i UW in SU bin,
Lh?is
2® di-. A°«> -i» i'ulln EWtent ’?en unb
«einen
’* Chinas Lng da- )nöern die
quelle ist * kin Aen und ^Höhung Hunderten suhren.
'"Zelheiten ^Landes Mage im scheu Ver- Seschehen geschehen, der Gelbe ayerischen des Gut-
—ert.
ifen!
Ehrling verschluckte 3 daß ein *! Zögling 116 Zähne, nadel, die -ßte. Ein ang einer von denen >er Durch, n.
i an Roll, verrutschen stürzte er blieb tot !rze Steh, iter einer m Sprosse Blutlache t benutzte lappt, an b, und er
ichtoffnung eraden im jen. DM orb btrart ertlMMit Einrichtung chung des -er rechte eicher Ur« e Suppen- jrling Ge-
in Pfeile ne Kon. avowM XDwfte die die fynit’ rnhilsk goß >gebrm>rs entslaM Gesicht, m ie Kranken- «rennungen, ltähe eines r größeren1 urch dieser
jen Natter ehme. Und mir zu, bis tigen Burg,
öner erfreue die nertag nach Sinster feine t und der ch das Gras kommt das aroßen unb njteren N-
jf über den zu. Unb.ef Kultur und .egkitet^ r denen die
Gänse Mrähnigen E ver ,te und Drie- -aae umher.
’SinW«
net «rt, b Schl-"- ich°n
n in von und 0 uni) )crn 0 1 *2 den .“Snli süddent' nen^hrhun' 17-rnnief :t l'^ schön^ nders >>rt
-ein m* Arsens Lst>
Kr.205 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Mittwoch, 51. August 1938
„Spiegel des Lebens."
Gloria-Palast.
Es Ift lange Zeit darüber hingegangen, bis die berühmte Schauspielerin Paula Wessely, von vielen erwartet, seit ihrem letzten Film wieder aus ter Leinwand erschien, und die Fertigstellung dieses reuen, welcher vom Spiegel des Lebens handelt, i t. wie man hören konnte, dadurch verzögert warten, daß ursprünglich ein anderer Stoff geplant mb in Angriff genommen worden war, der dann icn Anforderungen, die man an ihn stellte, nicht zu genügen schien und aufgegeben werden mußte, iln seine Stelle trat ein Manuskript des bisher richt als Drehbuch-Autor, sondern als Uebersetzer Hamsuns und anderer Skandinavier bekannt gewor- ienen Julius Sandmeier: ein Manuskript für tcn Film, weder „nach einem Roman" noch nach jnft irgendeiner literarischen Vorlage, ein Manu- kript aus erster Hand. Diese schlichte Tatsache scheint lemerkenswert genug, um festgehalten zu werden. Die Fabel stellt ein Thema in den Mittelpunkt der Ereignisse, das an sich mLt dem Spielfilm nicht notwendig etwas zu tun hat, das aber auch für einen Spielfilm ohne weitere „Handlung" und Zusammen hänge wichtig und für die Allgemeinheit lehrreich genug wäre, um als Problem aufgezeigt unb verhandelt zu werden: es geht um den alten Gegensatz zwischen „echter und falscher Medizin", wie es einmal heißt, zwischen exakter, wissenfchastllch gegründeter Schulmedizin und Kurpfuscherei. Es gibt eine Reihe von Szenen in diesem Film, die — als sachliche Bestandsaufnahme — so interessant, ja so erregend auf den Beschauer wirken, daß man an ihnen allein schon erkennen mag, welche Möglichkeiten der Filmkamera gegeben sind, woran sie meist achtlos vorübergeht, welche Spannungen sehr ungewöhnlicher, rein geistiger Natur sie zu erzeugen vermag ... jenseits der üblichen, die sich meist aus einen Kriminalfall beziehen, an Flucht und Verfol- gung, an Kampf und Verteidigung entzünden: nichts gegen die gesunde Spannung solcher Art, sofern sie mit sauberen Mitteln erzeugt ist, aber es gibt auch andere. Man sieht beispielsweise eine Szene im „Spiegel des Lebens", da rückt die Kamera schrittweise aus weiter Perspektive in ein Kraftfeld der modernen medizinischen Wissenschaft hinein, in den Operationssaal einer Wiener Klinik, wo vor ö^n Amphitheater der Studenten „innerhalb von sechs Minuten ein Tumor exstirpiert" wird: das ist eine außerordentliche Szene, halblaut, fast ohne Bewegung, aber von einer — im Gefüge des Ganzen dramatischen Wirkung: man muß bemerken, wie der Vorgang sich spiegelt und auswirkt ... nicht am
Patienten, sondern an den Zuschauern ringsum, besonders der einen, auf die es ankommt. Die Aufnahme ist übrigens nicht gestellt, sondern während einer normalen Operation in der Wiener Universitätsklinik gedreht worden, und wir glauben auch keineswegs, daß diese kleine Szene im Film überflüssig sei, wie manche meinen: man mußte die Fronten aufdecken, die sich hier gegenllberstehen, Schauplatz, Methode und Atmosphäre hüben und drüben einfangen; genau wie ja auch „die andere Seite" gezeigt werden mußte und nicht verschleiert wird.
*
Das war notwendig, denn es stellt sich bald heraus, daß das sachliche Problem — echte Medizin ... falsche Medizin — von einem menschlichen, persönlichen, seelischen Konflikt überlagert und durch ihn verschärft wird: eine junge Medizinstudentin und ein junger Assistenzarzt begegnen sich in der tiefen und reinen Neigung ihres Gefühls; beide find auch von ihrer Wissenschaft begeistert und überzeugt, — aber der Vater des Mädchens, ein angesehener Juwelier, ist „nebenbei" Kurpfuscher, das heißt, er hat Sprechstunde und Patienten und behandelt sie mit der „Augendiagnose", er sieht seinen Kranken in die Augen und lieft darin ... als in einem „Spiegel des Lebens", nicht um des Geldes willen übrigens, sondern aus Leidenschaft und gleichermaßen von sich und seiner Gabe, heilen und helfen zu können, Überzeugt wie jene, die „Akademischen", denen er mit tiefem Mißtrauen begegnet. Man begreift den Konflikt, der sich für das Mädchen ergibt: sie steht zwischen zwei Lagern, zwischen denen es keine Verständigung gibt und geben kann, und in jedem dieser Lager ein Mensch, an dem ihr Herz hängt, der Geliebte hier, der Vater drüben. Es ist sehr reizvoll, zu verfolgen, wie dieser Konflikt sich auswirkt, sobald er offen zutage tritt. Wie sich das Mädchen notwendig verstricken, verwirren und verirren muß ... beruflich und menschlich gleicherweise. Wir wollen das hier nicht im einzelnen verfolgen; das mag der Zuschauer für sich tun: er wird dann gewahr werden, daß es eine Lösung des Problems sachlicher Art nicht gibt. Auch der Film findet keine, soweit es um die Sache geht; was das Menschliche betrifft, den privaten Konflikt der stuck, med. Hanna Karfreit, so gibt es eine Lösung, eine erst überraschende, dann sehr einfach scheinende, erwärmende und gewinnende. Sie bekommt nämlich in winterlicher Gebirgseinsamkeit ein Kindchen, und über diesem kläglich und kräftig schreienden winzigen Bün- delchen finden sich die beiden Männer, der Geliebte und der Vater, nun Vater und Großvater, die sich anders nie gefunden hätten
*
Aus der Stadt Gießen.
Unser Zgelbesuch.
Während unserer mehrwöchigen Abwesenheit waren Haus und Hof wie ausgestorben, und wir hatten ganz unerwartet Zgelbesuch bekommen. Unter der großen und geräumigen Haustreppe hatte sich ein Jgelpaar häuslich niedergelassen. Schon seit Jahren diente der Raum unseren Kindern und ihren Gespielen bei Regen oder heißer Witterung als willkommener Spielplatz. Vom letzten Oster- gärtchen lag noch eine Menge Moos zerstreut umher. Auch 'Torfmullreste befanden sich in der anderen Ecke. Den dunkelsten Teil der Höhle, wenn ich so den übermauerten Raum nennen soll, füllten Ueberreste eines eingegangenen Stachelbeerbusches aus. Ganz ungewollt und ohne Absicht war der Spielplatz in dieser Werse ausgestattet.
Und gerade diese vergessene Ecke hatte sich das Igelpaar ausgesucht. Das neue Heim war bis in die entlegensten Kanten und Winkel besichtigt worden, und die neuen Mieter fanden es außerordentlich'geeignet und wie geschaffen, den enbgülfgen Wohnsitz' nach hier zu verlegen, auch für den bald ankommenden Familienzuwachs. Menschen konnten sie nicht stören und Hunde nicht belästigen. So gefiel es hier Herrn und Frau Igel ganz vorzüglich unb sie fühlten sich so recht als bie Herren des Anwesens.
In der bestimmten Annahme von niemanden beobachtet zu werden, wurden sie dennoch ständig oon des Nachbars Jungen bemerkt und ihr Tun und Treiben verfolgt. Unermüdlich, von morgens stich bis in die späte Nacht hinein, waren beide Igel einzeln und auch in Gemeinschaft tätig, für bie inzwischen zur Welt gekommenen sechs kleinen Igelkinber bie notroenbige Nahrung zu besorgen unb herbeizuschaffen. Unb sie wiesen wahrlich nicht geringen Hunger auf! Alles was an Schädlingen im Hofe und besonders aber im Garten vor die Igeleltern kam, an Engerlingen, Schnecken, Raupen, Mäusen, Käfern usw. wurde gefangen, vertilgt 3ber ben stets wartenden Jungen heimgebracht. Sie hatten ja auch genügend Zeit, sich auf die Lauer zu egen, wobei ihnen ihr fein entwickelter Geruchsinn >ehr zustatten kam und sie sehr schnell und sicher auf ihre Spur brachte. Nach einiger Zeit hielt ?s die sehr drolligen Kleinen schon nicht mehr in ihrem engen, aber mollig warmen und weichen Stübchen. Sie gingen mit Vater und Mutter auf Jie Nahrungssuche, das einzige ehrsame Handwerk, was sie zu erlernen hatten. Anfangs auffallend ingstlich und zaghaft! Bald ließen sie sich aber von >er unruhigen Nachbarschaft nicht mehr stören.
Inzwischen waren wir wieder alle anwesend. Welch große Freude durften unsere Kinder an der Igelfamilie erleben! Unbeschreiblich war der Jubel, wenn sie Ausgang hatte und geführt von demOber- iaupt der Familie gar einen Spaziergang unternahm. Ihre drolligen Bewegungen erregten manches Lachen. Anfänglich etwas überängstlich, eilten sie chon beim Nahen der Menschen in ihre Behausung. Bald aber machte uns ihre Zutraulichkeit zu guten Freunden und ihre Scheu war überwunden. Eifrige, wenn auch liebe Kinderhände wurden ihnen auf ! ie Dauer unbequem. Die Jgelfamilie hielt es hier nicht mehr länger unter der immer steigenden Zahl der neugierigen Augen der Kinder und Erwachsenen, vielleicht mag sich auch einmal der Störenfried Hund eines Nachts eingefchlichen haben.
Kurzum, wir konnten den wahren Grund nicht tTbenfen, warum eines Tages die gesamte Jgel- cimilie Reißaus genommen und über Nacht ver- chwunden war. Wir alle, besonders aber unsere Linder, unser Garten und die von zahlreichen Schäd- fingen heimgesuchten Gewächse betrauerten den Weggang der lieben nützlichen Tierchen. B.
Dornotizen
Tageskalender für ANttwoch.
Gloria-Palast (Seltersweg): „Spiegel des Ledens." — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Geheim- jieidjen L. B. 17."
Oer Beitritt
zum AS.-Beichskriegerbund.
DNB Die Reichskriegerführung weist darauf hin, daß gefchlofseneKameradfchaften (Vereine) aus dem aktiven Dienst ausgeschiedener Soldaten nur noch bis zum 30 September 1938 in den NS.-Reichskriegerbund ausgenommen werden können Vom 1. Oktober 1938 ab werden nur noch einzelne Kameraden in die bereits bestehenden Kameradschaften des NS.-Reichskrieger- bundes ausgenommen.
Wo werden NSB.-Kindergärtnerinnen ausgebildet?
NSG. Ein Beruf, der dem Wesen der Frau entspricht und ihr viel Glück, Frohsinn und Freude bringt, ist der Beruf der Kindergärtnerin. In diesem Beruf findet das Mädel die Aufgaben, die es mit aufgeschlossenem Herzen erfüllen wird. Da heute Mangel an Kindergärtnerinnen herrscht, deren Dienst für die körperliche und seelische Erstarkung unserer Jugend von großer Bedeutung ist, sollten die deutschen Mädel bei der Berufswahl auch an die Kindergärtnerin denken.
Für die Ausbildung-»als Kindergärtnerin besitzt die NSV. folgende Schulen:
Reichsseminar der NSV. in Steintal bei Ziegenhain, Gauamtsleitung Kurhessen. Beginn: Frühjahr;
Frauenschule der NS.-Volkswohlfahrt, Thale am Harz, Gauamtsleitung Magdeburg-Anhalt. Beginn: Frühjahr;
NS.-Sozialpädagogisches Seminar, Königsberg i. Pr., Ratslinden 32/36, Zweigstelle Allenstein, (Bauamtsleitung Ostpreußen. Beginn: Frühjahr und Herbst;
NS.-Frauenfchule für Volkspflege, Stettin, Tur
nerstraße 59b, Gauamtsleitung Pommern. Beginn: Frühjahr;
NSV.-Seminar für Kindergärtnerinnen in Schwerin (Mecklenburg), Gauamtsleitung Mecklenburg. Beginn: Frühjahr;
NSV.-Seminar für Kindergärtnerinnen in Saarbrücken, (Bauamtsleitung Saarpfalz. Beginn: Frühjahr;
Grenzland - Kindergärtnerinnenfeminar Radawitz (Kreis Flatow), Gauamtsleitung Kurmark. Beginn: Herbst;
NSV.-Seminar in Buchau am Federfee, Gauamtsleitung Württemberg - Hohenzollern. Beginn: Herbst;
NSV.-Kindergärtnerinnenseminar Friedberg, Gauamtsleitung Schwaben. Beginn: Frühjahr;
Frauenschule für soziale Berufe der NSV., Mannheim, Gauamtsleitung Baden. Beginn: Frühjahr;
NSV.-Kindergärtnerinnenseminar Dresden-Blasewitz, Hindenburgufer 85, (Bauamtsleitung Sachsen. Beginn: Frühjahr.
Alle Seminare sind mit einem Internat verbunden. Nähere Auskünfte über Ausbildungslehrgänge, Aufnahme, Kosten usw. werden durch das Hauptamt für Volkswohlfahrt, Berlin SO 36, Maybachufer, oder durch die Gauamtsleitung Hessen- Nassau des Amtes für Volkswohlfahrt und durch die Seminare erteilt.
Landesführer vom Deutschen Boten Kreuz in Gießen.
Heute nachmittag wird der Landesführer der Landesgruppe IX im Deutschen Roten Kreuz, jj-- Brigadeführer D r 11 e p p (Weimar) nach Gießen kommen, um in Begleitung oon Oberfeldführer Dr. Lotz den Kreisstab und anschließend auch einige Kreisstellen des Deutschen Roten Kreuzes kennenzulernen.
Vater unb Tochter im „Spiegel des Lebens".
M. Foto Tobis-Vienoa
Hier sieht man eine Szene aus dem an Problemen unb Konflikten reichen Tobis-Film „Spiegel des Leben s", der jetzt im Gießener Gloria-Palast läuft. Unser Bild zeigt Peter Petersen mit Paula Wessely. .
Zugverkehr wieder zweigleisig ausgenommen.
Umfangreiche Ausbesserungsarbeilen an der Strecke Dutenhofen—Garbenheim.
Der Wolkenbruch, der am- Montag über dem Hüttenberg niederging — wir berichteten gestern darüber — und der am Bahnkörper zwischen Dutenhofen und Garbenheim erheblichen Schaden anrich- tete, brachte für den Bahnhof Gießen (aber auch für den Bahnhof Wetzlar) eine außerordentliche Erschwerung des Dienstes. Nachdem die Strecke soweit in Ordnung gebracht worden war, daß sie wenigstens eingleisig befahren werden konnte, gelang es nun gestern gegen 18 Uhr, den Verkehr wieder zweigleisig aufzunehmen. Um den durch Ausschwemmungen am Bahndamm und an der Schienenbettung entstandenen Schaden zu beheben, mußte viel Schütt-Material angefahren werden, um überall da
Mum nimmt
VVtCWLß/ SPORT HSONNE
23. -45. -90
wieder aufzufüllen, wo der heftige Regen Steine und Erde fortgeschwemmt hatte. Auch Steinschlag für die Schienenbettung mußte in erheblichen Mengen aufgebracht werden.
Obwohl der Verkehr wieder zweigleisig sichergestellt ist und sich Umleitungen über Lollar—Kinzenbach erübrigen, müssen die Züge auf der besonders in Mitleidenschaft gezogenen Strecke zwischen Bahnkilometer 156,7 und 157 (also auf einer Strecke von dreihundert Meter Länge) noch langsam fahren. Der Schaden, den der wolkenbruchartige Regen verursachte, bedeutete für die Beamten und Arbeiter der Bahnhöfe Gießen, Dutenhofen und Wetzlar eine erhebliche zusätzliche Belastung.
Obstbaunizählung 1938.
Fwd. Im September findet auf Anordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft im gesamten Reichsgebiet eine Zählung der Oost- bäume und Obststräucher statt. Die unmittelbare Durchführung der Zählung liegt den Gemeindebehörden ob. Der Bürgermeister (Oberbürgermeister) kann nach §23 der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. 1. 1935 jeden Bürger verpflichten, bei der Durchführung einzelner Gemeindeangelegenheiten, also auch bei dieser Zählung, ehrenamtlich mitzuwirken.
Die Ergebnisse der Zahlung dienen volkswirtlichen und statistischen Zwecken, namentlich der Standortermittlung der Obstbäume und -sträucher und der Ermittlung der deutschen Obsternte. Sämtliche Obstbaumbesitzer werden dringend gebeten, auf Befragen der ehrenamtlichen Zähler bereitwillig und wahrheitsgemäß Auskunft zu geben. Sie Jino hierzu gesetzlich verpflichtet. Die mit der Durchführung der Erhebung betrauten Personen sind nach der Deutschen Gemeindeordnung verpflichtet, über die betriebsweisen Angaben das Amtsgeheimnis zu wahren. Unwahrscheinliche Angaben werden durch amtlich verpflichtete Sachverständige an Ort und Stelle nachgeprüft.
Die Zählung erstreckt sich auf alle Aepfelbäume, Birnbäume, Süßkirschbäume, Quittenbäume, Sauerkirschbäume, Pflaumen- und Zwetschenbäume, Mirabellen- und Reneklodenbäume, Aprikosenbäume, Pfirsichbäume, Mandelbäume, Walnußbäume, Edelkastanienbäume, Johanriisbeer-, Stachelbeer- und Himbeersträucher.
Bei der besonderen Bedeutung d^r Zählung darf
Die Spielleitung hatte Geza von Bolvary. Was seine Inszenierung auszeichnet, scheint uns vor allem das Bemühen zu sein, das Problem in feiner vollen Schärfe aufzuzeigen, die Grenzen abzuftecken, hüben und drüben das jeweils Charakteristische herauszuheben und, soweit es angeht, den ungleichen Partnern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Man mag einen Doppelsinn im Titel des Films aufspüren, wenn man empfindet, mit welcher reinen Freude am Wirklichen Dinge, Menschen und Schauplätze aufgesucht und wiedergegeben find. Jenseits aller Diskussion erscheinen zuletzt die Szenen um die Geburt, von denen eine schlichte, erwärmende und manchmal auch heitere Menschlichkeit ausgeht.
*
Die Wessely, Hanna Karfreit, Studentin der Medizin, gescheit, erfüllt und angetan von ihrem zukünftigen Beruf, aber ganz allein mit sich und ihrem hin- und hergerissenen Gefühl zwischen den feindlich-unversöhnlichen Männern: dies bestimmt ihre Haltung, ihren Ausdruck, den Stil ihrer Darstellung. Man empfindet hier nicht so stark wie in früheren Filmen die bezwingende Herzensheiterkeit des Wiener Naturwesens. (Nur ganz versteckt, in einem halben Lächeln, ein paar flüchtig hingeworfenen Worten, blitzt der ungezwungen-anmutige Humor auf, über den diese Schauspielerin gebietet.) Ihre helle Sopranstimme erhält eine angreifende Schärfe, bei aller Sammlung und Ueberlegung, wenn sie etwas verteidigt, sich für etwas einzufetzen bat. Sie ist auch genau so eigensinnig wie die beiden Männer hüben und drüben, aber beiden auch aus der Einsamkeit ihres Herzens und der abnung^Dollen liefe angeborener Mütterlichkeit überlegen. Diese beiden sind gut, geschickt und gerecht einander gegenüber- gestellt. Von Peter P e t e r s e n , der den alten Karfreit gibt, sah man auch früher keine reifere, innerlich stärker belebte und erfüllte Figur. Zwar wirkt er mehr norddeutsch als wienerisch, aber so überzeugend in der Selbstverständlichkeit und Sicherheit seines Denkens und Tuns als „Heilkundiger" wie rührend in der Besorgtheit, Ahnungslosigkeit und Hilflosigkeit als Vater. — Attila Hörbiger ist der Assistenzarzt, einfach, aus bäuerlicher Herkunft, mit einer guten, zuverlässigen Männlichkeit begabt; man begreift sogar, daß er nicht anders kann, als es zur Entscheidung kommt, und daß er, was ihm zuletzt widerfährt,'hinnimmt wie ein Geschenk. — Von den übrigen sotten Raoul Aslan, Karl E h m a n n Jane Tilden, Maria E i s und Lina Woiwode hervorgeboben sein Nicht zu vergessen die vortreffliche Leistung des Kameramannes Werner Brandes. — (Vienna-Film der Tobis.)
*
Im Beiprogramm läuft^außer der Wochenschau und einem Vorspann zu „Capriccio" ein ausgezeichneter Kulturfilm mit wundervollen Aufnahmen von Bildwerken Riemenschneiders, Kostbarkeiten großer deutscher Plastik.
Hans Thyriot. ।
Charakterkunde des großen Orchesters.
In einer ebenso liebenswürdigen wie kundigen Plauderei über „Das Orchester und seine Leute" geht Dr. Erwin K r o 11 im Septemberheft oon Vel - Hagen & Klasings Monatsheften auch auf die Frage ein, ob die verschiedenen Instrumente ihre Männer gemodelt haben. Sitzen da nicht knorrige Bassisten, ernsthafte Pauker, bewegliche Flötisten, selbstbewußte erste Geiger, melancholische Bratscher usw.? Schnurrige Zeichnungen von solchen Musikeroriginalen gibt es genug, und auch an allerlei lustigen Schilderungen fehlt es nicht. Da lesen wir in einer alten Musikzeitschrift: „Die Bratschen sind Sonderlinge, etwas kritisch und mehr schweigsam als gesprächig ... sie nähren zu den Fagottbläsern eine geheime, innige, aber unausgesprochene Sympathie." Oder: „Die Kontrabaßstreicher sind meistenteils groß, muskulös, ftatuenartig gewachsen. Ihre Fäuste sind erschrecklich schlicht, aber dauerhaft. Sie schnupfen stark, und zwar mit den Cellisten aus einer Dose. Ihr Händedruck ist eine Erinnerung, aus der letzten Szene des ,Don Juan' dem Gouverneur entlehnt. Sie sagen dem Dirigenten unumwunden eine Grobheit, weil sie wohl wissen, er muß sie zum Freunds haben ... Die Oboebläser sind schmalwangig, dünnlippig, kurzhaarig, schmächtig und blaß, haben Anlagen zu Intrigen, sind launisch, penibel, zartfühlend und peinlich eingenommen für ihr Instrument, fühlen sich etwas verkannt, leben solid und trinken im stillen."
So scherzte man in der „guten alten Zeit". Höchst verschiedenartig ist der Stempel, den das jeweilige Instrument seinem Spieler aufdrückt. (Oder ist es umgekehrt?) Schon die Wahl eines Instruments läßt Rückschlüsse auf die Art des Spielers zu. Wer sich zum Berufe eines Schlagzeugers hingezogen fühlt, ist sicherlich feiner Persönlichkeit nach ein anderer als jemand, den es zu den Geigen drängt. Nur mit der Annahme einer charakterlichen Beeinflussung sollte man vorsichtig sein. Es gibt die verschiedensten Charaktertypen bei allen Spielergruppen, Witzbolde und Nörgler sowohl als auch Schwermütige und Frohsinnige. Schrullige Sonderlinge sind heute schon deshalb seltener geworden, weil ein modernes Orchester eine künstlerische Kameradschaft ist, in der für Eigen* brötelei wenig Platz bleibt.


