Ur. 306 Erstes Blatt
188. Jahrgang
5amtag,3si Dezember 1938
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Lahr der Größe —Lahr der Verpflichtung.
Des Führers Parole für 1939.
Berchtesgaden, 30. Dez. (DNB.) Der Führer hat zum Jahreswechsel folgenden Aufruf erlassen:
Nationalsozialisten, Nationalsozialistinnen! Parteigenossen!
In ergriffener Dankbarkeit gegenüber dem gnädigen Wirken der Vorsehung verläßt das nationalsozialistische Deutschland das Jahr 1938. Mit ihm geht nicht nur das sechste Jahr der nationalsozialistischen Revolution und der durch sie errichteten neuen Volks- und Staatsführustg zu Ende, sondern vor allem das ereignisreichste Jahr der Geschichte unseres Volkes feit vielen Jahrhunderten.
Denn die Arbeit der nationalsozialistischen Bewegung und unserer Partei in den ersten fünf Jahren seit 1933 vorwiegend der Ueberwindung der inneren, politischen, sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rot unseres Volkes galt, dann gelang es in den hinter uns liegen- den zwölf Monaten, das größte Problem unserer außenpolitischen Lage zu lösen. Wer wird angesichts des heute aufgerichteten Großdeutschen Reiches nicht in bewegter Ergriffenheit zurückdenken an das, was wir vor sechs Jahren vorfanden. Und wer will nach einem so unerhörten Wandel im Leben eines Volkes noch länger die Richtigkeit der angeseh- len Kräfte sowohl als der angewandten Methoden bestreiten? In Deutschland — niemand, er wünschte sich denn das Unglück unseres Volkes. In der Umwelt freilich alle jene, die die Wiederauferstehung des Reiches, ganz gleich aus welchen Gründen, ablehnen zu müssen glauben.
Wenn ich am Abschluß dieses reichsten Erntejahres in unserer Geschichte zurückblicke, dann erfüllt mich neben dem tiefsten Dank an die Vorsehung der Dank an meine Partei! Die nationalsozialistische Bewegung hat dieses Wunder vollbracht. Wenn der Herrgott dieses Werk gelingen ließ, dann war die Partei sein Werkzeug. Sie hat mir bald zwei Jahrzehnte lang in unverbrüchlicher Treue als Instrument geholfen, die Voraussetzungen zu schaffen, die den deutschen Wiederaufstieg einleiten und erzwingen konnten. Sie hat jene innere Geschlossenheit unseres Volkskörpers in den vielen Jayren einer unermüdlichen Arbeit geformt, die es mir nun ermöglichte, in entscheidender Stunde, die geballte Kraft der ganzen Nation hinter mir wissend, das Lebensrecht unseres Volkes vertreten zu können, apch auf die Gefahr der letzten und schwersten Konsequenzen hin. Alle die Führer und Führerinnen der Partei, ihrer Kampforganisationen sowie ihrer angeschlossenen Verbände und alle die Millionen bewußter, aber namenloser Parteigenossen und Parteigenossinnen, alle diese aktiven Nationalsozialisten können am Ende des Jahres 1938 mit Befriedigung und Stolz auf die durch ihre Arbeit mitermöglichte Schaffung des Großdeutschen Reiches blicken.
Die durch den Nationalsozialismus erfolgte Aufrichtung einer neuen Volksgemeinschaft und eines unerschütterlichen politischen Regimes gestatteten es mir auch, den Aufbau der neuen deutschen Wehrmacht durchzuführen. Sie hat in diesem Jahr ihre ersten großen Bewährungsproben abgelegt. Offizier und Mann wetteiferten miteinander im Einsatz für das nationalsozialistische Großdeutsche Reich. Das deutsche Volt aber ist wieder stolz auf seine Soldaten! Der Staat selb st und seine Verwaltung haben in diesem Jahr eine Aufgabe ersten Ranges hervorragend gelöst.
lieber allem aber fliegt mein Dank dem ganzen deutschen Volke zu. Es hat durch seine wunderbare Haltung wesentlich beigetragen, einer verblendeten Umwelt die letzten Hoffnungen auf das Wiederaufbrechen des alten Erbübels^der Deutschen zu nehmen, keiner der sogenannten demokratischen Staatsmänner hatte in diesem Jahre auch nur annähernd das Recht, so sehr im Namen seines Volkes zu sprechen als ich. Dies hat mitgeholfen, ohne Krieg eine europäische Frage zu lösen, die so oder so einmal gelöst werden muhte. Der Fleiß des deutschen Bauern hat uns dabei die Ernährung des deutschen Volkes sichergesiellt. Der deutsche Arbeiter aber hat es fertiggebracht, in unserer Wirtschaft die Produktion auf das auherordentlichste zu steigern. Mein besonderer Dank gilt den yundert- tausenden, die die W e st f r o n t des Reiches mit jenem Wall von Panzer und Beton umgeben haben, von dem wir wissen, daß keine Macht der Welt ihn jemals aufbrechen wird.
dieser selben Zeit hat die O r g a n i s a t i o n s- fähigkeit unseres Volkes Triumphe gefeiert. Neben die glanzvollen Leistungen der W e h r- m a ch t treten die nicht minder glänzenden Leistungen auf dem Gebiet der Wirtschaft und auf dem unserer allgemeinen Verwaltung. Es wird aber einmal in der Geschichte besonders ver-
„Wenn wir das Jahr 1938 heute noch einmal im Geiste an uns vorüberziehen lassen, dann kann es uns nur mit tiefstem Stolz und größter Freude erfüllen. Deutschland ist größer geworden auf dem natürlichsten und auf dem moralisch unanfechtbarsten Wege, den es gibt! Millionen von Volksgenossen, deren einzige Sehnsucht und einziges Ziel es war, zu Deutschland zurückkehren zu können, sind nun in unsere Gemeinschaft eingerückt! Sie werden das Reich nunmehr mittragen helfen uni) ihm als treue Glieder dienen, weil sie selbst am besten erkennen konnten, was es heißt, abgesprengt und verlassen zu sein. Dieses Jahr ist aber für uns auch ein Jahr großer Verpflichtungen: nie wieder das Schicksal von 1918/19! Wir müssen aus ihm die Erkenntnis und den Entschluß gewinnen, den erfolgreichen Weg niemals mehr zu verlassen." Im Geiste dieser Worte des Führers wollen wir an der Jahreswende noch einmal auf das alte Jahr zurückschauen und zugleich das neue Jahr beginnen.
Das alte Jahr ist ein Jahr der Größe gewesen, wie kaum eins all der großen Jahre, die wir in der letzten Zeit erlebt haben. Hat es doch einen alten deutschen Sehnsuchtstraum erfüllt, an dem Jahrhunderte vergeblich gearbeitet und sich abge- müht haben, den Traum eines „Großdeutschland" zu verwirklichen. Was Heimkehr bedeutet, Heimkehr in die alte, traute Heimat, das haben wir alle an den strahlenden und von Tränen des Glückes und der Freude überströmten Gesichtern unserer sudetendeutschen Brüder und Schwestern ablesen können, als sie aus der Hölle des Verbanntseins und Getrenntseins von der alten Heimät endlich wieder zurückkehren durften.
Und das alles nicht durch einen neuen Krieg und Blutvergießen, sondern „auf dem natürlichsten und auf dem moralisch unanfechtbarsten Wege, den es gibt". Freilich, wir wollen hinterher nicht vergessen, wie Friede und Krieg auf des Messers Schneide standen, wie aber schließlich doch ruhige Einsicht und entschlossener Wille siegten. Daß unser Volk und Vaterland nicht mehr ein Tummelplatz wilder Leidenschaften oder egoistischer Bestrebungen ist, oder das „Versuchsfeld Moskaus", wie es andere Völker so schwer am eigenen Leibe erleben müssen, die diesem Feinde aller wahren Größe einmal die Hand gereicht haben, — das danken wir nächst Gott unferm Führer, der uns wieder zur äußeren und inneren Größe geführt hat.
Größe ,aber verpflichtet. Wenn uns die gewonnene Größe erhalten bleiben soll, dann dür
fen wir nicht vergessen, daß ebenso wie dieses alte Jahr auch vor allem das neue Jahr „für uns ein Jahr großer Verpflichtungen"^ein wird, wenn wir „aus ihm die Erkenntnis und den Entschluß gewinnen, den erfolgreichen Weg niemals mehr zu verlassen". Diese ernsten Worte unseres Führers müssen wir uns ganz besonders zu Herzen und Gewissen nehmen.
Ein Jahr der Verpflichtung, wie es das alte Jahr gewesen ist, wird es in noch höherem Maße das neue Jahr sein müssen. Besonders in dem inneren Leben und Wesen der Nation und des Volkes aus den Kräften heraus, die ihm immer wieder aus Glauben und Vertrauen, aus Opfermut und Hingabe, aus Selbstlosigkeit und all den Tugenden gekommen sind, die von jeher des deutschen Volkes Größe und Stärke ausgemacht haben. Wenn der große Preußenkönig einmal gesagt hat, daß „Gott immer mit den starken Bataillonen sei", so gili ganz gewiß, daß Gott einem Volk nur nach treuer Arbeit und Selbsterneuerung den Erfolg und den Sieg und den Segen schenkt. Oder wie unser Führer in derselben Rede gesprochen hat von der „ewig gültigen Parole, daß Gott nur denen hilft, die bereit und entschlossen sind, sich selbst zu helfen."
Nach dem, was wir besonders im nun vergangenen Jahr erlebt haben, kann uns auch die Zukunft keine Vernichtung mehr bringen, wenn wir nur alle treu unsere Verpflichtung sehen und erfüllen. Gewiß werden wir noch zu kämpfen haben, wenn aber die Fronten auch im neuen Jahr fest bleiben — und dafür ist jeder von uns mitverantwortlich und mitverpflichtet — dann wird Gott auch ferner mit uns fein, wie er es im letzten Jahr so sichtbar gewesen ist. Und wenn Fichte, der deutsche Philosoph der Freiheitskämpfe, einmal die zuversichtlichen Worte gesprochen hat: „Endlich einmal muß doch hervortreten das göttliche Reich und seine Gewalt und seine Herrlichkeit", nun, dann ist ganz gewiß schon etwas hervorgetreten von dieser Herrlichkeit auch in der neuerwachten Größe unseres Volkes und Vaterlandes, in feiner neuen äußeren und inneren Größe, die uns geschenkt worden ist. So gehen wir dankbar für das alte Jahr frohgemut dem neuen entgegen.
„Das Jahr wird alt, Es kreist der Tod!
Dem Tapferen hilft der ewige Gott!
Das Jahr vergeht. Die Sterne steh'n, Gott läßt fein Volk nicht untergeh'n! M.
merkt werden, daß — trotz dieser äußersten politischen Spannungen und gigantischen Anstrengungen und Erfolge — das kulturelle Leben in keinem Augenblick zum Stillstand kam, sondern im Gegenteil auf einen wunderbaren Aufstieg hinzu- weisen vermag. So hat die nationalsozialistische Volksgemeinschaft auf allen Gebieten ihres reich- gegliederten Lebens in dem zurückliegenden Jahre gut gemacht, was Jahrzehnte, ja Jahrhunderte vorher an unserem Volke sündigten. Jenen aber, die im Glauben an diese Volksgemeinschaft seit Jahren, ja Jahrzehnten leiden mußten und die vielleicht die Errichtung des Großdeutschen Reiches selbst nicht mehr erleben durften, mag es über das Grab hinaus noch ein Trost sein, daß aus ihrem Leid das Glück und die Freuden von unzähligen Millionen erwuchs. Sie haben damit nicht umsonst gelitten und sind nicht umsonst gefallen.
Denn das Jahr 1938 ist zugleich das Jahr der Ablegung des größten Bekenntnisses eines Volkes. Zweimal wurden in dieser "Frist Deutsche zur Wahl gerufen. Das erste Mal das Altreich mit den Volksgenossen unserer neuen deutschen D ft m a r f, und das zweite Mal die nunmehr ebenfalls zum Reich gestoßenen Sudetendeutschen. Somit hat in diesem Jahr zum ersten Mal in der Geschichte unseres Volkes ganz Deutschland feinem politischen Willen feierlichen Ausdruck gegeben, zum nationalsozialistischen Großdeutschen Reich zu stehen und von ihm niemals mehr zu lassen, komme, was kommen wolle.
Die Aufgaben der Zukunft sind folgende: Die erste Aufgabe ist und bleibt — wie in der Vergangenheit immer wieder — d i e Erziehung unseres Volkes zur nationalsozialistischen Gemeins chaf t. Die zweite Aufgabe liegt im Aufbau und in der Verstärkung unserer Wehrmacht. Die dritte sehen wir in der Durchführung des Vierjahresplanes, in der Lösung des Problems unseres Arbeitermangels und besonders in der wirtschaftlichen Eingliederung der neuen Reichsgebiete.
Außenpolitisch ist der Platz Deutschlands bestimmt und festgelegt. Die Verpflichtungen, die aus unserer Freundschaft für das faschistische Italien erwachsen, sind uns klare und unverbrüchliche. Unser Verständnis für die geschichtliche Rolle Mussolinis im Dienste der Erhaltung des Friedens des vergangenen Jahres zwingt uns zu tiefer Dankbarkeit. Wir danken aber auch den anderen Staatsmännern, die es in diesem Jahre unternommen hatten, mit uns Wege z u einer friedlichen Lösung der unaufschiebbaren Fragen zu suchen und zu finden. Im großen Weltraum ist unsere politische Einstel-1 lung bedingt durch den Antikominternver-j
trag. Im übrigen aber haben wir wie immer nur den einen Wunsch, daß es auch im kommenden Jahr gelingen möge, zur allgemeinen B e - friedung der Welt beizutragen. Möge die Gnade des Herrgotts dabei unser deutsches Volk auf seinem Schicksalsweg begleiten. Es lebe die nationalsozialistische Bewegung, es lebe unser deutsches Volk und unser Großdeutsches Reich!
Berchtesgaden, 31. Dezember 1938.
(gez.) Adolf Hitler.
Gauleiter Sprenger zum Jahreswechsel.
Nationalsozialisten in Hessen-Nassau!
hinter uns liegt ein Jahr ungeahnter politischer Erfolge. Die Ernte eines Jahrtausende alten Kampfes um das Werden des Reiches durfte heimgetragen werden durch die von niemandem zu übertreffende Opferbereitschaft unserer einzigen Volksgemeinschaft in der Idee de^ Nakional- fozialismus. Den Stunden des Ernstes, in welchen das deutsche Volk im vergangenen Jahre seine Entschlossenheit und seinen durch nichts zu beugenden Willen zum Einsatz für Freiheit und Ehre der Nation bekundete, folgten die Stunden des Stolzes und der Freude über die Heimkehr von 10 Millionen bislang geknechteter deutscher Brüder.
Das Reich ist unser geworden, nichts Größeres kann es geben! Das Reich wurde unser durch die Tatkraft und Energie des Führers! Das Reich wurde unser, weil der Führer sich zu jeder Stunde auf uns verlassen konnte! And das Reich wurde unser, weil sich die Haltung eines ganzen Volkes, der Helden, die je für dieses Ziel gefallen find, würdig erwies! Daran laßt uns immer denken. Ein Jahr der Erfüllung liegt hinter uns. Es verpflichtet uns, um fo mehr jenen Grundsätzen treu zu bleiben, die diesen Erfolg erringen ließen. So grüßen wir das Jahr 1939 mit dem festen Versprechen, daß es uns in geübter und gewohnter Bereitschaft antreffen soll: Als Nationalsozialisten Adolf Hitlers!
Gez.: Sprenger.
Dr. Goebbels spricht
,um Zabresabschluh im Rundfunk.
Berlin, 31.Dez. (DNB.) Zum Jahresabschluß spricht Reichsminister Dr. Goebbels heute abend von 19 bis 19.15 Uhr über den Rundfunk zum deutschen Volk. Seine Ansprache wird auf alle deutschen Sender übertragen
Das Jahr GroßdeutschSands.
Wenn in diesen letzten Stunden des alten Jahres, bevor wir um Mitternacht die Schwelle eines neuen überschreiten, unsere Gedanken den Jahresablauf zurückgehen und versuchen, seinen Ertrag für unser Volk in wenigen markanten Geschehnissen festzuhalten, so kann uns diesmal die Wahl nicht schwer fallen, das Jahr 1938 als das Jahr Großdeutschlands zu bezeichnen, als das Jahr der Erfüllung jenes Traumes, dem die Besten unseres Volkes durch die Jahrhunderte nachgehangen hatten, voller Sehnsucht und doch im Grunde ohne Hoffnung, daß jemals die inneren Vorbedingungen dazu geschaffen und die äußeren Widerstände überwunden würden, die dem Gedanken eines Großdeutschen Reiches entgegenstanden. Das Jahr 1938 hat uns gebracht, was feit dem Mittelalter unwiderbringlich verloren schien und was seit dem Zusammenbruch des Weltkrieges kühnster Gedankenflug nicht zu hoffen gewagt hat: die Einigung aller im mitteleuropäischen Raum geschlossen siedelnden Deutschen in einem einzigen innerlich starken, nach außen hin mächtigen großdeutschen Staatswesen, das mit einem granitenen Block von fast achtzig Millionen Menschen gleichen Bluts und gleicher Weltanschauung, gleichen Arbeitstempos und gleichen politischen Willens die größte Nation Europas umschließt, die als Faktor der Weltpolitik wieder einen Rang einnimmt, dem an Bedeutung nur das frühmittelalterliche Reich der Deutschen unter seinen kraftvoststep Herrschern sich vergleichen läßt.
Der Schöpfer des neuen Großdeutschen Reiches, der Führer Adolf Hitler, selbst hat die Meilensteine genannt, die den Weg zur Vollendung seines Werkes bezeichnen: 1933 die Ueberroinbung der Parteien und Klassen, 1934 den Beginn des wirtschaftlichen Aufstiegs, 1935 die Einführung der Wehrpflicht, 1936 die Erringung der vollen Souveränität, 1937 die Inangriffnahme des Vierjahresplans als Grundlage der Sicherung unserer Freiheit auf dem Gebiet der Wirtschaft und der Ernährung und 1938 das Einbringen der Ernte: die Schaffung Großdeutschlands. Wir sehen an dieser Entwicklung nachträglich staunend und bewundernd, mit welch eiserner und beharrlicher Folgerichtigkeit der Führer seinen Weg von innen nach außen gegangen ist. Wir sehen, wie die Ueberroinbung ber aus vielerlei Quellen immer wieder gespeisten, im Lauf der Jahrhunderte so oft sich unheilvoll auswirkenden inneren Zwietracht bes beutschen Volkes burch eine die wertvollsten Eigenschaften der germanischen Rasse und bes deutschen Volkscharakters zutage förbernde, alle Lebensgebiete burchdringende und das ganze Volk zu einem Willensblock zusammenschweißende politische Weltanschauung für Adolf Hitler das Fundament wurde, ohne das alle späteren außenpolitischen Erfolge undenkbar erscheinen. Nur ein innerlich gesundes und selbstbewußtes, stolzes und tapferes, lebens- und freiheitshungriges Volk konnte dem Führer in unerschütterlichem Glauben an seine Sendung und in unwandelbarem Vertrauen zur Schlüssigkeit seiner kühnen staatsmännischen Konzeptionen den steilen Weg zur Höhe der nationalen Einigung folgen. So ist dies Jahr der Erfüllung nicht zuletzt der Ertrag zäher, nie rastender nationalsozialistischer Erziehungsarbeit am deutschen Volke, die Führer und Volk zu jener Einheit zusammenschmolz, deren Unüberwindlich- feit die Welt im Jahre 1938 in denkbar stärkster Nervenprobe staunend erleben mußte.
So stand durchaus sinngemäß am Anfang des verflossenen Jahres eine Straffung und Konzentration der Kräfte durch die Umbesetzung einer Reihe von höchsten Staatsämtern. Die Leitung ber, außenpolitischen Geschäfte übernahm der bischerige Botschafter v. Ribbentrop als Reichsaußenminister, Reichsminister Freiherr von Neurath trat an die Spitze des neu errichteten Geheimen Kabinettsrats, der Führer übernahm unmittelbar den Oberbefehl über die Wehrmacht, ihm zur Seite trat General Keitel als Chef des neugeschaffenen Oberkommandos der Wehrmacht, Hand in Hand damit ging eine Reorganisation des Reichswirtscha-ftsministeriums. In seiner Rede vor dem Reichstag am 20. Februar verkündete der Führer, daß das Schicksal der zehn Millionen deutscher Volksgenossen jenseits der Reichsgrenzen dem Reich nicht gleichgültig sei. Damit war ein klarer Weg vorgezeichnet und eine letzte ernste Mahnung an alle gerichtet, die sich noch immer in dem trügerischen Glauben wiegten, daß die künstlichen Schranken der Pariser Vorortsverträge, die aus gleichem Geiste geborenen Militärbündnisse, die Sonderspezies eines „österreichischen Menschen" in einem aus eigener Kraft lebensunfähigen, nur auf den Krücken des Auslandes gegen den Willen feiner Bewohner sich mühsam von einer Krisis zur andern dahinichleppenden Staatswesen und schließlich auch das Trugbild eines tschecho-slowakischen „Nationalstaats", der nur durch hemmungslose Terrorisierung von mehr als der Hälfte seiner nicht tschechischen Volksgruppen sich zuzählenden Bürger durch das tschechische „Staatsvolk" zwanzig Jahre hindurch mühsam genug sein Gesicht hatte wahren können, daß all diese vom Haß gegen die Entfaltung ber natürlichen Lebensgesetze der Völker errichteten Konstruktionen stärker sein konnten, als die Stimme


