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Nr. 280 Erstes Blatt

188. Zahrgang

Mittwoch. 50. November 1038

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger sür Oberhessen

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Kläglicher Anstatt zum Generalstreik in Frankreich.

Oaladier hält überall Polizei und Militär bereit. Nur lückenhast wird der Gtreikparole Folge geleistet.

Paris, 30. Nov. (Europapreß.) Die bis zum letzten Augenblick noch von verschiedenen Seiten gehegten Hoffnungen, daß der'Generalstreikbeschluß des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes rückgängig gemacht und durch eine Vermittlungsaktion der heu­tige Streik vermieden werden würde, haben sich nicht erfüllt. Der Streikausschuß des Gewerk­schaftsbundes hat bis spät in die Nacht zum Mitt­woch hinein getagt, um über die Lage zu beraten, aber keinerlei Gegenweisung erteilt. Der Generalstreikbeschluß wurde daher stillschweigend bestätigt.

In den ersten Morgenstunden des Mittwochs war es selbstverständlich noch nicht möglich, über die vollen Ausmaße der Streikbewegung bestimmte Angaben zu machen. Man kann jedoch eines sagen: Der Requirierungsbefehl der Regierung hat auf die Staatsbeamten starken Eindruck gemacht. Ein großer Teil der Beamten ist gewillt, zu arbeiten, und die Mehrzahl der Staatsarbeiter wird auch heute auf den Arbeitsstätten und in den Büros erscheinen. Die Verbände haben aber die Parole ausgegeben, daß die Beamten und Staats­arbeiter in den Sitz st reit treten sollen. Auf diese Weise kommen die Staatsbeamten und -arbei- ter zwar dem militärischen Gestellungsbefehl nach, aber die Arbeit ruht. Es bleibt nun abzuwarten, wieweit diese beschränkte . Streikparole wirklich durchgeführt wird, und wie sich die Behörden dazu verhalten.

Nach dem ersten in den Morgenstunden des Mittwoch aus der französischen Provinz vorliegenden Nachrichten ist die Streiklage recht uneinheitlich. Eines aber stehl bereits fest. Don einem Generalstreik im gan­zen Lande kann nicht die Rede fein, ein großer Teil der französischen Arbeiterschaft ist fren von Moskau befohlenen Parolen nicht nachgekommen. Das feste Auftreten der Regie­rung hat offenbar auf die der jüdisch-kommuni­stischen Agitation noch nicht völlig verfallenen greife starken Eindruck gemacht.

So hat i n Grenoble die CGT.-Eisenbahner- gewerkschast die Streikorder aufgehoben und die Fortführung der Arbeit angeordnet. In Bordeaux haben alle Buch- und Zeitungsdrucker der Streikorder nicht Folge geleistet. In Roubaix hat die CGT.-Eisenbahnergewerkschaft ebenfalls ihren Anhängern befohlen, zu arbeiten. In Dün­kirchen wollen die Straßenbahn- und Autobus­angestellten arbeiten: dagegen streiken die Angestell­ten des Gas- und Elektrizitätswerkes. Die Ange­stellten der Straßenbahn von Marseille werden sich am Mittwoch an ihre Arbeitsstätten begeben, aber dort denSitzstreik" durchführen. Die Arsenal- Arbeiter von Toulon wollen ebenfalls an ihren Arbeitsstätten den Sitzstreik durchführen. In Cher­bourg hat hingegen der Sekretär des Gewerk­schaftsverbandes die Belegschaft des Arsenals auf­gefordert, auf ihrem Posten zu verbleiben und alles zu vermeiden, was den Anschein von Unordnung erwecken könnte. In Lille sind die Zeitungen wie üblich erschienen, in Lyon wurden zwei Zettungen bestreikt, zwei andere sind erschienen. In Rouen sind Post, Telegraphen- und Telephondienst gesichert, bei den Eisenbahnern herrscht Überwiegend Streik­stimmung. Gestreikt wird in den Zeitungsdruckereien, in der Textilindustrie sind Teilstreiks ausgebrochen Allgemeiner Streik herrscht bei den Arbeitern der Erdölraffinerien und bei den Hafenarbeitern, wäh­rend in der Metallindustrie nur Teikstreiks zu ver­zeichnen sind. In der Industriestadt Clermont- Ferrand werden die städtischen Angestellten und Arbeiter ihren Dienst versehen. Dagegen hat die Direktion der großen Autoreifenwerke Mi­chelin durch Anschläge bekanntgegeben, daß die Fabrik am Mittwoch g e s ch l o s s e n werde. In der Gegend von Lille mußte die Mobile Garde rote» bezholt Ansammlungen von Streikkundgebungen zerstreuen. Vier Haupträdelsführer wurden verhaf­tet und nach Dalenciennes gebracht. Etwa 1000 Kundgeber versuchten darauf, nach Dalenciennes zu marschieren, augenscheinlich, um die Verhafteten zu befreien. Sie gelangten jedoch nur bis Anzin, wo die Mobile Garde die Kundgeber zerstreute.

Selbffoetffänblid) hat die Regierung im ganzen Laude, insbesondere in den Industriegebieten, starke PolizeiLräfte, die zum Teil durch Truppen verstärkt worden find, bereitgesiellt. 3n Dateuciennes, im Kohlenbecken von Anzin. in Lille und anderen Orten find Truppen von auswärts eingetroffen. 3n allen größeren französischen Stabten werben ben ganzen Tag über Streifen Mobiler Garbe bie Straßen burchziehen, um die Arbeitswilligen gegen bie Streikposten zu schützen. Auch In ben großen französischen Hafenstädten Brest. Toulon. Marseille usw.

sinb Truppen zusammenge^ogen worben

Don den sonst üblichen, etwa 20 großen Früh- 3/i tunaen der französischen Hauptstadt war bis Mittwochfrüh 6 Uhr nur das Journal er­schienen, jedych in dem verringerten Umfang von nur vier Seiten. In einer Kurznotiz an die Leser weift das Journal daraus hin, daß die Mittwoch- Ausgabe nur unter äußerst schwierigen Umständen hergestellt werden konnte. Die Leser würden der Zeitung Anerkennung zollen dafür, daß sie sich

nicht den ungerechten Forderungen der CGT. ge­beugt habe. Kurz nach 6 Uhr sind weitere drei Frühblätter erschienen: Der M a t i n bringt teilweise auf vier Seiten photokopierte Schreib­maschinenaufsätze, womit dieses Blatt zu einem zei- tungstechnischen Kuriosum wird, ferner der Jour mit nur zweiseitiger Ausgabe und die Action Franca ise im üblichen Umfange von sechs Seiten.

Das Journal" betont, daß der angegebene Grund für die Generalstreikorder, der Protest gegen die Notverordnungen, nur ein durchsichtiger Vorwand sei. Worum es den Urhebern des Streiks in Wirklichkeit gehe, sei zu verhindern, daß die Regierung die französischeAußenpoli- t i k weiter auf dem gewiß schwierigen Wege der europäischen Befriedung festlege. Somit seien es die Schaffenden, die von denjenigen mißbraucht würden.

denen sie Vertrauen schenkten. Sie, die in ihrer Mehrzahl aus dem Auslande stammenden Parolen gehorchten, seien wieder einmal das Opfer einer Agitation geworden, deren Ziele durchweg getarnt seien. Die Lage sei ernst, die Stunde des Schwarz­brotes sei gekommen. Frankreich werde nun bezahlen müssen. Das französische Volk müsse feststellen, daß njan es getäuscht habe. Ein Streik sei niemals eine Lösung. Er würde zunächst die so überaus gefähr­liche Wirkung haben, das Ansehen Frank­reichs in den Augen der Welt noch zu ver­ringern, die schon allzusehr geneigt sei, Frankreich zu unterschätzen. Alles, was im Auslande völlig falsche Gedanken einer tiefen Depression wecken könne, sei eine unmittelbare Bedrohung für den Frieden. Dieses dürften die Franzosen niemäls ver­gessen.

Line Provokation Kon Munis.

Kammereinberufung auf eigene Faust.

Paris, 29. Nov. (DNB.) Der sozialdemokra­tische Parteiführer ßdon Blum forderte sämtliche französischen Abgeordneten telegraphisch auf, sich kommenden Freitag obwohl die Kammer von der Regierung nicht einberufenist in einem im Gebäudekomplex der Kammer gelege­nen Saal zu einer Vollsitzung einzufinden.

DerJour" bezeichnet den Aufruf als einen üblen parlamentarischen Scher z". Die Regierung werde sicherlich diese Besetzung des Pa­lais Bourbon ebensowenig dulden, wie es die Fa- brttbesetzungen geduldet habe. DerMatin" meldet, daß die parlamentarischen Gruppen der Mehr­heit (derMatin" versteht hierunter offenbar alle nichtmarxistischen Fraktionen) beschlossen haben, schon am Donnerstagvor. mittag in der Kammer zusammenzutreten, um den Absichten der Linksparteien zuvor zu kommen. DieAction Franxaise" erklärt, daß der Jude Leon Blum der groß ^Provokateur sei, und ver­langt die sofortige Verhaftung Blums.

Kammerpräsident H e r r i o t, der in französischen Linkskreisen vielfach als Nachfolger Daladiers galt, hat in einem öffentlichen Briefwechsel mit dem Ab­geordneten der Rechten Montigny den Kommu- nisten eine deutliche Abfuhr erteilt. Er erklärte, daß er ohne Ausnahme die Einmi­schung dunkler ausländischer Kräfte in die franzö­sische Innenpolitik verurteile und daß er diese Ein­mischung strafrechtlich verfolgt sehen möchte.

Leon Blum hat unter Zustimmung der sozial­demokratischen Kammergruppe alsRepressalie" ge­gen die Requisitionen der Regierung den sozial­demokratischen Stadtverwaltungen ben Befehl erteilt, die Rathäuserzuschließen, um so die städtischen Angestellten an der Befolgung der Requisitionsorder zu hindern. Infolgedessen konnte in den Städten und Gemeinden mit sozial­demokratischer Stadtverwaltung nicht einmal der Be­trieb der Standesämter funktionieren.

Paris amMrgendesSlreikiaqes

Paris, 30. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die er­wachende Stadt steht im Zeichen der energischen Vor­kehrungsmaßnahmen der Regierung zur Verhinde­rung des Streikes. Polizei, Mobilgarde und Militär auf Rädern und auf Kraftfahrzeugen ist aufgeboten, um die Ordnung zu sichern und das

Funktionieren der öffentlichen Dienste zu gewähr­leisten. Die Bahnhöfe und lebenswichtigen Betriebe sind von Polizei, Mobilgarde oder Militär besetzt; ferner durchziehen Streifen des Ordnungsdienstes die Straßen. Die nach Paris führenden großen Zufahrt st raßen sind von starkem Aufgebot der Mobilgarde bewacht, auch auf den Brücken sieht man Patrouillen.

Paris macht sonst einen ruhigenEindruck: Die Straßen sind wie gewöhnlich beleuchtet. Die Straßenreinigung ist im Gange, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensrnitteln ist gesichert. Der Verkehr der Untergrundbahn ist mit leichter Ver­spätung zu 80 v. H., der Verkehr der Autobusse und der der Eisenbahn invollemUmfangin Paris und, soweit aus den Provinzen Nachrichten vor­liegen, auch dort zum größten Teil ausgenommen worden. Sämtliche Bahnhöfe sind scharf bewacht. Infanterie mit Stahlhelm und aufge­pflanztem Seitengewehr patrouillierte unaufhörlich vor den Eingängen auf und ab. Die Züge ver­kehren fahrplanmäßig, Post, Telephon, Telegraph und Rundfunk funktionieren. Nur verein­zelte geringfügige Zwischenfälle haben sich bisher abgespielt. So wurde ein Versuch zur Besetzung eines Untergrundbahnhofes durch Arbeitsunwillige sofort von der Polizei unterbunden. '

Zuversichtliche Auffassung in Wirtschafiskrejsen.

Rückkehr des Fluchtkapitals.

Paris, 29. Nov. (Europapreß.) In den Krei­sen der französischen Wirtschaft herrschte am Diens­tagnachmittag die feste Zuversicht, daß der Ausgang des Generalstreiks am Mittwoch zu einem großen persönlichen Erfolg des Ministerpräsidenten Dala- dier werden wird. Als besonderes Zeichen des Ver­trauens wird der wachsende Rückstrom des Fluchtkapitals nach Frankreich angesehen, der zu Beginn dieser Woche viermal so groß war wie Ende der vergangenen Woche. Dadurch be­festigte sich der Franken weiterhin. Die französischen Renten konnten an der Börse Gewinne von 85 Cen­times bis 2,75 Franken aufweisen. Französische In­dustriewerte zogen durchschnittlich um 2 bis 4 vom Hundert an.

Condor" auf dem Wege nach Tokio.

Unsere Karte gewährt einen Ueberblick über die 13 650 Kilometer lange Strecke, die der Condor" auf feinem Schnellflug nach Tokio zurücklegt. Drei Zwischenlandungen in Basra, Karaschi und Hanoi dienen jeweils der Auffüllung der Betriebsstoff-Tanks.

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Berlin, 30. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der Kondor" D ACON landete am Mittrooch- morgen um 2.10 Uhr MEZ. in Hanoi (Frarj- zösisch-Indochina) und erreichte damit planmäßig seinen dritten und<letzten Zwischenlandeplatz vor dem Endpunkt seines Fluges. Um 3.42 MEZ. star­tete der.Kondor" bereits wieder zur letzten Etappe nach Tokio. Das Flugzeug hatte bis Hanoi in regelmäßigem Flug rund 10 000 Kilometer zu- rückgelegt. Um 22.30 Uhr am Dienstag befand sich der .Kondor" 50 Kilometer östlich Dacca in einer Höhe von 4000 Meter. Um 23.30 Uhr mar der Standort 50 Kilometer nordwestlich Mandalay,

ebenfalls in 4000 Meter Höhe. Beim Standort öst­lich von Dacca wurde ein Kilometerstand von 8648 Kilometer für die bisher von Berlin aus zurück- geleate Strecke festgestellt. Die letzte Etappe, auf der sich das Flugzeug bereits befindet, führt über eine Strecke von etwa 3700 Kilometer in die japanische Hauptstadt Tokio.

Der .Kondor" hat um 8.30 Uhr MEZ. eine neue Standortmeldung gegeben. Das Fluazeug befand sich um diese Zeit 50 Kilometer nordwestlich von der Stadt Taihoku an der Nordküste der Insel Formosa. Die Flughöhe betrug 4000 Meter, über den Wolken,

Fünf Jahre Schönheit der Arbeii" Äon Generalbauinspektor Prof. Albert Epeer

Am 29. November vor fünf Jahren, dem Gründungstag der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude", wurde Generalbauinspektor Professor Albert Speer vom Reichsorganisar tionsleiter Dr. Ley mit der Leitung des AmtesSchönheit der Arbeit" betraut, die er neben feinen sonstigen Auf­gaben bis heute beibehasten hat.

Ein hervorstechendes Merkmal unserer von den Gedanken des Aufbaues und der Leistung bestimm­ten Zeit ist die kühne schöpferische Laune, die das ganze Leben durchdringt und gestaltet und die sich in der Person des Führers selbst am klarsten und eindrucksvollsten ausprägt. Es ist natürlich und selbstverständlich, daß- der eigentliche Träger und Repräsentant einer schöpferischen Zeit der schöp­ferische Mensch ist, und dieser schöpferische Mensch hat sich heute auch solcher Gebiete bemäch­tigt, die bis vor kurzem als ureigenste und alleinige Domäne sogenannternüchterner Tatsachenmen- schen" galten und von Rechenstift und Statistik be­herrscht wurden. Früher galt es als ausgemachte Sache, daß die Phantasie zwar für den der Wirk­lichkeit fernstehenden Künstler eine unentbehrliche Eigenschaft sei, daß sie sich aber auf nüchterneren Gebieten des Gemeinschaftslebens, wie etwa Pro­duktton oder Handel, geradezu verhängnisvoll aus­wirken müsse. Tatsächlich ergaben die damaligen Erfahrungen eine scheinbare Bestätigung dieser An­sicht. Die Menschen waren im materialistischen Den­ken befangen, und an die Stelle verantwortungs­bewußter schöpferischer Leistung, die auf wirtschaft­lichem Gebiet in dem Wirken der Hansa-Kaufleifte eine so edle Blüte erlebt hatte, war die geschäftige Findigkeit jüdischer Schieber getreten.

Die Bereinigung und Ausrichtung des Denkens auf das Ziel völkischer Gemeinschaftsarbeit räumte mit den fehlgeleiteten Ansichten auf und konzentrierte den Willen der Nation auf den Aufbau, den nicht ängstliche Berechnung, sondern nur kühne Schöpfer­kraft bewältigen konnte. Heute ist die Phantasie nicht mehr Reservat der Künstler, sondern Gestal­terin der Wirklichkeit, und diese Kraft setzt Projekte in die Tat um, an die ein Mensch ohne Phantasie und schöpferische Gestaltungsfähigkeit überhaupt niewals beranaeganaen wäre.

Zu den phantasievollsten Schöpfungen, die im Geist der nationalsozialistischen Idee das gesamte soziale und wirtschaftliche Leben zutiefst beeinfluß­ten, gehören die GedankenKraft durch Freude" undSchönheit der Arbeit". Es sind nunmehr 5 Jahre vergangen, seitdem Dr. Robert Ley, einer der ideenreichsten und engsten Mitarbeiter des Führers, diese^Gedanken zum ersten­mal auf der Gründungstagung der NS.-Gemein­schaftschaftKraft durch Freude" am 27. November 1933 im Preußenhaus zu Berlin verkündete. Es war ein Einbruch in die Welt der Zahlen und Bilanzen, der jahrzehntelange Gepflogenheiten des Denkens und Handelns über den Haufen warf. Kein Wun­der, daß dienüchternen Tatsachenmenschen" mit den neuen Ideen zunächst nichts anzufangen wuß­ten, daß sie die Köpfe schüttelten und im Gefühl des eigenen erprobten Befserwissens überlegen lächelten.

Wie auf anderen Gebieten ergaben sich auch bei der Verwirklichung derSchönheit der Arbeit" an­fänglich viele Mißverständnisse. Der gründlichste Irrtum war die Anschauung, es handele sich bei der nun einmal schwer zu umgehenden Erfüllung der nationalsozialistischen Forderungen und Ansprüche lediglich darum, dem Arbeiter Gegenüber mehr Zu­geständnisse zu machen. Das AmtSchönheit der Arbeit" hat deshalb von Anfang an mit allem Nach­druck daraus hinaewiesen, daß es nicht umZ u - g e st ä n d n i s s e" irgendwelcher Art ging, sondern darum, einen ganz neuen G,e i st in die Ar­beitswut hinein,3utragen und eine neue Einstellung zu den Menschen und Dingen des Betriebslebens durchzufetzen. In der Aufklärungsarbeit wurde im­mer wieder betont, daß nicht bie Höhe der Aufwendungen fürSchönheit der Arbeit" ausfchlagebend fei, sondern bie anständige Haltung, die sich in dem freien Willen kundtat, das Bestmögliche für die Gefolgschaft zu schaffen.

Die weitere Entwicklung brachte eine vollaültige Bestätigung des von Dr. Ley geprägten Grundsatzes, daß die beste Sozialpolitik zugleich auch die beste Wirtschaftspolitik sei. Die Entrüm­pelung und Säuberung der Betriebe, die Verbesse­rung der technisch-hygienischen Einrichtungen an ben Arbeitsplätzen und in ben Nebenräumen, der Bau vorbildlicher Aufenthaltsräume, Kameradschaftshäu- fer und Sportanlagen führten im Ergebnis eine Steigerung der Arbeitsfreude und der ßeiftunas« freubiafeit herbei, die sich naturgemäß auch auf die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen günstig ausmir» ken mußten. Es ist bezeichnend, daß gerade die Füh­rer derNationalsozialistischen Musterbettiebe", die ia nicht nur für ihre schöne Fassaden sondern auch für ihre hervorragenden Produktionsleistungen aus­gezeichnet wurden, nachdrücklich erklären, daß ..Schönheit der Arbeit" und überhaupt jeder soziale Mehraufwand für die Gefolgschaft jederzeit auch wirtschaftlich zu vertreten ist. So hat eine schöpferische Idee die Betriebe nicht nur schön und menschenwürdig gemacht, sondern auch die Zahlenmäßigen Produkttonseraebrnsse verbessert.

Mit der Bereinigung der grundlegenden hygieni­schen und technischen Fragen sind im letzten Jahr immer stärker die vielfältigen Fragen der Fünft« lerifchen Betriebsaestaltungin den Vor- berarunb der Arbeit des Amtes gerückt. Wenn schon gleich zu Beginn der Arbeit darauf hingewiesen