Ausgabe 
30.11.1938
 
Einzelbild herunterladen

Jüdischer Sausbeffh.

er Her

Der KommaMeur der

achelin, Adjutant der

Rasseunterschie

Veterinärwiffenschast im Dienste der Rinderzucht

kleine Stu» mit fltoßem Ulin

(Nachdruck oerboten!)

44 Fortsetzung.

hier zu verleben.

Der Pförtner ist es gewohnt, daß Frau Direktor [oye Hartmann." ießdorff öfters Besuche empfängt, allerlei Leute (^n erstaunter,

efuche empfängt, allerlei Leute Geld. Man lernt so etwas mit

Meßdorfi

von Welt und mit

... fachmännisch ausgedrückt... in seiner Kleidung ftimmt zurück.Trotzdem habe ich Ihren Namen nickt die Gediegenheit erkennen läßt, die man bei Dft gehört. Von wem das hätte ich Ihnen gern

dis etn

als

tun ft schon we

Ähre Schlüssel, Frau Direktor Meßdorfs!" ver- beugt er sich.Uebrigens... die junge Dame dort wartet auf Sie."

Irene dreht sich schnell um.Welche Dame?

Aber ter Pförtner braucht nicht zu antworten, denn nun ist das junge Mädchen heran.

Verzeihen Sie die Störung, gnädige Frau, ich erwarte Sie seit heute vormittag. Ich heiße Char-

vor. Man kennt es im ganzen Haus, es ist der l, der zu einer Frau, wie es Irene paßt. Er steht ihr.

Seltsam! wundert sich der Pförtner. Da ist sie hoch! Warum spricht das Mädchen sie nicht an? Aha persönlich wahrscheinlich gar nicht bekannt. Werden dem kleinen Ding mal helfen.

_... erstaunter, höflich-abweisender Blick.

Ich habe Sie noch nie gesehen!" Irene ist ganz Zurückhaltung. Sie kann es um alle Welt nicht ' ' " Acker die

Geliebte Ihres Mannes gewesen und erwarte I Kind von ihm."

I Charlotte Hartmann sagt das ganz ruhig,

Roman von Kurt Riemann

Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa

Das klingt ja ganz bedrohlich. Aber wenn es Sie beruhigt, Fräulein ..

«... Hartmann. Charlotte Hartmann. Uni) vor allem nicht meinetwegen, sondern Ihretwegen ist es besser, wenn wir keine Zuhörer haben. Bei mir hat das Heimlichtun wenig Zweck.

,^Ich verstehe Sie immer weniger."

Sie werden mich gleich begreifen. Ich bin

Großer Zapfenstreich in Gießen

Abschiedsehrung für Generalleutnant Oßwald.

so ellig.

,Zut mir leid", bedeutet ter Pförtner achsel- zuckend, ,die Frau Direktor ist mit 'chrem Wagen fort... sie unternimmt häufig Autofahrten ... viel­leicht gedulden Sie sich noch eine Welle. Zu Mittag ist sie wohl mit Sicherheit zurück!"

Danke", sagt das junge Mädchen,ich werde warten."

Sie geht langsam in die Hotelhalle, setzt sich dort, läßt sich vom Kellner einen Kaffee bringen und liest scheinbar eine illustrierte Zeitschrift. Aber wenn der Pförtner ab und zu einen schnellen Blick auf sie wirft, erkennt er, daß sie nun noch immer das gleiche Heft durchblättert... sie liest nicht, sondern tut nur so.

Komisch, denkt er, die scheint ja allerhand auf dem Herzen zu haben! Hoffentlich gibt s keinen Skandal!

Da endlich rollt draußen das qrüne Kabriolett

Rundfunkprogramm

Donnerstag. 1. Dezember.

6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrich­ten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werk­pause. 9,40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Dolksliedsingen. 11.45: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mit­tagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10, Unterhaltungs- konzert: Französische Musik. 15: Für unsere Kinder. Eine lustige Spiel- und Singstunde. 16: Nachmittags­konzert. Das Mikrophon unterwegs. 18: Aus Arbeit und' Beruf. 18.30: Allerlei Volksmusik. 19-15: Tages­spiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.45: Aus der Jugendbewegung Wolf Hitlers. 20: Nachrichten. 20.15: Aus dem großen Saal des Saalbaus zu Frankfurt cuM.: Unser singendes, klingendes Frank­furt. 22: Nachrichten. 22.20: Unsere Kolonien:Deut­sche Jugend in Südwest". 22.30: Volks- und Unter- haltungsmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert.

ten Fenstern des SA.-Standarten-Dienstgebäutes verstärkt war, setzten die Trommelwirbel ein. die, von dem Musikkorps ausgenommen, in ter Marsch­musik endeten. Dann klang das Kommando zum Großen Zapfenstreich über ten Platz. Das Locken der Pfeifen und Trommeln setzte ein, und Fan­fare nstöße leiteten den feierlichen Augenblick em, in dem in dieser abendlichen Stunde die Soldaten ihren Helm zum Gebet ab nah men. Die Hymnen der Nation beschlosien ten Großen Zapfenstreich.

Der scheitende Divisionskommandeur General­leutnant Oßwald dankte ten Soldaten der 9. Division, besonders denen des I. R. 116 und der Artillerie-Abteilung, für die Ehre, die sie chm er­wiesen hacken. Er sagte ihnen, daß sie einen aus- gezeichneten Anmarsch und einen ebenso ausgezeich­neten Großen Zapfenstreich vorgeführt hacken, wie er chn selten so gut gehört und gesehen habe. Weiterhin gab er seiner Freude darüber Ausdruck, daß der auf Befehl des Infanterie sichrer s 9, Gene- ralmajor Hollidt (Siegen), ihm zu Ehren befoh- len« Zapfenstreich von den Beteiligten in vorblld- licher Weise die soldatische Haltung bewiesen habe, die die 9. Division auszeichne. Das dreifache Hurra" das Generalleutnant Oßwald cmf die 9. Dioison ausbrachte, fand starken Widerhall. Dann folgte der Vorbeimarsch vor dem scheitenden Dwi- sionskommanteur.

gebe es nichts Selbstverständlicheres aus Gottes haben Sie verfolgt, Fräulein Hartmann, als Sie weiter Erde. Niemand würde es chr anmerken, zu mir kamen?" .. .

. Das Mädchen tritt einen Schritt zurück und

in senkt die Augen. Aber dann fahrt ein Blick zu Irene, ter ist hart und. schneidet wie Stahl.

Ich komme nicht für mich. Aber das Kind wird sein Recht beanspruchen muffen. Ein Recht, das ihm sein Vater weigert."

Wie soll ich das vrstehen? Wußten Sie Mcht, daß Doktor Meßdorff verheiratet ist?"

welche Mühe es chr macht, die Haltung zu be­wahren, wie oft sie diesen mhaltfchweren Satz L. Gedanken aufgesagt hat. Niemand hätte acker auch die furchtbare Wirkung ihrer Worte vermutet.

Irene weicht zunächst vor chr zurück wie vor einem Gespenst. Sie streckt beide Hände gegen sie aus und flüstert mit erloschener Stimme immer wieder zwei Worte:Sie lügen Sie lügen!"

wendung eines entsprechenden Instruments und einer langen Spritze auf die zllr Fortpflanzung be- reitstehenden Rinder oder Kühe übertragen. Der von dem Vatertier entnommene Fortpflanzungsstoff hält sich einige Tage wirksam, so daß also ein ständiger Vorrat dieses Stoffes zur künstlichen Befruchtuna der Rinder und Kühe in der Deterinärklimk gehal­ten werden kann. Das Verfahren ist für beide Tiere völlig ungefährlich, und es ist vor allem auch ge­eignet, Infektionen und aichere Uebertragungen von Krankheiten zu verhüten.

Dor etwa vier Jahren wurde das Verfahren zum ersten Male an einer großen Zahl von Rindern und Kühen in Dutenhofen, Heuchelheim, Kinzenbach, Klein-Linden, Haufen und Annerod angewandt. Insgesamt wurden damals etwa 400 zur Fort­pflanzung bereite Rinder und Kühe durch die An­wendung der veterinärärztlichen Kunst auf diese Welse befruchtet. Das Ergeckms war so zufriedenstellend, daß dieses Verfahren immer mehr zur Anwendung gebracht wurde. Seitdem sind bis jetzt schon meh­rere tausend Rinder und Kühe in der gleichen Weise künstlich für die Fortpflanzung bereitgemacht wor- den. Die Erfolge des Verfahrens sind durchschnitt­lich mit 70 bis 80 v. H. positiver Ergebnisse als außerordentlich befriedigend anzuschen. Dieses Ver­fahren ist jetzt auch in Wallenrod zur Anwendung gebracht worden. t

Wie sehr diese künsüiche Befruchtung ter Rinder und Kühe auch die veterinärwissenschaMche Fach- well interessiert, ist daraus ersichtlich, daß Professor Dr. K üst als einziger deutscher Gelehrter auf dem Internationalen tierärztlichen Kongreß in Zürich im September dieses Jahres Ücker das von chm ent- wickelle Verfahren berichtet hat und weitere Refe­rate darüber auf dem Internationalen landwirt­schaftlichen Kongreß in Dresden und auf dem Internationalen Tierzüchter-Kongreß in Zürich tm nächsten Jahre erstatten soll.

seines Berichtes machte er darauf aufmerksam, daß im Winter die Entrümpelung und Lichtung ter Gartenckäume dur^geführt werden muß, da eine Revision in ter/nad)ften Zeit durch die zuständige Behörde dorgenommen wird. Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, daß anfangs Februar dm» Spritzung der Bäume erfolgen wird. Nähere An­weisungen darüber ergehen rechtzeitig.

In seinem Rückblick gab der Vereinsführer eine Fülle praktischer Anregungen zur Bekämpfung der in diesem Herbst sehr zahlreich aufgetretenen Bruten der Blatlläuse. Das vergangene Jahr brachte ein reiches Vorkommen von allerlei Obstbaumschäd- [Ingen. Neben ten Blattläusen trat besonders stark der Frostspanner auf. Als erprobtes Mittel gegen Obstfäulnis und Schorf empfahl er die Anwendung von Seifenstein und gab auch sonst zal)lreiche er­probte Hllfsmittel für den Kampf gegen die Obst­baumschädlinge an. Unter anderem machte er auch auf das Anlegen von Leimringen ausmerksam. Wei­terhin gab er eine Reihe praktischer Winke für die Obstbaumpflege im kommenden Jahr.

Aus Wallen rod (Kreis Lauterbach) wird gemeldet, daß Professor Dr. K ü st aus Gießen die Kunst der Veterinärwiffenschast für die Fortpflanzung der Rinderbestande oieses Dorfes eingesetzt hat.

Die seit Monaten in vielen Dörfern herrschende Maul- und Kladenseuche hat weitgehende Stall- sperren notwendig gemacht. Davon werden auch die Faselbullen betroffen, die in ihren Stallungen iso­liert werden, um Die Maul- und Klauenseuche nicht weiter um sich greifen zu lassen bzw. sie nach bester Möglichkeit einzudämmen. Diese Stallsperren haben empfindliche Rückwirkungen auf die Fortpflanzung der Rinderbestände, da natürlich ein großer Teil von Kälbergeburten ausfällt. Ferner wird auch die Milcherzeugung durch diese Entwicklung nachteilig beeinflußt, denn Rinder, die nicht kalben, sind selbstverständlich auch in ihrer Milchergiebigkeit un­genügend und gegenüber dem lldormalstand außer- ordentlich weit zurück. Um dieser schwerwiegenden Auswirkung der Maul- und Klauenseuche und der Stallsperren nach besten Kräften entgegenzuwirken, wird vielfach ein Verfahren angewandt, das von dem Direktor der ambulatorischen und geburtshUs- lichen Deterinärklinik der Universität Gießen, Pro­fessor Dr. K ü st, ausgearbeitet und seit einigen Jah­ren entwickell worden ist.

Die Meldung aus Wallenrod veranlaßte uns, Herrn Professor Dr. K ü ft um Auskunft über dieses Verfahren zu bitten. Seine Darlegungen sind w'.e folgt zusammenzufassen: Bei dem Verfahren han­delt es sich darum, ten von guten und gesunden Datertieren in den Bullenstallungen entnommenen Fortpflanzungsstoff sorgsam zu erfassen und zu ver­wenden. Man erfaßt chn durch ein geeignetes In­strument und sammelt chn in jedem emzelnen Falle in kleinen Gläschen. Diese werden bei entsprechen­der Temperatur in einem Kühlschrank aufbewahrt. Ihr Inhalt wird in verdünnter Form unter Ver-

in Ihrem Zimmer gesagt."

,Zst das so eilig?" runzelt Irene die Brauen. .Zch bin seit heute morgen unterwegs und mochte zum Mittagessen etwas frisch sein."

glaube nicht, daß Sie nach meinen Mit­teilungen noch großen Appetit verspüren werden." Die beiten Fauen sehen sich lange und prüfend an. Dann wendet sich Irene hastig. .Kommen Sie!" In ihrem Zimmer schickt Irene ihre Zofe unter einem Vorwand hinaus.

Nun reden Sie gefälligst! Ich bin gespannt." Sind wir auch allein?"

schnellem Blick abzuschätzen, wenn man seit fast _

zwanzig Jahren hinter dem Empfangsschalter steht. ausstehen, so überfallen zu werden. Drum ist er ein wenig erstaunt, daß dieses junge andere läßt nicht locker.

Mädchen nun schon zum drittenmal wiederkommt, I renne Sie auch erst seit diesem Augenblick dieses Mädchen, das zwar bildhübsch aussieht, aber | persönlich", gibt das Mädchen sehr ruhig und be-

rung des Hauptredners Pa. R ü h l e auf Anfang Ja­nuar 1939 verschoben.werden muß.

** Im Sudetenland verunglückt., Ober­poftinspektor Schneider aus Gießen, der für vor» übergehende Zeit zu Aufbau- und Organisationsdien- (ten ter Reichspost nach Troppau berufen worden war und dort seit etwa 14 Tagen Dienst tat, .verun­glückte bei einem Spaziergang, als er sich die ehe­maligen tschechischen Befestigungen ansehen wollte. Er stürzte von einem Bunker ab und zog sich habet nicht nur erhebliche innere Verletzungen, sondern auch einen Schädelbruch zu. Der bedauernswerte Verunglückte, der noch jetzt bewußtlos darnieder- liegt, wurde in das Krankenhaus nach Troppau gebracht.

nicht die Gediegenheit erkennen laßt, Die man vei Besuchern von Frau Irene Meßdorfs als selbstver­ständlich voraussetzen darf. Außerdem fragt die junge Dame innerhalb des Vormittags nun schon zum drittenmal an.Feine Leute" haben es nicht

Schon an den Toren ter Bergtaserne wurde der Zapfenstreich, ten die Garnison Gießen dem schei­tenden Stand ort ällesten gestern abend veranstaltete, von zahlreichen Volksgenossen erwartet. Voran das verstärkte Musikkorvs des Jnf.-Regts. 116 unter Stabsmusikmeister Krieg, marschierte die Truppe jum Landgraf-DHUipp-Platz, ter irofc ter nacht- lichen und herbstlich kühlen Stunde von dichten Volksmassen umlagert war.

Gegenüber dem Dienstgebäude der SA.-Stondarte erwarteten der Infanterie führe r 9, Generalmajor Hollidt (Siegen), ter scheidende Dwffwnskom- manteur Generalleutnant Oßwald, ter Hoheus- traqer des Kreises Wetterau, Kreisleiter Back- Haus, SA.-Brigadeführer Schwarz, zahlreiche Offiziere der alten Armee, an der Spitze General­major a. D. Mohr, der langjährige, Mitarbeiter des scheidenden Kommandeurs und frühere Stand­ortoffizier und jetzige Kommandeur des III. Balls. I. R. 116, Oberstleutnant Lange (Wetzlar), sowie die Offiziere des Standorts Gießen den Fackelzug, der um 23 Uhr eintraf. Der Kommandeur der Chrenformallon, Major B a ch e l i n, Adjutant der 9. Division, meldete dem Generalleutnant den Gro­ßen Zapfenstreich der 9. Division, dem ter General seinen Gruß entbot.

Dann verlöschte die elektrische Beleuchtung der ganzen Umgebung des Platzes, und beim Schein der Fackeln, der nur von einer Festbeleuchtung an

Aber darauf rft Charlotte schließlich gefaßt ge­wesen. Sie hat sich so eine Art Beweismatertal mit gebracht, ein paar kleine Amateuraufnahmen, auf denen man sie mit Meßdorff zusammensieht, einige Briefe.

Bitte!" Mit großer Sicherheit legt sie alles auf ten Tisch in ter Mitte des Raums.Und wenn Sie irgendein ärzüiches Attest hacken wollen, ich bin auch dazu bereit Nach der Geburt des Kindes im März kann ich Ihnen sogar mit einer Blut­probe aufwarten."

Da weicht Irene mit einem Aufschrei zuruck, daß das Mädchen entsetzt zu chr hinspringt Aber es bedarf chrer Hllfe nicht Irene Meßdorff gehört nicht zu den schwachen Frauen, wenn auch die Augen in unnatürlicher Starre glänzen sie bricht nicht .zusammen. Sie häll sich aufrechtWas sind Sie von Beruf, mein Fräulein?" fragt sie als erstes, und schon beginnt chr Verstand wieder zu arbeiten. Sie muß dieses Mädchen, das ein Kind von Meßdorff erwartet, irgendwie einordnen kön­nen. St« macht feinen schlechten Eindruck. Im Gegentell. Irene verbirgt sich's nicht, daß Char­lottes ganzes Wesen Jugend atmet, daß das Ge­sicht von eigenartiger Anziehungskraft ist, daß ihre Erscheinung eine biegsame, wundervoll proportio­nierte Figur verrät Oh, er bat schon Geschmack, der Herr Dr. Meßdorff. Man kann chn verstehen, daß chm dieses Mädchen nicht gleichgültig blieb.

,Hch war in einer Studienanstalt für künst­lerischen Tanz."

Sie sind es nicht mehr?"

Nein, man hat mich hinausgeworfen, als man erfuhr, daß ich ein Kind erwarte. Der Dienst jl't recht vielseitig und beansprucht mehr, als ter Kör­per in diesem Zustand herzugeben vermag. Der Institutsarzt hat die ersten Feststellungen gemacht." Und was soll nun geschehen? Welche Absicht

,Ias hat mich nie sehr interessiert", winkt das Mädchen ab,denn ich habe ihn geliebt. Ich liete ihn noch. Wer mehr als das alles gilt mir das Kind." , ,

Ja glauben Sie denn, daß ich mich von chm scheiden lasse? Um des Himmels willen, mein Kind, wie stellen Sie sich das vor? Doktor Meßdorff be- kleidet eine Stellung, die keinerlei Skandal ver- trägt Wer lassen Sie mich ausreten" winkt Irene ab, als sie bemerkt, daß Charlotte unter­brechen will, Sie sollen aller Sorge frei und ledig fein. Seit Jahren träume ich davon, ein Kind zu haben und Ihnen wirft es ter Himmel m ten Schoß! Sein Kind! Es soll bei mir aufwachsen, ich will ihm eine Mutter sein, wie Sie es nicht besser sein können."

Charlotte steht still und regungslos.

Leuchtet Ihnen nicht ein, daß das ter allerbeste Ausweg ist?" redet Irene, von chrem Einfall ge­packt, auf das stumme MÄielchen ein.Sie haben doch schließlich einen Beruf, eine Karriere.. - da kann das Kind Ihnen doch nur lästig fein! Bei mir Ober... ich würde es adoptieren... wurde es in aller Behaglichkeit aufwachsen... nichts wurde ihm fehlen... nichts ..."

...als die Mutter!" schneidet Charlotte das Ge, spräch ab.Nein, gnädige Frau, Sie haben mich gründlich mißverstanden. Karriere, Berus... Gott, was will das alles bedeuten gegen ein Kind! Ehe ich das Kleine, Ungeborene von mir ließe, ehe ich das heiligste Stück meines eigenen Ichs... Sie verstummt, als schäme sie sich der großen Worte, j-äufpert sich und fährt dann sachlich fort:Das kommt natürlich gar nicht in Frage. Mein Kind geht nicht eher von mir, ehe eins von uns beiden tot rft Ich bin auch nicht deswegen gekommen. Ich kam mir, um Sie um Ihre Hilft zu bitten.. *

(Fortsetzung folgt!)

Die Fachgruppe Haus- und Grundstückswesen der Deutschen Arbeitsfront gibt bekannt:

Es ist nicht tragbar, daß ter jüdische Hausbesitzer weiter noch in direktem Verkehr mit seinem arischen Mieter die Rechte als Hausbesitzer ausücktt Daher ergeht eine Anordnung, wonach tn allen Fällen, in denen der Jude als Hausbesitzer festgestellt wird und arische Mieter hat, die Verwaltuna tes An­wesens von einem durch die Deutsche Arbeitsfront zu ernennenden Hausverwatter zu erfolgen hat.

Der Begriff der Hausgemeinschaft, wie sie in jedem Hause zwischen dem Vermieter und dem Mie­ter bestehen soll und zu erstteben ist, erfordert, daß alle von demselben Geiste und denselben Zielen durchdrungen sind, wie sie von dem nationalsoziall- stischen Staate vertreten werden. Auch in der Haus­gemeinschaft können eigennützige Interessen der ein­zelnen keinen Bestand haben. Eine w a hre Hausgemeinschaft im Sinne dieses Denkens kann aber nur von gleichge­sinnte n deutsch denkenden Personen " ' 2 ''cher Ab st am-

t werden.

und Hausbew , mung gebildet und gepfle Sie ist mit Personen jüdi, , ..... gen des be stehenden

-..»..,-,.-ds schlechterdings un­möglich. Auch da, wo eine Hausgemeinschaft mit dem jüdischen Besitzer nicht besteht, war es seither nicht zu umgehen, mit dem jüdischen Hausbesitzer über die eine oder andere Maßnahme sich zu ver­ständigen, Mietabrechnungen und dergl. vorzuneh­men. Das alles kann heute im nationalsozialistischen Staat dem arischen Mieter nicht mehr zugennitet werden. Aus diesen Erwägungen heraus wird die angeführte Maßnahme der D2lF. notwendig.

führte, durch den ter Vorstand ermächtigt wirt), diese Mittel auf zweckmäßigem Wege zu beschaffen. Durch diesen Neuzugang von Pachtgelände verfügt der Verein über 73 Gärten, da an den neuen Der- trag die Bedingung geknüpft ist, daß die Mindest­größe eines Gartens 300 Quadratmeter betragen muß. Für die neu zu erstellenden 22 Gärten haben sich bereits mehrere Bewerber gefunden.

Im weiteren Verlauf der Versammlung gab der Vereinsführer einen Rückblick und einen Ausblick auf die Lage im Obstbau. Dabei stellte er besonders die Erfolge der Gemeinschaftsleistung des Vereins in den Vordergrund, der im abgelaufenen Jahre wieder für 130 Mitglieder an über 3000 Dbftbäume ohne Sträucher zu vorteilhaften Bedingungen Sprit­zungen gegen Schädlinge durchgeführt hat. Eingangs

Festabend

des Gesangvereins,/öeifcrfdP.

Aus Anlaß seines 60. Stiftungsfestes, das der Gesangverein .^eiterteii" bereits mit einem Ju­biläums konzert begangen hatte, fand am Samstag in der Turnhalle am OswaQsgarten ein Festabend für die Mitglieder und Ehrengäste statt, die m gro­ßer Zahl erschienen waren. Ausgewählle musikalische Darbietungen der Kapelle Nickel und zwei Chöre unter der Leitung des Dirigenten Musiklehrer Schüttler leiteten den Abend ein. Dann begrüßte Vereinsführer Uhr Han die Ehrengäste und die vielen Sängerkameraden mit ihren Angehörigen. Dabei erinnerte er an die Enfftehung der fetter- feit" aus den Rechen der städtischen Feuerwehr und zeigte ihre Erfolge in der Pflege des deuffchen Mannergesanges auf. Vor allem unterstrich er die Verdienste des auf dem Felde der Ehre gefallenen Dirigenten Lehrer Becker und führte auch die Mitarbeit terHeiterkeit" bei den verschiedenen An­lässen im Dienste der Allgemeinheit an. Den San­gern Albert Bill, Hermann Volz, Ernst Doll und Franz Rathenow überreichte der Verems- führet für 25jährige Mitaliedschäft eine Ehren­urkunde und dem Sänger Konrad Grau für 25- jährige aktive Betätigung die Ehrennadel unter gleichzeitiger Ernennung zum Ehrenmttglied. San- gerkreissührer Müller übermittelte der Reiter- Feit" die Glückwünsche des Sängerkreises Gießen und sprach dabei die Hoffnung aus, daß der Verein im Sinne seiner Gründer sich wetterhin so erfolg­reich betätigen möge wie seither. Für 40jährigen aktiven Dienst im Dienste des deuffchen Liedes über­reichte er dem Ehrenmitglied Franz Otto Die Ehrennadel tes Sängergaues Hessen und übermit­telte ihm die besten Glückwünsche zu dieser Aus­zeichnung. Den Höhepunkt des Abends bildete die Aufführung dreier Slnaspiele, die großen Anklang fanden. Vereinsführer Uhrhan konnte im Ver-

laufe des Abends noch einige Glückwunschschreiben

befanntgeben. Vereinsführer Willi Jung vom Ge- sangvereinHarmonie" Großen-Linden überbrachte die Glückwünsche und Grüße seiner Sänger. Eine Sammlung für das WHW. zeittgte einen schonen Erfolg. Am Schluß des harmonisch verlaufenen Abends faßte der stellvertretende Vereinsführer B r ü ck m a n n die Wünsche der «Sänger zusammen in einer Aufforderung an die Jugend, sich in ten Dienst des deutschen Liedes zu stellen. Dem Schirm- Herrn tes deutschen Liedes galt fein Treugelobms.

Mitgliederversammlung

des Obst- und Gartenbauvereins.

Der Obst- unb Gartenbauverein hielt am Sonn­tagnachmittag imBurghof" eine Mitgliederver­sammlung ab, in der Vereinsführer Junker Mit-

teilung über einen neuen Pachtvertrag tes Vereins mit ter Stadt zur Erlangung weiterer Kleingärten bekannt gab. Der Verein, der bereits 51 Gärten an der Lahn in Pacht hat, konnte einen langgehegten Wunsch verwirklichen. Nach Verhandlungen hat die Stadtverwaltung ein Gelände von annähernd 7000 Quadratmeter auf 12 Jahre bis 1950 in Pacht ge­geben, das aus einem guten, überwiegend schwar­zen Humusboden besteht und leicht erreichbar^ tfL Die Pachtbedingungen sind günstig. Das Gelände ist umgepflügt und kann bereite im Januar bebaut werden. Der Verein hat lediglich die Kosten für die Einfriedung aufzubringen, die mit etwa 1200 Mark veranschlagt werden. Für die Beschaffung dieser Mittel stehen dem Verein verschiedene Wege offen, so daß die Versammlung einen Beschluß herbei-

Während chres Dresdner Aufenthaltes wohnen Meßdorffs regelmäßig imEsplanade". Der Pfört­ner kennt die Herrschaften seit Jal)ren, Irene hat in Dresden zahlreiche Freunde und Bekannte, sie läßt sich's mcht neymen, stets einen Herbstmonot

** Arbeitsjubiläum. Das Küchenmädchen Frl. Elisodech Schmidt bei dssr Universitäts- !lugenklinik in Gießen, wohnhaft Friedrichstraße 18, eiert am 1. Dezember ihr 25jähriges Arbeitsjubi­läum. Frl. Schmidt erfreut sich bei Vorgesetzten und Gefolgschaftsmttglietem tes besten Ansehens.

Steuerkarten werden zugestellt! Die Stadtverwaltung gibt bekannt, daß die Steuer- karten für das Jahr 1939 sofort nach der- Ausferti­gung durch die Post zugestellt werden. Eine Vor- prache der Steuerpflichtigen bei der Steuerkarten- llusgackestelle ist zwecklos.

** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 18. bis 24.11. ein: gegen Kraftfahr« zeugsuhrer mit 3 Anzeigen und 3 gebührenxflichttgen Verwarnungen; gegen sonstige Fahrzeugfuhrer mit 1 Anzeige und 1 gebührenpflichtigen Verwarnung; gegen Radfahrer mit 1 Anzeige und 6 gebühren- pfllchtigen Verwarnungen.

** N S.- A l t d e r r e n b u n d. Der Ortsverbands- letter AH. Professor Bernhard teilt mit, daß die für Frettag, 2. Dezember, im Studentenhaus vor­gesehene Versammlung wegen dienstlicher Verbinde*