Ausgabe 
31.3.1938
 
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den Händen die Auswirkungen jahrelanger, drücken­der Not überwinden.

9m Speisewagen sitze ich zusammen m i t e i n e m Deutsch Österreich er, der jetzt zu Besuch zu­rückfährt in seine Heimat. Er mutzte noch vor Jahresfrist bei Nacht und Nebel sein Heimatdorf verlassen, um den Häschern jenes Herrn Schuschnigg zu entgehen, die ihm zu einem Freiaufenthalt in dem Konzentrationslager Wollersdorf verhelfen wollten, weil er sich offen zum Führer und zu Deutschland bekannt hatte. Er mutzte, gehetzt wie viele Tausend seiner Kameraden, seine Heimat ver­lassen, mutzte mit geballten Fäusten, zusehen, wie seine Angehörigen daheim schikaniert und gequält wurden. Fetzt fährt er nach Hause, zunächst nur auf Besuch, denn er hat Arbeit in Deutschland ge­funden und will seinen Kameraden drüben, die jetzt im Vollzug des von der deutschen Regierung auf­gestellten Aufbauprogramms Arbeit finden werden, keinen Arbeitsplatz streitig machen. Er zählt die Stunden, bis er seiner Mutter und seinem Vater gegenüberstehen wird. Er fiebert vor Aufregung, seine Heimat wieder zu sehen, seine Berge und Täler, in denen er aufwuchs. Schlimme Dinge er­zählt er aus der Zeit der Verfolgung in Oesterreich. Aber diese Zeit liegt hinter uns, sie soll ausgelöscht sein in der Erinnerung.

Es hat ja keinen Zweck, die alten Wunden wie­der aufzureißen", so meint mein Gegenüber,in meiner Heimat sind schon zu viel Tränen ge­flossen in der vergangenen Zeit. Wir haben heute nur den einen sehnlichen Wunsch, auf­bauen zu können. Die wunderbare Tat des Füh­rers ist viel zu groß, als daß wir Oesterreicher heute noch an Rache denken könnten, als daß wir kleinlich unseren ehemaligen Gegnern gegenüber sein könnten. Viele von ihnen haben ja auch nur mit­geschrien, um sich ihr kümmerliches Brot /er­halten zu können. Warum soll man Vergeltung

üben, selbst an Leuten, die es eigentlich verdient hätten? Wir sind zu stolz und zu glücklich, um jetzt noch an die kleinlichen Gemeinheiten, die man uns antat, denken zu können."

Stunde um Stunde rollt der v-Zug durch Wäl­der, an Aeckern entlang, die von der jungen Saat des Wintergetreides wie mit sattgrünem Samt über­deckt erscheinen, vorbei an sauberen Städten voll wimmelnden Lebens, vorbei an einsamen Dörfern, deren Männer draußen auf den Aeckern arbeiten. Fünf Menschen sitzen in unserm Abteil zusammen. Männer aus den verschiedensten Berufen ganz ver­schiedenen Alters, aber es glbt nur ein Thema, das sie alle beschäftigt: das große neue Deutschland. Die wenigen Tage, die seit der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich vergingen, sind eine zu kurze Zeit, als daß man sich schon wieder mit den kleinen Dingen des All­tags befassen könnte, wenn man stundenlang zu­sammensitzt. Es ist verständlich, daß die Bewohner des oberschlesischen Grenzgebiets, aus dem wir kom­men, besonders innigen Anteil an der jüngsten Ent­wicklung genommen haben, denn fast alle von ihnen haben Verwandte und Freunde jenseits der Grenzen.

Sieben Stunden ist der O-Zug durch deutsches Land' gerollt, sieben Stunden hindurch zogen an den Fenstern saubere Häuser, wohlbestellte Äecker, rau­chende Schlote/ gepflegte Straßen und blühende Städte vorüber. Es ist nur ein kleiner, ein winzig kleiner Ausschnitt aus dem herrlichen deutschen Reich, das heute um ein fruchtbares schönes Land mit 6,5 Millionen deutscher Menschen reicher ge­worden ist, Es ist ein beglückendes Ge­fühl, als Deutscher ^>urch Deutschland zu reisen! Ein beglückendes Gefühl, das sich paart mit der Dankbarkeit für den Mann, der die­ses Reich schuf, einen Traum von Jahrhunderten Wirklichkeit werden ließ.

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Durch die Heimkehr Oesterreichs ins Reich wird die seit 16 Jahren im Bau befindliche Grotz- schiffahrtsstraße Rhein-Main-Donau zu einem Wasserweg, der das Reich vom äußersten Westen bis zum äußersten Osten durchzieht. Mit diesem direkten Wasserweg von dem industriellen Rheinland nach dem Donauwirtschaftsraum wird die Nordsee mit dem Schwarzen Meer verbunden. Der Gedanke dieser großen Wasserstraße ist schon alt, 1922 wurde mit dem Bau des Kachlet- werkes bei Passau, des größten Wasserwerkes des ganzen Unternehmens, ein Anfang gemacht. Während des Krieges war die Großschiffahrtsstraße bis Aschaffenburg vorgetrieben roorben. 1927 begannen dann die Arbeiten der M a i n - kanalisierung oberhalb Aschaffenburgs auf dem Abschnitt bis Lengfurt. Sieben Stau­stufen wurden errichtet. Von dem zweiten größeren Abschnitt LengfurtBeilngries ^wurde zunächst die Teilstrecke bis Würzburg in Angriff genom­men. Sechs Staustufen waren erforderlich. Bis zum Sommer 1938 wird Würzburg an die Großschiff­fahrtsstraße angeschlossen sein und die Fortführung bis Nürnberg beschleunigt.

Die Großschiffahrtsstraße benutzt von Mainz über Frankfurt a. M. Aschaffenburg Würzburg bis

Bamberg den Main, von Bamberg über Nürn­berg bis Beilngries eine Kanal st recke, von Beilngries bis Kehlheim die Altmühl und von Kehlheim ab die Donau über Regensburg, Passau, Linz, Wien bis Preßburg. Bei Preßburg verläßt die Großschiffahrtsstraße deutsches Gebiet und wendet sich über Budapest südlich weiter über Belgrad und Braila zum Schwarzen Meer. Den größten Umschlag hat der Mainhafen in Frankfurt a. M., der mit 2 920 299 Tonnen die Dreimillionengrenze erreicht hat (gegen 2119 862 Tonnen im Jahre 1935). Regensburg und Passau hatten vor dem Kriege einen Umschlag von 363 OOO Tonnen, der 1937 auf 1 Million Ton­nen angewachsen ist. Linz konnte feinen, Umschlag in der Vergleichszeit verdoppeln (150 000 Tonnen), während Wien von seinem Vorkriegsumschlag in Höhe von 1,75 Millionen bisher etwa erst 1 Mil­lion zurückgewonnen hat. Auf her Bergfahrt wurde bisher über Wien überwiegend Kohle befördert^ auf der Talfahrt hauptsächlich Getreide, Holz und Steine. Der beschleunigte Ausbau der Rhein-Main- Donau-Verbindung ist, wie Generalfeldmarschall Göring in seiner Wiener Rede ausführte, eine der wichtigsten Aufgaben zum Anschluß der österreichi­schen Wirtschaft an das Reich.

Reichsminister Dr. Frank sprach in Kiel.

Die Stadt der deutschen Kriegsmarine gelobt sich dem Führer.

Kiel, 30. März. (DNB.) Reicksminister Dr. Frank sprach in der größten Versammlungshalle der Nordmark, der Kieler Nord-Ostsee-Halle. Schon um 18 Uhr begann die Bevölkerung Kiels, der Stadt der Kriegsmarine und der großen Werften, in immer größeren Scharen zur Kundgebungsstätte zu strömen. Noch vor 5% Jahren war der Kieler Hafen verödet. Äe großen Kräne und Hellinge der Werften wurden vom Rost zernagt. Heute grüßen den Besucher die schmucken Schiffe der wiedererstan­denen deutschen Flotte. An den Quais liegen große Handelsschiffe und auf den Werften dröhnt und klingt das Lied der Arbeit. 1932 waren 31 000 Er­werbslose in Kiel vorhanden, heute haben darüber hinaus noch fast 10 000 Facharbeiter von auswärts in der Kriegsmarinestadt Arbeit und Brot gefunden. Auch auf allen anderen Gebieten ist ein unauf­haltsamer Aufschwung seit der Machtüber­nahme zu verzeichnen. In der Viertel-Millionen- Stadt wurden in den letzten Jahren, allein rund 8000 Wohnungen neu erstellt. Großzügige Straßen­bauten wurden durchgeführt und auch als kultureller Mittelpunkt der Nordmark gewann Kiel neue Be­deutung.

Brausender Jubel der 15 000 Kieler Volksgenos­sen- die die Nord-Ostsee-Halle bis auf den letzten Platz füllten, begrüßte Reichsminister Dr. Frank, als er das Wort nahm. Die Geschichte hatte es uns gelehrt, so sagte er, daß man die Freiheit eines Volkes nicht erbetteln und nicht erhandeln oder durch Pakte und Demütigungsbeteuerungen erkau­fen kann, sondern daß man sie erkämpfen muß mit Treue, Energie und Opfermut. Ein Opfergang ohne­gleichen war wahrhaft der Weg der NSDAP, zur Macht, aus einer kleinen Gruppe heraus aber er­stand die gigantische Bewegung, Und der Sieg des Nationalsozialismus war die Bestätigung der inner­lichen Gesundheit des deutschen Volkes. Aus der Tiefe unseres völkischen Lebens erstand der über­zeugende Glaube, daß der Herrgott uns d e n F ü h - r e r sandte, auf daß das deutsche Volk nicht unter- gehe. Der deutsche Staat wurde wieder eine Ein­heit unter einheitlichem Regierungswollen auf der Grundlage des gesicherten deutschen Blutes, oeut- schen Bodens und der deutschen Arbeitskraft. Zum |

Schutz der deutschen Rasse haben wir die Nürn­berger Gesetze geschaffen und wir können uns in diesem Punkt auf keinen Handel einlassen: Der Blutkern unserer Nation ist das hei­lt gste Gut, das wir übernommen und in die Zukunft zu überbringen haben. Wir haben-das Rasseproblem gelöst, indem wir klare und eherne Gesetze errichteten.

Während der Führer im Inneren das Volk einte und zur Versöhnung jedem die Hand bot, der be­reit war, am deutschen Aufbauwerk mitzuarbeiten.

Oer Führer:

Der deutsche Arbeiter wird nicht übersehen, daß an der Spitze des Reiches heute ein 2Hann steht, der noch vor kaum 2 5 Jahren felbst Arbeiter war, daß ehemalige Land- und Indu­striearbeiter heute in zahllosen führenden Stellen unten und in zahlreichen höchsten Stellen oben tätig sind, und zwar bis zu Reichsstatlhattern." Aus der Rede des Führers auf dem Schluhkongreß, Nürnberg 1936.

während das Reich emporstieg zu Macht und Größe, mußte ez erleben, daß in seiner Heimat das Bekenntnis zum Deutschtum einen strafbaren Tat­bestand darstellte und eine Clique von politischen Hasardeuren, deren brutale Gewalt sich gründete auf die Unterstützung fremdländischer Staaten, un­sere Brüder in Oesterreich mit den gemeinsten Mit­teln terrorisierte. In grenzenloser Großzügigkeit gab Adolf Hitler als erkorener Führer des wiederer­starkten mächtigen deutschen Volkes zur Versöhnung die Hand einem Manne, der weder vom Vertrauen des österreichischen Volkes getragen war, r^ck sonst ein Recht hatte, sich als Repräsentant dieses Volkes zu bezeichnen. Die Antwort auf die Dersöhnungs- bereitschaft des Führers und feine Friedensliebe war gemeiner Verrat und Betrug. Als Retter feiner

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