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trurrft darstellt. Durch den Besuch des Reichsaußen-
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in den Konflikt -ingrefl-n mürben, mar w-itgeb-nd fslne b-ruhmt« Wellr-is- antrat, tue bis 1843 wahrte.
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KleinerMckbtickanf das Jahr r8Z9.-Oas erste Kursbuch, die ersteNähmaWine das erste Schillerdenkmal.
starken Truppenverbände standen bereit, ohne dadurch die tschechische Aktion irgendwie zu beeinträchtigen. War schon bis Ende September 1938 eine an der ganzen Westgrenze durchlaufende, tiefe Be- festigungszone von Infanterie- und Artilleriewerken, Bunkern und Hindernissen aller Art ausgebaut, so wird diese Zone nunmehr weiter verstärkt und durch neue Stellungen vertieft, um den höchsterreichbaren Grad von Sicherheit zu gewährleisten. Unabhängig von diesen Bauarbeiten wurde aber auch der vorgesehene Bau von Befestigungen im Osten des Reichs im Jahr 1938 planmäßig weitergeführt. Zur Bewältigung dieser Aufgabe wurden die Festigungspionierdienststel- l e n, die in erster Linie Träger dieser Arbeiten sind, wesentlich vermehrt. Für die ständigen Befestigungen wurden besondere Grenztruppenteile aufgestellt, die unter einem Generalkommando der Grenztruppen zusammengefaßt sind.
Aus organisatorischen Gründen werden außerdem neuaufgestellt das Heeresgruppen.
Das Programm der Selbsthilfe ist ein ebenso stolzes wie männliches Programm.
Adolf Hitler. jSd der Lröffmingsjeiextze- MHV.
tief einschneidender Finanz- und Steuermaßnah- men abzutrotzen gesucht. Der erste Versuch um Mat blieb erfolglos und war von einer neuen Grit- Wertung der Währung begleitet. 3m November wurde nach dramatischen Kämpfen ein neuer Versuch unternommen, nachdem Paul Reynauo, der Mann der liberalististen Wirtschastsgedanten,
ren des Beurlaubten st andes. Neue Kriegsschulen zur Heranbildung des aktiven Offi- । ziernachwuchses, Akademien für die Ausbildung von Generalstabsoffizieren mußten den erhöhten Bedarf an Offizieren sicherstellen. Einrichtungen aller Art, die einstmals durch das Diktat von Versailles verboten waren, traten beim neuen Heer ins Leben. Die Motorisierung und Mechanisierung wurde beschleunigt durchgeführt. Aber auch der fast unübersehbare Bedarf eines modernen Heeres an Waffen, Munition und Ausrüstung aller Art wurde unter Anspannung aller verfügbaren Kräfte sichergestellt.
3m vergangenen Jahr wurde mit der U m - bewaffnung des Heeres mit dem neuen Maschinengewehr Modell 34 und Gra - n atwerfer begonnen. Die 3nfa n terie wurde neu gegliedert. Die Schützenkompanien wurden mit leichten Granatwerfern und einem schweren Maschinengewehr-Halbzug ausgestattet. Bei den Infanterie-Geschütz-Kompanien wurden die 4. Züge mit dem schweren Jnf.-Geschütz ausqestattet. Bei den Gebirgsjäger-Regimentern erfolgte die Ausstattung der schweren Kompanien mit dem leichten Gebirgsinfanterie-Geschütz. Die Maschinengewehr-Kompanie der InfanteriSRegimenter wurde in zwei Züge zu je 4 schweren Maschinengewehren und zu einem Zug schwerer Granatwerfer neu- gegliedert. Ferner verfügt jetzt die Masse der Infanterie-Regimenter über einen Reiterzug. Außerdem ist in einer Reihe von Divisionen die Stelle eines Infanterie-Kommandeurs, die im allgemeinen durch einen General besetzt wird, geschaffen worden.
Bei der Artillerie ist die Ballon-Batterie der Beobachtungsabteilungen eingeführt worden. Die Artillerie verfügt daher wieder, wie im Weltkriege, über Fesselballone zu Beobachtungszwecken. Ferner wurde im November 1938 die Inspektion der Eisenbahn-Pioniere aufgestellt, wodurch die Eisenbahn-Pionier-Truppe, die durch das Diktat von Versailles zerschlagen wurde, wiedererstanden ist. Um den Nachwuchs des Unteroffizier- korps zu fördern, wurden neben der bisher schon bestehenden Unteroffizierschule in Potsdam-Eiche z w e i weitere Unteroffizierschulen in Frankenstein (Schlesien) und in Sigmaringen neu eingerichtet. Auch die bereits zahlreich bestehenden
Vorsorge getroffen worden: Auf Befehl des Füh- rers waren in den vorhergehenden Monaten von Hunderttausenden deutscher Arbeiter der Organisation Dr. Todt, vom Reichsarbeitsdienst und nicht zuletzt von den Truppen des Heeres in beispielloser Schaffenskraft und vorbildlichster Arbeitsgemein- ............-- -- ........- .....,schäft die gewaltigen deutschen Westbefesti- emer Truppen-Luftichutzschme. Zur Ausbildung der > g u n g e n e-baut worden. Die zum Ein atz in und
koMMando 6 in Hannover sowie das XIV., XV. und XVI. Armeekorps, deren Stäbe in Magdeburg, Jena und Berlin liegen. Die sudetendeutschen Gebiete ober wurden den benachbarten Wehrkreisen IV, VIII, XIII und XVII eingegliedert. Der militärische Kräftezuwachs im Sudetenland gestattete die Aufstellung der 4 6. Division und einer weiteren Panzer- Division. Das deutsche Heer setzt sich somit Ende 1938 zusammen aus 18 Armeekorps mit 39 Infanterie-Divisionen, 3 Gebirgsdivisionen, 4 leichten Divisionen, 5 Panzer-Divisionen, 1 Kavallerie-Brigade und Grenztruppenteilen.
Wie groß das Interesie des Auslandes am deutschen Heer und seinem Ausbau ist, hat sich erneut im Jahre 1938 durch zahlreiche Korn- nandos und Besuche ausländischer Offiziere gezeigt. Im Laufe des Jahres waren nicht weniger als 134 ausländische Offiziere auf längere oder kürzere Zeit zum deutschen Heer und 37 Offiziere von 12 Nationen zur Kriegsakademie kommandiert. Ferner fanden durch 32 fremdländische Offiziere und 5 Militärkommissiionen Besuche beim Heer statt. Vom deutschen Heer waren andererseits etwa 120 Offiziere für Kommandos, Besuche, als Delegation und als Sportabordnungen ins Ausland kommandiert.
Beim Rückblick auf das Jahr 1938 und den kraftvollen weiteren Ausbau des deutschen Heeres können wir mit berechtigtem Stolz der durch den Führer verwirklichten Worte gedenken, die einer der besten deutschen Geschichtsschreiber, Heinrich von Treitschke, über die Errichtung des preußischen Volksheeres vor 130 Jahren schrieb: „Durch ihr Heer gewannen die Preußen wieder, was keine große Nation auf die Dauer entbehren kann: den nationalen Stil, die stolze Sicherheit des Auftretens!" Dies Wort paßt auf unsere Zeit wie kaum eines aus der Vergangenheit. Aber noch wichtiger als technisches Können ist die unbedingte innere Geschlossenheit des Volkes in Waffen. Sie ist das Fundament jedes Staates, die Voraussetzung für eine machtvolle Weiterentwicklung des deutschen Volkes durch friedliche Arbeit. Heer und Volk gehören zusammen, wie das Jahr 1938 es bei vielerlei Gelegenheiten eindeutig bewiesen hat. Wenn sich vielleicht mancher Volksgenosse in den vergangenen Monaten die Frage vorgelegt haben mag, ob die gewaltigen Mittel, die für Rüstungszwecke aufgewendet werden, wirklich notwendig waren und sind, so hat er sich gerade im Verlauf des Jahres 1938 bei Betrachtung der wehrpolitischen Lage Deutschlands und der dringenden Notwendigkeit unserer Rüstungsmaßnahmen überzeugen können. Das deutsche Volk kann überzeugt fein, daß das deutsche Heer, wenn es erforderlich sein sollte, wie im vergangenen auch im kommenden Jahr jederzeit einsatzbereit und schlagkräftig ist, um getreu seinem Fahneneid und in unerschütterlicher Verbundenheit mit dem Volk gewordenen Nationalsozialismus des Dritten Reiches die Ehre und das Recht der Nation erfolgreich zu vertreten.
annähernd 3 0 Divisionen, von denen fast die Hälfte motorisiert oder-Panzer-Divisionen waren, von verschiedenen Seiten konzentrisch in das Sudetenland ein. Nicht m ringere Kräfte waren vorsorglich für den Fall bi reitgestellt, daß der friedensmäßige Einmarsch durch offenen Widerstand der Tschechen in eine kriegsmäßige Operation übergeleitet werden mußte. Eine große Zahl von Geschützen bis zu den schwersten Kalibern, Panzerkampfwagen-Derbände und andere Kampfmittel waren zur schnellen Bezwingung der tschechischen Befestigung bereitgestellt. Auch die Luft- und Flakwaffe sowie der Hei- matluftschutz waren voll einsatzbereit.
Aber auch für den Fall, daß andere Machte
„Die Wehrmacht bürgt nach dem Willen des Führers für Deutschlands Sicherheit. Das Heer ist sich der in dieser Feststellung enthaltenen Verpflichtung bewußt. In zäher Friedensarbeit stärkt es seine Schlagkraft und Einsatzbereitschaft/ Der Ober- befehlshader des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, gab diese Geleitworte dem „Jahr- buch des deutschen Heeres 1939". Was in diesen Sätzen gesagt wurde, hat das deutsche Heer im Jahre 1938 durch die Tatbewiesen. Es hat nicht nur in zäher Friedensarbeit feine Schlagkraft und Einsatzbereitschaft gestärkt, es war auch, als der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht durch sein staatsmännisches und entschlossenes Handeln die Eingliederung Oesterreichs und des Su- detenlandes vollzog, so vorbereitet, daß es im Ernstfall jederzeit zur Verfechtung des deutschen Rechtes eingesetzt werden konnte.
Um diese Tatsache voll würdigen zu können, muß man sich bewußt sein, daß diese Einsatzbereitschaft in erster Linie durch die zielbewußte Wehrpolitik des Führers ermöglicht worden ist. Im November 1938 jährte sich zum zwanzigsten Male die Katastrophe von 1918. Dem politischen Zusammenbruch folgte damals der moralische und militärische von verhängnisvollem Ausmaß. Deutschland wurde militärisch und wirtschaftlich zum ohnmächtigen Objekt der Diktatmächte von Versailles. Aber in diese trüben Zeiten deutscher Geschichte fiel zugleich die Geburt s st unde des „Reichsheeres", des deutschen Heeres der Nachkriegszeit. Es wurde in den nachfolgenden Jahren unter dem damaligen Ehef der Heeresleitung, Generaloberst von Seeckt, in zielsicherer Leitung und selbstloser Arbeit zu einem Führerheer erzogen, aus dem nach dem Willen des Führers das deutsche Heer erwachsen konnte. Nur dadurch, daß Offizier wie Soldat des Reichsheeres zum militärischen Vorgesetzten erzogen und geschult waren, wurde es möglich, daß in dem knappen Zeitraum von zwei bis drei Jahren nach dem Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht und dem Wehrgesetz aus dem völlig unzureichend bewaffneten Berufsheer von 100000 Mann die um ein Vielfaches verstärkte Armee der allgemeinen Wehrpflicht mit neuen Waffem gattungen und modernster Ausrüstung hervorgehen konnte. /
Hand in Hand mit dem Aufbau des aktiven Heeres ging die kurzfristige Ausbildung der bisher ungedienten Jahrgänge in den Ergänzungseinheiten, um dem Mangel an ausgebildeten Reserven schnell abzuhelfen. Nicht minder wichtig für den Ernstfall war die Ausbildung von Offizie-
günftige Aussichten. Ministerpräsident D aladier ist wohl der beste Kopf, um die Einheit der Franzosen zu verwirklichen und gleichzeitig von Frankreich den verderblichen kommunistischen Einfluß fernzuhalten. Das parlamentarische Regime ist geschwächt, aber Frankreich behält es bei und paßt es den Erfordernissen seiner Lage an. Wenn dies weiterhin geschieht, wird Daladier vielleicht länger an der Macht bleiben, als dies in Frankreich für einen Ministerpräsidenten bisher sonst üblich war.
Jnnerpolitisch hatte das Jahr 1938 mit dem Ab- tasten der verschiedenen Möglichkeiten parlamentarischer Gruppierung begonnen, die sich im Zeichen schwerster finanzieller Bedrängnis boten. Angesichts der fortwährenden kommunistischen Behinderung ließ der damalige Ministerpräsident C h a u t e m p s tm Januar fein Kabinett, in dem sich Radikalsozia- listen und Sozialdemokraten in die Macht teilten, aufftiegen. Das rein radikalsozialistische Kabinett Chautemps, das nun folgte und von rechts und links beargwöhnt wurde, blieb knapp zwei Monate im Amt. Das BierMochen-Kabinett L6on Blum, das nun gebildet wurde, ein ausgesprochenes Dolksfrontkabinett, regierte genau so lange, als die Durchführung des österrreichischen Anschlusses dauerte, vom 13. März bis zum 11. April; das war auch die Zeit der größten außenpolitischen Ohnmacht Frankreichs. Der Senat brachte Blum durch die Verweigerung der angeforderten Finanzvollmachten zu Fall.
Seit dem 11.April ist jetzt Edumch Daladier als Ministerpräsident im Amt, eine für Frankreich verhältnismäßig lange Regierungszeit. Zweimal hat er dem Parlament Vollmachten für eine Reihe
will, das durch den emetischen Königsbesuch in Paris im Juti und die gegenseitigen Ministerbe- suche nach außenhin bekundet worden ist. Die Besserung seines Verhältnisses zu Italien strebte Frankreich durch die Entsendung des Botschafters Fran^ws-Poncet nach Rom an. Aber die Wolken über dem Mittelmeer sind noch nicht verschwunden. Frankreich widersetzt sich noch Francos Anerkennung und es fragt sich nervös, ob Italien das Problem Tunis wieder auftollen wird, das seit den Tagen Crispis vor fünfzig Jahren offen geblieben ist. Das Wort von der „imperialen Zielsetzung" einer neuen französischen Außenpolitik ist mehrfach gefallen. Wie wird sie ausfallen, und welche Früchte wird sie ernten.
Aber es wird immer wieder hervorgeboben, daß Frankreich die Stärkung einer militärischen Gteb timg lediglich als Vorbedingung für eine ehren- volle Mitwirkung an einem neuen europäischen Gleichgewicht betrachte. Die Verständigung mit Deutschland wird als Grundpfeiler einer solchen Politik betrachtet, die nach dem Zusammenbruch der gegen Deutschland gerichteten Versailler — - ir uni) nach der militärisch Ab
gestellt und in der Heeresgruppe 5 (Wien) zusammengefaßt. Wie rasch und reibungslos diese Neugtiederung durchgeführt werden konnte, dafür ist der beste Beweis, daß die im Oktober beim Einmarsch in das Sudetenland beteiligten ehemaligen österreichischen Truppenverbände den reichsdeutschen voll angeglichen waren. Aeußerlich und innerlich war ein Unterschied in Haltung, Ausbildung und Organisation nicht mehr erkennbar. Sie waren in wenigen Monaten auf das engste mit den reichsdeutschen Truppenverbänden verwachsen — ein eindeutiger Beweis dafür, daß Oesterreichs Offiziere und Soldaten innerlich von jeher deutsch fühlten und dachten.
Zwischen der Heimkehr Oesterreichs ins Reich und der Befreiung des Sudetenlands bestand, militärisch betrachtet, ein wesentlicher Unterschied. Im Gegensatz zum friedlichen Einmarsch in Oesterreich, der ohne nennenswerte militärische Vorbereitungen durchgeführt wurde, mußte Deutschland auf Grund der Mobilmachung und feindseligen Haltung der damaligen tschechischen Regierung vor Annahme des Münchener Abkommens mit der Möglichkeit kriegerischer Verwicklungen bei Regelung der sudetendeutschen Frage rechnen. Jnfolge- desien hatte das Heer weitgehende Vorbereitungen getroffen, um jeder Eventualität mit Aussicht auf Erfolg begegnen zu können, Zehn Armeekorps, auf fünf Heeresgruppen verteilt, rückten daher als Vollstrecker des Willens der deutschen Nation in den Tagen vom 1. bis 10. Oktober 1938 m i t
Das deutsche Heer an der Jahreswende
Don Theodor von Zeska, Hauptmann tm Oberkommando der Wehrmacht.
Das erste Schillerenkmal.
Mit Darwin ging im selben Jahre der Komponist und Klaviervirtuose Franz Liszt auf seine große europäische Konzertreise, die von 1839 bis 1847 dauerte und seinen Namen unvergänglich machte, während sein späterer Schwiegersohn Richard Wagner im Jahre 1839 nach Paris ging. Ueber- autz reich oä musikalischen Ereigmstea ijjt dieses
Um die Jahreswende gleichen wir alle dem römischen Gotte Janus. Wer je eine Abbillmng des antiken Januskopfes gesehen hat, der weiß, daß dieser „Gott der Zeit' zwei Gesichter fein eigen nannte. Mit dem einen Gesicht sah er in die Zukunft, mit dem anderen in die Vergangenheit. Just so, wie wir es in dieser Zeit der neuen K a• lender zu tun pflegen. Nun soll hier aber nicht von dem vergangenen Jahre die Rede fein. Wir wollen vielmehr einen großen Sprung rückwärts machen und uns einmal die Welt vor hundert Jahren ansehen, was nicht ohne Reiz ist.
Aktuell wie heute.
Sobald wir das Geschichtsbuch des Jahres 1839 aufschlagen, erkennen wir, daß es eigentlich nichts an Aktualität verloren hat. Im Jahre 1839 geschah es nämlich, daß die Engländer die an der Südspitze Arabiens gelegene Stadt Aden besetzten. Dieser Stadt liegt am Südausgang des Roten Meeres die französische Stadt Dschibuti gegenüber. Und schon sind wir mitten in der Aktualität von tyeute! Unversehens taucht das Wort Italien auf- wo sich — ebenfalls im Jahre 1839 — der erste Eisenbahnzug in Bewegung setzte. Während aber die Italiener ihre erste Eisenbcchn bejubelten, waren die Engländer auf diesem Gebiet bereits einen weiteren Schritt vorangeeilt, denn genau vor hundert Jahren gab die Great Western Railway für die Eisenbahnstrecke Liverpool—Manchester das e r ft e Kursbuch der Welt heraus. Vom Kursbuch zum Lesebuch ist nur ein kleiner Schritt. Wieviele Schritte aber waren nötig, bis es zu den heute in allen Kulturstaaten vorhandenen Volksbüchereien kam! Den ersten Schritt tat der Deutsche Karl P r e u s k e r aus Großenhain in Sachsen. Er forderte in einer Schrift „allgemein^ Bürgerbibliotheken". Seine engeren Landsleute aber gründeten im selben Jahr 1839 in Dresden den ersten deutschen Tierschutzverein, der heute noch besteht.
Oie ratende Nähnadel.
Auch an Erfindungen und Entdeckungen war das Jahr 1839 keineswegs arm. Der Dampfhammer von James N a s m y t h wurde erfunden. Zugleich erfand man, was besonders jeden Kraftfahrer interessieren wird, das Vulkanisieren des Kautschuks, d. h. das Umwandeln des Kautschuks in nicht klebenden, elastischen, in Aether und Benzol unlöslichen Gummi mittels Erhitzen mit Schwefel (Heiß-Vulkanisieren) oder mittels Schwefelchloridlösung (Kalt-Vulkanisieren). Auch die erste Generatorengasfeuerung wurde gebaut, und von Talbot ein Entwickler für Papiernegative erfunden. In Basel entdeckte man das Ozon, während der Gelehrte v. Schwann seine Zellenlehre veröffentlichte. In diesem Jahre geschah aber noch mehr! Die Hausfrauen werden dieser Erfindung mit warmen Herzen Dank wissen: die bis dahin mit der Hand geführte Nähnadel wurde durch die Erfindung der Nähmaschine zur „rasenden Nähnadel , ohne die heute die Welt nicht auskommen könnte.
Jahre 1938 zur Westbefestiaung an den Rhein zogen, ebenfalls einer gewissen Aktualität nicht entbehrt. Was das Jahr 1839 auf dem Gebiete der Kunst weiterhin entstehen ließ, das war das erste Schillerdenkmal, das der berühmte dänische BiDhauer Thorwaldsen gestaltete, und das in Stuttgart errichtet wurde. Dieses Ereignis lehrt, daß man sich früher mit der Errichtung von Denkmälern viel Zeit ließ, mußten doch 34 Jahre nach dem Tode Schillers vergehen, bis man diesen großen deutschen Dichter durch ein Denkmal ehrte.
Oie Wett wird »nervös".
Wenn sich Übrigens wegen der eben erwähnten Westbefestigungen am Rhein der Welt jenseits der deutschen Grenzen eine vorübergehende Nervosität bemächtigt hat, so sind daran nicht wir Deutschen, sondern — es muß schon gesagt werden — die Franzosen schuld. Denn in Frankreich entstand im Jahre 1839 jenes verhängnisvolle Wort „Nervosit ä t", das sich jetzt an seinem hundertsten Geburtsjahr rühmen kann, den ganzen Erdball erobert zu haben. Doch noch zwei andere Worte traten im Jahre 1839 mit der Nervosität einen Wettlauf an. Das eine ist das Wort „Photographie", das andere das Wort „Putsch". Allerdings mußte es sich die Photographie gefallen lassen, in unserer Zeit, die sa gern Silben spart, nur noch als „Photo" oder gar „Foto" leben zu dürfen. Wie und wo aber entstand das Wort „Putsch"? Es ist ein ausländisches Gewächs. Es leitet sich ab von einem Aufstand, Der sich im Jahre 1839 in Zürich erhob. Erst feit diesem Jahre also gibt es in der Welt „Putsche"!
Jetzt aber wollen wir uns doch des Januskopfes erinnern, indem wir das ereignisreiche Jahr 1839 verlassen und wieder in die Zukunft sehen. Denn wie reizvoll auch ein Blick in die Vergangen!) ett ist, wir selbst müssen im bevorstehenden Jahre viel leisten: worüber sollten sich auch sonst unsere Nachkommen im Jahre 2039 unterhalten, wenn sie sich ihrerseits die „Welt vor 100 Jahren" betrachten. TL
Waffengattungen wie in den voichergehenden Jahren auch im Uebungsjahr 1938 auf die Truppenübungsplätze verlegt, die infolge des wachsenden Ausbaus des Heeres vielfach vergrößert werden mußten. Im Laufe des Sommers und Herbstes wurden Geländeübungen und Herbstübungen aller Waffen durchgeführt, die im besonderen Maße zur Weiterbildung von Angehörigen des Beurlaubtenstandes dienten.
Als der Führer nach der Erhebung des deutschen Volkes in Oesterreich und auf Grund der Bitte der neuen nationalsozialistischen Regierung m Wien, reichsdeutsche Truppen als Garanten einer größeren gesamtdeutschen Zukunft nach Oesterreich zu entsenden, am 12. März 1938 den Befehl zum Einmarsch gab, lieferte das neugeschaffene Heer des Dritten Reiches den Beweis, daß es einsatzbereit war. Unter Generaloberst von Bock als Oberbefehlshaber des Armeeoberkommandos 8 rückten wenige Stunden nach dem ergangenen Befehl die Truppen des VII. und XIII. Armeekorps mit der 7., 10., 17. und 27. Division, der Heeres- bienftftelle 10, der 2. verstärkten Panzer-Division, ferner Teile der Luftwaffe, der -Verfügungstruppe und Polizei in die deutsche Ostmark ein. Nur mühsam konnten die Truppen sich durch die jubelnde Bevölkerung ihren Weg bahnen. Ritterlich und brüderlich reichten sich die Kommandeure der deutschen und österreichischen Regimenter die Hand zum Willkommensgruß. Die Waffenbrüderschaft des Weltkrieges war wieder erstanden.
Bereits einen Tag nach dem Einmarsch der reichsdeutschen Truppen verfügte der Führer nach der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich die Eingliederung des ehemaligen österreichischen Bundesheeres in die deutsche Wehrmacht. Sie war Ende März bereits restlos durchgeführt. Ihre Eingliederung machte aber, ebenso - wie die damit erforderlich gewordene Umbewaffnung, besondere Maßnahmen notwendig. Um Offiziere und Mannschaften des ehemaligen österreichischen Bundesheeres auf deutsche Aus- bildungs- und Gefechtsgrundsätze umzustellen, wurden daher in den Sommermonaten 1938 geschlossene deutsche Bataillone nach Oesterreich verlegt, die als Lehrbataillone dienten. Im Zusammenhang mit der Ein- und Umgliederuna des ehemaligen österreichischen Heeres wurden dann in der Ostmark bas XVII. und XVIII. Armeekorps neu auf-
Jahr: Schumanns ,Kinderszenen" entstanden, Schuberts G-ckur-Sinfonie wurde im Gewandhaus zu Leipzig'uraufgeführt; Verdis Oper „Dberlo" wurde geschaffen; und endlich auch die dramatische Sinfonie „Romeo und Julia^ von B e r l i o z. Die Dichter blieben hinter den Musikern nicht zurück. So schuf Hebbel seine „Judith"; schrieb Jmmer- mann seinen „Münchhausen"; beendete Rückert seine sechsbändige „Weisheit des Brahmanen", das bisher größte Lehrgedicht in deutscher Sprache. Der Philosoph Schopenhauer veröffentlichte sein Werk „Ueber die Freiheit des menschlichen Willens"; Karl S i m r o ck aber, der viele alt- und mitteldeutsche Dichtungen (so den „Heliand" und Nibelungenlied) ins Neuhochdeutsche übertrug, dichtete sein Lied „An den Rhein, an den Rhein", das im Hinblick auf die deutschen Arbeiterheere, die im
Lehrtruppen winden ergänzt durch Ausstellung ein-'r Sanitäts-Lebr- i*rh Veriuchskomvanie und scl'af einer Truppen-Luftschutzschifte. Zur Ausbildung der klingen erbaut worden. Die zum Einsatz in und . Truppe wurde» die Einheiten der verschiedenen l hinter diesen Befestigungsanlagen erforderlichen
-r Q. W hp-n am 10 Oktober vvrge- Ministers von Ribbentrop m Pans und die Das £anb M . 0dabei unterzeichnete gemeinsame Erklärung wie
nommenen Erneuerungswahl n f , durch das Echo, das diese Erklärung gefunden
8^ 5 belch-ims^ ^ß es mt d«r ™ Will- greifbar tabummfiart. Die
rfeiteitfa auch bfe fflÄtog Satabto an dem P«k des europäitom Gleichgewichts betettte mÄe8ner abtommen gebimgt, fo wie eä für Frankreich w-itechm, baß es an fernem ™ Kammer mit »ftanmng =J?,9 - «J» ”^a Unt 5ju Sn
getan hatte. Die Entwicklung, die zu dem Mun- chener Abkommen geführt hat, hatte in den Septemberwochen für Frankreich Tage schwerster seelischer Erschütterungen bedeutet. Die Tellmobn- machung im Zusammenhang mit dem tschecho- slowakischen Konftikt war reibungslos durchgesuhrt worden; aber man war sich gerade bei dieser Gelegenheit darüber klar geworden, daß der Zustand der Luftwaffe Frankreichs davon abhalten mußte, sich auf ernste Verwicklungen einzulassen. Unter diese Dinge ist nun ein Schlußstrich gezogen. Frankreich will unter einem neuen Lustsahrtmim- iter seine Luftwaffe neu aufbauen. Wird es angesichts der immer wieder aufflackernden Arbeitskämpfe wirklich daM kommen?


