Ausgabe 
30.9.1938
 
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Der Führer war dem Duce bis nach Kufstein entgegengefahren. Bei der Ankunft auf dem Münchner Hauptbahnhof wurden die Führer der beiden großen Nationen von einer nach vielen Tausenden zählenden Menschenmenge jubelnd empfangen. Unser Bld> zem: den Führer und den Duce nach dem Verlassen des Bahnhofs Hinter ihnen Außenministe

G r a f C i a n o und Generalfeldmarschall Göring. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Oer Führer in Unterhaltung mit dem französischen Ministerpräsidenten Oaladier

Bereits kurz vor 13 Uhr begannen im Arbeitszim­mer des Führers im Füh­rerbau am Königlichen Platz in München die Be­sprechungen zwischen dem Führer, Mussolini, Cham­berlain und Daladier. Un­ser Bild zeigt Adolf Eit­ler in Unterhaltung mit dem französischen Mini­sterpräsidenten Daladier; zwischen beiden sieht man den Dolmetscher Gesandt- schastsrat Dr. Schmidt.

(Presse-Illustrationen choffmann-M.)

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ein. Nachdem dann gegen 1.30 Uhr sämtliche Formali­täten erledigt waren, verabschiedete sich der Führer mit herzlichen Worten des Dankes von den ausländischen Regierungschefs. Der Führer sprach den Regierungschefs zugleich auch im Namen des deutschen Volkes seinen aufrichtigen Dank für ihre Bemühungen aus. Er fügte hinzu, daßihreeigenenVölker sicherlich über die Beendigung der Krise ebenso glücklich sein würden wie das deutsche. Der Führer drückte hierauf Benito Mussolini. Neville Chamberlain und Edouard Daladier besonders herzlich die Hand. Premierminister Neville Chamberlain erklärte seinerseits, es sei für ihn persönlich eine große Freude gewesen, nach München gekommen zu sein. Er sei sicher, daß das englische Volk die Gefühle feite, von denen der Führer soeben gesprochen habe. Der Führer verabschiedete sich dar­aufhin noch einmal besonders herzlich von den drei Regierungschefs und ihren engsten Mitarbeitern.

Der Führer mit dem Duce in München.

München, 29. Sept. (DNB.) Pünktlich um 10.50 Uhr traf der Sond erzug des Fuhrers mit dem Führer und dem Duce im Münchener Hauptbahnhof ein. Generalfeldmarschall Göring begrüßte den Duce und den Führer. Zum Empfang waren ferner erschienen der italienische Botschafter in Berlin, Attolico, Reichsstatthalter General Ritter von Epp, die Reichsleiter Dr. Ley und Bormann, General D a l u e g e, General der Flieger Sperrte. Mit dem Duce und dem Führer entfliegen dem Sonderzug der italienische Minister des Aeußeren Graf Gian o, der Stell­vertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß, der General der Artillerie Keitel, der Reichs- führer H Himmler, Reichspressechef Dr. Diet­rich, der Oberpräsident Prinz von Hessen sowie die ständige Begleitung des Duce und des Führers. Vor dem Bahnhofsgebäude wurden der Führer und sein hoher Gast von brausenden Heil- Rufen der nach viesen Tausenden zählenden Men­schenmenge empfangen. Der Duce schritt mit dem Führer und Generalfeldmarschall Göring die Fron­ten der Ehrenkompanie der Wehrmacht und der Ehrenformationen der Gliederungen ab, woraus die Fahrt durch die Stadt im Kraftwagen unter dem Jubel der Bevölkerung angetreten wurde. Vor dem Prinz-Karl-Palais, wo ein Doppelposten und eine Ehrenwache der ^-Standarte Deutschland aufgezogen waren, hielt die Wagenkolonne. Der Führer geleitete zusammen mit Generalfeldmarschall Göring, dem Stellvertreter des Führers und Mi­nisterpräsident Siebert Mussolini und Graf Eiano in das Palais, wo der Duce auch diesmal wieder Wohnung nimmt, genau so wie bei seinem ersten Besuch vor einem Jahre. Der Führer setzte bann, gefolgt von Generalfeldmarschall Göring und dem Stellvertreter des Führers, die Fahrt in seine Woh­nung am Prinzregenten-Platz fort.

Chamberlains und Oaladiers Ankunst.

Der französische Ministerpräsident Daladier traf im Sonderflugzeug mit seiner Begleitung um 11.16 Uhr auf dem Münchener Flugplatz Oberwiesenfeld ein, wo er von Reichsaußen­minister von Ribbentrop im Namen des Füh­rers auf deutschem Boden begrüßt wurde. Zum Empfang waren ferner erschienen der französische Botschafter Francois-Poncet, Staatssekretär Freiherr von Weizsäcker, der Chef des Protokolls Gesandter Freiherr von Do em- berg, Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner, Oberbürgermeister Fiehler und der französische Generalkonsul in München Comte d e Vaux de Saint Cyr. Der französische Ministerpräsident schritt nach seiner Begrüßung unter den Klängen der französischen und deutschen Nationalhymnen ine Front der Ehrenkompanie der ^-Standarte Deutsch­land ab und begab sich dann im Kraftwagen zum HotelVier Jahreszeiten".

Der britische Premierminister Neville Cham­berlain traf mit feiner Begleitung im Sonder­flugzeug 11.53 Uhr auf dem Flugplatz Oberwiesen­feld ein. Zur Begrüßung waren mit Reichsaußen­minister von Ribbentrop der englische Bot­schafter in Berlin, Sir Neville Henderson, Reichsstatthalter General Ritter von .Epp, Staatssekretär Freiherr von Weizsäcker, Gauleiter Adolf Wagner, der Chef des Proto­kolls Freiherrvon Doernberg, Oberbürger­meister Fiehler, Ministerialdirektor Gauß so­wie Gesandter Aschmann erschienen. Beim Ver­lassen des Flugzeuges hieß der Reichsaußenminister den britischen Premierminister im Namen des Füh­rers willkommen. Chamberlain schritt die Front der Ehrenkompanie der ff ab, während die Musik die britische Nationalhymne und die deutschen National­hymnen spielte. Premierminister Chamberlain be­gab sich sodann im Wagen des Reichsaußenministers in sein Hotel. Beide Staatsmänner wurden sowohl bei ihrer Ankunft auf dem Flugplatz wie bei ihrer Fahrt durch die Stadt von einer großen Menschen­menge sehr herzlich willkommen geheißen.

Der Verlaus der Besprechung.

München, 29. Sept. (DNB.) Gegen 12.15 Uhr verließ der Führer seine Wohnung am Prinz­regentenplatz, um sich zum Führerbau am König­lichen Platz zu begeben. Auf der Fahrt bereitete die Münchener Bevölkerung dem Führer wieder begei­sterte Kundgebungen. Von den beiden Balkonen des Führerbaues am Königlichen Platz wehen das fa­schistische Banner Italiens, der britische Union Jack, die französische Trikolore und das Hakenkreuzbanner des Dritten Reiches. Eine Ehrenwache der ff-Stan- barte Deutschland präsentiert. Der Führer begibt sich in seine im ersten Stock des Führerbaues ge­legenen Räume. Vorher schon ist der britische Mini­sterpräsident Chamberlain in Begleitung des Reichsaußenministers von Ribbentrop im Führerbau eingetroffen. Wenig später trifft der französische Ministerpräsident Daladier, beglei­tet von Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring und dem Präsidenten des Geheimen Kabinettsrats, Reichsminister Freiherr von Neurath, ein. Wieder präsentiert die Ehren­wache. Der Generalfeldmarschall geleitet den fran­

zösischen Ministerpräsidenten die marmorne Treppe zum ersten Stock empor. Um 12.30 Uhr ertönen erneut Trommelwirbel und begeisterte Heilrufe der Bevölkerung. Der Duce ist in Begleitung des Stellvertreters des Führers eingetroffen. Gefolgt von Graf Eiano.

Nach ihrer Ankunft wurden die ausländischen Staatsmänner in das Empfangszimmer geleitet, wo der Führer feine Gäste erwartete. Dor Be­ginn der Besprechungen nahmen die Regierungs­chefs mit den Herren ihrer Begleitung stehend einen kleinen Imbiß ein. Hierbei ergab sich die Gelegen­heit zu ungezwungenen Unterhaltungen der Staats­männer und Diplomaten. Man fah in wechselndem Gespräch den Führer und den französischen Minister­präsidenten, den Duce und den britischen Premier­minister, Generalfeldmarschall Göring, den deutschen und den italienischen Außenminister, die Berliner Botschafter Frankreichs, Großbritanniens und Ita­liens, die Begleitung der ausländischen Regierungs­chefs und Herren des Auswärtigen Amts, den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, den Präsiden­ten des Geheimen Kabin'ettsrctts und andere Herren. Um 12.45 Uhr nahmen dann die Besprechun­

gen im Arbeitszimmer des Führers ihren Anfang.

Die Besprechungen wurden um 14.45 Uhr für eine kurze Mittagspause unterbrochen und um 16.30 Uhr wieder aufgenommen. Sie wurden erneut um 20.20 Uhr zur Einnahme des Abendessens unter­brochen. Chamberlain und Daladier trafen zur Fortsetzung der Besprechung gegen 22 Uhr wieder im Führerbau ein, während der Duce und der Füh­rer im Führerbau verweilten. Unmittelbar nach 22 Uhr nahmen die Besprechungen wieder ihren Fortgang und wurden kurz nach Mitternacht ab- geschloffen. .

Der Duee verlaßt München.

Der Führer geleitet Mussolini unter sturmischemJubel derMassenzumBahnhof

München, 30. Sept. (DNB.) Zu Tausenden harrte die Münchener Bevölkerung bis in die spaten Nachtstunden nach auf den Straßen und Platzen um den Ausgang der Besprechungen mttzu- erleben. Hauptanziehungspunkt war natürlich d e r Führerbauam Königlichen Platz, die Statte der weltpolittsch bedeutsamen Zusammenkunft des Füh­rers mit den Regierungschefs der europäischen Großmächte. Als bekannt wurde, daß sich die Staatsmänner um 22 Uhr zur abschließenden Be­sprechung versammelten, strömten noch wettere Tau­sende auf die Straßen. 1.30 Uhr kommen die Men­schen auf dem Königlichen Platz in Bewegung. Die verstärkte Ehrenwache ist unter das Gewehr ge­treten, Trommelwirbel ertönt, von Mund zu Mund pflanzt es sich fort und durcheilt bald die ganze Stadt: Die historische Begegnung ist beendet.

In den weiten lichtdurchfluteten Wandelgangen des Führerbaues sieht man viele führende Männer van Partei und Staat und die Mitglieder der crus- ländischen Delegationen im lebhaften Gespräch. Um 1.30 Uhr öffnet sich die Tür des Arbeits­raumes des Führers. Die Besprechung ist beendet. Der Führer verabschiedet sich in seinem Ärbeitsraum mit herzlichen Worten von dem briti­schen Premierminister und dem französischen Mi­nisterpräsidenten, die vom Reichsaußenminister zum Portal geleitet werden. Die Ehrenwache präsentiert, Trommelwirbel ertönt, die Menge grüßt die Staats­männer mit lauten Heilrufen. Auf ihrer Fahrt zum Hotel entbieten die Münchener den englischen und französischen Gästen herzliche Kundgebungen , .

Kurz daraus geleitet der Führer Mussolini über die große Freitreppe zum Portal. Adolf Hitler besteigt mit dem italienischen Regierungschef den Kraftwagen und gibt Benito Mussolini das Ge- leit zum H a u p t b a h n h o f. Auch Generalfeld- marschall Goring, Rudolf Heß und Reichsrnim- ster des Auswärttgen von Ribbentrop beglei­ten den italienischen Regierungschef und seine Mit­arbeiter zum Sonderzug. Heilrufe hallen durch das nächtliche München. Eine ungeheure Welle der Be- geisterung schlägt den beiden Führern ihrer Volker sich immer wieder erneuernd entgegen bis zur An­kunft am Hauptbahnhof.

Nachdem der Duce mit dem Führer unter den Klängen der Giovinezza die Front der Ehrenkom­panie der Wehrmacht und einer Ehrenkompanie der abgeschritten hatte, begleitete ihn Adolf Hitler zum Sonderzug. Bevor der Duce am Eingang zum Fürstensalon den Blicken der Bevölkerung ent­schwand, brausten ihm noch einmal lebhafte und lang anhaltende Heil-Rufe zu. Ein letztes Grüßen, ein letztes Winken der Münchener Bevölkerung, dann begab" sich der Duce zusammen mit dem Führer und gefolgt von dem italienischen Außenminister Grafen Cianö sowie Generalfeldmarschall Goring, dem Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß, dem ReichsMrer H Himmler und dem Reichs- aufcenminifter von Ribbentrop in die Bahnhofshalle.

Vor der Tür des Wagens verabschiedeten sich Adolf Hitler von Benito Mussolini. Beide schüttelten sich lange herzlich die Hände. Dann nahm der Duce Abschied von Generalfeldmarschall Goring und den übrigen deutschen Persönlichkeiten, die dem Duce das Geleit gaben, neben dem Stellvertreter des Führers und dem Reichsaußenminister der Gauleiter des Traditionsgaues, der bäurische Ministerpräsident und der Oberbürgermeister der Hauptstadt der Be­wegung. Sodann bestieg der Duce den Wagen und trat ans Fenster. Neben ihm stand Außen­minister Graf Eiano. Langsam rollte um 1.40 Uhr der Sonderzug aus der Halle. Von München bis zur Grenze begleitet den Duce im Auftrag des Führers der Chef des Protokolls Gesandter Freiherr von Dörnberg. Als der Führer mit feiner Begleitung das Bahnhofsgebäude wieder verlassen hatte, wandte sich ihm die ganze Begeisterung der Massen zu. Eine Woge lauten Jubels begleitete seine Fahrt durch das nächtliche München.

Oie 6ritif(6e£cgion riistetzum Ausbruch

London, 30. Sept. (Europapreß.) Jrn Zusam­menhang mit den Beschlüssen der Münchener Vier­mächtebesprechung hat die Britische Legion bereits alle Vorkehrungen getroffen, um sich zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit in den Abstimmungsgebieten der Tschecho-Slowakei zur Verfügung zu stellen. Es sollen, so wird be­richtet, etwa 5 0 OOOMann der eine halbe Mil­lion umfassenden Organisation für diesen Ordnungs­dienst benötigt werden. Die ehemaligen englischen Frontkämpfer werden ihren Dienst in Zivil ver­sehen. Am Freitag sollen alle näheren Einzelheiten, darunter auch die Frage des Abtransportes in die Tschecho-Slowakei beraten werden.

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Der britische Premierminister Sir Neville Chamberlain wurde nach seiner Ankunft auf dem Münchner Flughafen Oberwiesenfeld von Reichsaußenminister von Ribbentrop im Namen des Führers herzlich begrüßt. Unser Bild zeigt ihn beim Abschreiten der Front einer ^-Ehren­kompanie. Man erkennt von links: Gauleiter Adolf Wagner, Oberbürgermeister F i e h l e r, Reichsstatthalter Ritter von Epp und weiter rechts Premierminister Chamberlain

Der französische Ministerpräsident Edouard Daladier traf am Donnerstagmittag M Sonderflugzeug auf dem Münchner Flughafen Oberwiesenfeld ein, wo er von Reichsautzen- Minister v o n R i b b e n t r o p begrüßt wurde. Unser Bildtelegramm zeigt den Minister, vräsidenten Daladier mit Reichsaußenminister vomRibbentrop auf der Fahrt in fein Hotel.

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