Ausgabe 
31.12.1938
 
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chen und Inschriften verzierten Bürger- und Bauern­häuser, Brücken, Tore und vieles andere mehr.

Um eine erfolgreiche Durchführung des Vier- jahresplans zu gewährleisten, wurde der Preis« Überwachung ganz besondere Aufmerksamkeit zugewandt. In sämtlichen größeren Gemeinden des Kreises fanden umfassende Kontrollen statt. Durch die Gendarmerie wurden in allen Gemeinden wie­derholt durch Stichproben Feststellungen in preis­rechtlicher Hinsicht getroffen. 57 Ordnungsstrafen wurden im Jahre 1938 wegen Zuwiderhandlung gegen die Preisvorschriften verhängt.

Im Hinblick auf die bei dem Großbrand in Holz­heim in der Silvesternacht 1937/38 gemachten Er­fahrungen wurde das Feuerlöschwesen des Kreises Gießen durch Einrichtung der Be­zirksmotorspritzen und der st i l l e n

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den, di- im Jahre 1938 -ine besondere Bedeutung i erlangten. ,. , .,

Daß die bisher schon stets umfangreiche Arbeit des Kreisamts nicht geringer geworden ist, mag : eine Gegenüberstellung der Eingänge des Jah­res 1936 mit 114 289, 1937 mit 130 926, 1938 mit < 141582 erläutern, wobei zu bemerken ist, daß ein wesentlicher Teil der Arbeit auf mündliche Vor­sprache hin, also ohne besonderen Eingang erfolgt.

Eine der vornehmsten Aufgaben des Kreisdirek­tors ist die Staatsaufsicht über die Ge­meinden des Kreises, die sicherstellen soll, daß die Gemeindeverwaltung im Einklang mit den Ge­setzen und mit den Zielen der Staatsführung er­folgt. Es ist mir eine besondere Freude, hier fest­zustellen, daß, abgesehen von Kleinigkeiten, ein besonderer Anlaß zum Einschreiten in 1938 nicht gegeben war, und daß die Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern der Gemeinden des Kreises in kameradschaftlicher Form und in bestem Einver­nehmen erfolgte. Daß dabei von feiten der Kreis- verwaltuna auf gesunde finanzielle Ver­hältnisse und deren Beibehaltung besonderes Augenmerk gerichtet wurde, mag nur erwähnt wer­den. Ebenso aber auch, daß die Bürgermeister von sich aus dieser Frage, der Grundlage einer geord­neten Gemeindeverwaltung, das größte Interesse entgegenbrachten. Dabei kann mit Stolz vermerkt werden, daß die Gemeinden des Kreises ihren alten und neuen Aufgaben durchaus gerecht wurden, und vor allem auch auf dem Gebiete des HJ.-Heimbaues und des Sportstättenbaues hinter anderen Kreisen keineswegs zurückstanden. Daß der neue Finanz- und Lastenausgleich zwischen Ländern und Ge­meinden vom 10. Dezember 1937 und die Real­steuerreform nicht ohne starken Einfluß auf die Gemeindefinanzen und Voranschläge, ebenso wie auf den Haushalt des Kreises blieben, war selbstver­ständlich. Auf. Einzelheiten einzugehen, würde in diesem Rahmen zu weit fuhren.

Angesichts der Notwendigkeit, den zivilen Luft­schutz'auch auf dem Lande nicht nur zu organisie­ren, sondern darüber hinaus die Luftschutz- bereitschaft der Bevölkerung laufend zu kontrollieren und praktisch zu erproben, wurden in Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern, den Amtsträgern des RLB. und den Betriebsluftschutz­leitern Luftschutzübungen der verschiedensten Art veranstaltet und überwacht. Das neue Jahr wird auf dem für die Landesverteidigung so überaus wichtigen Gebiete des Luftschutzes keinen Stillstand bringen.

Besonderes Augenmerk wurde dem W o h - nungs- und Siedlungswesen gewidmet. Größere Siedlungen wurden im abgelaufenen Jahre in den Gemeinden Großen-Buseck und Heuchelheim errichtet; geplant werden solche in Großen-Linden, Grünberg, Hungen, Klein-Linden und Watzenborn- Steinberg. Die Erweiterung ihrer bereits bestehen­den Siedlungen beabsichtigen die Gemeinden Lau­bach, Lich und Lollar.

Im Referat Naturschutz und Denkmal­pflege wurde dem bestehenden Schönen, kulturell Wertvollen und Erhaltenswerten größte Aufmerk­samkeit gewidmet. Dazu gehört all das, was in früheren Zeiten Natur und Kunst und handwerk­licher Fleiß an äußerlich sichtbaren Werten geschaf­fen haben und was uns als Erbe der Väter und Vorväter überkommen ist: die herrlichen Schöpfun­gen der Natur, die hochstämmigen, breitkronigen alten Eichen, die Dorflinden, die Blutbuchen, die prächtigen Linden-, Platanen- und Ulmenalleen, die seltenen Pflanzengemeinschaften, etwa auf dem Lin­denberg bei Birklar, in den Waldungen des Han- gclsteins, oder des Vergwerkwaldes bei Gießen. > Ferner die Teiche und Gewässer, aber auch die Stadtmauern, Türme, wehrhaften Kirchen. Klöster, ; charakteristischen Fachwerkbauten, die mit Sinnsprü-

Der Leiter der Verwaltung des Landkreises i Gießen, Kreisdirektor Dr. Lotz, stellt uns 1 auf unsere Bitte den nachstehenden Aufsatz ; zum Jahresschluß zur Verfügung.

D. Schriftltg.

Wenn der griechische Philosoph Heraklit ein deut­scher Zeitgenosse wäre, wenn er mitten im pulsie­renden Leben unserer Tage stünde, hätte er sicher seiner Erkenntnisalles fließt" eine andere Form, vielleicht die Form ,/alles strömt" gegeben Denn was wir heute im nationalsozialistischen Deutsch­land erleben, das ist kein gemütlich dahinziehender Fluß mehr, sondern ein Strom, der ungestüm sei­nem Ziele zueilt. Und doch bei allem unbändigen Leben dieses Stromes ist er kein ungebandlgter Ge­selle. Wir, die wir das Glück haben, in dieser Zeit und in diesem Strom zu leben, fühlen deutlich und zu jeder Zeit, daß die vorwärtstreibende Kraft die­ses Stromes einer Führung unterliegt, die nicht nur treibende Kraft, sondern auch lenkender Wille ist. Von diesem Strom werden wir alle mitgetrieben, ob wir wollen oder nicht, und wir haben unsere Segel in den frischen Wind gestellt und freuen uns der flotten Fahrt, ganz gleich, ob wir em kleines, oder ein großes Schiff zu führen haben. Aus Treib­holz find wir zu kraftgeschwellten Seglern gewor­den, die verantwortungsfreudig und verantwor­tungsbewußt ihrem Ziele zustreben. Das danken wir der treibenden Kraft und dem lenkenden Wil­len unserem Führer.

Wenn ich im Folgenden vom Kreise Gießen rede, so tue ich das, weil der Kreis Gießen das Gebiet ist, dessen Verwaltung mir zu treuen Händen über­tragen wurde, und weil ich der Auffassung bin, daß ein Jahresende, und gar das Jahresende 1938, den verantwortlichen Leiter eines Gebietes oder Amtes dazu verpflichtet, Rückschau auf die Ereignisse des' vergangenen Jahres zu halten, sich Rechenschaft über das von seinem Amt bzw. Gebiet Geleistete zu geben und aus dieser Rückschau den rechten Aus­blick auf das vor uns liegende Jahr zu gewinnen.

Zunächst ist festzustellen, daß das Jahr 1938 dem Kreise Gießen eine wesentliche Verkleine­rung seines Gebietes gebracht hat. Durch Gesetz vom 9.8.1938 über die Bildung der Stadt­kreise Darmstadt, Gießen, Mainz, Offenbach und Worms ist die StadtGießen mit d-m 1.November 1938 aus dem Kreis Gießen, dem sie den Namen gegeben hatte, ausgeschieden. Damit hat der Kreis Gießen, der bisher nach der Volkszählung vom 16. 6.1933 = 105 621 Einwohner zählte, 35 913 Einwohner ver­loren. Dieses Schicksal des Verlustes einer großen Einwohnerzahl teilt er mit den Kreisen Darmstadt, Mainz, Offenbach und Worms. Einen, wenn auch zahlenmäßig geringen Ausgleich hat der Kreis Gie­ßen durch die Auflösung des Kreises Schotten er­fahren, der durch Gesetz vom 7.4.1938 über die Auflösung der Kreise Bensheim, Schotten und Op­penheim mit Wirkung vorn 1. November 1938 zu bestehen aufgehört hatte. Damit kamen die Orte Freienseen, Gonterskirchen,. Klein-Eichen, Larden­bach, Laubach, Ruppertsburg und Wetterfeld und die selbständiaen Gemarkungen Laubacher Wald I und II und Stockhäuser Hof mit zusammen 4712 Einwohnern zum Kreise Gießen. Die Uebernahme erfolgte in feierlicher Form in einer Bürgermeister­versammlung am 1. November 1938 in Laubach. Wenn auch, gemessen an der Zahl der Einwohner, der Zuwachs gering war, so hat der Kreis Gießen doch damit eine landschaftlich reizvolle Gegend er­halten und deshalb auch diese Vergrößerung sehr begrüßt.

Es ist nicht leicht im Rahmen einer kleinen Ab­handlung das ganze Arbeitsgebiet eines Kreisamtes erschöpfend zu behandeln. Es sollen daher auch nur einige wenige Arbeitsgebiete herausgegriffen wer-

Tleujahrsappelle in allen Betrieben unseres Gaues.

NSG. Zu Beginn des neuen Arbeitsjahres, das allen schaffenden Volksgenossen unseres Gaues wieder hohe Verpflichtungen auferlegen wird, die cs zu erfüllen gilt, führt die Gauwaltung der Deutschen Arbeitsfront in allen Betrieben des Gaues Hessen-Nassau Appelle durch. In den Klein­betrieben, wie in den großen Werken, werden die Gefolgschaftsmitglieder sich am 2. Januar, um 8.10 Uhr, versammeln und so gemeinsam mit einer Feierstunde das Arbeitsjahr 1939 beginnen Im Mittelpunkt der Appelle steht eine Feierstunde im Betrieb der Firma Voigt & Haeffner in Frank­furt a. M., wo Gauobmann Becker über den Rundfunk zu allen Schaffenden sprechen und die Parole für das neue Arbeitsjahr geben wird.

Großes Wecken

und Platzkonzert der Wehrmacht.

Am morgigen Neujahrstag findet militärisches Großes Wecken durch eine Abteilung unseres Jnf.-Rgts. 116 statt. Die Abteilung führt ein berit­tener Offizier, sie besteht aus dem Musikkorps und den Spielleuten, ferner einem Feldwebel, drei Unter­offizieren und 45 Mann. Der Abmarsch erfolgt um 7 Uhr von der Wache Bergkaserne aus. Der Marsch geht durch die Kaiserallee, Moltkestraße, Hitlerwall, Walltorstraße, Lindenplatz, Kirchenplatz, Mäusburg, Kreuzplatz, Seltersweg, Hindenburgwall, Gärten- straße, Ludwigsplatz, Kaiserallee, Licher Straße zur Bergkaserne zurück.

Am Neujahrstag um 13 Uhr gibt das Musikkorps Unserer 116er ein Platzkonzert am Ehrenmal der gefallenen 116er auf dem Landgraf-Phllipp- Platz Für das Konzert ist folgendes Programm vorgesehen: 1.Mit Fried und Freud", Ehoral; 2. Ouvertüre zur OperZar und Zimmermann^ (Lortzing); 3. Fantasie aus der OperRigoletto (Verdi); 4.Ein Hochzeitstag" aus der OperTrold Haugen" (Orieg); 5.Wein, Weib und Gesang", Walzer (Strauß).

Oie grauen Glücksmänner sind wieder da.

Heber fünf Millionen Gewinne kommen zur Verteilung.

Am gestrigen Freitagvormittag um 11 Uhr hat im ganzen Reich der Verkauf der Lose für die neue Winterhilfslotterie begonnen. 5000 graue Glücks­männer sind gestartet. Zum ersten Male treten sie nun auch in Oer Ostmark und im Sudetengau in Erscheinung. Im Altreich gehören sie schon längst zu den volkstümlichsten Gestalten des winterlichen Stadtbildes.

Die neue Winterhilfelotterie bringt verschiedene Neuerungen. Die Zahl der Lose mußte infolge der Ausdehnung der Lotterie auf Großdeutschland auf 36 Millionen Losbriefe erhöht werden. Dement­sprechend erfuhren auch die Gewinne eine Auswei­tung. Es gelangen nunmehr 5 130 000 Gewinne im Werte von 5,9 Millionen Reichsmark zur Vertei­lung. Auch die Summe der Prämiengewinne wurde erhöht. Sie beträgt jetzt 86 000 Reichsmark. Jede der 18 Serien enthält Prämiengewinne von 50, 100 und 500 RM. Außerdem werden Sonderprämien non 10 000 RM., 5000 RM. und achtmal 1000 RM. ausgeworfen, die am 31. März 1939 zur Auslosung kommen.

(teilen, daß wir heute ein Jahr großer Er­folge auf dem Gebiet der kommunalen Arbeit beschließen zugleich aber auch vor einer Fülle neuer wichtiger Aufgaben stehen, die den weiteren vollen Einsatz aller Kräfte unserer Gemeinschaft erforderlich macht. Mit dieser guten Gießener Jahresbilanz 1938 können wir das Bewußtsein verbinden, daß unsere Stadt unter der tatfrohen Führung ihres Oberbürgermeisters Ritter in der schaffensfreudigen Kraft des Nattonalfozialismus weiteren gedeihlichen Auftrieb gehmen wird als blühender Teil des segensreichen Aufbauwerks unse­res Führers Adolf Hitler. 6.

Alarmanlagen neu organisiert. Für die Neu- organisatton hat der Kreis Gießen einen Betrag von etwa 11 000 Mark zur Verfügung gestellt.

Aus dem Gebiete des Gewerberechts wur­den 54 Wirtschaftskonzessionen, 61 Ausnahmegeneh­migungen auf Grund des Einzelhandelsschutzgesetzes und 44 Ausnahmegenehmigungen auf Grund der 3. Handwerksverordnung erteilt.

Zur Durchführung der von dem Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei ungeordneten Maß­nahmen zur Hebung der Verkehrszucht wur­den zahlreiche Derkehrskontrollen durchgeführt und dabei viele Anstände festgestellt, die in erster Linie auf grobe Nachlässigkeit der Verkehrsteilnehmer zu­rückzuführen find.

Während des ganzen laufenden Jahres trat die Maul- und Klauenseuche in einer mehr oder weniger großen Zahl von Gemeinden auf. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ist es bisher nicht gelungen, diese außerordentlich leicht übertragbare Seuche aus dem Kreise zu ^verbannen.

Dem Eindringen des gefürchteten Kartoffel­käfers aus dem Westen wurde die notwendige z Aufmerksamkeit gewidmet und in allen Gemeinden des Kreises ein Suchdienst organisiert, der glück­licherweise ohne positives Ergebnis blieb.

Der Einsatz der Wehrmacht aus Anlaß des Kon­flikts mit der Tfchecho-Slowakei hatte der B e zirksfürforge stelle eine vermehrte Arbeits­belastung durch die außerordentliche Steigerung der Familienunterstützungen gebracht. Währeno im Jahre 1937 insgesamt nur 153 Anträge bearbeitet wur­den, hat sich diese Zahl im Jahre 1938 auf 1044 erhöht. Wenn im Jahre 1937 dafür 33 207 Mark aufgewandt wurden, erforderte die Familienunter­stützung in 1938 einen Betrag von 112 444 Mark.

Die Eingliederung auch des letzten einsatzfähigen Volksgenossen in den Arbeitsprozeß hat sich auch auf dem Gebiete der Amtsvormundschaft ausgewirkt. Im Jahre 1937 wurden von dem Kreis- jugendamt Gießen rund 42 000 Mark Unterhal­tungsgelder hereingebracht. Wenn auch das Jahr 1938 noch nicht beendet ist, so kann dennoch schon heute gesagt werden, daß in diesem Jahre ein we­sentlich höherer Betrag an Alimenten hereingeholt werden wird. Das vom Kreisjugendamt verwaltete Vermögen der Mündel und sonstigen Jugendlichen betrug in 1937 rund 66 500 Mark und ist setzt auf rund 98 500 Mark gestiegen. Die Zahl der Vor­mundschaftsfälle seit Einführung der gesetzlichen Amtsvormundschaft (1.4.1924) beläuft sich zur Zett auf 1140. Der Zugang im letzten Jahre betrug 50.

Vom Kreisdirekior zum Landrat

Rückblick und Ausblick.

Von Kreisditektor Dr. Loh, Gießen.

ihm wird der Geist der Ritter des OrdensPour le m£rite lebendig fein;

Der Film ist so reich an Gestalten und Szenen, daß man die Handlung nur in großen Umrissen beschreiben kann. Was der Spielleiter Karl Ritter mit feinem Regiestäbe vor allem der Kamera­mann Günther Anders ist hier mit hoher Aus­zeichnung hervorzuheben geleistet hat, gehört technisch und künstlerisch zum Reifsten, was die deutsche Produktion bisher hervorbrachte. Hier ist ein Film, der aus innerer Ueberzeugung und per­sönlichem Erlebnis ein Stück deutschen Schicksals formt, der eine Brücke schlägt vom Gewesenen zum Gegenwärtigen und in seiner Gesinnung und Hal­tung als vorbildlich und erzieherisch zu gelten hat, wie das in den erwähnten Prädiraten zum Aus­druck gebracht worden ist.

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Die Figurenfülle in diesem Film ist nahezu ver­wirrend, wenn auch viele Gestalten darunter sind, welche flüchtig belichtet und vorübergehend auf« tauchen und wieder verschwinden. Die Zentralge­stalt ist, durch fast alle Szenen hindurch, der Rittmeister Prank, der von Paul Hartmann wundervoll gegeben wird: ein Mann von solda­tischer Sttaffheit in Wort und Haltung, knapp, klar, energisch; gerade einen solchen Menschen mußte, wie in Hartmanns Darstellung glaubhaft ge­macht wird, der Zusammenbruch im Innersten treffen und bis an den Rand der Selbstaufgabe führen. Dieser Rittmeister versteht die Welt nicht mehr, in die er heimkehrt. Erst die neue Zeit gibt ihm Sinn und Aufgabe seines Lebens zurück.

Aus den vielen Offiziersrollen heben sich neben Hartmann vor allem Herbert A. E. B ö h m e, Al­bert Hehn, Heinz Welzel und Paul Otto sehr persönlich profiliert hervor. Fritz Kämpers knüpft hier an seine unvergessene Leistung in Urlaub auf Ehrenwort" wieder an: fein Offtziers- stellvertreter ist ein ganz ähnlicher Mann wie jener Berliner Straßenbahner. Die Frauen treten in diesem Männerfilm naturgemäß zurück: Jutta F r e y b e (Isabel), Carsta L ö ck und M. von Ditmar in der Rolle einer jungen Französin heben sich in kleinen Szenen heraus. Das mag genügen, zumal die Betonung auch der darstelle­rischen Gemeinschaftsleistung wichtiger und für die Art der Spielführung charakteristischer erscheint als eine halbwegs erschöpfende Aufzählung einzelner Namen. (Ufa).

Im Beiprogramm läuft eine interessante neue Wochenschau, die u. a. auch einen Bildbericht von der Uraufführung des FilmesPour le m^rite in Berlin enthält. Hans Thyriot

' 8cberl-Ma

PhoL Ufa-Hftmtnerer

buch geschrieben.

ihn die Meldung macht, Romberg habe den kampf­unfähigen Gegner, der im Flugzeug wehrlos die Hände hob, abschwenken und entkommen lassen. (Aus dieser kleinen, höchst bezeichnenden Szene pricht der gleiche schöne Geist der Ritterlichkeit wie aus der bekannten Schilderung Ube^ von seiner Begegnung mit dem berühmten Franzosen Guyne- mer.) Es wird hier übrigens nichts verschwiegen oder beschönigt; es gibt auch schwere Krisen im Ge- chwader, und sie sind gleicherweise begründet durch )ie erdrückende Materialüberlegenheit des Gegners wie durch versagende Nerven in den eigenen Reihen.

Dann kommt das bittere Kriegsende, die Auf­lösung der Front, die Rückführung des Geschwaders wider ausdrücklichen Befehl in die Heimat, der erste Zusammenstoß mit der roten Revolte ... und dann die vielen zermürbenden Zusammenstöße, Zusammenbrüche, Verzweiflungen in einer fremd gewordenen, aus allen Fugen geratenen, von allen guten Geistern verlassenen Heimat. Hier und da, vereinzelt und zerstreut in einem Privatleben, das sie anwidert, in einem Beruf, der sie entwürdigt, tauchen die alten Geschwader-Kameraden wieder auf. Während der Rittmeister nach allerlei vergeb­lichen Versuchen, Boden unter die Füße zu bekom­men, bei der erbitterten Verteidigung seines in die Heimat geretteten Flugzeuges verhaftet und zu Ge­fängnis verurteilt wird, aus dem die Kameraden ihn vergeblich zu befreien versuchen, haben andere den Mut nicht sinken lassen: im Segelfliegerlager in der Rhön unternehmen sie die ersten schüchternen Versuche, die deutsche Fliegerei von Grund auf neu erstehen zu lassen.

der neunzehnjährige Leutnant Fabian, der Offizier- stellvertreter Moebius und, außerhalb des Ge­schwaders, der ,Iost" (Kommandeur der Flieger) -t- das sind einige unmittelbar nach der Wirklichkeit gebildete Soldatentypen, jeder ein ausgeprägter Charakter für sich, in denen sich Geist und Haltung der Frontfliegerttmppe auf eine vorbildliche Weise

So gehen die Jahre hin, die Zeit wandelt sich, ein neuer Geist beginnt sich in Deutschland zu regen. Die große Wendung, die den Anschluß an die nächste Gegenwart herstellt, ist vollzogen mit der Einfüh­rung der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland: während die Hakenkreuzfahnen an allen Fenstern erscheinen, vernimmt man die Stimme von Dr. Goebbels, welche die für die Wiederaufrichtung der deutschen Wehrmacht entscheidenden Sätze verkündet. Damit ist auch für die ehemaligen Frontflieger der Tag gekommen, auf den sie gewartet haben. In der neu erstandenen Luftwaffe ist der Geist lebendig, der im alten Jagdgeschwader bis zum letzten Tage geherrscht und sich durch die trüben Zeiten des Scheinfriedens hindurch behauptet hat. Der Ritt­meister, der sich ins Ausland gerettet hatte, um da eine Aufgabe für sich zu finden, kehrt nach Deutsch­land zurück, und der getreueKofi", jetzt Ge­neral der neuen Luftwaffe, übergibt dem zum Obersten ernannten Prank ein Gescywader: auch in

Das Werk ist das filmische Ehrenmal der deut­schen Kriegsftiegerei, des deutschen Fliegeraeistes schlechthin. Der OrdenPour le mdrite , von Fried­rich dem Großen als höchste preußische Kriegsaus­zeichnung gestiftet, wird zum Sinnbild aller ritter­lichen und soldatischen Tugenden, zum Sinnbild einer männlichen Haltung, die im Kriege sich ruhm­voll bewährte und über die schimpflichen Jahre der Nachkriegszeit hinweg in unseren Tagen ihre Wie­derauferstehung erlebte. Der Spielleiter Karl Rit­ter, der einer der ersten deutschen Fliegeroffiziere überhaupt war (seine Anfänge gehen zurück bis zum Manöver 1911) und als Minenwerfer, Flieger und Generalstabsoffizier am Kriege teilgenommen hat, war wie kein anderer dazu berufen, ein solches Thema für den Film zu gestalten. Er hat auch, mit Fred Hildenbrandt zusammen, das Dreh-

Spielleiter Karl Ritter.

repräsentieren. Dem entsprechen sowohl die kamerad­schaftlichen Gespräche im Lager wie die unerhört realisttsch dargestellten Luftkämpfe in den alten offenen Maschinen; dergleichen hat man bisher im Film kaum je zu sehen bekommen.

Dieser Geist spiegelt sich aber auch in einigen an­deren Szenen, wie z. B. der mit dem abgeschossenen englischen C-aptain Brown (schon hier kann man er­leben, daß Ritter und seine Leute auch über einen sehr gesunden Humor verfügen) und jener andern mit demSorgenkinde" des Geschwaders, dem Leutnant Romberg, der vom Pech verfolgt wird, vom Rittmeister noch eine letzte Chance er­hält, abermalsmit leeren Händen" vom Feindflug zurückkehrt und schweigend seinen Urteilsspruch ent» I gegennimmt, bis ein Kamerad vertritt und für

Pour le merite.

Gloria-Palast.

Der FilmPour le mdrite, über dessen feier­liche Berliner Uraufführung in Anwesenheit des Führers wir dieser Tage berichtet haben, bedeutet ohne Zweifel einen Höyepunkt nicht allein in der bisherigen Entwicklung des Spielleiters Karl Rit­ter, sondern in der künstlerischen Gestaltung des deutschen Films überhaupt. Das wird, was Ritter betrifft, besonders deutlich, indem man sich klar­macht, daß feine Stellung in der heimischen Pro­duktton durch die FilmePatrioten",Verräter", Unternehmen Michael" und .Urlaub auf Ehren­wort" in erster Linie gekennzeichnet ist. Das ist überdies gelegentlich der Uraufführung vonPour le mdrite unzweideutig zum Ausdruck gebracht worden durch die Verleihung der Prädikatestaats- polittsch und künstlerisch besonders wertvoll"; außer­dem wurde dem Film als erstem das von der Reichsjugendführung neu geschaffene Prädikat jugendwert" zuerkannt.

Die Handlung gliedert sich in drei große Ab­schnitte und verfolgt die Schicksale eines deutschen i Jagdgeschwaders vom letzten Kriegsjahr 1918 im Westen über die Zeit des Waffensttllstandes, der ' Revolution und Inflation bis zum Anbruch des neuen Reiches, wie wir ihn alle miterlebt haben Die Szenen, die bei den Jagdfliegern an der Front spielen, geben einen ungemein lebendigen Eindruck von dem Geist, der da herrschte, von dem Dienst, der da getan, und von dem Kampf, der da geführt wurde. Der Geschwaderführer, Rittmeister Prank,!