Nr. 75 Zweites Matt
Mittwoch, 30. März 1038
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Auch Deutschlands Wetthafen steht am 10. April wie ein Mann zum Führer. Lleberall begeisterte Kundgebungen der Treue und tiefen Dankbarkeit für den Führer bei seinem Besuch in Hamburg.
begeisterter Empfang in Hamburg.
Cm Ztürm des Zubels um den Führer
Hamburg, -29 März. (DNB) Der Führer und Reichskanzler traf heute kurz nach 14 Uhr in Hamburg ein, um am (Stapellauf des zweiten KdF.-Urlauberschiffes teil- zuneymen und am Abend in der Hanseatenhalle das Wort zu ergreifen. Die Stadt der Häfen und Schiffe bereitete dem Führer einen aus tiefstem Herzen kommenden b e g e i st e r t e n Empfang, der sich zu einer machtvollen Kundgebung der Treue, Liebe und Dankbarkeit gestaltete Schon lange vor dem Eintreffen des Führerzuges sind alle Straßen und Plätze um den Dammtor-Bahnhof dicht gefüllt mit einer erwartungsfreudigen und festlich gestimmten Menge.
Als der Führer das Portal des Bahnhofsgebäudes verläßt, brechen die Massen in jubelnde Willkommenskundgebungen aus. die kein Ende nehmen wollen und sich mit dem feierlichen Glockengeläut vermischen, das von allen Kirchtürmen weit über die Stadt urrt) den Hafen schwingt Der Führer schreitet mit Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann und dem Kommandierenden General Knochenhauer die Front der Ehrenkompanien des Heeres und der Luftwaffe und der Ehrenformationen der Bewegung ab Dann tritt der Führer die Fahrt zu den St -Pauli-Landung s- b r ü ck e n an Es ist eine einzigartige Fahrt des Jubels und der Begeisterung Von den St.-Pauli- Landungsbrücken ist der Ansturm beängstigend Es bedarf aller Anstrengungen der Absperrungsketten, um die jubelnden Massen zurückzuhalten.
Deutschlands Wetthafen grüßt den Führer.
Der Führer verläßt hier den Wagen um sich mit den führenden Männern Hamburgs und seiner Begleitung in Staatsbarkassen durch den Hafen zur Werft der Howaldt-Werke zu begeben. Als die Barkasse mit dem Führer von den Landungsbrücken ablegt, beginnen die Sirenen der Schiffe zu heulen Trotz des echt Hamburger Wetters — leichte Regenböen gehen über den Hafen nieder und malen seine Konturen grau in grau — bietet sich ein Bild von berauschender Eindringlichkeit, die prächtig geschmückten über die Toppen geflaggten Wimpel die im Winde knatternden Hakenkreuzfahnen auf allen Dächern und Türmen auf allen Helgen und Hafenanlagen, die jubelnden Menschenmauern an den Uferstraßen, an den Relmgen der Schiffe und mitten in all diesem wogenden und wirbelndem Leben die schnell die Wasser der Elbe durchschneidende Barkasse mit demFüh- r e r der diesem größten Hafen Deutschlands durch sein Wirken und Werk wieder schäumendes Leben und rastlose Arbeit gab Mitten im Fahrwasser der Elbe stoppt plötzlich die Staatsbarkasfe mit dem Führer^ die deutsche Kriegsmarine ehrt ihren Obersten Befehlshaber-. Die gesamte Besatzung des an der Ueberseebrücke liegenden Kreuzers „Nürnberg" ist auf Deck angetreten Fetzt blitzt es auf: 2 l' S a l ut s ch ü s s e donnern über den Hamburger Hafen Laut bricht sich der Widerhall an Schiffswänden Helgen und Docks Dann nimmt die Staatsbarkasse wieder Fahrt auf usid nähert sich schnell der Howaldt-Werft
Aus der Taufkanzel.
Heilk-Rufe brausen über das Werftgelände, als der Führer auf der Staatsbarkasse sich dem Landungssteg nähert Bei Betreten des Werftgeländes wird der Führer von dem Betriebsführer Direktor P a e ch und dem Betriebsobmann der Werft H a r - ti g herzlich begrüßt. Durch das von Werftarbeitern gebildete Ehrenspalier begibt sich der Führer zur Taufkanzel, von der die Standarte des Führers leuchtet. Neben ihm stehen der Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront und Schöpfer des großen ,Lraft-durch-Freude"-Werkes Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Generaladmiral R a e d e r, Reichsführer ff Himmler, Korpsführer Hühnlein, Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann, General Knochenhauer, Reichsamtsleiter Dr. Laffe- rentz und der Betriebsführer der Werft Direktor P a e ch. Auch die Patin des Schiffes, der vom Betriebsführer Blumen überreicht werden, hat die Taufkanzel betreten. In nationalsozialistischer Fort
entwicklung eines alten, schönen Brauches tft es eine junge deutsche Arbeiterin. Lieschen Kießling, eine Arbeitskameradin aus einem nationalsozialistischen Musterbetrieb, der Leipziger Wollkämmerei. Aus der Ehrentribüne haben die Begleitung des Führers, das gesamte hamburgische Führerkorps der Partei, Staat und Wehrmacht ihre Plätze. Auch Prof. Waldemar Brinkmann, der die großzügige Innenausstattung des „Wilhelm Gustloff" geschaffen hat und die gleiche Aufgabe auch für das zweite Urlauberschiff durchführen wird, weilt unter den Gästen.
40000 Volksgenossen.
Auch die Sendboten der deutschen Südoft- mark sind Zeugen
Rerchsamtsleiter Dr. L a f f e r e n tz erstattet dem Führer die Meldung: „Mein Führer! I ch melde: 4 0000 Volksgenossen, Männer und Frauen, darunter 10 0 0 0 Volksgenossen unserer deutschen Südostmark, zum Stapellauf des zweiten KdF.-Schiffes auf der Howaldt-Werft versammelt." Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann begrüßt den Führer Zu gleicher Zeit, so sagte der Gauleiter, in der in anderen Ländern bolschewistische Verbrecher die Menschen sinnlos gegeneinanderhetzen, Streiks und Aussperrungen die Massen der Arbeiter in Not und Elend treiben, stehen wir hier vor einem neuen stolzen Wahrzeichen des überwundenen Klassenkampfes und der Fürsorge für den schaffenden Menschen Dann erinnert Betriebsführer P a e ch daran, daß auf den Nebenhelgen im Jahre 1912 Deutschlands größ - t e s Schiff der Vorkriegszeit, der „Imperator", vom Stapel gelaufen sei, und betonte die Freude und den Stolz der Betriebsführung und der gesamten Gefolgschaft der Werft, daß nun dieses große Schiff des Frieden - der Freude bi er entsteb-'
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unier Bildtelegramm zeigt Adolf Hitler, wie er nach feiner Ankunft vordem Dammtorbahnhof die Front der Ehrenformation der Bewegung abschreitet. Links von ihm Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann und der Kommandierende General des X. Armeekorps, General der Kavallerie Knochenhauer Etwas im Hntergrund Korpsführer Hühnlein.
(Scherl-Bilderdienst-M.)
DleTMevesMilenM.-Schiffes„RobertLey"
Der Führer spricht
Jetzt tritt der Führer vor das Mikrophon, um selbst dem stolzen Schiff die Weiherede zu halten In diesem Augenblick schlägt wieder die Woge der Begeisterung über allen Köpfen zusammen Minutenlange tosende Stürme des Jubels und der Verehrung schlagen zum Führer hinauf Dann spricht der Führer.
„Deutsche! Deutsche Volksgenossen und Volksgenossinnen' In diesen Tagen da wir soeben die Gründung eines größeren Reiches erlebten muß uns allen besonders bewußt werden, daß dieses größere Deutschland nur bann einen höheren Sinn und Zweck hat, wenn es erfüllt und getragen wird von einer unlösbaren, wahrhaften deutlchen Volksgemein. schalt Diese Gemeinschaft kann kein Wunschtraum fein, sie ist ein Problem der E r - Ziehung unseres Volkes, und damit eine Aufgabe, von deren Größe und Schwere wir alle durchdrungen find Im Dienste dieser Aufgabe steht auch der Kampf gegen alle jene Elemente die früher als asozial und klassenspaltend angesehen werden konnten Der nationalsozialistische Staat die nationalsozialistische Volksgemeinschaft bemühen sich daher, unseren Volksgenossen alles das zugängig zu machen was früher Vorrecht einer begrenzten Lebens- und Volksschicht war.
Dir wollen dem ganzen deutschen Volke die Schönheit des deutschen Lebens, der deutschen Lande, der deutschen Kultur erschließen. Aus diesen Gedankengängev heraus ist einst auch das Derk „Kraft durch Freudegegründet worden. Ls soll mithelfen, Millionen vom Glück nicht so begünstigten Menschen dennoch das Glück der deutschen Heimat und ihre Schönheiten zu zeigen. Ls soll vor allem aber mithelfen, unserem Volk wieder Möglichkeiten zu erschließen, die früher nur einer kleinen Auslese von Menschen zugängig waren.
Das ist eine Zielsetzung, die einst vielen im ersten Augenblick als phantastisch erschien. Es gab damals nid# wenige, die glaubten: „Dieses Programm erinnert so sehr an frühere marxistische Versprechun
gen, daß es gar nicht verwirklicht werden kann" Nun, meine Volksgenossen, die Verwirklichung ist im vollen Zuge begriffen! Sie kann allerdings nur gelingen in Der Erkenntnis daß dieses Leben im Gesamten nur schöner werden kann durch die gemeinsame Arbeits leistung aller Und so ist auch dieses Werk vor uns, das bestimmt ist, Hunderttausenden und Millionen von deutschen Volksgenossen das Leben zu verschönern und ihnen glückliche Stunden und Tage der Erholung zu schenken, das Ergebnis einer gemeinschaftlichen Arbeit n d Leistung
Der nationalsozialistische Staat und die natio nalsozialistische Volksgemeinschaft haben sich da mit ein sehr großes Ziel gesetzt. Sie wissen daß dieses Ziel nur erreicht werden kann durch den stärksten Einsatz allei und mit überaus großem Jdealis m u s. So habe ich damals denn zum Leiter dieser großen Gemeinschaft den Mann be rufen, der mir im Laufe meines Kampfes a l s einer meiner größten Idealisten begegnet war. Er hat es verstanden, ein fast unlösbar scheinendes Problem anzufassen und eine gewaltige Aufgabe mit einem grenzenlosen Idealismus z u ver wirklichen, erfüllt dabei von einem wahr haft idealistischen Glauben an den deuffchen Menschen und vor allem an den deutschen Arbeiter. Das erste dieser beiden „KdF."-Schiffe erhielt den Namen eines Märtyrers un serer Bewegung. Es liegt heute bereits fertig vor uns und hat feine ersten Fahrten hinter sich. Es ist, meine Volksgenossen, die „Europa" des deutschen Arbeiters. Jetzt sind wir lm Begriff, die „Bremen" des deutschen Arbeiters vom Stapel zu lassen,und ich will diesem Schiff den Namen meines größten Idealisten in der deutschen Arbeiterschaft geben, den Namer meines alten Mitkämpfers und Parteigenosse-
D r Ley
Die Zehntausende um die Helling versammelten Arbeiter, die fast jeden der Sätze des Führers mit jubelnder Zustimmung aufnahmen, bereiten am Schluß dieser Ansprache dem Führer minutenlange begeisterte Kundgebungen Während der letzten Worte des Führers sind am Bug des Schiffes die bisher verdeckten Namensschilder sichtbar geworden, und der Name „Robert Ley" leuchte! 'n großen goldenen Lettern auf Zutiefst bewegt dankt der Reichsleiter Dr. Ley dem Führer für diese hohe Ehrung und Anerkennung seiner hingebungsvollen Arbeit.
„Glückhafte Fahrt"
Der Startschuß donnert über Helgen unb Hafen. Er gibt das Zeichen „Bahn frei zum Stapellauf!", denn in wenigen Minuten wird der Schiffskoloß sich aus seiner Ruhelage lösen Die T a u f p a t - n tritt vor und spricht die Worte: „Ich taufe dich auf den Namen „Robert Ley" und wünsche dir allzeit glückhafte Fahrt!" Das Klirren der am Bug des stolzen Schiffes zersplitternden Flasche vereint sich mit den Jubelrufen der Zehntausende Die Halte- oomchtungen lösen sich, und erft langsam dann schneller und schneller gleitet der mächtige SchUfs- rumps unter den Klängen der Lieder der Nation in die Wasser der Elbe Von der Taufkanzel grüßt der Führer mit erhobener Rechten das zweite eigene Schiss der NS -Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Gauleiter Reichsstatthalter Sauf f mann faßt die Gefühle der Zehntausende auf dem Werftgelände und der Hunderttausende und Mill'onen, die am Rundfunk Zeugen des großen Geschehens geworben sind, in einem mit beispielloser Herzlichkeit und Begeisterung aufgenommenen „Sieg-Heil!" auf den Führer zusammen Dann verläßt der Führer begleitet von dem Dank und der Verehrung aller, die Werft, um sich durch den Hafen zum Urlauberschiff „Wilhelm Gustloff" zu begeben.
Der Führer besichtigt den „Wilhelm Gustloff".
Nach dem glücklichen Stapellauf free zweite« „KdF."-Schiffes „Robert Ley", des zukiin tigew Flaggschiffes der „KdF."-Flotte, fuhr der Führer auf der Barkasse des Hafenkommandanten wieder durch ein einzigartiges Spalier von Barkassen und
Der Führer ayj der Laujkanzel. — (Scherl-M.)
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