Ausgabe 
30.6.1938
 
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Oie gesamte Ostmark-Jugend in die HL.!

Em Appell des Reichsjugendführers.

Berlin, 29. Juni. (DNB.) Der Jugendführer des Deutschen Reiches Baldur v. S ch i r a ch hat die gesamte Jugend der Deutschen Ost - mark zum Eintritt in die nationalsozialistische Ju­gendbewegung aufgerufen. Fünf Jahre länger als Die Kameraden im Reich, stellt Baldur v. Schirach fest, hast du unter dem Terror eines volksfeind- lieben Regimes den Kampf um den nationalsozia- listischen Sieg geführt. Du hast um deiner Welt­anschauung willen Blutopfer gebracht und in Schu­len und Fabriken deine Arbeitsplätze verloren. An deiner Treue zu Adolf Hitler zerschellte die Mär vomösterreichischen Menschen". Die Hoffnung dei­ner Väter, die 1919 in der Wiener Ratioiialver- sammlung die Heimkehr ins Reich beschlossen, die aber das Diktat von St. Germain zunichte machen wollte, hast du erfüllen helfen. So wehen deine heiligen Fahnen unter den siegreichen Feldzeichen des großen Krieges; denn deine Heimat hot mit der Rückkehr ins Reich wahrhaftig den Frieden nach .Dem Weltkrieg gewonnen.

Glückliche Jugend der Ostmark, nun trägst auch du nicht mehr heimlich und illegal, sondern offen und begeistert vor aller Welt den Namen des Führers. In feistem Namen rufen wir alle Jugend Oesterreichs in diesen Tagen auf, in dis nationalsozialistische Jugendbewegung einzutreten. Wir kennen keine Unterschiede des Standes oder der Konfession und unsere Kameradschaft verbietet eine Wertung, wann der einzelne den Weg zu unserer nationalsozialistischen Gemeinschaft fand.' Jeder soll freiwillig gläubigen und treuen Her- zens durch unermüdlichen Dienst sich zu dem Mann bekennen, der auch der Jugend seiner engeren Hei­mat das grenzenlose Glück -schenkte, Hitler-Jugend zu sein!

Eröffnung des Gtudentenlanddienstes.

Klagenfurt, 29. Juni. (DNB.) Am Sonntag, 3. Juli 1938, eröffnet laut Meldung der NSK. der Reichsstudentenführer Dr. Scheel mit einer Feier auf der Holleburg bei Klagenfurt den Einsatz der Studenten im diesjährigen L a n d d i e n st. Der Be­fehl des Reichsstudentenführers zum Hissen der Flag­gen wird für das gesamte Reichsgebiet das Zeichen für den Einsatzbeginn geben. Außer dem Reichs­studentenführer wird Gauleiter Klausner spre­chen. Voraussichtlich werden auch Reichskommissar Gauleiter B ü r ck e l sowie Bereichsstudentenführer Dr. Freisleben anwesend sein, ferner sämtliche Wiener Studenten, die in den Grenzgebieten Kärn­tens zum Landdienst eingesetzt werden.

Keine Aufpreise ' bei Lieferung durch Lastkraftwagen.

Berlin, 29. Juni. (DNB.) In den Preisbe­stimmungen oder Lieferungsbedingungen von Kar­tellen oder anderen Vereinigungen der gewerblichen Wirtschaft sind vielfach bei Lieferung durch Last­kraftwagen Aufpreise oder Zuschläge vorge­sehen, die sich praktisch auf Kraftwagenbenutzungs­verbote auswirken. Da eine solche Benachteiligung des Kraftverkehrs den von der Reichsregierung ge­förderten Bestrebungen auf Motorisierung des Ver­kehrs widerspricht, hat der Reichsverkeyrsminister an die Reichswirtschaftskammer ein Schreiben ge­richtet, in welchem er auf diese Mißstände hinweist und ersucht, dahin zu wirken, daß derartige, den Einsatz des Kraftwagens hindernde Maßnahmen so schnell wie möglich aufgehoben werden.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer hat Reichsarbeitsminister S e l d t e zu seinem 5 6. Geburtstag seine herzlichsten Glückwünsche ausgesprochen. Ebenso haben Mini­sterpräsident Generalfeldmarschall Göring sowie die Reichsminister, die Reichsleiter der NSDAP, und Reichsführer ff Himmler ihre besten Wünsche übermittelt.

Der Oberbefehlshaber und Chef des General­stabes des italienischen Heeres, General P a r i a n i, trifft <am 3. Juli zu einem einwöchigen Besuch in Berlin ein. Als Gast des4 Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst v. B r a u ch i t s ch , wird Ge­neral P a r i a n i verschiedene Heereseinrichtungen in der Umgebung von Berlin und Hannover besich, Ligen, sowie die Sehenswürdigkeiten in Potsdam.

Aus aller Welt.

Begeisterte Aufnahme des Olympia-Films in Paris.

Mehrere Pariser Blätter widmen der erstmaligen Pressevorführung des Olympiafilmes in Pa­ris b e g e i st e r t e Besprechungen. So schreibt die rechtsgerichteteEpoque", die photographischen Auf­nahmen des Filmes seien von hervorragender Qua­lität. Der Film sei nicht nur ein bemerkenswertes sportliches Instrument, sondern auch ein geradezu erstaunliches menschliches Dokument. Die verschiedenen Reaktionen des Olympiapublikums feien Gegenstand zahlreicher Aufnahmen, die keines­wegs zu den uninteressantesten gehörten. Der Film fei ein Spiegelbild der tatsächlichen Vorgänge. Er stelle sie so 'dar, daß die Zuschauer die Berliner Olympiade noch einmal miterleben. Das linksgerich­teteOeuvre" erklärt, bei diesem Film handele es sich ganz unbestreitbar um ein schönes sportliches Dokument. Alle, die 1936 der Berliner Olympiade beigewohnt hätten, könnten ihre damalige Begei­sterung heute wieder erleben.

Oie Landstraßenräuber Götze hingerichtet.

DetNn, 30. 3unl (DNS. Junffprud).) Die Iusllzpresseskelle Berlin teilt mit: Heule früh sind die Gebrüder Walter und Max G öh e hingerichtet worden, die vom Sondergericht in Berlin am 24. Juni 1938 zum Tode verurteilt worden sind. Sie haben in der Zeit vom November 1934 bis zum Januar 1938 zahlreiche R a u b ü b e r f ä 11 e insbesondere durch Stellen von Autofallen -- auf Kraftwagen, Tankstellen und Statlonskasien der Reichsbahn verübt. Dabei haben sie von den mitgeführten Schußwaffen rücksichtslos Gebrauch gemacht und mehrere Personen schwer verletzt. Walter Götze hat ferner den Polizeloberwachlmeisler Hermann und den woschinenarbeiter Bruno Llchs ermordet.

Oie erste Deutsche Landes-Führerschule des Roten Kreuzes.

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Die neue DRK.-raudesführerschule IX iu Rudolstadt

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Landesführer des DRK., Generalfeldführer, ff-Brigadeführer Staatssekretär O r t l e p p.

und anderen Geräten auch anatomische Lehrgegen­stände, die der Vervollkommnung des medizinischen Wissens und Könnens dienen.

Ausgezeichnet ist auch die sportliche Einrichtung. Da gibt.es Kugeln, Hämmer, Medizin- und andere Bälle, kurz alles, was für eine richtige Durchbildung des Körpers unerläßlich ist. Sport wird an der Landes-Führerschule überhaupt viel getrieben. Mor­gens schon geht es los. Man weiß, daß ein Sanitäts­mann zuerst im Vollbesitz seiner körperlichen Kräfte sein muß, ehe er die anderen Aufgaben restlos er­füllen kann. Dazu will ihm die Landes-Führer- schule IX verhelfen.

Wer gearbeitet hat, soll fröhlich fein. Das ist auch der Standpunkt der Schulleitung. Zu dem Zwecke wurde eine gediegene Kantine geschaffen, die der Ort sein soll, an dem die Männer nach dem Dienst kame­radschaftlich zusammenkommen. Die altdeutsche Ein­richtung mit den festen Möbeln, mit den Klinker- steinen, den bunten Scheiben und den handfesten Lampen macht einen sogleich anheimelnden Einoruck. Man spürt, hier kann man sich wohlfühlen.

Alles in allem ist die Landes-Führerschule IX eine vorbildliche Stätte der Erziehung und der Aus­bildung. Es wird, von den Lehrgangsteilnehmern etwas verlangt, dcifür ist aber auch alles getan wor­den, damit sie sich während ihres Aufenthaltes hier heimisch fühlen können. Man hat Wert darauf ge­legt, eine Schule zu schaffen, die die Schönheit der Formgebung mit der Zweckmäßigkeit und Weit­räumigkeit der Einrichtung und einer gesteigerten Behaglichkeit vereint. Das ist gelungen. Und damit sind auch die Voraussetzungen geschaffen zur Er­reichung des Zieles, das Dienst an der Nation heißt.

Schulungsleiter ist Sportlehrer Teubner, ein Mann vom Fach und von echtem Schrot und Korn, der, das spürt man, am rechten Platze steht.

lichtspunkte gewesen. Breite und hohe Fenster lassen Dem Licht ungehemmten Zutritt. Für die Lehrstunden wird das modernste Anschauungsmaterial eingesetzt. Bunte Tafeln erläutern das klar, was dargestellt werden soll, und wenn es erforderlich erscheint, kann auch der Film eingesetzt werden. Weitere moderne Geräte sind dem Leyrpersonal außerdem wertvolle Helfer. Man findet neben Karten, Tafeln, Tornistern

Mit der Eröffnung der DRK.» Landes-Führerschule IX, der ersten in Deutschland, in Rudolstadt in Thüringen ist eine Einrichtung des Deutschen Roten Kreuzes ihrer Be­stimmung übergeben worden, die im nationalsozialistischen Sinne dem ganzen Volke dient, über die Gren­zen des Gaues hinaus, für das ganze Reich bedeutungsvoll ist, weil nach diesem Vorbild nun auch an anderen Stellen unseres großdeutschen Vater­landes gleiche Stätten hingebungs­voller Tatbereitschaft entstehen.

Die besten Männer und Frauen aus den Bereitschaften des Deutschen Roten Kreuzes erfahren hier eine Vertiefung ihres Fachwissens und eine letzte weltanschauliche Ausrü­stung, die sie befähigt, als Führer und Führerinnen in. der Front des Deutschen Roten Kreuzes zu bestehen.

Die Begriffe Ritterlichkeit, solda- tische Disziplin und Einsatzbereitschaft sind der Arbeit der Landes-Führer- schule die feste und erfolgversprechende Grundlage.

Eiye große Organisation, deren Schirmherr der Führer ist, und die mit für das Leben der Nation wich­tigen Aufgaben betraut ist, kann nur eine von der nationalsozialistischen Idee durchdrungene Organisation sein. Nur Nationalsozialisten können da­her die Verantwortung in der Füh­rung des Deutschen Roten Kreuzes tragen. Aus dieser inneren Notwen­digkeit heraus berief der Führer mit der Idee verwachsene Parteigenossen an die Spitze des DRK.

Nationalsozialismus ist der kraft­volle Ausdruck des Selbstbehaup- tungswillsps der deutschen Nation. Daher ist die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes nicht der Ausfluß

lichen Mildtätigkeit und eines krankhaften Pazi­fismus, sondern die dem Denken des Deutschen entsprechende ritterliche Hilfsbereitschaft. In die­ser Richtung liegt die Ebene, auf der sich der Unterricht der Landes-Führerschule aufbaut. Das in Kriegs- und Friedenszeiten mit lebenswichtigen Auf­gaben betraute Deutsche Rote Kreuz muß von lebendigen, mitreißenden und begeisterten Gedanken getragen fein, soll es auf die Dauer trotz eines noch so sorgfältig ausgedachten Aufbaues als freiwillige Organisation nicht überaltern. Die aus HI. und BDM. nachströmende Jugend muß die Gewißheit haben, im Deutschen Roten Kreuz allein ihrem Volk zu dienen.

Der Rot-Kreuz-Gedanke wurde von 79 Jahren auf dem Schlachtfeld von Solferino geboren. Millionen deutscher Soldaten haben ihn in seinen segensvollen Auswirkungen im Großen Kriege erlebt. Der Soldat, der Kämpfer, ist von der Notwendigkeit dieses Ge­dankens überzeugt, denn er ist nichts weiter als ein Zurückgreifen auf ein letztes, innerliches, ritterliches AnstanDsgefühl, dem in Ehren ehrlos gewordenen Gegner gegenüber, gepaart mit einem hohen Grade persönlichen Mutes bis zur Bereitwilligkeit, das eigene Leben einzusetzen. Die Friedensarbeit der Männer und Frauen vorn Deutschen Roten Kreuz ist die Vorbereitung auf die letzte, höchste Aufgabe. Freiwillig geben sie ihre Feierstunden, um in stän­diger Bereitschaft Hilfe leisten zu können bet Un­fällen, Katastrophen, Epidemien und anderen Not­ständen.

Rot-Kreuz-Arbeit ist praktischer Sozialismus. Das Deutsche Rote Kreuz ist eine rein nationale Organi­sation. Allein der nationalsozialistische Staat gibt ihr die inneren und äußeren Gesetze. Die auch für Deutschland verbindliche Genfer Konvention bindet das Deutsche Rote Kreuz an seine Ursprungsaufgabe, die Vorbereitung und Durchführung des Kriegssani­tätsdienstes ünb verleiht ihr dafür den Schutz, den es zur Durchführung dieser Arbeit braucht.

Die Männer und Frauen, die als DRK.-Führer und -Führerinnen aus der Landes-Führerschule IX in Rudolstadt wieder in den Dienst zurückkehren, werden, fachlich und weltanschaulich gefestigt, ihren verantwortungsvollen Dienst an Volk und Vater­land wieder aufnehmen und Propagandisten des Rot- Kreuz-Gedankens fein.

Umkehr der Werte

Die Landes-Führerschule, die in Gegenwart des Gauleiters Sauckel, des Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes, Herzog von Kobury, sowie des Ge­schäftführenden Präsidenten, ff-Brigadeführers Dr. Grawitz, sowie alle führenden Männer Thüringens von Landesführer des DRK., ff-Brigdeführer Ort- lepp, ihrer Bestimmung übergeben wurde, mar einst ein Logengebäude. Es war eine Atmosphäre des Dunklen, Geheimnisvollen, bewußt Verhüllten, die sich früher abschreckend über das Haus breitete. Welche Umkehrung der Werte hat sich in den fünf Jahren, seit der Nationalsozialismus den deutschen Volkskörper von allen zersetzenden Elementen be­freite, nun auch mit der ehemaligen Loge vollzogen. Licht, stolz, frei und schön wuchtet heute das Haus in formvollendeter Harmonie empor. An der Front kündet ein großes Schild von dem jetzigen schönen 'Zweck des Gemeinschaftsdienstes im Zeichen des Roten Kreuzes, das leuchtend über dem Hause weht, und die ketzerischen Symbole der Freimaurerei, die einst die Räume entweihten, vertrieben hat. In der Wandlung vom einstigen Logengeböude wr Landes- Führerschule IX des Deutschen Roten Kreuzes hat sich einmal mehr die gewaltige Wende deutschen Lebens in seiner Gesamthest in sinnfälligster Weise ausgedrückt.

Zweckmäßigkeit und Schönheit sind bei der Ein­richtung der Schule die vordringlich beachteten Ge-

Der Lütticher Giftmordprozeß

Im Lütticher Giftmordprozeß sind bis­her rund 200Zeugen vernommen worden. Das Verhör der noch übriggebliebenen 100 Zeugen wird voraussichtlich noch die ganze Woche in Anspruch nehmen. Dann sollen die Plädoyers beginnen. Im Zusammenhänge mit dem Zeugenoerhör über den Tod des elften und letzten Opfers, der Witwe Weiß, wurde eine bemerkenswerte Feststellung ge- macht, die die These der Anklage, daß die Becker aus Habsucht und Geldgier gemordet habe, unter­stützt. Das Lügengewebe der Angeklagten, die be»

kanntlich alle ihr zur Last gelegten Diebstähle von Juwelen, Geldern und Wertgegenständen ihrer Op­fer ableugnet, wird damit in einem konkreten Falle zum erstenmal einwandfrei durchbrochen. Der Prozeß nahm eine neue Wendung, als die Verteidi­gung die Vernehmung weiterer wissenschaftlicher Sachverständiger verlangte. Es handelt sich um Ge­richtsärzte und Kriminologen, die bei einer früheren Mordaffäre in Antwerpen verhört wurden. Auf Grund der Sachverständigenurteile war dieser Pro­zeß, in dem die Anklage ebenfalls auf Mord durch Vergiftung gelautet hatte, niedergeschlagen worden.

Zuchthausstrafen' gegen polnische Kommunisten.

Das Rownoer Bezirksgericht verhandelte gegen 29 Kommunisten, denen die Zugehörigkeit zur ille* galen Kommunistischen Partei Der Westukraine nach­gewiesen werden konnte. Wegen terroristischer A n s ch l ä g e , Einäscherung von Kirchen, eines Ueberfalles auf ein Gemeindeamt, um dort fest­gesetzte Kommunisten zu befreien, und wegen Schmuggels von Personen über die Grenze nach der Sowjetunion, denen der Boden in Polen zu heiß geworden war, wurden langjährige Zuchthaus­strafen ausgesprochen. Der Haupträdelsführer er­hielt zwölf Jahre Zuchthaus, die übrigen Angeklagten neun, sieben, vier und zwei Jahre Zuchthaus.

Sturm über der Rordfeeküfle.

In den frühen Morgenstunden des Mittwoch kam an der Nordseeküste plötzlich ein schwerer Sturm auf, Der stellenweise Windstärke 10 er» reichte. Im Hamburger Stadtgebiet richtete der Sturm teilweise schwere Schäden an. Ein großes Dach einer Fischhalle wurde fortgerissen und auf Das Dach eines benachbarten Hauses geworfen. Die Hamburger Feuerwehr hatte Hochbetrieb.

Hitzewelle über Oberitalien.

Seit einer Woche hält in Oberitalien die Hitze­welle an. In Biella stieg das Thermometer auf 35 Grad im Schatten, ebenso in Mailand und Bo­logna. In der Umgebung von Mailand sind zwei junge Leute beim Baden ertrunken., Weitere tödliche Badeunfälle werden aus Venedig, Pisa, Trient und Neapel gemeldet.

Schwere Unwkllerschäden in Japan.

Die noch immer andauernden starken Regen­güsse haben in vielen japanischen Provinzen große Verheerungen angerichtet Unter Den zahlreichen Unglücksmeldungen, Die einlaufen, be-. finDet sich auch eine aus dem Tokioer Stadtteil Akafaka. Hier haben Die heftigen Regengüsse, ver­bunden mit einem Erdbeben, einen großen Erdrutsch verursacht, wodurch mehr als 100 Menschen verschüttet wurden. Bei den so­fort einsetzenden Rettungsarbeiten konnten bis jetzt 9 Tote geborgen werden.

Unwetter über Bosnien.

Die tropische Hitze, die seit einer Woche in ganz Jugoslawien herrscht, führte zu schweren Ge­wittern. Niedergehende Wolkenbrüche führten vor allem in Bosnien verschiedentlich zu U e b e r» schwemmungen und Bergrutschen. So wurde Die Schmalspurbahn BelgraDSerajewo in Der Nähe Des Drina-Tal^s verschüttet. Nahebei stürzte auf der aufgeweichten Straße ein Omnibus um, wo­bei drei Fahrgäste schwer und mehrere leicht ver­letzt wurden.

Schweres Eisenbahnunglück in Mexiko.

In Der Nähe von San Luis in Mexiko hat sich ein schweres Eisenbahnunglück ereignet. Es sollen insgesamt zwanzig Personen getötet und zweiunDdreißig zum Teil schwer verletzt wor­den sein. Die mexikanischen Behörden bewahren über dieses Unglück strengstes Stillschweigen. Eine amtliche Betätigung über die Zahl der Todesopfer war bisher nicht zu erhallen.

Fast 30 000 Opfer Der Cholera in Indien.

Wie aus Allahabad berichtet wird? hat die in Indien wütende Cholera-Epidemie in den vergangenen elf Wochen nahezu 30000 Men­schenleben gefordert. Trotz aller Gegenmaß­nahmen ist es bisher nicht gelungen, der Seuche auch nur annähernd Einhalt zu gebieten.

PanzerschiffAdmiral Scheer" wieder in der Heimat.

Das PanzerschiffAdmiral Scheer" ist am Dienstagabend wieder in seinen Heimathafen Wil­helmshaven eingelaufen.Admiral Scheer" war, abgesehen von einer kurzen Unterbrechung, vier­einhalb Monate abwesend und tat in dieser Zeit Dienst in den spanischen Gewässern als Flaggschiff Des Befehlshabers Der Spanienstreitkräfte.' Beim Einlaufen hatten sich zahlreiche Angehörige Der Be­satzung zur Begrüßung eingefunDen.

Ranga-parbal-Expedition im Lager IV.

Da Die Spitzengruppe Der Nanga-Parbat» ExpeDition über ein Funkgerät verfügt, hat diese am 29. Juni zum exstenmal aus Lager IV (6200 Meter hoch) eine Meldung durchgegeben, die am selben Tage in München eintraf. Danach ist Das Lager IV seit Dem 27. Juni von fünf Berg­steigern unD Drei Trägern besetzt, Die mit allem versehen sind, um nach Lager V weiterzugehen., so­bald sich die in Den letzten Tagen gefallenen Neu­schneemassen gesetzt haben.

Reue TBelfbeftleiffung deutscher Segelflieger.

Auf dem Segelfluggelände Hornberg bei Schwä­bisch-Gmünd gelang es zwei schwäbischen Segelflie­gern, eine neue Weltbestleistung im Dauer­flug in doppellitzigem Segelflugzeug aufzustellen. NSFK.-Truppführer Erich Meyer unD Flugfüh- rer S chzi e i de r erreichten mit einem Doppelsitzer eine Gesamtflugdauer von 21 Stunden und zwei Minuten.

Kranwagen den Bahndamm hinunlergeflürzl.

Aus der Strecke MünchenRosenheim ereignete sich zwischen den Bahnhöfen Aßling und Öfter- München ein schwerer B a u u n f a 11. Bei Ar­beiten an einer Brücke kippte ein Kranwagen der Reichsbahn um und stürzte Den BahnDamm hin- unter. Dabei würbe ein 41jähriger Werkmeister vom Bahnbetriebswerk Des Münchener Hauptbahnhofes getötet. Schwerverletzt rourDen ein Schlosser, ein Hilfsmonteur und zwei Hilfsarbeiter. Ein weiterer Arbeiter kam mit leichteren Verletzun­gen davon. Die Schwerverletzten wurden in das Krankenhaus in Rosenheim eingeliefert, wo einer von ihnen seinen schweren Verletzungen erlegen ist. Ein Arbeiter wird noch vermißt.

Französischer Fischdampfer im Sturm gesunken.

Während des starken Sturmes, der an der französischen Atlantikküste herrschte, ist auf der Höhe von Lorient ein kleiner Fischdampfer unter» gegangen. Die fünfköpfige Besatzung'hat ver- mutlich Den ToD gefunDen. Lediglich Der Kapitän, der sich an Die Mastspitze Des untergegangenen Schiffes geklammert und so 12 Stunden über Wasser sich gehalten hatte, konnte gerettet werden.

Große Luflschuhiibung in München.

In Der Hauptstadt der Bewegung fand am Diens- . tag eine große Luftschutzübung statt. Zum erstenmal heulten um 11.30 Uhr die Sirenen und, wie von Zauberhand angehalten, standen alle Fahr­zeuge still, die Fußgänger flüchteten eiligst in die Sammelräume, alles verlief in ausgezeichneter Disziplin. Bereits nach 10 Minuten kam das Ent­warnungssignal. Um 15.53 Uhr erfolgte der zweite Alarmruf Der Sirenen. Dreiviertelstunden lang lagen die Straßen und Plätze verödet. In der Stadtmitte dauerte Die Hebung länger. Da hier ein Fliegerangriff mit Bombenabwürfen angenommen rourDe. Em Blick in mehrere große Betriebe des Schadensgebietes zeigte, daß der Werkschutz gut ar»