Ausgabe 
30.6.1938
 
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Zn Rom wird gegenwärtig der WeltkongreßFreude und Arbeit" abgehalten, an dem Vertreter fast aller Nationen teilnehmen. Auf unserem Bilde sieht man den italienischen Regierungschef, Benito Mussolini, und Parteisekretär Minister Starace bei den Vorführungen der italienischen FeierabendorganisationDopolavoro . (Associateb-Preß-M.)

Mffolini beim WeltkongreßFreude und Arbeit

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Lieber hundert neue Erlasse..

Frankreichs Gesetzgebungsmaschinerie arbeitet weiter!

Jüdischer Terrorist hingerichtet.

Jerusalem, 29. Juni. (DRV.) Die Agitation des Weltjudentumes zu Gunsten der Aufhebung des Todesurteils gegen den jüdischen Terroristen Jakob Josef S ch l o m o ist erfolglos geblieben, schlomo wurde im Gerichtsgefängnis zu Akko g e - hängt. Schlomo war am 4. Juni zusammen mit einem anderen jüdischen Terroristen zum Tode ver­urteilt worden. Der dritte jüdische Terrorist wurde ms Irrenhaus gebracht. Der Prozeß behandelte den Ueberfoll einer Judenbande auf einen Araber- Autobus in der Nähe von Safed am 21. April. Die drei obenerwähnten Juden wurden als Mitglieder der Bande gefaßt. Bei ihnen wurde eine große Menge von Munition, fünf Bomben und zwei Re- oolver gefunden. Nach ihrer Verhaftung bot die Judenfippfchaft in der Welt aller auf, um ihre Märtyrer" der gerechten Strafe zu entziehen. So verhandelte noch in den letzten Nacht derRechts"- anwalt Schlomos telephonisch mit London und ver« suchte, durch einen Revisionsantrag die Vollstreckung des Todesurteils zumindest hinauszuschieben. In den letzten Tagen häuften sich dis Protesttelegramme aus der ganzen jüdischen Welt gegen das Todesurteil beim britischen Höchstkommauoierenben.

allgemeine Preissteigerung an?, fragt das Blatt. Es befurchtet als nächstes eine S rauffetzung Der Autobus- und Untergrundbahntarife in Paris und in weiterer Auswirkung eine erneute Anglei­chung der Löhne.

mit der Ueberwachung der Ausländer betraut sind. Ein Gesetzentwurf ermächtigt die Bank von Algerien, dieAusgabendecke" von drei auf vier Milliarden Franken zu erhöhen. Ein anderer Gesetzeserlaß sieht einen großen Plan zum Ausbau hydroelektrischer Werke in Frankreich vor, wodurch die den Staatshaushalt belastende Kohleneinfuhr aus dem Auslande abgebremst werden soll.

Englands Ausrüstung zur See

130 Kriegsschiffe im Bau.

Jer die Freude liebt, muß den Krieg Haffen."

Dr.Ley auf dem WeltkongreßFreude und Arbeit^ in Rom.

Frankreich

stellt ein neues Armeekorps auf.

P ° r i s, 30. Juni. (DNB. Funkspruch.) Das amt- lrche Gesetzblatt veröffentlicht ^roei Erlasse zur Stärkung der französischen Landes­verteidigung. Einer von ihnen betrifft die Aufstellung eines neuen Armeekorps.' Im Jahre 1924 war die Zahl der Armeekorps von 20 auf 18 durch die Aufhebung der 10. und 12. Mili- tar-Region herabgesetzt worden.Die Notwendig­keiten der Entwicklung ber auswärtigen Lage", so schreibt dieEpoque",mache heute eine Neugliede­rung einer militärischen Organisation und die Schaf­fung einer zusätzlichen Region an ber Nordostgrenze Frankreichs notwendig." Der zweite Erlaß sieht die Verwend un.g von Eingeborenen in den verschiedenen Dienstbereichen des Mutterlandes gegebenenfalls auch der Armee, vor.

London, 29. Juni. (DNB.) Di- Tatsache, dah die dreimonatige Beratungsperiode, die in dem Londoner Flottenvertrag vorgesehen war, bevor eine Macht die Gleitklausel praktisch in Kraft setzen rann Ende dieses Monats verstrichen ist, wirft die Frage der zukünftigen Größe der Schlachtschiffe erneut auf. Der Marinekorre­spondent von Reuter berichtet, man erwarte,, daß bic drei Vertragsmächte Amerika, England und Frankreich noch in dieser Woche ihre Beschlüsse bekanntgeben würden. Wie verlaute, habe die bri­tische Regierung auch nicht den Wunsch, bis zu der neuen Höchstgrenze, von der man in vielen Kreisen annehme, daß sie 45 000 Tonnen betrage, zu bauen. Es sei daher wahrscheinlich, daß Großbritannien sich in der Mitte zwischen 35 000 unb 4 5 0 00 Tonnen halten werde. Vorausgesetzt, daß keine andere europäische Macht diese Tonnage überschreite.

Das Höchstkaliber der Kanonen würde ver­mutlich im Gegensatz zu der bisherigen Bestückung von 35 Zentimeter 40 Zentimeter betragen. Groß­britannien werde sich wahrscheinlich auch für das schwere Kaliber von 40 Zentimeter entschließen. Die vorläufigen Beschlüsse der drei Londoner Vertrags- möchte seien Deutschland und Sowjetrußland bereits mitgeteilt worden, da ein britischer Beschluß, größere Schlachtschiff« zu bauen, den beiden Län- dem automatisch gestatte, ebenfalls von der Gleit- Klausel Gebrauch zu machen.

Der Marinekorresponbent desDaily. Telegraph" befaßt sich mit der voraussichllichsn zahlen« mäßigen Stärke der brittschen Marine. Wäh- rend der Mannfchaltsbestanb im Jahre 1933 auf 90 300 gefallen sei, sei Vorkehrung getroffen, ihn noch in diesem Jahre auf 119 000 Mann zu erhöhen.

Weder Hatton noch Religion."

Ein englisches Urteil über die Juden.

London, 28. Juni. (DNB.) Thomson behan­delt imEvening Standard" die Frage, was aus den jüdischen Emigranten aus Deutschland werden soll. Thomson kommt dabei zu der Feststel­lung, daß der Antisemitismus keineswegs auf ein besonderes Land beschränkt sei. In Frankreich schwele er immer unter ber Oberfläche, und nichts in der Geschichte könne zu dem Glauben verleiten, daß in England die Toleranz den Juden gegenüber tief ver­wurzelt sei. Edward I. habe die Juden aus England hinausgejagt, und vierhundert Jahre hindurch hät­ten sie nicht nach England zurückkehren dürfen. Frage man nach dem Grund für jene immer wieder- kehrenden Derfolgungswellen, so müsse man feststel­len, daß die Juden weder eineNation, noch eine Religion seien. Sie seien von jedem etwas und wissen sich infolgedessen in eine Welt ber Na­tionen nur schwer einzugliedern. Sie seien eine Anomalie:Gemischt mit jeder Rasse, aber in keiner aufgegangen", sie feien ein unverdauter Teil, ber ftänoig Unorbnung Hervorrufe. Sie seien orientalischen Ursprungs, hätten aber lange in Europa gelebt unb beanspruchen daher, als ein westliches Volk behandelt zu werden."

An anderer Stelle sagt Thomson von den Ju­den, daß sie ohne lokale und nationale Tradition in begründetem Verdacht stünden, die Traditton und sogar die Stabilität der Nationen zu un­terwühlen, die ihnen Gastrecht gewährten. In Eng­land sehe man deullich, wie sie sich in extremer Po­litik betätigten. Thomson warnte weiter vor einer zu starken jüdischen Einwanderung nach England und gibt den Juden den Rat, sich nicht mit politi­schen Ansichten zu identifizieren, die auf einen Um­sturz hinzielten.

Ehes der GPU. , sollte vergistet werden.

Die neueste Nwskauer Sensation.

Paris, 29. Juni. (DNB.) DerParis Midi" veröffentlicht einen Bericht feines Sonderkorrespon- benten, wonach es sich bestätigt, daß eine Der- chwörung, die bie Vergiftung des Volks­kommissars für innere Angelegenheiten unb Chefs ber GPU., Jeschow, zum Ziele hatte, im Laufe der vergangenen Woche in Moskau aufgebeckt wor­ben ist. Durch einen Zufall fei festgestellt worden, baß ber litauische Koch Plakaitis, ber sich seit zehn Jahren im Dienst Jescho'ws befanb, beauftragt war, ein starkes Gift unter bie Speisen zu mischen. Die Gerüchte über biefe Ereignisse hätten sich so­gleich in Moskau verbreitet unb bort sensationell gewirkt. Man fragt sich, ob es sich um ein politi­sches Attentat hanbelte oder ob bie Verschwörer, wie man in gewissen Kreisen annimmt, aus Person- lichen Grünben gehanbelt hätten. Sicher sei nur, daß Jeschow bie Tatsache besonders erschüttere, daß seine engsten Mitarbeiter in diese An­gelegenheit verwickelt seiey. Er habe nunmehr zahl­reiche hohe Beamte ber GPU. verhaften las­sen, ohne ihreVerbienste" bei ber Aufbeckung kürzlicher Verschwörungen zu berücksichtigen.

Es hanbele sich u. a. um ben Leiter des Gegen- spionagedienstes Cherbakov, ber das Gift ge­liefert haben soll, um ben Kommissar Brodcki, ber bisher Jeschows rechte Hand war, unb um sei­nen Privatsekretär. Alle Verhafteten würben von einer Sonderkommifsion abgeurteilt werden, bereu Vorsitz Jeschow selbst führen werbe.

Paris, 29. Juni. (DNB.) Mehr als 100 neue Gesetzerlasse werden am Mittwochmor- gen im amtlichen Gesetzblatt veröffentlicht. Einer der wichtigsten ist der, der die Satzungen der Bank von Frankreich insofern ändert, als diese ermäch­tigt wird, auf dem Geldmarkt im Sinne der Po- l i t i k desoffenen Marktes" zu inter­venieren. Andere Erlasse enthalten Maßnahmen zur Verbesserung der Finanzlage der Städte unb Provinzialverwaltungen, bringen eine Verschärfung ber Steuerkontrolle, um ber Steuerhinter­ziehung einen Riegel vorzuschieben unb somit die öffentlichen Einnahmen'zu steigern. Ferner befinden ich unter ben Verordnungen Bestimmungen über ne Reorganisierung berSürete nationale" (Fran- ösische Geheimpolizei). Hier ^handelt es sich insbe.. andere um die Verstärkung ber Dienststellen, die

Es fei jedoch eine End st arte von 125 000 Mann geplant. Welche Anforderungen bald an ben Personalbestanb der Marine gestellt werben würden, gehe schon daraus hervor, daß zur Zeit 13 0 neue Schiffe a u f Stapel lägen ober in Auftrag gegeben worden seien. Darunter befän­den sich nach dem Korrespondenten 7 Schlacht­schiffe, 24 Kreuzer, 6 große Flugzeugmutter­schiffe, 40 Zerstörer unb 21 U-Boote.

Kolonialminister M a n d e l hat. den schon lange anaekündigten Erlaß über ein Sofortprogramm zur Erschließung unb Ausbeutung des Gold- vorkommens in ben französischen Kolonien erlassen. Die französischen Kolonien haben im Jahre 1937 rund sieben Tonnen Gold im Werte von etwa 280 Millionen Franken hervor­gebracht. Einem anderen Erlaß zufolge sollen von den Gewinnen aus ber französischen National- lotterie im Lause ber nächsten zwei Jahre 50 Millionen Franken für bie Inbustrie in Elsaß- Lothringen eingesetzt werben.

900Millwnen Defizit der Stadt Paris

Paris, 29.Juni. (DNB.) Das Defizit im diesjährigen Haushaltsplan ber Stadt Paris bat infolge der mehrfachen Abwertungen unb ber ttch daimus ergebenden Preissteigerungen eine Höhe von 900 Millionen Franken erreicht, anstatt, wie bei ber Aufstellung bes Haushaltspla­nes im Dezember 1937 veranschlagt, 625 Millionen. Der Generalberichterstatter für ben Haushaltsplan ber Stadt Paris hat an die Stadtväter einen Be­richt verteilt, in dem er ganz energisch zur Spa r- Politik mahnt und sich gegen eine etwaige neue Erhöhung ber Steuern wendet. Angesichts der Lage verlangt ber Generalberichterstatter, keine neuen Ausgaben mehr zu bewilligen und bie vorgesehenen Ausgaben noch herabzusetzen.

Selbst das Trinkwaffer wird teurer.

Paris, 29. Juni. (DNB.) Vom 1. Juli ab ist ber Preis für ben Kubikmeter Trinkwaffer auf 2,20 Franken e r höht worben. Die Blätter knüpfen an biefe jüngste Preiserhöhung besorgte Kommentare. DasPetit Journal" meint ironisch, »er Durst habe, dürfe eben nicht mehr Wasser trinken. Das gleiche Blatt erwähnt, daß die Fabri­ken für den Kubikmeter Wasser sogar das Doppelte zahlen müßten. Künden die verschiedenen Preis­erhöhungen (vor kurzem z. B. auch für Benzin unb bie Gütertarife ber Eisenbahn) etwa mieber eine

der Freizeitgestaltung bar.Die Staaten, bie am stärksten biefe Bewegung politisch auswerten, sind Italien, Deutschland, Portugal unb in letzter Zeit auch in starkem Maße Griechenland, Rumänien unb Bulgarien. Mit Hilfe biefer Bewegung neh­men biefe Staaten bewußt ben Kamps gegen ben Bolschewismus auf. Denn wer bie Freude will, muß ja ein Tobfeinb des Marxismus und Bolschewismus fein." (Langanhaltenber stür­mischer Beifall.)

In Italien sei Dopolavoro heute bereits eine große Kulturorganisation, bie alle Klassen und Stände umfasse, und in Deutschland gebe es kaum einen Abschnitt des öffentlichen Lebens, ber nicht durch «Kraft burch Freube" irgenbwie beeinflußt unb reguliert werbe.Wer sich", so betonte Dr. Ley unter stürmischem Beifall,zu bem gewal­tigen Werk bekennt, bem biefer Weltkongreß in vorbildlicher Weise biente, muß ben Trieben wollen. Wer bie Freube liebt, muß ben Krieg hassen!"

Nach Verlesung von Danktelegrammen an ben Duce, Parteisekretär Minister Starace unb bem Gouverneur von Rom faßte Dr. Ley bie Ge- fühle bes Dankes an Mussolini und bas italienische Volk in ein begeistert aufgenommenes breifaches Sieg-Heil auf ben König von Italien unb Kaiser von Aethiopien sowie den Duce zusammen.

Rom, 29. Juni. (DNB.) Mit einer feierlichen Plenarsitzung, in deren Mittelpunkt eine Ansprache bes Reichsorganisationsleiters Dr. Ley stanb, fand am Mittwoch der von 72 Nationen beschickte III. WeltkongreßFreube unb Arbeit" seinen Abschluß. In ber mit lebhaftem Beifall auf­genommenen Generalentschließung, bie einleitenb verlesen würbe, wird mit Genugtuung festgestellt, daß es gelungen ist, einen interna­tionalen Austausch von Ideen, Plänen unb Maßnahmen unter Achtung der nationalen Eigenarten ber Völker anzubahnen unb durchzu­führen, der eine solidarische Zusammenarbeit aller ermöglicht. Das Internationale Zentralbüro Freuds und Arbeit" dessen Leiter Dr. Ley ist wird beauftragt, mit allen geeigneten Mitteln die in den Entschließungen der elf Kommissionen skizzierten Anregungen und Wünsche der Völker zu verwirklichen, um bis zum nächsten Weltkon­greß in Osaka 1940 die in Rom zum Ausdruck gebrachte Entwicklung der BewegungArbeit und Freude" zu sichern.

Don lebhaftem Beifall begrüßt, nahm bann Dr. Ley das Wort, um Rückblick auf bie geleistete Ar- beit unb Ausblick in bie künftige Entwicklung der Freizeitbewegung zu geben. In überzeugender Weise legte Dr. Ley ben Vorkämpfern ber Freizeit­bewegung aus allen Länbern der Welt bie politische Bebeutuna unb politische Auswertungsmöglichkeit

Wieder ein Schlag gegen die Remeldeulschen. Neue Zusammenstöhe mit Litauern.

M e m e l, 29. Juni. (DNB.) Der litauische Gou- verneur hat gegen das kürzlich vom Memelländischen Landtag verabschiedete Gesetz zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit erneut sein Veto eingelegt. Dies ist bereits das dritte Veto, das der Gouverneur allein in der Wahlperiode des jetzigen Landtages gegen dieses lebenswichtige ausschließlich der Arbeitsmarktregelung dienende Gesetz eingelegt

«r?°nigsbera, 29. Juni. (DNB.) Bei der Ankunft des SeedlenstschiffesHansestadt Danzig" m Memel am Dienstagabend kam cs erneut zu Zusammenstößen zwischen Memelländern unb Litauern. Kurz bevor das Schiff wieder anlaate durchbrachen etwa 50 Personen aus ber großen Zuschauermenge das Tor eines hohen Bretterzaunes mit dem die litauischen Hafenbehörden den Zugang zum Hafen in einer Entfernung von 300 Meter ?bgesperrt hatten. Als die litauische Hafenpolizei die Menge zuruckdrängte und dabei Feuerwehr­spritzen Eingesetzt wurden, kam es zu Stein- würfen und Schläaereien zwischen den Memellandern unb großlitauischen Hafenarbeitern Die Zusammenstöße setzten sich fort, als sich bie Zu­schauer bereits zurückzuzichen begannen. Die Groß- litauer, die mit neuen Steinwürfen unb unter Ge­brauch von Feuerwaffen gegen bas zurückweichende Publikum angingen, gerieten auch mit ber um bie Orbnung bemühten memelländischen Landespolizei in Konflikt. Letztere mußte dabei nach einigen Schreckschüssen scharf schießen. Sowohl auf Seiten der Memelländer wie der Litauer gab es zahl- reiche Verletzte, unter denen sich auch Beamte der memelländischen Landespolizei befinden.

47 v. H. Türken

bei der Sandschak-Wahl.

Antiochia, 29. Juni. (DNB.) Wie verlautet, haben die von der internationalen Wahlkommission durchgeführten Einschreibungen für die Sand­schak-Wahl bis zu ihrer vorzeitigen Einstellung eine türkische Beteiligung in Höhe von 4 7 v. H. ergeben. Wie man hier in unterrichteten Kreisen anmmmt, würde sich dieses Ergebnis bei normalem Ablauf der vorgesehenen Einschreibungs­frist jedoch recht stark zuungunsten der Türken ver- ändert haben. Mehrere tausend Angehörige nicht- türkischer Minderheiten hatten sich überhaupt noch nicht in die Liste eingetragen, im Gegensatz zu den Türken, bie schon fast vollzählig von ihrem Wahl­recht Gebrauch gemacht hatten.

Oer türkische Einmarsch im Sandschak.

I st a n b u l, 29. Juni. (DNB.) Wie aus Istanbul mitgeteilt wirb, findet ber türkische Einmarsch im Sanbschak am Donnerstagmorgen statt. Die Truppenstärke ber einmarfdjierenben türkischen For­mationen wirb bie gleiche wie die ber Franzosen sein. Die Türken werben ben nörblichen Teil bes Sanbschak-Gebietes besetzen.

Wir sind heute alle einig!"

Reichsstatthalter Dr. Leytz-Jnquart über die jüngste Greuelhetze.

Kassel, 30. Juni. (DNB.) Auf eineL großen Kundgebung in ber Kasseler Stadthalle sprach ff- Gruppenführer Reichsstatthalter Seyß-Jnquart über bie Aufgaben ber deutschen Oft- mark. Es gelte heute, bas, was feit einem Jahr» hunbert nebeneinanber und auseinander lief, zusam­menzufassen. Der Führer hat uns die Aufgabe gestellt, enbgültig ben Lebensraum bes beutschen Volkes für alle Zeiten sicherzustellen. Die Grund­lagen dafür sind bie Arbeit unb bie Wehrhafticskeit. Am 10. April hat uns ber Führer aufgerufen, jeder deutsche Mann unb jebe deutsche Frau hat sich be­kannt. Wir finb bas erste Reich, von bem wir stolz bekennen können: Es ist nach bem Willen eines jeben Mannes unb jeder deutschen Frau ausgerich­tet worden!.

Der Reichsstatchatter wandte sich bann scharf gegen bie Verbreiter derGreuelmärchen über Oesterreich. Eines möchte ich, so betonte er, gleich feststellen, daß außerhalb Deutschlanbs nie» manb sich um bie inneren deutschen Angelegenheiten zu kümmern hat, befonbers nicht jene internatio­nalen Humanitätsapostel, die fünf Jahre zugesehen haben, wie ein Volk vergewaltigt wurde. Wo waren sie denn, als in Oesterreich Tausende hingemordet, aus ihrem Brot gebracht wurden, nur weil sie Deutsche fein wollten? Niemand hat sich da­mals gerührt!

Es gibt Leute, die mit ber Entwicklung ber wirt­schaftlichen Dinge in Oesterreich unzufrieben finb; das find bie Juben, bie im Auslanbe Greuel- märchen verbreiten, bas finb jene Leute, bie nur die Lautsprecher ber 3üben Mis Oesterreich bilben. Wenn die Juden nicht zufrieden sind mit der Entwicklung in Oesterreich, so ist das für uns ein beruhi­gendes Zeichen. Aber alle Deutschen, unb vor allem gerade alle Arbeiter, sind mit der Entwick­lung sehr zufrieden. Es wird nicht ein Jahr vergehen, unb wir werben keine Arbeitslosen mehr haben.

Es wird auch gefaselt von Stteitigkeiten. Die Leute sollten sich vor Augen halten, daß wir in der Ostmark fünf Jahre lang gekämpft haben. Der Kampf hat uns zusammengeschlyeiß, so daß uns nichts mehr trennen kann. Wie sollten ba Streitig» feiten entstehen? Ich möchte auch befonbers jenem Manne danken, ben uns ber Führer gesandt hat: Gauleiter B^i r ck e l. Er ist uns mehr als un­ser Freund, er ist heute schon unser Schicksalsgenosse geworden. Wir sind heute alle einig! Das herrlichste war die Heimkehr in unser Deutsches Reich.

Stürmische Heilrufe und Händckla'tschen dankten dem Vertreter des heimgekehrten Oesterreich. Großdeulsche Volksgemeinschast.

Aufruf des Gauleiters Bohle zur Reichstagu^kg der Ausländsdeutschen.

Gauleiter Bohle hat, wie die NSK meldet, ben folgenben Ausruf zur 'VI. Reichstagung der Ausländsdeutschen in Stuttgart erlassen, die in diesem Jahre vom 26. August bis 4. September ftattfinbet:

Ausländsdeutsche, Männer der Seefahrt!

Die VI. Reichstagung der Ausländsdeutschen, bie vom 26. August bis 4. September 1938 in unserer Stadt Stuttgart ftattfinbet, steht im Zeichen der Wiebervereiniaung ber deutschen 0fi­rn a r t mit bem Reich. Diese große geschichtliche Tat unseres Führers Abolf Hitler wird ihren sichtbaren Ausdruck in Stuttgart einmal darin finden, daß die Fahne ber ehemaligen Lanbesgruppe Oesterreich nunmehr als Trabitionsfahne ber Auslanbsorgani- fation von mir übernommen werden wirb, unb Zum zweiten darin, daß wir zum erstenmal eine große Anzahl unserer deutsch-österreichischen Volks­genossen aus dem Auslande als Reichsbürger begrü- ; feen können. Sie'werden an all dem teilnehmen, was , wir schon bei den Tagungen der vergangenen Jahre ; erlebten, und was seine Steigerung in diesem Jähre 1 finden soll: Den großen Kundgebungen, bei denen 1 bie führenben Männer ber Partei und bes Staates sprechen werden und dem Gedankenaustausch mit den Mitarbeitern in ber Leitung ber Auslanbsorga- nifation, bie Euch Parteigenossen braußen die Ziel- setzung für ein neues Arbeitsjahr geben sott. Die VI. Reichstagung in Stuttgart soll den Grundstein ' legen zur großdeutschen V o l k s g e m ci n - 1 Ichost im Ausland. Sie sott ein erneutes Be- 1 fenntnis des gesamten Auslandsdeutschtums zum 1 nationalsozialistischen Deutschland und zu unserem ! Führer sein.

Das schöne Stuttgart, die Stadt der Auslands- 1 deutschen, erwartet Euch. 1