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In
Berlin, 31. Jan. (DNB.) Auf der Winterta
gung des Reichsnährstandes anläßlich der „Grünen, Woche 1939" sagte der Reichsobmann des Reichsnährstandes, Bauer Behrens: Infolge des qc-1 wattigen Aufschwunges der deutschen Wirtschaft
i hatten.
Oer Seist der Wehrhaftigkeit muß stets wachgehalten werden.
Dresden, 31.Jan. (DRB.) Der Oberbefehls-
Geheimrat Golther ist ein hervorragender Vertreter der germanistischen Wissenschaft. Seine Arbeiten befassen sich vor allem mit altdeutscher Literatur, deutscher Heldensage und deutschem Götterglauben, mit dem Nibelungenliede und dem Schaffen Richard Wagners. Sehr bekannt wurde auch die Sammlung „Deutsche Liederdichter" (Bartsch-Gol- ther). — Professor Zahn hat zahlreiche bedeutende Arbeiten zur Statistik und Sozialpolitik geliefert, die ich u. a. mit dem Kinde in der Statistik, mit Säuglingsfürsorge, Geburtenrückgang und Familienpoli» tik beschäftigen.
bare Lyrik bekannt geworden, trat aber auch als Dramatiker und mit Essaysammlungen an die Oeffentlichkeit.
Die Gaelhemedaille für die Professoren Wolfgang Golther und Friedrich Zahn.
Der Führer hat dem ordentlichen Professor em. Geheimen Hofrat Dr. Wolfgang Golther in R o st o ck und dem Präsidenten des Bayerischen Statistischen Landesamts und Honorarprofessor an der Universität München, Dr. Friedrich Zahn in München in Anerkennung ihrer Verdienste um die deutsche Wissenschaft die Goethemedaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.
Aus aller Wett.
Hinrichtung eines Landesverräters.
Berlin, 1. Februar. (DRV. Funkspruch.) Die 3u st lzpresse stelle beimVolksgerichtS' h o f teilt mit:
Der am 18. November 1938 vom Volksgerichtshof wegen Landesverrats zum Tode und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilte Heinrich Schäffner aus Gie - ; e n ist am Wittwochmorgen h i n g e r i ch t e t worden. Schäffner war um einer drohenden Bestrafung zu entgehen, ins Ausland geflüchtet. Dort ist er in den Nachrichtendienst einer remdenWachteingetreken. In dessen Auftrag hat Schäffner Ausspähungsreisen nach Deutschland unternommen. Für den schimpflichen Verrat an seinem Vaterland hat ihn jetzt die verdiente Strafe erreicht.
Brieftaubenzüchterkongreß in Bad Godesberg.
Die Delegierten der 14 Nationen, die an der Zweiten Internationalen Brieftaubenausstellung in Köln teilgenommen hatten, begaben sich nach Bad Godesberg zum Internationalen Brief« taubenzüchterkongreß. Nach der Eröffnung durch den Präsidenten des Internationalen Komitees, Henri Martens (Brüssel), wies der Referent für Brieftaubenhaltung beim Reichsführer jj und Chef der deutschen Polizei im Neichsinnenmini- sterium, Dr. W e i s m a n t e l, auf den großen Er- olg der Kölner Ausstellung hin. Es folgten dann die fachlichen Beratungen. Präsident Martens sprach die Hoffnung aus, daß die Festigung der Freundschaft unter den europäischen Brieftaubenzüchtern das dauernde Ergebnis dieser Tagung sein möge.
Gauwirlschaflsberater Staalsrat Eberhardt tödlich verunglückt.
Die Partei und die thüringische Landesregierung haben einen schweren, Verlust zu beklagen. Gauwirtschaftsberater Staatsrat E b e r h a r d t ist bei einem Kraftwagenunfall tödlich verunglückt. Der Verschiedene war Vorsitzender des Verwaltungsrates der Wilhelm-Gustloff-Stiftung und der Berlin-Suhler Waffen- und Fahrzeugwerke G. m. b. H. Er stammt aus Halle, wo er 1890 geboren wurde. 1933 wurde er Mitarbeiter des thüringischen Ministerpräsidenten. Im folgenden Jahr erhielt er eine Berufung nach Berlin. Gleichzeitig wurde er Gauwirtschaftsberater. 1936 wurde er als Staatsrat Mitglied der thüringischen Regierung.
Vier Eifenbahnräuber verhaftet.
Der R a u b ü b e r f a l l, der am 27. Januar in Halle auf den Postwagen eines Eilgüterzuges verübt wurde, hat rasch seine Aufklärung gefunden. Der Polizei ist es dank der Mitarbeit der Bevölkerung gelungen, vier der Täter zu verhaften. Es handelt sich um Burschen im Alter vqn 26 bis 27 Jahren. Der fünfte, ein aus Steinhude bei Hannover stammender Heinrich Edel hoff, ist noch flüchtig. Die Verhafteten haben sich bereits in den nächsten Tagen vor dem Halleschen Sondergericht zu verantworten.
Hierl, Reichssportführer von Tschammer und Osten, die Staatssekretäre Pfundtner und Stuckart.
Nach Abschluß der organisatorischen Aenderungen in der Re ich s k u l t u r k a m m e r ist üun auch Reichskulturwalter M o r a l l e r ausgeschieden. Er ist für eine anderweitige Verwendung im Geschäftsbereich des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda vorgesehen. — Reichsminister Dr. Goebbels hat zum Hauptgeschäftsführer der Reichskulturkammer den bisherigen Leiter des Reichspropagandaamtes Hamburg, Pg. Erich Schmidt, bestellt. *
Abgeordneter F a rinacci wendet sich im „Regime Fascista" gegen die Italienerinnen, die mit Vorliebe Pariser Modelle tragen. Man müsse sich wohl merken, daß Frankreich von allen Italienern in jeder Hinsicht ignoriert werden müsse, es sei denn, um es zu bekämpfen. Wer nicht aus mehr als gerechtfertigten Gründen nach Frankreich reise, müsse erbarmungslos an den Pranger gestellt werden.
arum noch Gegelschulschiffe?
Oie seemännische Ausbildung in der deutschen Kriegsmarine
Haber des Heeres, Generaloberst von B r auch i t s ch , besichtigte die Truppenteile des Standortes Dresden auf dem Alaumplatz, wobei er an die Truppen eine Ansprache richtete. Die Aufgabe der deutschen Soldaten sei, die Ehre, die Freiheit und den Lebensraum des deutschen Volkes zu schützen und zu sichern. Der Führer habe erneut erklärt, daß das Deutsche Reich mit allen seinen Nachbarn in Frieden leben will. Indes könne es das nur, wenn es über eine sta.rke Macht verfüge. Das deutsche Heer solle das beste Heer der Welt sein, und der deutsche Soldat der b e st e Soldat der Welt. So sei es notwendig, den Geist der Wehrhaftigkeit über die aktive Dienstzeithinaus stets wach zuhalten. Mit dieser Aufgabe habe der Führer nunmehr die SA. und das NSKK. betraut. Damit sei das Heer mit der SA. und dem NSKK. und durch diese mit der Partei noch kameradschaftlicher und enger verbunden.
Kleine politische Nachrichten.
Zum 6. Jahrestag der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus überreichte der Trupp III der Marine-SA. (AO.) dem Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, eine schlichte Gedenktafel, auf der die Namen der acht Blutzeugen der AO. verewigt sind.
Vorjahr um rund 16 o. H. gestiegen ist und 52 000 beträgt. — Diese Ziffern, die der Bericht der Reichsanstalt für das vergangene Jahr geliefert hat, sind inzwischen noch weiter gestiegen. Besonders die Landwirtschaft braucht weitere Kräfte, wie die soeben mit Italien und Ungarn abgeschlossenen Verträge beweisen. Anderseits werden viele Ostmärker und Sudetendeutsche, die 1937/38 noch als „Ausländer" in der Statistik erschienen sind, nun als
mungen schwerster Art entgegengestellt. Der Mangel an Arbeitskräften auf dem Lande ei zu einer fast unüberwindlichen Schwierigkeit geworden. Der deutsche Bauer dürfe aber nicht mutlos die Flinte ins Korn werfen, sondern er müsse Ausschau hatten nach Mitteln und Wegen, um auch diese Schwierigkeiten zu überwinden. Aus diesem Grunde sei die Möglichkeit zur Arbeitsentlastung im Bauernbetrieb durch den Einsatz der Technik in den Mittelpunkt dieser Tagung gestellt worden. Da es in den meisten Fällen den Bauern aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich sei, die notwendigen und wünschenswerten Maschinen zur Arbeitsentlastung anzuschaffen, bleibe nur der Weg der gemeinschaftlichen Anschaffung dieser Geräte übrig. Die Hauptlast im Betriebe ruhe auf den Schultern der Bäuerin, auch hier gelte es, nach Mitteln und Wegen zur Arbeitsentlastung Ausschau
Der irisch-englische Dichter William Butler P e a t ist im Akter von 73 Jahren g e st o r b e n. Er war 1865 in Sandymount bei Dublin geboren. Von Blake, Shelley und Maeterlinck beeinflußt, begründete er die sog. Irische Renaissancebewegung, welche das irische Keltentum erneuern und seine kulturellen Werte der englisch sprechenden Welt vermitteln wollte. Zcat, der 1923 mit dem Nobelp'eise ausgezeichnet
wie wichttg die Aufgabe ist, die unsere Segelschulschiffe zu erfüllen haben. Sie stellen die beste Schule für den späteren Vorgesetzten dar, auf ihnen wachsen die Seeoffiziere heran, denen später, wenn sie einmal Kriegsschiffe führen, das Leben von Hunderten, ja auf einem Schlachtschiff von über tausend Seeleuten anvertraut ist. .
Unsere Kriegsmarine besitzt zur Zeit drei Segel s ch u l s ch i f f e, die alle erst in den letzten Jahren vom Stapel gelaufen find. Sie tragen die Namen deutscher Helden, die für ihr Vaterland im Krieg und in den Jahren danach ihr Leben gelassen haben. Das erste Segelschulschiff „G o r ch F o ck" hält die Erinnerung wach an den Dichter der Seefahrt, der in der Schlacht vor dem Ska- gerak als Freiwilliger auf dem kleinen Kreuzer „Wiesbaden" den Heldentod starb. „Horst Wes- s e l" lautet der Name des zweiten Segelschulschiffes. Der Sturmführer der SA., der Student und Arbeiter in einer Person, in der kommunistischen Hochburg der Reichshauptstadt bisher verhetzte Volksgenossen um die Fahne Adolf Hitlers scharte, ist zum Inbegriff nationalsozialistischen Kämpfergeistes überhaupt geworden. Das dritte Segelschülschiff schließlich trägt den Namen eines deutschen Soldaten und Offiziers, der, als der Weltkrieg zu Ende war, im Balttkum, in Oberschlesien und im Ruhrgebiet weiter kämpfte für sein Volk, bis er von den Franzosen in der Golzheimer Heide erschossen wurde: „Albert Leo Sch läge ter". Sein Opfertod machte damals Zehntausende von deutschen Menschen sehend und gab mit den Anstoß zur weiteren Erstarkung der deutschen Freiheitsbewegung.
Wie ist nun der Dienst auf einem Segelschulschiff? Aus dem Gefügten geht bereits hervor, daß die Ansprüche, die an jeden einzelnen gestellt werden, nicht gering sind und daß der junge Seemann aus diesem Schiff Mit den Elementen des fee« männischen Lebens vertraut gemacht wird. Es liegt naturgemäß auf der Hand, daß die Tage auf See lang, die Hafenaufenthalte dagegen kurz bemessen sind. Wenn eine gewisse Zeit verstrichen fft, dann tritt das Segelschulschiff seine e r st e Auslandsreise mit der neuen Mannschaft an. Gerade auf diese Fahrten, die oft in fernste Länder führen, wird von der Führung der Kriegsmarine ganz besonderer Wert gelegt, weil so die beste Gelegenheit gegeben wird, sich ein eigenes Urteil zu bilden über frembe Länder und Völker und sie mit den gewohnten Verhältnissen der Heimat zu vergleichen.
Don besonderer Bedeutung sind diese Auslandsreisen auch noch für die Stärkung des deutschen Auschens in der Welt. Immer wieder können wir von neuem die Feststellung machen, daß die deutschen Seeoffiziere und Matrosen, die von Bord ihres Schulschiffs an Land gehen, um eine fremde Stadt zu besichtigen oder einer der an sie ergangenen Einladung Folge zu leisten, ob ihres geschlossenen und disziplinierten Auftretens und ihrer tadellosen Haltung schnell im Mittelpunkt des Allgemeininteresses stehen. Jeder deutsche Seemann weiß, daß er als Vertreter seines Volkes im Ausland aufklärend zu wirken hat und daß von feinem Auftreten Rückschlüsse auf das ganze Völk gezogen werden, das er mit zu repräsentieren hat. So sind diese Auslandsreisen unserer Segelschulschiffe besonders dazu angetan, Deutschland in der Welt neue Freunde zu schaffen und bisher bestehende falsche Urteile, die durch die Lügenhetze der internationalen jüdischen Presse hervorgerufen wor- . den waren, zu revidieren.
der Hauswirtschaft, in der Textilwirtschaft und in der Bekleidungsindustrie handelt es sich zumeist um ausländische Kräfte. Ausfallend ist, daß auch die Zahl der ausländischen Angestellten gegenüber dem Vorjahr um rund 16 d. f
Gerade jetzt, da der Wiederaufbau unserer Kriegsmarine außerordentliche Fortschritte macht, legt sich mancher die Frage vor, warum unsere Kriegsmarine überhaupt noch Segelschulschiffe benötigt. Man kann öfter den Standpunkt vertreten hören, daß seemännische Tradition ja gewiß etwas sehr chönes fei und daß man es nur begrüßen könne, wenn die Erinnerung an die glorreichen Waffentaten unserer alten Marine wachgehalten würden, aber ob es nun wirklich erforderlich sei, diese Schul- chiffe, die doch keinerlei Gefechtswert besäßen, weiter im Dienst zu belassen, das ist eine Frage, auf die oft eine verneinende Antwort gegeben wird.
Es ist durchaus nicht lediglich die Wahrung der Tradition, die die leitenden Männer der Kriegs- marine veranlaßt hat, die Segelschulfchiffe nicht nur beizubehalten, sondern sogar neue zu bauen, vielmehr sind es reine Zweckmäßigkeitserwägungen, die den Anlaß dazu gaben, unseren Schulschiffen ganz besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Gerade angesichts des Wiederaufbaues un= erer Kriegsmarine ist die Ausbildung und Schulung >es Nachwuchses, der später einmal verantwortliche Posten einnehmen soll, von vordringlicher^ Wichtigkeit. Und diese Ausbildung kann in ihren Grundzügen nirgends besser und gewissenhafter erfolgen als auf einem Segelschulschiff, weil hier der zukünftige Seemann überhaupt erst einmal mit den Grundbegriffen des seemännischen Lebens vertraut gemacht wird, weil er hier zum ersten Mal lernt, was es heißt, mit Wind, Wetter und See ferttgzuwerden. Auf einem Kreuzer sind die selbstverständlichen handwerksmäßigen Grundlagen des Seemannsberufes genau f o wichtig wie auf dem Segelfahrzeug. Für das Erlernen dieser Grundbegriffe des Seemannslebens ist aber auf einem modernen Kriegsschiff keine Zeit mehr, denn hier ist die gefechtsmäßige Ausbildung der Mannschaft die wichtigste Aufgabe, hinter der alles andere zurücktritt.
Auf dem Segelschulschi ff wird der junge Seemann am besten für seine künftige Stellung als Vorgesetzter erzogen, hier wird ihm der erste Begriff vom Bordleben überhaupt vermittelt. Er lernt, was es heißt, auf dem engen Raum eines Schiffes auf die bisher gewohnten häuslichen Bequemlichkeiten verzichten, er kann hier beweisen, ob er ein guter Kamerad ist, er kann zeigen, ob er der charakterlichen Bewährungsprobe, die gerade auf einem Segelfchul- schiff die höchsten Anforderungen an einen jeden einzelnen stellt, vollauf gewachsen ist. Es gehört schon eine Portion Mut dazu, bei schlechtem Wetter und rollendem Schiff in die Takelage zu gehen und die Segel festzumachen. Wer hier, im Anfang, versagt, der ist nicht geeignet, später auf einem Kriegsschiff, ganz gleich, ob es sich um ein U-Boot, einen Zerstörer oder Kreuzer handelt, eine leitende und verantwortliche Stellung einzunehmen.
Die Erfahrung hat jedoch erfreulicherweise gezeigt, daß die Fälle, da die jungen Menschen den an sie gestellten Ansprüchen nicht gerecht werden, zu den ganz großen Ausnahmen gehören. Wenn die erste innere Scheu überwunden ist und der zukünftige Seeoffizier mit seinem Schiff aufs engste verbunden ist, wenn er bis zum letzten davon durchdrungen ist, daß alle die vielen Kleinigkeiten, auf die er zuerst manchmal nicht schlecht geflucht hat, wirklich notwendig sind, bann bildet sich rasch jene feste und unzerstörbare Kameradschaft, die gerade auf einem Schiff, auf dem jeder auf den nächsten angewiesen ist, so vorbildliche Formen annimmt.
Aus diesen Ueberlegungen ist bereits ersichtlich.
Oas Ermächtigungsgesetz.
Am 30. Januar hat der Reichstag beschlossen, das Ermächtigungsgesetz bis zum 10. Mai 1943 zu verlängern. Aus der kurzen Begründung des Fraktionssührers und Reichsinnenministers Dr. Frick geht hervor, daß diese Verlängerung des Ermächtigungsgesetzes eine Parallelhandlung zu der inzwischen gesetzlich bestimmten Verlängerung der Wahlperiode des gegenwärtigen Reichstages darstellt. Diese Wahlperiode ist bis zum 30. Januar 1943 erstreckt worden. Und da der nächste Reichstag nicht sofort nach Erlöschen der Mandate im gegenwärtigen Reichstag zusammentreten kann, so ist eben ein etwas längerer Termin — nämlich der 10. Mai 1943 — für die Gültigkeit des Ermächtigungsgesetzes beschlossen worden.
Was ist nun das Ermächtigungsgesetz? Das jeweils immer befristete Ermächtigungsgesetz, das eigentlich „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich" heißt, wurde von dem am 5. März 1933 gewählten Reichstag kurz nach dem „Tag von Potsdam" angenommen. Aus der damaligen Führerrede zu seiner Begründung zitteren wir nur den Satz: „Es ist aber die Pflicht einer überlegenen Staatsführung, die geistige und willensmäßige Einheit der Führung dep Nation und damit des Reichsgedankens an sich über jeden Zweifel zu erheben." Das Gesetz bestimmt, daß Reichsgesetze außer dem in der Reichsversassung vorgesehenen Verfahren auch durch die Reichsregierung beschlossen werden können. Die von der Reichsregierung als solcher beschlossenen Gesetze können auch von der Reichs- verfassüng ab weiche n. Dieses Ermächtigungsgesetz wurde dann durch das Gesetz über den Neuaufbau des Reiches vom 30. Januar 1934 ergänzt, das der Reichstag auf Grund der Volksabstimmung und der Neichstagswahl vom 12. November 1933 beschlossen hat. Das Neuaufbau- Gesetz bestimmt, daß die Volksvertretungen der Länder aufgehoben werden, die Hoheitsrechte der Länder auf das Reich über« gehen, die Landesregierungen der Reichsregierung, die Reichsstatthalter dem Reich smini- ster des Inneren unterstehen und daß die Reichsregierung neues Verfaffungs ° recht fetzen kann.
Ausländische Arbeiter in Deutschland.
Der wirtschaftliche Aufstieg in Deutschland hat nicht nur zur Ueberminbung der Arbeitslosigkeit geführt, sondern auch ein Ansteigen der Zahl ausländischer Arbeitskräfte im Gefolge gehabt. Unsere Devisenwirtschaft bringt es mit sich, daß ausländische Arbeiter nicht wahllos hereinkommen können, sondern daß dieser Zuwachs auf Grund vertragsmäßiger Regelungen der deutschen Wirtschaft zugeführt wird. Daß dabei die Rücksichten auf den A r» deitseinsatz in der Landwirtschaft vor- -angestellt wurden, versteht sich von selbst. So stieg die Zahl ausländischer Landarbeiter feit 1936/37 um rund 87 v. H. und erreichte im Jahre 1937/38 die Ziffer von 121 000. Wenn man bedenkt, daß in früheren Jahren guter Konjunktur die drei- bis vierfache Zahl fremder Landarbeiter in Deutschland tätig waren, so ist dieser Zuwachs noch nicht einmal übermäßig groß. Industrielle ausländische Arbeiter wuroen im Jahre 1937/38 207 000 gezählt, rund 26 v. H. mehr als im Vorjahre. Sie waren in der Hauptsache beschäftigt in der Eisen- imd Metallindustrie (25 000), im Baugewerbe (21 000), im Bergbau (19 000), im Spinnstoffgewerbe (17 000), in Steinbrüchen (11 000), im Verkehrsgewerbe (11000) und im Bekleidungsgewerbe (ebenfalls 11 000). In der Gruppe häusliche Dienste wurden 30 700 ausländische Personen gezählt. In
Wetterbericht
Die über Mitteleuropa bestehende Nordostströ- mung hat den Ausläufer eines schweren Störungsgebiets über Mitteldeutschland nach West vordringen lassen und damit wieder zu Bewölkungszunahme geführt. Da im ganzen aber Hochdruckanstieg weiter bestimmend bleibt, wird sich wieder zeitweise Aufheiterung durchsetzen.
Vorhersage für Donnerstag: Zeitweise aufheiternd, trocken, leichter Frost, westliche Winde.
Vorhersage für Freitag: Fortdauer des leichten Frostwetters mit veränderlicher Bewölkung.
Lufttemperaturen am 31. Januar: mittags 2,5 Grad Celsius, abends —2 Grad; am 1. Februar: morgens —4,3 Grad. Maximum 2,5 Grad, Mini« mum heute nacht —4,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 31. Januar: abends 2,3 Grad; am 1. Februar: morgens 1,6 Grad. — Sonnenscheindauer 7,1 Stunden.
Vogelsberg (Hoherodskopf): Bewölkt, — 9 Grad, Gesamtschneehöhe 15 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel gut.
Rhön (Wasserkuppe): Nebel, —9 Grad, Gesamtschneehöhe 35 cm, Pulverschnee, Schi und Rode! sehr gut.
Sauerland (Winterberg): Bedeckt, —6 Grad, Gesamtschneehöhe 18 cm, Rauhreifschnee, Schi und Rodel gut.
Schwarzwald (Feldberg): Heiter,—4 Grad, Gesamtschneehöhe 100 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder.-' Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigenTeittErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 38: 10843. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R.Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu- ftrierten-15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1. September 1937
rSML.
Kunst und Wissenschaft.
Uraufführung des Films „Das unsterbliche Herz".
Anwesenheit des Gauleiters Streicher
Reichsdeutsche gezählt werden können.
Vom Lande zugezogen.
Der Bauer, der vor 500 Jahren mit seinem getreidebeladenen Wagen zum Markt in die Stadt kam, etwa nach dem alten Berlin oder nach Frankfurt a. M., würde, wenn ihm jemand die Entwicklung dieser Städte vorausahnend geschildert hätte, nur ungläubig den Kopf geschüttelt haben. Wie hätte er auch glauben können, daß aus den etwa 9000 Einwohnern, die Frankfurt im 14. Jahrhundert zählte, nach fünf Jahrhunderten über 550 000 werden sollten. Dabei aber ha gerade das Landvolk diese Entwicklung er ermöglicht. Schon die im 14. und 15. Jahrhundert nach Frankfurt Zugezoaenen stammen zu zwei Dritteln vom Lande. Aehnliche Beispiele bieten auch andere Städte und andere Zeiten. Eine 1907 in Berlin getroffene Feststellung führte zu dem Ergebnis, daß von 1,9 Millionen Einwohnern nur 812 000 inBerlin geboren waren, 1,1 Millionen aber außerhalb Berlins. Heute ist nur jeder dritte Berliner in Berlin geboren. Diese Beispiele erweisen, daß die Städte nur deshalb in diesem Ausmaß wachsen konnten, weil das Bauerntum stets der Blutsquell des Volkes gewesen ist, aus dem auch alle biologischen Verluste immer wieder ergänzt worden sind. Ganz besonders deullich trat diese Erscheinung in den letzten 60 Jahren hervor, in denen sich der Anteil der in der Landwirtschaft tätigen Menschen sehr erheblich, von zwei auf ein Drittel der Gesamtbevölkerung, verminderte. Die „Grüne Woche" zeigt in ihren Darstellungen nicht nur diese Entwicklung und die besonders in den letzten Jahren ständig gestiegene Landflucht, sondern auch ihre Folgen, die uns alle treffen. Nur wenn diese Erkenntnisse Allgemeingut werden, wird jeder Verständnis zeigen für die Maßnahmen, die hier Abhilfe schaffen sollen und wird auch an seinem Platz selbst an einer Änderung mitschafsen.
Arbritsenttastung durch Einsatz der Technik in der Landwirtschast.
fand in Nürnberg die Welturaufführung des Tobis- Filmes „Das ün st erbliche Herz" statt. Mit Absicht war Nürnberg zum Start dieses Filmes gewählt worden, der einem großen Sohne der Stadt, Peter Henlein, dem Erfinder der pendel- losen Uhr, ein Denkmal setzt. Harlan hat dem Film das Drama feines Vaters, Walter Harlan, „Das Nürnbergisch Ei", zugrunde gelegt. Er schildert das tragische Schicksal des Meisters Henlein, der dem Seefahrer Martin Behaim einen von Gewicht und Pendel unabhängigen Zeitmesser schaffen will. Um diese Erfindung zu vollenden, schlägt er das Wagnis einer vielleicht fein Leben rettenden Operation aus. Als er das Werk vollbracht hat, hört fein Herz auf zu schlagen. Das unsterbliche Herz aber, die Taschenuhr, schlägt weiter in alle Ewigkeit. Das große Thema hat eine würdige Darstellung gefunden. Mit Heinrich George als Peter Henlein, Kristina Soederbaum, Paul Henckels, Paul Wegener und Michael Bohnen hatten das herrliche Orchester der Berliner Philharmoniker, die Regensburger Domspatzen und Bruno Mondi an der Kamera Anteil an dem schönen Erfolg.
Der irische Dichter D. V. Deal f.
In den Kroll-Festsälen versammelte sich die G e - folgschaftdes Reichsmini st eriums des Inneren zu einem Kameradschastsabend. Man sah Vertreter der Polizei, des Reichsarbeitsdienstes, des Reichssportamtes, der Reichsstelle für Sippenforschung und der Technischen Nothilfe, neben dem Minister, den Beamten und Offizieren auch die Angestellten, Boten und Putzfrauen. Mit Dr. Frick waren u. a. erschienen Reichsführer Himmler, rvamgen Aufschwunges Der Deutschen AriNschasr. ^-Obergruppenführer Heydrich, der Chef der Ord hätten sich der Erzeugungsschlacht immer mehr Hem-1 nungspolizei General Daluege, Reichsarbettssuhrer 1 wurde, tft vor allem durch seine volkstümlich fang


