Nr. 504 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 29. Dezember 1958
Aus der Stadt Gießen.
3n einer stillen Stunde ...
Die Festtage sind vorüber. Wir standen im Bann des schönsten Festes, vergaßen Alltagssorgen, Trauer und Leid. Wir freuten uns im Kreise der Familie. Manche Erinnerung wurde geweckt in diesen Tagen. Mit glücklichen Augen schauten wir zurück in unsere Jugendzeit... Ja, damals, als wir noch jung waren...
Tauchten da nicht auch einige bekannte Gesichter ciuf, die wir im Strome der Zeit vergessen glaubten? Sind es schon so viele Jahre her, daß wir Freund K. zum letzten Male sahen? Was mag er treiben? Wie mag es ihm gehen? Und schon nehmen wir ein Bündel Briefe vor, das wir sorgfältig aufbewahrt haben. Das war fein letzter Brief. Ja, da ist noch einer! Herr Gott! Und immer wollten wir antworten und „kamen nicht dazu". Jetzt aber, in dieser stillen Stunde...
Es ist schon so. Schlagen wir an unsere Brust! Haben wir nicht, wenn wir einen Brief erhielten, zu schnell gesagt: Die Antwort hat noch Zeit? Und dann wurde sie vergessen.
Ein Rat meines Daters hat immer noch seine Berechtigung. Er sagte: Wenn ihr Briefe erhaltet, dann antwortet gleich! Schiebt es nicht auf die lange Bank, sonst kommen andere Ereignisse, die es dann verhindern. Einmal habt ihr keine Stimmung, ein andermal wieder fehlt die Zeit, deshalb schreibt gleich! Schon der kleinste Gruß von Freundeshand hebt empor, gibt das Gefühl der Verbundenheit.
Ich habe in den Weihnachtstagen den Briefwechsel von zwei großen Dichtern gelesen. Theodor Storm, der Norddeutsche, schreibt an Gottfried Keller, den Schweizer. Die zwei Dichter haben sich nie im Leben gesehen, aber ihre Briefe sind ein herrliches Geschenk. Wir ersehen daraus, daß es außer der persönlichen Bekanntschaft noch seelische Kräfte gibt, die weit stärker sind als alle äußeren Berührungspunkte. Und wer kennt nicht Goethes Briefe? Könnten wir sie missen?
Wir glauben nicht mehr an die „gute alte Zeit". Sie hatte auch ihre Schattenseiten. Eins aber hatte sie vor uns voraus: In jener alten Zeit konnte man noch Briefe schreiben. Das haben heute viele verlernt. Das technische Zeitalter, das Telephon, der Rundfunk ufw. haben die Feder zurückgedrängt. Auch die Schreibmaschine ist nicht für Freundesbriefe geschaffen. Wenn wir deshalb unseren Freunden schreiben, greifen wir zur Feder. Ein Brief aus der Maschine wirkt immer kalt und geschäftlich.
In einer stillen Stunde gedenken wir unserer Freunde, wir plaudern mit ihnen, wir erzählen von uns und senden ihnen Grüße. Dadurch werden -unsere Freunde reicher, wir aber auch.
Alle Freundschaftsbriefe sind Träger des Glücks. Sie lassen fühlen, daß wir alle Glieder einer großen Gemeinschaft sind, daß darüber hinaus aber noch besondere Bande der Freundschaft uns verbinden. Das gibt diesen Briefen den eigentlichen Wert. Und selbst, wenn der Freund nicht gleich antwortet, emp- sinden wir doch ein stilles Glück, denn auch hier gilt das alte Wort: Geben ist seliger als nehmen!
Gießener Wochenmarktpreise.
* Gießen, 29. Dez. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, ausländische Kühlhauseier, Klasse S 12, Weißkraut, % kg 8 bis 9, Rotkraut 9 bis 10, gelbe Rüben 9 bis 10, rote Rüben 9 bis 10, Unterkohlrabi 8 bis 9, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 30 bis 35, Zwiebeln 12 bis 15, Schwarzwurzeln 30, Meerrettich 30 bis 60, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mark, Aepfel, % kg 40 bis 45 Ps., Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Gänse 1,10 bis 1,30 Mark, Nüsse 50 bis 65 Pf., Tauben, das Stück 50-bis 60, Endivien 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 15 Pf.
Stadt im Winterkleid.
Es ist schon lange her, daß sich unsere Stadt in so schönem Winterkleid zeigte, wie gerade jetzt. In den Straßen herrscht das Weiß vor, wenn auch nicht immer in reinster Pracht, jede Gartenmauer hat ihren Schmuck, jeder Pfahl hat eine Mütze bekommen und die Denkmäler haben weiße Män
tel umgehängt. Jeder Fußgänger, der während der Schneetreiben länger unterwegs war, wurde zum „Butzemann". In den Gärten liegt der Schnee sehr hoch und in reinem Weiß. Die Bäume bieten in ihrem weißen Schmuck einen prächtigen Anblick. Kurzum: alles sieht im Schnee anders und schöner aus als vorher.
Das schöne Straßenbild ist uns nun schon vertraut. Wir stiegen gestern die engen Wendeltreppen des Stadtkirchturms hinauf, um dort von der großen Turmveranda aus einen Blick über Gießen zu werfen. So, wie es unser Bild zeigt, sieht es aus, wenn man vom Turm herunterblickt auf die Straßen und Gassen der Altstadt. Ein festlicher Anblick!
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Allerdings: die Stadtverwaltung sieht die Schneeherrlichkeit mit etwas anderen Augen an. Es gilt für sie, der großen Schneemengen Herr zu werden und dafür zu sorgen, daß der Verkehr nicht allzusehr behindert wurde. Es mußten deshalb gestern der ganze Fuhrpark der Stadt und alle verfügbaren Hilfskräfte eingesetzt werden. Da gibt es viel zu schippen. Für die Räumung der Bürgersteige sind praktische hölzerne Schneepflüge eingesetzt, die von je einem Mann gezogen und geschoben werden. Die vollbeladenen Wagen werden zu den Schneeschächten der Kanalisation gefahren und dort die Schneemengen in die Tiefe gestoßen.
Neben der Arbeit kommt aber auch die Winterfreude zu ihrem Recht. Allenthalben in den Außenbezirken der Stadt sieht man die Schiläufer, und sie alle würden nach ihren Wanderungen durch den winterlichen Wald bis vor ihr Haus laufen, wenn sie es dürften. Und jeder noch so unscheinbare Hügel wird von der Jugend zum Rodeln ausgenützt. Fürwahr: die Schneeherrlichkeit ist eine Freude!
(Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger)
Eistrist auf der Lahn.
Die langen Eisbahnen werden zum Eiskeller geflößt.
Der strenge Frost der vergangenen Woche hat auf der Lahn eine Eisschicht geschaffen, die bis zu einer Stärke von 25 Zentimeter anwuchs. Die Brauerei Denninghoff und der Bieroerlag Schmall, die beide an der Lahn Eiskellereien haben, waren damit sehr einverstanden. Es wurden zahlreiche Helfer angesetzt, um nach altbewährten Methoden die dicke Eisschicht der Lahn auf stattlicher Fläche zu zersägen, in kleinere Stücke zu trennen, in schmalen Wassergassen an das Ufer zu flößen und dann auf Rutsch-, bzw. Förderbahnen in die Eishäuser zu schaffen. Das geschah in diesen Tagen bereits sehr ausgiebig.' Mancher große Raum wurde mit Eis gefüllt und verschlossen,
um erst im Sommer wieder geöffnet zu werden, wenn andere Celsius-Grade herrschen und mancherlei wertvollen Lebensmitteln mit dem Verderb oder den Getränken mit lauer Temperatur drohen.
Die Eistrift auf der Lahn, die sich allerdings ziemlich unter Ausschluß Her Oeffentlichkeit vollzieht — denn es gälte ein Stück durch tiefen Schnee zu stapfen — , bietet ein ungemein reizvolles Bild. Die Ufer der Lahn sind tief verschneit und man
weiß nicht so recht, wo die feste Erde aufhört und die Eisfläche (die da und dort trügerisch sein kann) beginnt. Alles ist in reines und unberührtes Weiß gehüllt. Die hohen Schilfe stehen wie Filigran vor der helleren Fläche. Nur da, wo jetzt die Männer damit beschäftigt sind, das Eis zu schneiden, ist die weiße Fläche durch ein seines Grün einer jungen Eisschicht oder durch das kräftige Dunkelgrün des offenen Wassers unterbrochen. Mit langen Sägen
Großzügige Eisförderanlage des Gießener Brauhauses. (Aufnahmen |2|: Neuner, Gieß. Anz.)
wird das Eis in Bahnen abgeschnitten, die dann von einem Mann mit langem Haken gezogen, in der Wassergasse gemächlich fortbewegt werden, um schließlich mit Aexten in kürzere Stücke aufgeteilt zu werden.
Im Eishaus Schmall wird das Eis mit langen Haken auf glatter Bahn in die Eisbunker gefchoven und dort aufgeschichtet. Am Eishaus der Brauerei dagegen wird das Eis von Förderhaken erfaßt, auf schräger Bahn haushoch emporgetragen und bann in die Eisräume gestürzt. Das Eishaus des Gießener Brauhauses, das in drei Bunker unterteilt ist, faßt insgesamt 30 000 Zentner Eis, die in etwa sechs Tagen erarbeitet werden konnten. Am heutigen Donnerstag wird dort die Arbeit abgeschlossen. Die Bunker sind voll. Der Bierverlag Schmall lagert für seinen Betrieb etwa 6500 Zentner Eis ein.
Auch bei der Bierbrauerei Jhring-Melchior in Lich ist man seit einigen Tagen damit beschäftigt, Eis auf den Albacher Teichen zu schneiden. Auch dort werden ganz erhebliche Mengen in die eigens dafür erstellten Eishäuser verfrachtet. Allein für den Licher Betrieb werden bis zu 45 000 Zentner Eis geschnitten.
Selbstverständlich geht Überall in den genannten Betrieben auch die Kunsteisherstellung in der Üblichen Form weiter, da das Natureis den Bedarf nicht völlig decken könnte.
Matfau* MüCCw EttotfCe /XA. *
Zungenprode und Zeichensprache
Bilder von einer Weinversteigerung.
Trier, im Dezember.
W»inversteigerung in Trier! Eine Ankündigung, die die ganze Weinfachwelt aufhorchen läßt. Das wertvolle Gut einer Jahresernte kann man jetzt für den Keller erwerben. In den geräumigen Gewölben der Stadt lagern über 40 000 Fuder Wein, also mehr als 40 Millionen Liter, und bei den großen Weinversteigerungen werden Millionenum- sätze erzielt. Während der junge 1938 er Wein in den Kellern gärt und in den Weinbergen die Arbeit ein Weilchen ruht, finden in der Stadt diese .Herbstweinversteigerungen statt, hei denen jetzt der 1937 er verkauft wird.
Zwei Ringe sind es, in denen die zahlreichen Weingüter im wesentlichen zusammengefaßt sind. Sie sind rm Laufe der Jahre aus verschiedenen kleineren Versteigerungsgesellschaften hervorgegan- gen. Die bedeutendste dieser Gesellschaften ist der „Trierer Verein von Weingutsbesitzern der Mosel, Saar und Ruwer e. V.", den man kurz als „Großer Ring" bezeichnet. Die zweite Gesellschaft ist die „Naturwein-Versteigerungsgesellschaft Trier e. V.",, der vielfach zu Unrecht die Bezeich- nung „Kleiner Ring" gegeben wird. Diese Gesellschaft hat sich in erster Linie darum bemüht, die Weine der mittleren und kleinen Güter umzusetzen.
Bei der jetzigen Versteigerung der beiden Gesellschaften werden über 650 Fuder naturreiner Weine aus den besten Lagen des gesamten Weinbaugebietes an Mosel, Saar und Ruwer angeboten, und acht bis zehn Tage nimmt die Versteigerung in Anspruch. Die Gesellschaften haben lange vor dem angefetzten Termin die angemeldeten Fuder geprüft. Eine Vorprobe hat den Weinverteilern (Kommissionären) — die allein befugt sind, beim Angebot zu bieten — Gelegenheit gegeben, die Weine kennen zu lernen und ihren Wert abzuschätzen. In den letzten Jahren wird der Wein auf Grund neuer Bestimmungen schon bei der Vorprobe unter behördlicher Aufsicht tariert, d. h. es werden Richtpreise festgelegt. Dabei sind naturgemäß die Spitzenweine ausgenommen. Die Weinverteiler bringen ihre Geschäftsfreunde aus allen deutschen Gauen mit; ja, es vergeht keine Versteigerung, an der nicht auch ausländische Kunden erscheinen, bie sich durch die Kommissionäre am Einkauf beteiligen. Für die Versteigerung des 37 er5 besteht besonderes Interesse, denn die Vorproben haben ergeben, daß
er zu den besten Weinen der vergangenen Jahrzehnte gehört.
Im Versteigerungssaal sind jetzt lange, weißgedeckte Tische ausgestellt. Kurz vor 12 Ühr füllen sich die Reihen. Jeder Weinverteiler hat feinen festen Platz. Dort, wo der Vater gesessen hat, sitzt Heuer der Sohn. Und um ihn herum sitzen die Weingroßhändler, die Hoteliers und die Verehrer des Weines, die es sich nicht nehmen lassen wollen, den Proben beizuwohnen. Wenn der Ausrufer durch Stockschläge auf den Tisch den Beginn der Versteigerung ankündigt, wird es ruhig im Saale. Sehr ruhig sogar Zahlreiche Küferburschen erscheinen. In feuchte Tücher gehüllt sind die Flaschen. Nur kleine Proben werden gereicht, aber auch diese kleinen Proben werden von den Kennern nicht getrunken. Auf die Zungen- probe allein kommt es an. Auf den Tischen stehen neben den Gläsern und neben aufgeschichteten Weißbrötchen besondere Näpfe zur Ausnahme der' Weinreste. Den Schluck aber, den der Kenner in den Mund nimmt, spuckt er wieder aus. So bilden sich dann allerorts Lachen am Boden, die zur Versteigerung gehören, wie der Wein und die Brötchen, mit denen man zwischen den Proben den Gaumen neutralisiert.
Die Proben sind eingeschenkt. Die Kenner urteilen. Das Glas wird angehoben. Das Auge prüft des Weines Glanz. Dann kommt die Nase „zu Wort". Die Blume, die köstliche, das Aroma, beim Moselwein immer hervorragend, werden erforscht. Dann erst kommt die knappe Zungen- und Gaumenprobe. Sie ist entscheidend. Jetzt hat der Ausrufer ein Fuder mit 1500 Mark angeboten. Sein Werkzeug ist ein Stock mit Elfenbeinschmuck. Es geht nicht zu wie bei anderen Versteigerungen. Kaum ein Laut wird gesprochen. Der Ausrufer kennt die Stammplätze der Ansteigerer genau, obwohl sie im weiten Saal verteilt sind. Hier hebt sich ein Bleistift. 1510! An einer anderen Ecke wird eine Hand sichtbar: 15201 Ein Verteiler sieht aus und spricht leise vor sich hin. Der Ausrufer hat verstanden. 1530! So geht es weiter. Der Preis ist auf 1720 gestiegen. Da macht ein Bleistift eine kleine, kreisrunde Bewegung. Wieder hat es der Ausrufer erfaßt. Der Betrag wird abgerundet auf die nächste Hundertzahl: 1800! Immer ist es nur ein kleiner Kreis, der sich für em bestimmtes Fuder interessiert. 2000 Mark werden geboten. Die ersten Steigerer geben es auf. Schließlich werden für das Fuder 2010 Mark geboten Der Ausrufer spricht sein „zum Dritten" laut und deutlich aus. Der Stock fällt mit dumpfem Klang auf den Tisch. Das Fuder ist versteigert.
Wieder erscheinen die Küferourschen. Die Gläser sind geleert. Eine neue Probe wird aus geschenkt .und ausgerufen. Im Durchschnitt werden täglich in etwa vier Stunden 65 bis 80 Fuder versteigert. Die Zeichensprache der Bieter ist vielgestaltig. Ein Bleistift, ein Finger, mehrere Finger, in den vorderen Reihen ein Fuß, ein Ellenbogen, auch der Kops dienen zum Zeichengeben. Und der Ausrufer sieht und versteht alles. Wenn der Beamte der Regierung seinen Bleistift hebt, ist der Höchstpreis erreicht. Das Fuder geht zu gleichen Teilen an die Letztbietenden über. Jedes Versteigerungsergebnis wird sorgfältig schriftlich festgehalten und vertraglich beurkundet.
Den Höhepunkt erreicht die Versteigerung, wenn die Könige des Weines versteigert werden, also wenn die besten Lagen der Saar oder der Ruwer an die Reihe kommen. Diese Proben werden mit besonderem Genuß geschlürft, und es gibt nur wenige, die einen Rest in die Näpfe zurück- gießen. Ja, die Kenner verzichten dann sogar auf das — Ausspucken. Im Handumdrehen sind hohe Preise erreicht, bis schließlich die letzten Bieter sich am Ende in das Fuder teilen. Der Duft der ersten Zigarre zieht nun durch den Saal und verkündet, daß dieser Versteigerungstag zu Ende ist ...
Lacke dick gesund!
Es ist eine alte Weisheit, daß Lachen gesund ist, aber bisher haben es die Aerzte noch nicht als Heilmittel in ihren Rezeptschatz ausgenommen. Der amerikanische Arzt Dr. Welsh hat aber seinen Kollegen ausdrücklich empfohlen, ihren Kranken das Lachen zu verordnen. Wieviele Aerzte gibt es wohl, so führte er aus, die darauf bestehen, daß ihre Patienten im Laufe des Tages eine bestimmte Zahl herzlicher Gelächter hervorbringen, seihst wenn sie ohne besonderen Grund lachen müßten? Gewiß ist das Lachen, das durch einen guten Spaß ausgelöst wird, tiefer und natürlicher, lüftet die Lungen besser, regt das Herz mehr an, bringt das Blut kräftiger in Umlauf und läßt alle Organe besser arbeiten. Aber wenn der Kranke nicht von selbst lacht, dann muß er sich eben zum Lachen zwingen, denn ein erzwungenes Lachen ist immer noch gesünder als gar feins. Der Arzt aber sollte unter seinen Rezepten auch stets ein paar unwiderstehliche Witze haben, die er denen vorsetzt, die eines kräftigen Lachens dringend bedürfen, und es heißt sich eines vorzüglichen Heilmittels berauben, wenn man einen Patienten, der an irgendeiner Depression leidet, aus dem Sprechzimmer entläßt, ohne ihn gehörig zum Lachen ge
bracht zu haben. Lachen ist nicht nur gut für den: Körper, sondern auch für den Geist. Man kann lachen lernen und sich darin üben. Gibt es doch sogar eine Theorie, die behauptet, daß der Körper zuerst von den Empfindungen ergriffen wird und bann der Geist. Mag auch die Theorie nicht in jeder Beziehung richtig sein, so enthält sie doch einen Keim der Wahrheit. Zweifellos wird der, der sich int Lachen übt und viel lacht, eine hellere Auffassung des Lebens erlangen. B.
Hochsckulnackrickten.
Es wurde übertragen: dem nichtbeamteten außer* ordentlichen Professor Dr. Aloys Merz unter Er* nennung zum ordentlichen Professor an der Berg* afabemie Clausthal ber Lehrstuhl für Metall* kunbe; dem Dozenten Dr.-Ing. habil Oskack Zdralek in Dresden unter Ernennung zuntz ordentlichen Professor an der Bergakademie F ^ei * berg i. Sa. der Lehrstuhl für Elektrotechnik^ dem Dozenten Dr. phil. habil. Theodor Bersin unter Ernennung zum außerordentlichen Professor an der Universität Marburg der Lehrstuhl fiii? Physiologische Chemie; dem nichtbeamteten außer* ordentlichen Professor Dr. Hans Joachim Den* ticke unter Ernennung zum außerordentlichen Professor an der Universität Bonn der Lehrstuhl für Physiologische Chemie; dem nichtbeamteten außerordentlichen Professor Dr. Matthias Hacken* brach unter Ernennung zum außerordentlichen Professor an der Universität Köln der. Lehrstuhl für Orthopädie; dem Dozenten Dr. med. habiL Peter Holtz in Greifswald unter Ernen* nung zum außerordentlichen Professor an der Um* versität R o st o ck der Lehrstuhl für Physiologisch^ Chemie; dem Observator Dr. Ratje M ü g g c! unter Ernennung zum außerordentlichen Professor' an der Technischen Hochschule Darmstadt deck Lehrstuhl für Flugmeteorologie; dem Dozenten Dr« Ernst P e s ch l unter Ernennung zum außerordent* lichen Professor an der Universität Bonn deö Lehrstuhl für Mathematik; dem nichtbeamteten» außerordentlichen Professor Dr. Hans Schulten unter Ernennung zum außerordentlichen Professor an der Universität Rostock der Lehrstuhl fück Innere Medizin; dem Dozenten Dr. Hermanni Wattenberg unter (Ernennung zum außerordentlichen Professor an der Universität Kiel deck Lehrstuhl für Hydrographie und Chemie bcs) Meeres.
Der ao. Professor Dr. Walter Bauersfeld istz an der Universität Jena zum Ordinarius für Sou* dergebiete der Technischen Physik ernannt worden«»


