London, 29. Nov. (DNB.) Die sattsam bekannte deutschfeindliche „News Chronicle" bringt unter einer riesigen ganzseitigen Ueberschrift Eitler mobilisiert drei Armeekorps — 100 OOO Mann bis Samstag in der Nähe der tschechischen Grenze unter Waffen" ihre neueste Sensation. Das Blatt will aus verläßlicher Quelle erfahren haben, daß die geheime Mobilisation des VIII., XVII. und XIV. Armeekorps verfügt worden fei, um gegebenenfalls, wenn ein flagranter Zwischenfall an den Ostgrenzen der Tschecyo-Slowakei statt- sinde, die prodeutschen Elemente und die tschechoslowakische oder karpatho-ukrainische Regierung zu unterstützen. Das Blatt bringt dann dunkle Vermutungen über deutsche imperialistische Absichten im Osten.
Diese Sensationsmeldung wird vom „News Chronicle" auch noch kommentiert. Diese Absichten des Reiches, so wagt das Blatt zu schreiben, würden der Welt eine Warnunu sein, das die Nazis keinen Widerstand in ihrem Vormarsch längs der Donau zum Balkan und vielleicht sogar bis zum Euphrat dulden würden. Niemand werde doch glauben, daß die Ueberbleibsel der Tschecho- Slowakei nach diesen bevorstehenden Maßnahmen jemals wieder unabhängig vom Reich werden könnten.
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Diese neue Hetze des „News Chronicle", die Lügen über die angebliche Mobilisierung dreier deutscher Armeekorps, die mit zahlreichen scheinbar sachlichen Einzelangaben gebracht werden, steht auf einem Niveau mit den beiden bisherigen Höchstleistungen an gewissenloser Verleumdung durch dieses berüchtigte Blatt, mit der Meldung über die angebliche Landung von 20 000 Mann deutscher Soldaten in Marokko vom Januar 37 und mit der Meldung von der angeblichen Mobilmachung Deutschlands gegen die Tscheche! vom 21. Mai. Bekanntlich arbeitet der „News Chronicle", das einzige Blatt der Liberalen in London, das in einer Auflage von fast 1,4 Millionen erscheint, aufs engste mit jenen bolschewistisch ausgehaltenen Kreisen in Paris zusammen, die beispielsweise gerade jetzt durch Moskaus Angestellte im „Oeuvre", die für
Rotterdam, 29. Nov. (DNB.) Mit der äußerst fadenscheinigen Begründung, daß mit jüdisch- m a rx ist isch e n Demonstrationen (!) z u rechnen sei, hat der Bürgermeister von Rotterdam, O ud , das im Zuge der traditionellen Freundschaftsspiele für den 11. Dezember nach Rotterdam angesetzte Fußball-Länderspiel Deutschland — Holland verboten, obwohl der Königlich-Niederländische Fußballbund in Ueberein- stimmung mit dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen der Ueberzeugung war, daß die guten Beziehungen zwischen den beiden Nachbarvölkern und Verbänden die Durchführung dieses Spieles durchaus möglich machten und in diesem Sinne erneut beim Bürgermeister vorstellig wurde
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Das Verbot wirst ein grelles Licht auf den Grad der Verhetzung der öffentlichen Meinung in Holland. Schon fett Tagen hatte die jüdisch-marxistische Presse alles darangesetzt, das Spiel zu verhindern bzw. während des Spieles deutschfeindliche Kundgebungen zu provozieren. In seinem Verbot bezieht sich Bürgermeister Oud auf das holländische Gemeinde recht, das den Bürgermeistern die Möglichkeit bietet, öffentliche Veranstaltungen zu untersagen, falls Ruhe und Ordnung dadurch gefährdet werden könnten. Wenn Bürgermeister O-id sich nun veranlaßt gesehen hat, von diesem Recht Gebrauch zu machen, so bedeutet dies eineKapitulation vor den unverantwortlichen jüdisch- marxistischen Elementen, die nur das eine Ziel verfolgen, die Beziehungen zwischen Holland und Deutschland au schädigen. Dieses unverantwortliche Verhalten oes Bürgermeisters der größten holländischen Hafenstadt, die ihren Wohlstand zum größten Teil ihrem Umschlaghandel mit Deutschland verdankt, hat in sportlich denkenden Kreisen Hollands Empörung hervorgerufen. So erklärte der bekannte holländische Sportführer Lotsy als Vorstandsmitglied des Königlich-niederländischen Fußballbundes, daß er den Beschluß des Bürgermeisters aufrichtig bedauere. Als Vorstandsmitglied der FIFA., des Fußballweltverbandes, habe er bereits mehrere Länderkämpfe mitgemacht, die unter viel schwierigeren Verhältnissen durchgeführt worden eien und bei denen der sportliche Gedanke t e t s den Sieg davongetragen habe. Lotsy erinnert an den Länderkampf Frankreich — Deutschland, der am Tage nach der Verkündung der Wehrpflicht stattgefunden habe und völlig ruhig verlaufen sei. Dieser fairen Meinung des international geschätzten holländischen Sportführers ist nichts hinzuzufllgen.
Neue Hehlüge des „News Chronicle".
Sensation und Verleumdung um jeden Preis.
ihre krankhafte Lügenhaftigkeit bekannte Madame Tabouis, den frechen Schwindel von einer 300 000 Mann starken deutschen „Maulwurfsarmee" in die Welt fetzte. (Der alberne Ausdruck acht darauf zurück, daß die Deutschen nach den Phantasien dieser Dame einen — Tunnel unter der Maginot-Linie hindurch buddeln, um auf diese Weise einfach nach Frankreich marschieren zu können!)
Wir sollten meinen, die englische Regieruung, die sich in Münchep selbst an der Befriedung Europas im Zusammenhang mit der Tschechenkrise beteiligte, habe gerade von der Seite solcher ordinären Hetzblätter und Bolschewistenfreunde wie dem „News Chronicle" schon genug außen- und innenpolitische Schwierigkeiten gehabt, als daß sie nicht endlich mit dieser Sorte von demokratischer Pressefreiheit einmal Schluß machen könnte. Die englische Regierung wird sich nicht wundern dürfen, wenn sie durch die fortgesetzte und unbegrenzte Duldung solcher niederträchtigen Hetzmanöver gegen Deutschland selbst früher oder später in einen Verdacht gerät, der ihr gerade bei ihren bevorstehenden Bemühungen im Mittelmeerbereich sehr unerwünscht sein müßte.
Wir erinnern gegenüber dem obengenannten dritten Versuch des „News Chronicle", mit ausgesprochen sowjetrussischen Mitteln einen europäischen Krieg anzuzetteln, an die Worte, mit denen der Führer und Reichskanzler auf dem Nürnberger Kongreß am 12. September solche politischen Verbrecher brandmarkte. Er sprach dort von der „nie» derträchtigen Kampagne", die nur zu dem Zweck angezettett sei, einen großen Staat zu verdächtigen, ganz Europa zu alarmieren und notfalls in einen blutigen Krieg zu stürzen. Diese Kreise und ihre Hintermänner in Ost und West haben bei der Erledigung der Tschechenkrise sehr drastische Rückschläge erhalten und eine schwere Niederlage hinnehmen müssen. Der Führer hat jeden Zweifel daran beseitigt, als ob sich Deutschland fortgesetzt widerstandslos von solchen ausgehaltenen Kreaturen der politischen Unterwelt provozieren ließe. Man möge sich sagen lassen, daß Deutschland über alle Mittel verfügt, sich das politische Gesindel dieser Sorte vorn Leibe zu halten!
Aus Furcht vor den Luden.
Fußball-Länderspiel Deutschland — Holland abgesagt.
Mischer Meinungsterror.
, Jüdischer Hetzfilm holländischen Lichtspielhäusern aufgenötigt.
Amsterdam, 30. Nov. (DNB.) Wie weit die öffenttiche Meinung in den Niederlanden von jüdischem Terror beherrscht wird, wird durch neue Tatsachen unterstrichen. So ist es der jüdischen Agitation gelungen, für den 2. und 3. Dezember eine sogenannte „nationale Sammelaktion" für aus Deutschland ftam» mende Juden durchzubringen. Es ist bezeichnend, daß diese Sammlung auf Kosten der eigenen Wohl sah ri gehen wird, denn die zu diesem Zett- vunkt ursprünglich angesetzte Sammlung für bedürftige holländische Helden der S e e, die an Rettungstaten teilgenommen haben, wurde zu ihren Gunsten abgesagt (!). Man läßt also eine Sammlung für Vie „armen Juden" zu, obgleich Holland mit seinen fast 500 000 Arbeitslosen unsägliches Leid in seinen Grenzen beherbergt, dessen Linderung dem sozialen Sinn der holländischen Bevölkerung ein reiches Betätigungsfeld offen läßt.
Der jüdisch geleitete „Nederlandsche Biooscopbond", der Verband der niederländischen Lichtspieltheater- besitzet, hat an seine Mitglieder das Ansinnen gestellt, am 1. Dezember zu Gunsten der «Sammlung für die Juden auf die Tageseinnahme ihrer Lichtspielhäuser zu verzichten. Zur Unterstützung der Sammlung für die Juden hat der Verband einen Film Herstellen lassen, der eine grobe Fälschung darf teilt. Man hat einfach aus mehreren amerikanischen Filmen eine Reihe von Schreckensszenen ausgeschnitten und willkürlich zusammengestellt, die nunmehr dazu benutzt werden, die „Verfolgung" der Juden in den grellsten Tönen zu zeichnen. Das „Nationale Dag. blad" geißelt diese gemeinen Methoden der jüdischen Fälschung auf das schärfste und stellt fest, daß das niederländische Volk von den Juden bewußt verhetzt und beloaen wird. Darüber hin- aus prangert das Blatt die Erpressermethvdey der jüdischen Leitung des „Biooscopbond" an, die durch Boykottdrohung die niederländischen Lichtspieltheaterbesitzer ihren Hetzplänen gefügig zu machen sucht. Die meisten kleinen holländischen Theater- besitzer sind nämlich von den zu 90 v. H. jüdi chen Großverleihern und Großbesitzern, die im „Bioo cop- bonb" das bestimmende Wort haben, wirtschaftlich abhängig, und diese Abhängigkeit wird nun durch typisch jüdische Terrordrohungen in rigoroser Weise ausgenutzt.
wurde, daß nicht eine Vielzahl von angebrachten Fahnen, Bildern und Sprüchen die nationalsozia- listische Haltung eines Raumes bestimmt, sondern feine anständige künstlerische Gestaltung, so hat diese Forderung heute um so mehr Gültigkeit. Die vom Amt erstellten Musterbauten und die Arbeiten seiner beratenden Ingenieure und Vertrauensarchitek- ten, zu denen sich bald auch Dertrauenskünstter anderer Sparten gesellen werden, werden durch ihre Anschaulichkeit eine bestimmtere Aufklärungsarbeit leisten, als es durch theoretische Erörterungen möglich ist.
Mit der Inangriffnahme dieses Abschnittes der Arbeit hat das gesamte dem Amt „Schönheit der Arbeit" übertragene Aufgabengebiet eine endgültige Abrundung erfahren. Die Arbeit ist auf der ganzen weltanschaulich - technisch - hygienisch-willenschai l- ' - künstterischen Front aufgerollt, um nüchterne, lediglich zweckbestimmte Produktionsstätten zu würdigen und schönen Arbeitsstätten deutscher Volksgenossen zu wandeln.
Oer Wahlkampf im Gudeienland.
Reichsorganisationsleiter Dr. Ley stattete auf feiner Wahlreise durch das Sudetenland der Gauhauptstadt Reichenberg einen mehrstittidigen Besuch ab, in dessen Verlauf er zu Tausenden von Volksgenossen auf dem Adolf-Hitler-Platz sprach.
Mit 223 600 Besuchern in sieben Tagen hat die Sudetenfahrt der deutschen Technik eine einzigartige Kette von Erfolgen zu verzeichnen. Ueber 250 000 haben bisher das Sonderpostamt des Ausstellungszuges passiert, und an 75 000 bedürftige Volksgenossen gab das Zugpersonal Essen und Verpflegung aus.
Am vierten Tage feiner Reise durch den Sudetengau sprach der Reichssportführer von Tscham- m e r u n d O st e n in der Gauhauptstadt Reichenberg, nachdem zunächst Gauleiter Henlein auf die Bedeutung hingewiesen hatte, die das sudetendeutsche Turnwesen im Kampfe der Volksgruppe um Recht und Freiheit und um die Deutscherhaltung der Heimat gegen den tschechischen Dernich- tungswillen erlangt hat. *
In der sudetendeutschen Bergstadt Brüx, die einen besonders schweren Volkstumskampf erlebt hat, sprach Gauleiter Julius Streicher vor über 20 000 Volksgenossen.
Nach der großen Arbeiterkundgebung in Komotau wird der Stellvertreter des Fühers in Eger am Donnerstag um 15 Uhr den ersten Spatenstich für die Bauarbeiten des Reichsautobahnnetzes im Sudetenland vornehmen, womit die Arbeiten am^Teilstück zwischen der alten Reichsgrenze und der Straße Franzensbad—Eger beginnen werden, das von der Reichsautobahn Berlin—München bis nach Reichenberg führt.
In Gablonz sprach die Reichsfrauenführerin Frau Scholtz - Klink. Die Bevölkerung bereitete ihr einen überaus herzlichen Empfang.
Der Gauleiter sprach im Sudetenland.
NSG. Weipert, 29. Nov. 1938. Gauletter und Reichsstatthalter Sprenger sprach am Montag 'm dem dicht an der sächsischen Grenze des Erzgebirges gelegenen Jnduftriesiadtchen W e i p e r t. Dor rund 1200 sudetendeutschen Männern und Frauen, in der Mehrheit Fabrikarbeiter und »arbeiterinnen, legte der Gauleiter, immer wieder von Beifall unterbrochen, die Entwicklung des Nationalsozialismus im Altreich, das wirtschaftliche Aufbauwerk und die außenpolitischen Erfolge des Führers dar, die zur Schaffung des Großdeutschen Reiches führten, das durch die Rückführung der Ostmark Wirklichkeit wurde, und in der Befreiung des Sudetenlandes ihre Krönung fand. Ein Begeisterungssturm brauste dem Gauleiter entgegen, als er in feinem Schlußwort darauf hinwies, daß die Sudetendeutschen nunmehr auf alle Zeiten in die Schicksalsgemeinschaft des deutschen Volkes eingegliedert seien und als er die Anwesenden aufforderte, am 4. Dezember dem Führer ihre Dankbarkeit und Treue in einem hundertprozentigen „3a" zu- bekunden.
Kein Anteil der Luden am Tag der nationalen Solidarität.
Berlin, 29. Nov. (DNB.) Aus der Erwägung heraus, daß die Juden an der Solidarität des deutschen Volkes keinen Anteil haben, hat der Ches der Sicherheitspoliz et eine Anordnung getroffen, die Juden deutscher Staatsangehörigkeit und staatenlosen Juden am Tage der nationalen Solidarität das Betreten von Straßen und Plätzen untersagt. Sie haben sich in der Seit von 12 bis 20 Uhr in ihren derzeitigen Wohnungen auszuhalten. Die Verordnung enthält die Androhung von Strafmaß- nahmen für den Fall der Zuwiderhandlung.
Die Akten
eines jüdischen Steuerbetrügers im Katholischen Pfarrhaus!
Gelnhausen, 29. Nov. (DNB.) Der jüdische Rechtsanwalt Sondheirner wurde kürzlich wegen umfangreicher Steuerhinterziehungen schwer bestraft. Es stellte sich nun heraus, daß der geflüchtete Steuerbetrüger einen Teil feiner Akten in das katholische Pfarrhaus schaffen ließ, wo sie der Pfarrer Engels in feinem Amtszimmer aufbewahrte. Die Polizei hat die Akten beschlagnahmt. Nach Bekanntwerden dieser Tatsache kam es zu Kundgebungen der erregten Bevölkerung Gelnhausens gegen den Pfarrer. Die Polizei sah sich genötigt, Pfarrer Engels und feinen Kaplan IDemme in Schutzhaft zu nehmen. Ein gewisser Hanselmann aus Gelnhausen wurde ebenfalls in Schutzhaft genommen. Er war im Verein mit feiner Frau der Vermittler zwischen dem Juden Sondheirner und dem Pfarrer.
Abraham und Chana Grünspan zu vier Monaten Gefängnis verurteilt
Paris, 29. Nov. (Europapreß.) Dor der 17. Pariser Strafkammer fand am Dienstag die Verhayd- lung gegen den Onkel und die Tante des Mörders des deutschen Gesandtschaftsrates vom Rath, Abraham und Chana Grünspan, wegen Vergehens geaen bie französische Fremdengesetz- geoung statt. Den beiden Angeklagten wurde von dem Präsidenten des Gerichtshofes vorgehalten, daß
sie ihrer Portiersfrau falsche Erklärungen über die Abreise ihres Neffen Herschel abgegeben hätten, um dadurch die Pariser Polizei irrezuführen. Abraham Grünspan entgegnete, sein Neffe sei bei der Abgabe der Erklärung abgereist gewesen. Er sei jedoch bereits nach einem Tage zurückgekrifri und habe mehrfach die Absicht geäußert, in die Fremdenlegion einzutreten oder Selbstmord zu begehen. Der Verteidiger der Angeklagten erklärte, nach seinem Ermessen sei nur Abraham Grünspan als Mieter der Wohnung ein Vergehen gegen die französische Gesetzgebung zuzuschreiben; gegen seine Frau Chana könne man dagegen deswegen keine Anklage erheben. Das Gericht verhängte gegen beide Angeklagte eine Gefängnisstrafe von vier Monaten und 100 Franken Geldstrafe.
Aek'ame-Nundfunk in LISA
Der Versuch, den bekannten katholischen Prediger und Rundfunksprecher Pater Cbuahlin wegen seiner aufrechten Haltung in der Judenfrage unter Vorzensur zu stellen, lenkt die Aufmerksamkeit auf den Rundfunk in den Vereinigten Staaten, desien Aufbau und Tätigkeit ganz und gar von unseren Sendern abweicht. Bei uns war der Rundfunk von leinen Anfängen her Wirkungsbereich der Reichspost; in den Vereinigten Staaten ist der Rundfunk e i n rein privatwirtschaftliches Geschäft,
das sich nicht etwa auf Hörgebühren aitfbaut, die geschäslliche Grundlage des amerikanischen Rundfunks sind vielmehr Die Reklamesendungen. Dafür gibt es genau so einen Tarif wie bei uns für die Einrückung einer Werbeanzeige in eine Zeitung. Die Reklamekosten schwanken zwischen 60 und 1250 Dollar für die Stunde, je nach der Art des Senders und der Tageszeit. Für Reklamesendungen von einstündiger Dauer, die über ein ganzes Netz von Sendern laufen, werden bis zu 20 000 Dollar (nach heutigem Kurswert 50 000 RM.) gezahlt. Solche teuren Re- tlamefenbungen leisten sich Autowerke, Bierbrauereien, Erzeuger von Schönheitsmitteln, insbesondere von Zahnwassern, «Schminken und Hautcremen. Dis einzelnen Sendegesellschaften markieren zwar Unabhängigkeit, indem sie die wichtigsten Reden der hervorragendsten Staatsmänner ungetürat wiedergeben. Aber von diesen Demonstrationen iyrer Unparteilichkeit abgesehen, werden alle anderen Meldungen in einer Form durchgesagt, die den Hauptttägern der Rundfunkreklame nicht wehe tut. Sehr interessant ist, daß zur Ueberwindung dieser Abhängigkeit nicht weniger als 36 Sender von Universitäten, 14 Sender von Religionsgemeinschaften und 8 Sender sogar von Stadtverwaltungen betrieben werben. In diesen Sendern ist das Programm natürlich sehr stark mit Schulfunk, Andachten und gemeindlichen Fragen ober Problemen ber Gesunbhettspflege belegt.
Aach den Wahlen in WA.
Von Kurt G. Sell.
Washington, November 1938.
Wahlen in ben Vereinigten «Staaten finb schwerer vorauszufagen und schwerer zu analyjieren.als in den meisten anderen Ländern. Das Land ist so ungeheuer groß, daß viele verschiedenartige Emftüfse aus die einzelnen Bezirke einwirken: im sonnigen Süden herrschen andere Verhältnisse als im kalten Norden. Im dichtbevölkerten Osten denkt man anders als im weiten Westen. Außerdem handelte es sich am 8. November 1938 um eine Art .„Zwischen- wähl", denn nur ein Teil der Gouverneure der Einzelstaaten stand neben dem Bundesparlament zur Wiederwahl, nicht aber der Präsident des ganzen Landes, und das macht einen großen Unterschied. Alle vier Jahre, wenn der Posten im Weißen Haus besetzt werden muß, geht es um Sein oder Nichtsein der meisten Beamten in allen Ministerien und in all den vielen Bundesbehorden im ganzen großen Land. Und da gehen dann die Leidenschaften hoch; es wird fehr erbittert aekämpft
In den ersten Meldungen der Presie nach dem Wahltag wurde von einem großen Wahlsieg der Republikaner (das ist die Opposition) geredet. Das ist falsch und richtig. Falsch, well man nicht von einem Sieg im Üblichen parlamentarischen Sinn reden kann, wenn der Präsident nach wie vor am Ruder bleibt, und wenn seine Partei im Unterhaus 60 v. H., im «Senat 72 v. H. der Stimmen erhalten hat. Jrn Unterhaus hat sie die abfloute Mehrheit, im Oberhaus Zweidrittelmehrheit. Das sieht nicht nach Niederlage der Demokraten aus. Richtig ist die Beurteilung aber, wenn man bas (Ergebnis nach dem Prozentsatz der Elektoren-Stimmen analysiert. Elektoren sind die Männer, die alle vier Jahre den Präsidenten wählen; jeder Staat hat soviel Elektoren, wie er Senatoren plus Abgeordnete hat. Die Zahl der Abgeordneten richtet sich nach der Bevölkerungsdichte, während auch der kleinste Staat Anspruch auf zwei Senatoren hat. Es gibt daher für die 48 «Staaten 96 Senatoren und 435 Abgeordnete, zusammen also 531 Elektoren. Hiervon erhielt ber Gegner Roosevelts im großen Wahlkampf 1936 nur 8 Elektoren-Stimmen; am 8. November gewannen die Republikaner in 21 «Staaten mit insgesamt 210 Elektoren-Stimmen! Das ist immer noch erheblich weniger als die 321 Stimmen der Demokraten, aber ein ganz gewaltiger Aufstieg von dem Tief von 8 «Stimmen der beiden kleinen Staaten Maine und Vermont. Und hierin liegt bie Bedeutung der Wahl.
Sicher wäre der Erfolg der Republikaner nicht so groß gewesen, wenn die Demokraten den Kampf um Roosevelt in die Waagschale hätten werfen können. Denn Roosevelt ist in weiten Kreisen, besonders bei den großenMassen, immer noch sehr beliebt; aber fein Amt stand ja in diesem Jahre nicht zur Wahl. Trotzdem kann die Republikanische Partei mit Recht stolz fein auf diese Erneuerung oder Verjüngung, denn es sind die jüngeren, fortschrittlichen Kreise, denen sie diese Erfolge (81 neue Sitze im Unterhaus, 8 neue im «Senat) zu verdanken hat. Die „Alte Garde" um Hoover hat keinerlei Zugkraft mehr; sie hat, wie die Bourbonen, nichts gelernt und nicyts vergessen, und sie hat nicht begriffen, daß die Zeiten sich geändert haben und viele der New- Deal-Reformen Roosevelts dringend notwendig, ja aus dem täglichen Leben gar nicht mehr wegzudenken sind. Die jüngeren Kräfte sind ruhig mit dem sozialen Fortschrittsprogramm Roosevelts mitgegangen und haben lediglich die Auswüchse radikaler oder finanzieller, zum Teil auch moralischer Art bekämpft. Man hat das hier als „modernen Konservativismus" bezeichnet, und für die hiesigen Verhältnisse ist das ganz zutreffend, denn man kann höchstens englische parlamentarische Verhältnisse mit den hiesigen Zuständen vergleichen, obwohl selbst dieser Vergleich stark hinkt. Amerika ist eben anders (wie eingangs bargelegt) unb in vielen Dinaen, besonders auf sozialem Gebiet, auf dem Gebiet des Gemeinwohls, noch um viele Jahrzehnte hinter Europa zurück.
Betrachtet man aber amerikanische Wahlen nur aus dem amerikanischen Gesichtswinkel, so muß man sagen, daß das Ergebnis erfreulich war; denn es zeigte eine starke Auflehnung gegen sowohl die konkret linksradikalen Agitationen der CJO- Gewerkschaften, die die Wählermassen und einen Teil des Wahlfonds für Roosevelt im Jahre 1936 lieferten, wie gegen ben Typ ber Salon-Kommunisten, der sich im letzten Jahr in den Behörden des New Deal immer mehr breitgemacht hat unb immer dreister wurde. Die Frage, ob Roosevelt mit Hilfe dieser radikalen Gruppen sich 1940 nochmals wählen lasten kann, ist damit erledigt; denn in den Reihen der eigenen Partei hat er so viele Gegner seines extremen Regierungsbetriebs (nicht notwendigerweise seines Programms) und so starke Verfechter der Tradition gegen eine dritte Amtsperiode, daß er auf einmütige Aufstellung als Kandidat nie rechnen konnte und in der Wahl durch eine Koalition der jetzt so stark gewordenen Republikaner mit ben konservativen Demokraten der eigenen Partei unzweifelhaft geschlagen werden würde.
Erledigt ist jetzt auch die Frage einer dritten Partei. Amerika ist kein Land für dritte Parteien. Im neuen Bundesparlament sitzen im Unterhaus nur drei, im Senat nur vier Abgeordnete solcher Splitterparteien, kein Vertreter der Sozialisten oder der Kommunisten ober ber American ßabour Party des Herrn La Guardia. Eine Zeitlang, von 1932 bis «Sommer 1938, sah es so aus, als ob die Revubli- kanische Partei, die im Unterhaus nur 21 v. H., im Senat nur 16 v. H. ber Sitze hatte, am Aussterben wäre, da begannen manche Gruppen an eine Ersatz- Partei au denken. Aber die Fortschrittliche Partei der Brüder La Follette in Wisconsin, die Far- mer-Labour-Partei in Minnesota, die American Labour Party in Neuyork kamen nicht über ihre eigenen Staatsgrenzen Hanaus unb wurden — die ersten beiden jedenfalls — am 8. November vernichtend geschlagen, während die American Labour Party, in der La Guardian die jüdischen und radikalen Wähler der untersten Schichten in ber Hoffnung auf Forderung seiner eigenen politischen Ambitionen vereinigt batte, nur dadurch etwas Einfluß ••etten konnte, daß sie den Demokraten halt, die anti- lemitischen Kreise Neuyorks, die gegen Gouverneur Lehmann eintraten, zu überstimmen und damit den gewaltigen, für jede Partei so wichtigen «Staat N-u- york für die Demokratische Partei mit knapver Not ui retten. Gewiß sind La Follette und La Guardia ^übrigens zwei ganz verschiedene Charaktere) damit noch nicht erlebiot; sie versuchen sich jetzt alle zu- rammen’utun unb eine neue Fortschrittliche Partei 'U gründen, aber die Aussichten sind, milde gesagt, gering.
Erledigt ist auch ihre Hoffnung, daß Roosevelt *>us ber Demokratischen Partei ausscheiben unb feine große Beliebtheit ber neuen Partei zuführen würde, -wturkich nicht als Kandidat für eine britt- Anfts- neriobe, benn bas mürbe bie Pläne La Guardias stören, was immer sie fein mögen, aber als Führer


