das war auch die Voraussetzung für den wirtschaftlichen Wiederaufstieg. Die stürmische Zustimmung, die dem Führer immer wieder aus begeistertem Her- zem entgegenklinat, beweist, daß sich auch das rheinische Volk mit seinem Führer eins weiß und mit ihm fühlt. Sie alle wissen es, der.ärmste Eifelbauer wie der Winzer an der Mosel, Rhein und Ahr, der Landmann der niederrheinischen Tiefebene und des Westfalenlandes, der Schiffer auf dem Rhein, die Männer in Hütte und Schacht im rheinisch-westfälischen Industriegebiet, sie alle lebten hoffnungslos und ohne Glauben an eine bessere Zukunft dahin; sie alle danken in dieser Stunde ihrem Führer, der ihnen neuen Glauben und Lebensinhalt, der ihnen Freiheit und Ehre,.Brot und Arbeit Wiedergabe und weithin hallt wie ein Freudenhymnus ein einziger Jubelschrei, als der Führer von dem schönsten und größten Strom des Reiches als dem Symbol deutscher Kraft und Einigkeit spricht. Einem Gelöbnis gleich klingt die jubelnde Zustimmung der Menge, als der Führer die Notwendigkeit des Einsatzes der ganzen geballten Kraft der Nation, der Mitarbeit der Millionenmassen des Volkes für die Lösung der gewaltigen Probleme unserer Zeit betonte. Unermeßlicher Jubel .unb begeisterte Zustimmung sind die Antwort auf die Frage des Führers: Ist es nicht herrlich, in einer solchen Zeit zu leben, mit Hingabe der Idee des Nationalsozialismus zu dienen?"
Zum Schluß wendet sich der Führer dem Zusammenschluß Deutschlands und Oesterreichs zu. Alle springen wie ein Mann von der Sitzen, als der Führer die Befreiung der Volksgenossen in Oesterreich mit hinreißenden Worten schildert. Der Nationalsozialismus habe, so schließt er unter dem nicht endenwollenden Jubel der Massen in drei Tagen Weltgeschichte g e m a ch t und erreicht, was früher in vielen Jahrhunderten n i ch t m ö g l i ch war. Es sei die Aufgabe des deutschen Volkes, ihm nun am 10. April zu bestätigen, daß ermitRecht und zu Recht gehandelt habe, eine Aufforderung, die die stürmische Zustimmung der begeisterten Menge findet. Und als der Führer geendet hat, braust ihm ein orkanartiger Jubel entgegen.
Bauernhof Großdeutschland von ^-Oberführer Or. Richard Wagner, Landesbauernführer, Hessen-Nassau.
NSG. „Urstand der Nation", so nannte Generalfeldmarschall Hermann Göring bei seiner ersten Rede im befreiten Wien das Bauerntum, dem auch im österreichischen Teil des Reiches nun diese ehrende und zugleich verpflichtende Bezeichnung zukommen soll. Urstand, das heißt, der Stand, der seit Urzeiten da war^ und in Süddeutschland bezeichnet man mit diesen Worten auch die Auferstehung, das immer neue Werden. Grundlage und Entwicklung
Kunst und Volk gehören zusammen.
Or. Goebbels weist den Kulturschaffenden Oesterreichs den Weg in eine neue Zukunst.
Wien, 31. März. (DNB.) Zu allen Zeiten hat Wien unter den deutschen Städten als Kunststadt eine besondere Stellung eingenommen. Immer hat der Lebensraum des deutschen Oesterreich eine be- onders hohe Zahl geistiger und künstlerischer Kräfte hervorgebracht, die im deutschen Kulturleben von hervorragender Bedeutung gewesen sind. Mit großer Spannung erwarten darum die Wiener Künstler die Stunde, in der Reichsminister Dr. (Goebbels vor d.en Kunstschaffenden das Wort ergreifen sollte. Feierlich erklangen das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied, als^Dr. Goebbels in Begleitung des Reichsstatthalters Dr. Seyß - In - qu art, der Minister Wolff und Men ghi n, der Staatssekretäre Hanke und M ü h l m a n n, des Bürgermeisters Neub a che r und des Berliner Polizeipräsidenten Graf Helldorf erschien.
Dr. Goebbels spricht.
Ausgehend davon, daß sich in unserer Zeit eine eschichtliche Wende auch auf dem Gebiet des Geisteslebens vollzogen habe, zeigte Dr. Goebbels, daß sich auch der Künstler den politischen Geschehnissen gegenüber nicht gleichgültig verhalten könne. Er, der feine beste Kraft aus den tief-- sten Wurzeln des Volkstums schöpfe, könne gar nicht anders, als mit innerster Anteilnahme die revolutionäre Zielsetzung aller politischen und weltanschaulichen Begriffe und Verhältnisse mit zu erleben. Wenn die Kunst im Laufe der letzten 20 Jahre sowohl ihre Resonanz wie auch ihre materielle Grundlage verloren habe, so deswegen, weil die Künstler unter dem beherrschenden Einfluß destruktiver jüdischer Ideen sich vom Boden wayren Volkstums entfernt hätten. Unter dem Beifall aller Hörer betonte Dr. Goebbels, daß die ganz großen Künstler der Vergangenheit, ein Shakespeare, Goethe, Michelangelo und Leonardos da Vinci deshalb die Weltkünstler geworden sind, weil sie zugleich große Engläitder, Deutsche und Italiener waren.
Die revolutionäre Weltanschauung des Jtafio- nalsozialismus habe nicht die Absicht, Kunst zu befehlen oder Kunst zu machen, sondern sie bringe es gemäß dem in ihr lebenden Gesetz mit sich, daß alle deutschen Menschen unserer Gegenwart, nicht zuletzt aber auch die Künstler, um neue Beziehungen zur Vergangenheit und zu allen Dingen der Umwelt ringen müssen. Aus solchermaßen neugeslallelen Lebensgrundlagen werde sich
dasVolkwiederzurKun st zurückkehre, beschloß die Rede.
An dem immer wieder einsetzenden Beifall konnte man ermessen, wie sehr des Ministers klare Darstellung der Verquickung politischer Und künstlerischer Probleme, die so ganz dem künstlerischen Thema dieser Rede angemessen war, seine Hörer fesselte. So war bet zum Schluß hervorbrechende Beifall ein Ausdruck von Herzen kommenden Dankes für eine Blickweifung in eine bessere Zukunft, die alle künstlerisch schaffenden deutschen Menschen in Oesterreich seit Jahren ersehnt haben. Reichsstatthalter Dr. Seyß-Jnquart machte sich zum Dolmetsch für diese Gefühle.
zwangsläufig eine neue Kunst ergeben, die um so stärker fein werde, je tiefer sie in den neuen Lebensgrundlagen verwach sen sei.
Am Schluß seiner Ausführungen verwies der Minister auf die von ihm im Jahre 1933 aufgenommene Führung in der Kulturarbeit des Reiches, die damals nicht geringer Skepsis begegnet fei, auf deren Erfolg er heute aber mit Stolz zurückblicke. Ein leidenschaftlicher Appell an Oesterreichs Künstler, nun auch ihrerseits diesem Aufbau ihre ganze Kraft zu widmen, auf daß die Kun st dem Volke wiedergegeben werbe, damit auch
Dr.Goebbels begrüßt die Wiener Kanalbrigade
Reichsminister Dr. Goebbels stand während seines Besuches in Wien im Mittelpunkt begeisterter Kundgebungen. Beim Empfang im Rathaus wurden ihm auch die ältesten Kämpfer vorgestellt, der Stoßtrupp der Wiener Künalbrigade, der mitten im roten Magistrat Wiens einen zehnjährigen Kampf für Adolf Hitler führte. Links von ihm Staatssekretär Kühlmann und Reichsstatthalter Dr. Seyß-Jnquart. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
für die Nation, für Staat und Volk, ist somit das Bauerntum, und das große, oft zitierte Wort Adolf Hitlers, daß Deutschland ein Bauernreich sein muß, rückt wohlverstanden heute wieder besonders in das Gesichtsfeld, wo nach dem Abschluß der Epochen der Hohenstaufen und Hohenzollern nun auch der Schlußstrich unter das Kapitel „Habsbuxg" vom Griffel der Weltgeschichte gezogen ist.
Habsburg mußte vergehen, Großdeutschland ist erstanden, und auch Großdeutschland wird ein Bauernreich sein, nicht nur, weil jetzt wieder Millionen n?uer Bauernfäuste den vergrößerten Hof Deutschland bestellen helfen, sondern weil Geist und Wille, der unsere Stammesbrüder in der Ostmark durch die Jahrzehnte der Unterdrückung kämpfen und ausharren ließ, ein bäuerlicher Geist und ein bäuerlicher Wille war, der nun einmündet in den gleichen starken Geist und Willen des Nationalsozialismus, der alle Deutschen umfaßt und eint, und jetzt durch den Führer dieses größte der „deutschen Wunder" vollbracht hat.
Neuland gewinnen ist des Bauerntums höchste Vollendung, ein neues Volk gewinne n ohne Saat von Haß und ohne blutige Sensen, ist der Gipfel menschlicher Leistung auf Erden. Angesichts ihrer gilt kein Rechnen und Wägen, verstummen alle Bedenken kleinlicher Herzen, gibt es nur ein freudiges, heißes Bekennen der Zustimmung. Da ist es nicht nötig, daran zu erinnern, daß es dem Bauerntum im alten Reichsgebiet vor fünf Jahren noch genau fo schlecht ging wie dem Oesterreichs vor kurzem, da brauchen wir alle die bisher in so reichem Maße erkämpften Erfolgsziffern von der Wiederbefvuchtung und dem Gedeihen des Bauernhofs Deutschland, die Vervielfachungen der Produktionsmengen unb Arbeitsleistungen zur Sicherung der Ernährung nicht aufmarschieren zu lassen. Das deutsche Landvolk weiß, daß ihm über alle materielle Hilfestellung hinaus von Adolf Hitler wieder eine Gegenwart voll A r - beitsfreudigkeit und Lebensbejahung und eine Zukünft voll Verantwortung und Stolz gegeben wurde. Es ist nicht bäuerliche Art, an Dankespflicht zu erinnern, das ewige Gefühl des Rechtes, das zutieftt im bäuerlichen Herzen wohnt, lenkt in den großen Stunden des Lebens über allen Kleinkram des Tages hinweg stets feine Entschließungen.
Der 10. April bringt mit dem einmütigen Bekenntnis zu Adolf Hitl'er solch eine große Stunde, um die noch Kinder unb Kindeskinber unser Geschlecht beneiben werben. Großbeutschlanb soll ein wahrer Bauernhof fein: unteilbar, unveräußerlich unb ewig! Dein „Ia", beutscher Bauer, sichert ihm die Ewigkeit!
Uebergangeiregdung im Reiseverkehr mit Oesterreich.
Berlin, 30. März. (DNB.) Der Reichswirt- schaftsminister hat die b e v i s e n r e ch t l i ch e n Beschränkungen für den Reiseverkehr zwischen dem Lande Oesterreich unb dem übrigen Reich mit sofortiger Wirkung weitgehenbst aufgehoben. Im Interesse einer reibungslosen Ueberleitung in einen völlig freien Reiseverkehr ist zunächst eine lieber- g a n g s r e g e I u n g getroffen worben, die sobalb als möglich von einer völligen Aufhebung ber de- visenrechtlichen Beschränkungen abgelöst werden soll. Reichsmarknoten unb beutsche Scheidemünzen dürren bis zum Betrage von 300 RM. je Person unb Ka- lenbermonat (Freibetrag) ohne Genehmigung nach dem Lande Oesterreich mitgenommen werden. Der mitgenommene Betrag wird von den Zollbeamten in den Reisepaß eingetragen, lieber den Freibetrag hinaus können MER.-Hotelgutscheine sowie MER.- Gutscheine für Gesellschafts- und Pauschalreisen bis zu einem weiteren Betrage von 200 RM. ohne Genehmigung nach dem Lande Oesterreich verbracht werben. Die Devisenstellen können in brin- genben Fällen die Nachsendung von Reichsmark- noten unb beutschen 'Scheidemünzen in Wertbriefen
genehmigen. Für den kleinen Grenzverkehr ist ein Betrag bis zu 20 RM. in Reichsmarknoten und deutschen Scheidemünzen durch die bisherigen deutschen Grenzbewohner bei jedesmaligem Grenzübertritt zug^lasien. Die Mitnahme von Reichsmarknoten und deutschen Scheidemünzen ist nur über d ie bisherige deutsch - österrei- chische Grenze zulässig. Die paßrechtlichen Bor- chriften bleiben unberührt.
Generalfeldmarschall Göring in Klagenfurt.
Klagenfurt, 30. März. (DNB.) Generalfeldmarschall Göring traf in Klagenfurt ein. Auf einer Fahrt durch die Stadt bereitete ihm die Bevölkerung begeisterte Kundgebungen. Göring hatte eine Fahrt in Bleiberg unterbrochen, um dort Besichtigungen des Bergbaues durchzuführen. An Hand vyn Erzprbben ließ er sich über die Erzvorkommen in Kärnten unterrichten. Dabei gab er Anweisungen für die Intensivierung des Erzabbaues in Bleiberg. Anschließend besichtigte Goring auch die Bleihütte Geilitz und von Klagenfurt aus die in der Nähe gelegene Hollenburg, die einen beherrschenden Standort im ehemaligen Abwehrgebiet innehat. Um 19 Uhr sprach Göring bann in der Klagenfurter Ausstellungshalle in einer Kundgebung.
Die österreichische SA. kehrt heim.
Freilassing, 30.März. (DNB.) Stabschef Lutze besichtigte beim Bahnhof Freilassing die hier stationierten Abteilungen der ö st e r r e i ch i s ch e n Legion unb sprach von b£r Bebeutung bieses Augenblicks, da die Männer ber Legion in das befreite Oesterreich heimkehren dürften, weil sie sich ihren Glauben, die Treue zum Führer und zur nationalsozialistischen Weltanschauung bewahrt hätten. Ihre Aufgabe für die nächste Zukunft sei, daran mitzuarbeiten, daß am 10. April der übrigen Welt ber Beweis erbracht werbe, daß die Tat bes Führers ber Auffassung von 75 Millionen Deutschen entsprang. Nach bem 10. April hätten sie sich als weltanschauliche Soldaten des Führers zur Verfügung zu stellen für die Arbeit am großen deutschen Vaterland. — Am Donnerstag früh wird mit einer Autokolonne der Weg von Freilassing nach Salzburg angetreten. Dort wird auf bem Domplatz bie feierliche Uebergabe ber 15 alten Sturmfahnen ber Stanbarte 59 an biß Salzburger SA. erfolgen.
Regierungsumbildung im Fürstentum Liechtenstein.
Vaduz, 30. März. (DNB.) Jrn Landtag des Fürstentums Liechtenstein wurde auf Grund ber Vereinbarungen zwischen ben beiben politischen Parteien, ber fortschrittlichen Bürgerpartei unb ber Vaterlänbischen Union, eine Umbildung ber Regierung vorgenommen. Hierbei würbe der Vaterländischen Union als Mindeicheitspartei ein vermehrtes Mitsprachrecht eingeräumt. Die Regierung, deren Wahl einstimmig erfolgte, setzt sich nunmehr wie folgt zusammen: Regierungschef: Dr. Josef Hoop (bisher Bürgerpartei), Regierungschef- Stellvertreter: Dr. Alvis Vogt (neue Union), Ständiger Regierungsrat: Anton Frommelt (bisheriger Regierungschef-Stellvertreter, Bürgerpartei), Regierungsrat: Arnold Hoop-Eschen (neu Union), Regierungsrat-Stellvertreter: Jakob Schurte-Triesen (neu Bürgerpartei) und Eugen Meier-Mauren (neu Union). Im Anschluß an die Regierungsumbildung gab ber Landtag die Erklärung ab, an ber Selb - ftänbigfeit bes Fürstentums »und an ben b e - stehenden Staatsverträgen festznhal- t e n.
„Es muß schön sein, ein Deutscher zu fern.
O-Zug-Gespräche zwischen Beuthen und Dresden. -Wie das deutscheBolk denkt.
Von unserem auf eine Deuischlandreise entsandten Sonderberichterstatter Heinz Otto.
Dresden, im März 1938.
Es ist keineswegs immer nur eine Frage des persönlichen Geschmacks, ob man lange Strecken, die man,in der Eisenbahn zurückzulegen hat, gleich- ■ am im Schlafe des Nachts überwindet, oder mit offenen Augen am Tage. Eine kleine Panne des Kraftwagens, ber mich in Beuthen zum Nachtzug an die Bahn bringen sollte, zwang mich, die Nacht über in Beuthen zu bleiben. Ein harmloser Nagel, den irgend jemand auf der Landstraße zwischen
Wie geht's den Kindern?
Im Sommer haben sie Sonne, Luft unb Freiheit in Fülle, aber jetzt sehen sie boch etwas mitgenommen aus. Appetitlosigkeit, Mubigkeit und Blutarmut sinb bie beutlichen Merkmale der Stubenluft.
Geben Sie Ihren Kindern das blutbildende Bio- f er rin, damit sie kräftig unb wiberstanbsfähig werben.
Bioserrin ist in allen Apotheken erhältlich.
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Gleiwitz unb Beuthen, verloren hatte, ist also die eigentliche Ursache ber interessanten Fahrt gewesen, bie ich ganz unbeabsichtigt erlebte.
Zusammen mit einem Offizier bestieg ich in Beuthen den Frühzug, um über Breslau nach Dresden zu fahren. Das monotone Geräusch der rollenden Räder macht eigentlich nicht sonderlich gesprächig, aber als kurz hinter der Stadt Heydebreck rechts der Annaberg auftauchte, begann der mir gegenüber fitzende Offizier zu sprechen.
„Sehen Sie da drüben ben Annaberg unb das Denkmal ba drauf. Dort haben wir vor 17 Jahren im Feuer gelegen. Damals begann unser Kamps um Deutschland, ber jetzt durch die Tat des Führers am 12. März seine Krönung erfahren hat. Auf dem Annaberg werden wir am 22. Mai d.J. eine würdige Gedenkstätte einweihim, die für alle Zeiten die Erinnerung an jene blutigen Wochen vor 17 Jahren erhalten soll. In ber Nacht vom 2. zum 3. April werben die Gebeine von fünfzig unserer damals beim Sturm auf dem Annaberg gefallenen Kameradep, die jetzt noch auf den verschiedenen Dorffriedhöfen der Umgebung ruhen, von 500 Fackelträgern der SA. geleitet, zum Denkmal auf den Annaberg überführt und dort beigesetzt werden."
Lange Zeit schaut ber Offizier zum Fenster hinaus. Seine Augen gleiten über jebes Haus, jebe Bobenwelle um den Annabertz. „Das waren damals böse Tage. Wir haben hart gekämpft um unsere deutsche Erde, und doch wußten wir nie, ob uns bie bamalige deutsche Regierung nicht zu guterletzt boch noch in ben Rücken fallen würbe. Dieser niederbrückende Zustand hat uns Offiziere damals besonders gequält. Wir trugen schließlich die Verantwortung für unsere jungen Kameraden, die voll Begeisterung ihr Leben in die Schanze schlugen, um dieses Stück deutschen Bodens dem Deutschen Reich zu erhalten unb wußten boch nie, ob die Opfer, die diese Jungen brachten, nicht am Ende noch »ergebens fein würden. Denn was waren das damals für kümmerliche Vertreter in Berlin, die dort Politik machten und Regierung spielten."
Der Annaberg ist längst vorüber. Weiter rollt ber Zug nach Norden, vorbei an dem jungen Grün
ber Felber, vorüber an ben Schloten und Förder- türmen, bie noch vereinzelt rechts unb links von ber Bahn in ben Frühlingshimmel ragen. Unser x Gespräch wendet sich von ben Zetten einer schmachvollen Vergangenheit dem Heute zu. Wir unterhalten uns — wie es nicht anders sein kann — über die letzten Ereignisse, die Europa bewegten und uns Deutsche glücklich und stolz machten.
Ich kann von dem Einmarsch der deutschen Truppen in das Land Oe st erreich erzählen, ben ich in den ersten Vormittagsstunden des 12. März in Passau miterlebte. Ich kann berichten von ben erschütternden Szenen, die sich abspielten, als unsere Soldaten von der Bevölkerung Oesterreichs empfangen wurden. Wie die Männer ihr Ackergerät liegen ließen, in langen Sätzen zur Landstraße heruntereilten und hier ben Hut in den schwieligen Fäusten haltend standen Und sich ber Tränen nicht schämten, als die ersten Truppen in das Land vorrückten. Ich kann aus jenem kleinen Gasthaus bei Schärding berichten, in dem wir zusammen mit ben Dorfbewohnern die Proklamation des Führers höxten, während draußen vor den niedrigen Fenstern im Frühlingssonnenlicht deutsche Truppen hinter ber flatternben Regimentsfahne vorbeimarschierten.
Unser Abteil hat sich gefüllt. In Oppeln steigt noch ein alter Herr dazu, unb es dauert nicht lange, bis er sich an unserem Gespräch beteiligt. ,Zch beneide Sie, mein junger Freund, daß Sie bas alles miterleben konnten. Ich fahre jetzt nach Berlin, um einmal nur den Führer sehen zu können. Einmal will ich bem Mann in die Augen schauen dürfen, ber uns Deutsche wieder stolz gemacht hat, Deutsche zu sein. Was ist das für ein Mannl"
In Breslau verläßt ein Mitreisender, ber sich auf ber Fahrt bisher an unserem Gespräch nicht beteiligt hat, bas Abteil. Doch bevor er auf ben Gang bes O-Zug-Wagens hinaustritt, roenbet er sich noch einmal um unb sagt im gebrochenen Deutsch 3u uns allen: „E s mußschön sein, ein Deutscher zu sein!"
Wie lange ist es her, baß man uns Deutsche in ber Welt über die Schulter ansah? Wie lange ist es her, daß sich Deutsche draußen in fremden Ländern den würdelosen Männer schämen mußten, die auf den Sesseln der deutschen Regierung saßen, sich Minister nannten und am Ende boch nichts anderes waren, als die Konkursverwalter der deutschen Vermögenswerte, die von jenen skrupellosen Schwätzern an alle Welt verpfändet worden waren, um dem Volk mit geliehenem Geld eine Scheinblüte vortäuschen zu können? Sind wirklich erst' fünf Jahre seit jener Zeit vergangen, da in Deutschlands Städten der Bürgerkrieg fast täglich seine Blutopfer forderte?
Der v-Zug donnert vorüber an einer Ballste Ile ber Reichs autobahn. Die Arbeiter richten sich auf und winken mit lachenden Gesichtem dem Zuge zu. Die Arbeit» die hier geleistet wird, ist gewiß nicht leicht, und die Männer, die hier schaffen, können gewiß auch keine Reichtümer sammeln. Aber sie arbeiten wieder, und sie verdienen genug, um sich und ihre Familie anständig ernähren und kleiden zu können. Unb s i e wissen, wofür sie arbeiten. Sie haben teil an dem Aufbau, ber heute schon vorbildlich für alle Welt ist, und auf den unsere deutschen Brüder in Oesterreich Jahre hindurch voll Wehmut blickten. Es wird nicht lange mehr dauern, bann werden dort ebenso, wie überall im Reich, die Straßen des Führers das schone Land erschließen, dann werden dort glückliche Menschen mit schäften-'


