Ausgabe 
1.3.1939
 
Einzelbild herunterladen

der Wehrfreiheit, auch Heer und Flotte gingen einer neuen Zeit entgegen. Die Flak-Artillerie, die bis dahin dem Heere zugeteilt war, trat zur Luftwaffe über. Fliegertruppe, Flakartillerie und Luftnach- richtentruppe bilden seitdem die Bestandteile der Luftwaffe.

Wenn deutschen Jungen heute in das Berliner Zeughaus kommen, so ist ihr erster Blick und ihr erster Gang zu jenen alten Flugzeugen, mit denen die Flieger des großen Krieges flogen, kämpften, siegten und starben. Es ist in der Tat etwas Eigen­artiges, diese alten Apparate zu betrachten, ins­besondere sie mit den hochwertigen Maschinen, über die unsere Luftwaffe heute verfügt, zu vergleichen. Die Maschinen haben sich verwandelt. Was wir heute an Kampfflugzeugen, Aufklärern und Jagd­flugzeugen besitzen, das ist mit den Himmelskisten vor zwanzig Jahren nicht in einem Atem zu nen­nen. Eines aber ist gleich geblieben, ober besser, ist wieder erstanden: der G e i st. der die Männer der Luftwaffe beseelt. Es ist der gleiche Geist der strengsten Pflichterfüllung, der auch in Richthofen, Boelcke und Jmmelmann, um nur diese zu nennen, lebte.

Weil es dem Generalfeldmarschall Hermann Göring gelungen ist, mit Hilfe seiner alten Kame­raden in einer neuen Jugend diesen Geist wieder zu erwecken, darum ist es auch in so kurzer Zeit gelungen, eine Luftwaffe zu schaffen, die heute den deutschen Raum vor allen Angreifern schützen kann. Am 1. März 1939 sind nun vier Jahre verflossen seit dem Tage, an dem der Führer die Aufstellung der jungen Luftwaffe als dritten Wehrmachtsteil befohlen hatte. Wer Gelegenheit gehabt hat, in diesem Jahr die Luftwaffe in ihren verschiedenen Aufgabengebieten zu sehen und kennenzulernen, der weiß, was geleistet worden ist. Unsere Gegner glaubten, uns mit dem Versailler Diktat Fesseln an« legen zu können, die uns für immer am Erdboden festhalten sollten. Sie haben aber nicht mit dem deutschen Geist gerechnet. Jene unwürdigen Bedin­gungen, die uns auferlegt wurden, haben sich im Grunde nur als ein Vorteil für uns erwiesen. Als wir daran gehen konnten, leistungsfähige Flugzeuge zu konstruieren und zu bauen, da hatten wir schon eigene wertvolle Erfahrungen gemacht, und wir brauchten nicht erst in die Fehler zu verfallen, die unsere Gegner von einst fünfzehn Jahre lang ge­macht haben. Deutscher Erfindergeist und die Lei­stungen unserer hochqualifizierten Arbeiterschaft haben dazu geführt, daß wir heute im Besitze von Flugzeugen sind, die unbestreitbar als die besten der Welt angesprochen werden können. Das ist kein Selbstlob, sondern diese Tatsache wird auch von unseren Nachbarn anerkannt, wenn auch nicht gerade neidlos.

Als die Luftwaffe im verflossenen Jahr beim Einmarsch in die Ostmark und beim Einmarsch in das Sudetengebiet eingesetzt wurde, da hat sie sich als voll leistungsfähig erwiesen. Der Führer selbst hat wiederholt seine Bewunderung über den schlag­artigen Einsatz zum Ausdruck gebracht. Es ist er­freulicherweise nicht nötig gewesen, die Angriffskraft Der Luftwaffe zur Geltung zu bringen. Die beiden Einmärsche waren Angelegenheiten des Friedens und der Freude. Aber wenn es anders gekommen wäre, so hätte die Luftwaffe auch dann bis zum Letzten ihren Mann gestanden.

Die Umorganisation, die im Laufe des letzten Jahres vorgenommen worden ist, hat mit dazu bei­getragen, die Schlagkraft zu verstärken. Aufbau und Ausbildung haben weitere erhebliche Fortschritte gemacht. Erst in den letzten Tagen ist bekannt ge­worden, daß auch für den Schutz der großen Städte

Ballonsperren eingerichtet werden, die durchaus in der Lage sind, fliegerische Angriffe abzuwehren. Ein Beispiel dafür, wie mannigfaltig heute der Aufbau der Luftwaffe geworden ist. Auch das neu auf­gestellte Fallschirmjäger-Regiment hat taktische Auf­gaben besonderer Art zu erfüllen.

Am 1. März, am Tage der Luftwaffe, gedenken wir dankbar des Führers, der den Befehl zum Auf­bau der Luftwaffe gegeben hat, des Generalfeldmar­schalls Hermann Göring, der diesen Befehl mit der ihm eigenen Energie in kürzester Frist ausfuhrte, wir gedenken der alten Flieger von einst, die ihrem Kriegskameraden Göring geholfen haben, das Aus­bauwerk zu vollenden, und wir gedenken aller An­gehörigen der Luftwaffe, die durchdrungen sind von ihrer Aufgabe, das Reich gegen jeden Angriff, wo­her er auch kommen möge, zu jeder stunde zu schützen.

Iahten zum Tag Oer Luftwaffe

Während des Krieges wurden für die deutsche Armee und Marine rund 17 000 Offiziere und Mann­schaften im Fliegerberuf ausgebildet. Die Gesamt­zahl der Verluste innerhalb der Fliegertruppe betrug an Toten, Vermißten und Verwundeten rund 13 000 l Mann. Don diesen fanden 4053 Kameraden des fliegenden Personals den Heldentod; 4644 wurden | schwer verwundet. In dem erfolgreichsten deutschen Jagdgeschwader Rr. 1Freiherr von Richthofen" betrugen die Verluste 108 Offiziere und Flugzeug­führer (56 Tote) und 13 Mannschaften (6 Tote).

Mit dem höchsten Kriegsorden, dem Pou r le merite, sind ausgezeichnet worden außer dem Kommandierenden General und seinem Stabschef 59 Jagdflieger, 5 Kommandeure der Bomben­geschwader, 8 Beobachter, ein Segelflieger, 2 Ma­rinelandflieger, 2 Marineluftschiffer und ein Ballon­beobachter. Von Unteroffizieren erhielten das Preu­ßische Goldene Militäroerdien st kreuz, die höchste Auszeichnung für Unteroffiziere und Mannschaften, 69, darunter der später als Kunst­flieger und Konstrukteur bekannt gewordene Welt- tunftflugmeifter Gerhard Fieseler. Von 72 Rittern des Pour le merite unter den Fliegern fanden 27 den Heldentod.

*

Insgesamt wurden im Kriege von den Deutschen 8401 Flugzeuge abgeschossen. Unsere Flieger schossen davon 6811, unsere Flak 1590 feindliche Flugzeuge ab. 2500 deutsche Flugzeuge wurden von den Franzosen abgeschosfen, davon durch Flieger 2000, durch Flak 500 Flugzeuge.

Während des Krieges wurden durch Flak rund 1600 Flugzeuge abgeschossen und die Abschüsse ge­mäß den erlassenen Bedingungen bestätigt. Run ge­ben die wachsenden Abschußzahlen der einzelnen Jahre: 1914/15 rund 50, 1916 rund 330, 1917 rund 470 und in den Monaten bis Anfang November 1918 rund 750 insofern kein völlig klares Bild, als die Anzahl der feindlichen Flieger in ständigem An­wachsen war. Wohl aber können die der Jahre 1914 bis 1917 als höchst beachtlich mit Rücksicht auf den damals erreichten Stand der Flaktechnik bezeichnet werden. Erst um die Mitte des Jahres 1918 kamen aber moderne Flak mit entsprechenden Hilfsgeräten in beträchtlicher Zahl an die Front. Ihre Wirkung machte sich im September und Oktober 1918 mit über 120 Flakabschüssen je Monat gegen 81 im August geltend. Nun erst war man auf dem Wege zu den Leistungen, zu denen die heutigen Flak nach weiterer Ausbildung des Kommandogeräts befähigt sind.

In seiner Reichstagsrede vom 20. Februar 1938 teilte der Führer mit, daß im Dienst der Flug­ertüchtigung bis zu diesem Tage 55 000 Angehörige des Jungvolkes im ©egelflugroefen zur Ge­meinschaftsarbeit ausgebildet wurden. 74 000 Hitler- jungen sind in den Fliegerorganisationen der HI. 15 000 Jungen bestanden allein im Jahre 1937 ihre Gleit- und Segelflugprüfung. Im Jahre 1938 hat sich diese Zahl noch bedeutend erhöht. Hier hat das deutsche Volk in der deutschen Jugend den Nach­wuchs, den Deutschlands junge Luftwaffe braucht.

Eine AusstellungAlljapanische Kunst" in Berlin.

Oer Führer bei der Eröffnung im Deutschen Museum zugegen.

Berlin, 28. Febr. (DNB.) Zu einem großen Ereignis in den deutsch-japanischen Kulturbeziehun­gen gestaltete sich durch die Anwesenheit des Führers die Eröffnungsfeier der AusstellungA11 - japanische Kun st", die unter der Schirmherr­schaft des Ministerpräsidenten Generalfeldmarschall Göring mit Unterstützung der Kaiserlich-Japani­schen Regierung von der Gesellschaft für ostafiatische Kunst und dem staatlichen Museum in den Räu­men des Deutschen Museums veranstaltet wird. Der Führer wurde vor dem Ehrenhof des Pergamon-Museums von Generalfeldmarschall G ö - ring, dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop, Reichsminister R u st und dem Generaldirektor der Staatlichen Museen, Professor Dr. Kümmel, begrüßt. An der Feier nahm auch der japanische Botschafter Generalleutnant O s h i m a teil, ferner der Leiter der Sonderdelegation der javanischen Regierung Marquis Jnouye, Reichs« minifter Dr. Frick, Reichsführer ff Himmler, Reichsleiter Alfred Rosenberg, Staatsminister Professor Dr. P o p i tz und Vertreter von Partei, Staat und Diplomatischem Korps. Generaldirektor Professor Dr. Kümmel verlas die Begrüßungsan­sprache des durch plötzliche Erkrankung am Erschei­nen verhinderten Vorsitzenden der Gesellschaft für ostasiatische Kunst, Botschafter von D i r k s e n.

Botschafter O s h i m a gab bann seiner großen Freude Ausdruck, daß die Eröffnung dieser Aus­stellung durch die Anwesenheit des Führers eine hohe Auszeichnung erfahren habe. Der Botschafter fuhr dann u. a. fort: Die Kunst hat im Dritten Reich ein wunderbares Aufblühen erfahren. Wir Japaner haben diese beispiellose Entwicklung voller Bewunderung verfolgt, denn wir sind überzeugt, daß ein Kunstwerk, welches den wahren Dolks- charakter wiedergibt, für die Ewigkeit geschaffen ist. Völker, welche von paralleler Weltanschauung be­seelt sind, können durch die Kunst am ehesten zu- sammengeführt werden. Die alte japanische Kunst, beregn Schätze hier gezeigt werden, kann man nicht treffender charakterisieren, als daß man in ihr Kri­stallisationspunkte uralter japanischer Tradition und des ebenso uralten wie ewigen japänischen Geistes sieht. Wir freuen uns daher, daß wir unseren deut­schen Freunden diese Kunstwerke, in denen unser altes und doch auch ewiges Wesen gewissermaßen verkörpert und sichtbar in die Erscheinung tritt, nun­mehr zeigen können. So werden die engen kulturel­len Beziehungen zwischen Japan und Deutschland durch diese Ausstellung eine wesentliche Vertiefung erfahren.

Sodann nahm der Leiter der japanischen Kultur- mission, Marquis Jnouye, das Wort. Zum ersten­mal seit fast 30 Jahren werde Europa wieder die Gelegenheit geboten, wertvolle japanische Kunst­werke japanischen Besitzes, darunter Leihgaben des Kaisers, und in der Mehrzahl Werke, die unter Denkmalsschutz ständen, kennenzulernen. Es sei kein Zufall, daß diese Ausstellung in der Hauptstadt des von Adolf Hitler geschaffenen Groß- deutschen Reiches stattfinde. Deutschland sei in einem noch ganz anderen Sinne als früher das Herz Europas geworden, von dem kraftvolle Blut ftröme in alle Teile des Kontinents gingen. Die Ausstellung gehöre also hierher, selbst wenn sie nicht bas äußere Zeichen ber inneren Verbundenheit wäre, die beibe Volker in frieblichem Ringen um ver- roanbte Jbeale und im bitteren Kampfe gegen den gemeinsamen Feind menschlicher Gesittung eine.

Zum Schluß sprach Reichsminister R u st. Seit Jahrzehnten, so sagte er, habe in Europa keine repräsentative Ausstellung altsapanischer Kunst statt- gesunden; weder die letzte in London 1910, noch die vorletzte in Paris 1900 könne sich an Wert und Bedeutung mit der heute zu eröffnenden messen Anderseits aber habe auch keine japanische Kunst­ausstellung im Ausland auf eine so herzliche Auf­nahmebereitschaft rechnen können wie diese hier. Fühlten doch das deutsche und das japanische Volk sich auf Grund einer verwandten Lebensauffassung

und auf dem Boden eines gleichen Willens heroischer Lebensgestaltung zu gemeinsamen Aufgaben verbun­den. Deutschland habe den Schätzen japanischer Kunst in den Sälen, die sonst seine alten deutschen Meister chmückten, eine würdige Stätte bereitet. Es erhoffe.

von ber Ausstellung eine Bereicherung unb Ver­tiefung ber Beziehungen zwischen beiben Völkern auf bem Gebiete bes wahrsten Ausbruckes völkischen Wesens, ber Kunst. In biefem Sinne erklärte Reichs­minister Rust bie Ausstellung für eröffnet.

Lin Gang durch dir Ausstellung.

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Deutschlanb ist seit je bas Lanb, bas in ben Berliner unb Kölner Sammlungen bie hervor­ragendsten Stücke japanischen Kunstschaffens in Europa besitzt. Allerdings vorwiegend Kunstgewerbe und einige Skulpturen, aber nur ganz wenige Werke ber altjapanischen Malerei. So war es von vornherein wesentlich, vor allem Beispiele ber alt- japanischen Malkunst unb ber Plastik zu zeigen. Den Stamm gleichsam hüben bie religiösen buddhi- stischen Skulpturen und Malereien; Buddhadarstel­lungen, Bodhisattva (Pilger zu Buddha) und Kwan- nons (unseren Madonnen entsprechende Gnaden­gestalten) aus den Tempeln Heryudi, Rokubara

Unsere Aufnahme zeigt eine aus dem 12. Jahr­hundert stammende Holzplastik aus dem Tempel Daikakuji Kyoto. (Scherl-Bilderdienst-M.)

'y. WW ' *

Mitsuji, Kyoogokokuji unb anderen viele jahrhun­dertealten Pilgerstätten. Wenn ein Teil anderer solcher Heiligenfiguren heute auch im Besitz von japanischen Privatsammlern anzutreffen ist, so stammt diese Sitte doch erst aus dem letzten Jahr­hundert; nach urtümlichem japanischen Gefühl ge­hören die Buddhabildnisse, die Figuren der Hei­ligen, Mönche und Pilger gen Nirvana in die Tempel.

Damit ist nun aber keineswegs gesagt, daß die Trennung von kultischen und profanen Darstellun- gen besonders streng sei. Eine Derartige Gegen- ftanbsmertung wie bei uns ist im Osten, sowohl in ber altchinesischen wie in ber aus ihr verfeinert fortentwickelten altjapanischen Kunst, nicht anzu- treffen. lleberaU sind fließende llebergänge. Selbst die Götter befinden sich in ständiger Metamorphose, je nach ihrem jeweiligen 2(ufgaben» unb Leben-

tungsgehalt. So erscheint sogar der allgütige Buddha selbst in manchen Darstellungen als böser Dämon, freilich nur als Widerspiegel desBösen" ober noch Unoollenbeten im Menschen. In bem Holzbildnis besEubo Myoo" aus bem 12. Jahrhunbert, bas im ersten Raum ber Ausstellung zu sehen ist, er­scheint er als sechsarmige, sechsbeinige unb sechs- köpfige Wesenheit. Bodhisattva als Tempelwächter bald drohend, bald verheißend treten als Zeugen der seelischen Wanderschaft aus dem unerschöpflichen Reichtum assoziativ hinströmender Gedankenbilder in plastische Erscheinung. Ebenso greift Das Religiöse ungehemmt in das Tägliche über, bas somit nie ganz einAlltägliches" wirb.

Großformatige Wandschirme, bie teils auf Golb- ober Sildergrund bie hohe malerische Lei- Ö Japans auf Dieser Ausstellung zeigen, geben ich zu erkennen, wie ber buddhistische Mythos roieberum üderfließenb in alles Jrbische, Diesseitige bie Natur, Die Landschaft, Tier- unb Pflanzenwelt beseelt. Auch wo kein eigentlich religiöses Motiv mehr offensichtlich ist, liegt Doch immanent bie gleiche allumfassende Schau auch ber Darstellung von Na­turausschnitten zugrunDe, ben herbstlichen Ahorn­bäumen, den buftigen Pflaumenblüten, Herbstgrä­sern unb Herbstblättern an einem Bach ober jenem wunderbarenBambus im Schnee", einem Werk des berühmten Ogata Korin, der von 1657 bis 1716 lebte. Dabei ist Die Darstellungsweise an sich naturalistisch", Den Gegenstand selbst minutiös um­reißend, nirgends vermißt man jedoch die Zartheit des Gefühls. Heber Die Naturstudien der Maru- yama- und Shijo-Schule geht der Weg bis zu den Frauenbildnissen ber Ukiyo-e, unb hier finben wir nun schon Die uns aus bem japanischen Farben- Holzschnitt bekannten Namen wie Kitagawa Utamaro (Frau beim Umkleiben") oder Ka- tsushika Hokusai (Frau im Schnee"). Das ist bas Japan, bas sich im 19. Jahrhunbert mit un­serer westeuropäischen Kunst zuerst berührte, das Manet, Degas und Den anderen großen französi­schen Impressionisten Anregung und teilweise Vor­bild wurde.

Vom Anfang des 7. bis zum 19. Jahrhundert unserer Zeitrechnung geht ber historische Weg dieser eigen-, ja einzigartigen Ueberschau des künstlerischen Lebens Nippons, bie einen Monat lang in Berlin zu sehen ist. Ihre Aufgabe besteht vor allem barm, die Einfühlung in das Wesen zu vertiefen, aus Dem der nationale Geist, bie Kultur unb bie opferbereite Schaffenskraft ber Japaner geworden ist.

Rudolf Adrian Dietrich.

Oie Heicksfrauenführerin vom Ouce empfangen.

Rom, 28. Febr. (DNB.) Die Reichsfrauenführe­rin S ch o 1 tz « K l i n k legte am Grabe des Unbekann­ten Soldaten einen Lorbeerkranz nieder Dabei bil­deten faschistische Abordnungen, vor allem Der weib­lichen Organisationen, Spalier. Anschließend wurde Frau Scholz-Klink im Quirinal von ber Köni« gin unb Kaiserin empfangen, die sich leb- haft für bie Einrichtungen ber NS-Frauenschaft unb ihrer Olieberungen interessierte. Nach Besichtigung verschiebener Einrichtungen Des italienischen Mutter­schutzes nahm Die Reichsfrauenführerin an einem ihr zu Ehren vom Staatssekretär im Außenministerium

Bastianini gegebenen Frühstück teil und wurde Dienstag nachmittag im Palazzo Venezia v o m Duce in Audienz empfangen. Er ließ sich über bie Reichsfrauenorganisation berichten unb bat Frau Scholtz-Klink, bem Führer, dem beutschen Volk unb im befonberen ben deutschen Frauen seinen Gruß zu übermitteln. Frau Scholtz-Klink wurde auch vom Parteisekretär Minister Starace im Parteihaus empfangen, wo sie in Der Gebächt- niskapelle für Die Gefallenen Der faschistischen Revo­lution einen Kranz nieberlegte. Anschließend stattete Frau Scholtz-Klink ber ßanbesgruppenlei« tung ber 21 0. der NSDAP, einen Besuch ab. ßanbesgruppenleiter Gesanbtschaftsrat Ettel be­richtete über bie Organisation Der Frauenschaft in Italien. Am Dienstagabend würbe zu Ehren ber Reichsfrauenführerin von Botschafter v. Macken- s e n und Frau ein Empfang veranstaltet.

Die Anerkennung Francos.

Bon 24 Staaten vollzogen.

Weitere Anerkennungen in Vorbereitung.

Burgos, 28. Febr. (DNB.) Der englische Ver­treter in Burgos, Sir Robert H o b g s o n, stattete Außenminister General Jorbana einen Besuch ab unb gab ihm bavon Kenntnis, baß die britische Regierung die Regierung des Generals Franco als bie einzige für Spanien zustänbige Regierung a n - erkenne. Nachdem sich bie beiben Westmächte zur Anerkennung ber Regierung Franco entschlossen haben, ist bie nationalspanische Regierung nun« mehr von 24 Nationen de jure an» erkannt worben. Es sinb bies in zeitlicher Reihenfolge: Deutschland unb Italien, die diesen Schritt am 18. Nov. 1936 taten; es folgten dann Guatemala, San Salvador, Albanien, Nica­ragua, ber Vatikan, Japan, Manbschukuo, Ungarn, Portugal unb bie Tschecho-Slowakei, ferner Irland, die Schweiz, Uruguay, Polen, Peru, die Türkei, Holland, Bolivien, Venezuela, Argentinien sowie Frankreich und England.

Die jugoslawische Regierung hat am Dienstag die nationalspanische Regierung anerkannt und zu den roten Machthabern alle Beziehungen abgebrochen. Ebenso hat die litauische Regie­rung beschlossen, die Regierung Franco anzuer­kennen im Einvernehmen mit den Außenministerien Lettlands und Estlands. Die Anerkennung Francos durch Schweden und die übrigen Nord­länder dürfte voraussichtlich Anfang März erfolgen. Man erwartet, daß Südafrika, ebenso wie die übrigen britischen Dominien, bald einen ähnlichen Schritt unternehmen. Für die australische Regierung wird Ministerpräsident Lyons wahr­scheinlich heute die Anerkennung Francos bekannt­geben.

Azana feilt feinenZHürffnfl mit

Die Sowjetspanier

räumten das Pariser Botschaftsgebäude.

Paris, 28. Febr. (DNB.) Der bisherige Präsi­dent Der rotspanischen Republik, Azana, ist zu- rückgetreten. Der Protokollchef Azanas hat in Eollonges-sous-Salöoe Pressevertretern das Rück­trittsschreiben Azanas an ben Präsibenten ber Cor­tes, Martinez Barrio, verlesen, das das Datum trägt: Collonges-sous-Saleve, 27. 2.1939. In feinem Schreiben sagt Azana, der verantwortliche Leiter der militärischen Operationen habe ihm in Gegen­wart des Ministerpräsidenten am 27. 2. wissen lassen, daß der Krieg unweigerlich für Rot- spanien verloren sei. Noch bevor die rot- spanische Regierung als Folge Der NieDerlage seine Abreise aus Spanien empfohlen unb organisiert habe, habe er seine Pflicht erfüllt, inbem er der Regierung in der Person ihres Chefs ben sofor­tigen Abschluß eines Friebens unter menschlichen Vorbedingungen nahegelegt unb vor- aeschlagen habe, um ben Verteidigern des rotspani­schen Regimes und dem ganzen Lande neue nutzlose Opfer zu ersparen. Persönlich habe er in diesem Sinne gearbeitet, soweit feinebeschränkten Ak­tionsmittel" es ihm gestattet hätten. Er habe aber nichts Positives erreicht.

Durch die Anerkennung einer legalen Regierung in Burgos durch d i e Mächte, insbesondere durch Frankreich und England, sei ihm die notwendige internationale juristische Vertretung genommen, den ausländischen Regierungen offiziell seine Entschlüsse mitzuteilen.Da der politische Ap­parat des Staates Parlament, oberste Vertretung der Parteien usw. verschwunden ist, fehlen mir sowohl innerhalb als außerhalb Spaniens Die notroenbigen beratenden und beschließenden Organe für die Funktion eines Staatspräsidenten, damit ich die Regierungstätigkeit in die Wege leiten kann. Unter diesen Bedingungen ist es m i r u n m ö g 1 l ch, selb st dem Namen nach noch einen Posten zu behalten, auf ben ich auch nicht am Tage meiner Abreise aus Spanien verzichtet habe." Aus biefen Gründen, so erklärt Azana am Schlüsse seines Schreibens, gebe er demCortespräsidenten" sei­nen Rücktritt.

In französischen Kreisen, soweit sie nicht ber links- extremistischen Richtung angehören, bie auf eine Verlängerung bes spanischen Bürgerkrieges hin« arbeitet, hat ber Rücktritt Azanas sehr befriedigt. Da er eine längst unhaltbar geworbene Lage besei­tigt hat. In ber Presse wirb unterstrichen, baß Azana eine entscheibende Rolle beim Entstehen ber spanischen Republik spielte unb einen aktiven An­teil an Der Errichtung ber spanischen Volksfront hatte. Die spanische Botschaft in Paris in der Avenue George V. ist am Dienstagnachmittag von dem sowjetspanischen Personal geräumt worden. In den Mittagsstunden verabschiedete sich der bisherige sowjetspanische Vertreter in Frankreich Martinez y Pascua von seinen Mitarbeitern. Kurz Darauf traf bezeichnenderweise der sowjetrusst- sche Botschafter S u r i tz im Botschaftsgebäude ein, um von Pascua Abschied zu nehmen. Nach Dem Auszug des Personals verließ dann aus Pascua das Botschaftsgebäude. In den Nachmittaqsstunden trafen Beamte des französischen Außen- minifteriums im Botschaftsgebäude ein, um von diesem für kurz Zeit Besitz zu nehmen. Diese Regelung war auf Wunsch der Sowjetspanier ge­troffen worden, um eine unmittelbare Fühlung­nahme mit den Nationalspaniern zu vermeiden. Am Dienstagabend wird der Vertreter ber nationalem« nischen Regierung, Quinones be Leon, ber lange Jahre vor bem Sturz ber Monarchie bereits spanischer Botschafter in Paris gewesen ist, von bem Botschaftsgebäube Besitz ergreifen. Ebenso werben bas spanische Konsulat, bas Verkehrsbüro sowie das spanische Hospital in Paris in die Hänbe der Na- iionalfpanier übergehen.