Ausgabe 
30.9.1938
 
Einzelbild herunterladen

Unzuträglichketten, da es einem an sich unschuldigen Angeklagten nicht möglich war, seine Unschuld vor der Oesfentlichkeit zu beweisen und so den trotz der Amnestie an ihm haftenden Makel des Verdachtes einer strafbaren Handlung zu beseitigen. Der Tat­bestand war vollständig Aar und wurde auch von dem Angeklagten in keiner Weise bestritten. Es lag jedoch keine strafbare Handlung vor, da die fünf Liter nicht mehr unter Kleinhandel fallen. Als Ver­treter einer Branntweingroßhandlung war der An­geklagte aber berechtigt, mit Branntwein Groß­handel zu betreiben. Für den Verkauf der Drei- Liter-Flasche wäre nach dem Gaststättengesetz eine Kleinhandels-Konzession erforderlich gewesen. Diese entfiel jedoch' im vorliegenden Falle, da der Ange­klagte schon vor Inkrafttreten des Gaststättengesetzes zum Kleinverkauf von Branntwein berechtigt war. Die früheren hessischen Bestimmungen kannten näm­lich die Möglichkeit des Kleinhandels mit Brannt­wein ohne besonderen Erlaubniszwang. Demnach konnten die Bestimmungen des Gaststättengesetzes keine Anwendung mehr finden. Eine strafbare Hand­lung lag also nicht vor, so daß Freispruch aus erwiesener Unschuld erfolgen mußte.

Ohne Erfolg blieb die Berufung des W. M. aus

Frohnhausen (Dill), der wegen Bettelns vom Amts- gericht Gießen zu einer H a f tft r a f e vo n e i n e m Monat verurteilt worden war. Außerdem hatte das Amtsgericht die Unterbringung im Arbeitshaus angeordnet. Der Angeklagte beschränkte sein Rechts- mittel von vornherein auf diese letztere Maßnahme, wahrscheinlich aus dem Grund, weil er schon ein- mal zwei Jahre lang mit dem Arbeitshaus Be- geinacht hatte. Im übrigen handelt es sich bei dem Angeklagten um einen hartnäckigen e.r 0Af diesem Gebiet. Er ist im Laufe seines Mrigen Lebens schon unzählige Male ein­schlägig vorbestraft und treibt sich seit den neun- Mer Jahren des vorigen Jahrhunderts ohne festen Wohnsitz herum. Zuletzt wurde er in Großen-Buseck aufgegriffen und verhaftet. Der Angeklagte gab in der gestrigen Berufungsoerhandlung an, er sei auf dem Wege zur Arbeitssuche gewesen. Mit Rücksicht auf sein Vorleben schenkte das Gericht natürlich seiner Einlassung keinen Glauben. Da außerdem festgestellt wurde, daß der Angeklagte durchaus noch arbeitsfähig ist und sich bester Gesundheit er­freut, hatte das Gericht keine Veranlassung, das erst­instanzliche Urteil abzuändern, und es wi^s die Be­rufung zurück.

Aus der engeren Heimat.

Spar- und Darlehenskasse Wieseck im eigenen Heim.

* Wieseck, 30. Sept. Die Sp ar - und Dar­lehenskasse Wieseck hat in dem von ihr er-- worbenen Anwesen Gießener Straße 59 Umbau­arbeiten vornehmen lassen, die nunmehr abgeschlos­sen sind. Am morgigen Samstag, 1. Oktober, kann der Geschäftsbetrieb der Kasse in den neuen Räumen ausgenommen werden. Damit ist ein langgehegter Wunsch aller Mitglieder der Kasse Wirklichkeit ge­worden. Der Umbau bzw. die Erweiterung der Ge­schäftsräume war durch den immer umfangreicher gewordenen Geschäftsverkehr notwendig geworden.

Im Zusammenhang damit erscheint es ange­bracht, einen kurzen Rückblick aus die jüngste Ge­schichte der Kasse zu werfen. Als sich die Kasse im Jahre 1931 durch große Verluste vor schwere Aufgaben gestellt sah, nahmen zielbewußte Männer die Geschicke der Kasse in die Hand, und es gelang ihnen, mit Hilfe der Mitglieder, die Krise zu über­winden. Das Jahr 1932 brachte die Sanierung. 1933 begann, mit dem Neuaufbau des Vaterlandes und unserer deutschen Wirtschaft, auch der Neuauf­bau der Kasse. Der Umsatz stieg von Jahr zu Jahr, und im Jahre 1937 belief er sich bereits auf vier Millionen Reichsmark. Im Jahre 1938 hat diese er­freuliche Entwicklung angehalten. Wie der Umsatz, so steigerten sich im Verhältnis auch die Sparein­lagen, die gewährten Kredite und die Darlehen. Das Vertrauen zur Kasse ist wieder voll und gerecht­fertigt hergestellt.

Sudetendeutsche

im Arbeiterlager Großen-Buseck.

wg. Großen-Buseck, 29. Sept. Im hiesigen Bahnhof trafen heute 15 0 sudetendeutsche Flüchtlinge ein, die sich noch rechtzeitig vor tschechischen Gewaltmaßnahmen hatten in Sicherheit bringen können, lieber das Schicksal ihrer Angehö­rigen wissen sie kaum etwas, denn sie mußten, wie sie gingen und standen und ohne auch nur das ge­ringste Gepäck mitnehmen zu können, ihre Heimat verlassen. Sie erzählen davon, daß diejenigen, die unweit der Grenze wohnten, es leichter hätten, über die Grenze zu entkommen, da sie ja jeden Schlupf­winkel und verborgenen Weg kennen: für jene aus dem Innern des Landes sei es aber schwer, da ihnen dieser Vorteil nicht zur Verfügung stehe und sie des­halb immer wieder in das Feuer der tschechischen Soldateska gerieten. Die meisten Flüchtlinge, die in dem Arbeiterlager Großen-Buseck ausgenommen wurden, stammen aus dem Trautenauer Land. Im Arbeiterlager wurden die aus ihrer Heimat ver­triebenen Volksgenossen vom Bürgermeister begrüßt. Die Betreuung der Flüchtlinge hat die NSV. über­nommen. Selbstverständlich werden sie alle gut ver­pflegt, soweit es notwendig ist, werden sie r »ch mit Kleidung und Schuhwerk versorgt. Da ein -teil der Flüchtlinge zu Hause in der Landwirtschaft tätig war, sollen diese in Großen-Buseck und in der Um­gebung in der Landwirtschaft beschäftigt werden, während die übrigen lohnende Beschäftigung an der Reichsautobahn finden sollen.

Lieber -100 Jahre im Dienste der Post.

K Steinbach (Kreis Gießen), 30. Sept. Am 1. Oktober wird die hiesige Poststelle in eine Postagentur verwandelt. Der seitherige Post­stelleninhaber Karl Gerhard I. wird Postagent. Gleichzeitig erfolgt die Verlegung der Postagentur nach dem Hause des Postagenten an der Garben- teicher Straße, während ein Briefkasten an der al­ten Stelle Adolf-Hitler-Straße 47, verbleibt. In dem Hause Adolf-Hiller-Straße 47 befand sich die Post seit Generationen, und die Glieder der Fa­milie Gerhard waren die Inhaber. Der Vater des jetzigen Postagenten, Georg Johannes Gerhard, ge- storben 1935, war seit Anfang der 80er Jahre Post- agent als Nachfolger seines Vaters, des Vost- erpeditors Julius Karl Gerhard, gestorben 1881. Dessen Vater war der Postexpeditor Kaspar Ger­

hard, er starb 1861 als 73jähriger. In seinem Sterbeeintrag wird er als Glasermeister und Post- expeditor bezeichnet. Die Post ist demnach seit mehr als 100 Jahren im Hause und der Familie Gerhard. Der jetzige Postagent ist der vierte Postagent in der Reihe seiner Vorfahren.

Landkreis Gießen.

wg. Großen-Buseck, 30. Sept. Am morgigen Samstag, 1. Oktober, tritt unser Postagent Heinrich Pfeffer nach über 38jähriger Tätigkeit in den wohlverdienten R u h e st a n d. Während dieser lan­gen Zeit hat sich Herr Pfeffer durch seine sorgfältige und stets hilfsbereite Amtsführung die uneinge­schränkte Hochachtung der gesamten Einwohnerschaft, wie auch seiner vorgesetzten Behörde erworben. Stets war er zur Auskunft, zu Rat und Hilfe bereit. Am 10. Juli d. I. konnte der hochbetagte Mann einen 8 0. Geburtstag feiern. Dabei zeigte es ich so recht, welch hohes Ansehen er genießt. Man ieht hier den pflichtbewußten Postagenten nur un« ;ern aus dem Dienste scheiden und wünscht ihm einen chönen Lebensabend.

*Hattenrod,30. Sept. Am kommenden Sonn­tag, 2. Oktober, kann unser Mitbürger Georg Laun spach seinen 80. Geburtstag feiern. Aus diesem Anlaß wurde ihm von Reichskriegs­opferführer Oberlindober ein Glückwunsch­schreiben übermittelt und ihm außerdem eine Ehren­gabe zugedacht. Kamerad Launspach erfuhr diese Ehrung insbesondere deshalb, weil er im Weltkriege drei Söhne verlor, die bei den Infanterie-Regimen­tern 116 und 369 standen.

,3m Dienst tödlich verunglückt.

Lpd. Frankfurt a. M , 29. Sept. Der Gen- darmerie-Oberwachtmeister G m i l und der Gen­darmerie-Wachtmeister Ernst Pieper von der Motorisierten Gendarmeriebereitschaft Höchst sind im Dienst so schwer verunglückt, daß beide kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus ihren außer­ordentlich schweren Verletzungen erla­gen. Sie befanden sich auf der Fahrt zu einer Un­fallstelle zur Klärung eines Zusammenstoßes. Dabei wurden sie an einer unübersichtlichen Straßenkreu­zung von einem mit hoher Geschwindigkeit heran- kommenden Lastzug überrannt, ehe es den Beamten möglich war, auszuweichen. Sie wurden überfahren und erlitten schwere Schädel- und Knö­chelbrüche, die ihren Tod herbeiführten.

3n einen 16 Meter tiefen Brunnen­schacht gestürzt.

LPD. Frankfurt a. M., 29. Sept. Ein schwe­rer Unfall, der ein Menschenleben forderte» ereig­nete sich in der Nähe des Bahnhofs Schwan­heim, wo zur Zeit das Frankfurter Städtische Wasserwerk im Walde einen Brunnen erbohren läßt. Durch einen Fehltritt stürzte ein 32jähriger Arbeiter aus Eberstadt in den 16 Meter tie­fen Brunnenschacht. Die herbeigerufene Ret­tungswache aus Höchst konnte mtr noch den Tod durch Genickbruch feststellen. Der so tragisch ums Leben gekommene junge Mann war erst seit drei Wochen verheiratet.

Betrüger mit Schraubenschlüsseln.

Lpd. Frankfurt a. M., 29. Sept. Ein Mann, der sich Paul Hofmann aus Suhl nennt, hat in letzter Zeit eine Reihe von Geschäftsleuten da­durch erheblich geschädigt, daß er ihnen zum Teil fehlerhafte Schraubenschlüssel zu einem Preise verkaufte, der 200 v. H. über dem Laden- Verkaufspreis liegt. Er benutzt Geschäftsschreiben, die den Kopf der bekannten Firma gleichen Namens aus Suhl tragen. Dort ist der Schwindler jedoch völlig unbekannt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß er seinen Trick auch hier anzuwenden versuchen wird. Die Kriminalpolizei Betrugsberatung warnt vor diesem Mann und bittet, fein Auftreten gegebe­nenfalls sofort zu me'Iben.

Wirtschaft.

Rhein-Maimfche Börse.

Mittagsbörse welker sehr fest.

Frankfurt a. M., 29. Sept. Auch an der heutigen Börse setzten sich die Kurssteigerungen auf allen Gebieten stark fort, nachdem bereits die gestrige Abendbörse auf das Bekanntwerden der Zusammenkunft der führenden Staatsmänner Euro­pas einen völligen Stimmungsumschwung gebracht hatte.

An den Aktienmärkten verzögerte sich die Kursfeststellung nicht unerheblich, da der Nachfrage kein Anaebot gegenüberstand. Die meisten Papiere, insbesondere die, die an der Abendbörse ohne Notiz waren, erschienen mit Plus-Plus-Zeichen: um allzu große Steigerungen zu vermeiden, wurden die No­tierungen bis zur Herbeischaffung entsprechenden Angebots vielfach ausgesetzt. Gegenüber gestern mittag kamen Harpener mit 153 (144), Klöckner mit 120 (HO), Verein. Stahl mit 103 (94,50), Scheide- anstalt mit 208 (202,25), Schuckert mit 180 (170,50), 21©. für Verkehrswesen mit 124 (114) und Hapag mit 67,90 (59,25) zur Notiz. Ferner stiegen Gement Heidelberg auf 148 (144), Aschaffenburger Zellstoff auf 118,50 (115). Gegenüber der Abendbörse be­trugen die durchschnittlichen Steigerungen 3 bis

v.H. 1L a. notierten; Mannesmann 109,40 (106),

Rheinstahl 143,50 (139), Deutsche Eisenhandel 142,50 (138), Holzmann 151,25 (145), Gesftirel 137,50 (131), Bemberg 136,50 (129), Reichsbank 182,75 (177,50) und Ädlerwerke 108 (102). IG-- Farben, in denen sich Angebot und Nachfrage eini­germaßen ausglichen, befestigten sich auf 152,40 ^Auch am Rentenmarkt war die Haltung fest und allgemein herrschte Nachfrage, Kurse kamen je­doch nur vereinzelt zustande. Reichsaltbesitz gewan­nen 1,25 v. H. auf 128,25, Reichsbahn-DA. 0,90 o. H. 124,50, dagegen lagen Kommunal-Umschul- dung nur wenig höher mit 93.10 (93). Industrie- Obligationen tarnen überwiegend 0,50 bis 1 v. H. höher an, fest lagen 5proz. Gelsenkirchen Berg mit 99 90 (97,75). Bei Stadtanleihen war die Entwick­lung noch uneinheitlich, die Veränderungen waren indes gering. Liquidationspfandbriefe zogen durch­weg 0,13 bis 0,25 v.H. an. Goldpfandbriefe und Staatspapiere weiterhin unverändert.

Im Verlaufe kam die Bewegung in geordnete Bahnen. Verschiedentlich erfolgten am Aktien­markt kleine Gewinnmitnahmen, so daß Rück­gänge bis 1 v. H. eintraten, denen aber auch wei­tere Besserungen gegenüberstanden. Rheinstahl 142 nach 143,50, Bemberg 135 nach 136,50, IG.-Färben 151,50 nach 152,40, Verein, Stahl 102,50 nach 103,

Klöckner 119- nach 120, Mannesmann 109 nach 109,40, AG. für Verkehr 123,50 nach 124, Reichs- oant 182,75 nach 183,50. Andererseits stiegen BMW. auf 148 nach 146, Eßlinger Maschinen auf 101 nach 100, Berger Tiefbau auf 150,50 nach 148,50. Im übrigen vollzog sich die Kursfeststellung weiter sehr schwierig. U. a. kamen schließlich Daim­ler mit 135,50 (127), Felten mit 136,25 (125), Deutsche Erdöl mit 132 (123,50), Buderus mit 112 (102) zur Notiz. Auch am Einheitsmarkt lagen die Kurse sehr fest.

Im Freiverkehr glichen sich die Kurse der veränderten Haltung ebenfalls an. Dingler 86 bis 88, Katz & Klumpp 91 bis 93, Elfäff. Bad. Wolle 80 Bis 82, Verein. Fränk. Schuh 71 bis 73, Ra- ftatter Waggon 43 bis 45. Tagesgeld unv. 2,5 v. H.

Abendbörse uneinheittich.

An der Abendbörse waren keine größeren Auf­träge mehr auszuführen, einige Käufe lagen jedoch von der Depositenkassenkundschaft vor. Die Berufs­kreise schritten dagegen nach den starken Erhöhun­gen im Mittagsverkehr eher zu kleinen Positions­lösungen, so daß sich die Kursentwicklung bei durch- aus zuversichtlicher Stimmung etwas uneinheitlich gestaltete. Die Abweichungen hielten sich meist zwi­schen 0,50 bis 1 v. H. Holzmann allerdings lagen zum Einheitskurs 3,25 v. H. niedriger mit 148, an­dererseits Deutsche Linoleum, ebenfalls in Anpassung an Berlin, 3 v. H. höher mit 155. Je 1,50 v. H. gaben Daimler auf 134, Feldmühle Papier auf 131, Ges für el auf 136 und Metallgesellschaft auf 125,50 nach. Von Montanwerten lagen Verein. Stahl 0,40 v. H. höher mit 102,90, Buderus mit 112,50, Rhein- stahl mit 142,50 und Deutsche Erdöl mit 132,50 ge­wannen je 0,50 v. H, während Mannesmann und Hoesch im gleichen Ausmaß abbröckelten auf 108,50 bzw. 112. Don Maschinenaktien gingen Demag auf 143,50 (144,50), Adlerwerke auf 107 (108), anderer­seits befestigten sich Eßlinger auf 102 (101) und Moenus auf 121,50 (121). IG. Farben lagen mit

151,50 (152) nicht ganz behauptet, hingegen Scheids« anftalt und Bemberg je 0,50 v. H. höher mit 208,50 bzw. 135,50. Außer den bereits erwähnten Gesfürel notierten am Elektromarkt noch Felten mit 135,50 (136,25) und RWE. mit 123 (122,50), sowie Rhein, eleftra nach Pause mit 115 (119,75). Derkehrswerte lagen gut behauptet, Hapag 68, AG. für Verkehr 123,50. Am Einheitsmarkt wurden Ehern. Albert nach Pause mit 114,50 (106,50) bei nur 30 v. H. Zuteilung wiedernotiert. Am Rentenmarkt bröckel­ten Altbesitzanleihe auf 128,75 (129), Schutzgebiets« Gertif. auf 11,88 (11,96) ab, Reichsbahn-Vorzugs« aktien 0,13 v. H. höher mit 124,65, 4V» v. H. Franks. Hyp. KO. unverändert 100. Im Freiverkehr nannte man Kommunal-Umschuldung und Wiederaufbau« Zuschläge unverändert mit 93,10 bzw. 79,65.

Zranksurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 29. Sept. Auftrieb: 862 Rinder (gegen 952 am 22. 9.), darunter 176 (179) Ochsen, 97 (114) Bullen, 368 (459) Kühe, 221 (200) Färsen): 259 (265) Kälber, 178 (189) Hämmel und Schafe, 618 (278) Schweine. Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 bis 45 (43 bis 45), b) 40 bis 41 (39 bis 41), c) 36 (35 bis 36); Bullen a) 42 bis 43 (42 bis 43), b) 34 bis 39 (37 bis 39); Kühe a) 40 bis 43 (40 bis 43), b) 36 bis 39 (36 bis 39), c) 29 bis 33 (28 bis 33), d) 20 bis 25 (18 bis 25); Färsen a) 42 bis 44 (43 bis 44), b) 39 bis 40 (36 bis 40), c) 33 bis 35 (34 bis 35), d) 28 (); Kälber a) 60 bis 65 (62 bis 65), b) 53 bis 59 (54 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 35 bis 40 (34 bis 40); Hämmel b2) 48 bis 52 (48 bis 52), c) 41 bis 45 (41 bis 45), d) 32 bis 40 (35 bis 40); Schafe a) 37 bis 42 (37 bis 42), b) 33 bis 36 (33 bis 36), c) 20 bis 32 (22 bis 30); Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b2) 57 (57), c) 55 (55), d) 52 (52); Sauen gl) 56 (56). Markt- verlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteill, Hämmel und Schafe mittelmäßig.

Gäste aus Mandschukuo beim Reichssportführer.

Die augenblicklich in Deutschland wellende man­dschurische Freundschafts- und Studienkommission unter Führung des Ministers Han Pun Ehieh stattete am Donnerstag in Begleitung von Vertretern des Auswärtigen Amtes und des Büros Ribbentrop dem Reichssportfeld in Berlin einen Besuch ab. Die Gäste aus dem Fernen Osten wurden von Reichs­sportführer von Tschammer und Osten empfangen und in einem Rundgang durch die gesamten An­lagen des Reichssportfeldes geführt, wobei Dr. Diem und Prof. Dr. March, der Erbauer dieser wunder­vollen Sportstätte, die notwendigen Erläuterungen gaben.

Großereignis im Frauenschwimmsport.

Dänemarks Schwimmerinnen gingen bei den Lon- doner Europameisterschaften als erfolgreichste Na­tionalmannschaft der Frauen hervor. Diese Vor­machtstellung haben sie nun am 5. Oktober in einem Länderkampf in Kopenhagen gegen die Hollände­rinnen zu verteidigen. Für die fünf Wettbewerbe hat Dänemark folgende Schwimmerinnen ausge­stellt: Ragnhild Hveger und Birthe Ove-Petersen für 100-Meter-Kraul und 100 Meter Rücken, Inge Sörensen und Lykke Larsen für 200 Meter und 400 Meter Brust, Elvi Arndt, Gunvor Kraft, Birthe Ove-Petersen und Ragnhild Hveger für die 4X100- Meter-Kraulstaffel.

Die kaum 13jährige Lykke Larsen wurde erst bei den Ausscheidungskämpfen im Oesterbro-Badent­deckt", wo sie in 6:28,5 die Altmeisterin Jacobsen im 400-Meter-Brustschwimmen schlug und damit nur 9 Sek. über dem Weltrekord von Martha Ge- n eng er blieb.

Vier jugoslawische Rekorde.

Jugoslawiens Schwimmer gewannen in Triest einen Länderkampf gegen Italien ganz sicher. Es gab vier neue Rekorde, von denen die 400-Meter- Kraul-Zeit von Zizek mit 4:56,7 und die 4X200- Meter-Kradlstaffel mit 9:29,9 Min. am meisten zu beachten sind.

Japans Schwimmer in großer $orm.

Die japanischen Meisterschaften kehrten wieder deutlich die Tüchtigkeit der japanischen Schwi-mmer hervor. Im Stadion von Osaka wurden hervor­ragende Zeiten geschwommen. In der Mehrzahl be« haupteten sich die japanischen Olympiasieger an der Spitze. So konnte Harnuro die zwei Meisterschaften im Bruststil an sich reißen, und auch Arai wurde Doppelmeister in den Kraulstrecken. Dagegen muß­ten sich Taniguchi und Tsuruta mit Plätzen begnü­gen.

Ungarns Wasserbattmeister kommt.

Nach Erringung der ungarischen Meisterschaft unternimmt UTE. Ujpest-Buoapest wie in vergan­genen Jahren mit seiner Meistersieben eine große Reise, die die Ungarn diesmal auch nach Deutsch­land führen soll. Es ist geplant, daß die Ungarn in Hannover gegen den siebenfachen deutschen Mei­ster, Wasserfreunde Hannover, antreten sollen. Die Reise der Ungarn führt weiterhin nach Frankreich, Belgien und Holland.

Deutschlands Amateurboxer kämpfen gegen Ungarn.

Die neue Winterkampfzeit unserer Amateurboxer wird am kommenden Samstag, 1. Oktober, in Bu­dapest eröffnet. Zumachten Male steht die ungarische Staffel den deutschen Amateuren gegenüber. In den bisherigen sieben Begegnungen gab es fünf deutsche Siege, einen Erfolg der Magyaren und ein Unentschieden. In den beiden Kämpfen des ver­gangenen Jahres holten die Ungarn zunächst in Bu­dapest ein 8:8°Unentschieden heraus, dann siegten unsere Vertreter im November in Köln ganz über­legen mit 14:2 Punkten.

Wie diese letzten Ergebnisse schon zeigen, ist auf deutschem Boden immer mit einem klaren Siege gegen die Magyaren zu rechnen, dagegen werden die Ungarn in heimischer Umgebung zu gefährlichen Gegnern. Deshalb darf auch der kommende Kampf in der ungarischen Metropole nicht leicht genommen werden.

Deutschlands beste Rollhockeyspieler in Darmstadt.

Zwölf der besten deutschen Rollhockey-Mannschaf­ten kämpfen am Wochenende in Darmstadt um den Titel eines Reichssiegers im Rollhockey. Neben dem vorjährigen Sieger, dem 1 FE. Nürnberg, wer­

den noch Altmeister Stuttgarter SRC., Post-SD. Nürnberg, SSDg. Frankfurt a. M., Tgd. Nürn­berg, Frankfurter TE. 1914, Ehemnitzer RuSE., RSK. Berlin-Lindenhof, Dortmunder RuSE., Kre­felder EV., DRL. Darmstadt und Hamburg zur Stelle sein. Als die spielstärksten Mannschaften wur­den Stuttgart, 1. FE. Nürnberg, SSVg. Frankfurt und Berlin angesehen und an die Spitze von vier Gruppen gesetzt. Die Gruppensieger bestreiten die Vorschlußrunde und die Sieger der Vorschlußrunde tragen den Endkampf aus. In der Entscheidung er­wartet man wieder Nürnberg und Stuttgart, die sich in den beiden letzten Jahren mit wechselndem Erfolg gegenüberstanden.

Tiedtke besiegt den Mettmeister.

In Buenos Aires konnte unser Billardmeister August Tiedtke (Düsseldorf) im weiteren Ver­lauf der Kämpfe um die Dreibanden-Weltmeister- schaft einen schönen Erfolg erzielen. Er schlug den Titelverteidiger Lagache (Frankreich) in 77 Auf­nahmen mit einem Durchschnitt von 0,649. Durch diesen Sieg konnte Tiedtke allerdings seine Stellung nur unwesentlich verbessern, da ihm vier Nieder­lagen gegenüberstehen. Nach der Niederlage von Lagache ist der Argentinier Augusto V e r g e z , der nach dem fünften Spieltag mit 10 Punkten führte und mit einem Durchschnitt von 1,162 in einer Par­tie einen neuen Weltrekord aufstellte, der aussichts­reichste Titelanwärter. Tiedtke steht mit vier Punk­ten an sechster Stelle.

Fußball der süddeutschen Gauliga-Mannschaften.

Hessen ohne Spiele.

Den süddeutschen Fußballfreunden steht ein er­eignisreicher Tag bevor. Die Terminliste will es, daß schon recht früh die beseitigen, Meisterschafts- favoriten Zusammentreffen. Das trifft besonders auf die Gaue Südwest, Baden und Bayern zu, die am Sonntag hochwichtige Ereignisse verzeichnen. Im Gau S ü d w e st wird das FrankfurterDerby" zwischen Einttacht und Fußballsportverein, das im Sportfeld aüsgetragen wird, ein gesteigertes Inter­esse finden, was auf die großartige Form der wie- dererstandenen Bornheimer zurückzuführen ist.

In Baden sind am Sonntag die vier Favoriten- mannschaften unter sich: der Meister VfR. Mann­heim hat den 1. FE. Pforzheim zu Gast, und der VfB. Mühlburg empfängt den SV. Waldhos. Da wird die Spitzengruppe am Sonntagabend wohl ein etwas anderes Aussehen haben.

In Bayern hat man trotz desHochburg- Derbys" zwischen SpVgg. Fürth und 1. FE. Nürn­berg das Treffen BSG. Neumeyer Nürnberg gegen Bayern München vom Spielplan angefetzt.

In Württemberg haben VfB. und Kickers Stuttgart am Sonntag die augenblicklichen Tabel­lenführer Zuffenhausen und Böckingen zu Gast. Sie werden bestrebt fein, den Anschluß nicht zu ver­lieren.

In Hessen finden am Tag des Erntedankfestes keine Punktespiele statt.

Frauen-Handbattkampf Deutschland-Holland.

Am 15. Mai standen sich in Aachen zum ersten­mal die besten Handball-Spielerinnen Deutschlands und Hollands gegenüber. Die Begegnung fand so viel Anklang in Holland, daß der Wunsch nach einer möglchst baldigen Wiederholung des Kamp­fes laut wurde. Am nächsten Sonntag ist es so weit: in Groningen gibt es den zweiten Länder­kampf. Obwohl unsere Mädel damals in Aachen einen sicheren 6:0-Sieg landeten, dürfen dieMeis- jes" nicht unterschätzt werden, die sicher zu Hause mit einer guten Leistung aufwarten werden. Deutschlands Elf ist zum größten Teil aus den drei spielstarken Vereinen TiB Berlin, VfR. Mann­heim und Stahlunion Düsseldorf zusammengesetzt; den Sturm führt die Münchnerin Schiemann. Man glaubt an eine Wiederholung des deutschen Sieges, wenn auch diesmal der Kampf sicher nichtzu Null" ausgehen wird.

Handbatt-Terminliste der 1. Kreisklasse

Die Zahl der Teilnehmer in der 1. Kreisklasse hat sich durch das Ausscheiden der Mannschaft des Tv. Lang-Gons auf sieben verringert. Es ist be­dauerlich, daß Lang-Göns feine Meldung nicht auf« rechterhälten konnte, zumal man gerade dort mit einem neuen Auftrieb im Handball gerechnet hatte.

Der Rest der Mannschaften ist unter Berücksich­tigung aller Wünsche wie folgt eingeteilt worden:

16. Oktober; Tv. Atzbach To. Dillenburg; Tv*