Ausgabe 
31.5.1938
 
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Mai-Schlacht bei Soissons und Reims. Auch sie. wurde wieder ein großer taktischer Erfolg im engen Raum. Dann erfüllte sich auch ihr Schicksal, und als sie geschlagen war, wußte die deutsche Führung, daß es ihr nicht mehr beschieden sein sollte, den großen Schlag in Flandern zu tun.'

DieAbckMngssrWchl".

Die Maioffensive 1918, das großeAblenkungs"- Unternehmen mit dem Ziel, die britische Flandern- Front für den im Juni geplanten Angriff zu schwächen, richtete sich gegen die französischen Stellungen zwischen Soissons und Reims. Das Unternehmen sollte durch die zur Heeresgruppe Deutscher Kronprinz gehörende 7. Armee sowie durch den rechten Flügel der 1. Armee von der gleichen Heeresgruppe ausgeführt werden. Dazu war es notwendig, zuerst den unmittelbar vor den deutschen Linien aufragenden Höhenzug des Chemin des Dames zu erstürmen. Ein außerordentlich hoher Einsatz von Kampfkraft war vorgesehen, 3 0 Di­visionen mit 1158 Batterien auf einer Frontbreite von 55 Kilometer. Weitere Divisionen waren im Antransport, so daß die 7. Armee, der Träger des Hauptangriffs, für die ersten Angriffs­tage mit einer dreifachen Infanterie- und einer vielfachen Artillerie- und Minenwerferüberlegenheit rechnete. Der Angriff sollte über den Aisueabschnitt beiderseits Soissons und über die Desle bis zu den Höhen im Südosten und Südwesten dieser Stadt und einige Kilometer südlich der Beste vorgetragen werden. Der Angriff SoissonsReims bildete nur den ersten Teil der Gesamtoperation, deren zweiter Teil, als Angriff der 18. Armee auf dem Westuser der Oise aus der Linie Montdidier Royon in Richtung auf Compiegne, nach Abschluß der ersten Teiloperation folgen sollte. Es fehlte jedem andern Abschnitt an der nötigen Angriffsartillerie, die der 18. Armee aus dem Angriffsraum der Mai­schlacht erst zugeführt werden konnte, wenn sie hier entbehrlich war.

Am Morgen des 27. Mai wurde der Chemin des Dames erstürmt, die Aisne überschritten und ahends die Besle bei Fismes erreicht. Die deut­schen Truppen waren 20 Kilometer tief in die feind­lichen Stellungen eingedrungen. Am 28. «steckte die OHL. deshalb die Ziele weiter und befahl mittags: Die Heeresgruppe hat die ungefähre Linie: Höhen südwestlich Soissons Fere en Tardenois.'Höhen südlich CoulongesSüdfront (Fortlinie) von Reims zu gewinnen... Ob ein weiteres Vordringen gegen die Linie CompiegneDormansEpernay nützlich sein wird, ist bis zur Stunde noch nicht zu über­sehen. Es kann aber im günstigen Falle ins Auge gefaßt werden." An diesem Tage wurde in breiter

Laon

raonne

Soissons

Epernay

PARIS

Fere-en-Tardenois

0 10 20 30 4 0 50

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600 Geschütze erbeutet. Aber das erweiterte Ziel des Kampfes, der operative Erfolg, war der deut­schen Führung auch hier' versagt geblieben. Sie hatte mehr erreicht, als sie zuerst gewollt hatte, aber dem Endsieg war sie nicht näher gekommen. Das Schlimmste war die Rückwirkung der Ent­täuschung auf den Geist der Truppe. Während die deutsche Führung zu erkennen begann, daß zu ihren äußeren Feinden jetzt auch der innere trat, prägte derTiger" Clemenceau in der Kammersitzunä vom 4. Juni in Paris die Worte:Wir werden siegen, wenn die öffentlichen Gewalten auf der Höhe ihrer Aufgabe stehen. Ich schlage mich vor Paris, ich schlage mich in Paris, ich werde mich hinter Paris schlagen..."

Wetterbericht

Rach heftigen Gewitterböen, die vielerorts mit Geschwindigkeiten von mehr als 70-Stundenkilo- meter zerstörende Auswirkungen auslösten, macht sich zur Zeit in einem Zwischenhoch eine gewisse Beruhigung geltend. Eine neue besonders kräftig entwickelte Störung wird allerdings bis Mittwoch auch ihren Einfluß bei uns geltend machen und die Niederschlagsneigung wieder verstärken.

Die Karte veranschaulicht den Einbruch und (s der großen Offensive vor 20 Jahren. Wir stände (Scherl-Bild

Front die Beste überschritten. Am 29. griff die Mitte bereits weit in Richtung auf Dormans aus, und Soissons rourbt genommen, aber die Flügel bei Soissons und Reims hingen noch weit zurück. In der Mitte wurde die Gegend von Fere en Tardenois erreicht. Immer deutlicher nahm der Angriff die gefährliche Form eines Keils an, der auf die Marne zwischen Dormans und Chateau Thierry zustieß. An diesem Tage faßte die Führung endgültig den Entschluß, den Angriffsstoß mit der 7. und 1. Armee zur Marne unh mit der 18. Armee aus Compiegne zu fortzuführen. Der Angriff weitete sich zur Operation.

Am 30. Mai erreichte der Angreifer bei Chateau Thierry und Dormans die Marne,- aber die er­hoffte beiderseitige Umklammerung von Reims ge­lang nicht nur nicht, sondern es wurden nicht ein­mal Fortschritte gegen Reims gemacht, ebensowenig bei Soissons, obwohl hier nun auch der linke Flügel der 18. Armee über den Oiseabschnitt Chauny-^Noyon zum Angriff antrat. Vor allem aber gelang es nicht, in der rechten Flanke das Waldgelände von VillersCotterets südwestlich Soissons, in der linjen Flanke den Reimser Berg­wald zu nehmen. Riesige Gefangenenzif­fern zeigten den Umfang des Erfolges, aber" sie

eländegewinn der deutschen Truppen während i damals knapp drei Tagemärsche vor Paris ..

-rdienst-M.)

konnten nicht darüber hintäuschen, daß die deutschen Linien eine immer ungünstigere Form annahmen, daß der feindliche Widerstand wuchs, daß die Kräfte der Angriffstvuppen erlahmten.

An dieser Lage änderten auch-die Anstrengungen der folgenden Tage nichts. Zwar erreichte der An­griff den Rand des Waldgebiets von Villers Cotterets und zwischen Soissons und Noyon wurde" noch Raum gewonnen, auf dem am weitesten nach Südwesten vorgeschobenen.Punkt stand der Angriff 75 Kilometer vor Paris, aber er stand eben und kam nicht weiter. Die neuen Stellungen waren auch hier alles andere als günstig, genau wie nach der Märzschlacht vor Amiens, genau wie nach der Aprilschlacht an der Lys und am Kemmel.

Vom 3. Juni ab bestand kein Zweifel mehr, daß auch die dritte Frühjayrsoffensive, strategisch be­trachtet, gescheitert war. Ihr erstes Ziel der Ablenkung" war erreicht. Aus taktischem Gesichts­winkel betrachtet, wär ein großer Erfolg erzielt. Die Erstürmung des steil aufragenden Höhenrückens des Chemin des Dames, den die deutschen Truppen im Oktober 1917 hatten räumen müssen, war eine hervorragende Leistung gewesen. In vier Tagen war ein Einbruch bis zur Tiefe von 60 Kilometer gelungen, lieber 50 OOO Gefangene waren gemacht,

Aussichten für Mittwoch: Zunächst zu­nehmende Unbeständigkeit mit verbreiteten Nieder­schlägen, bann wechselnde Bewölkung und Schauer, anfangs südliche, dann böige, auffrischende und nach West drehende Winde mit Abkühlung.

Aussichten für Donnerstag: Unbestän­diges und zu Niederschlägen neigendes Wetter.

Lufttemperaturen am 30. Mai: mittags 15,1 Grad Celsius» abends 10,2 Grad; am 31. Mai: morgens 11,4 Grad. Maximum 16 Grad, Minimum- heute nacht 9,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. Mai: abends 13,9 Grad; am 31. Mai: mor­gens 11,8 Grad. Niederschläge 7 mm. Sonnen­scheindauer 4,3 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt dec Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 38: 9614. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämllich in Gießen. Monatsbezugs-. preis RM: 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs, preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

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