Ausgabe 
1.11.1939
 
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Mittwoch,!. November 1989

189. Jahrgang

Nr. 256 Erstes Matt

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W Gietzener Anzeiger von einzelnen Nummern f

General-Anzeiger für Oberhessen

richten: Anzeiger Sietzev V V

8t<m®Äin 11688 vru» und Verlag: vrühlsche Univerfitütsdruckerel «.Lange in «letzen. Schristltttung und «eschSstrftelle: Schulstratze r

Oberbefehlshaber der bowski, von Tippelskirch; zum Oberst (W.) den i'eralleutnanten:!Oberstleutnant (W.) Mattner.

Berlin, 31. Oft (DRB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat mit Wir­kung vom 1. November 1939 befördert: Im Heer: zum Generaloberst: den General der In­fanterie von Witzleben, Heeresgruppe 2; zu Genera...---------

die Generalmajore: Körner, Freiherr Grote, von Tiedemann, Groppa; zu Generalmajoren: die Obersten: Schlieper, Körner, Meyer-Rabingen, Jaenecke: zu Obersten: die Oberstleutnante: Diplomingenieur Heydenreich, Püchler, Beißwänger (Walter), von Alberti, Westhoven, Kistner, Diplom­ingenieur Müller (Gerhard), Dr. Kortüm, Berger (Hanns), Hartmann (Martin), Bogt (Walter), Hen­nig (Felix), von Brause. 4

In der Luftwaffe: Zum Generalleutnant: den Generalmajor Ruggera; zum Oberst: den char. Oberst Homburg, die Oberstleutnante Dem-

llnler Bezugnahme auf den deutsch-sowjetischen Freundschafts- und Grenzvertrag hob Molotow nachdrücklich hervor, daß die deutsch-sowjekrussi- sche Freundschaft sich bei der schwierigen Frage der Festlegung der Jnteressengrenzen auf dem Territorium des früheren polnischen Staates bewährt habe. Die Sowjetunion verfolge den Kampf Deutschlands für die Beseitigung des Versailler Systems mit gutem Verständnis, denn sie stände aus dem Standpunkt, daß e i n starkes Deutschland die unabläs­sige Vorckusfehung für den Frie­den in Europa sei. Der versuch der West- mächte dagegen, Deutschland in ein neues Versailler System hineinzuzwingen, sei gefähr­lich und könne für diese Staaten selbst mit dem

Ruin enden.

Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Deutschland haben sich ferner, so fuhr Molotow fort, in einer Erneuerung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern ausgewirkt. Durch die politische Freundschaft seien hierfür die günstigsten Voraus­setzungen entstanden. Mit den Wirtschaftsverhand­lungen sei eine breite Grundlage für die Entwick­lung des Warenaustausches zwischen der Sowjet­union und Deutschland geschaffen.

Bei der Schilderung der Okkupation der Westukraine und des westlichen Weiß-

mit Finnland nötig find.- Die Sowjetregierung habe ursprünglich Finnland den Abschluß eines Beistandspaktes nahegelegt auf einer ähnlichen Grundlage wie die mit den bal­tischen Staaten abgeschlossenen Verträge. Die finnischen Unterhändler hätten jedoch die Ansicht vertreten, daß dies mit der absoluten Neutra­lität Finnlands nicht vereinbar sei. Die Sow­jetregierung habe daraufhin ihre Vorschläge beschränkt auf die llebergabe einiger Inseln des Finnischen Meerbusens und auf den Vorschlag, die Landgrenze nördlich von Leningradum ein paar Dutzend Kilometer nach Norden vorzuschi e- ben. 3m Austausch dafür habe die Sowjet­regierung Finnland einen zweimalsogro­hen Distrikt im Gebiet Sowjekka- reliens angeboten.

Weiter habe die Sowjetregierung vorgeschlagen, ein kleines Stück finnischen Territoriums an der Ausfahrt aus dem Finnischen Meerbusen zur Be­nutzung als Marinebafis durch Pacht zu erwerben. Dieser Stützpunkt solle für die Sow­jetunion in Ergänzung der der estnischen Küste gegenüberliegenden Basis Baltisch-Port die volle

25 Jahren zu rechnen sei, antwortete Generaloberst von Brauchitsch: Eine Wiederholung der Aushun­gerung, auf die unser menschenfreundlicher Gegner in erster Linie abzielt, ist aus zwei Gründen nicht möglich. Wir sind nicht wie 1914 bis 1918 von allen Seiten ab geriegelt. Wir sind in der Lage, den Handel mit dem o st - und süd- osteuropäischen Wirtschaftsraum fort­zusetzen und noch weiter auszubauen. Wir haben uns außerdem mit großen Vorräten, ins­besondere an Getreide, eingedeckt und tun alles Erforderliche, die landwirtschaftliche Erzeugung im vollen Umfange auch im Kriege aufrecht zu erhalten und sogar noch zu steigern. Auch unser« alten Korn - und Fleischkammern Posen und We st preußen werden uns von großem Nutzen sein. Für die Bestellung mit Wintersaat ist gesorgt. Die englische wirtschaftliche Kriegführung wird allerdings die neutralen Staaten wieder schwer treffen. Deutschland wird sein mög­lichstes tun, durch Lieferungen ihre Leiden zu mil­dern. Es bedarf allerdings auch einer energischen Selbsthilfe der Neutralen gegen die englische Wirtschaftsblockade. England wird sich über unsere heutige wirtschaftliche Kraft täuschen. Ich glaube, daß die gegenwärtige Lage Englands mehr gefährdet ist als die unfrige.

Ich habe schon bei meiner Rede in den Rhein- metall-Wercken betont, daß die nationale und soziale Geschlossenheit des deutschen Volkes auch in schweren Tagen ihre Prüfung be­stehen wird. Heute kann ich sagen, daß die Ka­mera d sch af.t zwischen deutschen Arbei­tern und deutschen Soldaten sich bereits in den ersten Kriegswochen hervorragend be­währt hat. Die deutsche Arbeiterschaft, die auch ihre Arbeit in der Heimatfront als Soldaten- t u m auffaßt, hat mit eiserner Disziplin an dem ihr zugewiesenen Platz ihre Pflicht erfüllt. Wir haben damit der Welt den Beweis liefern können, daß Deutschland nicht nur die besten Soldaten, son­dern auch die besten Arbeiter hat. Ich bin überzeugt, daß die deutsche Arbeiterschaft auch weiterhin im nationalsozialistischen Geiste ihre Pflicht erfüllen wird.

Die Verhandlungen mit Finnland.

Sehr beschränkte Ziele Moskaus zur Sicherung der russischen 7!ordwestgrenze.

Oie deutsch-russische Freundschaft hat sich bewährt

Große außenpolitische Nede Molotows vor dem Obersten Sowjet der Ltd SSN.

Berlin, 31. Okt. (DNB.) Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst v. Brauchitsch, er­klärte in einer Unterredung: Wir sind heute mili­tärisch wesentlich stärker als d o r f u n f « undzwanzig Jahren. Das gilt sowohl hin­sichtlich der Bewaffnung und Ausrüstung als auch vor allem hinsichtlich der Ausnutzung der gesamten Wehrkraft des Volkes. Un­sere auf den Erfahrungen des Weltkrieges aufge­baute Ausbildung sowie die Gliederung und Zu­sammenfassung der verschiedenen Waffengattungen haben sich im polnischen Feldzuge her­vorragend bewährt. Die Errichtung des W e st w a l l s , der stärksten Befestigungsanlage der Welt hat es uns ermöglicht, das polnische Heer in kürzester Zeit zu vernichten, ohne daß wir wie 1914 die Masse unserer Kräfte an mehreren Fronten zersplittern mußten. Jetzt haben wir den Rücken frei und können ohne die Gemhr eines Zweifrontenkrieges der weiteren Entwicklung in überlegener Ruhe entgegensehen

Der überraschend schnelle Erfolg der deutschen

und sie reif zur Kapitulation gemacht. Die gesamte Kampstätigkeit der Luftwaste in diesem kurzen Feld­zuge in Polen und darüber hinaus im Westen und ganz besonders zur See ist ein schlagender Beweis für ihre vorzügliche Organisation und Bewaffnung, ihren Kampfgeist und ihr fliegerisches Können.

Beförderungen in Heer und Luftwaffe.

Deutschland militärisch und wirtschaftlich unbesiegbar

Line Unterredung mit Generaloberst von Brauchitsch.

Die Verhandlungen mit der Regierung Finnlands auf Initiative der Sowjetregierung hin seien überschattet von der Tatsache, daß in Finnland an­derweitige äußere Einflüsse dritter Mächte im Spiele seien. Nichtsdestoweniger habe die Sowjet­union dos Recht und die Pflicht, wirksame Maßnahmen durchzuführen, die zum Schutze ihrer Sicherheit im Finnischen Meerbusen und der Land­grenze in der Umgebung der Dreieinhalbmillionen-' stabt Leningrad dienen, deren Bevölkerungszahl allein diejenige ganz Finnlands nahezu erreiche.

Der Außenkommiffar gab dann das maß- volle und weitsichtige Programm der sowjet- russischen Vorschläge an Finnland be­kannt. Die Sowjetunion habe weder Ab­sichten auf Viborg, noch auf die Aalandsinseln, noch wolle sie gar einen Druck auf Schweden und Norwegen ausüben, wie dies sinnlose und böswillige Gerüchte be­haupteten, die im Ausland Verbreitung fanden. Untere Vorschläge an Finnland sind viel- mehr, so erklärte Molotow,sehr beschei­den und beschränken sich auf solche Maßnah­men, die zu unserer Sicherheit und zur Her­stellung wahrhaft freundschaftlicher Beziehungen

Wehrmacht im polnischen Feld zu g ist mit der Ueberlegenheit der deutschen Füh­rung und des deutschen Soldaten und mit der Güte und Rüstung der deutschen Waffen zu erklären. Auf polnischer Seite versagten Füh­rung und Organisation völlig. Der polnische Soldat hat sich vielfach zäh und hartnäckig geschlagen, war aber sowohl moralisch als auch in Ausbildung und Ausrüstung dem deutschen Soldaten kei­neswegs gewachsen. Er Hütte seinen Wider­stand ohne Zweifel noch eher aufgegeben, wenn er nicht, wie aus Gefangenenaussagen einwandfrei hervorgeht, über die militärische Lage auf das gröbste belogen worden wäre. Neben den über alles Lob erhabenen Leistungen der einzelnen, am Ein­satz beteiligten deutschen Truppen hat das,vorbild- liche Zusammenwirken aller Waffen und besonders auch die engste Zusammenarbeit zwischen Heer und Luftwaffe wesentlich zu dem raschen Erfolg beige­tragen. _ .

Auf die Frage ob mit einer ähnlichen Wir­kung der englischen Blockade wie vor

ruß land gab Molotow die Verluste der owjetrussischen Streitkräfte bekannt.

An der weißrussischen Front sind 246 Gefallene und 503 Verwundete zu verzeichnen, an der ukrainischen Front 491 Gefallene und 1359 Verwundete. Auch die Kriegsbeute in Ostpolen gab Molotow be­kannt: 900 Geschütze, über 300 Flugzeuge, über 10 000 Maschinengewehre, 300 000 Gewehre, eine halbe Million Patronen, eine Million Artillerie­geschosse usw. Die erworbenen Gebiete des west­lichen Weißrußland und der Westukraine umfaßten 196000 Quadratkilometer und 13 Mil­lionen Einwohner, darunter 4,8 Millionen Weißrussen und 8 Millionen Ukrainer. Die erst kürzlich durchgeführten Wahlen zu den National­versammlungen in der Westukraine und im west­lichen Weißrußland hätten erwiesen, daß neun Zehn­tel der Bevölkerung dieser Gebiete die Verände­rung ihres politischen Schicksals begrüßen.

Die Beistandspakte mit den baltischen Staaten.

Die Beistandspakte mit den drei bal­tischen Staaten bezeichnete der Redner als das Ergebnis des absoluten Vertrauens und gegen­seitigen .Verständnisses zwischen der Sowjetunion und diesen Staaten. In Würdigung der besonderen

ristisches Gepräge verleihen.

Einen Hauptanteil an diesen glänzenden Erfolgen hat die großartige Organisationsleistung, die m der kurzen Zeit von wenigen Jahren das kaum erstandene deutsche Volksheer zum stärksten ; und am neuzeitlichsten bewaffneten der Welt ge­mocht hat. Jetzt auf den Schlachtfeldern Polens hat sich die starke Ausrüstung des deutschen Heeres mit Panzertruppen, mit motorisierten und schnellen Verbänden, die auf den besonde­ren Befehl des Führers zurückzuführen ist, in einer Weise belohnt gemacht, die auch die kühnsten Hoff­nungen weit übertroffen hat. Nienrals hätte die restlose Einkreisung und Vernichtung großer polni­scher Heeresteile bei Kutno, bei Radom und im polnischen Südraum gelingen können, wenn nicht unsere Panzertruppen im Verein mit anderen moto­risierten Verbänden die feindlichen Linien teils frontal durchstoßen, teils in seitlicher Verfolgung überholt, in gewaltigen Tagesmärschen bis an die Weichsel vorgestoßen und den polnischen Armeen den Rückzug abgeschnitten hätten.

Freilich hätte eine so vollkommene Einkreisung großer feindlicher Armeen niemals ohne die ent­scheidende Mitwirkung unserer tapferen Infan­terie gelingen können, die den motoriiierten Ver­bänden in ungeheuren Gewaltmärschen folgte und einen eisernen Ring von gewaltiger Ausdehnung rings um den sich verzweifelt wehrenden Feind legte. Die Befreiung d er Infanterie vom T o r n i st e r hat sich glänzend bewährt und Marsch­leistungen ermöglicht, durch die die Einkreisungs- ringe so schnell geschlossen wurden, daß dem Feind fast nirgends mehr eine Lücke zum Entweichen blieb. Und die in den Kämpfen in Polen stets be­wiesene Ueberlegenheit der deutschen Infanterie ist außer ihrer Erziehung zum selbständigen Handeln auf ihre vorzügliche Bewaffnung zuruck- zuführen, die sie zu einem Truppenkörper aller Waffen gemacht und befähigt hat, im Angriff allen feindlichen Gegenwirkungen aus eigener Kraft ent­gegenzutreten und in der Verteidigung auch wert überlegenen feindlichen Massen todesmutig standzu­halten. Ebenso hat die Ausrüstung unserer Divisionsartillerie sich als richtig erwie­sen und es ihr ermöglicht, fast überall die Artillerie und die Verteidigungsstellen des Feindes schnell niederzukämpfen und damit den insanteristtschen An­griff wirksam vorzubereiten.

Die von Hermann Göring aus dem Nichts ge­schaffene Luftwaffe hat in unwiderstehlichem Angriffsdrange sehr wesentlich zu den schnellen Er­folgen bei getragen. Vom ersten Tage ihres Ein­satzes an hat sie die unbedingte Luftherrschaft er- rangen, teils durch siegreiche Luftkämpfe, teils durch Vernichtung der feindlichen Flughäfen mit ihrem Flugzeugmaterial. Durch die Zerstörung von Bahn­höfen und bereitstehenden feindlichen Eisenbahn­zügen hat sie vielfach das rasche Entkommen fliehen­der polnischer Truppenteile unmöglich gemacht und durch ständige Bombenangriffe auf die eingekreisten polnischen Heeresteile deren Kampfkraft zermürbt

Moskau, 31. Okt. (DNB.) Auf der 5. Tagung des Obersten Sowjets der UdSSR, im großen Saal des Kremlpalais ergriff darauf der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare und Außenkommissar Molotow das Wort zu einer anderthalbstündigen außenpolitischen Rede. Drei wichtige Tatsachen haben, so führte Molotow aus, die Welttaae in den letzten Monaten geändert: ,Zn erster Linie der völlige Umschwung in den Beziehun­gen zwischen Deutschland und der Sowjetunion, der zur Herstellung einer dauerhaften Freundschaft zwischen diesen beiden größten Staaten Europas geführt habe; zweitens die militärische Vernichtung Polens und der Zerfall des polnischen Staates; drittens die Fortsetzung des Krieges zwi­schen Deutschland einerseits und England und Frank­reich anderseits. Mit sarkastischer Polemik behan­delte der sowjettussische Regierungschef das nun­mehr von den Westmächten angeblich verfolgte Kriegsziel, nämlich dieVernichtung des Hillens- mus". Dieses auch noch unter der Flagge der De­mokratie segelnde Kriegsziel der Westmächte nannte Molotow schlechthin verbrecherisch. Staats­ideen wie die nationalsozialistische könne man ab- lehnen aber annehmen, sie jedoch zum Kriegsgrund zu erklären, sei s i n n l o s und verbrecherisch. Die wirklichen Kriegsziele der Westmächte be­stünden denn auch in der Behauptung ihrer Weltherrschaft und in der weiteren unge­störten Ausbeutung ihrer Kolonial« völker.

OesjungenVolksheeres Feuerprobe.

Don Major a. D. von Keifer.

Ms auf Befehl des Führers im März 1935 mit dem Aufbau eines starken Heeres auf der Grund­lage der allgemeinen Wehrpflicht begonnen wurde, da konnte kein Deutscher ahnen, wann die Stunde schlagen würde, da sich diese junge Wehrmacht in den Stahlgewittern des Krieges zu bewähren haben würde. Und heute, nach kurzen 41/» Jahren, hat dieses deutsche Heer, das damals, in feiner Geburts­stunde, aus ganzen 100 000 Mann ohne alle schwe­ren Waffen bestand und daher zu einem Kampf auf neuzeitlichem Schlachtfelde überhaupt nicht in Frage kam, im Verein mit der aus dem Nichts ge­schaffenen Luftwaffe binnen wenigen Wochen Waf­fentaten vollbracht, die für immer in der Geschichte <Ü5 vorbildlich und unübertroffen dastehen werden. Noch stehen wir alle zu sehr unter dem Banne der gewcllttgen Geschehnisse auf den Schlachtfeldern Polens, noch sind auch zu wenig Einzelheiten be­kannt, als daß ehre kriegsgeschichtlich einwandfreie Würdigung der Leistungen van Führung und Truppen heute schon möglich wäre. Wohl aber lassen sich die Grundlagen erklären, auf denen diese Leistungen beruhen, läßt sich der Nachweis führen, daß im Aufbau, in der Erziehung und Ausbildung unseres Dolksheeres planmäßig die Vorbedingungen geschaffen wurden, die sich in der Wirklichkeit des Krieges so glänzend bewähren^ollten.

In der Erziehung und^lusbildung der jungen deutschen Wehrmacht gesellten sich zu dem alten Preußengeist, der in einzigartiger Weise die Vergeistigung der soldatischen Erziehung und der Kriegführung mit schärfster Manneszucht verbindet, die jungen lebensvollen Gedanken der national­sozialistischen Revolution urtb stellten das Heer mit­ten hinein in das Werden und Wachsen des von Adolf Hiller geschaffenen neuen Reiches. So flössen der jungen nationalsozialistischen Wehrmacht vom Augenblick ihres Ausbaues an alle diejenigen Kraft­quellen echten Soldatentums zu, die ein Heer auf dem Schlachtfelde unwiderstehlich machen, die Er­ziehung zum Führen und zum Gehorchen, zum strategischen und taktischen Wissen und Können, zur selbstverständlichen Opferbereitschaft für Führer und Volk. Alle diese teils wägbaren, teils unwägbaren Kraftströme, ebenso wie das unbegrenzte Vertrauen des Führers und Obersten Befehlshabers zu feiner Wehrmacht und der Wehrmacht zu ihm, haben der deutschen Wehrmacht von den obersten Führern bis zu den einfachen Soldaten den Angriffsschwung, den Tatendrang und die Siegessicherheit verliehen, die allen Kampfhandlungen in Polen ihr charäkte-

geographischen Lage dieser Staaten, die sozusagen den Zugang zur Sowjetunion von der O st s e e her darstellten, seien die Sowjetregierung und die Regierungen der baltischen Staaten über­eingekommen, der Kriegsmarine, der Luftwaffe und einer begrenzten Anzahl von ßanbtr uppen der Sowjetunion Basen und Standorte in den baltischen Ländern einzuräumen.Das Geschwätz über die Sowjet! sierung der Baltenstaaten", so be­merkte Molotow wörtlich,ist das Produkt anti-sowjetischer Provokationen und soll nur unseren Feinden nützen." Die Unverletz­barkeit der Souveränität der baltischen Staaten und das Prinzip der Nichteinmischung in deren innere Verhältnisse sei klipp und klar feftgelegt

Das Verhältnis z u Finnland sei für die Sowjetunion von nicht geringerer Wichtigkeit, um so mehr, als die Sicherheit der nordwestlichen Grenze der Sowjetunion und der bedeutendsten sowjettschen Hafenstadt Leningrad davon abhänge. Leningrad liege nur 32 Kilometer von der finnischen Grenze entfernt, in einer Entfernung also, die ge­ringer sei als die Schußweite moderner Geschütze. Eindringlich wies Molotow darauf hin, daß die Sicherheit der Seeverbindungen Sow« jetrußlands im Finnischen Meerbusen und Lenin­grads selbst in unmittelbarem Zusammenhang da­mit stehe, ob Finnland eine freundliche oder feind­liche Haltung der Sowjetunion gegenüber einnehme.