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Nr. WO Erstes Matt

188. Jahrgang

Sam$tag,3O. April/Sonntag, 1. Mai 1938

krichemi tflgltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugrpretr:

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Mengenabschlüsse Staffel B

Der erste Nationalfeiertag im Großdeutschen Reiche.

Der Giolz unserer Freiheit.

Denken wir heute zurück an jenen 1. Mai 1933, als zum erstenmal die werkschaffenden Deut­schen geeint unter den Fahnen Adolf Hitlers auf­marschierten zu einer großen Kundgebung des schaf­fenden Deutschland, dann ermessen wir erst, was oer Weg von jenem 1. Mai zu dem heute bedeutet. Damals stand das deutsche Volk noch unmittelbar unter dem Eindruck der Wende, noch waren die Formen, die Worte, die Idee für diejenigen, die vorher abseits standen oder verhetzt als Gegner mar­schiert waren, neu und wohl auch recht fremd. Und es gab noch viele, sehr viele Zweifler unter ihnen. Noch gähnte ja das Chaos, noch waren die Arbeits­plätze zu suchen für die Millionen Arbeitsloser, noch lag die Zukunft für die vielen, die Adolf Hitlers Idee und Wesen noch nicht erkannt und erlebt hat­ten, dunkel vor dem inneren Auge. Aber die Mai­sonne glänzte schon damals über Stadt und Land, über der zum erstenmal so einheitlich organisierten marschierenden" Reichshauptstaot eine Maisonne, die Verheißung war ...

Und viermal kehrte der Tag, der Nationalfeiertag des deutschen Volkes geworden wa?, wieder. Stei­gend formte sich das Volk zu Kolonnen der Arbeit, zu Heeressäulen der Macht. Und bald kam die Hee­ressäule der jungen Wehrmacht hinzu, die wieder Volksheer wurde. Und aus den Heeren der Arbeits­losen wurden Heerzüge der Schaffenden, der wieder in den großen Arbeitsprozeß eingeglie­derten Deutschen. Die Gesichter wandelten sich: Freude und Kraft strahlte aus ihnen: Arbeit, Arbeit, Arbeit das war der gewaltige Rhythmus, der immer stärker durch unser Volk pulste.

So verwandelte sich ein Volk vor der staunenden Welt in jenem Zeichen, das der 1. Mai symbolisierte. Die feindliche Welt nannte das zuerst einen Bluff... Sie versucht es zum Teil heute noch. Aber Millionen Ausländer sahen schon längst die Wirklichkeit. Der Führer hat in seiner Rede vom 20. Februar die Zahlen derer genannt, die die deutsche Wirklichkeit als ynsere Gäste aus aller Welt selber sahen und freudig bejahten. Sie standen alle unter dem ge­waltigen Eindruck der Verwandlung einer großen Nation, die ihren Stolz, ihre Ehre, ihre Arbeits­freude wieder gefunden hat. Wir finden Zeugnisse dieser Erkenntnis in großer Fülle in den auslän­dischen Zeitungen freilich nicht in allen! Aber schon bricht sich nach den ersten fünf Jahren das Leben, die lebendige Wirklichkeit als erkannte Wahr­heit Bahn in den Geistern und Seelen draußen. Der Austausch der Jugendgruppen, der Sportgrup­pen, der Studenten, der Austausch der Feiernden und Reisenden all das trägt dazu bei, diesen Siegeszug der Wahrheit zu vergrößern. Der deutsche Arbeiter als Sinnbild einer erneuerten Nation, einer Renaissance des deutschen Lebens und des deutschen Geistes diese Gestalt prägt sich der Welt nun unauslöschlich ein.

Damit aber vollzieht sich ein geistesgeschichtlicher Akt, der in der Feier des 1. Mai sein festliches Sinn­bild findet. Die Arbeit als Staatsidee, wie wir am 1. Mai 1933 verkünden konnten, diese Idee und Gestalt wirkt überzeugend fort auf Volk und Welt. Die Menschen anderer Nationen spüren, auch wenn sie nicht alles verstehen, was sich an unserer neuen Wirklichkeit in der Sprache nieder­geschlagen hat, daß hier etwas Notwendiges ge­schieht, daß sich hier eineNot"wendet". Und zwar eine Not nicht nur leiblicher Art, nein, daß sich hier eine Seelen- und Geistes-Wende vollzieht, die alle angeht. Und dafür, für diese instinktive An­teilnahme zeugt sogar jene Erregung, die bei großen Schritten und Taten der deutschen Führung drau­ßen als Sensation durch die Weltstädte zittert: auch dann, wenn versucht wird, diese Sensation negat'v zu wenden. Die Welt kann sich der Gewalt dieser Bewegung nicht mehr entziehen! Nicht, daß diese Bewegung als solche versuchte, auf fremde Völker überzugreifen das ist von der deutschen Führung immer scharf abgelehnt worden, aber im Welt­geschehen als Ganzes wirkt eben eine so große ver­wandelnde Kraft wie der Nationalsozialismus schöpferisch. Das haben die letzten Wochen und Monate vor allem in Oesterreich bewiesen.

Der schwere Kampf der Durchsetzung dieser Wahr­heit von der neuen deutschen Wirklichkeit findet seine schwierigsten Gegner dort, wo dieDemokratien" ihreFreiheiten" zu verteidigen meinen. Wo das in der offenen Absicht geschieht, den Nationalsozia­lismus und damit das deutsche Volk zu verleumden, dort brauchen mir uns mit Auseinandersetzungen nicht aufzuhalten. Wo aber die Ideologie geistig kämpft, da muß gerade im Zeichen des 1 Mai das Schwert des Geistes mit aller Kunst geführt wer­den. Der englische Schriftsteller Powys Greenwood findet bei seiner Unterhaltung mit SA-Männern in Deutschland, daßdiese jungen Männer s i ch frei fühlen" ... Und ef setzt bedeutsam hinzu: Freiheit bedeutet für die einzelnen Menschen und noch mehr für die einzelnen Völker etwas gänzlich Verschiedenes." Diese Verschiedenheit beruht im Falle EnglandDeutschland heute in der Verschiedenheit des Blickpunktes: alle britischen Kritiker sehen die Freiheit" individualistisch, d. h. bezogen auf das Ich und den Staat, nicht aber auf die Wirklichkeit des Volkes. Auch ein so kluger Beurteiler wie Green­wood meint, wenn die Revolution des National­sozialismus in Deutschland beendet sei, werde sich die Freiheitwieder entwickeln" .. t

So kommt auch kein Engländer in ein mögliches geistiges Verhältnis zu dem Führergedanken. Ein

liberaler Publizist offenbart den uns schon wunder­lich erscheinenden Glauben an die Freiheit, wie sie das 19. Jahrhundert verstand, mit folgender Sentenz: Ich glaube, es ist wahr, daß die Zivilisation inso­weit fortschreitet, als im großen und ganzen die Freiheit der Autorität gegenüber gewinnt." Also ist hier der englische Freiheitsbegriff an den Begriff derfortschreitenden Zivilisation" gebunden, was für uns wiederum aufschlußreich ist. Denn Zivilisation" ist für uns Gegenpol zur Kultur, die die eigentlichen Wachstumswerte eines Volkes umschließt. In einer Kultur aber ist jederfrei", der an ihr schaffend gläubig teilhat. Kultur bedeu­tet dann Dolksordnung nach der Seele hin, die die Rasse, das Blut prägt. Zivilisation aber ist aller Welt zuteilbar, ist auch zu predigen und zu verkau­fen ... Jemand kann sie annehmen. Man kann Völ­ker damitbeglücken", so daß sie sichihrer Frei­heiten erfreuen " ...

Damit hat freilich der Nationalsozialismus nichts zu tun. Er kommt aus ganz anderen seelischen Voraussetzungen und sieht auf andere Ziele. Er sieht dieFreiheit" als ethische und völ­kische Forderung: das deutsche Volk mußte von den Ketten der Lüge, der Unehre und der frem­den Gewalt von Versailles befreit werden, ehe es wieder zu feiner neuen Ordnung, einer eigenen Kul­tur, an der alle feine Glieder teilhaben, kommen konnte. Dank der Führung Adolf Hitlers ist das ge­samte deutsche Volk heute wieder frei, frei von Ver­sailles und frei von St. Germain, und frei hat es sich ihm unterstellt. Das ist der Sinn unsererFrei­heit" und zugleich der Sinn unseres 1. Mai. Wir predigen* diese unsere Freiheit keinem fremden Volke mir sind stolz auf sie und feiern in ihrem Zeichen den Nationalfeiertag des deutschen Volkes. Wir feiern an ihm unser eigenes, einziges, stol­zes Schicksal! Curt Hotzel.

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Unsere Freude am

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Das ist vielleicht die kühnste und herrlichste Sprache Friedrich Nietzsches gewesen, daß er uns predigte, nicht nach unserm Glück, sondern nach unserm Werk zu trachten! Und wenn die Glückseligkeits-Apostel, gegen die sich schon Kant und Fichte wandten, auch Jahrhunderte hindurch ihre verlogenen Zaubersprüche in die Her­zen der Menschen hineinzuschwätzen trachteten, sie mußten und müssen verstummen vor jenen giganti­schen Wirklichkeiten, die über den beiden Kömgs- sarkophagen der Potsdamer Garnisonkirche eine Ewigkeitskunde gewonnen haben, die den Feuer­atem eines Stein, Arndt, Scharnhorst, Gneisenau nie ersterben ließen, die in der Begeisterung von Soldaten und Dichtern bis zu unserer Epoche der Erfüllung mächtig blieben!

Was Friedrich der Große als erster Diener feines Staates vorlebte, was Gneisenau aussprach m der großen Sehnsucht der Befreiungskriege, das machte Adolf Hitler in feinem Volk zum wunderbaren Lebensgefühl:Begeistre du das menschliche Ge­schlecht ' f ü r seine Pflicht zuerst, dann für fein Recht?" In einem solchen Volk ge­winnt auch der 1. Mai seine tiefe und feine schöne Bedeutung: Werkst 0 lz und Werkfreude. So bleibt in unserer Pflicht die Erfüllung, in un­serm Schaffen, in unserer Arbeit der heimliche, im­merwährende Segen einer frohen Feier

Freude am Werk fei die Parole der Herzen am 1 Mai. Freude am Werk sei der Sinn dieses Feier­tags der Nation, der Sinn, der die Volksgenossen im Gleichgestimmtsein eint, sie wahrhaft eines Sin­nes werden läßt. Freude am Werk und Kraft durch 1

Freude darin liegt der reiche und erweckende Rhythmus eines deutschen Arbeiterlebens. Erfülle sich nun dieses Leben im zähen Schaffen auf frucht­bringender Erde, gefahrvollen Kampf der dunklen Schächte, in der gewaltigen Anstrengung vor Gluten und Maschinendonner, im hingebungsvollen Eifer um das rechte und gute Wissen, im heiligen Ringen um das wahre Kunstwerk

Einst haben die Glückseligkeitsapostel den Hand­arbeitern Paradiese vorgegaukelt. Aber es blieb nur ein Chaos von Grauen und Not und sinnloser Be­täubung. Heute wird von allen Deutschen Bereit­schaft, Schaffen, Einsatz, Opfer verlangt. Das Volk bejaht freudigen Herzens diese Forderungen. Ihm wird aber auch der rechte Feierabend geschenkt. Ihm wird der gesunde Frohsinn wiedergegeben. Ihm wird ein schöner Segen zuteil.

Freude am Werk! Wann könnte sie besser emp­funden werden als am Fest des Maien! 1. Mai: Nationaler Feiertag des deutschen Volkes". Feier­tag der deutschen Arbeit und zugleich Feiertag des frühlingsfrohen Landes. Stolz, ein Deutscher zu sein, froh, ein Werk geschaffen zu haben, beseligt, in einer schönen Welt zu leben so wollen wir dieses Fest des Volkes begehen Und wir werden neue Kraft finden, ungebrochen und, treu uns un­seren Aufgaben hinzugeben.

Lange Jahre gingen die Menschen in Angst und Grauen und Verzweiflung dahin Heute stehen sie in hohem Ernst frei und gestärkt in ihrer Heimat Wir erst können ihn feiern: den Ersten Mai?

H. H. Reeder.

Glückliches Volk.

Zum sechsten Male feiert das deutsche Volk den 1 Mai als feinen Nationalen Feiertag. Millionen werden wieder durch die Straßen marschieren un­ter den Bannern des nationalsozialistischen Staates und der Deutschen Arbeitsfront; Musik und Froh­sinn wird den Tag beherrschen; voll Begeisterung werden wir die Worte des Führers hören; die große Gemeinschaft aller Deutschen wird sichtbar sein.

Dabei ist dieses deutsche Volk kein reiches Volk, das im Uebermut des Ueberflusses seine Tage be­gehen kann. Wir arbeiten mehr als andere Völker, unser Bauer hat ?s schwerer als der Landmann des Südens, unsere Wirtschaft hat einen heftigen Wettbewerb.zu bestehen. Der deutsche Arbeiter ist nicht in der Lage, auf Grund eines billigen Le­bensstandards zu existieren. Uns fehlen wichtige Rohstoffe, die wir uns durch den Vierjahresplan nun soweit als möglich selbst schaffen werden, un­sere öffentlichen Lasten sind nach dem verlorenen Kriege und nach der Zeit der Tribute und der Wirtschaftskrisen noch immer hoch. Wir setzen große Erwartungen auf unfern Nachwuchs und lassen uns seine Erziehung mehr kosten, als in anderen Län­dern für die Jugend angewandt wird.

Und dennoch freuen wir uns, ohne Unter­schied des Alters und des Standes! Wir find kein reiches, aber ein glückliches Volk, so froh und stolz, daß wir mit keinem anderen reicheren Lande tauschen möchten. Wir sind glücklich durch die Arbeit, die wir nicht als Last, sondern als Aufgabe empfinden. Schon unsere Väter haben schwer arbeiten müssen. Hatten sie ihr Eigen als Bauern oder Handwerker, so klagten sie nicht über Sorge und Mühe. Ihre Kinder aber gingen in die Fabrik oder in die große Stadt. Dort sahen sie bald die Arbeit als Fron oder frembe Macht über sich und verfielen dem Klassenkampf. Sie verteren den Glauben und die Verbundenheit mit der heimat­lichen Scholle. So wuchs der Marxismus heran, der unserm Volke die Seele stehlen wollte, um sie einem fremden Willen zu unterwerfen. Darunter zer­brachen Einigkeit und Wohlstand der Nation, fein Wiederaufstieg nach dem Kriege konnte in solchen Zeichen gelingen.

Adolf Hitler kam und eroberte sich die deutschen Seelen zurück. Er hämmerte ins Volk hinein, daß die Arbeit die Ehre des deutschen Men­schen fei. Er gab ihr die Würde wieder, die ihr genommen zu fein schien. Die Arbeit wurde wieder Quell aller materiellen Werte, sie wurde nicht für irgendeinen unbekannten Spekulanten ge­leistet, sondern für die Gesamtheit des Volkes. In den Betrieben sollten fortan nicht fremde Para­graphen den Geist der Arbeit bestimmen, sondern die schicksalsmäßige Bindung zwischen dem Be­triebsführer und seiner Gefolgschaft. Es ist schon eine alte Weisheit, daß Unternehmer und Arbeit­nehmer aufeinander angewiesen find, der National­sozialismus aber hat daraus die Folgerungen ge­zogen.

Damit wurde die Arbeit wieder ein Teil des Le­bensinhaltes für den deutschen Menschen und zu seinem Segen. Nicht nur, daß der Führer die Ar­beitslosigkeit überwand, sondern daß er auch der Arbeit ihren Sinn und ihre Weihe gab, dankt ihm heute Das arbeitende Deutschland. So wurde die Be- triebsgemeinschast zu einer mächtigen Stütze der deutschen Volksgemeinschaft, an deren Spitze der Führer steht, der erste Arbeiter der Nation!

Aus dem Geiste echter Gemeinschaft muß sich alles gestalten, was den Deutschen von heute betrifft. Das Verhältnis des Arbeiters zum Soldaten hat sich gründlich gewandelt; hier wie dort erkennt man, daß d i e Kameradschaft es ist, die sie beide bindet, daß Disziplin die Kraft ist, die Massen bewegt und wehrhaft macht, daß die Technik der Feind, aber auch der Verbündete unserer Zeit fein kann. Es kommt nur darauf an, wer sie am besten beherrscht.

Heute sieht der Arbeiter den Bauern anders an denn früher, als verhetzte Redensarten das Ver­hältnis zwischen Stadt und Land vergifteten. Jeder weiß, daß ohne die Hingabe des Landvolkes die deutsche Ernährung nicht so tadellos funktionieren könnte, wie es geschieht. Unsere Arbeitersöhne kom­men im Arbeitsdienst wieder mit der Landarbeit in Berührung, aus der ihre Großväter vor einem halben Jahrhundert gekommen find. Der Beamte weiß, daß er ein Diener des Staates ist, gleich­zeitig aber auch der Freund und Helfer der Volks­genossen. So bildet das Bekenntnis zur Gemein­samkeit der Arbeit unter dem Siegeszeichen des Hakenkreuzes den Zentralpunkt des nationalen Feiertages.

In diesem Deutschland ist Sozialpolitik mehr als eine Versicherungsstatistik, sie ist die Solidari­tät aller Schaffenden, hier ist der Sozia­lismus keine umstrittene Doktrin, sondern vollblü­tiges Leben, dargestellt an einem Beispiel, wie es das Winterhilfswerk ist. Uns ist der Staat nicht eine Summe von Provinzen und Menschen, sondern die Schicksalsgemeinschaft aller, die des gleichen Blu­tes find. Daher jubelt das Volk feinem Groß- deutschen Reiche entgegen, das heute seins, Fahnen vom Brenner bis zum Belt entfaltet. Die­ses große herrliche Land wiederum ist nicht nur denen teilhaftig, die über ausreichende Bankkonten verfügen, sondern ist mit feinen Bergen, Wäldern, Feldern und Seen, seinen Städten und Burgen Gemeingut der Nation. Die ^)lS.-Gemein­schaft Kraft durch Freude sorgt dafür, daß die Schaf«