Ausgabe 
30.6.1938
 
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ter

Die preisverteilung

Aus der Stadt Gießen

Aller» Partei- und Volksgenossen, die an der Aus-

Backhaus. Lreisleiter.

15 Fortsetzung.

(Nachdruck verboten!)

MMMMMAliW

3tom<m von Hans von Hülsen.

Copyright Ly Prometheus-Derlag, Dr. Eichacker, München-Gröbenzell.

Für dis Bearbeitung der von der Osann- Beulwitz . «vtiftuMg gestellten Preisausgaben erhielten die ausgeschriebenen vollen Preisei

I. Preisaufgaben für Studierende:

1. Aus dem Gebiet der Medizinischen Fa­kultät:Die Vermeidung der Diphtheriegefahren bei frühzeitiger und ausreichender Behandlung." Verfasser: cand. med. Alfred Helmholz.

2. Aus dem Gebiet der Veterinärmedizin nischen Fakultät:Allgemeine und örtliche Betäubung bei den kleinen Haustieren und Vor- schlüge zum Ausbau derselben." Verfasser: cand med. vet. Hugo Wille.

' der Gießener Studentenschaft einige Kame- ! roden dorthin -entsenden und umgekehrt einige 1 Prager deutsche Studenten an unsere Universität ; nach Gießen holen. (Beifall!)

1 Eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Alt­herrenschaft und Kameradschaft könnte ich mir im Reichsberufswettkampf denken. Dieser Mannschasts- kampf stellt einen der wesentlichsten Ansätze für die rücksührenüe Verbindung der wissenschaftlichen Arbeit in das Leben und die.brennenden Aufgaben der deutschen Nation dar. Bis jetzt ist der Alte Herr hier noch nicht beteiligt. Auch glaube ich. daß es in Zukunft möglich sein wird, daß der Altakade­miker mit den jungen Kameraden einmal in den Einsatz an der Ostgrenze geht oder zumindest den jungen Kameraden hierzu den Weg ebnen hilft.

_ Weiter stelle ich mir vor, daß es bei den künftigen Stud^ntentagen nicht nur Sportwettkämpse Di Kameradschaften und Studenten geben wird, sondern daß der Altherrenschaft und der junge Alte Herr auch daran teilnehmen werden. Kameradschaft und Alt-

der Boden unter den Füßen schwand. Dann schwan­den chm die Sinne."

' Das grüne Meer mit-Wellen, die den Buchum-' fang zu sprengen drohen.- Ein Rettungsboot tanzt auf dem äußersten Gipfel dieser Wellen. Der Him­mel lst schwarz wie die Sünde. Ein Blitz zuckt weiß, grell durch das satte Dunkel.Mgismund Rüstig lenkte das Boot mit sicheren Schlägen."

Wie eine schwarze Silhouette steht der Berg mit der Burg. Em letztes Leuchten von Abendgold liegt m den fernen Fenstern. Den schmalen Pfad zur Burg hinauf reitet ein Ritter. Ein Ritter, ganz in Stahl. Geheimnis ist um das Bild. Es trägt keinen Titel. Eine deutsche Märchenlandschaft. Man ahnt Den Gnom im Wald, die Hexe im Gehölz, den kichernden Zwerg neben dem Fliegenpllz, Nixen im Teich, der grün und still im Schatten liegt', man °^"^Drachen, Zauberer, lichte Feen, Königstöchter im Goldhaar.

Nein, ich habe keines dieser Bücher vergessen, r. k.

Der Kreisleiter dankt

für die Ausgestaltung des Kreistages.

Ein alter graubürtifler Mann mit w-ll-nd-m 45art imö mit einem mächtigen Sombrero liegt auf der Erde und schaut in einen Schacht. Giftgrüne Bamne stehen umher, ein Fluß fließt tintenblau durch die schroffe Gegend. Unterschrift:Was Old Wawerly sah, ließ ihm das Blut in den Adern zu Els gerinnen." Zu Eis, anders ging es nicht.

Neues Bild. Hinter einem Schreibtisch sitzt ein Mann mit dem Gesicht eines Satans. Gelb, schwarz- gewirbelter Schnurrbart. Er drückt auf einen Knopf. 2)er elegante, junge Mann vor ihmmit den scharf-

pulation läßt sich mit Hilfe serologischer Reaktionen jedoch auch der zurückliegende Seuchenbefall rekon­struieren. Zur Auffindung der epidemiologisch so be­deutsamen stummen Gelbfiebergebiete dient der Mäuseschutzversuch. Auf den verschiedenen westindi- schen Inseln wurden etwa 1200 Blutproben unter­sucht, und es ergab sich auf Grund des Mäuse schütz- Versuchs, daß üoer 800 Personen unter 20 Jahren feine Gelbfieberimmunstoffe hatten. Die höheren Altersklassen dagegen wiesen zahlreiche Immune auf, mit zunehmendem Alter in ansteigender Zahl.

Zur Feststellung der Malariaverbreitung arbeiten klinische Methoden und solche der ätiologi^hen For­schung Hand in Hand. Die Krankheitsoerbreitung steht in Abhängigkeit von der Anwesenheit geeigne­ter Ueberträger. Die Biologie der Krankheitsüber­träger und der als Virusrejervoire in Frage kom­menden Tiere wird xu einem immer wichtigeren

3ur Verwirklichung dieses Zieles der Charaktere und Personlichkertsfvrmen find die im Entstehen be­griffenen Altherrenschaften, die wiederum Teile einer Gliederung des NS-dudentenbundes sind. Die deutsche Studentenschaft ist von jeher Trager des Bewußtseins um das Gesamtdeutschtum ^ute fällt den Kameradschaften des NSDE. die Aufgabe zu, an der Erhaltung des Volksdeutschtums und der Vermehrung seiner Lebenskraft durch Einsatz der Studenten mitzu- arbeiten. Hier können uns die Alten Herren weit, gehend helfen. Auf Grund ihres Berufes, auf Grund gemachter Reisen usw. können sie die Arbeit der Kameradschaft schon während des Semesters wesent- lich unterstützen. Unsere politischen Abende haben keinen anderen Zweck, als den Einsatz für die Tat geistig vorzubereiten, denn politische Schulung ohne darauffolgenden politischen Einsatz ist wertlos. Ich hier an ein zur Zeit sehr akutes Problem im Sudetendeutschland. Der Führer des neugegründe­ten sudetendeutschen Studentenbundes, der in Heidel- '.erg auf einer Sondertagung zu uns sprach, hat an amtliche deutsche Studenten appelliert, unsere Volks- 0^°febort ihrem harten Schicksalskampf zu unterstützen. Em gegenseitiger Austausch von Stu- denten wird daher die Kampfkraft unserer deutschen Volksgenossen jenseits der Staatsgrenzen stärken und sich segensreich auswirken. Wir werden von

Die Frau und das Kind wurden nach San Bar- tolomeo gerufen. Es bedurfte dazu einer Erlaub- ms Seiner Exzellenz, des Gesandten Grafen Man- falcorn, damals in Tokio, dieangesichts der be- sonderen Umstände und der an der Front bewiese­nen Bravour" telegraphisch erteilt wurde. Und fort- an lebten hier die drei, die der Schicksalswind, von uralter Schuld angeblasen, zusammengeweht hatte, und die sich fremder waren als Tiere, wenn sie in einer Hohle vor dem Unwetter Zuflucht suchen: der Krüppel die schöne Grazia Monfalconi und ihr schönes Kind, dessen Vater chre Lippen memals nannten. (Fortsetzung folgt.)

Mein Pater hat seine Gründe, mich zu verheiraten 77 und schnell zu verheiraten. Ich selber habe ihm diese Grunde gegeben. Verstehen Sie nun?"

Kein Wort, Komtesse!"

Er hat Grunde, mich rasch zu verheiraten, um das zu vermeiden, was man in unseren Kreisen einen Skandal nennt. Ein Kind aus der Ehe die Sie eingehen wollen, wurde nicht Ihr Kind sein."

Sie sieht ihn an, mit einem Blick, den er nie gemischt aus Stolz und Angst und Trotz und Entschlossenheit. °

Lt wie vor den Kopf geschlagen, er muß sich gewaltig zusammennehmen, um nicht auszubrechen um sie nicht entgelten zu lassen, was der andere ihm in kalter Berechnung antut. Mein Gott, denkt er bestürmt: ich liebe sie ja gar nicht, ich bin ja nur ocrhebt in sie sonst käme ich über alles hinweg. Welches Schicksal kommt auf mich zu? *

Am Nachmittag stehen sich die beiden Männer gegenüber. In den Schläfen siedet das Blut Die Hande verkrampfen sich auf dem Degenknauf.

Sie wollen zurücktreten, Kapitän?" fragt Mon- falcorn ruhigDas hätte ich nicht von Ihnen er- roartct Gerade von Ihnen nicht. Was Ihnen die Komtesse anoertraut hat, ich richttg bedauer- icherweise. Sie hätte mit diesen Geständnissen viel- leicht warten können, aber daß sie es nicht getan hat, ändert nichts daran. Ich habe lange überlegt, mas ich tun könnte, um die Situation zum Guten zu wenden, in die ihr Leichtsinn sie gebracht hat.

Sie letzt wiedersah, nach sa langen Jahren plötzlich wiedersah, schoß es mir durch den Kopf daß Sie gerade Sie vielleicht bestimmt sein konnten, mir dabei z« helfen. Verstehen Sie, war- um 'K sage: gerade Sie? Denken Sie an Wien an Ihre dortigen Erlebnisse. Ihre Erlebnisse mit einer nun, einer Ausländerin, die Erinnerung daran kann Ihnen unmöglich ausschließlich ange­nehm fein, nicht wahr?" ' H

Monfalconis Augen sind von Hochmut. Ein hartes, verbissenes Schweigen, Blicke, die sich wie Degen kreuzen.

Graf!" Ein Schrei, aus der Tiefe der Brust zwei geballte Fäuste in der Lust tausend tan­zende Sterne vor den Augen.

Wie von fern eine eisiqkalte Stimme-

Sie verstehen, Kapitän, daß ich mit meinem .üJunfdjß eine Situation zu entwirren, die sonst unzweifelhaft zum Skandal werden muß nur einem Menschen kommen kann, den ich"'

Stille. Fällt sie nicht schwer, wie ein Richtschwert nieder?

"3ch sollte meinen, Herr Graf, daß Sie daß i Sie dazu den Menschen in der Hand haben müssen!" <

Menge der Seuchenfähigen hinreichend angewach­sen, türmt sich wieder die Welle der Epidemie. Eine Virulenzsteigerung des Erregers durch rasche Men­schenpassage mag dabei eine ursächliche Rolle spie­len. Dieser durch den Empfänglichennachwuchs be­dingte Rhythmus ist wieder abhängig von Verkehr und Besiedlungsdichte. Diese Faktoren sowie die jeweilige Größe einer Stadt, bestimmen auch die längere ober kürzere Dauer einer Epidemie.

Es ist die Aufgabe der Seuchenforschung, das Entstehen und Vergehen der Epidemien zu ergrün­den, um daraus die Richtlinien der Seuchen- prophylaxe abzuleiten und zur Seuchenpro­gnose vorzudringen. Unsere Seuchenbekämpfung hat m der Vergangenheit und insbesondere im Welt- friege und in der Nachkriegszeit die Feuerprobe bestanden. Das Fleckfieber, das sich im Weltkriege im Heimatlande eingenistet hatte, wurde durch ener­gische Bekämpfung wieder verdrängt. Im Weltkriege trafen auf 115 Todesfälle durch Waffenwirkung nur 13,8 durch Krankheiten bedingte. Diese Erfolge machen uns selbstsicher, doch nicht selbstzufrieden. Es ist Pflicht der Seuchenbekämpfung, nicht nur ben bestehenden, sondern vorausschauend auch kom­menden Gefahren zu begegnen und alle Möglich­sten ins Auge zu fassen. Und wer könnte es da verantworten, daß unserer eisernen Wehr das Ge­spenst der Seuchen in den Rücken fiele.

Nach einem vom Collegium musicum vorgetrage­nen Zwischenspiel nahm

Studentenführer Krank

1 . "Gut. Nennen Sie es so. Ich sehe daraus, daß 1 ber Dienst, in Afrika Ihr Gewissen nicht abgestumpft hat Verstehen Sie meine Lage, ich muß rasch handeln, die Umstände erheischen das, leider. Es ist notwendig, daß die Komtesse an einen Ort kommt, wo sich alles vollziehen kann, ohne Aus­sehen zu erregen. Ich werde sorgen, daß man Sie (ofort zum Major befördert, unter Versetzung in bie entfernteste Garnison Libyens. Am Tage der Eheschließung werde ich Ihnen den Akt Teresa Seleseanu, den bis heute niemand außer mir kennt, au&baribigen Dann ist die für Sitz peinliche und gefährliche Angelegenheit auf immer erledigt. Es mtrb dann eine konventionelle Ehe mehr geben Wenn ich sterbe, wird die Komtesse Al'?? anled. "halten, bis dahin hat sie auf eine

-c erl. 91£n9 rncht zu rechnen. Sobald einmal Gras über die Geschichte gewachsen ist, also sagen wir in steht Ihrer Versetzung in Die Heimat mdjts im Wege. Daß Sie auf verwandtschaftliche Beziehungen zu meinem Hause Wert legen konnten wage ich nach dieser Unterredung nicht anzunehmen.' Was sagen Sie?"

Schweigen. Fäuste, die sich hart in Augenhöhlen pref|en Em Herz, das in Sekundenschnelle alle Marterstationen der Verzweiflung durchläuft

L>ie können es bis morgen bedenken, Herr ^.^ptmann Tudesco", tönt die Stimme wieder. Wenn Sie sich in meinem Sinn entscheiden, so Wenn öb°5n^£S9Cn f,attfin6en- Die Nacht! Diese Nacht im Hotel am Bahnhof!

xJn Der Gefängniszelle des engen Hotelzimmers!

Oberst Tudesco liegt in seinem Bett, die Augen auf die Decke gerichtet, als müßte von dort der JtaubDogel niederstoßen.

Die Frau kommt herein, die Frau, mit der er Damals in Villa Severini an der Frühstückstafel SurÄ ^a3,a Monfalconi: schwarz kommt sie durch den Raum, em Schatten, rückt ihm die Kissen zurecht, fragt, ob er seine Medizin genommen habe, !! reicht chm mit kühler Hand freundlich über die fiebrige Stirn und geht hinaus.

Er muß denken denken.

Die Ziviltrauung auf dem Kapitol, die kirchliche föra ~ mie 3um Hohn spricht öer Priester seinen Segen. Am gleichen Tage nach Syrakus, am nächsten Mittag auf Dem Dampfer LS .0"* eine Wohnung gemietet, in aller Hast, drei Zimmer. Bedienung gesucht, mit einem Arzt gesprochen. Dort blieb Grazia, feine tbm eben angetraute Frau. Blieb schweigend, duldete alles Aweigend, auch das Letzte und Schwerste und Beglückendste, während er selber in

Die Wanderungsgeschwindigkeit der Seuchen wächst mit zunehmendem Verkehr. Die vierte große Choleraepidemie, die 1863 begann, rückte deshalb schneller als ihre Vorgängerinnen nach dem Westen vor. Am schnellsten wandert die pandemische Grippe, die im Jahre 1918/1919 in­nerhalb von drei Monaten Europa, Amerika und Asien überzog. Da etwa 75 v. H. der Menschen empfänglich sind, weist der Ausbruch explosiven Charakter auf. Bei den Seuchen mit Saison- d)ar alter bestimmt der saisonelle Rhythmus den Ablauf und das Verebben der einzelnen Seuchsn- wellen. So ist der in der gemäßigten Zone vor­herrschende Frühjahrsgipfel der G r i p p e st e r b . 1 i ch k e i t auf Rechnung der Pneumonie zu setzen, und auch bei der Keuchhusten- und Masernsterblich­keit liegen ähnliche Verhältnisse vor.

Ruhr und Typhus sind Sommerkrankheiten. Viel ausgesprochener als beim Typhus ist der sai­sonelle Sommercharakter der Kinderläh - m u n g. Nach der jahreszeitlichen Häufung der Er- krankungen im August bis Oktober und allenfalls noch November gehen die Erkrankungsziffern in Deutschland mit aller Regelmäßigkeit von Januar bis Juli fast auf den absoluten Nullpunkt zurück. Die Jahreszeitenumkehr auf der Südhalbkugel kennzeichnet die Diphtherie als typische Sai- sonkrankheit.' Die gesteigerte Tuberkulose- st e r b l i ch k e i t im März bis Mai und der Früh- jahrgipfel der akuten und fubatuten Tuberkulose- Manifestationen werden der Ultraviolettstrahlung des Sonnenlichtes nach der vorausgehenden Strah­lenarmut des Winters zugefchrieben. Auch die Er­hebung der Ma fern kurve im Mai könnte in diesem Sinne gedeutet werden. Herbstinfektionen der Tertiana führen meist erst im kommenden Früh, fahr ober Sommer zu akuter Erkrankung.

Die regelmäßige Wiederkehr der Epi- demien ist heute nur bei den kontagiösen Seuchen und nur dann zu erklären, wenn ein endemischer Herd die aufflackernde Epidemie aus sich selbst ge­biert Diese Betrachtung rührt an die Grundprobleme der S e u ch e n e n t st e h u n g. Die Jnfektionswahr- schemlichkeit ist eine Frage der Jnfekttonsgelegenheit und verschieden je nach Infektionsquelle und Weg und damit den Beziehungen, die das menschliche Leben mit seiner Umwett verknüpfen. Infektion ist jedoch nicht gleichbedeutend mit Krankheitsgeschehen. Entscheidend ist der jeweilige Grad der Empfänglich, kett, das Kräftespiel zwischen Organismus und ein- gedrungenem Krankheitserreger.

Eine Epidemie findet ihr natürliches Ende, wenn die Zahl der Empfänglichen sich so ziemlich er- «Hopft. In den Jnfektketten sporadischer Krankheits­fälle glimmt der endemische Funke fort. Indes er­höht sich durch Geburtennachschub die Zahl der Empfänglichen wieder Jahr für Jahr. Ist die

seine Garnison zurückreiste und vom Kommandeur die Versetzung nach Dirtobras erbat.

Unb dann dann hat er die Frau nicht mehr gesehen. Die Frau, die seinen Namen trug, unb ihr Kind, das seinen Namen trug, sah sie nicht, bis Der Äneg mit Oesterreich ausbrach und alle Kabi- nettsranfe über den Haufen rannte und den Major Tudesco an die Nord front schickte.

Als er die Marschorder bekam er erinnert sich genau hatte er wieder das Gefühl eines kalten Revoloerlaufs an der Schläfe: und diesmal würde kein abgrunbfiefer Schlaf ihm gestatten, feige zu fein! Diesmal würde es krachen, und kein Hotel zusammenlaufen, weil es ringsum taufend- -ltig frad)en wurde! Schließlich war ein ehrlicher öol'batentob vor dem Feind besser als ein Selbst, mord im Hotel.

Kriegs $^aiDr ^u^e5CD d°9 nist Begeisterung in den Auf der Durchreise in Tripolis sah er eine quäl» DoUe Stunde lang die Frau und ihr Kind. Er kämpfte eine Rührung in feinem Herzen nieder, als er bas kleine unschuldige Wesen anschaute, das nicht wußte, welche Verwirrung sein bloßes Dasein über zwei MenfckiM gebracht. Und bann fuhr er auf Transportdanhsern unb Militärzügen, die vorn toingen der Solbaten klangen, nordwärts.

Vorn Vater hatte er, zwei Jahx zuvor, bas gelbe paus in den Kastanienwäldern von San Barto- tom60 geerbt. Es war verwaltet worden, bis der Krüppel feinen Einzug hatten konnte. Denn am Jfonzo, der, rot von Blut, feine Flut zum Meer walzte, schlug ihn das, Schicksal. Es schlug ihn genau an der Lebensader vorbei. Der ersehnte Tod ging durch das StacheldrahtoerhEu in den Nachbar- graben. Ein Krüppel wurde mit zwei zerschossenen Beinen ins Lazarett geschafft, wo die Aerzte ihre ganze Kunst Daran setzten, daß ein Krüppel nach Mongten das Lazarett verlassen und fortan auf uriniwuh langsam, um das Bassin mit Den Goldfischen herumhumpeln konnte.

das Wort zu einer Ansprache, der wir u. a. folgendes entnehmen:

*n der letzten Woche fand in Heidelberg wieder em Deutscher Studententag statt. Dieser Studenten­tag vereinigte zum ersten Male das gesamte deutsche Studententum des Großbeutschen Reiches. Der erste Deutsche Stubententag fand im Jahre 1919 in Würz­burg statt. Daß gerade in diesem Jahre die Tra. ditton der großen studentischen Jahrestteffen wieder ausgenommen worben ist, soll zweierlei botumen« tieren: 1. baß bas deutsche Studenten- unb Alt- Herrentum seine Einheit wieder gefunden hat unb nun unter einer Führung in bie Zukunft mar« Mert: 2. soll dieser Stubententag ein feierliches Bekenntnis sein zur Einheit des Reiches, bas den deutschen Studenten unb Alten Herren seit Jahr­hunderten ein Hochziel ihres Kampfes war und ist Wir wollen mit diesen großen Jahreskundgebunaen der Oessentlichkeit sagen: der deutsche Student hat Tritt gefaßt unb ist zum Mitarbeiter geworden am Ausbauwerk unseres Volkes.

Unsere stubentkschen Kameradschaften wer- den in der fünftigen Hochschule nicht nur nicht mehr meg3ubenfenbß Einrichtungen sein, sondern vielmehr als Gemeinschaften der NSDAP, starke Pfeiler der­selben fein. Es kommt uns weniger auf Kenntnisse ün, sondern vielmehr auf Erkenntnis des Verant- wortungsbewußtseins, das der künftige Akademiker in seinem Beruf einst zu tragen in der Lage fein

II. Preisaufgaben für andere wissen, schaftlich gebildete Bewerber:

1. Aus dem Gehiet der Deterinärmedizi. nischen Fakultät:Inwieweit sind die in d,en Arbeitsbereich des Tierarztes fallenden Lebens- mittel und andere tierische Stoffe noch nicht aus­reichend als Rohstoffquellen für die Ernährung von Menschen oder Tieren oder für andere Zwecke aus« genutzt, unb in welcher Weise ist eine bessere Aus- Nutzung in Angriff zu nehmen." Verfasser: Dr. med. vet. Karl Leiiz, Gießen.

2. Aus bem Gebiet ber Philosophischen Fakultät:Die brei großen Streitschriften gegen bas Christentum (Celsus, Porphyrins, Kaiser Julian) sollen in einer vergleichenden und entwicklungsgeschichtlichen Darstellung nach der Wahl ber Argumente und nach bem Verhältnis zur christlichen Apologetik gewürdigt werden." Verfas­ser: Oberassistent Dr. Heinrich Otto Schröder in Gießen.

Profesior Dr. .Dietz beglückwünschte sämtliche Preisträger im Namen der Ludwigs-Universität auf bas herzlichste. Nach einem vom Rektor ausgebrach- ten dreifachen Sieg-Heil auf den Führer unb bem gemeinsamen Gesang der Nationallieder fand bie Jahresfeier mit bem Fahnenausmarsch unb dem mismarja) des Senats unb des Lehrkörpers ihren Abschluß. *

Bweig Der Epidemiologie.

Ueber fast allen kontagiösen Erkrankungen liegt in dieser Hinsicht noch ein undurchdringlicher Schleier gebreitet. So ist bie Kinderlähmung, bie in <?n letzten Jahrzehnten vor allem in Schwe­ben und in den Vereinigten Staaten auf den Plan getreten ist, eine Erkrankung des gemäßigten Kli­mas unb bevorzugt hier roieber bie nördlicheren Ge­biete. Wenn sich bie Vielheit ber Faktoren auch schwerlich in eine Formel fassen läßt, so hat Beobachtung unb ätiologische Forschung boch gewisse Gesetzmäßigkeiten aufgebedt, welche bie Jntensi- tätsschwankungen solcher Seuchen von Jahr zu Jahr in ihrer Abhängigkeit von Boden und Klima beleuchten.

3. Aus dem Gebiet der P h i l o s o p h'i s ch e n Fakultät:Götterkutte in Pergamon." Ver­fasser: cand. phil. Erwin Oh lernutz.

4 21us bem Gebiet ber Philosophischen Fakultät:Cäsar und Cicero." Verfasier: Dr Jüsttnus Klaß.

5. Aus dem Gebiet ber Philosophischen Fakultät:Neue Untersuchungen über bie Wir- fung der Zentrifugenbehandlung auf den lebendigen Zellinhalt." Verfasserin: cand. rer. nat. Irmgard Lanz. °

Die Nachricht kommt, sie lautet ermutigend, sie ift in die Form einer Einladung zum Diner en famille gekleidet. Nach Tisch zieht sich der Graf em wenig in fein Arbeitszimmer zurück, läßt die beiden allein auf ber Terrasse, zu ber ber Duft von taufenb Blumen aufsteigt. Kann es ein größeres ®<L-.9rrbn' aIs G^zias Hand zu ergreifen unb mit Küssen zu bebecken, diese kühle, reglose Hand?

Als Monfalconi zurückkommt, steht ein seltsames Lächeln um seine schwarzen Augen. Er befiehlt ~ und dann fängt er unvermittelt davon an bafe er Grazia natürlich nicht nach Afrika gehen lasse, daß er alles tun werde, um das Avancement Des Schwiegersohnes zu beschleunigen, feine 23er- fe^ung nach der Heimat herbeizuführen. 2velch ein Abend! '

Auf diesen berauschenden Abend folgt ein nüch­terner Morgen. Im Hotelzimmer klingelt das Tete. Phon. Graziös dunkle Stimme:Ich muß Sie sprechen. Seien Sie um elf Uhr oben an ber Scala bi Spagna."

Erstaunen, ein unheimliches Gefühl, unb so lang- fam gehen bie beiden Stunden.

Gr sieht sie unten auf bem Platz aus einem Wagen steigen, die vielen breiten ötufen empor« kommen, er eilt ihr entgegen, ganz verwandelt ist sie heute. Rote färbt ihre bleichen Wangen ihre verschleierten Blicke irren umher, sie spricht hastig wie von einem Fieber gejagt.

Gehen wir ein wenig die Promenade auf dem $nct0 entlang, Kapitän?" sagt sie unb setzt sich '7on neben ihm in Bewegung: .Zch muß Ihnen etwas sagen, Damit Sie später nicht mir Die Schuld geben. Ich will Sie nicht betrügen, wie es anscheinend, mir selber nicht begreiflich, der Plan meines Vaters ist. Ich muß ihm gehorchen, wenn er mich mit Ihnen verheiratet, bie Umstände er» forbern bas so, ich' kann mich, nicht wehren. Aber Sie muffen wenigstens wissen, daß ich selber Sie nicht überliste, daß ich mit offenen Karten spiele."

Um Gottes willen, Komtesse, was bedeutet das alles?"

Ich bin Ihnen Offenheit schuldig, Kapitän. Das bedeutet, daß ich Ihre Frau nicht so werden kann wie Sie es sich vorstellen unb sich oorstellen dürfen'

Herrenschaft müssen eine Einheit werden. Diese innere Einheit soll nicht in erster Linie auf Karne« rabschaftsabenden erreicht werben, sondern, unserer Meinung nach, durch die Lösung gemeinsamer Aus. gaben. Wir haben die Verpflichtung, die Tradition des großdeutschen Studententums zu erhalten und sorizuführen. Und diese Ausgaben können wir nur lösen unter Dem Zeichen Des Braunhemdes und des Hakenkreuzes, Das wir alle mit Stolz tragen.

Durch Die zielbewußte Führung des Reichsstuden­tenführers, Kameraden Scheel, ist Die Gewähr Dafür gegeben, daß wir die Probleme, die uns als deutschen Studenten gestellt sind, mit aller Konse­quenz erfüllen werden. Meine Kameraden! Wir wollen leben für unseren Führer Adolf Hitler, wir wollen arbeiten für unser herrliches Deutschland, unb wir wollen kämpfen als echte und wahre National'sozialisten.

Im Auftrage des Rektors nahm anschließend ber Prorektor Professor Dr. Dietz die P r e i s ver­te i l u n g vor.

Oie verschollenen Bücher.

Wo sind bie Bücher alle hingekommen, die- cher Der Knahenjahre? Verschenkt, verbrannt, ver- liehen ^(was beinahe das gleiche ist), verschwunden, als waren sie nie gewesen. Aber in der Erinnerung sind sie noch da. Sie waren schlecht gebunden, meist, c e maren grell, doch Knaben achten nicht auf Papier und Sauberkeit des Drucks? Sie wollen Leben, Handlung, Abenteuer, Tat.

Der große graue Grizzly-Bär im Schnee. Der -M^r, der in riesigen Leberschaftenstiefeln sich auf- richtet unb bem zottigen Zähnefletschenden das Mes- ser (oh, mein Lieber: das Bowiemesser!) in den Ran- 3cn stieß. Ein paar Blutstropfen sickerten in den Schnee.

hat eine Falltür geöffnet.Höhnisches Gelächter) meincn herzlichsten Dank aus. gellte Lord Lister in die Ohren, als ihm jählings