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Volkstum und Lebensraum.

Oie Aufgaben der Ostmark im Sroßdeutfchen Reich.

Don Or.Seyß.Znquart, Deichsstatthalter der Ostmark.

Ein Jahr des Heils für das deutsche Volk ist zu Ende. An dieser Jahreswende wird das Bewußt­sein des Erreichten und das Gefühl für die Pflich­ten der Zukunft in jedem national bewußten Deut­schen lebendig. Nirgends anders aber vermag man wohl das Ausmaß der Veränderung, die unsere deutsche Welt im vergangenen Jahr erfahren hat, besser zu erfassen, als hier in den Gebieten, denen nun erst die Erfüllung der nationalen Sehnsucht von Generationen zuteil wurde. Das Zentrum des neuen Südostdeutschland ist daher auch ein guter Platz, um eine Rückschau und einen Ausblick zu ver­suchen. .

Auf den alten Karten des mittleren Europa oder in den historischen Atlanten der Zeit des Ersten Reiches sieht man Wien in einer doppelten Siel-- lung verzeichnet, einer Randstellung einerseits und einer Mittelstellung andererseits. Es ist S t a d t d e r Grenze und S t a d t d e r M i t t e, wie das um­gebende Land damals Grenzmark und Zu» sammenfassungzugleich darstellt, je nach­dem, ob man es im Rahmen des (Heiligen) Deut­schen Reiches oder im Rahmen der gesamtösterreichi- schen Länder betrachtet. Die Grenzstadt des Reiches ist zugleich auchGrenzstadtimnationalen Sinn, nahe hinter ihren Toren endet der geschlos­sene Siedlungsraum des deutschen Volkes. Wenn seit der Niederlegung der alten Kaiserkrone durch Franz, den Großvater Franz Josefs, die Wirklichkeit des Reiches und damit die Bedeutung der Reichsgren^e an der Leitha und den Karpathen mehr und mehr verblaßt, so wächst gleichzeitig das Empfinden für die Bedeutung der V o l k s g r e n z e mit dem natio­nalen Erwachen der Nachbarvölker. Unverändert aber blieb die raumbedingte Position als Zentrum der (Habsburgischen) Monarchie, die von den Zei­ten Prinz Eugens und Maria Theresias sich immer mehr zu der Gestalt verwirklichte, wie sie zuletzt das ranzisko-josefinische Oesterreich-Ungarn zeigte. Erst der Ausgang des Weltkrieges yat hier einen Schluß- punkt zu setzen versucht. Es war die Einstellung der Verfasser der sogenannten Friedensverträge, die da­mals triumphierte und in den Paragraphen dieser Grenzverträge einen Doppelkrieg gegen die Gesetze des Blutes und des Raumes proklamierte.

Was bedeutet, so gesehen, das Ergebnis der Politik des Führers im oben zu Ende gegangenen Jahr? Die von dem Prag Masaryks und Beneschs dirigierte, unter der Patronanz von Paris und zuletzt von Moskau stehende Aktion gegen das Gesetz des Blutes, die in diesen unseren Breiten durch genau zwei Jahr- zehnte ihr verhängnisvolles Wesen treiben konnte, ist zusammengebrochen. Die nationale Rege- lung erscheint in weitem Ausmaß durchgesetzt und ihre Erstberechtigung (in München) von den Mächten anerkannt. Auch der Widersinn der Aktion gegen das Gesetz des Raumes ist aufgedeckt, und damit ist die Bahn für eine Politik frei, die auch hier den Tat- achen der Natur Rechnung trägt. Auf Wien be­zogen, ist auf diese Weise dessen Charakter a l s Grenz st adt des Reiches wieder hergestellt und so eine alte Tradition wieder zu Ehren gebracht; ist ferner der Charakter aisnationale Grenz- t a d t neu und stärker denn je betont; ist schließlich aber auch die Voraussetzung wieder geschaffen, daß die Rolle, die sich aus der zentralen Lage im Raum des Gesamtdonaugebiets stets ergeben hatte, neuerlich auflebt.

Welche Aufgaben erfließen daraus, für die wir als Deutsche hier in Wien, als Deutsche der Grenzmarken, angefcmgen von Kärnten bis hinauf zum neuen Sudeten^gau, uns mm zu rüsten haben? Es ist selbstverständlich, daß alles das, was mit der einstigen Position als politische Zen­trale zusammenhing (im Ersten Reich war ja Wien kaum als politische Zentrale, mir als Residenz der Kaiser anzusprechen) und was mit dem Ende der Donaumonarchie wegsiel, mir mehr der 23 er« ;anaencheit a n ge h ören kann. Der neue deutsche Südosten, die zuletzt deutschösterreichischen und sudetendeutschen Gebiete werden künftig weder, was die Verwaltung betrifft, eins territoriale Ge- amtumgrengung, noch, was die Wirtschaft betrifft, ein Eigenleben besitzen. Sie ordnen sich der gesamt- deutschen Verwaltung, die in Zukunft nur noch mit den Gauen rechnen wird, und der gesamtdeut- chen Wirtschaft ein, deutscher Gemeinnutz hat auch hier vor Eigennutz, vor lokalen Jch-Gefühlen, zu gehen. Aber diese Einordnung bringt nicht nur, wirtschaftlich gesprochen, die reichen Entfal- tungsmögl.ichkeiten eines ungeheu» r e n Jnnenmarktes, besonders nach der Enge der Kleinstaaterei seit 1918, und für den Außenmarkt die nachdrücklichere Unterstützung durch die Politik einer Weltmacht, sie bringt einen weiten Aktionsradius für jede Einzelinitiative, für jede private, sei es wirtschaftliche, sei es geistige Betätigung der deut­schen Menschen dieser dem Reich neu vereinigten Gebiete. Das letztere aber mag sich vielleicht als

Wichtigstes erweisen. Denn wir haben es erfahren, wie sehr die Kleinstaatexistenz, sonderlich wenn sie des nationalen Schwunges'durch eine volkliche und sei es auch noch so schmal bemessene Eigenpersön­lichkeit ermangelt (wie sie etwa in unserer Nachbar­schaft die Slowaken besitzen), und wenn sie im Gegentel geradezu im Abgetrenntsein vom natio­nalen Hauptstrom besteht, vor allem für die Men­schen selbst eine ernste Gefahr ist, für ihr inneres und äußeres Wachsen, wie sehr sie es mit Ver­kümmerung bedroht, während das Einbezogensein in alle Phasen des nationalen Stromes die geistige und seelische Durchblutung der Gesamtheit wie des einzelnen einleitet und steigert.

Diese zusätzliche samt der überkommenen Kraft gilt es nun richtig zu nutzen. Der österreichische Mensch, wie gewisse Kreise den Ostmärker bezeich­nen wollten, ist von tendenziösen Porträtisten ost sehr unfreiwillig in seinen Zügen umgefälscht wor­den; unbestritten aber lehrt die Geschichte und die Erfahrung aller Nationen als Besonderheit jedes Grenzstammes, also auch dieses deutschen der Al­pen-, Donau- und Sudetenlandschaft, das völ­kische Bewußtsein und das zähere We­sen aus der Gewohnheit des Kampfes, der zu­gleich aber auch die größere Bereitschaft zur Anpassung an wechselnde Situationen, in der Gewohnheit des Umganges mit Fremden mit sich bringt. Diese Grenzer-Eigenschaften hat der Südostdeutsche durch Jahrhunderte bewahrt. Die altösterreichische Geschichte bewahrt.nicht nur die Erinnerung militärischer, sondern auch politischer und sehr oft in ihrer Auswirkung nationaler Gren­zer-Erfolge. Sie bewahrt auch das in unserer Gene­ration vielfach noch persönlich wache Gedächtnis an ein in feinen nationalen und kulturellen Er­gebnissen von tausendfachen glücklichen Erfolgen ge­kröntes Wirken von Mensch zu Mensch. Man denke nur an die stille Arbeit deutscher Sol­daten und Offiziere, deutscher Beamter und Inge­nieure innerhalb der weitgezogenen Grenzen des altösterreichischen Machtbereiches. In der gewiß nicht veränderten Kraft solcher Wirksamkeit liegt das hauptsächliche Aktivum, das dieser Südostdeutsche für das neue , Deutschland besitzt, gleich wertvoll innerhalb der Reichsgrenzen und über sie hinaus. Sie ergibt eine außerordentliche Befähigung zu einer inneren und äußeren Mission. Wobei nicht nur die Wirtschaft in Betracht gezogen sei, die ihre Pioniere braucht, nicht nur die Kunst, die ihre Gesandtschaften nötig hat, sondern der ganze Bereich des Lebens. Hierbei sei im Innern wie nach außen der Vorteile gedacht, die ein neues Element in der Gesamtheit der deutschen Stämme, ein neues an Temperament und Charakter be- bedeutet.

War b er Raum, in besten Mitte sich das Leben und die Arbeit des Wieners und des Donau- deutschen in der Vergangenheit abspielte, der er­folgreiche Lehrmeister für d i e Men­schen hier, die er in eine Pflichtschule der Völker­kenntnis sandte, so ist nun der gleiche Raum, wenn auch anders organisiert und dem Blick auf die Landkarte wesentlich geändert erscheinend, doch wieder das Feld für die Betätigung dieser gleichen Menschen. Naturnotwendig wird das Dritte Reich, wo es im Donauraum und für den Donauraum wirkt, uns Deutsche hier in dem Teil des Reiches, der dem Donaubereich als ein mächtiger Sektor mit angehört, in erster Linie zur Arbeit auf­rufen. Hier gilt es dann, d i e alten Vor­züge Wiens als Stadt der Mitte wieder walten zu lasten, wobei die veränderten Erfolgs­aussichten nicht auch verringert sein werden, son­dern im Gegenteil' das feste Bekenntnis der Reichs­politik zum national umgrenzten Staat sogar bessere Voraussetzungen für ein Zusammenarbeiten schaffen kann, dessen erste Früchte sich im neuen Verhältnis zu Prag und Preßburg bereits zeigen. Nach der anderen, dieser ostwärts gerichteten Kräftewirkung entgegengesetzten Seite, nach dem Westen, nachdemJnnern desRei- ches also, hat aber unser Donau-, Alpen- und Sudetendeutschtum seine innerdeutsche Auf­gabe vor sich zu sehen. Die Grenzstadt Wien ist wieder große Garnison des neuen Reichsheeres, das Grenzland ist wieder Mark, das heißt Schild. Aber die nationale Grenzstadt Wien wird vor allem auch Mittlerin in das Reichsinnere und Mitarbeiterin am innern Reichtum der Nation. Solange das Deutschtum hier, das sich mit der ganzen Kraft einer generationenlangen Sehnsucht in den Dienst der geeinten Gesamtheit stellt, zugleich ge­mäß den Gesetzen des Volkstums und des Raumes, die ihm seine Aufgabe weisen, zu wirken weiß und vermag, braucht uns um eine der Vergangenheit würdige Zukunft dieser Stadt und dieser ganzen Landschaft zwischen den Karawanken und dem Erz­gebirge nicht bange zu fein.

des gemeinsamen Bluts, das völkische Zusammenge­hörigkeitsgefühl und die Anziehungskraft eines in sich erstarkten, mächtig aufblühenden Reiches. Wenn in Wien eine ooltsfremde Clique durch Tücke und Hinterhältigkeit, Terror und Haß einer Entscheidung auszuweichen juchte, so griff mit dem Erstarken der nationalsozialistischen Bewegung in Oesterreich die Zersetzung in den eigenen Reihen der Regieren­den um sich. Das letzte Angebot des Führers zu einer friedlichen Auseinandersetzung, für die bei dem Besuch des österreichischen Bundeskanzlers S ch usch- n i g a auf dem Obersalzberg am 12. Februar die Grundlagen abgesteckt worden waren, scheiterte an der Unaufrichtigkeit Schuschniggs, der versuchte, durch eineVolksabstimmung" unter Ausschaltung des wirklichen Volkswillens sein Regime über Was­ser zu halten. Die Antwort darauf war die Volks­erhebung in Oesterreich und der Ruf um Hilfe, die die in das Kabinett Schuschnigg aufgenommenen nationalsozialistischen Minister gegen die Schergen des volksfeindlichen Systems vom Reich erbaten. Den Einmarsch der deutschen Truppen am 12. März begleitete ein bis dahin unvorstellbarer Sturm ^der Begeisterung in allen österreichischen Landesteilen. Am folgenden Tage verkündete der Führer, der an der Spitze der Wehrmacht die alte Grenze über­schritten hätte, in Linz die Wiedervereinigung seiner österreichischen Heimat mit dem Reich und am 10. April bei der Wahl zum ersten Großdeutschen Reichstag bekannten sich 99,73 v. H. der Bevölke­rung der Ostmark zur Befreiungstat des Führers.

Daß die Wiedervereinigung der Ostmark mit dem Reich auch eine Lösung des fudetendeutschen Problems unausbleiblich machen mußte, mußte in den folgenden Wochen allen Einsichtigen klar werden. Aber die tschechische Staatsführung ver­schloß sich nicht nur den immer drängender werden­den Forderungen der nichttschechischen Volksgruppen und den nun auch aus Paris und London an sie gelangenden wohlmeinenden Ratschlägen, sondern verstärkte noch in maßloser Verblendung ihren scharf antideutschen Kurs innen- wie außenpolitisch. Am 24. April verkündete Konrad Henlein, der Füh­rer der Sudetendeutschen Partei, in Karlsbad sein Programm, von dessen Durchführung er das wei­tere Zusammenleben mit den Tschechen in einem Staat abhängig machte. Die Gemeindewahlen im Mai und Juni zeigten die beispiellose Geschlossen­heit der sudetendeutschen Volksgruppe in ihrem Bekenntnis zu Henlein und seinen Forderungen. Die Regierung Hodscha suchte nun in endlosen Verhandlungen über einNationalitätenstatut", das feine Unaufrichtigkeit an der Stirn trug, die Ent­scheidung hinzuhalten, um währenddes durch bruta­len Terror die Sudetendeutschen einzuschüchtern und durch umfassende Mobilisierungsmaßnahmen sich für einen Kampf au rüsten. Mit infamer Nieder­tracht suchten die tschechischen Machthaber durch die am 21. Mai von Prag aus in die Welt gesetzte Lüge von einer deutschen Mobilmachung die Ver­antwortung für den drohenden Krieg vor der Welt- öftentlichkeit von sich abzuwälzen und die West­mächte auf ihre Seite zu ziehen. Damals faßte der Führer den Entschluß zum beschleunigten Ausbau der Westbefestigungen, der mit höchstem Kräfte­einsatz in gigantischem Ausmaß vorangetrieben wurde, um den Frieden sichern zu helfen, wenn not­wendig aber auch den Schutz der Westgrenze des Reichs zu gewährleisten.

Die Entsendung Lord Runcirnans nach der Tschecho-Slowakei Ende Juli bringt Prag nicht zur Vernunft. Auf seine Veranlassung hat Konrad Hen­lein am 2. September eine Unterredung mit dem Führer, der zehn Tage später in seiner Schluß­rede auf dem Reichsparteitag in Nürnberg un­mißverständlich das Selbstbestimmungsrecht für die Siä>etendeutschen fordert und Benesch als Trieb­feder eines von Größenwahn diktierten Kurses bloß­stellt, der sich eines Tages zwangsläufig gegen die nationalen Interessen der Tschechen felbft wenden müßte. Benesch antwortet mit der Verfügung des Standrechts und Verschärfung des Terrors in den sudetendeutschen Gebieten. Im Augenblick höchster Spannung trifft am 15. September der britische Premierminister Chamberlain zu direkten Be­sprechungen mit dem Führer auf dem Obersalz­berg ein. Die Aussprache wird am 22. September in Godesberg fortgesetzt, nachdem Prag englisch- französische Vorschläge zur Abtretung des sudeten­deutschen Gebietes angenommen hat, doch macht man keinerlei Anstalten, die Vorschläge durchzufüh­ren. Auch das am 24. September durch die Vermitt­lung Englands in Prag überreichte deutsche Memo­randum bleibt unbeachtet, worauf am 26. Septem­ber der Führer in seiner Sportpalast-Rede feine Entschlossenheit erklärt, die sudetendeutsche Frage unverzüglich und unter allen Umständen zu lösen. Am 29. September entscheidet das Münchener Ab­kommen der leitenden Staatsmänner der vier europäischen Großmächte die Abtretung des fude- tendeutschen Gebietes. Jetzt endlich fügt sich die Prager Regierung. Am 1. Oktober beginnt die Be­setzung durch die deutschen Truppen, am 10. Oktober ist das Sudetenland frei.

In dem Ringen zwischen Krieg und Frieden wäh­lend dieser spannungsreichen Septemberwochen hat der Wllle zur Erhaltung des Friedens die Ober­hand behalten, weil die Entschlossenheit Deutsch­lands, dem Recht mit allen Mitteln zum Siege zu verhelfen, wenn es nicht anders möglich fein sollte, auch mit dem äußersten des Appells an die Waffen, England und Frankreich vor die Frage gestellt hatte, ob ihnen die Aufrechterhaltung eines von ihnen als unmoralisch und unnatürlich anerkannten Zustandes einen letzten Einsatz wert war, von d^m sie wußten, daß er bas faschistische Italien mit seiner ganzen Kraft an der Seite Deutschlands sehen würde. Daladier und Chamberlain haben diese Frage ver­neint und für ihre Politik die warme Zustimmung des weitaus größten Teils ihrer Völker gefunden. Der Sieg des Rechts in München bedeutete den Schlußstrich unter eine Epoche, die im Zeichen von Versailles die Versklavung des deutschen Volkes verewigen sollte. Die noch in München unterzeich­nete deutsch-englische Erklärung und die analoge deutsch-französische Vereinba­rung vom 6. Dezember wollen im neuen Geist europäischer Zusammenarbeit durch direkte Aus­sprache den Weg frei machen für eine Neuordnung Europas im Sinne der nationalen Lebensrechte der Völker. Daß sich diese nur unter Ausschaltung Mos­kaus vollziehen kann, ist seit der tschechischen Kri­sis ewf) in Paris und London erkannt worden. Das jämmerliche Versagen des Moskauer Systems der Militärpakte hat die Brüchigkeit der bolschewisti schen Freundschaften bewiesen. Niemand hat in München nach Stalin und Litwinow-Finkelstein ge­fragt, und Benesch mußte vor der Macht der Tat­sachen von der politischen Bühne abtreten, ohne daß im Moskauer Kreml sich für ihn auch nur ein Finger rührte. Wie sehr die Achse BerlinRom, die sich in der Septemberkrisis als unzerbrechliches Wil­lensinstrument der beiden autoritären Staaten er­wiesen hatte, das Vertrauen der Völker gewonnen hat, zeigte nichts deutlicher als der Wiener Schieds­

spruch vom 2. November in dem Grenzstreit zwi- jchen Ungarn und der Tschecho-Slowakei.

So ist das aus der völkischen Grundauffassung des Nationalsozialismus geborene Großdeutsche Reich der stärkste Faktor des Rechts im Völkerleben, weil es weiß, daß nur auf dem Boden des Rechts der Frieden gedechen kann. Seine Macht faßt es als Verpflichtung auf, sich mit all feinen Kräften einzusetzen für eine friedvolle Gestaltung der Be­ziehungen unter den Völkern, deren nationale Le­bensrechte durch keine kurzsichtige Politik der Ge- walt auf die Dauer abgewürgt werden können. Das Jahr 1938, das Jahr Großdeutschlands, hot das auf das schlagendste bewiesen. Das Dreieck Berlin Rom Tokio, das sich im Anttkom- internpakt zum Kampf gegen die völkerverhetzende, die innere Ordnung und den äußeren Frieden gleichermaßen bedrohende Propaganda des Bolsche­wismus zusammengeschlossen hat, ist zugleich die Front der jungen, aufstrebenden Völker, die sich aus eigener Kraft ihre nationale Zukunft sichern. Wie die Achse BerlinRom sich in den Tagen von München auf das höchste bewährt hat, so ist heute auch das Dreieck BerlinRomTokio ein weit- politischer Faktor, dessen Bedeutung über das be­grenzte Ziel des Antikominternpakts weit hin­ausgeht. Das Jahr 1938, das Jahr Grohdeutsch- lanbs, sah das Dritte Reich im Schutz seiner Wehr­macht, in der selbstbewußten Kraft seines Volkes sicher ruhend, der Freundschaft zweier starker Völ­ker gewiß. So überschreiten wir die Schwelle des neuen Jahres voll innigen Dankes gegen den Herr- gott, dessen Segen sichtbar über dem großen Werk des Fübrers ruhte und voll Zuversicht, im Glauben an die Sendung Adolf Hitlers und die Zukunft un­seres Volkes die Kraft zu finden auch für die neuen

großen Aufgaben, vor die uns das neue Jahr stellen wird.

Dr. Fr. W. Lange.

Jahr der Gesirndhepspflicht"

Die Parole des Reichsjugendführers.

Berlin, 31. Dez. (RJP.) Der Reichsjugendsüh- rer hat zum Jahreswechsel folgende Botschaft er­lassen:

Jugend Adolf Hitlers! DasJahr der Ver­ständigung" liegt abgeschlossen hinter uns. Diele Hunderttau sende junger Ausländer haben während der vergangenen zwölf Monate Deutschland besucht, um die Schönheit unserer Lager und Sportveran­staltungen kennenzulernen. Diele von euch sind auf Auslandsfahrt in fremde Länder gegangen und haben dort mit der Jugend anderer Nationen FreundsciM geschlossen. Besonders herzlich gestaltete sich die freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Hitler-Jugend und der Jugendorganisation des faschistischen Italien. Der im Jahr der Derständi- gung erstmalig irt größerem Umfang durchgeführte deutsch-japanische Jugendaustausch hat in beiden befreundeten Völkern lebhaften Wi­derhall gefunden. So können wir alle mit Befriedi­gung feststellen, daß unser Verständigungsjahr den erhofften Erfolg gebracht hat. Auch im neuen Jahr soll die Auslandsarbeit von 1938 mit allen Kräften fortgesetzt und weiterentwickelt werden.

Am ersten Neujahrstog des Großdeutschen Reiches blicken wir voll Dankbarkeit auf unseren Führer, der die Jugend der alten Ostmark und des Sudetenlandes befreite und heimholte in die

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Nie Skoda-Werke.

Die Nachricht, die den Uebergang der französi­schen Beteiligung an den Skoda-Werken in den Besitz des tschecho-slowakischen Staates meldet, ist noch nicht völlig durchsichtig. Die Schneider-Creu- zot-Gruppe besaß die Hälfte des Aktienkapitals von 220 Millionen Dfchechenkronen und ließ dieses Akttenpaket durch eine Sondergesellschaft, dieUnion Europöenne" verwalten. Aber sowohl diese Derwal- tungsgesellschaft wie die Skoda-Werke waren nun ihrerseits wieder beteiligt an anderen Großunter­nehmen der tschechischen Stahl» und Rüstungsindu-

Gemeinschaft, die seinen Namen trägt. Um dem Führer Freude zu machen, wollen wir Das Jayr 1939 zurgesundheitlichen Ertüchtigung seiner Jugend verwenden. Es gilt, die Lei­stungsfähigkeit unseres Volkes durch vernünf­tige Lebensführung der jungen Gene­ration zu erhöhen. Das könnt ihr, meine Kamera­dinnen und Kameraden, aus eigenem Willen voll­bringen:

1. Durch svortlicheArbeitan euch selbst und systemarisch betriebene Leibesübungen;

2. durch Vermeidung solcher Genuß­mittel, die dem jugendlichen Organismus schweren Schaden zufügen.

Wenn eine geschmacklose Zigarettenreklame von einer neuen Rauchepoche faselt, denkt daran, daß sportliche (also in der Hitler-Jugend: dienstliche) Leistung und Nikotingenuß sich gegenseitig aus­schließen. Es soll in der Hitler-Jugend fein feierliches Alkohol- und Nikotinverbot ergehen. Ich halte das für überflüssig, zumal ihr alle im neuen Jahr dem Führer durch eigenen Entschluß zeigen sollt, daß ihr seinem Vorbild auch in eurem per­sönlichen Leben nachstreben wollt. Das Führerkorps der Hitler-Jugend wird euch dabei mit gutem Beispiel vorangehen.

Jungen und Mädel des Führers, ihr habt die Pflicht, gesund zu sein. Mit dieser Parole erkläre ich das Jahr der Jugend 1939 zumJahr der G e s u nd h e i ts p f 1 i cht".

(gez.) Baldur von Schirach.

strie, insbesondere an der Berg- und Hütten­werksgesellschaft und anBrünner Waffe n". Die letztgenannte Gesellschaft hat vor einigen Jahren ein leichtes Maschinengewehr heraus» gebracht, das ursprünglich nach dem tschechischen Namen von Brünn, Brno genannt wurde, das aber die Engländer in das Bren-Maschinengewehr umtauften, weil sie das konsonantenreiche Brno nicht aussprechen konnten.

Die Berg- und Hüttenwerksgesellschaft hatte ihren Hauptsitz. sowohl in dem jetzt an Polen abgetre­tenen Teschener Gebiet wie in dem tschecho­slowakisch gebliebenen M ä h r i s ch - O str a u. Ihre Betriebe im Teschener oder wie es auch genannt wird Olsa-Gebiet hat sie inzwischen an die pol­nische Regierung abgestoßen. Das Hauptwerk aber blieben die Skoda-Werke in Pilsen, die bei allen internationalen Konflikten der letzten Zeit riesige Lieferungen einheimsten. Im Jahre 1937 machte u. a. ein chinesischer Auftrag in Höhe von 140 Mil­lionen RM. erhebliches Aussehen. Die Skoda-Werke waren für die Tschecho-Slowakei auf Grund dieser Geschäfte zwar Devisenbringer, jedoch wurden schon im Jahre 1935 dem letzten Jahre, aus dem uns über dieses Kapitel genaue Zahlen zur Verfügung stehen vom tschechischen Staat auch Devisen­bewilligungen in Höhe von mehr als 220 Millionen Kronen zur Ueberroeifung von Dividenden und sehr hohen Aufsichtsratsentschädigungen ins Ausland ver­langt. Die Skoda-Werke waren auch am Aufbau der jungen rumänischen Rüstungsindustrie be­teiligt; aus der, wie gesagt, sehr kurzen Nottz über den Besitz wechsel geht nicht hervor, in welchen Hän­den diese rmnänische Beteiligung verbleibt. Für die neue tschecho-slowakische Republik ergibt sich jeden­falls die befriedigende Tatsache, daß so wichtige Industrien jetzt in ausschließlich tschechischen Besitz gekommen sind. Dabei ist zu berücksichtigen, daß Skoda selbst auch neben der Waffenfabrikation in starkem Maße Maschinenbau und die Herstellung von Eisenbahnmaterial betreibt, während sich' eine eigene Tochtergesellschaft der Automobilindustrie widmet.

Werden die Uhren angehalten?

Der Staatshaushalt m Frankreich mutz fristgerecht verabschiedet werden.

Paris, 31. Dez. (Europapreß.) Die Kammer sollte in den Nachtstunden zum Samstag, nachdem der Senat in den ^Abendstunden des Freitags den Staatshaushalt für 1939 in erster Lesung mit 279 gegen 16 Stimmen angenommen hatte, mit der z w e i t e n L e s u n g des Haushalts beginnen. Aber der Finanzausschuß der Kammer konnte, da der Se­nat zahlreiche Aenderungen an dem von der Kammer in erster Lesung gebilligten Text des Staatshaushalts vorgenommen hatte, feine Arbeit nicht rechtzeitig adschließen. Bei den Beratungen des Senats hatte sich ergeben, daß bei rund 66,2 Milliarden Franken Einnahmen ein klei­ner Einnahmeüberschuß von 66,9 Millionen Franken festgestellt wurde.

Die Kammer wird nun am Samstagvormit­tag zusammentreten. Es werden ihr nurnoch!6 Stunden in diesem Jahre verbleiben, um den Staatshaushalt noch verabschieden zu können. Höchst- wahrscheinlich wird diese Zeit nicht ausrei­chen. Nach alter Gepflogenheit werden daher am Silvesterabend um 24 Uhr wieder die Uhren angehalten werden. Damit soll den Parlaments­mitgliedern dann die Illusion verschafft werden, daß sie sich noch im alten Jahr befinden und den Haushalt noch in diesem Jahre verabschieden können.

Besondere Miliiär-Negion im Elsaß.

Paris, 31. Dez. (Europapreß.) Das Amtsblatt veröffentlicht eine Verordnung über die Schaffung einer besonderen Militär-Region im Elsaß. Diese wird durch Teilung der bisherigen 2 0. Militär-Region, die Elsaß-Lothringen um­faßte und ihr Oberkommando in Nancy hatte, geschaffen. Die neue Militär-Region wird di« Nr. 10 fragen und im wesentlichen das Elsaß umfassen. Sitz des Oberkommandos wird Straßburg sein, während der Befehlshaber der 20. Militär-Region in Nancy verbleiben wird. Mit Rücksicht auf den besonders umfangreichen Militäcapparat im