Ausgabe 
30.8.1938
 
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Spiel gegen die Lollarer zweite Mannschaft aus. DieAlten Herrn" leisteten in der zweiten Halbzeit tapferen Widerstand. Jedoch in der zweiten Spiel­hälfte mutzten sie dem Druck der jüngeren Spieler .nachgeben.

Epielvereinigung 1926 Leihgestern.

Spielvereinigung Leihgestern I gegen FC. 04 Oberursel Res. 5:3 (0:2).

Die Erste der Spieloereinigung empfing am Sonn­tag die Reserve des FC. 04 Oberursel zum fälligen Rückspiel und gewann mit 5:3, nachdem sie bei der Pause noch mit 0:2 im Rückstand lag. Die Gäste spielten von Beginn an feldüberlegen. Dann nahmen die Leihgesterner das Heft in die Hand, und die Schlußleute der Gäste hatten alle Hände voll zu tun. Allmählich machten sich die Gäste frei und konn­ten auch durch grobe Schnitzer der Leihgesterner Hintermannschaft mit einer 2:0-Führung in die Pause gehen. Ein Tor von Arnold wurde nicht ge­wertet.

Rach der Pause wurde der Leihgesterner Sturm wach und vergaß auch das Schießen nicht. Arnold nahm eine Vorlage von links auf und schoß beson­nen ein. Kurz darauf war es wieder Arnold, der

einen Eckball von links einköpste. Oberursel ging nun wieder mit 3:2 in Führung, die aber Arnold wieder ausglich. Wenig später umspielte Arnold die gesamte Hintermannschaft und sandte zum 4:3 ein. Kurz vor Schluß stellte er das Endergebnis her.

Die Gäste boten, namentlich in der ersten Hälfte, eine gute Leistung. Bei den Leihgesternern war die Hintermannschaft schwach. Die Läuferreihe rackerte wie immer ihr Pensum ab, und im Sturm waren Laux I und Arnold die Besten. Aber auch die übri­gen Spieler taten ihre Pflicht. Die Leihgesterner traten mit folgender Mannschaft an: Dutenhofer; Velten, Laux II; Wedemann, Väth, Textor; Martmi, Arnold, Krick, Laux I, Heß.

Spvgg. Leihgestern 1. Jgd. 1900 Gießen 1. 3gb.

Vorher trafen sich die 1. Mannschaft der Spiel- Vereinigung 1900 Gießen und der Leihgesterner. In diesem Spiele zeigten die Jüngsten des Vereins, daß sie zu spielen und zu kämpfen verstehen. Die Gäste, die durch ihre letzten Siege über Düsseldorf, Lauterbach und Großen-Linden, die zum Teil auch recht hoch ausfielen, nach der angenehmen Seite überraschten, wurden klar und verdient mit 4:0 ge­schlagen. Den Leihgesterner Jungens, verstärkt durch einige ältere Spieler, gebührt ein Gesamtlob.

Dinard.

In dem bretonischen Badeort Dinard fand am Sonntag das erste größere Flugfest in der franzö­sischen Provinz statt, und zwar auf Anregung von Luftfahrtminister Guy°le-Chambre, der selbst aus dieser Gegend stammt. Hauptereignis des Tages war die Ankunft der an dem Sternflug des Aero­klubs von Frankreich beteiligten Maschinen, unter denen sich elf deutsche befanden. Trotz des schlechtem Wetters das während des Sternfluges in Mittel­europa herrschte, errangen die deutschen Flieger in der Länderwertung den ersten Platz vor dem Gaft- lande Frankreich - und mit Hauptmann Gentzen auf seinem Messerschmitt-FlugzeugBF 108" über 7305 Flugkilometer in 29 Flugstunden den Pokal des Sternfluges und den vom französischen Luft- sahrtminister ausgesetzten Preis von 10 000 Franks. Der Präsident des Aeroklubs von Deutschland, Wolf­gang von Gronau, war außer Konkurrenz in Dinard im Flugzeug eingetroffen und wurde vom Luftfahrtminister le Chambre, dem ehemaligen Luft­fahrtminister General Denain und dem General- stabschef der Luftwaffe, General^ V u i l l e m i n, herzlich begrüßt. Insgesamt waren für den Steenflug 102 Teilnehmer aus Frankreich, Deutsch­

land, Ungarn, England, Holland, Belgien, Luxem­burg und der Tschecho-Slowakei gemeldet. Rur 58 Teilnehmer konnten den Sternflug infolge schlechter Witterungsverhältnisse in Mitteleuropa glücklich zu Ende führen. Im Laufe des Tages fand dann in Dinard ein großes Luftfest der französischen Luft­waffe statt, an dem etwa 150 französische Maschinen teilnahmen.

Die Ergebnisse:

1. Hauptmann Gentzen (Deutschland) auf Messer­schmitt BF 108; 2. Hennessy (Frankreich) auf Par- sival-Wega-Gul Gipsy 185 PS.; 3. Kolloch (Deutsch­land) auf Messerschmitt BF 108; 4. Pongracz (Un­garn) auf Messerschmitt BF 108; 5. Delacour

(Frankreich) auf Phrygans mit Salmson 135 PS.; 6. Wittmann (Deutschland) auf Messerschmitt BF 108; 7. Durin (Frankreich) (Flugzeug nicht be­kannt); 8. Fuchs (Deutschland) auf Messerschmitt BF 108; 9. Weimann (Deutschland) auf Messer­schmitt BF 108; 10. Elflein (Deutschland) auf Mes­serschmitt BF 108.

Als übrige Deutsche nahmen Matthießen den 13., Dr. Berlin den 18., Lensch den 19., Schulz-Eckhardt den 33. und Sachsenberg den 37. Platz ein.

Ergebnisse vom Hoherodskops-Vergsest.

Nachdem wir gestern bereits jeweils die ersten drei i Sieger in den einzelnen Klassen mitgeteilt hatten, folgt nunmehr ein Auszug aus der Siegerlifte, so­weit er in unserem Verbreitungsgebiet interessiert:

Männer-Ober stufe: Vierkampf (39 Teil­nehmer, 32 Sieger): 10. Wilhelm Moos, Rottens., Stand. 116, Fritz Guntrum, Tv. Heuchelheim, je 65 P.; 12. Herm. Weidmann, Mtv. Gießen, 63 P.; 13. Wilh. Munzert, VfL. Lollar, 61 P.; 14. Otto Matthies, Tv. Grünberg, 59 P.; 15. Berg, Tuspo. Butzbach, 57 P.

Männer - Unterstufe und Fuß- und Handballer (402 Teilnehmer, 370 Sieger): 5. Heinrich Rühl, Tv. Beuern, 76 P.; 6. Schar­führer Franz Müller, Pi. 1/116, 75 P.; 7. Hans Krämer, Tv. Heuchelheim, 74 P.; 8. Helmut Viehl, VfL. Lollar, 73 P.; 10. Heinrich Sittner, Tv. Grünberg, 71 P.; 11. Helmut Großhaus, VfL. Lollar, Hans Ranker, Tüfpo. Steinbach, Richard Grün, Tüspo. Ober-Widdersheim, Ernst Bellos, Tv. Wieseck, je 70 P.; 13. Kurt Kreider, To.. Wieseck, 68 P.; 15. Rottenführer L. Berl, Pi. 4/18, Ewald Mern, To. Kirch^Göns, Georg Spamer, Turn- und Gesangverein Schotten, SA.-Mann Willi Koch, Pi. 116, je 66 Punkte.

Jugend: 1920 bis 1922 (603 Teilnehmer, 555 beger): 5. Kurt Wagner, Tv. Lang-Göns, 85 P.; 6. Erich Höchstem, FC. Großen-Bufeck, Kurt Fuchs, To. Gießen, je 84 P.; 7. Walter Rinn, To. Heuchelheim, Richard Röm^r, Tv. Lang- Göns, je 83 P.; 8. Ewald Spies, To. Lang-Göns, Fritz Karl Jughard, Mtv. Gießen, je 82 P.; 9. Walter Heun, Tv. Wetzlar, Albert Lohsink, Tv. Bleichenbach, Otto Rau, Mtv. Gießen, Alfred Kraft, Tv. Krofdorf, je 81 P.; 10. Willi Beckerling, Tv. Ruttershausen, Walter Lang, Tv. Heuchelheim, Artur Sack, Tv. Heuchelheim, je 80 P.; 11. Eugen Feichtenbeiner, Tv. Grünberg, Frjtz Walther, Tv. Gut-Heil Beuern, Heinrich Becker, Sportgemeinde Garbenteich, je 79 P.; 12. Ewald Ruppelshausen, Tv. Staufenberg, 78 P.; 13. Hugo Schreiner, To. Ruttershausen, Otto Brück, FC. Großen - Buseck, Karl Heinz Richter, Tv. Gießen, je 77 P.; 14. H. Becht, Mtv. Gießen, 76 Punkte.

Frauen, 18 bis 21 Jahre (37 Teilnehme­rinnen, 30 Siegerinnen): 3. Hedi Langlouis, Tuspö. Butzbach, 56 P.; 7. Erna Repp, Turn- und Gesang­verein Schotten, Ilse Schäfer, Tuspo. Butzbach, je 52 P.; 9. Dina Michel, Tv. Grünberg, 49 P.; 12. Emmi Ruppel, Tuspo. Butzbach, 46 Punkte.

Weibliche Jugend, 1920 bis 1922 (178 Teilnehmerinnen, 170 Siegerinnen): 3. Emmi Kröck, Tv. Heuchelheim, 72 P.; 4. Else Seim, Mtv. Gießen, 71 P.; 5. Gerda Volkmann, To. Heuchel­heim, Gertrud Hörder, Tv. Klein-Linden, Irmhild Schmidt, Mtv. Gießen, je 70 P.; 7. Hermine Buß, Mtv. Gießen, Erna Hahn, Tv. Heuchelheim, je 68 P.; 8. Elisabeths Schäfer, Tv. Lich, Irmgard Reidel, Tv. Heuchelheim, je 67 P.; 10. Anneliese Georg, Tv. Gießen, Lieselotte Krausch, Mtv. Gießen, je 64 P.; 11. Erika van Bentheim, Mtv. Gießen, Lieselotte Beyer, Tuspo. Butzbach, je 63 P.; 12. Marie Schäfer, Tv. Großen-Buseck, Hanna Uhrban, Tv. Lich, je 62 P.; 13. Lilo Zeschky, Tv. Schotten, 61 P.; 14. Marga Schlörb, Tv. Schotten, 60 P.; 15. Ottilie Stoll, Tv. Lang-Göns, Toni Koch, Tv. Großen-Buseck, Lieselotte Steinbrecher, Tuspo. Butzbach, Trudi Philipp, Mtv. Gießen, Emilie Jung, To. Holzheim, je 59 Punkte.

Altersturner A (303 Teilnehmer, 283 Sie­ger): 6. Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen, 77 P.; 7. Walter Zerndt, Schiklub Gießen, 76; 8. Julius Klein, To. 1860 Lich, Wilhelm Fay, To. Grüningen, 75; 10. Walter Deckhut, Tuspo Butzbach, Artur Butz, Scharf., Stand. 116, 72; 11. Karl Rühl, Tv. Großen- Buseck, 71; 13. Fritz Agel, Tv. Atzbach, Otto Köster, To. Lang-Göns, O. Pfeiff, Tv. Londorf, Emil Becker, Tvgg. Ruttershausen, 69; 14. Mattern, Post-SV. Gießen, Heinrich Meidt, Tv. Schotten, Adolf Rückel, T.- u. Sportgem. Rodheim a. d. B., 68 P.

Altersturner B, 40 bis 50 Jahre (125 Teil­nehmer, 123 Sieger): 9. Albert Hahn, RSKK., Tv. Dillingen, 66 P.; 10. Ludwig Hasfelbach, T.- u. Sportgemeinde Rodheim a. d. B., 65; 11. Otto Die- ruff, To. Lich, Trupps. 26/116, Otto Velten, RSKK. 2/M 147, Lang-Göns, Rud. Reymann, Pol.-Sporto. Gießen, 64; 12. Hch. Spengler, Ztüpmm. R 41/116,

Gießen, 63; 13. A. Ebner, Rottf. SAKG. Butzbach, Walter Seibert, Turn- und Sportverein Hungen, Alex Förster, Scharf. 42/116 Gießen, 62; 14. Karl Heßler, Tuspo Hungen, H. Neuser, Rottf. 42/116 Gießen, Rud. Keller, Tuspo Rodheim, Christ. Brück, 26/116, Gießen, Gustav Baldauf, Rottf. 42/116 Gie­ßen, 61; 15. Hch. Pauli, Rottf. 25/116 Gießen, 60 P.

AltersturnerE über 50 Jahre (53 Teilnehm., 53 Sieger): 8. Hch. Listmann, To. Grünberg, 68 P.; 11. Ad. Mangold, Schiklub Gießen, Phil. Gotz, Post- SV. Gießen, 64; 12. Gg. Müller, To. Nidda, Wilh. Müller V., Tv. Lang-Göns, 63; 14. W. Klein, Rotts. 43/116, 61; 15. Fr. Wiegand, Ob.-Schars. 42/116, Alb. Bötz, Schars. R 41/116, 59 P.

Wilhelm Will, Gießen, zu Ehren?

Wortlaut der Ehrenurkunde des DRL. kreis 11.

Lieber Kamerad Wilhelm Will! Für Dein so vorbildliches Wirken als Gauoberturnwart, des alten Hesfengaues im ehemaligen Mittelrhein­kreis der DT. sind Dir wiederholt in schlichten Ehrungen Dank und Anerkennung geworden; zuletzt als Du im Jahre 1932 auf eine 30jährige Tätig­keit als Gäuoberturnwart zurückblicken konntest, durch die Einrichtung der Wilhelm-Will-Staffel. Dein segensreiches Wirken soll aber auch im neuen großen Bund der geeinten Deutschen Leibesübungen nicht vergessen werden.

Du begehst in diesem Jahre Dein 60jähriges Turnerjubiläum. Dies ist uns freudiger Anlaß, dankbar Deiner Pionierarbeit zu gedenken, die Du ganz im Sinne eines Friedrich Ludwig Jahn und mit der Blickrichtung, die heute im DRL. allge­meine Gültigkeit hat, für die deutsche Leibeser­ziehung geleistet hast.

Im Hoherodskopf-Bergfest, an dessen Wiege Du einst gestanden hast und bei dem sich Turner und Sportler Deines früheren Gaues alljährlich zu frohem und ritterlichem Kampfe treffen, lebt die stolze Tradition Deines ehemaligen Gaues Hessen im Mittelrheinkreis der früheren DT. noch am stärksten fort. In treuer Verbundenheit und Kame­radschaft und in ehrendem Gedenken an Deine Ar­beit wird die 10 X 100-Meter-Staffel, die Deinen Namen trägt, fortan bei diesem Bergtreffen von der Jugend Deiner Hessenheimat gelaufen werden. Damit ist die Dir einst von der Turnerschaft gewor­dene Ehrung vom DRL. Kreis 11/Friedberg, den ich die Ehre habe zu führen, und dem die Durch­führung des Hoherodskopf-Bergfeftes obliegt, über­nommen worden.

Nachdem in den Vorjahren nach stillem lieber* einkommen die Staffel schon ein Bestandteil unseres Bergfestes war, soll durch diese Urkunde der Brauch seine rechtskräftige Bestätigung finden. Ich erkläre gleichzeitig, daß die Beteiligung an dem herrlichen Mannschaftskampfe der Wilhelm-Will-Staffel in Zu­kunft offen sein soll für die hessischen Kreise 4, 7, 8 und 11, d. h. für die Kreise, in denen nach der Neugliederung von Turnen und Sport der alte Gau Hessen der DT. aufgegangen ist.

Diese Anordnung treffe ich aus Anlaß Deines 60jährigen Turnerjubiläums, zu dem ich Dir gleich­zeitig die herzlichsten Glückwünsche aller Reichsbund­kameraden der Kreise, die künftig um den Wilhelm« Will-Schild ringen werden, hiermit übermittle. Möge es Dir vergönnt fein, Dich noch viele Jahre zu erfreuen an dem großen Werk, das unter Adolf Hitler im neuen Deutschland im DRL. geschaffen worden ist.

In treuer Kameradschaft

Heil Hitler!

O t t e r b e i n , DRL.-Kreisführer und SA.-Ober­sturmführer.

Kampf der Motoren am Großglockner.

Auf dem 12,5 Kilometer langen Teilstück von Fer- *ten nach Fuschertörl der schönsten Alpenstraße der Welt, zum Großglockner hinaus, wurde am Sonntag zum erstenmal die Deutsche B ergm eiste r- s ch ast im Motorsport ausgefahren, die bisher am Schaiunsland zu Haufe war. Wegen der durch schlechtes Wetter bedingten geringen Trainingsmög- lichkeit wurde nur das erste Teilstück gefahren, dafür mußten aber die Fahrer zweimal hinaus, und die

Klima und Höhenlage ganz nach Wunsch.

Lieber hundert Dreitausender und Gletscher im Oehtal.

Von unserem Or. Bu-Miiarbeiier.

3 & i e f e l ft e i n (Tirol) im August.

Aus der Suche nach dem schönsten Hochalpental haben wir bei Tests den Inn überschritten und sind auf schmaler kurvenreicher Straße in das Oetztal eingedrungen. Der Motor bekommt Schwerarbeit. In fünf gewaltigen Stufen steigt das Tal bei einer Länge von insgesamt 56 Kilometer aus etwa 500 Meter bis auf fast 2 0 0 0 Meter Höhe auf! Immer enger wird die Talschlucht, je weiter der Wagen eindringt. Bergstürze von riesigen Fels­blöcken bedrängen die tobende Ache drunten in der Klamm. Mühsam klettern an den stellen Wänden links und rechts die Lärchen, die Kiefern empor; aber der schönste und zugleich nützlichste Hochge­birgsbaum. die Zirbelkiefer, Überholt sie alle, sie findet sich sogar noch in 2000 Meter Höhe in ge­schlossenen Beständen.

Die schmale Fahrstraße mit den scharfen Kurven und den starken Steigungen erfordert äußerste Auf­merksamkeit, zumal bei Wagen-Begegnungen: rechts türmt sich die himmelhohe Wand, links stürzt es ebenso jäh ab. Aber auch bann, wenn man eine, zwei Wochen hier gewandert und geklettert ist, weiß man, daß man noch oft und oft wiederherkornrnen muß. Man kann nicht mit einem Tal, das von mehr als hundert Dreitausender (Ber­gen über 3000 Meter) flankiert wird, das zusammen mit dem nachbarlichen Stubaital 124 Gletscher hat, einer immer größer als der andere, in ein paar Wochen fertig werden, geschweige denn, daß man die Pracht dieser wilden Symphonie aus Bergen, Schluchten, Gletschern, aus saftigstem Grün, strah­lendem Blau und dem blendenden Weiß der Schnee- ferner je ausschöpfen könnte.

Auf den fünf Talstufen kann man ganz nach Laune und gesundheittichem Bedarf Höhenlagen und Klima wählen. Drunten, um die Gegend der Bahn- Endstation Oetztal, also auf der untersten Stufe, ge­deihen Mais, Weizen, ja Wein und Maul­beerbaum prächtigt, der Weizen steigt dort so­gar bis auf 1200 Meter,Neu-Meran" nennt man es deshalb auch und übertreibt dabei kaum. Etwa auf der halben Höhe des Tales drinnen, bei dem bekannten stattlichen Dorf Sölden, wächst auf 1377 Meter Höhe an Nahrungspflanzen nur noch Gerste und Kartoffel. In etwa 1700 Meter Höhe hört auch das auf, und die Viehzucht behält das Wort bis hinauf in die beiden höchsten Dörfer in den äußer­sten Verzweigungen des Oetztäles, in Gurgl und Vent, die über 1800 bzw. über 1900 Meter Höhe liegen.

Aber selbst sie sind noch nicht einmal die höchsten Dauersiedlungen. Unmittelbar am Fuß der Glet­scher liegen 2017 Meter hoch die geschichtlich be­rühmt gewordenen R o f e n h ö f e. Anno 1415 nahm der damalige Bauer Ruzo dort oben den flüchtigen Herzog Friedrichmit der leeren Taschen" gastlich bei sich auf und barg ihn. Friedrich, wieder zur Herrschaft in Tirol gelangt, beschenkte den Hof mit

wertvollsten Privilegien, wie sie sonst nur Ritter, bärtige bekamen: eigenem Burgfrieden, unmittel­barer Unterstellung unter den Burghauptmann des Landes Tirol, Asylrecht und völliger Steuerfreiheit. Erst unter Maria Theresia gingen diese Privilegien ein.

Uralter Kulturboden ist das Oetztal, das zu Tirol, demRaetien" der Römer, gehört. Schon um 1160 wird Sölden urkundlich als Lehnsherrfchaft des Klosters Ottobeuren genannt, und feit dem 13. Jahr­hundert ist das berühmte Kloster Frauenchiemsee als Lehnsherr im Oetztal bezeugt. Viel wichtiger aber und für den heutigen Hochalpinisten interessanter ist die Tatsache, daß schon um die gleiche Zeit der Mensch hier mit unvollkommensten Mitteln den Kampf mit Berg und Gletscher aufnahm und un­geachtet aller Todesopfer fortsetzte: seit dem 13. Jahrhundert geht der Verkehr über das Timmeljoch aus dem Oetztal ins Passeiertal und zurück. Alle Orte des heutigen Tales werden schon in den alten Urbaren" genannt, urkundlichen Verzeichnissen, die die Grundherrschaften des Mittelalters von ihren Liegenschaften anlegten und die auch die Preise für alles jagdbare Wild enthielten; da kostet etwa eins Gemsemit Haut und Haar" 46 Kreuzer, aber ein Bärenfell vier Goldgulden, ein Schneehuhn nur zwei Kreuzer usw.

Wo die Wände so steil und die Gletscher so zahl, reich sind, mußten Lawinen, Hochwasser! und Muren drohen. Wie kein anderes hat das? Oetztal früher unter diesen Naturgewalten gelitten. Am schlimmsten hausten sie am 11. Juli 1762, wo? 65 Häuser und 10 Menschen in den Fluten ver­schwanden. Aber selbst dieArchen" der Jahre 1876 und 1878, schwere Steindämme, bewehrt mit mächti­gen Baumstämmen und eifenDerarjert, wurden ick wenigen Augenblicken weggerissen. Heute sind die unheimlichen Kräfte durch große Verbauungen und Dämme gebannt.

Nur die Lawinen gehen noch an bestimmten Stellen, die hier jeder kennt, im Winter zu Tal. Die Bäuerin auf einem der höchsten Derghöfe des Oetz, talcs, in Gaislach, erzählte uns davon: links und rechts vom Hof fliegen die weißen Unholde fast laut­los, nur mit leisem Pfeifen und Zischen zu Tal; aber wenn sie drüben an der Ostseite des Tales nui* oben losbrechen, dannrumpelt es so arg" und der? Donner verrollt nur langsam im Echo.

Weder bet' Sommer- noch der Wintertourist he, kommt es mit diesen wilden Berggeistern zu tun. Auf Hochtouren und Gletscherwanderungen behüten chn die Prachtkerle von Bergführern entschuldi­gen Sie bitte, wir müssen ein andermal weitererzäh­len, eben kracht der Arnold-Otto auf den Genagelten ins Zimmer:Auf geht's!" Auf dem Rockaufschlag blitzt das große Edelweiß, das Bergführerabzeichen. Rucksack und Eispickel liegen schon bereit. Und jetzt gehts dem Gletscher bei der Ramolhütte zu Leibe.

Wirtschaft.

Mem-Mamische Börse.

IHiffagsbörfe: Rachgebend.

Frankfurt a. M., 29. Aug. Die Börse ent­behrte auch zum Wochenanfang fast jeglicher An­regung seitens der Kundschaft, die sich nach wie vor stark zurückhält. Bei Fortdauer der Geschäftsstille bröckelten die Kurse am Aktienmarkt über­wiegend weiter etwas ab. Im Durchschnitt hielten sich die Rückgänge bei 0,50 bis 1 v. H.. In ver­schiedenen Werten waren die Einbußen etwas stär­ker, was jedoch nicht die Folge umfangreicheren Angebots, sondern die mangelnde Aufnahmeneigung selbst kleinsten Beträgen gegenüber war. So er­mäßigten sich AG. für Verkehr um 3,25 v. H. auf 111,50, Deutsche Linoleum um 2,25 v. H. auf 146,25, Elektr. Licht und Kraft um 2,75 v. H. auf 124,25, Schuckert um 2 v. H. auf 158,50. Von Montanwerten waren Klöckner mehr rückläufig auf 106,65 (108,40), während Rheinstahl mit 126, Buderus mit 103,75 und Hoesch mit 102,50 nur um Prozentbruchteile nachgaben und Mannesmann mit 100,25 und Verein. Stahl mit 97,25 behauptet blieben. Maschinenaktien ließen durchweg 0,50 bis 1 v. H. nach. JG.-Farben lagen mit 144 gehalten, Scheideanstalt gingen nach unv. 202 auf 201 zurück, während Metallgesellschaft 0,65 v. H. anzogen auf 119,90. Im einzelnen no­tierten u. a. Reichsbank mit 176,25 (176,90), Conti Gummi mit 185 (186,25), Bemberg mit 118,65 (119), Heidelberger Zement mit 146,50 (147) und Felten mit 124,50 (124).

Am Rentenmarkt war das Geschäft eben­falls gering, die Haltung aber besser behauptet. Reichsaltbesitz zogen 10 Pf. an auf 129,50, Reichs- bahn-VA. unv. 122,50, ebenso Kommunal-Umschul- dung mit 94,25. Etwas niedriger lagen verschiedene Industrie-Obligationen bis etwa 0,25 v. H., 5proz. Eisenbahn-Rentenbank0,50 v. H. auf 94,50. da­gegen 6proz. JG.-Farben 121,50 (121). In Pfand­briefen lag leichtes Angebot vor, die* Kurse blieben unverändert. Liquidationswerte waren überwiegend etwa 0,13 bis 0,25 v. H. höher. Von Stadtanleihen erhöhten sich 4,5proz. Darmstadt v. 28 nach Pause auf 98 (97,50) und 4,5proz. Pforzheim v. 27 auf 98,50 (98).

Im Verlaufe blieb das Geschäft am Aktien­markt überaus klein, die Kurse zeigten nur wenig Veränderung. Von den führenden Werten gingen JG.-Farben auf 143,65 nach 144 zurück, später aber auf 143,90 erholt, ebenso Verein. Stahl mit 97 bis 97,25, nach anfangs 97,25. Reichsbank noch 0,25 v. H. leichter mit 176, ferner Deutsche Linoleum mit 146 nach 146,25. Die erst später notierten Werte lagen Zumeist 0,50 bis 1 v. H. unter dem Samstaasstond. Der Schluß brachte auf Deckungen der Kulisse Er­holungen und z. T. bemerkenswerte Befestigungen. U. a. notierten JG.-Farben 145,25 nach ' 143,90.

Der F r e i v e r k e h r war nahezu geschäftslos und man nannte die Kurse unverändert. Etwas niedriger lagen Ufa mit 74,50 (75). Tagesgeld unv. 2,50 v. H.

Abendbörfe meist weiter fest.

An der Abendbörfe ergaben sich überwiegend weitere Befestigungen, die bei den schon im Mit- tcrgsschlußverkehr stärker erhöhten Papieren etwa 0,25 bis 0,75 v. H. betrugen, im übrigen aber zu­meist 1 v. H. überschritten und teilweise bis 311 2 v. H. reichten. Seitens der Berufskreise sowohl des hiesigen als auch des Berliner Platzes setzten sich mäßige Dor- und Meinungskäufe fort, während die Kundschaft nicht vertreten war, allerdings auch nicht mit Abgaben. Das Geschäft war teilweise leb­hafter. Klöckner mit 109,50, Gesfürel mit 125,50 und Daimler mit 125,50 gewannen je 2 v. H., Buderus 1,75 v. H. auf 105. Je 1 v. H. höher ge­langten u. a. Mannesmann mit 102, Betula mit 144, Demag mit 136, Westdeutsche Kaufhof mit 91, Schuckert mit 159,50 zur Notiz, womit aber die hohen Berliner Schlußkurse nicht überall erreicht wurden. Rheinmetall stellten sich auf 121 (119,75). IG. Farben zogen 0,25 v. H. an auf 145,50, ebenso Verein. Stahl auf 98,50. Von sonstigen führenden Papieren erhöhten sich AEG. auf 106,50 (105,75), Reichsbank auf 176,75 (176) und Rheinstahl auf 127,50 (127). Etwas leichter lagen RWE. mit 113,50 (114) und Scheideanstalt zum Einheitskurs mit 200,25 (201).

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 30. Aug. (Dorbericht.) Um 10 Uhr wat' folgende Marktlage: Vorauftrieb: 560 Kälber, 172 Hämmel, 63 Schafe, 3500 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mk., Hämmel 32 bis! 52, Schafe 20 bis 42, Schweine 53 bis 60 Mark. Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Häm-! mel und Schafe mittelmäßig.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 29. Aug. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Meizen W9 196, W11 198, W12 199, W 18 200, W 16 203, W 18 205, W 19 207, W 20 209, Roggen R11 181, R 12 182, R 14 184, R 15 185, R16 187, R17 188, R18 189, R19 191 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste, Futterhafer> Weizenmehl Type 812 W 13 28,85, W 16 28,85, W 18 28,85, W 19 28,85, W 20 (Kreis Alzey) 28,85, W 20 (Kreis Worms) 29,20, Roggenmehl Type 997 R12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R18 23,30, R 19 23,50, plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlen- ftation. Treber. Wiesenheu mit Besatz (bi» ein Drittel) an minderwertigen Gräsern 5,00, Wiesenheu mit unerheblichem Besatz (bis etwa ein Zehntel) 5,80 bis 6,00, Erzeugerpreis ab Erzeugers Verlade­station; drahtgepreßt bis 0,40. Aufschlags Weizenstroh, bindfadengepreßt und gebündelt, 2,80, Roggenstroh, bindfadenaepreßt oder gebündelt, 2,90 Ibis 3,00 ab Erzeuger-Verladestation.

Gesamtzeit war maßgebend für Sieg und Platz. Die Tagesbestzeit fuhr wieder Hans Stuck auf dem alten Auto-Union in der großen Rennwagen- klaffe mit 20:10 Minuten = 74,67 km/st, der sich damit nach der Straßenmeisterschaft, die ihm mit viel Glück zufiel, auch den TitelBergmeister" sicherte. Er zeigte sich in den unzähligen Kehren wieder als wahrer Meisterfahrer; bei beiden Fahrten konnte er jedesmal zwei Sekunden gegen feinen Rivalen Lang herausholen.

In der Spoxtwagenklasfe fiel die Meisterschaft an

den Langstreckenfahrer v. H a n ft e i n auf B M W., der in der Zweiliterklasse Dritter hinter Fane (Eng­land) und Christea (Rumänien) wurde und als schnellster Deutscher die Meisterschaft errang.

Europameister Zwald Kluge auf Auto« U n i 0 n - D K W. gewann, wie erwartet, bei den Motorrädern. Er war mit 22:05,2 Min. = 68,46 km/st nicht nur weitaus schnellster Motorradfahrer, sondern unterbot auch noch den besten Sportwagenfahrer unt 4 Sekunden.