Ausgabe 
1.8.1939
 
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Oie Jagd im August

von

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zwei Rädern lief, irgendwo draußen war, dann fühlte man den Sonntag. Ging man durch die langen Gänge der Garage, so sah man l

zeugen müssen, ob der Fahrer, dem Sie das Steuer anvertrauen, einen Führerschein hat?"

Aber deswegen kann man mich doch nicht ver­haften!"

Darum handelt es sich auch nicht. Nur um eine Auskunft, Herr Schramm. Sie werden doch der Po­lizei bestimmt behilflich sein wollen? Ihr Wagen wird übrigens aus dem Verkehr gezogen; er ist nicht betriebssicher Es wird ein Wagen vom Alexander- platz geschickt."

Schmal blickte zur Decke und fuhr sich mit der langen Hand über den Kopf.Die ,Grüne Minnas Schramm! Ich hätte nicht geglaubt, daß ich sie so bald von innen wiedersähe und dazu noch in Ihrer Begleitung! Wahrscheinlich haben sie den

James schon, und der hat uns verpfiffen." Er flü­sterte es Schramm zu, denn der Oberwachtmeister war an seinen Platz zurückgekehrt.

Wie gut, daß er erst bei der Kriminalpolizei an- gefragt hatte, ob gegen Schmal etwas vorliege! dachte der Beamte zuftieden. Vielleicht hatte man da einen guten Fang gemocht ...

Hellmuth, der heute Dienst hatte, meinte, man könne es mit den Händen greifen, daß Sonntag war.

Stand man vorn an der Tankstelle, die man kaum zu bedienen brauchte, weil alles, was auf vier oder

Ein Oberwachtmeister kam an den Tisch, vor dem sie standen.Sie heißen?"

Möbius Ernst Möbius." Schmal verbeugte sich. Verflixt das Gesicht des Oberwachtmeisters kannte er doch? Er wurde änastlich; seine Lippen verzogen sich zu einem schiefen Lächeln.

Warum geben Sie einen falschen Namen an, Schmal? Wir kennen uns doch! Wissen Sie noch? Ist noch gar nicht so lange her ... Und nun fahren Sie also ohne Führerschein?" Der Oberwachtmeister schüttelte den Kopf.Ach, stimmt: Der Führerschem wurde Ihnen ja damals abgenommen!"

Eben, Herr Wachtmeister. Es war 'ne Dummheit. Ich fahre doch so sicher. Mein Freund bat mich auf der Chaussee, er fühlte sich nicht ganz wohl ..."

Warten Sie mal 'nen kleinen Augenblick! Ich will mal hören."

Erschöpft sank Schmal auf einen Stuhl. Dieser Schramm! Er hätte ihn vergiften können .. Bloß, weil der für den Wagen was hatte rausschlagen wollen für diese elende Karre!

Der Oberwachtmeister kam zurück.Ja, Schmal, Herr Kriminalrat Doktor Gräupner möchte sich gern ein bißchen mit Ihnen unterhalten." Er wandte sich an Schramm.Auch mit Ihnen. Er erwartet Sie beide auf seinem Dienstzimmer am Alexanderplatz."

Schramm begehrte auf.Was soll das heißen? Ich habe doch meine Papiere!"

Sie wissen doch, daß Sie sich immer davon über-

Wagen!"

Vallendar schlenderte auf und ob, die Hände in der Manteltasche. Er sah-sehr unentschlossen aus, gar nicht wie sonst.Na ja, Hellmuth aber so allein? Bißchen langweilig ..."

Aber, Herr Vallendar: Am Steuer sitzen und dann Langeweile?" Hellmuth konnte den Schauspieler nicht verstehen.

Fetzt wandte der sich um und ging langsam in die Garage hinein.

Er schnippte dabei mit den Fingern. Blödsinnige Stimmung! Er hatte sich so sehr auf den Sonntag gefreut. Aber als er bei Charly ankam, hatte Preetz ihm gesagt, Fräulein Sandner sei mit Römer ausgefahren. Mit Dr. Römer! Na ja. Eigentlich hatte sie sich doch mit ihm verabredet?

Wagen stand. Kein Mensch war um diese Mittags- tunde im Tunnel zu sehen. Wer fortfahren wollte, hatte seinen Wagen schon abgeholt, und jetzt kam doch niemand zurück. Es war richtig langweilig.

Das Büro war geschlossen. Es wäre wenigstens ein bißchen Abwechslung gewesen, wenn Mühsam mal den Kopf aus dem Fenster herausgestreckt hatte, um irgendeinen Befehl zu erteilen oder in seiner polterischen Art einen Tadel ausgesprochen, der doch nicht böse gemeint war.

Was sollte man anfangen? Am gescheitesten war s, man nahm sich einen Hocker aus dem Chauffeur­zimmer und setzte sich vorn am Eingang ein bißchen in die Sonne. Las ein Buch. Auf dem Pull der Chauffeurbude lagen immer Bücher aus Hilde Webers Leihbücherei, die irgendein Wäscher oder Fahrer entliehen hatte, um die Wartestunden zu ver­kürzen. ..

Wann der Lastwagen wohl abgeholt würde? Ob sich nun noch irgend etwas ereignete, oder ob der Spitzbube gewarnt war? Hellmuth konnte ganz gut lesen und dabei doch die Gedanken spazierengehen lassen. Dann und wann hob er den Kopf und sah einem Mann nach, der um die Ecke fuhr. Stellte unwillkürlich Marke und Bauart fest und versenkte sich dann wieder in die Geschichte ...

Tag, Hellmuth!"

Tag, Herr Vallendar!"

Ganz plötzlich war der Schauspieler aufgetaucht.

Wollen Sie Ihren Wagen holen?"

Vallendar blieb neben Hellmuth stehen.Vielleicht. Ich weiß selbst noch nicht recht. Wo soll man denn hin?" .

Hellmuth lachte. Er hätte schon gewußt, wohm er führe, wenn er freigehabt hätte und einen sol­chen Wagen besäße wie der Herr Vallendar, und wenn er überhaupt der Herr Vallendar wäre. Fahren Sie doch mal die Autostraße nach Maade- bürg da können Sie ordentlich aufdrehen! Das muß doch eine.Wonne sein, mit solch einem

Schneider. _, ..

5 .Klingende Ostmark", Potpourri von Schneider. 6. 'Gewehr über!", Marsch von Thiele.

Ehefrauen können Westwallarbeiter besuchen.

Der Reichsverkehrsminister hat in einem Bescheid vom 22. Juni d. I. mitgeteilt, daß die Arbeiter, die bei den Westwallarbeiten beschäftigt sind, zu­gunsten ihrer Cheirauen auf die ihnen zustehen­den kostenlosen Wochenendheimfahrten verzichten können Die kostenlose Rückfahrkarte kann m der Zeit vom 1. Juli bis 15. Oktober d.J. von der Ehefrau benutzt werden. Auf Entfernungen unter 150 Kilometer und im Verkehr mit Ostpreußen wer­den keine Rückfahrkarten ausgegeben. Damit hat der Reichsverkehrsminister einem seit längerer Zeit im Einverständnis mit dem Generalinspektor für das Deutsche Straßenwesen vom Sozialamt der DAF. vorgebrachten Wunsch entsprochen, für An­gehörige von Westwallarbeitern zu Besuchsfahrten nach dem Westen eine Fahrpreisermäßigung zu ge­währen.

Gießener wochenmarktpreise.

* Gießen, 31. Juli. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 RM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, % kg 8 bis 11, Weißkraut 8 bis 10, Rot­kraut 15 bis 18, gelbe Rüben 9 bis 10, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 15 bis 20, gelb 17 bis 22, Erbsen 15 bis 25, Tomaten, deutsche, 35 bis 50, italienische 20 bis 22, Zwiebeln 12 bis 15, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, neue, % kg 7 Rpf., 5 kg 60 bis 70 Rpf., 50 kg 5,25 bis 6 RM., Frühäpfel, % kg 28 bis 35 Rpf., Falläpfel 8, Pfirsiche 35 bis 50, Him-

beeren 35, Birnen 20 bi- 27 K-rsch-n 25 b - 35, Heidelbeeren 36 bi- 41, Stachelbeeren 10 6 s 20, Johannisbeeren 15 bis 18, Pflaumen 23 bis 2o, Zwetschen 38, Mirabellen 38 bis 46, Renekloden 33, Blummkohl 5 bis 50, Salat 5 bis A Salatgurken 10 bis 30 Einmachgurken 2 bis 6, Oberkohlrabi o bis 10, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Rpf. *

** Artillerie von der Hebung zurück Di- III Abt Artillerie-Regiment 9 ist am Samstag non einer größeren Hebung in die Kasernen an der Grünberger Straße zurückgekehrt.

** 50 Jahre Buchbindermeister und Schreibwarenhändler. Am heutigen ersten August kann der Duchbindermeister und Schreib - warenbändler Paul Richter, Bismarckstraße 9, auf ein 50jähriges Bestehen seines Geschäfts zuruck- blicken Im Jahre 1889 kam er von Görlitz nach Gießen machte sich hier ansässig und begründete an der' Ecke Kaplansgasse und Bahnhofstraße eine Buchbinderei, die er dort bis 1901 betrieb. Dann siedelte er in die Bismarckstraße über und gliederte seinem Geschäft eine Schreibwarenhandlung an Das Geschäft besteht heute noch als Schreibwarenhand­lung.

kann der gute Hund seinemHerrn so 3.^, was in ihm steckt, wie bei der Hühnerjagd. Ist der Hund in Ordnung und das Pulver nicht yar zu krumm, dann ist die Hühnerjagd ein weldnmnn cher Hoch oenufc Daß sie manchmal in der Wirklichkeit das Gegenteil wird, hat Gründe fur die m der Haupt' fache der Jäger selbst verantwortlich ist. Zwar kann er allein den Rückgang der Huhnerbestunde nicht aufhalten, obschon er durch Verbesserung der Deckungsverhältnisse manches tun kann, um den Schaden kleiner zu halten. Aber einen brauchbaren Hund muß man im Besitze eines Lagers verlangen, der ein Jagdrevier selbst betagt, also Eigentümer oder Pächter ist. Hühnerjagd ohne Hund rst eine weidmännische Geschmacklosigkeit und von weidge­rechtem Jagen weit entfernt. An den Hund aber stellt'die Hühnerjagd ganz erhebliche körperliche An­forderungen. Wer nicht nach einer Stunde das Jagen beenden will, weil der Hund nicht mehr kann dertrainiere" vor Jagdaufgang langsam den Hund und - sich selbst Er wird dann am 25 August auch wissen, wo die Ketten liegen, und wissen daß er abends mit einem Galgen voll Hühner heimkehrt, weil er nicht erst Stunden mit Fehlsuchen verliert. .

Das Fuchs geheck läuft nun auseinander. Wer Heberfluß an Füchsen hat, kann jetzt noch am Mut- terbau den Abschuß mit Aussicht auf Erfolg Der« suchen. Denn gern kommen die Jungen noch zur Heimat zurück. Wichttger erscheint es, sich dem Dachs zu widmen, der im Sommer gern auf kleinen, leicht zu grabenden Bauen liegt, wahrend er im Herbst die tiefen, oft im Fels verlaufenden Mutterbaue annimmt und damit seine Beiagung sehr erschwert. Auch der Abschuß am Bau ist noch leichter, weil Grimbart meist bei gutem Licht über die Erde kommt. , ,v

Wenn das Einfahren des Getreides beginnt, brummt im Dorf auch wieder die Dreschmaschine Das sollte den Jäger daran erinnern, daß er bald sich um Hinterkorn umtut, das bei der Maschine abfällt und bei feinem hohen Gehalt an Untraut« famen der verschiedensten Arten ein hervorragendes Winterfutter für Hühner, Fasanen und Kleinvogel darstellt und damit auch noch einen wirtschaftlichen Wert bekommt. Wer besorgt ist um sein Wild, der nutzt diese Wochen, um einen gewißen Vorrat da­von zurechtzulegen. Ein Terl davon kann bereits unter die Dauerfütterungen kommen, um als Lock­mittel zu dienen. Wirft man die Sämereien in Spreu, die als Grundlage unter die Fütterung kommt, dann gewöhnen sich Huhn und Fasan daran, darin zu scharren. Sie wissen dann später, wenn plötzlich der Winter hereinbricht, wo sie etwas finden wer­den. Damit aber hat die Fütterung erst ihre Auf­gabe erfüllt. Eine wirkliche Notzeit darf in eurem gepflegten Revier nicht auf kommen. Wer erst, wenn es draußen Stein und Bein friert und der Schnee hoch liegt, auf die Suche nach Futtermitteln geht, füttert zu spät, zu teuer und hat Verluste. Nur wer hegt, soll auch jagen. Hubertus.

Loreley kann von allen Richtungen bequem erreicht werden. Es bestehen gute Zufahrtsstraßen von Mainz am Rheinufer entlang, vom Taunusgebiet, von Frankfurt a. M. über Nastätten und von Ober­lahnstein. Große Parkplätze sichern die Abstellung der Kraftwagen und Motorräder. Umfangreiche Maßnahmen sorgen dafür, daß sich der Verkehr rep bungslos und schnell abwickelt. Für den Aufmarsch zur Festspiel- und Feierstätte ist die Straße von St. Goarshausen über Forstbach für den Autoverkehr gesperrt. Für den Besuch der Loreley bestehen auch günstige Zugverbindungen.

Großer Zapfenstreich am 2. August.

überziehen lassen, wollen wir nicht vergessen, daß Großdeutschland heute das Land Europas mit dem tärksten Bestand an Gamswild darstellt. Ist auch der Wintergams, derBartbock", das Ideal des Jägers, so machen Hegeabschuß, Geländeschwie- rigkeiten im Winter u. ä. oft auch bereits die Som­merjagd auf das Krickelwild nötig.

Nicht übersehen wollen wir auch die guten Mus­el w i l d b e st ä n d e des Sudetengaues und an­derer deutscher Wildbahnen, in denen der Abschuß

Begleitung!" Er winkte einen Motorradfahrer heran.Begleiten Sie den Wagen zum ersten Polizeirevier! Der Fahrer hat weder Ausweis noch Führerschein. Die Personalien müssen festgestellt werden... Bitte, der Herr mit dem Führerschein ans Steuer!"

Schramm setzte sich ans Steuer. Der Wagen fuhr an. Hinter ihnen knatterte das Motorrad. Es gab keine Möglichkeit mehr, zu entwifchen. Das wußte Schramm. Aber was konnte geschehen? Ihm be­stimmt nichts. Seine Papiere waren in Ordnung. Schmal würde eine Strafe bezahlen müssen wegen Fahrens ohne Führerschein. Das was alles!

Jetzt fuhren sie auf der Heerstraße. Sie waren in einer endlosen Kette von Wagen. Trotzdem hörten sie ununterbrochen das Rattern des Motorrades hinter sich. Nun tauchte der Fahrer neben ihnen auf. Rechts abbiegen!"

Es ging in eine stille Straße hinein Eine Lampe leuchtete auf. Ein Schild: Polizeirevier.

Bitte, aussteigen!"

Sie gehorchten. Schmal hatte bereits hundert Aus­reden erwogen.

Der Motorradfahrer machte Meldung.

Wie wir in unserer Ausgäbe vom vorigen Sams­tag bereits meldeten, findet am 2. August aus An­laß der 25. Wiederkehr des Tages des Wettkriegs- fceginns in Gießen abends Großer Zapfenftteich statt. Der Zapfenftteich wird von der II./Kamps- geschwader 55 gestellt. Beginn des Großen Zapsen- srreichs auf dem Hose der Zeughaus-Kaserne um 21 30 Hhr. Die Truppe" marschiert vom Fliegerhorit aus über die Grünberger Straße durch die Kaiser- allee Ludwigsplatz, Neuen Bäue, Sonnenstraße, Brandplatz, Landgraf-Philipp-Platz zur: Zeughaus- kaseme. Dorthin haben alle übrigen Truppenteile Abordnungen zu entsenden. Um 21.30 Uhr trifft der Große Zapfenstreich auf dem Hofe der 3^9W5' fajerne ein. Nach Meldung an den Standortattesten spielt das Musikkorps drei Musikstücke anschließend den Großen Z°ps°nstreich. Die S^tunbc firiKt mit einem Vorbeimarsch vor dem 6tanhortalte|ten ihren Abschluß. Der Rückmarsch der Truppe er^o.gt von der Zeughauskaserne aus durch dre Landgrafen­straße, Hitlerwall, Moltkestraße und Kmserallee.

3. Platzkonzert in Steins Garten.

Für das Platzkonzert, das am morgigen Mittwoch in der Zeit von 18 bis 17 Uhr stattsmdet und vorn Musikkorps des Fliegerhorstes unter Leitung Musikmeister Pfarre ausgeführt wird, sind gende Darbietungen vorgesehen:

1 TrauermarschEroica von Beethoven. (Dem Andenken eines Helden gewidmet.)

2 Rakoczy-Ouvertüre" von Keler-Bela. 3. Slawische Rhapsodie" von Friedemann. 4. ''Ball bei Ziehrer", Walzer-Potpourri

Nun liegt die Sommersonne über den Feldern, auf denen Tausende fleißiger Hände sich regen, den Segen der Ernte zu bergen. Die Sensen klingen, die Maschinen rattern, Wagen knarren und Men­schen sind überall: da wird es dem Rehwild, bas bereits im Juni seinen Einstand in den weiten Kornfeldern nahm, in der Feldflur zu unruhig. Ueberall wird es gestört. Darum wechselt es zu­rück in seine Heimat, den Wald. Wie ausgeblasen erschien dieser dem Jäger oft in den letzten Wochen. Nun aber wird er wieder mehr Aussicht auf guten Anblick haben. Denn die Brunst des'Rehwildes, die im Juli einsetzte, erreicht in der ersten Augusthalste ihren Höhepunkt. Im Juli war das kalte, regne­rische Wetter offenbar von Einfluß auf ihren Ver­lauf. Was in diesen ersten Brunfttagen zur Strecke kam und gerade geringe Abschußböcke sollten da fallen war gering an Zahl. Um so eifriger wird der Weidmann die kommenden vierzehn Tage aus- nutzen, um seinen Abschuß an Rehböcken durchs führen. Zwar werden es in der Hauptsache auch unerwünschte Vererb er sein, die seiner Kugel ver­fallen; doch kommt hinzu, daß er vom 1. August ab auch diesen oder jenen starken Bock als beson­dere Beute strecken darf. Je später das geschieht, um so besser ist es für die Zukunft des Reviers. Denn mir wissen, wie spärlich wirklich gutes Erbgut bei unserem Rehwild vertreten ist. Für den Jäger, der die Blattjagd liebt, kommen jetzt die schönsten Tage des Jagdjahres. Aber auch die Pirsch- und An­standsjäger kommen auf ihre Rechnung, wenn sie recht viel in ihrem Revier sind. Denn das Rehwild ist fast während des ganzen Tages auf den Läufen. Gegen Monatsmitte flaut die Brunft ab, eine kurze Zeit der Ruhe folgt, in der die Böcke sehr heimlich sind, um dann gegen Monatsende einem Bilde Platz zu machen, wie wir es vom Mai her kennen. Regel­mäßig und sicher hätt der Bock wieder seinen Wech­sel und erleichtert dadurch seine Bejagung.

Während im Rehrevier hohe Zeit herrscht, hat im Hochwildrevier die Jagd auf den Feisthirsch begonnen. Damit hat das Jagen begonnen, das für viele Weidmänner als die Krone des Jagens über­haupt gilt. In feiner Heimlichkeit, die ihn als Nachtgespenst" verschrien hat, stellt der Feisthirsch an Geduld und Ausdauer des Jägers die höchsten Anforderungen. Um so höher wertet der Weidmann daher auch die jetzt erbeutete Trophäe. Wie beim Rehwild, so soll auch beim Rotwild des Jägers Streben vor allem dahin gehen, den schlecht veran­lagten Hirsch zu strecken und den Guten bis in die Brunft leben zu lassen.

* 30 J-hre im Dienste der T'-ßener P o l i z e i. Am heutigen 1. August kann der Pollzel- meister Gustav Holz igel aus "ne. Wahr-g- Ta- tiakeit bei der Gießener Polizei zuruckblicken Polt- zeimeister H 0 l z i g e l dürfte einer der dienstaltesten Beamten der Gießener Polizei sein. Wir beglück­wünschen den allseits beliebten Beamten zu seinem Jubiläum. , .

* * Vorbildliche Hausgemeinschaft. Am heutigen Tage sind es 25 Jahre, daß die Tele- qraphenassistentin Frl. Frieda Köchlin als Mie­terin im Hause des Wiefenmeisters W. Bellos, Wolfstraße 25, wohnt. Freud und Leid haben m diesem bewegten Vierteljahrhundert die beiden Fa­milien als treue Hausgenossen miteinander getragen. Frl. Köchlin und Wiesenmeister Bellos gehören seit Jahrzehnten zum treuen Leserkreis des Gießener An­zeigers.

* * Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zett vom 21. bis 27. Juli ein: Gegen Kraft­fahrzeugführer mit 13 Anzeigen und 4 gebühren­pflichtigen Verwarnungen; gegen sonstige FchttZeug- sichrer mit 6 Anzeigen; gegen Radfahrer nnt 4 An­zeigen und 20 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen Fußgänger mit 3 Anzeigen und 1 gebühren­pflichtigen Verwarnung.

weisen?"

Ich habe nurne kleine Landpartie ich dachte doch nicht ich wollte auch gar nicht fahren ... Meinem Freund war nicht ganz gut da bat er mich, ich sollte maln Stückchen"

Wenn Sie sich nicht ausweisen können, müssen Sie auf die nächste Wache!" Der Ton des Beamten verlor jede Spur von höflichem Entgegenkommen. Der Mann benahm sich auffällig.Sie bekommen

der Widder nun einfetzt.

In unseren heimischen Revieren aber gesellt sich zum Jagen auf das Schalenwild die Niederjagd hinzu, die immer vielseitiger wird, je mehr wir uns dem Herbst nähern. Schon Mitte Juli hatte die Jagd auf Enten eingesetzt. Hnd es scheint so, als wenn erfreulich viele' Jungenten hochgekommen wären. Waren auch manche bei Jagdbeginn vielleicht noch nicht schußbar, so werden die sehr rasch wachsenden Entchen nun bald alle jagdbar sein. Dann lohnt es wieder, an buschbestandenen Bachufern zu suchen, oder im Schilf von Teich und Fluß den Hund stöbern zu lassen. Wird dabei auch die Bekassine vor ihm hoch und steigt pfeilgeschwind im Zick­zack zum Himmel auf, so kann der Jäger sein Kön­nen im Schießen an ihr erproben; denn alle Sumpfschnepfen können wieder besagt werden.

Zu dem Federwild, das zweifellos erheblich zu- genommen hat, gehören unsere Wildtauben, von denen nur die große, dieRingeltaube", be­sagt werden darf, während die beiden anderen Bauchredner", Hohl- und Turtellaube, ganzjähri­gen Schutz genießen. Aber die Ringeltauben stellen ein Wild dar, das von vielen Jägern vollkommen verkannt wird. Wenn der Roggen auf Haufen steht, bann lohnt sich der Ansitz auf dies leckere Wild schon,<»befonder5 wenn man zum Schuß sich Jung- tauben auswählt, die auf Hals und Flügel die wei­ßen Kennzeichen noch nicht tragen. Auch der Ansitz um die Mittagsstunde am Tränkplatz ist erfolg­versprechend, genau so wie ein Pirschgang am Bachlauf, in dessen Erlen und Weiden die Tauben gern Mittagsruhe halten. Die Vorliebe der Tauben für Salz, Kümmel, Anis u. ä. begründet die Jagd an Sulzen, die man besonders zur Taubenjagd an­legen kann und die sehr gern angenommen werden.

Aus feine andere Jagd aber wartet beim Feder­wildabschuß der Jäger mehr als auf die Hühner­jagd, die am 25. August beginnt. Sie ist reich an Mühen und Anstrengungen, aber auch für viele Jäger die liebste Jagd. Das mag vor allem in der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund

Er ging weiter. Bißchen sehr dunkel war es heute nachmittag hier; man sparte sonntags wohl mit dem Licht.

Er pfiff leise vor sich hin. Nein, bei Margit war es zu langweilig gewesen! Pernau war zum Kaffee gekommen und hatte geredet, wie eben nur ein Filmmann reden konnte, der sich in eine neue Ar­beit verbiß. Hnd Margit war sehr verändert ge» wesen. Die neue Rolle hatte sie so völlig erfüllt, daß es schien, als sei der Mensch Margit Larsen ganz in der Künstlerin aufgegangen ... Pernau war losgebraust wie ein Rennpferd nach dem Start. Worte, Worte! Lieber Gott man füllte doch die ganze Woche mit dem Beruf aus, man konnte doch am Sonntag mal an etwas anderes denken? Merkwürdig: Auf solche Gedanken wäre ich früher nicht gekommen! fühlte Vallendar.

Na, den Lastwagen würden sie morgen abholen. War es denn nun der Zornack gewesen? Wenn ja, würde der nicht wieder kommen. Warum aber nur? Gestohlen war ja nichts. Was gab es denn schon zu stehlen? Wie jedoch mochte der Zornack in die Garage gekommen fein? Der Bomemann hatte ihn doch nicht bemerkt.

Charlys Wagen! Charlys kleiner Zweisitzer! Er stand ganz verlassen in der großen Sammel- gar age C und wirkte darum doppelt klein. Sein Verdeck war hochgeschlagen.

Charly! Vallendar schüttelte den Kopf. Etwas war mit ihm los. Etwas stimmte nicht. Ganz weh« leidig war üjm zumute. Schön würde das werden, wenn er in solcher Stimmung den neuen FÜin drehte! Um Gottes willen! Das Publikum würde es merken. Was ist mit Vallendar los? würde es fragen. Man soll das Publikum nicht unterschätzen;, es hat ein sehr sicheres Gefühl für Echtes und Falsches... Nein, so ging es nicht weiter?

Daß auch Charly weggefahren war! Wie sie ihm fehlte! Ja, sie fehlte ihm. Er brauchte sie, er wollte sie sehen... Charlys kleiner Wagen zog ihn wie ein Maanet an. Er aing in die dunkle Sammel'' garage hinein und öffnete den Schlag.

Der Wagen war nicht verschlossen. Es hätte auch keinen Sinn gehabt; das ganze Perdeck war ja nur ein lächerliches Dingchen. Der hat Charly nun glück­lich gemacht? Der kleine gebrauchte Wagen, der ge­wiß nur aus Mucken bestand? Ja, so etwas kann Charly glücklich machen. Wie hübsch das ist! Das ift lebensechter als alle überwältigende Großartig' feit.

Setzen wir uns mal in den Wagen!

Ach, ganz nett! Hundert Kilometer zeigt der Ge­schwindigkeitsmesser an. Er wird froh sein, wenn er siebzig schafft... Das Steuerrad ist griffig ­es ist wie ein Spielzeug. Sicher hat Charly ihre Hände so auf das Rad gelegt und barm gedreht? Er probierte. Ja: So hielt sie ihre Hände. Nein, 1 die Linke etwas höher. So etwa!

i (Fortsetzung folgt.)

Amtsgericht Gießen.

Durch Strafbefehl hatte die Ehefrau W. St. in Gießen wegen gefährlicher Körperverletzung eine Gefängnisstrafe von einem Monat erhalten. Gegen diesen Strafbefehl hatte sie Einspruch eingelegt.

<Sie war beschuldigt, am 8. Januar 1939 in Gie­ßen im Verlaufe einer Auseinandersetzung einer Frau mit einer Bierflasche über den Kopf geschlagen und ihr mit einem Messer eine Schnittwunde im Rücken beigebracht zu haben, so daß die Verletzte in das Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Die Angeklagte bestritt, mit einem Messer gestochen, sie gab aber zu, die Verletzte mit einer Bierflasche ge­schlagen zu haben, wobei die Flasche in Scherben gegangen sei, die Verletzte fei dabei auf den Boden und jedenfalls in die Flaschenscherben gefallen. Der sachverständige Zeuge konnte nicht mit Vestimmthert sagen, ob die Verletzung mit einem Messer "geschehen ist, er gab die Möglichkeit zu, daß die Verletzung durch Glasscherben verursacht worden ist. Da auf eine Zeugin, die nicht erschienen war, nicht verzich-

fjltet U/e5ten

Roman von Harald Baumgarten Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35 30 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Ihren Führerschein, bitte! Sie sitzen doch am Steuer!"

Zu Hause, Herr Wachtmeister. Ich hab' ihn ver­gessen. Der Wagen gehört meinem Freund hier. Ich bin bloß maln bißken--"

Fahren Sie hier 'ran!" Der Wachtmeister gab ein Zeichen. Eine ganze Menge Wagen hielt schon hinter der alten Aste.

Schramm hatte es die Stimme verschlagen. Er hielt seine Papiere in der Hand. Die Hand zitterte leicht.Gib 'nen falschen Namen an!" flüsterte er endlich.

Der Wachtmeister erschien wieder.Steigen Sie aus! Sie wissen doch, daß Sie den Führerschein immer bei sich haben müssen. Können Sie sich aus=

Wenn wir den Jagdmonat August an uns vor- begründet sein. Fast bei keiner anderen Jagdart^

Unentschlossen blieb er in dem langen Tunnel durch Die langen stehen und sah sich um. Was wollte er eigentlich ...... leere Boxen und hier? Ausfahren war doch Hnsinn. Warten, bis

Sammelstellen, in denen nur ganz verloren irgendein I Charly juiüdtam? Vielleicht.