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Der Führer war dem Duce bis nach Kufstein entgegengefahren. Bei der Ankunft auf dem Münchner Hauptbahnhof wurden die Führer der beiden großen Nationen von einer nach vielen Tausenden zählenden Menschenmenge jubelnd empfangen. — Unser Bld> zem: den Führer und den Duce nach dem Verlassen des Bahnhofs Hinter ihnen Außenministe
G r a f C i a n o und Generalfeldmarschall Göring. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Oer Führer in Unterhaltung mit dem französischen Ministerpräsidenten Oaladier
Bereits kurz vor 13 Uhr begannen im Arbeitszimmer des Führers im Führerbau am Königlichen Platz in München die Besprechungen zwischen dem Führer, Mussolini, Chamberlain und Daladier. Unser Bild zeigt Adolf Eitler in Unterhaltung mit dem französischen Ministerpräsidenten Daladier; zwischen beiden sieht man den Dolmetscher Gesandt- schastsrat Dr. Schmidt.
(Presse-Illustrationen choffmann-M.)
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ein. Nachdem dann gegen 1.30 Uhr sämtliche Formalitäten erledigt waren, verabschiedete sich der Führer mit herzlichen Worten des Dankes von den ausländischen Regierungschefs. Der Führer sprach den Regierungschefs zugleich auch im Namen des deutschen Volkes seinen aufrichtigen Dank für ihre Bemühungen aus. Er fügte hinzu, daßihreeigenenVölker sicherlich über die Beendigung der Krise ebenso glücklich sein würden wie das deutsche. Der Führer drückte hierauf Benito Mussolini. Neville Chamberlain und Edouard Daladier besonders herzlich die Hand. Premierminister Neville Chamberlain erklärte seinerseits, es sei für ihn persönlich eine große Freude gewesen, nach München gekommen zu sein. Er sei sicher, daß das englische Volk die Gefühle feite, von denen der Führer soeben gesprochen habe. Der Führer verabschiedete sich daraufhin noch einmal besonders herzlich von den drei Regierungschefs und ihren engsten Mitarbeitern.
Der Führer mit dem Duce in München.
München, 29. Sept. (DNB.) Pünktlich um 10.50 Uhr traf der Sond erzug des Fuhrers mit dem Führer und dem Duce im Münchener Hauptbahnhof ein. Generalfeldmarschall Göring begrüßte den Duce und den Führer. Zum Empfang waren ferner erschienen der italienische Botschafter in Berlin, Attolico, Reichsstatthalter General Ritter von Epp, die Reichsleiter Dr. Ley und Bormann, General D a l u e g e, General der Flieger Sperrte. Mit dem Duce und dem Führer entfliegen dem Sonderzug der italienische Minister des Aeußeren Graf Gian o, der Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß, der General der Artillerie Keitel, der Reichs- führer H Himmler, Reichspressechef Dr. Dietrich, der Oberpräsident Prinz von Hessen sowie die ständige Begleitung des Duce und des Führers. Vor dem Bahnhofsgebäude wurden der Führer und sein hoher Gast von brausenden Heil- Rufen der nach viesen Tausenden zählenden Menschenmenge empfangen. Der Duce schritt mit dem Führer und Generalfeldmarschall Göring die Fronten der Ehrenkompanie der Wehrmacht und der Ehrenformationen der Gliederungen ab, woraus die Fahrt durch die Stadt im Kraftwagen unter dem Jubel der Bevölkerung angetreten wurde. Vor dem Prinz-Karl-Palais, wo ein Doppelposten und eine Ehrenwache der ^-Standarte Deutschland aufgezogen waren, hielt die Wagenkolonne. Der Führer geleitete zusammen mit Generalfeldmarschall Göring, dem Stellvertreter des Führers und Ministerpräsident Siebert Mussolini und Graf Eiano in das Palais, wo der Duce auch diesmal wieder Wohnung nimmt, genau so wie bei seinem ersten Besuch vor einem Jahre. Der Führer setzte bann, gefolgt von Generalfeldmarschall Göring und dem Stellvertreter des Führers, die Fahrt in seine Wohnung am Prinzregenten-Platz fort.
Chamberlains und Oaladiers Ankunst.
Der französische Ministerpräsident Daladier traf im Sonderflugzeug mit seiner Begleitung um 11.16 Uhr auf dem Münchener Flugplatz Oberwiesenfeld ein, wo er von Reichsaußenminister von Ribbentrop im Namen des Führers auf deutschem Boden begrüßt wurde. Zum Empfang waren ferner erschienen der französische Botschafter Francois-Poncet, Staatssekretär Freiherr von Weizsäcker, der Chef des Protokolls Gesandter Freiherr von Do em- berg, Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner, Oberbürgermeister Fiehler und der französische Generalkonsul in München Comte d e Vaux de Saint Cyr. Der französische Ministerpräsident schritt nach seiner Begrüßung unter den Klängen der französischen und deutschen Nationalhymnen ine Front der Ehrenkompanie der ^-Standarte Deutschland ab und begab sich dann im Kraftwagen zum Hotel „Vier Jahreszeiten".
Der britische Premierminister Neville Chamberlain traf mit feiner Begleitung im Sonderflugzeug 11.53 Uhr auf dem Flugplatz Oberwiesenfeld ein. Zur Begrüßung waren mit Reichsaußenminister von Ribbentrop der englische Botschafter in Berlin, Sir Neville Henderson, Reichsstatthalter General Ritter von .Epp, Staatssekretär Freiherr von Weizsäcker, Gauleiter Adolf Wagner, der Chef des Protokolls Freiherrvon Doernberg, Oberbürgermeister Fiehler, Ministerialdirektor Gauß sowie Gesandter Aschmann erschienen. Beim Verlassen des Flugzeuges hieß der Reichsaußenminister den britischen Premierminister im Namen des Führers willkommen. Chamberlain schritt die Front der Ehrenkompanie der ff ab, während die Musik die britische Nationalhymne und die deutschen Nationalhymnen spielte. Premierminister Chamberlain begab sich sodann im Wagen des Reichsaußenministers in sein Hotel. Beide Staatsmänner wurden sowohl bei ihrer Ankunft auf dem Flugplatz wie bei ihrer Fahrt durch die Stadt von einer großen Menschenmenge sehr herzlich willkommen geheißen.
Der Verlaus der Besprechung.
München, 29. Sept. (DNB.) Gegen 12.15 Uhr verließ der Führer seine Wohnung am Prinzregentenplatz, um sich zum Führerbau am Königlichen Platz zu begeben. Auf der Fahrt bereitete die Münchener Bevölkerung dem Führer wieder begeisterte Kundgebungen. Von den beiden Balkonen des Führerbaues am Königlichen Platz wehen das faschistische Banner Italiens, der britische Union Jack, die französische Trikolore und das Hakenkreuzbanner des Dritten Reiches. Eine Ehrenwache der ff-Stan- barte Deutschland präsentiert. Der Führer begibt sich in seine im ersten Stock des Führerbaues gelegenen Räume. Vorher schon ist der britische Ministerpräsident Chamberlain in Begleitung des Reichsaußenministers von Ribbentrop im Führerbau eingetroffen. Wenig später trifft der französische Ministerpräsident Daladier, begleitet von Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring und dem Präsidenten des Geheimen Kabinettsrats, Reichsminister Freiherr von Neurath, ein. Wieder präsentiert die Ehrenwache. Der Generalfeldmarschall geleitet den fran
zösischen Ministerpräsidenten die marmorne Treppe zum ersten Stock empor. Um 12.30 Uhr ertönen erneut Trommelwirbel und begeisterte Heilrufe der Bevölkerung. Der Duce ist in Begleitung des Stellvertreters des Führers eingetroffen. Gefolgt von Graf Eiano.
Nach ihrer Ankunft wurden die ausländischen Staatsmänner in das Empfangszimmer geleitet, wo der Führer feine Gäste erwartete. Dor Beginn der Besprechungen nahmen die Regierungschefs mit den Herren ihrer Begleitung stehend einen kleinen Imbiß ein. Hierbei ergab sich die Gelegenheit zu ungezwungenen Unterhaltungen der Staatsmänner und Diplomaten. Man fah in wechselndem Gespräch den Führer und den französischen Ministerpräsidenten, den Duce und den britischen Premierminister, Generalfeldmarschall Göring, den deutschen und den italienischen Außenminister, die Berliner Botschafter Frankreichs, Großbritanniens und Italiens, die Begleitung der ausländischen Regierungschefs und Herren des Auswärtigen Amts, den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, den Präsidenten des Geheimen Kabin'ettsrctts und andere Herren. Um 12.45 Uhr nahmen dann die Besprechun
gen im Arbeitszimmer des Führers ihren Anfang.
Die Besprechungen wurden um 14.45 Uhr für eine kurze Mittagspause unterbrochen und um 16.30 Uhr wieder aufgenommen. Sie wurden erneut um 20.20 Uhr zur Einnahme des Abendessens unterbrochen. Chamberlain und Daladier trafen zur Fortsetzung der Besprechung gegen 22 Uhr wieder im Führerbau ein, während der Duce und der Führer im Führerbau verweilten. Unmittelbar nach 22 Uhr nahmen die Besprechungen wieder ihren Fortgang und wurden kurz nach Mitternacht ab- geschloffen. . „
Der Duee verlaßt München.
Der Führer geleitet Mussolini unter sturmischemJubel derMassenzumBahnhof
München, 30. Sept. (DNB.) Zu Tausenden harrte die Münchener Bevölkerung bis in die spaten Nachtstunden nach auf den Straßen und Platzen um den Ausgang der Besprechungen mttzu- erleben. Hauptanziehungspunkt war natürlich d e r Führerbauam Königlichen Platz, die Statte der weltpolittsch bedeutsamen Zusammenkunft des Führers mit den Regierungschefs der europäischen Großmächte. Als bekannt wurde, daß sich die Staatsmänner um 22 Uhr zur abschließenden Besprechung versammelten, strömten noch wettere Tausende auf die Straßen. 1.30 Uhr kommen die Menschen auf dem Königlichen Platz in Bewegung. Die verstärkte Ehrenwache ist unter das Gewehr getreten, Trommelwirbel ertönt, von Mund zu Mund pflanzt es sich fort und durcheilt bald die ganze Stadt: Die historische Begegnung ist beendet.
In den weiten lichtdurchfluteten Wandelgangen des Führerbaues sieht man viele führende Männer van Partei und Staat und die Mitglieder der crus- ländischen Delegationen im lebhaften Gespräch. Um 1.30 Uhr öffnet sich die Tür des Arbeitsraumes des Führers. Die Besprechung ist beendet. Der Führer verabschiedet sich in seinem Ärbeitsraum mit herzlichen Worten von dem britischen Premierminister und dem französischen Ministerpräsidenten, die vom Reichsaußenminister zum Portal geleitet werden. Die Ehrenwache präsentiert, Trommelwirbel ertönt, die Menge grüßt die Staatsmänner mit lauten Heilrufen. Auf ihrer Fahrt zum Hotel entbieten die Münchener den englischen und französischen Gästen herzliche Kundgebungen , .
Kurz daraus geleitet der Führer Mussolini über die große Freitreppe zum Portal. Adolf Hitler besteigt mit dem italienischen Regierungschef den Kraftwagen und gibt Benito Mussolini das Ge- leit zum H a u p t b a h n h o f. Auch Generalfeld- marschall Goring, Rudolf Heß und Reichsrnim- ster des Auswärttgen von Ribbentrop begleiten den italienischen Regierungschef und seine Mitarbeiter zum Sonderzug. Heilrufe hallen durch das nächtliche München. Eine ungeheure Welle der Be- geisterung schlägt den beiden Führern ihrer Volker sich immer wieder erneuernd entgegen bis zur Ankunft am Hauptbahnhof.
Nachdem der Duce mit dem Führer unter den Klängen der Giovinezza die Front der Ehrenkompanie der Wehrmacht und einer Ehrenkompanie der abgeschritten hatte, begleitete ihn Adolf Hitler zum Sonderzug. Bevor der Duce am Eingang zum Fürstensalon den Blicken der Bevölkerung entschwand, brausten ihm noch einmal lebhafte und lang anhaltende Heil-Rufe zu. Ein letztes Grüßen, ein letztes Winken der Münchener Bevölkerung, dann begab" sich der Duce zusammen mit dem Führer und gefolgt von dem italienischen Außenminister Grafen Cianö sowie Generalfeldmarschall Goring, dem Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß, dem ReichsMrer H Himmler und dem Reichs- aufcenminifter von Ribbentrop in die Bahnhofshalle.
Vor der Tür des Wagens verabschiedeten sich Adolf Hitler von Benito Mussolini. Beide schüttelten sich lange herzlich die Hände. Dann nahm der Duce Abschied von Generalfeldmarschall Goring und den übrigen deutschen Persönlichkeiten, die dem Duce das Geleit gaben, neben dem Stellvertreter des Führers und dem Reichsaußenminister der Gauleiter des Traditionsgaues, der bäurische Ministerpräsident und der Oberbürgermeister der Hauptstadt der Bewegung. Sodann bestieg der Duce den Wagen und trat ans Fenster. Neben ihm stand Außenminister Graf Eiano. Langsam rollte um 1.40 Uhr der Sonderzug aus der Halle. Von München bis zur Grenze begleitet den Duce im Auftrag des Führers der Chef des Protokolls Gesandter Freiherr von Dörnberg. Als der Führer mit feiner Begleitung das Bahnhofsgebäude wieder verlassen hatte, wandte sich ihm die ganze Begeisterung der Massen zu. Eine Woge lauten Jubels begleitete seine Fahrt durch das nächtliche München.
Oie 6ritif(6e£cgion riistetzum Ausbruch
London, 30. Sept. (Europapreß.) Jrn Zusammenhang mit den Beschlüssen der Münchener Viermächtebesprechung hat die Britische Legion bereits alle Vorkehrungen getroffen, um sich zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit in den Abstimmungsgebieten der Tschecho-Slowakei zur Verfügung zu stellen. Es sollen, so wird berichtet, etwa 5 0 OOOMann der eine halbe Million umfassenden Organisation für diesen Ordnungsdienst benötigt werden. Die ehemaligen englischen Frontkämpfer werden ihren Dienst in Zivil versehen. Am Freitag sollen alle näheren Einzelheiten, darunter auch die Frage des Abtransportes in die Tschecho-Slowakei beraten werden.
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Der britische Premierminister Sir Neville Chamberlain wurde nach seiner Ankunft auf dem Münchner Flughafen Oberwiesenfeld von Reichsaußenminister von Ribbentrop im Namen des Führers herzlich begrüßt. Unser Bild zeigt ihn beim Abschreiten der Front einer ^-Ehrenkompanie. Man erkennt von links: Gauleiter Adolf Wagner, Oberbürgermeister F i e h l e r, Reichsstatthalter Ritter von Epp und weiter rechts Premierminister Chamberlain
Der französische Ministerpräsident Edouard Daladier traf am Donnerstagmittag M Sonderflugzeug auf dem Münchner Flughafen Oberwiesenfeld ein, wo er von Reichsautzen- Minister v o n R i b b e n t r o p begrüßt wurde. — Unser Bildtelegramm zeigt den Minister, vräsidenten Daladier mit Reichsaußenminister vomRibbentrop auf der Fahrt in fein Hotel.
F 1 (Scherl-Bilderdienst-M.)
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