Ausgabe 
30.5.1938
 
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Volk zu einigen, mißlang. Die Einheit Deutschlands wurde damit üuf 400 Jahre hjnausgeschoben. Hut­tens Ruf galt der deutschen Einheit und dem Sturz der alten Ordnung. Er war kein Heide, er war auch kein Neuheide, sondern er ging von dem inneren Bestreben aus, eine überlebte Ordnung zu stürzen. Wie Walter von der Dogelweide seine Lieder gegen Rom sang und dichtete, so trat auch Ulrich von Hut­ten an, aber durchaus in dem Bestreben, diese alte, scheinbar in der Vergangenheit herrliche christliche Lebensordnung wiederherzustellen. 1516 kommt Hut­ten aus Rom mit Empörung im Herzen über das Treiben der höchsten Kirchenkreise nach Hause. Hut­ten stellte sich Luther zur Verfügung, es zeigt sich, daß er bereit war, den Größeren neben sich anzu- erkennen und sich für dessen Sache einzusetzen Hutten verläßt das Latein; er schreibt deutsch und

erhebt seine Stimme überall im Land. Rosenberg kommt hier zu der Feststellung, daß angesichts eines solchen Löbens alle Versuche versagen, die Gestalt Ulrich von Huttens in tausend Kleinlichkeiten aus­einanderzureißen. Es sei müßig festzustellen, daß auch er seine Menschlichkeiten^hatte Sein Werk und sein Charakter, seine Lebenshaltung und sein un­gestümer Wille seien geblieben als ein großes Ver­mächtnis einer großen Zeit für unsere Tage.

Unter dem Beifall der Zuhörer fuhr Reichsleiter Rosenberg dann fort:Wenn wir heute das Glück haben, daß sich eine g e i st i g e Lehre mit einer politisch en Macht vermählt, dann dürfen wir diese gesegnete Stunde der deutschen Na­tion nicht ungenutzt verstreichen lassen. Es ist ein Schicksalsgeschenk, wie es Hutten und Luther ihr Leben lang erstrebt haben, das ihnen aber versagt

blieb Dds Schicksal wollte es, daß 400 Jahre spater ein Mann auftrat, der die Größe beider in sich vereinigte. Wir können mit Stolz fagen, das deutsche Volk hat nicht nur einen großen Mann in seiner schwersten Stunde hervorgebracht, sondern es ist selbst dadurch groß geworden, daß es ihn an­erkannte. Wenn wir dies heute feststellen, dann ver­binden wir damit das Andenken" an die Männer der Vergangenheit, die mit dazu beigetragen haben, das Werk zu vollenden. Wie für uns, so war auch für Hutten die große Sehnsucht: Deutschland!" Die Rede Alfred Rosenbergs wurde von den Zuhörern mit großem Beifall ausgenommen. Nachdem Gau­leiter Sprenger dem Reichsleiter gedankt hatte, schloß er mit dem Gruß an den Führer die erhebende Feierstunde.

Die Eröffnung der internationalen Handwerksausstellung.

Berlin, 28. Mai. (DNB.) Im Ehrenraum der Haupthalle am Kaiserdamm wurde die Jnternano- äale Handwerksausstellung Berlin 1938 in Anwe­senheit von mehr als 1000 Ehrengästen eröffnet. Man sah die Botschafter und Gesandten der an der Schau beteiligten 27 Nationen und unter Führung des Präsidenten der Internationalen Handwerks,zen­trale in Rom, Professor B u r o n z o , die Delegier­ten dieser Länder, ferner zahlreiche Reichsminister, Reichsleiter und Staatssekretäre, den Oberbefehls­haber des Heeres, Generaloberst o. B r a u ch i t s ch , General der Flieger Kesselring, Konteradmiral von F i s ch e l, den Chef der Ordnungspolizei, Ge­neral D a l u e g e, zahlreiche Gauleiter, Reichshand­werksführer Schramm, den Leiter des deutschen Handwerks in der DAF., Walter und zahlreiche Vertreter der NSDAP, aus Kunst und Wissen­schaft, Industrie und Handel.

Nach dem Vorspiel aus denMeistersingern" sprach Staatsschauspieler Friedrich Kayßler den Vorspruch von Arthur-Pollow, worauf Oberbürger, meister und Stadtpräsident Dr. Lippert die Gäste begrüßte. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley entbot den Gästen namens der Partei, und der Millionen schaffender Deutscher seinen Gruß. Der Präsident der Internationalen Handwerkszentrale, Professor Buronzo (Rom) überbrachte in deut­scher Sprache dem deutschen- Handwerk und der Reichsregierung seinen Dank für die Verwirklichung dieser großartigen Ausstellung. Präsident Buronzo schloß: Die heutige Welt braucht geistigen Frieden, braucht Gleichgewicht, soziale Gerechtigkeit, Mensch­lichkeit und Schönheit. Diesem hohen Ziel dient das Handwerk! Dann nahm Reichswirtschaftsmini- ster Funk das Wort zur Eröffnung der Aus­stellung.

DerReichSwittsKastsm niffer spricht.

Eure Exzellenzen! Meine Damen und Herren! Deutsche Volksgenossen und Dolksgenossinnen! Mi­nisterpräsident Generalfeldmarschall Gö­ring hat mich beauftragt, an seiner Stelle die Eröffnung der Ersten Internationalen Hand- werksausstellung zu vollziehen. Zum ersten Male veranstaltet das Handwerk als selbständiger Berufs st and eine internationale Ausstellung. Mit Freude und, Stolz erfüllt es uns, daß diese große und einzigartige Schau auf deutschem Boden stgttfindet. Fortschritt und Technik haben dem Handwerk manches neue Tätigkeitsfeld eröff­net, reichlich Ersatz für oerlorengegangene alte Ge­biete. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in an­deren Ländern hat es seine Lebenskraft und Lei­stungsfähigkeit bewiesen. Das Handwerk schöpft aus den unversiegbaren Quellen des Volkstums. Die Eigenarten des Volkscharakters sprechen aus der Handwerkerarbeit ebenso wie aus Werken der

Kunst. Spitzenleistungen handwerklichen Könnens l sind wertvolle kulturhistorische Dokumente und be­richten eindrucksvoll und überzeugend vom Stand des kulturellen Lebens der Völker. Diese Schau bie­tet, der ehrwürdigen Tradition des Handwerks ge­mäß, einen Querschnitt durch Jahrtausende, Hand­werk i st L e i st u ng , ist fachliches Können. -Ge­rade in den besten Stücken handwerklicher Arbeit lebt etwas von der Persönlichkeit des Mannes, der sie schuf. Hier haben darum auch Arbeitsfreude und Liebe zum Werk ihre Heimat. Verwurzelung mit dem Volkstum und Einsatz der schaffenden Persön­lichkeit mit allen ihren Fähigkeiten das sind die beiden Kraftquellen des Handwerks. Solange es aus diesen Quellen zu schöpfen versteht, wird es lebens­frisch bleiben und elastisch genug sein, mit dem Tempo der Zeit Schritt zu halten. Nach unserer Auffassung ist das Handwerk ein Berufsstand, der eine hohe kulturelle, soziale und volkspolitische Be­deutung hat und deshalb von der Staatsführung nachhaltig zu stützen und zu fördern ist. Für uns soll das Handwerk der gesunde, lebensstarke, bodenständige Mittelstand sein. Der Handwerksmeister, der der Eigentümer seiner Werk­statt ist, der den Gesellen und den Lehrlingen gei­stig und wirtschaftlich erzieht, der den jungen Menschen in das wirtschaftliche Denken überhaupt einführt, hat eine staatspolitische Aufgabe und Ver­antwortung. Und der Nationalsozialismus, der je­den Volksgenossen zu einem wertvollen Mitglied der großen Volksgemeinschaft erziehen will, muß des­halb der weltanschaulichen Betreuung des Hand­werks und der Menschenführung im Handwerk sein besonderes Interesse zuwenden.

Es ist für den Ausländer sicherlich nicht leicht, diese Zusammenhänge zu begreifen, zumal sie im Auslande vielfach völlig entstellt und falsch wieder­gegeben werden. Aber eines wird der Wirtschaftler, der vom Auslande zu uns kommt, feststellen können, daß nämlich diese nationalsozialistische Wirtschafts- und. Sozialpolitik zu ganz gewaltigen Er­folgen geführt hat. Und diese Erfolge fonntep überhaupt nur auf dem festen Fundament der nationalsozialistischen Gesinnung s-, Arbeit s- und Leistungsgemeinschaft erzielt wer­den. Arbeiter und Unternehmer wußten fetzt, was ihre Arbeit wert war, wußten, daß sie einen Auf­trag von der Staatsführung hatten, den sie für das ! Wohl der Volksgemeinschaft auszuführen hatten, und sie nahmen das Ideal von dem höchsten und letzten Wert der wahren Volksgemeinschaft in ihre Geister und in ihre Herzen auf und glaubten an den Erfolg. Und. dieser Glaube ist die Grundlage und der Ausgangspunkt für den gewaltigen wirt­schaftlichen Aufschwung geworden, den Deutschland in den verflossenen fünfeinhalb Jahren national­sozialistischer Wirtschaftsführung aufzuweisen hat und von dem auch das deutsche Handwerk weit­

gehend profitieren konnte. Wir lenken Produk­tion und Verbrauch, Preise und Löhne, Geld und Kapital so, daß überallher größtmögliche Nutzeffekt erzielt wird. Wir haben durch groß­zügige Staatsaufträge die Wirtschaft angeregt, aber diese wirtschaftliche Initiative des Staates wurde zum Ansporn für die Privatinitiative und damit zum Ausgangspunkt einer allgemeinen starken Belebung der Wirtschaft. Wir hallen kein Gold und keine Devisen, aber mir machten aus der Devisennot eine Rohstofftugend, indem wir Bodenschätze und Erfinderenergien mobi­lisierten, um uns vom Auslande in der Sicherung unseres wirtschaftlichen Lebens soweit als möglich unabhängig zu machen. Dabei ließen wir den wirtschaftlichen Beziehungen mit dem A u s l a n d e die weitestgehende Pflege angedeihen und konnten den Umfang unseres Außenhandels auch beträchtlich erhöhen. Wenn in der allerletzten Zeit die deutschen Außenhandelsumsätze geringer geworden sind, so liegt der Grund hierfür darin, daß unsere Handelspartner nicht mehr in der Lage waren, die deutschen Produkte im bisherigen Umfange abzunehmen, weil ihre eigenen Wirtschaften unter dem Druck der Welt­krise zusammenschrumpften, während bei uns der Bedarf weiter freigt.

Sie, meine Handwerker aus dem Auslande, wer­den sehen, was das deutsche Handwerk heute leistet. Die großartige B a u e p o cd e, die der Führer in Deutschland eingeleitet hat, yat vor allem auch dem Handwerk große und besonders schöne Aufgaben gebracht. Die\ neuen Werkstoffe erschließen dem deutschen Handwerk völlig neue, wichtige Ar- beitsmöglichkeiten. Die Ausbildung von Quali­tätsarbeitern ist eine der wichtigsten Aus­gaben, die das deutsche Handwerk in der deutschen Gesamtwirffchast zu erfüllen hat. Arbeit und Besitz vereinen sich im Handwerkerberuf zu einer sozial und wirtschaftlich besonders wertvollen Ge­meinschaft, die zu fördern und zu pflegen Aufgabe jeder vernünftigen und gesunden Staatspolitik ist. Seien Sie überzeugt, daß die nationalsozialistische Reichsregierung sich dieser Pflicht bewußt ist. Ge- radheit, Offenheit und Ehrlichkeit werden als die besonderen Tugenden des Handwerks gerühmt. Be­wahren Die auch Deutschland Gegenüber diese Tugenden! Sie werden alsdann unser begabtes und fleißiges Volk in feiner alle Kräfte und Energien anspannenden friedlichen Aufbauarbeit und in seinem unerschütterlichen Glauben an den Führer und eine glückliche Zukunft kennen und lieben lernen. Unser Volk glaubt an den Frieden! Verkünden Sie diese Wahrheit in allen Ländern und Sie wer­den dem Frieden der Völker und der Wohlfahrt der Menschen dienen! Ich erkläre die Erste Inter­nationale Handwerksausstellung für eröffnet!"

Wiederaufbau des deutschen Musiklebens.

Reichsmimfter Dr. Goebbels auf der Düsseldorfer Musikfesiwoche. (Stiftung eines nationalen Mufikpreifes.

Vielleicht bedeutet das tionales Reformwerk, hier aus überhaupt abendländischen henden

pressionismus tritt wieder die künstlerische Intuition als die Quelle des Schöpferischen auch in der Musik-

mehr als nur ein na- Vielleicht beginnt von die Rettung der IN u^ckk vor dem bro- Verfall.

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Hach dm I ten Ergebnis! Lähmens, ll! schließlich jene Sudelendeutsc 307 009 d worden. Ans fielen 282 23 v.h. der d

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Prag, 29.' Wahlsonntotz \\ schensäilen tzckv Disziplin der ü Provokation c

Die deutsche Musikschriftstellerei geht wieder aus von der elementarsten Achtung vor dem schöpferischen Genius und der Unterorb« nung der Kunstbetrachtung unter die Kunstgestal« tung. So ist die Zeit gekommen, daß das deutsche Musikschaffen alljährlich in einer Festwoche vor das Auge der Oefentlichkeit tritt. Diese Woche soll Ausdruck der lebendigen deutschen Musik in allen ihren Erscheinungsformen sein, es ist

eine Festwoche für das ganze an der deutschenRrusikteilnehmendeVolk. Es soll ein Fest der Klassiker und der jungen latente fein, ein Fest, das befruchtend auf die Künstler und kraftspendend auf das ganze Volk wirkt.

Dieses Musikfest ist zum ersten Male eineH e er­schau über bie Musikkultur unserer Zeit. Es legt Rechenschaft ab über das, was wir erreicht haben, und fixiert die Zielsetzungen für die nähere und weitere Zukunft. Hier möge sich der Ruhm Deutschlands, als des klassischen Landes der Musik aufs Reue beweisen und erhärten. Hier mögen vor allem die G r u n d s ä tz e wieder feit« gelegt und anerkannt werden, die seit jeher Ur­sprung und Triebkraft unseres deutschen mu­sikalischen Schaffens gewesen sind.

Wie glücklich müssen wir sein, daß wir nach einer Zeit furchtbarsten geistigen und seelischen Ver­falls zu diesen Quellen unserer Kraft zurückgefun­den haben, daß an der Svitze unseres Volkes ein Mann steht, dem die Musik nicht lästige Repräsen­tationspflicht ist, für den die Musik im Gegenteil ein unabdingbares Lebenselement barfteöt. Um ihn im Geiste versammelt sind wir heute hier vereint, seinem Genius zu huldigen ist uns eine Pflicht des Dankes und der Verehrung, den'n fein Werk bat auch die deutsche Musik dem drohenden Verfall ent­rissen und ihr wieder Licht und Luft zum Atmen und zum Leben gegeben.

Die Ausführungen Dr. Goebbels wurden im­mer wieder von lebhafter Zustimmung unterbro­chen. Mit besonders starkem Beifall wurde die Ver­kündung der Stiftung eines nationalen Musik» Preises ausgenommen. Gauleiter Florian schloß die Kundgebung mit Worten des Dankes an Dr. Goebbels und mit einem Gruß an Ken Führer.

Die Tagung der Musikwistenschaff.

Auch die Wissenschaftler sind nach Düsseldorf ge­kommen, um die Fragen und Aufgaben ihrer be» fonberen Fachgebiete inmitten bes großen Festes der deutschen Musik zu klären. Auf der Tagung Singen und Sprechen" gab Prof. Max Donisch (Berlin) bekannt, daß im Oktober ein internatio­naler Kongreß für Singen und Sprechen in Frank­furt a. M. stattfinden wird. Ineiner Festsitzung der Musikwissenschaftler begrüßte Prof. Dr. Lud­wig Schiedermair (Berlin) als Präsident der deutschen Gesellschaft für Musikforschung den Ge­neralintendanten Dr. Dr eures als Vertreter von Reichsminister Dr. Goebbels, auf dessen Veranlas­sung bvfe erste musikwissenschaftliche Tagung tm Großdeutfchen Reich ftattfinöet. Die wissenschaftlichen Vorträge behandelten alle das ThemaMusik und Rasse".

Aeichsiagung für Konzertwesen.

Im Rahmen der Reichsmusiktage fand unter der Leitung von Staatsrat Dr. K r e b s , Ober­bürgermeister von Frankfurt a. M., die erste Reichstaguna für Konzertwesen statt, die im Auftrage des Reichsministers für Dolksauf- Härung und Propaganda, des Deutschen Gemeinde­tages und der Reichsmusikkammer vom Amt für Konzertwesen durchgeführt würde.

Das Lied der Geireuen."

Baldur von Schirach gegen konjukturbeflissene Reimeschmiede.

Düsseldorf, 28. Mai. (DNB.) Die Erste Reichsmusikwoche in . Düsseldorf erreichte ihren festlichen Höhepunkt mit einer großen kultur­politischen Kundgebung, auf der Reichsminister Dr. Goebbels eine Rede hielt, die für die Ziel­setzung des gesamten deutschen Musikwesens dieselbe Bedeutung haben wird, wie sie die programmati­schen Erklärungen des Ministers auf den anderen Gebieten des deutschen Kulturlebens bereits erlangt haben.

Eingeleitet wurde die Feierstunde mit demfest­lichen Präludium" von Richard Strauß, gespielt vom Städtischen Orchester Düsseldorf, wobei der Alt­meister selbst den Taktstock führte. Gauleiter Flo­rian begrüßte Reichsminister Dr. Goebbels aufs herzlichste. Darauf teilte er mit, daß in Düs­seldorf der Bau einer Schlageterhalle und eines neuen Opernhauses in Angriff ge­nommen würden. Ferner beschäftigte sich Gauleiter Florian mit der. kulturellen Tradition Düsseldorfs und des westdeutschen Grenzraumes. Dann erklang dieLeonoren-Ouoertüre" von Beethoven, meister­haft dirigiert von Richard Strauß. Dann ergriff

Reichsminisier Dr. Goebbels das Wort, zu einer Rede, in der er u a. folgendes ausführte:

Zum ersten Male seit dem nationalsozialistischen Umbruch tritt das zeitgenössische deutsche Musikschaf' fen in einer großen, repräsentativen Generalschau vor die Oeffentlichkeit. Der Verfall bes deutschen geistigen und künstlerischen Lebens in den Jahren von 1918 bis 1933 hatte auch vor der Musik nicht Halt gemacht. In einem fünfjährigen Aufbauwerk haben wir versucht, die schwere Krise zu überwin­den und nach und nach festes Neuland zu gewin­nen. 1933 befand sich das deutsche Musikleben in einer geradezu trostlosen Lage. Ein drohender geistiger und künstlerischer Zerfall stand unmittelbar oevor. Die deutschen Meister, die in echter künst­lerischer Bescheidenheit unsterbliche Werke deutscher Tonschöpfung geschaffen hatten, waren durch die marktschreierischen Elemente des i n t e r n a t i o - nalen Judentums abgelöst. Die Folge dieses chaotischen Zustandes war eine ständig wachsende Verminderung der Äahl der deutschen O r ch e st e r und damit zusammenhängend ein un­ausweichliches Absinken der Zahl der Konzerte, Er­müdungserscheinungen auf dem Gebiete der Haus­musikkultur und damit näher unbz näher rückend z das Ende jeder wirklich deutschen öffentlichen und freien Musikpflege.

In den vergangenen fünf Jahren sind wir mit System zu Werke gegangen. Der Rational­sozialismus hat bei der Reuordnung der allge­meinen wirtschaftlichen Verhältnisse unseres Volkes auch die wirtschaftlichen Ver­hältnisse im ITCujif leben neu ge­ordnet.

So versuchten wir einer neuen deutschen Musikkultur den Weg frei zu machen. Unsere erste Aufgabe war die Ordnung der rechtlichen Ver­hältnisse im Musikleben. Sie wird in absehbarer Zeit ihre endgültige Lösung im Erlaß eines neuen deutschen Musikrechts finden. Zu zweit haben wir die auf dem Gebiet der' deutschen Musik tätigen Menschen unter Ueberwindung aller pri- oiten urtb rein interessenmäßig bedingten Verbände in einer großen ständischen Organisation der Neichsmusikkammer zusammengefaßt. Die aus diesen Maßnahmen zu erwartenden Erfolge sind heute schon unverkennbar. 1932 war das Ge­samtaufkommen der drei'im deutschen Musikschutz­verband zusammengeschlossenen Autorengesellschaf­ten 5,7 Millionen Mark, während^die Stagma im Geschäftsjahr 1936/37 ein Aufkommen von 11,5 Millionen Mark aufzuweisen hatte. Die Steigerung der Hilfsmaßnahmen für die Musiker- schäft spricht in ihren günstigen Auswirkungen für sich selbst. Es fand innerhalb von vier Jahren eine Vermehrung der Zahl von Betreuten durch die 1934 gegründete Versorgungsstiftung um nahezu 40 v. H. statt. Der Alterssold wurde von 1200 auf 1800 Mark heraufgesetzt. In diesem Jahre allein werden etwa eine Viertelmillion Alters-, Witwen- und Waisengelder ausgezahlt werden.

In gleicher Weise fand eine systematische Hebung der wirtschaftlichen Verhältnisse^ der nachschaffenden Kjinstler durch großzügige Reichszuschüsse an zahlreiche Orchester statt. Die Zahl der Kultur­orchester stieg seit 1933 von 118 auf 144. Die Zahl der durch sie beschäftigten Musiker von 5382 auf 7198. Die Tarifordnung vom 15. Mai dieses Jahres regelt zum ersten Mal die Anstellungsver­hältnisse der deutschen Orchestermusiker urrb bietet auch dem sozial schlecht gestellten Musiker ein er­trägliches Mindesteinkommen. Gleichzeitig mit dieser Maßnahme wurde die Altersversorgung sämtlicher Mitglieder deuffcher Kultur Orchester^ geregelt» Die Unterhaltungsmusiker wurden als gleich- bered)tigt anerkannt und durch Tarifordnungen ihre Existenz gesichert. Das Einkommen von etwa 15000 bis 17 000 Musikern wurde um durchschnitt-

l i ch 2 5 v. H. gesteigert. Danben fand eine großzügige Werbung für die Hausmusik statt. Wir haben demzufolge seit 1934 eine Schülexzu- nahme bis zu 40 v. H. zu verzeichnen. In Deuffch- land bestehen heute etwa 25 OOO Männerchöre. 125 OOd Sänger fingen in gemischten Chören. Beim Deutschen Sängerfest in Breslau 1937 konnten 135 000 Sänger Zeugnis ablegen von der verbin­denden Macht des deutschen Liedes. 8000 Laien- fapeHen mit fast 120 000 Spielern zeigen die Anteilnahme breitester Volksschichten an der deut­schen Musik. .Die verschiedensten Organisationen der Partei stellen sich aktiv in den Dienst der Musik- vflege. Die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude", das deutsche Volksbildungswerk und die Hitler-Ju­gend verbreiten nicht nur Verständnis für gute Mu­sik, sie schulen auch in großzügiger Weise den musi­kalischen Nachwuchs. Das Deutsche Volksbildungs­werk allein hat 30 Musikschulen eingerichtet. 40 wei­tere sollen in diesem Jahre noch folgen. Gibt es einen besseren Beweis für die -Durchschlagskraft dieser Bestrebungen als die Taffache, daß der G e - samtumsatz an Klavieren sich von 1933 bis 1937 verdreifacht hat?

Von .staatlicher Seite aus haben wir uns die Pflege des künstlerifchen Nachwuchses besonders an­gelegen sein lassen. Durch großzügige Stipendien haben wir das Studium junger Talente ermöglicht. Zusammen mit der Reichsmusikkammer haben mir junge unbekannte Künstler in öffentlichen Konzerten herausgestellt.

Die Stiftung eines nationalen Mufikpreifes für den besten Geiger und den besten Vianisten in Höhe von je 10 000 RM erfolgt mit dem heutigen läge, und soll ein neuer drastischer Beweis dafür fein, daß es uns nicht nur darum zu tun ist, krankhaftes auszufcheiden, fondern vielmehr noch darum, Gesundes zu pflegen und zu fördern.

Lasten wir in dieser festlichen Stunde noch ein­mal die Blicke zurückschweifen auf eine überwundene Vergangenheit, die uns heute fast wie ein wüster Traum erscheint. Hier hat der Nationalsozialismus Wandel geschaffen. In einem großen Ansturm fegte er die pathologischen Erscheinungen des musikali- schen jüdischen Intellektualismus weg und machte die Bahn frei für das ungehinderte Schaffen deut- scher Musiker und Künstler, die jetzt nicht mehr in ständiger Angst zu leben brauchen vor den feigen Angriffen der Asphaltpreste und den Intrigen jüdi­scher Verleger- und Dirigentencliquen. An die Stelle reiner Konstruktion und eines öden atonalen Ex-

Weimar, 29. Mai. (DNB.) Im Rahmen des Reichsführerlagers der HI. fand am Sonntatzvor» mittag im Deutschen Nationaltheater in Weimar eine Morgenfeier statt, die über alle deutschen Sender ging. Nach Verlesung einiger Proben aus dem mit dem Nattonalen Buchpreis ausgezeichneten GedichtbandDas Lied der Getreuen" sprach der Reichsjugendführer Baldur von Schirach: Da ich durch einen schönen Zufall der erste war, in dessen Hände diese Gedichte gelangten, will ich diese Gelegenheit wahrnehmen, um mitzuftilen, was ich mit der Veröffentlichung bezweckte. Zunächst steht das eine wohl fest, daß keiner der Jungen urtb Mädel, die an diesem Buch mitgeschrieben haben, auch nur im entferntesten an die Möglichkeit einer solchen Veröffentlichung gedacht hat. Wenn jemals Verse aus der Einfalt ehrlicher Herzen heraus ohn< / den geringsten Gedanken an Ruhm und Herkunft geschrieben wurden, dann diese.

Aber gerade diese Einfalt des Herzens und diese Einfachheit der künstlerischen Gestaltung scheint mir das zu sein, was unsere zeitgenössische Lyrik s o oft vermissen läßt. Ergriffen von der Sucht nach großen Worten hämmern unsere konjuntturheflissenen Reimschmiede so lange auf dem Metall unserer Sprache herum, bis sie x blechern zu 'tönen beginnt. Was in der Kampfzeit kostbares Gold mar, ist heute zur b i I» I i g e n Scheidemünze gernorden. Aus der Blechschmiede der Dichterlinge hallt es wider von Standarten, Trommeln, Fanfaren und Treue» schwüren. Ader das alles ist'keine ehrliche Handarbeit mehr. Darum dürfen mir auch gar nicht von einer Schmiede reden, die Werkstatt wurde längst schon zur Fabrik erweitert und wie bei Ford wird am laufenden Band für die Mittags- und Abendzeitung je ein Kampfgedicht produziert, dessen Eisen zwar wie Gold glänzt, in Wirklichkeit aber doch seine Herkunft nicht verleug­nen kann: Es ist und bleibt gestanztes Blech!

Das fft der tiefere Grund, warum ich dieses kleine GedichtbuchDas Lied der Getreuen" nannte und die Verse meiner Kameradinnen und Kameraden drucken ließ. Es geschah damit, wer Ohren hat zu hören, höre. Da dichten Deutschs, die den Kampf um die Freiheit nicht nachträglich vom Schreibtisch her betrachten, sondern selbst durchlitten haben. Sie sind nicht nur Deutschland, sondern auch sich selber treu geblieben und haben nicht die schlichte Art unseres deutschen Wesens verleugnet, um, wie so viele dieser Zeit, das Geschwätz von der hero­ischen Haltung nachw^eten. Wieder ist bas einfache deutsche Wort mächtiger gewesen als bW geschwol­lene Phrase,

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