Aus der engeren Heimat
Aus -en Gießener Gerichtssälen
gebiet ,
lichen V . , , . ,
zu erkennen. Der Gesamtumsatz auf der einen Seite des Hauptbuches betrug in 1937 — 53,8 Millionen
Deutsches Rotes Kreuz Gießen
Ausbildungskursus und Vereidigung.
Apparate und Reparaturen ct Zentral-Rundfunk Bahnhofstr 58,imtlause Brinkmann
wie ihre Gebräuche heute noch fortleben. Im De« zember soll eine Familienkonferenz die Mitglieder und ihre Angehörigen in Hirzenhain vereinen.
O Gedern, 29. Noo. In der überfüllten Turnhalle sprach Pg. Müller aus Frankfurt. Er kennzeichnete den Weg des nationalsozialistischen Deutschland zur heutigen stolzen Großmacht. Es war eine Kundgebung, die nachhaltigen Eindruck machte.
Kreis Wetzlar.
£ Rodh eim a. d. Bieber, 30. Nov. Am 2. Dezember können Spenglermeister Konrad Ben. der und seine Ehesrau Elisabeth, geb. Kuhl, das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Herr und Frau Bender sind noch wohlauf. Herr Beider konnte bereits im April d. I. sein öOjähriges Geschäftsjubi- läum begehen. Dem Jubelpaar unsere herzlichen Glückwünsche.
T Waldgirmes, 25. Nov. Don heute ab wer- den die Holzfäller, vorerst 18 an der Zahl, durch das Postauto von Wetzlar morgens teils zum Morgenstern, teil weiter zum Forschaus Haina be- fördert und am Nachmittag dort wieder abgeholt. Dadurch haben sie täglich einen Fußweg von acht Kilometer gespart; die Gemeinde schasst zum Holz« fällen eine Motorsäge an. — Die Spar« und Darlehnskasse bekommt in diesen Tagen eine Kartoffeldämpfmaschine. Wenn sich das Anlagekapi- tal von 2400 Mark bei bis jetzt acht Silos hier vorerst nicht rentiert, so hofft man, wenn der Nutzen der Silos ein gesehen wird, daß hier und in dem benachbarten Dorlar noch viele gebaut werden. Die Bedienung der Maschine ist dem Dreschmaschinen« besitzer August Best übertragen worden.
Kurze Sportnotizen.
Der Termin-Kalender der deutschen Straßenrennzeit im kommenden Jahre sieht 122 reichsoffene Rennen für Amateure und 15 Wettbewerbe für Berufsfahrer vor.
Die Turnerinnen tragen den Entscheid dungskampf der vier Gruvpensieger zur Vereins-- Meisterschaft am 22.Z23. April 1939 in Heilbronn aus.
Die Etavpen «Einteilung der Groß« deutschland-Raorundfahrt 1939 ist jetzt herausgekom- men. Sie sieht vom 1. bis 24. Juni 20 Tagesstrecken mit insgesamt 5000 Kilometer und vier Ruhetage in Reichenberg, Wien, Stuttgart und Biefefeld vor.
Bei der Arbeit tödlich verunglückt.
* Hungen, 29.Nov. In dem Bergwerks- betrieb im benachbarten Treis-Horloff ereignete sich Montag abend ein schwerer Unglücks fall, dem leider ein blichendes Menschenleben zum Opfer fiel. Der 30 Jahre alte Arbeiter Karl Simon aus Berstadt kam bei der Arbeit so unglücklich mit dem Kopf unter die schwere Eisenklappe eines Abraumwagens, daß dem bedauernswerten Manne der Kovf zerdrückt wurde und der Tod auf der Stelle eintrat.
Sie plünderten Zigarettenautomaten
Lpd. Wetzlar, 29. Nov. Seit längerer Zeit führten zahlreiche Geschäftsleute Klage darüber, daß ihre Zigarettenautomaten während der Dunkelheit mit Hilfe von Messingscheibchen von unredlichen Elementen ausgeplündert wurden. Als Täter konnte die Polizei jetzt zwei 17 Jahre alte Burschen fest nehmen, die sich die Messingstücke in großer Zahl heimlich an ihrer Arbeitsstätte ongefertigt hätten.
Bezirlssparkosse Alsfeld.
△ Alsfeld, 25. Nov. Am gestrigen Donners- tag fand die diesjährige ordentliche Mitglieder- Versammlung der Bezirkssparkasse Alsfeld vom Geschäftsjahr 1937 (102. Geschäftsjahr) im Hotel „Deutsches Haus" statt.
Nach Begrüßungsworten des Sparkassenleiters, Direktor Trips, erstattete der Rechner und stellvertretende Direktor Krieger den Geschäfts
gutem Besuch ab. Der Ehor hat einen neuen Dirk aenten, Willy Mey (Heldenbergen), der die Lei« stungen des Chors auf der alten beachtlichen Höhe gehalten hat. Die ansprechenden, z. T. sehr schwieri« gen Chöre fanden aroßen Beifall. Ein Windecker Sanger, Fr. Harten feiler, sang mit seiner schönen vollen Baritonstimme mehrere Lieder, Dirigent M e y spielte einige Klavierstücke. Das Konzert war für den Verein ein schöner Erfolg. Tanz schloß sich an. — Ein Derbindungs-Treppenweg wird ebm zwischen dem Hohenwiesenweg und der Bahnhofstraße zwischen dem früheren Hochbauamt und der Billa von Frau Dr. Rausch hergestellt und damit eine nahe Verbindung mit dem neuen Bauviertel um das Krankenhaus und der Karl-Weber-Straße geschaffen.
O Hirzenhain, 29.Noo. Im Gasthaus von Schmerle hiell der NSLB. - Bezirk Orten- berg-Wenings feine Monatstagung ab. Ein Vortrag über „Deutsches Brauchtum" führte in die Sitte nkunde unserer Vorfahren ein und zeigte.
Im Verlaufe des Kurses sprachen ilo. Ober-Med.- Rat Prof. Dr. K l i e w e über „Praktische Hygiene und Grundzüge der Seuchenbekämpfung , Dr. med. Gros über „Gas und Luftschutz", Med.-Rat Dr. med. Zinßer (Butzbach) über „Deutsche Erbpflege, Rassen, und Bevölkerungspolitik, und Gesetze der Gesundheitsführung im Dritten Reich", Kreis- amtsleiter Frank über „Mitarbeit an den Aufgaben der NSV.", während sich die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau W r e d e „Die Frauenarbeit im nationalsozialistischen Deutschland" als Thema gestellt hatte. Alle Vorlläge wurden mit großem Interesse ausgenommen.
Der Samstagabend vereinigte die Kursusteilneh- merinnen mit den übrigen Mitgliedern der Bereit- schäft (W) zu einem Kameradschaftsabend im Saale der „Stadt Wetzlar", in dessen Verlauf die feierliche Vereidigung der 6 Helferinnen und 11 Anwärterinnen durch die DRK.-Haupt- und Bereitschaftsführe- rin Freiin von Nordeck zur Rabenau vorgenommen wurde, nachdem vorher DRK.-Felüfüh- rer Kratz die Anwärterinnen noch einmal mit Satzung und Dienstvorschrift des DRK. bekannt gemacht hatte.
Am Schlüsse des Lehrgangs ermahnte die DRK.- Vereitschaftsleiterin, DRK.-Hauptführerin E. Giese, die Teilnehmer zur eifrigen Weiterarbeit im Sinne des Deutschen Roten Kreuzes und zum Wohle von Volk und Vaterland. Mit dem Gruß an den Führer wurde der Lehrgang geschlossen, der für alle eine wertvolle Bereicherung bedeutete.
nächst das finanzielle Ergebnis des Scheiben- und Preisschießens mit und sprach dann davon, daß alle aus dem aktiven Wehrdienst zurückgekehrten Soldaten im NS.-Reichskriegerbunü erfaßt werden sollten. Der Kreiskriegertag in Lich am 4. Dezember wird von der Lollarer Kameradschaft durch die Führerschaft besucht. Im Verlaufe des Abends wurde noch über den bevorstehenden Unterhaltungsabend am 21. Januar gesprochen. Zum Schluß wurde auf der neuangelegten Schießanlage dem Schießsport ge- huldigt und gute Leistungen erziell.
# Mainzlar, 29.Nov. Die NSG. »Kraft durch Freude" veranstallete im Saale von Müller einen Volksbildungsabend. KdF.-Orts- wart Karl Bolte eröffnete die Veranstaltung. Der Gesangverein Mainzlar sang einleitend ein Lied. Museumsdirektor Dr. Krüger aus Gießen hielt sodann einen interessanten Vortrag über Hesiens Vorgeschichte. Der Vortrag fand durch Lichtbilder und durch mitgebrachte historische und prähistorische Funde eine Ergänzung, die seyr zum Verständnis beitrug. An den Vortrag schloß sich eine rege Aussprache an. Unser Mitbürger Heinrich Hormann legte im Verlaufe des Abends ein Steinbeil vor, das er vor einiger Zeit fand und das den ersten derartigen Fund von Mainzlar darstellte. DAF.-Orts- obmann Ernst Schlapp schloß den anregenden Abend.
△ Beuern, 28. Nov. Unter Leitung des Bei- geordneten Schreinermeister Arnold fand hier eine gut besuchte Gemeindeversammlung stall, in der insbesondere über die Holzhauerei gesprochen wurde. Da sich bisher noch kein Holzhauer gemeldet hatte, wurden die Landwirte aufgefordert, sich für diese Arbeiten zur Verfügung zu stellen. Forster Keil gab einige Erläuterungen und die Löhne bekannt. Es wurde eine Rotte zusammen- gestellt. Da einige Bauern mit der Feldarbeit noch zurück sind, haben sie sich bereit erklärt, später mit der Holzhauerarbeit anzufangen. Im weiteren Verlaufe sprach der Beigeordnete noch über einige Bauvorhaben der Gemeinde. Es soll ein NSV. - Kin - dergarten geschaffen und ein HI.-Heim gebaut werden. Auch der Bau eines Rathauses ist vorgesehen. — Bei der Altmaterialsammlung der hiesigen S A. wurden 67 Zentner Eisen, 6 .Rentner Altpapier und 2 Zentner Zinn und Blei aufgebracht. — Für das Winter Hilfswerk wurden in unserem Dorfe 190 Zentner Kartoffeln abgeliefert und von Pferdebesitzern unentgettlich nach dem Bahnhof Reiskirchen gebracht.
I Burkhardsfelden, 28. Nov. Am Samstagabend fand hier eine Gemeindeversammlung statt, der auf Anordnung des Bürgermeisters als des örtlichen Luftschutzleiters aus jeder Familie ein Mitglied beizuwohnen hatte und die der Ausbildung der Bevölkerung im Luftschutz und der Vorbereitung der demnächst stattfindenden Luftschutzubungen dienen sollte. Nach Eröffnungsworten des Untergruppenführers des Reichsluftschutzbundes, Lehrer Gernandt, sprach der Führer der Gemeindegruppe Lollar, LS.-Führer Eberle, über Luftschutzbereitschaft und das Verhalten der Bevölkerung bei Luftangriffen. Seine Ausführungen fanden allgemein lebhaftes Interesse. Bürgermeister Keil unterstrich nochmals die Notwendigkeit der Ausbildung und forderte zu reger Mitarbeit auf. Mit dem Sieg-Hell auf den Führer schloß er dann dis Versammlung.
I Hausen, 29. Noo. Heute konnte Frau Marie Schäfer, geb. Dem, Witwe des im Jahre 1918 verstorbenen Kaspar Schäfer, chren achtzigsten Geburtstag feiern. Frau Schäfer erfreut sich noch guter körperlicher und geistiger Frische. Die Jubilarin hat neun Kindern das Leben geschenkt, von denen eine Tochter gestorben und ein Sohn im Weltkrieg aefallen ist. Von den sieben noch lebenden Kindern lebt ein Sohn in Trier. Alle anderen Kinder wohnen in Hausen. Zu diesem großen Familienkreis aesellen sich noch zwölf Enkel und ein Urenkel, so daß es viele Kinder und Kindeskinder sind, die an diesem Tage in froher Feier dem hoch- betagten Geburtstagskinde ihre Liebe und Dankbarkeit zeigen konnten.
* Garbenteich, 28. Noo. Gestern fand unter Leitung des Kreisschießwartes Hanf aus Gießen ein Ehrennadelschießen innerhalb der Kriegerkameradschaft stall. Sieben Kameraden haben die nicht sehr leichten Bedingungen erfüllt und somit die Auszeichnung der bronzenen Nadel erhalten; an der Spitze der Kameradschaftsführer.
OO Eberstadt, 29. Noo. Im benachbarten Klosterwald haben in diesen Tagen die Holzhauer chre Arbeit begonnen. Insgesamt sind nur 13 Mann, meist Kleinbauern, beschäftigt, während in früheren Jahren bedeutend mehr Holzhauer tätig waren. Der Einschlag beträgt über 1000 Festmeter. — In unserer Gemarkung wurden die Obstbäume mit Leimringen versehen. Wie notwendig diese Maßnahme ist, geht daraus hervor, daß an den Leimringen schon zahlreiche Schädlinge, insbesondere Frostspanner. festzustellen find. —
Große Strafkammer Gießen.
In den Abendstunden des gestrigen Tages ging die Verhandlung gegen die Eheleute V. aus Friedberg zu Ende. Am Bormittag wurde zunächst nach Wiedereröffnuna der Beweisaufnahme noch ein Zeuge gehört. Anschließend hielten die beiden Verteidiger ihre Plädoyers. Nach längeren Ausführungen beantragten sie die Frelsprechuna ihrer Mandanten Sie vertraten die Auffasiung, daß eine Zahlungseinstellung nicht vorgelegen habe. Außerdem hätten die beiden Angeklagten auch nicht in Gläu- bigerbenackteiligungsabsicht gehandell. Der Nach- weis des subjektiven Unrechtselementes sei erforderlich, um eine Bestrafung aus § 239 Konkursord- nung (betrügerischer Bankrott) herleiten zu können.
In der Nachmittagssitzuna fällte die Große Strafkammer folgendes UrteU: Der Angeklagte Ehemann V. wird wegen betrügerischen Bankrotts (§§ 239 I, Ziff-1, 239 II KO.) zu 9 Monaten Gefängnis, die Ehefrau V. wegen des gleichen Deliktes und wegen Gläubigerbegünsttgung (§ 241 KO.) zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Im übrigen wird das Verfahren eingestellt.
In seiner Urteilsbegründung slleifte der Vorsitzende nochmals den Werdegang der Angeklagten, die früher in Frankfurt a. M. eine Drogerie, dann in Mainz-Kaste! eine Lackfabrik betrieben. Während der Besatzungszeit verlegten die Angeklagten ihr Unternehmen nach Friedberg. Das Anwesen in Friedberg wurde zunächst zu je V, auf sie eingetragen. In der Folgezeit ging es den Angeklagten wegen der schlechten wirtschaftlichen Allgemeinlage nickt gut. Sie sahen sich gezwungen, öfters Kredit aufzunehmen. Am 28.4.1930 sei dann die Zahlungs- einstellung förmlich erklärt worden. Deraleichsoor- schlage, nach denen die Gläubiger zunächst mit 2V3 vH., dann mit 5 v.H. ausgezahlt werden sollten, seien gescheitert. Am 30. 1. 1931 sei der Konkurs- antrag gestellt worden. Am 14. Juli 1932 wurde das Konkursverfahren mangels Masse wieder eingestellt. Trotz der Konkurseinstellung habe die Zahlungs- einstelluna bis zur Uebertragung der Grundstücke fortbeftanben. Die Zahlungseinstellung sei jedenfalls für den Ehemann erwiesen. Dieser habe außerdem selbst betont, daß es ihm schlecht ergangen fei. Die Zahlungseinstellung habe aber auch bei der Mitangeklagten Ehefrau vorgelegen. Einmal habe auch sie große Schulden gehabt, weiterhin sei sie gleichfalls verklagt worden, und schließlich sei auch sie in die Zwangsversteigerung der Friedberger Grund- stücke verstrickt gewesen. Die Angeklagte habe, trotz- dem sie versucht habe, Geld zu lechen, keine flüssigen Mittel besessen. Es seien auf die Dauer keine Mittel in ihrem Besitz gewesen, um ihre Gläubiger zu befriedigen. Wie bei ihrem Ehemann, so habe auch bei chr die Zahlungseinstellung fortbestanden. Pfändungshandlungen in den Jahren 1933/34 bewiesen dies.
Die beiden Angeklagten seien sich auch, so betonte der Vorsitzende, ihrer Lage voll bewußt gewesen. Im Gegensatz zu den Ausführungen des Verteidigers war das Gericht der Auffassung, daß auch,
Durch die NSG. ,Krastdurch Freude" sand im Saale von Wehrmann ein Theaterabend statt, der vom Darmstädter Volksthe-ater bestritten wurde. Zur Ausführung gelangte ein dreiartiges Lustspiel „Der Schwarzarbeiter" von E. Nuß. Auch eine Kindervorstellung wurde abgehatten, in der das Märchenspiel „Schneewittchen" gezeigt wurde. Beide Vorstellungen waren fehr gut besucht. Die Darsteller ernteten großen Beifall.
)) Lich, 28. Nov. Im vollbesetzten Steins Saal- bau veranstalteten die Volksschule urck die Privat- ymsikerschaft Lichs einen Haus- und Volks- musikadend, der schon am ,Zag der Hausmusik" stattfinden sollte, aus verschiedenen Gründen aber verlegt werden mußte. Rektor S a m e s begrüßte die zahlreichen Teilnehmer und betonte, daß die Hausmusik im kulturellen Leben des Dritten Reiches wieder den Platz einnehme, der ihr zustehe. In bunter Reihenfolge zeigten darauf Mädchen und Knaben chr Können am Klavier, auf der Violine, beim Blockflötenspiel und auf der Mundharmonika. Ungezwungen und frei trugen sie ihre Musikstücke vor. Umrahmt wurde die Veranstaltung durch Ge- fangsoorträge des Schulchors (Leitung: Lehrer Hinkel), des Frauenchores (Frl. Jäger), von Frau Wagner (Sovran) und Frl. Junker (Alt).
oo Langsdorf, 29. Nov. In den achtziger Jahren wanderten als hausierende Händler zwei Brüder aus dem südlichen Schwarzwald in unsere Gegend ein, Johannes und Bartholomäus Herrmann. Sie betrieben beide das Gewerbe, das den Schwarzwald weltberühmt gemacht hat, das durch Hauffs Märchen schon früh in die deutsche National- ßiteratur üoergegangen ist: sie waren Uhr- wacher. Während Bartholomäus sich weiter nach Norden wandte und in Kirtorf sich niederließ, wo er hochbetagt verstorben ist, blieb Johannes Herrmann bei uns seßhaft und gründete Hausstand und Geschäft. Aber frfjon im Alter von 38 Jahren raffte ihn oer Tod dahin. Seine Witwe blieb in unserer Gemeinde wohnen und erzog in großer Lebenstapferkeit ihre Kinder. Das Dorf stand ihr habet hilfreich zur Sette. Neulich hat nun die ehrwürdige Witwe Sophie, geb. Sonntag, ihr 8 0. Lebensjahr vollendet, geliebt und verehrt von ihren Kindern, aber auch hochgeachtet in der ganzen Ge- meirtbe. Das Haus, das sie im Laufe der Jahrzehnte erwerben konnte, heißt noch heute in Erinnerung an den aus dem Gebirge der Uhren eingewanderten Mann „Uhrmachers Haus", obwohl der Präger dieses Handwerks feit mehr als vier Jahrzehnte tot ist.
co Langsdorf, 29.Noo. Gestern nachmittag ereignete sich auf der Straße nach Lich, etwa 500 Meter vor unserem Dorfe, ein Unfall, ber leicht sehr ernst hätte ausgehen können. Ein junges Mädchen wurde durch ein von hinten kommendes Auto gestreift und zu Boden geworfen, obwohl es ganz rechts auf der Straße, fast auf dem Rafenftreifen ging. Das Mädchen konnte zwar den kurzen Weg ins Dorf zurücklegen, dann aber mußte es ins Krankenhaus nach Lich verbracht werden, da außer einigen Verletzungen am Kopf auch eine leichte Gehirnerschütterung eingetreten war.
Kreis Friedberg.
-- Butzbach, 25.Nov. Das hiesige Standesamt konnte erstmalig seit 1934 wieder die 100. Ge - b u r t vermerken. — In den letzten Tcwen wurden die K a r t o f s e l s p e n d e n für das Winterhttss- werk aus sämtlichen Dörfern der Umgegend am hiesigen Güterbahnhof verladen. Da die Kartoffelernte recht befriedigend ausgefallen ist, konnten stattliche Mengen ab geliefert werden.
Kreis Bübingen.
k Schotten, 29. Nov. Der Schottener Männerchor hielt am Samstagabend in der Turnhalle fein diesjähriges Winterkonzert bei
der Brand des Friedberger Anwesens nichts an der Jlliquität geändert habe, da die Gelder der Brand- Versicherung durch ihre Bestimmung für den Wiederaufbau bestimmt gewesen seien. Eine gleiche Verpflichtung habe auch für den größten Teil der Auszahlungssumme einer privaten Brandoerficherung bestanden. Belanglos für die vorliegende Frage sei weiterhin der Umstand, daß die Handwerker bei dem Wiederaufbau bezahlt worden wären. Nach einer Entscheidung des Reichsgerichts seien nicht einzelne Gläubiger für die Frage der Zahlungseinstellung maßgeblich, sondern lediglich die Glau- bigergesamcheit, und diese habe im Jahre 1934 nichts erhalten.
Bezüglich ber Abtretung der Grundschuld an den verstorbenen Gäubiger K. habe das Gericht Bedenken gehabt, ob wirklich eine Forderung bestand, da hierüber nichts in den Steuerakten stand, keine Zinsen gezahlt wurden und die Mittel des K. auch begrenzt waren. Angesichts des Eides der Zeugin K. müsse aber das Gericht davon ausgehen, daß eine Forderung (von 8000 Mark) bestand. Durch die Abtretung der Grunüschuld habe sich die Ehefrau V. einer ©läubigerbegünftigung schuldig gemacht. Es habe bei chr damals neben einer Zahlungseinstellung eine Zahlungsunfähigkeit Vorgelegen. Die Angeklagte fei sich ihrer Lage auch durchaus bewußt gewesen. U. a. habe damals ein Verfahren vor dem Amtsgericht Höchst gegen sie geschwebt. Die Frage, ob sich der angeklagte Ehemann V. bei diesem Delikt in der Form der Teilnahme schuldig gemacht habe, verneinte das Gericht. Es nahm hierbei zu feinen Gunsten an, und folgte insofern seiner Einlassung, daß er sich um die Eschborner Grundstücksangelegenheiten nicht gekümmert habe. Eine weitere Gläubigerbegünstigung sah das Gericht darin, daß die Angeklagte ihrem Sohne einen Nießbrauch an den Eschborner Grundstücken eingeräumt hatte. Auch zu dieser Zett seien keine liquiden Mittel vorhanden gewesen. Durch die Ucbertragung der Eschborner und der Friedberger Grundstücke am 10. 5. 35 an den Sohn hätten sich die beiden Anaeklagten im Sinne des § 239 schuldig gemacht. Durch diese llebertragung, die gegen gewisse Verpflichtungen des Sohnes stattfand, seien keine liquiden Gegenwerte in die Dermogensmasse geflossen Den Angeklagten sei auch damals chre Lage bewußt gewesen, Da Zwangsmaßnahmen ge* droht hätten.
Das Gericht betonte, daß es die strafbaren Handlungen als eine einheitliche Handlung ansehe. Gemäß gesetzlicher Vorschrift seien die Angeklagten aus § 239 der Konkursordnung zu bestrafen. Nach dieser Strafbestimmung hätte gegen die Angeklagten auf eine Zuchthausstrafe erkannt werden können. Man habe aber die feicherige Unbestrafcheit der Angeklagten als mildernden Umstand angesehen. (8 239, II KO.) Für die Höhe der Gefängnisstrafe sei aber wieder maßgeblich die Art des Vorgehens der Angeklagten gegen ihre Gläubiger. Diese hätten in gutem Glauben jenen zum Teil sogar chre Spm> groschen gegeben und stünden nun vor dyst Vicht/,
bericht für 193 7. Aus diesem ergab sich, daß das Geschäftsjahr 1937 wieder ein Jahr des Fortschritts gewesen ist. Der in dem engeren Heimat- 'zu verzeichnende Aufschwung de. wirtschaft- Lebens ist aus dem Geschäftsbericht deutlich
Am Samstag, 26., und am Sonntag, 27. November, wurde vom Deutschen Roten Kreuz, Kreisstelle Gießen ein Fortbttdungslehrgang für DRK.-Zua- und Gruppenführerinnen und Anwärterinnen durchgeführt.
Zu Beginn des Lehrgangs begrüßte der Kreisführer, DRK'Oberfeldführer Dr. Lotz die Teilneh- merinnen. Nach einleitenden Worten über die Bedeutung und die Stellung des DRK. im Reich wies er darauf hin, daß die großen Aufgaben, die dem Roten Kreuz im Kriege wie im Frieden zufallen, vor allem einen gut geschulten Führerstamm erfordern, und zwar gut geschult nicht nur auf fachlichem und praktischem Gebiet, sondern auch ausgerichtet auf geistigem Gebiet und in der geistigen Haltung zur Erreichung der hohen RI eie, die dem gesamten Deutschen Volke im Nationalsozialismus gesteckt sind. Ist auch das Deutsche Rote Kreuz, so führte Dr. Lotz aus, ein Glied des die ganze Erde umspannenden internationalen Roten Kreuzes als Helferin für den im Kampfe hilflos gewordenen Soldaten, so gilt doch unser höchster Einsatz dem deutschen Volke, dem zu dienen wir verpflichtet sind mit unserem ganzen Sein. Es ist eine schone Ausgabe, die uns zufallt und wir wollen diese Aufgabe erfüllen in der Pflege der Volksgemeinschaft, nicht abgeschlossen für uns, sondern in Gemeinschaft mit den Organisationen von Partei und Staat, nicht getrennt, sondern Brücken bauend.
Kreisführer Lotz dankte dann den Lehrkräften, die sich für den Kursus zur Verfügung gestellt hatten.
RM., in 1936 = 38,7. Millionen RM., in 1935 = 30,6 Millionen RM. und ist somit gegen das Vorjahr 1936 um rund 15 Millionen RAI. ge« K Infolge des erfreulichen Wirtschaftsauf- ges hat sich die Kapitalblldung tm Vergleich zu Den Vorjahren erheblich gesteigert. Dies kommt in dem fräftigen Ansteigen der Spareinlagen zum Ausdruck. Der Bestand Der Spareinlagen betrug zu Anfang Des Jahres 1937 6 862 585 RM., Der Bestand am Ende des Jahres 1937 — 7 693 026 RM. Die Zunahme betrug demnach in 1937 830 441 RM. Das Kleinfparwesen wurde weitgehend gefördert Durch Heimsparbüchsen wurden rund 6200 RM gespart In 61 Schulklassen wurden 17 575 RM. gesammelt Der Hypothekenbestand betrug Ende 1937 3 409 972 RM. Der Zinssatz von Hypocheken ist unverändert 5 o. H. geblieben. Die Liquidttat der Kaste ist recht günstig. Die allgemeine Liqurdität war um 417 000 RM. überschritten. Die Sparkasse war an 126 Verfahren der landwirtschaftlichen Entschuldung beteiligt, Die bis auf ein Verfahren abgeschlossen sind. Nach reichlichen Abschreibungen (rund 51 000 RM.) wirb ein Gewinn von 2285 RM. ausgemiefen, welcher der gesetzlichen Rücklage zugeschrieben wlrD. Der Zugang Der Spareinlagen im Jahre 1938 hält unvermindert an. Er beläuft sich bis heute auf rund 625 000 RM.
Anschließend sprach der Vorsitzende des hessischen Sparkassen- und Giroverbandes, Oberbürgermeister a.D. Rahn (Darmstadt), und gab seiner Anerkennung über Den günstigen Stand der Kaste Ausdruck. Kreisdirektor Dr. S ch ö n h a l s als Vertreter Der Aufsichtsbehörde bezeichnete in feigen Ausführungen Den Geschäftsbericht Des Jahres 1937 als recht zuftiedenftellend. Bei dem rein landwirtschaftlichen Eharakter Des Bezirks Der Sparkasse fei die Steigerung Des Umsatzes und ber Spareinlagen sehr beachtlich. Er gab dem Wunsche AusDruck, daß die günstige Entwicklung der Kaste wetter an« halten möge, und schloß mit Der Aufforderung, für den Gedanken Der Sparkaste zu werben im Hinblick aus Dessen große Bedeutung für Die Wirtschaft.
2lls neue MitglieDsgemeinDen wur- oen ausgenommen Hainbach, RülfenroD und Wahlen. Bei der Neuwahl Des Verwaltung s- t a t e s wurden die seitherigen Mitglieder Kreis- bauernführer Geiß (Vadenrod), Bürgermeister Wiegel (Ermenrod), Gutsbesitzer Junker (Grebenau) wieder und Ortsbauemführer Ludwig G a u b von Homberg neu auf vier Jahre ein- fttmmtg gewählt.
einem Schlußwort von Direktor Trips nut einem Appell an die Vertreter der Mitglieds- Ä-memden zum Einsatz für den Spargedanken, .^!er die Versammlung mit einem Treu- gelobnts für den Führer.
Landkreis Glesien.
Dollar, 29. 9too. Die biesi«- Kri-a-r- I",?""-bfchaft hielt eine Fübrer. und Beirats- «iprechung ab. Der Kameradschaft-führer teilte zu-


