Einzelbild herunterladen

Kr. 255 (Elftes Blatt

188. Jahrgang

Montag, St. Oktober 1938

krlchemi tflgItd), außer Sonntags and Feiertags Betlagen: Die Illustrierte Gießener FamMenblätter Heimat im Pild Die Scholle

Monatr-Bezugspretr:

Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt tiernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten. Anzeiger Sieben

Postscheckkonto:

Srontfurt am Main 11688

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

DruÄ und Verlag: vrühlsche Universttätrdruckerel «.Lange in Sietzen. Schrlstlettung und «eschSftrftelle: Schulftratze 7

Annahme von Anzeige» fite die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Vormittags

Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Text­anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Vereinbg.25°/e mehr.

Ermäßigte Srundpretfe:

Stellen*, Vereins», gemein­nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf., Familienanzei­gen, Bäder», Unterrichts» u* behördliche AnzeigenbRpst Mengenabschlüsse Staffel B

Das wertvolle Buch als -leibender Besitz der Ration

zur Eröffnung her Woche des deutschen Buches in Weimar.

Höchste Leistungssteigerung -er deutschen Wirtschaft.

Höhensonnenbestrahlung für den deutschen Bergmann.

Deutsch-italienischer Schiedsspruch.

Die Krage der ungarischen Minderheit und der slowakisch-ungarischen Grenze wird durch Schiedsspruch endgültig gelöst.

Ein deutsches Hausbuch für jeden Weihnachtstisch.

Berlin, 29. Oft. (DNB.) Neben den materiellen Gaben, die das WHW. wie in jedem Fahr auf den Weihnachtstisch der bedürftigen Volksgenossen legt, wird sich diesmal ein schönes und wertvolles deut­sches HausbuchEwiges Deutschland" be­finden, das eine sorgfältige und wechselvolle Aus­wahl aus dem Schaffen deutscher Dichter und Denker, Erzählungen, Gedichte und Sinnsprüche, Heiteres und Ernstes, mit vielen Holzschnitten und Zeichnungen bringt. Zwei Millionen Exemplare hat das WHW. herstellen lassen, außerdem ist es in derselben Aus­stattung im Buchhandel käuflich. Dieses Hausbuch vermittelt auch den ärmsten Volksgenossen die herr­lichen Schätze deutscher Kunst und Kultur. Den In­halt dieses Werkes kennzeichnet Reichsminister Dr. Goebbels in seinem Vorwort wie folgt:Angefangen vom größten Sänger des frühen Mittelalters, Wal­ther von der Vogelweide, bis hin zum jüngsten Staatspreisträger, dem unbekannten Hitlerjungen, der feiner Sehnsucht nach dem großen deutschen Volksreich in denLieder der Getreuen" Ausdruck verlieh, haben ajse echten Dichter und Künder deut­scher Seele, die seit einem Jahrtausend das Fühlen und Denken des Volkes im Vers und Prosa aus­drückten, in diesem Buch Raum gefunden, um unserer Generation vom Erlebnis ihrer Zeit zu berichten.

den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Dr. Ley schloß:Höchste Sozialleistung ist auch höchste Wirt­schaftsleistung, Sozialismus und Wirtschaft sind eins." >

Mit der Inbetriebnahme der nach den Vorschlä­gen der DAF. auf der Krupp-ZecheSaelzer-Ama- lie" in Essen gebauten WaschkaueSchwarz- Weiß" mit Höhensonn ende st rahlung erlebte die Reichstagung des Fachamtes Bergbau ein Beispiel nationalsozialistischer Fürsorge für Ge­sundheit und Leistungsfähigkeit der schaffenden deutschen Menschen. Die neue Lichtbestrahlungs- anlage hat den Zweck, bei dem Bergmann den durch die Untertagearbeit bedingten Lichtmangel auszugleichen und Krankheiten zu verhüten. Höhensonnengänge zwischen der weißen Kaue, die die Tageskleider des Bergmannes birgt, und der schwarzen Kaue, in der der Bergmann seine Gru» benkleider an- bzw. ablegt, ermöglichen es, unter ständiger ärztlicher Kontrolle systematisch für die Gesundheit des Bergmannes zu sorgen. Dr. Ley gab dem Stolz darüber Ausdruck, daß auch diese Anlage zeige, in welch erfolgreichem Maße die Idee des Nationalsozialismus auch in der deutschen Wirt­schaft Platz gegriffen hat. Ob der erste Versuch, der hier unternommen wird, wirklich zu dem gewünsch­ten vollen Erfolge führe, hängt von der Be­legschaft ab, denn Bequemlichkeit des Men­schen ist der größte Feind des Fortschrittes. Hier ist unermüdliche Schulungsarbeit der Partei unerläß­lich. Dr. Ley dankte besonders dem Werkführer Dr. Krupp von Bohlen und Halbach und der Firma Krupp für die einzigartige Anlage, die vor­bildlich für den ganzen deutschen Bergbau sei.

Reichsminister Dr. Goebbels

Weimar, 30. Okt. (DNB.) Weimar stand am Sonntag im Zeichen der Eröffnung der ersten großdeutschen Buchwoche. Dor dem Staatsakt nah­men der Oberbürgermeister und die Ratsherren der Stadt Gelegenheit, in festlicher Sitzung dem Reichs- Minister Dr. Goebbels die Ehrenbürger­würde der Stadt anzutragen. Dom Rathaus aus begab sich Reichsminister Dr. Goebbels nach der F ü r st e n g r u f t, wo er an den Särgen Goethes und Schillers Lorbeerkränze niederlegte. Von der Fürstengruft fuhr Reichsminister Dr. Goebbels zur Wei mar halle. Fahnen, Blumen und Lorbeer­grün schmückten die Halle und das weite Chorrund, das beherrscht wurde von einem großen plastischen Hoheitszeichen, über dem auf einem Spruchband in goldenen Lettern das Leitwort der Woche des deutschen Buches 1938 zu lesen war:Das Buch ein Kraftquell der Ratio n". Die Ouvertüre zumBarbier von Bagdad" von Peter Corneliu; leitete die Kundgebung ein. Darauf sprach Reichsstatthalter und Gauleiter S a u ck e l herzliche Worte der Begrüßung.

Reichsleiter Bouhler

führte dann u. a. aus, zu dem souveränen Recht der NSDAP, gehöre in erster Linie darüber zu wachen, daß das nationalsozialistische Ideengut nicht von Unberufenen verfälscht werde. Die Ergebnisse des Prinzips der Zusammenarbeit mit den Dienst­stellen der Partei und des Staates würden deutlich an der Tatsache, daß es anläßlich der diesjährigen Woche des deutschen Buches" auf Grund der Mit­arbeit der parteiamtlichen Prüfungskommission erst­malig möglich gewesen sei, das wissenschaft­liche Schrifttum, soweit es von allgemeinem Interesse ist, in der Iahresschau des deutschen Schrifttums maßgebend zu berücksichtigen. Sich be­sonders an die Verleger wendend, stellte Reichs­leiter Bouhler die Notwendigkeit heraus, eine Hebung des allgemeinen Leistungsniveaus herbei- zuführen. Eingehende Behandlung widmete er der Schaffung einheitlicher Schulbücher, Lesestoffe, Lehr- und Lernmittel. Im Schulbuch müsse eine einheitlich aus der nationalsozialistischen Weltanschauung herausgewachsene Auffassung ver­treten werden. Auch auf dem Gebiete des politischen Buches werde eine Wertsteigerung herbeigeführt werden. Zum Schluß ging Reichsleiter Bouhler auf die Verantwortung des Verlegers und der schrifttumspolitischen Dienststellen gegenüber der Leistung der schöpferischen Persönlichkei ein. Die Erfolge der nationalsozialistischen Schrifttumspolitik seien geeignet, jene Auslandshetze zu widerlegen, die nicht müde werde, das Märchen von der Knebelung der wissenschaftlich-schöpferischen Persön­lichkeit im nationalsozialistischen Deutschland aufzu- tischen. Allerdings wird die Freiheit, wie wir sie verstehen, stets mit höchstem Verantwortungsbe­wußtsein gepaart sein müssen.

Stürmisch begrüßt trat dann der Präsident der Reichskulturkammer,

Reichsmwifter Dr. Goebbels

an das Rednerpult. Er sagte u. a.:

Die Bücher sind unsere besten und treuesten Freunde. Sie begleiten uns von frühester Kindheit an durch das ganze Leben. In glücklichen und in schweren Stunden geben sie uns Trost, Erbau­ung und Entspannung.

Das gute Buch wird zu allen Zeiten seinen ewigen Wert behalten. In ihm lebt die eigent­liche Quelle der g e i st i g e n K r a f t einer 9t a « ti o n. Das Buch ist nicht nur dazu bestimmt, die Menschen zu unterhalten; es soll die Menschen auch erziehen. Und da wirkt wohl meistens das ge­schriebene Wort viel dauerhafter und einprägsamer als das gesprochene. Es kann manchmal ganz große geistige und weltanschauliche Epochen eines Volkes oder eines Erdtelles einleiten. Es weht dann sozu­sagen als Fahne über dem Anbruch einer neuen Zeit. Es ist oft bas Wort des Führers zitiert worden, daß Revolutionen nicht vom geschriebenen, sondern vom gesprochenen Wort gemacht wurden, daß an ihrer Spitze also nicht die <5d)riftfteuer, sondern die Redner ständen. Das ist zweifellos rich­tig und wird wieder einmal aufs neue durch unfere eigene revolutionäre Entwicklung bewahrheitet. An­dererseits aber darf auch nicht verkannt werden, daß die Grenzen zwischen Rede und Buch oft verschwimmen, daß es Reden gibt, die ebensogut Schreiben sein könnten, und daß eine Sammlung interessanter Reden am Ende das beste Buch aus­machen können. Meistens sind ja vor allem in re­volutionären Entwicklungen die großen Redner auch die großen Schriftsteller einer Zeit. Ton und Wort der Rede verhallen. Bleibend aber ist der Wert des Buches, dort vereinigt sich ein Volk und eine Zeit für immer. Die R e d e steht am Anfang der Revolution. Die Zeitung begleitet sie unmittel­bar referierend und darstellend. Den bleibenden Wert eines revolutionären Zeitalters aber skizziert das Buch. Seine Aufgabe ist es, den Gehalt der Zeit den späteren Generationen zu übermitteln und damit der Revolution Ewigkeit zu verleihen. Es ist kein Zufall, daß der Führer selbst jn seiner schwersten Zeit, da er hinter Festungsmauern das Zeitgeschehen nur noch aus der Entfernung be­trachten und nicht beeinflussen konnte, zur Feder griff, um im Buch das niederzuleqen, was ihn mnerlich erfüllte und bewegte. .Und beute mutet es uns fast wie ein Wunder an, daß dieses Werk eines Einsamen, auf dem kleinen Tisch einer Festungs-

zelle geschrieben, zum größten Bucherfolg aller Zeiten geworden ist. Das, was alle guten Deutschen dumpf und ungeklärt empfanden, das wurde hier als das Evangelium einer neuen Zeit niedergelegt. Der Führer als größter Redner der nationalsozialistischen Revolution wurde damit auch ihr, erster und ihr erfolgreichster' Buch­schreiber.

Für uns hak das Buch feinen bleibenden Werl als ein überaus wertvolles Mittel der Volks gestalt uug und Volkserzie­hung. Und darum wird auch die Arbeit, die wir zur Verbreitung des Buches in den Mil- lionenmaffen unseres Volkes leisten, großzügig und unter Einsatz aller uns zur Verfügung stehenden organisatorifchen Mittel ungefaßt und durchgeführt.

Die Werbung, die der Nationalsozialismus für das deutsche Buch durchgeführt hat und weiterhin durchführt, ist deshalb eine wohl überlegte und um­fassende. Wiederum sind die A b s a tz z i f f e r n un­serer Verlage um ein bedeutendes gestiegen. Der wissenschaftliche Verlag hat im laufenden Jahr ein Mehr von 11,2 v. H. aufzuweifen gegen­über nur 5,6 v. H. im vorangegangenen Jahr. An dieser Steigerung ist der populärwissenschaftliche Verlag sogar mit 12 v. H. beteiligt. Aber auch der s ch ö n g e i st i g e Verlag zeigt eine Absatzsteige­rung von 4 v. H. Die Umsatzsteigerung im Sorti­ment für das erste Halbjahr 1938 beträgt gegenüber der gleichen Zeit des Jahres 1937 rund 7,5 v. H. Daneben haben wir eine ungeahnte Leistungssteige­rung auch im kulturellen Wert der erscheinenden Bücher zu verzeichnen. Die Jahres schau des deutschen Schrifttumes zeigt diesmal 779 Bücher gegenüber nur 438 Bücher im Jahre 1937. Dabei konnte die Jahresschau für 1938 130 wissenschaftliche Werke aufnehmen gegenüber nur 30 Werken im Vorjahre. Es zeigt sich ein verstärktes Interesse der Leser für Bücher, die ihren Wert bereits bewiesen haben und Neuauflagen erlebten. Im ersten Halbjahr 1937 sind 2323 Werke neu aufgelegt wor­den, im ersten Halbjahr 1938 dagegen 3852. Werke; das bedeutet eine Steigerung um 65,8 v. H.

Außerordentlich erfreulich ist die ständig wach­sende Anteilnahme des deutschen Ar­beiters am guten Buch. Das zeigt sich vor allem in dem rapiden Aufschwung der deutschen Werksbüchereien. Die größte Werksbücherei bei Siemens verfügt über einen Buchbestand von .56 400 Werken. Die Hälfte der in Betracht kommen­den Belegschaft mit 60 000 Schaffenden ist ständiger Leser dieser Bücherei. 1932 wurden nur 312 000 Bände ausgegeben, 1937 dagegen 627 000 Bände.

Zum erstenmal wird in diesem Jahr die. National­sozialistische Volkswohlfahrt auf meine Weisung im Rahmen des Winterhilfswerkes den von ihr betreu­ten Volksgenossen zum Weihnachtsfest ein Haus­buchEwiges Deutschland" schenken, das von der Schönheit, Größe und Kraft unseres natio­nalsozialistischen Vaterlandes erzählt.

Ich habe angeordnet, daß die Frage der Altersversorgung der deutschen Dichter und Schrift st eller über das hinaus, was wir bisher an sozialen Maß­nahmen auf diesem Gebiete getroffen haben, beschleunigt in Angriff genommen wird. Ich verfolge dabei die Absicht, eine großzügige, um­fassende und würdige Altersversorgung aufzu­bauen, die unseren Schriftstellern und Dichtern die Gewißheit eines sorgenfreien Alters und damit auch die nötige Bewegungsfreiheit für ihr geistiges Schaffen gibt.

Die deutsche Buchwoche hat auch diesmal wieder zu zeigen, daß ein Volk, das seine Bücher liebt, da­mit nur beweist, daß es feine geistige Exi­stenz in der Welt behaupten will. Im ganzen Reich werden von heute ab unzählige Versammlungen für das deutsche Buch werben. Hunderte von Dich­terlesungen sollen in den Städten und Dörfern des Reichs ftattfinben. Wie immer, so gilt auch hier unser dankbarer und ehrfurchtsvoller Gruß dem Führer als dem Schöpfer eines neuen Deutsch­land, in dem Geist und Kraft auf das wunder­barste gepaart sind. Er ist für uns gewissermaßen die Symbolisierung dieses neuen besseren Deutsch­land. Es gab Zeiten, da war Deutschland nur die Verkörperung von Geist allein und unser Volk in der Welt belächelt als ein Volk der Dichter und Denker. Es gab Zeiten, da war Deutschland nur die Verkörperung der Kraft allein und unser Volk in der Welt verhaßt und verachtet als ein Volk von Militaristen. Nun sind wir unter der gesegneten Hand des Führers beides geworden: die Reprä­sentanten deutschen Geistes und die Repräsentanten deutscher Kraft.

Nachdem die Staatskapelle das rhapsodische Vor­spiel des sudetendeutschen Komponisten Rudolf P e t e r k aTriumph des Lebens" zu Gehör ge­bracht hatte, beschloß Reichsstatthalter (Bauleiter Sauckel mit dem Gruß an den Führer die ein­drucksvolle Kundgebung.

Iohresschau des deutschen Schrifttums

Am Sonntagnachmittag wurde in der Falken­galerie des Weimarer Schlosses die I a h r e s s ch a u des deutschen Schrifttums durch Reichs­minister Dr. Goebbels eröffnet Die Ausstellung enthält wieder das Schrifttum dieses Jahres, das als besonders wertvoll im nationalsozialistischen

Sinne ausgewählt worden ist. Neben weltanschau­lichen und politischen Büchern finden wir Dichtung und Unterhaltung, Kunst- und Jugendschriften. Der Reichsminister vertiefte sich längere Zeit in das Geschenkwerk der Ostmark, das offensichtlich großen Eindruck auf ihn machte.

Josef Weinheber

über Volk und Dichtung.

Auf dem Weimarer Dichtertreffen sprach der bekannte Lyriker Josef Weinheber über Dichtung und Volk: Die Verantwortung, die der Dichter vor dem Volke trage, dürfe nicht einseitig sein. Wie die Dichter dem Volk verpflichtet seien, so sei das Volk den Dichtern verpflichtet. Diese wech­selseitige Verpflichtung sei heute anerkannt, und daher wüßten die Dichter wieder, für wen die Dicht­kunst da fei. Heute gäbe es gewiß kein Volk auf der Erde, das seine Dichter so ehre, würdige und liebe wie das unsere. Weinhebers Worte fanden lebhafte Zustimmung.

Dr. Ley in Essen.

Essen, 30. Okt. (DNB.) Die dritte Reichstagung des Fachamtes Bergbau in der DAF., auf der alle wichtigen Probleme sozialer, wirtschaftlicher und technischer Art des deutschen Bergbaues erörtert wurden, fand mit einer Kundgebung in den Essener Ausstellungshallen ihren Abschluß. Mit den Be» triebsführern, Betriebsobmännern und Vertrauens­männern aus dem ganzen Reich hatten sich zahl­reiche führende Persönlichkeiten der Partei, des Staates, der Wehrmacht und der Wirtschaft ver­sammelt. Die Rede Dr. Leys war ein eindring­licher Appell zu weiterer L e i ft u n g s fte i g e » r u n g. Vorausschauende Beruf s^lanung habe dafür zu sorgen, daß die Menschen überall dort ein­gesetzt werden, wo sie nötig sind. Viele Menschen steckten heute noch kn Berufen, zu denen sie nichts taugen, und hier gelte es, durch großzügige U m - schulungsmaßnahmen die angestrebte Be­rufsplanung schon für die Gegenwart wirksam wer­den zu lassen. Hinzu kommen müsse eine großzügige Begabtenförderung und eine verantwor­tungsvolle Berufsberatung. Durch eine plan­volle Berufsvorbereitung bereits in der Schule muffe es auf die Dauer gelingen, mit einer zwei­jährigen Lehrzeit nach der Schulzeit auszu­kommen. Besondere Bedeutung komme auch dem Reichsberufswettkampf zu, der einmal alle schaffenden Deutschen erfassen solle. Zu einer vernünftigen Betriebsordnung müsse schließ­lich eine sinnvolle Arbeitsgestaltung und Rationalisierung nach Methoden kommen, die nicht von Profitgier bestimmt werden, sondern

Zusammenkunft in Wien.

Am Mittwoch Beginn der Besprechungen.

Berlin, 31.Oft (DNB.) Nachdem das Problem der ungarischen Minderheiten in der Tfchecho-Slowakei und die Frage einer ge­rechten ethnographischen Grenzziehung zwischen Ungarn und der Tfchecho-Slowakei in den letzten Wochen durch direkte Berhandlun- g e n der beiden Regierungen nicht g e l ü st wer­den konnte, haben sich die ungarische und die tschecho-slowakische Regierung mit der Bitte a n b i e deutsche und die italienische Regie­rung gewandt, diese Frage durch einen Schiedsspruch zu lösen.

Der Reichsminister des Auswärtigen, von Rib­bentrop, hat anläßlich seines Besuches in Rom mit dem italienischen Außenminister Graf E i a n o auch diese Frage besprochen und die italienische Re­gierung bereits dahin informiert, daß Deutschland dem Grundsatz einer solchen schiedsgerichtlichen Re­gelung zustimme. Nachdem sich die tschecho-slowa­kische und die ungarische Regierung heute bereit­erklärt haben, den Schiedsspruch als ultima­tive Regelung vorbehaltlos anzuneh- men und ihn unverzüglich durchzufüh- r e n, haben sich die deutsche und die italienische Re­gierung nunmehr entschlossen, den Schieds­spruch zu fällen. Reichsminister des Auswärti­gen von Ribbentrop und Graf Eiano werden des­halb am 2.November in Dien zusammen- treffen. Der ungarische unb bet Ychecho-jlowa-

kische Außenminister sind für den gleichen Tag nach Dien eingeladen worden.

RibbenttopsSesprechungmRom

Rom, 29. Okt. (DNB.) Der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, hatte Samstag nachmittag noch einmal eine Besprechung mit Mus. f o I i n i, die eindreiviertel Stunden dauerte. Der Besprechung schloß sich noch eine kurze Aussprache mit Außenminister Graf Ciano an. Ribbentrop erklärte der Presse, daß die Aussprachen, in denen alle gegenwärtigen aktuellen Probleme der euro­päischen Politik besprochen worden seien, im Herz« lich sten Einvernehmen stattgefunden haben. Sie haben erneut gezeigt, daß die gegenwärtig schwe­benden politischen Probleme sowohl von Italien wie von Deutschland in dem der Achse RomBerlin eigenen Geiste der Freundschaft und engsten Zusam* menarbeit eine in jeder Hinsicht überein* ft i m m e n b e Beurteilung erfahren.

Oer ehemalige karpatho- ukrainische Ministerpräsident Brody in Hast.

Prag, 29. Okt. (Europapreß.) Zu der Amts­enthebung des ehemaligen Ministerpräsidenten der Karpatho-Ukraine, Andrej B r o d y , wird folgen­der amtliche Bericht ausaegeben:Der Ständigck Ausschuß der Nationalversammlung hat in seiner letzten Sitzung seine Zustimmung zu der Strafverfolgung des Abgeordneten Andrej Brody wegen schweren Vergehens gegen bie Sicherheit des Staates erteilt. Infolge* dessen ist Abgeordneter Brody verhaftet unb in bie Hast bes Kreisstrafgerichts in Prag eingeliefert worben."