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Einlagerung hat weiter den Vorteil, daß sich eine zuverlässige Berechnung der vorhandenen Vorräte aufftellen läßt. Diese Einlagerung hat nichts damit zu tun, daß sie irgendwelchen spekulativen Zwecken dienstbar gemacht werden kann, wie das mit Hilfe des Warrants bei den großen Weizenstaaten in Uebersee die Regel ist. Die Verordnung des Mar­schalls Göring ist also in jeder Hinsicht sinnvoll und durchdacht, hat nichts damit zu tun, was zu irgend­welcher Aufregung Veranlassung gebo« kann. Es verrät wenig Sachkunde, es läßt eher auf böse Ab­sicht schließen, wenn ein englisches Blatt, das sich über solche Dinge von seinem Handelsschriftleiter wohl besser hätte unterrichten lassen dürfen, im Zu­sammenhang mit der Verordnung über die Ernte- Einlagerung zu melden weiß, die deutschen Lager­häuser und Mühlen hätten den Befehl bekommen, anderthalb Millionen Tonnen Brotgetreide aufzu­speichern. Das geschieht nach Ausweis des Statifti- jchen Jahrbuchs für das Deutsche Reich an sich schon jeweils zu Anfana eines jeden Jahres, also nach dem Beginn des Ausdrusches der Ernte. Wir hof­fen sehr, daß die deutschen Lagerhäuser und Groß­mühlen heute imstande sind, erheblich größere Men­gen einzulagern, als nur 1% Millionen Tonnen.

Aus aller Welt.

Wegen politischen Mordversuchs nach sechs Jahren verhaftet.

Im August 1932, kurz nach der Ermordung des SA.-Mannes Hein Hammacher, wurden die Bewohner des Dortmunder Stadtteils Meiderich durch eine zweite Schreckenstat des damals noch herr­schenden roten Terrors in Aufregung versetzt. In der Wohnung des SA.-Mannes Steininger krach­ten plötzlich mehrere Revolverschüsse, die auf ein Bett gerichtet waren, in dem Steininger für ge­wöhnlich schlief. Seine in diesem Bett liegende Ehe­frau wurde wie durch ein Wunder nur am Fuß verletzt. Die Ermittlungen führten damals zu keinem Erfolg, da eine Reihe gleichgesinnter Zeugen dem Verdächtigen ein Alibi lieferte und es eidlich be­kräftigte. Die Wiederaufnahme des Verfahrens im Jahre 1934 blieb ebenfalls erfolglos, und erst in diesem Jahre gelang es, den Fall restlos aufzuklä­ren und die beiden Täter zu verhaften. Es stellte sich heraus, daß die damaligen fünf Alibi­zeugen wissentlich falsch geschworen hatten, mit den beiden der Tat dringend Verdächtigen

in der fraglichen Nacht ununterbrochen Karten ge­spielt zu haben. Zwei der Zeugen waren mit den Tätern in jener Nacht überhaupt nicht zusammen­gewesen. Sie wollen auf Grund von Anweisungen einiger Vertrauensleute der KPD. gehandelt haben, sie selbst hätten der KPD. nicht angehört, sondern nur mit ihrsympathisiert". Die Angelegenheit wird demnach das Gericht beschäftigen.

Frauenmord in Wiesbaden.

In Wiesbaden wurde am Montag im Haufe Ora- nienstraße 52 im 3. Stock die 61 Jahre alte allein­stehende Lehrerin a. D. Valeria Fischer ermordet aufgefunden. Nach gerichtsärztlichem Befund ist der Tod durch Zertrümmerung der Schädeldecke durch zahlreiche Beilhiebe verursacht worden. Die Tat ist zwischen 10.30 llnd 12.30 Uhr geschehen. Für die Ermittlung des Täters ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt worden.

Schwere Explosion in einer Erfurter Benzinwäscherei.

Ein Explosionsunglück ereignete sich in der Benzinwäscherei einer Färberei und chemischen Reinigungsanstalt in Erfurt. Der Inhaber der Firma war mit drei Gefolgschaftsmitgliedern in der Benzinwäscherei beschäftigt. Plötzlich explodierte aus noch nicht bekannter Ursache ein Benzinkessel. Durch die Stichflamme wurde die Inneneinrichtung sofort in Brand gesetzt. Der Inhaber konnte mit zwei Gefolgschaftsmitgliedern noch ins Freie kom­men, doch hatten zwei Personen bereits so schwere Brandverletzungen erlitten, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Der 17jährige Lehr­ling versuchte sich in einem der mit Wasser gefüll­ten, in der Benzinwäscherei stehenden großen Kübel zu retten. Das Wasser verdunstete jedoch in der großen Hitze, so daß nur der völlig verbrannte Körper geborgen werden konnte. Durch die Gewalt der Explosion wurden sämtliche Fenster aus dem Gebäude hinausgeschleudert. Als die Feuerwehr mit den Löscharbeiten begann, ereignete sich eine zweite Explosion und durch die lange Stichflamme kohlten Türen und Fenster des Nachbargebäudes an. Der Gauleiter und Reichsstatthalter S a u ck e l hat den von dem Unglück Betroffenen sein Beileid über­mittelt.

Schwerer Zusammenstoß auf der Autobahn MagdeburgBerlin.

Auf der Autobahn MagdeburgBerlin ereignete sich bei Ziesar, Kreis Jericho I, ein schwerer Z u - || I ..........

lsammenstoß eines Personenkraftwagens mit einem Lastzug. Der Lastzug hatte gehalten, um eine Ausbesserung vorzunehmen. Er war vorschrifts­mäßig aufgestellt und mit Warnsignalen, versehen. Plötzlich raste ein Personenkraftwagen von hinten auf den stehenden Lastzug auf. Der Zusammenprall war derart heftig, daß der neben dem Lenker Willi Schlüter aus Döberitz sitzende Mitfahrer Polizei­meister Hilliges aus Berlin-Spandau getötet wurde. Der Fahrer sowie ein dritter Insasse wurden schwer verleg t in das Brandenburger Kran­kenhaus eingeliefert. Die Personalien des zweiten Schwerverletzten konnten noch nicht festgestellt wer­den.

Schweres Unwetter in Chemnitz.

Montagabend entlud sich über Chemnitz ein sehr schweres Gewitter, das, von schwerem Hagelschlag und wolkenbruchartigem Regen begleitet, viel Un­heil anrichtete. Das Wasser stand stellenweise bis 70 Zentimeter hoch. Viele Bäume wurden durch den Sturm entwurzelt und versperrten die Straßen. Die vom höhergelegenen Gelände hereinbrechenden Wassermassen führten Aeste und Erdreich mit sich, die zusammen mit den Hagelschlossen bald die Schleu­sen verstopften, so daß die Straßen großen Seen glichen.

Zwei hitlerjungen

Opfer eines betrunkenen Kraftfahrers.

In Düsseldorf fuhr im Stadtteil Gerresheim ein Kraftwagen in eine Marschkolonne der Hitler- Jugend. Dabei wurden mehrere Hitlerjungen ver­letzt, und drei von ihnen mußten mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert wer­den. Don diesen sind zwei inzwischen gestorben. Wie die Untersuchung ergab, ist das Unglück aus die starke Trunkenheit des Fahrers des Lieferwagens zurückzuführen. Die Marschkolonne der Hitler-Jugend marschierte vorschriftsmäßig auf der rechten Straßenseite. Der betrunkene Kraftfahrer wurde verhaftet und ins Polizeigefängnis ein- geliefert.

Zwei Tote, drei Schwerverletzte bei einem verkehrsungtück.

Ein Derkehrsunglück trug sich in der Ort­schaft Ralingen a. d. Sauer zu. Vier Männer sowie ein achtjähriger zu Besuch weilender Knabe aus Esch (Luxemburg) wurden, als sie vor einem Lese­kasten dessen Inhalt studierten, von einem Lastkraft­wagen gegen die Wand gedrückt. Zwei Männer'

wurden auf der Stelle getötet. Die beiden übri­gen Männer und der Knabe mußten mit lebensge. jährlichen Verletzungen dem Krankenhaus in Trier zugeführt werden. Der Fahrer des Lastkraftwagens wurde festgenommen.

Wetterbericht

In dem über Deutschland neu zur Entwicklung gekommenen Tiefdruckgebiet strömen Luftmassen verschiedenster Herkunft und Temperatur zusammen. Dabei hat sich gerade auch in unserem Gebiet die Regentätigkeit wieder verstärkt, auch traten vieler, orts Gewitter auf. In der Mainebene waren die Niederschläge besonders ergiebig. Es gingen zwj. schen 20 bis 50 Liter pro Quadratmeter nieder. Wenn auch mit gelegentlicher Aufheiterung gerech­net werden kann, so ist doch beständiges Wetter keineswegs zu erwarten.

Vorhersage für Mittwoch: Besonder morgens vielfach diesig, sonst gelegentliche Aufheit» rung, aber unbeständig und zu einzelnen Regen- fällen geneigt. Leichte Abkühlung, veränderliche Winde.

Vorhersage für Donnerstag: Trocken, gelegentlich aufheiternd, doch immer noch unbestän­dig und zu Regenfällen geneigt.

Lufttemperaturen am 29. August: mittags 20,5 Grad Celsius, abends 16,2 Grad; am 30. August: morgens 15,8 Grad. Maximum 21,5 Grad, Minimum heute nacht 14,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. August: abends 17,8 Grad; am 30. August: morgens 16,5 Grad. Niederschläge 8,2 mm. Sonnenscheindauer 1,5 Stunden.

Hauptschriftleitek Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (in Urlaub), i. 23.: Ernst Blum- schein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Ham Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 38: 9034. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Jllu« ftrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

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Am 28. August 1938 verschied infolge eines Unglücks­

falles auf dem Truppenübungsplatz der

Oberkanonier Konrad Schaub

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Mit ihm verliert die Batterie einen braven und pflicht­

treuen Soldaten und guten Kameraden. Wir werden

ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Beisetzung am Mittwoch, dem 31. August, 15.30 Uhr,

in,Schwalmdorf, Kreis Marburg.

Grisar,

Oberleutnant und Batteriechef.

Ui!

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