister Dr. S t o j a d i n o w i t s ch begrüßt. Außerdem hatten sich noch die Gesandten und Militärattaches der Staaten des Balkanbundes sowie der tschecho­slowakische Gesandte eingefunden.

Kunst und Wissenschaft.

Vierte Reichsmusiktage der f)3. in Leipzig.

Die vierten Reichsmusiktage der Hit­ler-Jugend werden vom 9. bis 12. Februar in Leipzig durchgeführt. Den Reichsmusiktagen geht vom 2. bis 8. Februar wie alljährlich ein Reichs­musikschulungslager voraus, an dem die junge Mu­sikerzieherschaft des Reiches, die Musikreferenten der Gebiete und Obergaue, die musikalischen Mitarbei­ter im HI.- und Schulrundfunk der deutschen Sen­der, die Leiter von Jugendmusikschulen, die Gebiets­musikzugführer und zahlreiche andere Mitarbeiter teilnahmen. Im Vordergrund der Arbeit stehen Sondertagungen für Jugendmusikschulleiter, der Orgelarbeitsgemeinschaft der Hitler-Jugend und der Musikzugführer. Eine Kundgebung mit dem Ju- gcndführer des Deutschen Reichs beschließt die Reichsmusiktage der HI.

Aus aller Welt.

Chinesische lleberfälle in Schanghai.

Schanghai, 1. Febr. (Europapreß-Funkspruch.) Sn Schanghai wurde auf einen Spielklub im Ausländer viertel im Westen der Stadt von zwölf Männern ein verwegener lleberfaü aus­geführt, der einen politischen Hintergrund hatte. Die Männer drangen mit vorgehaltenen Revolvern in oas Gebäude ein und vertrieben die Anwesenden. Wahrend der Besetzung des Klubhauses streuten sie m den Raumen antijapanische Flugblät- t e r aus. Beim Verlassen des Gebäudes wurden die Eindringlinge von der Polizei gestellt. Bei dem Zu- sammenstoß wurde ein Polizist getötet und sechs Banditen verletzt. Ein weiterer UebcrfaU wurde in der Nacht von Chinesen auf das Privathaus eines Ausländers im Zentrum Schanghais ausgeführt. Die Chinesen entführten die in dem Hause anwesenden zwei Ausländerinnen und raubten Wertgegenstände für etwa 2000 China- dollar.

Brief aus der Reichshaupistadi.

Berliner, die keine sind. - Ein Wald wächst heran. - Oer fuchsiaroie Unierrock.

Don unserer berliner Schriffleiiung.

Das Ehrenkreuz der Mutter.

Erstmalige Verleihung am diesjährigen Muttertag vorwiegend an alte Mütter.

Don unserer Berliner Schristleiiung.

Zwei Deutsche am Matterhorn tödlich abgestürzt.

Zwei junge Deutsche, Erich Hickel und Karl Eckes, beide aus Saarbrücken, sind beim Abstieg vorn Matterhorn über die etwa 800 Meter hohe Ostwand auf den Furg-Gletfcher abgestürzt, wo sie zerschmettert liegenblieben. Die beiden waren vor drei Wochen in Zermatt eingetroffen und zur ^chönbühlhütte aufgestiegen. Sie waren mit Pro­viant für längere Zeit versehen und hatten die Ab­sicht, im Matterhorngebiet verschiedene Besteigungen auszuführen und Filmaufnahmen zu. machen. Dieser Tage wurden sie von Zermatt aus beobachtet, wie re den Aufstieg zum Matterhorn unternahmen. Nach chwerer Schneearbeit gelangten sie bis zur Solvay- Hutte, die etwa auf halbem Wege zum Gipfel liegt. Sie übernachteten dort. Dann unternahmen sie die Besteigung des Gipfels, wo sie nach schwerer Ar- beit anlangten. Der Abstieg ging ziemlich langsam vonstatten. Die beiden wurden beobachtet, wie sie ns zur sogenannten Schulter abstiegen. Dort kamen ie ins Rutschen und stürzten über die Wand in die Tiefe. Eine Rettungskolonne zur Bergung der Lei­chen wird aufbrechen.

Vier Todesopfer eines Explosionsunglücks.

Londoner (lastend im Mieierstreik.

London, 1. Febr. (Europapreß.) Die Bevölke­rung des Londoner Castendes revoltiert gegen die unverhältnismäßig hohen Mietsätze,die ihnen von den Besitzern der Slumwohnungen abgefordert werden. Am Montag ist das betroffene Gebiet in einen a h l u n g s st r e i k" getreten und weigert sich, die Miete zu entrichten, wenn nicht Aenderun- gen in den Mietsätzen vorgenoipmen werden. Don diesemStreik" wird ein Gesamtbetrag von etwa 4800 Pfund Sterling erfaßt. Am Montag kam es in den verwahrlosten Straßen des Castendes zu De m o nftrationen. Arbeitslose und Frauen mit Säuglingen auf den Armen forderten in Sprech­chören die Herabsetzung derW ucher- mieten" und gleichzeitig die Ausbesserung der zum größten Teil menschenunwürdigen Wohnungen. Es ist angekündigt worden, daß man im Falle einer Ablehnung ihrer Forderungen vor den Privatwohnungen der Hausbesitzer im Lon­doner Westend demonstrieren werde.

Der Erlaß bestimmt, daß die Vorschläge auf Verleihung des Ehrenkreuzes vom Bürgermei- st e r von Amts wegen ober auf Antrag des Orts­gruppenleiters der NSDAP, oder des Kreiswartes des Reichsbundes der Kinderreichen aufzustellen sind. Auch von anderer Seite, insbesondere von den mündigen Kindern der Mutter, können Anregungen auf Erteilung des Ehrenkreuzes eingebracht werden. Zuständig ist in allen Fällen der Bürgermeister, in dessen Bezirk die betreffende Mutter ihren ständigen Wohnsitz hat. Nach der Satzung müssen minöe« ft en s vierlebend geborene Kinder zu verzeichnen sein, wenn die Mutter ein Ehrenkreuz (3. Stufe) erhalten soll. Angenommene Kinder, Pflegekinder usw. scheiden für die Einreichung aus.

Wie ferner mitgeteilt wird, soll die.Verleihung erstmals am 21. Mai, dem diesjährigen Mut­tertag, stattfinden. Da bei der Kürze der Zeit die erforderliche Zahl der Ehrenkreuze noch nicht her- gestellt werden konnte, wird in diesem Sahre die Verleihung an die alten Mütter erfolgen. Es ist daran gedacht, dis Mütter von über 70 Fah­ren zuerst auszuzeichnen. Auch Vorschläge für Mütter von 60 bis 70 Sahren werden drin- lich behandelt. Sm Jahre 1940 erfolgt dann die Verleihung an die niedrigeren Altersstufen.

Auch in England ein jüdischer Kilmskandal?

London,!. Febr. (Europapreß.) Die undurch­sichtigen Finanzverhältnisse der großen englischen Film-GesellschaftGaumont British Pic - t u r e s C y.", auf die ein gewisser Teil der eng­lischen Presse schon seit Jahren hingewiesen hat, werden auf Beschluß der Aktionäre der Gesellschaft vom Handelsministerium einer genauen Prüfung unterzogen. Die Gesellschaft, die u. a. rund 350 Lichtspieltheater kontrolliert, wird von dem jüdischen Bruderpaar O st res geleitet, gegen das schon feit langem bas schärfste Mißtrauen bei den Aktionären besteht. Die Aktionäre, an die feit 1935 keine Dividende mehr gezahlt wurden, vermochten bisher keinen Einblick in ihre Finanzoperationen zu erlangen. Die Aktien mit einem Nominalwert von 10 Schillingen werden bezeichnenderweise an der Londoner Börse mit vier Schillingen gehandelt. Die Reserven der Gesellschaf­ten betrugen im Jahre 1931 2,5 Millionen Pfund, im Jahre 1937 nur noch 85 000 Pfund. Doch war cs den Aktionären nicht möglich, von den Gebrü­dern Ostres den Grund für das rätselhafte Ver­schwinden der enormen Summen von über 2,4 Mil­lionen Pfund zu erfahren. Es heißt, daß die Ge­schäfte der Gesellschaft augenblicklich in einem kata­strophalen Zustand sind. Dem Drängen der Aktio­näre hat das Handelsministerium jetzt endlich nach­gegeben und eine Untersuchung eingeleitet.

Regierungsumbildung in Rumänien.

Bukarest, 1. Febr. (Europapreß.) Am Mitt­wochabend wurde die feit langem angekündigte Um­bildung der rumänischen Regierung durchgeführt. Innenminister C a l i n e s c u wurde zum stell- vert re lenden Ministerpräsidenten er­nannt und vorläufig auch mit der Leitung des Kriegsministeriums betraut. Den Posten des Finanzministers übernimmt der bisherige Wirt- fwaftsminister Mitita Constantinescu, der gleichzeitig Gouverneur der rumänischen National­bank bleibt. Mit der Leitung des Wirtschaftsministe- riums wurde der Generaldirektor der Bergwerke von Petrosen, Ingenieur B u j o i, beauftragt. Land­wirtschaftsminister wurde Unioersitätsprofessor Cornateanu, der bisher im politischen Leben nicht hervorgetreten ist. Vor einiger Zeit wurde er mit einem der Generalsekretär-Posten der Front der nationalen Wiedergeburt betraut. Das Kultusmini­sterium übernimmt Rechtsanwalt Dr. Nikolaus Z i g r e, Großwardein. Der ehemalige liberale Mi­nister Victor Slavescu wurde zum Minister der Rüstungen ernannt.

Als Minister ohne Geschäftsbereich wurden der Regierungskommissar der Minderheiten, Silviu D r a g o m i r, und der Klausenburger Universitäts­professor, Dr. Trajan Pop, in das Kabinett be­rufen. Außerdem wurden drei neue Staatssekretäre ernannt. Auch die königlichen Statthalter wur­den teilweise ausaewechselt. Von den zehn Statt­haltern wurden fünf durch neue ersetzt. Alle neu­ernannten Persönlichkeiten wurden bereits am Mitt­wochabend auf den König vereidigt.

Die Ernennung des Innenministers Can­nes c u zum stellvertretenden Ministerpräsidenten soll in der Praxis die Uebernahme der Leitung der Staatsgeschäfte durch Calinescu bedeu­ten, weil der Gesundheitszustand des Ministerprä­sidenten Christen erschüttert fein soll. Der bisher schon äußerst einflußreiche Calinescu bekommt nun die gesamte Exekutive in die Hand, da ihm ja auch das Heeresministerium untersteht. Bemerkenswert ist ferner die Tatsache, daß die Generale aus der Regierung ausgeschieden sind und die beiden Mili­tärministerien nunmehr durch zivile Politiker ver­waltet werden. Aufgabe des neuen Finanzministers Constantinescu wird es sein, zu bestimmen, ob die feit einiger Zeit erwogene Abwertung des rumänischen Leu durchgeführt werden soll, da sich gewisse Finanzkreise aus handelspoli­tischen Gründen dafür einsetzen.

Die umaebilbete rumänische Regierung wird als das KabineN der Jugend bezeichnet, da nur einige Mitglieder der neuen Regierung das 50. Lebensjahr überschritten haben. Der jüngste Minister ist sogar erst 34 Jahre alt. Im Zusammenhang mit der Neubildung der Regierung wurden auch in der Leitung der rumänischen Armee wichtige Aenderungen oorgenommen. Der bisherige Generalstabschef, Geyeral I o n e s c u , wurde zum Kommandanten des 4. Armeekorps . ernannt. Zum neuen General st abschef wurde General lanescu ernannt. General Iliasevici wurde Chef der Militärkanzlei des Königs. In eingeweih- ten Kreisen will mpn in diesen Aenderungen die Absicht der Regierung erblicken, die mit der Eiser­nen Garde sympathisierenden Generäle zu ent­fernen.

Eine Explosion in der Zündkvhlenfabrik auf )erSegen-Gottes-Grube" in Waldenburg (Schief.) orderte vier Todesopfer. Zwei Schwer- und ünf leichter Verletzte kamen ins Krankenhaus. Die Leichtverletzten wurden in ihre Wohnung entlassen. Im Werk beschäfttgte bemerkten eine kurze Deto­nation, die mit außerordentlicher Kraft wie ein Erd- beben das gesamte Gebäude erschütterte. Sm Augen- blirf herrschte in sämtlichen Räumen, auf die sich die Explosion ausgedehnt hatte, völlige Dunkelheit, aus der einzelne Flammengarben hervorzuckten. Die Räume sind, ausgebrannt, die Wände auseinander­gedrückt und die Maschinen zerstört worden.

Der fünfte Eifenbahnräuber von Halle festgenommen.

Sn Weißenfels wurde der fünfte der Eisen - bahn räuber verhaftet, die, wie berichtet, in Halle den Postwagen eines Güterzuges zu he-